Category: Novels

Das Heim und die Welt

Mutter, heute sehe ich wieder vor meinem Geiste dein rotes Stirnzeichen[1], den Sari[2], den du zu tragen pflegtest, mit seinem breiten, roten Saum, und deine wundervollen Augen voll Tiefe und Frieden. Sie kamen am Anfang meiner Lebensbahn wie das erste Licht des dämmernden Mo...

Chapters

6. Part 6

Es war so weit gekommen, daß wir jeden Vorwand verschmähten. Wir hatten auch nicht den geringsten Scheingrund dafür, daß Sandip Babu noch immer da blieb und daß ich von Zeit zu...

5. Part 5

Tschandranath Babu fing an, von der Swadeschi-Bewegung zu sprechen. Ich dachte, ich wollte ihn in seinem Monolog fortfahren lassen. Es ist immer das Gescheiteste, einen alten Ma...

16. Part 16

Als mein Gatte uns beide in befangenem Schweigen verharren sah, zögerte er erst ein wenig, dann setzte er sich. »Sandip,« sagte er, »ich suchte dich und hörte, daß du hier seiest.«

15. Part 15

Kasim war jedoch nicht imstande, einen zusammenhängenden Bericht von dem Vorfall zu geben. Er übertrieb augenscheinlich. Vier- bis fünfhundert Mann, große Gewehre, zahllose Schw...

12. Part 12

Neulich abends, um die Zeit, wo Tag und Nacht sich auf der Schwelle begegnen, hatte ich gerade nicht zu arbeiten, war auch nicht zum Arbeiten aufgelegt, und auch mein Lehrer war...

7. Part 7

»Damit ist es dieselbe Sache. Wo unser Vaterland sich selbst als Endzweck setzt, da gewinnt es Erfolg auf Kosten seiner Seele. Wo es das Höchste und Größte als letztes Ziel sieh...

4. Part 4

Die, welche ihre Sehnsucht auf das Jenseits richten, geben ihrer Begehrlichkeit nur eine andere Richtung. Es wird sich zeigen, wie hoch der hervorstürzende Strahl ihres Springbr...

17. Part 17

Heute reisen wir nach Kalkutta. Wenn wir nur immer fortfahren, unsre Freuden und Leiden anzuhäufen, lasten sie schwer auf uns. Wir sollten sie von uns werfen, denn wir haben nic...

3. Part 3

»Als Rom für seine Sünde zahlte, wußte es niemand. Die ganze Zeit schien sein Glück unbegrenzt zu sein. Aber siehst du denn nicht das eine: wie sie unter der Last ihrer politisc...

13. Part 13

Wie manchesmal habe ich früher meine Schwägerin innerlich eine Diebin genannt, weil sie meinem arglosen Gatten Geld abschmeichelte. Nach dem Tode ihres Gatten brachte sie oft Sa...

2. Part 2

Die Liste derer, die von meinem Gatten unterstützt wurden, war sehr lang. Wer nur einen neuen Webstuhl oder eine neue Reisenthülsungsmaschine erfinden wollte, dem stand er bei b...

9. Part 9

Es war Ferienzeit, und viel junge Leute aus unserm Dorf und der Nachbarschaft waren von ihren Schulen und Universitäten nach Hause gekommen. Sie schlossen sich mit Begeisterung...

14. Part 14

Amulja geriet, während er so sprach, immer mehr in Begeisterung. Er wird immer warm, wenn ich ihm zuhöre. »Die Gita lehrt uns,« fuhr er fort, »daß niemand die Seele töten kann....

8. Part 8

Ich habe irgendwo gelesen, daß im alten Griechenland einmal ein Bildhauer das Glück hatte, dem Bildnis, das er mit eigener Hand gemacht, Leben zu verleihen. Doch selbst bei jene...

11. Part 11

Nichts verriet deutlicher, wie gänzlich Nikhil diese göttliche Gabe der Phantasie verloren hat, als die Antwort, die er mir gab. »Während der muhammedanischen Herrschaft«, sagte...

10. Part 10

Während diese Gedanken mich schmerzhaft durchzuckten, kam ein Diener und meldete Amulja, einen unsrer jungen Leute. Ich hätte ihn am liebsten abgewiesen, aber bevor ich mich daz...

1. Part 1

Mutter, heute sehe ich wieder vor meinem Geiste dein rotes Stirnzeichen[1], den Sari[2], den du zu tragen pflegtest, mit seinem breiten, roten Saum, und deine wundervollen Augen...

18. Part 18

Mir ist der Gedanke gekommen, daß ich doch immer etwas Neigung zur Tyrannei gehabt habe. Es war ein gewisser Despotismus in meinem Verlangen, meine Beziehungen zu Bimala in eine...