Category: Historical Novels

Wilhelm Hauffs sämtliche Werke in sechs Bänden. Bd. 3

Von der Parteien Gunst und Haß verwirrt, Schwankt sein Charakterbild in der Geschichte; Doch euren Augen soll ihn jetzt die Kunst, Auch euren Herzen menschlich näher bringen: -- Sie sieht den Menschen in des Lebens Drang Und wälzt die größre Hälfte seiner Schuld Den unglücksel...

Chapters

14. Part 14

»Laßt es lieber gut sein,« unterbrach ihn der fette Herr mit ernster Miene; »es ist nicht gut, daß man in solchen Zeiten dies Lied in der Herberge singt; dem Herzog kann es nich...

19. Part 19

Wer hat nicht an einem Oktobertag trotz Sturm und Wolken die Sonne durchdringen und Gewölk und Nebel verjagen sehen? So ging es auch am Horizont der Frau Rosel freundlich auf. D...

21. Part 21

»Am heiligen Freitag war's. Nachmittags um drei Uhr ritt Georg von Frondsberg mit etlichen andern Hauptleuten vor die Stadtpforte an dem Schloß und schrie hinauf, ob sie im Schl...

7. Part 7

Mit hastiger Freude nahm Georg das Pergament; es waren wenige Worte, mit glänzend schwarzer Tinte geschrieben; den Zügen der Schrift sah man aber an, daß sie einige Mühe gekoste...

11. Part 11

»Und der Geselle schlug den Nagel in den Stein, daß er fest saß; der Riese aber küßte und streichelte ihn, daß er beinahe ums Leben kam, führte ihn zum Schlossermeister und spra...

16. Part 16

Georg sah erstaunt auf den geächteten Mann. Er hatte nach dem Schicksal, das ihn betroffen, nach seinen unwirtlichen Umgebungen, zuletzt noch nach dem Klaggesang, den er gehört...

12. Part 12

Seine Wangen hatten sich wieder gerötet, seine Lippen waren so frisch wie die Kirschen an Petri und Paul; und wie ihn das seidengestickte Wams gut kleidete und der breite weiße...

13. Part 13

Georg fand seine Führerin auf dem bezeichneten Markstein sitzend. Sie sprang auf, als er herankam, und ging mit raschen Schritten neben ihm her. Das Mädchen kam ihm heute noch v...

17. Part 17

»Danke Euch, daß Ihr mich für so tapfer haltet, aber das möchte ich Euch doch raten, daß Ihr dem Stumpf nicht bei Nacht in den Weg kommet wie mir, denn dieser hätte Euch ohne we...

32. Part 32

»Gib Raum, Hans,« flüsterte der Herzog mit unterdrückter Stimme dem Spielmann zu, der mit gehobener Axt zwischen ihm und dem Doktor stand; »geh, tritt auf die Seite! Ihr Freunde...

10. Part 10

Von jenem Bergrücken, wo Georg den Entschluß gefaßt hatte, seinem geheimnisvollen Führer zu folgen, gab es zwei Wege in die Gegend von Reutlingen, wo Mariens Bergschloß, der Lic...

31. Part 31

Die Männer hatten sich um ein spärliches Feuer gelagert. Der Herzog war längst dem Schlummer in die Arme gesunken und vergaß vielleicht in seinen Träumen, daß er ein Herzogtum v...

22. Part 22

Aber Ulrich hatte noch treue Leute unter dem Landvolk, die ihm auf geheimen Wegen Kunde brachten, wie es in Württemberg stehe. Er saß in seiner Grafschaft Mömpelgard und harrte...

25. Part 25

Er hielt einen Augenblick inne und schien Antwort zu erwarten; aber der Jüngling schwieg und maß ihn nur hin und wieder mit einem Blick, den er nicht recht ertragen konnte. »Nun...

18. Part 18

»Was da!« entgegnete jener. »Wegen des Festes? Seinem Herzog treu zu dienen, ist auch ein frommer Dienst, und es wäre den Heiligen im Himmel vielleicht lieber, sie hörten den Do...

6. Part 6

Ich weiß nicht, wie es damit geschah, Meinem Auge ist's noch nie geschehen, Seit ich sie in meinem Herzen sah, Kann ich sie auch ohne Augen sehen. Da ist doch ein Wunder mit ges...

5. Part 5

In gehaltenen Tönen hielten jetzt die Zinken und Trompeten aus und endeten; Herr Dietrich Kraft hatte seinen Gastfreund bemerkt und kam, ihn, wie er versprochen, zu seinen Muhme...

8. Part 8

Der Truchseß rückte ungeduldig auf seinem Stuhl hin und her, als der junge Mann so lange mit seiner Antwort zögerte: »Nun, wird's bald? Warum besinnet Ihr Euch so lange?« rief e...

29. Part 29

Das Motto, womit wir diesen Abschnitt bezeichneten, ist eine Geisterstimme, die warnend durch die Weltgeschichte tönt, die von vielen vernommen, von den meisten überhört, von we...

20. Part 20

»Warum so eilig?« hörte er den Mann der Höhle sagen. »Nun, sei es um ein Küßchen, so will ich loben und preisen, daß dein Vater sogleich den Pfaffen holen läßt, um das heilige S...

4. Part 4

Georg wurde am anderen Morgen durch ein bescheidenes Pochen an seiner Türe erweckt. Er schlug die Vorhänge seines Bettes zurück und sah, daß die Sonne schon ziemlich hoch stehe....

9. Part 9

»Auf diese Art äußert sich immer sein Zorn,« belehrte ihn Frondsberg. »Je kälter und schärfer er aber von außen ist, desto heißer kocht in ihm die Wut. Er war es, der auf den Ge...

27. Part 27

Und jetzt endlich war der Tag gekommen, welchen Georg oft in ungewisser Ferne, aber immer mit gleicher Sehnsucht geschaut hatte. Er rief sich am Morgen dieses Tages das ganze Le...

3. Part 3

»Ja, lachet nur,« fuhr der Ratsschreiber fort, dem der ungewohnte Geist des Weines zu Kopfe stieg, »wenn Ihr wüßtet, wie sie sich beide um mich reißen. -- Zwar -- die Lichtenste...

15. Part 15

Er war noch wenige Schritte entfernt, als dieser mit einem dröhnenden: »Zieh, Verräter, und wehr' dich deines Lebens!« auf ihn einstürzte; der Mann im Mantel trat zurück und zog...

2. Part 2

Aber das stille Bäschen Marie schien der Kleinen nicht viel Aufmerksamkeit zu schenken. Ein glühendes Rot zog über die zarten Wangen. Ja! wer die ernste Jungfrau gesehen hätte,...

1. Part 1

Von der Parteien Gunst und Haß verwirrt, Schwankt sein Charakterbild in der Geschichte; Doch euren Augen soll ihn jetzt die Kunst, Auch euren Herzen menschlich näher bringen: --...

28. Part 28

In die Nähe des Herzogs war der Ritter von Lichtenstein, Marx Stumpf von Schweinsberg und der Kanzler gezogen worden, und auch der Ratsschreiber von Ulm saß nicht ferne, weil er...

24. Part 24

Der Marktplatz war damals noch das Herz der Stadt Stuttgart, zwar hatten sich schon zwei große Vorstädte, die Sankt Leonhards- und die Turnieracker-Vorstadt um sie gelagert, wel...

26. Part 26

Der Ratsschreiber sah herab auf das rosenfarbene Mäntelein und errötete. »Weiß Gott,« rief er, »ich kann mich vor keinem ehrlichen Menschen sehen lassen! Diese verdammten Württe...

30. Part 30

»Meinst du, er reite aus eigenem Entschluß zu Felde? Nein, ich habe ihn mit Gewalt dazu genötigt. Er hat mir zu manchem geraten, was mir nicht frommte, und ich fürchte, er hat m...

23. Part 23

»Nun, und wenn die Katzen fort sind, tanzen die Mäuse auf dem Tisch! Die Besatzungen sind überall unbesorgt, an den Herzog denkt kein Bündler mehr, sie sind nur aufmerksam auf d...

33. Part 33

»Ich trug nur _eine_ Farbe, mein väterlicher Freund!« entgegnete der junge Mann, indem er in die Augen seiner schönen Frau und auf die Feldbinde niedersah, die seine Brust umzog...