DE Prosa

Rittmeister Brand; Bertram Vogelweid Zwei Erzählungen

Dietrich Brand entstammte einer uralten angesehenen Kaufmannsfamilie. Seit fast einem Jahrhundert bestand das Rohseidengeschäft Brand & Co. in Ehren auf dem Wiener Platze. Es hatte seine Begründer und ihre nächsten Nachfolger reich gemacht und trotz der Ungunst der Verhältniss...

Chapters

1. Chapter 1

Dietrich Brand entstammte einer uralten angesehenen Kaufmannsfamilie. Seit fast einem Jahrhundert bestand das Rohseidengeschäft Brand & Co. in Ehren auf dem Wiener Platze. Es ha...

2. Chapter 2

Und doch war der Oberst nie eifersüchtiger auf ihn gewesen als jetzt. Er bewachte, er belauschte seine Frau, er verschlang sie mit den Augen, wenn sie den Namen Wildenstein auss...

3. Chapter 3

»Und ich,« sprach Magdalena und warf dabei einen zärtlichen Blick auf den Auserwählten, »habe mir vorgesetzt; wenn ich wieder heirathe, nehme ich einen Großen. Ein Kleiner kann...

4. Chapter 4

»Unter Anderem eine gewisse Schwäche für Damen-Mode-Artikel,« erwiderte er scherzend. »Ich wäre zum Beispiel neugierig, die Putzgegenstände zu sehen, die Frau Major Sophie von M...

5. Chapter 5

Sie waren am Ziele. Frau von Müller lief mehr als sie ging ins Haus, und Brand dachte daran, heim zu gehen. Aber er that es nicht, er brachte sich nicht fort. Er hatte ja die Mö...

6. Chapter 6

Er glaubte einen Anflug von Ironie in ihren Worten zu entdecken. Seine Ordnungsliebe war es ja im Grunde gewesen, die den Sieg davon getragen hatte über seine Liebe zu ihr: woll...

7. Chapter 7

»_Ein_ Kind?« fiel er ihr ins Wort. »Zwanzig Kinder tummeln sich wöchentlich einmal bei mir herum. Ich gebe Soiréen, Erziehungs-Unterhaltungen ... Ihr Sohn ist feierlich geladen...

8. Chapter 8

Frau Peters war verdutzt: »Kampf der Geschlechter?« »Die Moderne?« Sie ahnte nicht, was das zu bedeuten hatte, und wollte doch den Herrn Rittmeister nicht fragen, aus Furcht, un...

9. Chapter 9

Brand erhob sich. Mit ihm zugleich erhob sich aber auch der Fußboden und rollte Wellen, die Decke flatterte wie ein Segel. Dietrich war froh, bei dem allgemeinen Aufruhr wieder...

10. Chapter 10

»Na, na, den Ihren nit. Jetzt aber machen's g'schwind. Wo is Ihr Billet?« Er bemerkte die Aufregung des Reisenden und lächelte -- die Nervösen sind die einträglichsten -- nahm i...

11. Chapter 11

Sie selbst war eine tüchtige Lateinerin, und wenn wir an Winterabenden beisammen saßen, las sie mir vor aus ihren geliebtesten Autoren, und dabei bebte leises Entzücken in ihrem...

12. Chapter 12

»Nehmen Sie die Melone nach der Suppe oder zum Dessert?« fragte die Hausfrau und zeigte ihrem lieben Gaste freundlich die blanken Zähne. Sie war wirklich noch eine schöne Frau,...

13. Chapter 13

Er sah den Burschen von der Seite an, der neben ihm dahinschritt, mit verdrießlich aufgeworfenen Lippen, die Nase in die Höhe gehoben, die Augenbrauen zusammengezogen, die Hände...

14. Chapter 14

»Um keinen Preis. Zu Fuß will ich mein zukünftiges Daheim betreten, ehrerbietig wie Washington auf der Rückkehr von seinen Siegen sein Mutterhaus betreten hat.« Er hing die Züge...

15. Chapter 15

»Sie dichten und wollen gedruckt werden. 'Hat er es einmal aufgeschrieben, will er, die ganze Welt soll's lieben,' sagt Goethe. Das ist ein Unglück, wissen Sie; eine unselige, w...

16. Chapter 16

»Mein Gott, ja. Und nun hält er mich für eine Millionärin, spricht von den Kosten, die das Gründen einer Zeitschrift verursacht, und ich soll eine Aktie zu zehntausend Gulden ne...

17. Chapter 17

»Nein, Baronesse, ich habe nicht vergessen, ich habe ge--geblättert, sagen wir, in den Gedichten, die Sie mir geschickt haben ...« Erbarmungslose, die einen Überfütterten noch s...

18. Chapter 18

»Und um Sie als Grundherrn willkommen zu heißen, 'bei uns zu Lande auf dem Lande.' Annette von Droste, nicht wahr?« sprach die Baronin, indem sie sich aus der Wagendecke wickelte.

19. Chapter 19

Waniek sah ihn mit der freudigen Theilnahme eines gerührten Vaters an: »Wirdé hochwohlgeborene Frau Baronin fraien, wenn héerte, daß gnädige Herr Fraide haben.« Ein gutes Lächel...

20. Chapter 20