Mittelniederdeutsches Handwörterbuch

Part 54

Chapter 542,618 wordsPublic domain

=spil,= _n. fl. *speles,* Spiel, Scherz, Kurzweil, Lust, Vergnügen, Unterhaltung; *ût dem spele gân, bringen,* Ernst aus dem Spiele werden, machen; *wat to spele hebben, wes spil hebben,* als Scherz nehmen; euphem. Beischlaf; e. bestimmtes Spiel, so v. Turnier, Bühnen-, Würfel- und sonstigen Glücksspielen; Wagnis, Unternehmen auf gut Glück, oft v. Aufruhr; Musik, auch die musik. Instrumente u. die Musikanten._

=spil-,= _s. *spele-* u._ spille-.

=spilde,= _adj. verschwenderisch, unnütz._

=spilde,= _f.?_ =spilt,= _m.? Verbrauch, Verlust. Nur in der Verbindung: *to spilde,* bes. mit *komen,* umkommen, in Verlust geraten, abhanden kommen._

=spilde-gelt,= _Ausgabe oder Einnahme für Kleinigkeiten._

=spildelik,= _verschwenderisch._

=spilden, spillen,= _sw. v. aufbrauchen, anwenden, bes. zu unnützen Dingen, verschwenden; (auch mit partitiv. Genet.) neben ab fallen lassen, verschütten, ungenutzt, unangewandt lassen._

=spilder,= _Verschwender._

=spilderen,= _sw. v. zerstreuen._

=spilderen,= _adv. zerstreut, einzeln._

=spilderne, spilderen,= _adj. verschwenderisch._

=spildicheit,= _Verschwendung, Vergeudung._

=spildinge,= _Verbrauch, Verlust, Unkosten._

=spile,= _f. ein dünner (zugespitzter) Stab, zu verschied. Zwecken, z. B. um daran Fleisch, Würste etc. aufzuhängen, Fische zu spreizen, den Braten zu befestigen, Würste zu schliessen, Abteilungen in Bienenstöcken zu machen etc._

=spilen,= _sw. v. 1. zur Trennung der Lagen (in Heringsfässern) *spilen* legen; überh. in Tonnen verpacken? 2. mit *spilen* auseinander sperren, überh. aufsperren, spreizen._

=spil-iseren,= _Meissel, Grabstichel u. ä._

=spille,= _f. Spindel (als Hauptinstrument weiblicher Thätigkeit); Bezeichnung der weiblichen Erbfolgelinie, überh. des weiblichen Geschlechts; jede Walze, Winde, Welle._

=spil(le)-bôm,= fusarius (evonymus europaeus?).

=spillen= = spilden.

=spillen-dreier,= _Spindeldrechsler._

=spil(le)-mâch, -mage,= _Verwandter von weiblicher Seite._

=spil(le)-, spillen-side,= _die weibliche Seite, Linie._

=spille-stên,= _eine Art Formstein._

=spillink= = spellink.

=spil-maker= = spillendreier.

=spilter-naket,= _splitternackt._

=spîl-tûn,= _Zaun, Befriedigung aus spitzen Pfählen *(spilen)* gemacht._

=spin,= _n. Gespinnst? Lohn für Spinnen?_

=spinde,= _f. u. n. Spinde, Schrank, bes. Speiseschrank._

=spinden= = spenden.

=spinde-vat,= _ein Fass, das den Inhalt eines Spints hat._

=spin-halve,= _f. die weibliche Seite, Linie._

=spinkel,= _Fleck, Sommerspross._

=spinkelich= _u._ =spinkelt,= _fleckig, bunt, buntfarbig gesprenkelt._

=spin-lôn,= _Spinnlohn._

=spinne,= _Spinne._

=spinnel-side,= _die weibliche Linie._

=spinnen-klôt,= _m. Spindelring, Wirtel._

=spinnen,= _st. v. spinnen._

=spinnen-vient,= _sehr feind._

=spinner(e), spinre,= _Spinner, bes. Wollspinner; f._ spinnersche.

=spinne-wobbe, -webbe,= _n. u._ =-wef,= _m. Spinngewebe._

=spinne-wocke,= _sw. m. Spinnrocken,_ colus.

=spin-rat,= _Spinnrad; Zss_. spinrade-maker.

=spinsal,= _n. Gesponnenes, Gespinst._

=spinsterinne,= _Spinnerin._

=spint,= _n. das weiche und weisse Holz zwischen dem Kern und der Rinde des Baumes._

=spint,= _n. (m.) Spint, ein Hohlmass für Getreide, Mehl etc., Viertelhimpten._

=spint,= _n. (u. m.?)_ = spinde, _Schrank._

=spint-,= s. spende-.

=spîr,= _n. jede kleine Spitze, bes. Gras- und Kornspitze, *spica, arista;* ein wenig, eine Kleinigkeit._

=spiresch,= _Speiersch, eine Art Tuch._

=spîrlink (spirink),= _ein kleiner Fisch,_ cyprinus aphya.

=spîr-swale, -swaleke,= _Turm-, Mauerschwalbe._

=spis,= _spitz._

=spise,= _f. 1. Speise; Proviant. 2. Glockenspeise, Erz, Metall._

=spise=-brôt, _grobes Rockenbrot; *-dreger, dapifer; -gever* (l. *gevern?),* mildtätig; *-kamer,* Speisekammer; *-kaste,* Kasten für Esswaren; *-kôp,* Victualienhandel; *-kost,* Lebensmittel (gewöhnl. Sp.); *-krût,* ein Gewürz: Brotkümmel *(carum carvi)? -lechelen,* Fässchen für Esswaren; *-man,* Pfründner einer Stiftung; *-meister,* Speisemeister, Oekonom einer Stiftung, eines Spitals; *-molde,* Fleischmulde? *-penninge,* pl. Geld zum Unterhalt; *-pôk,* Tranchirmesser; *-rike, dapsilis,* freigebig; *-sak,* Esssack (Reisetasche); *-schap, -spint,* Ess-, Brotschrank; *-schip,* Proviantschiff; *-vat,* Essnapf, -schüssel; *-visk,* gewöhnl. Kochfisch; *-vlêsk,* gewöhnl. Tischfleisch; *-wagen,* Proviantwagen._

=spiselik= = spise-rike.

=spisen,= _sw. v. 1. mit Speise versehen: beköstigen; verproviantieren. 2. von Speisen: sättigen, nähren. 3. in der Technik: mehrere Metalle zu einander mischen, legieren._

=spiser,= _Speisemeister._

=spisigen,= _sw. v._ = spisen 1.

=spisse,= _f. 1. Spitze. 2. die erste Reihe des Heeres, überh. Schlachtreihe; *de spissen schicken, aciem instruere;* die Schlacht selbst. 3._ = speise.

=spissen,= _sw. v. 1. intr. spitz werden. 2. trans. spitzen, scharf machen; mit Worten sticheln auf. 3. refl. *up,* die Hoffnung richten auf._

=spisseri(g)e,= _Spezerei, Gewürz; kurze Waren, kleine Krämer-Waren._

=spit,= _n. fl. *spetes,* Bratspiess; Stange, Stock, woran Fleisch, Fische o. a. Waren hängen; *1 spit* Häringe = 30 Stück._

=spît,= _n. fl. *spetes,* Spatenstich, soviel man auf einmal mit einem Spaten aufwerfen oder so tief man mit demselben stechen kann; coll. Torfstich auf dem Moore._

=spît,= _m. 1. Verdruss, Hohn, Kränkung; *to spite,* zum Hohne; *mit spite,* höhnisch. 2. als Präp. trotz._

=spiten,= _sw. v. m. Dat. verdriessen, ärgern, leid sein._

=spitich,= _höhnisch; von Pferden: stössig. Adv._ spitigen.

=spitisch,= _höhnisch._

=spit-isern= _?_

=spîtlik,= _höhnisch, verletzend; adv._ spîtliken.

=spi(t)tâl= _u. Ableit., s._ spetâl.

=spitten,= _sw. v. graben._

=spitz, spitze, spitzen,= _s._ spis etc.

=spitz-êser,= _spitzzulaufende Tasche?_

=spitz-hôt,= _Spitzhut; gilt als Zeichen eines hinterlistigen, schmeichlerischen Menschen; daher: Betrüger, Schmeichler, Mantelträger._

=spitz-vunt,= _ein spitzfindiger Mensch._

=splete,= _st. m. (f.?) Spliss, Riss, Spalte._

=splet-nagel,= _welche Art Nägel?_

=splet-stên,= lapides fissi.

=splinte, (splente),= _f.? Splint, ein (gew. plattes) Eisen, das durch das Loch eines Riegels, einer Lünse etc. gesteckt wird oder als Schlüssel für eine Art Schlösser dient._

=spliten,= _st. v. 1. trans. spleissen, auseinander reissen, in Stückchen spalten. 2. intr. sich spalten._

=splittere, splettere,= scissura, spatula, _Splitter, Holzscheit._

=splitteren, spletteren,= _sw. v. zersplittern, spalten; fig. spalten, trennen, entzweien; auch refl._

=splitterich,= _streitig._

=splitteringe,= _Zerreissung, Spaltung, Zwietracht._

=spoden,= _sw. v. beeilen, fördern; refl. sieh sputen, sich rasch fort machen._

=spodich,= _eilig, eifrig._ =spodicheit,= _Eile._

=spoi(g)e,= _f. Umherspritzen, Schaum; Schleuse._

=spoiten,= _sw. v. spritzen._

=spôk, spûk,= _n. Spuk, und concr. spukhaftes Wesen, Gespenst._

=spôkaftich,= _spuk-, gespensterhaft._

=spoken,= _sw. v. spuken; Zauberei treiben._

=spôk(e)nisse,= _n. Spuk, Gespenst; *ên spokense-lîcham,* ein Scheinkörper, kein wirkl. Leib._

=spokerie,= _Spukerei._

=spôkne,= _f.? pl.?_ = spôk.

=spôk-ungehure,= _Spuk-Ungeheuer._

=spôl,= _Spülwasser,_ popisma.

=spol, spolen= = spil, spelen, _Spiel, spielen._

=spolden,= _st. sw. v. *= spalden,* spalten._

=spoldenêr,= _inneres (Schulter)stück der Bekleidung Gewappneter, mhd._ spaldenier.

=spôl-drank= = spolinge.

=spole,= _Spule, Federspule, bes. Weberspule._

=spole-backe,= _Saufaus, Saufbruder._

=spolen,= _sw. v. spülen._

=spolen,= _sw. v. spulen._

=spolinge,= _Spülung; Spülwasser, *popisma;* Spülung *(ablutio)* heisst auch der nicht geweihte Wein, der in der kathol. Kirche auch den Laien im Kelche gereicht wird._

=spolnisse?= anathema; _l._ speln. = spilden.?

=spôl-rat,= _Spulrad._

=spôlte,= _f. eine (Wasser)spritze._

=spôl-touwe,= _Gerätschaft zum Spulen; Spule,_ retum.

=spôl-worm,= _Spulwurm,_ lumbricus.

=spôn,= _m. (u. f.?) Span, dünne Scheibe Holz, wie sie beim Holzhauen etc. abfallen; platter Löffel, Spatelchen; bildl. etwas nichtiges; *over spôn treden,* über die Schnur, das gesetzliche Mass gehen._

=spôn-bêr,= _Bier, das durch (tannene) gekochte Späne, die in Bündelchen in das Bier gelegt werden, gegen Verderbnis geschützt wird._

=sponde,= _f. Bettgestell._

=spon(e),= _f. n. = *spene,* Saugwarze; die Milch daraus._

=sponeken,= _Spänchen._

=sponen= = spenen.

=spon(e)-verken,= _Saug-, Milchferkel._

=sponich= = spenich.

=spôn-kede,= _Kette mit platten Gliedern?_

=spôn-luchte,= _Leuchte mit Hornspänen statt des Glases?_

=spor,= _n. Spur, Fuss-, Wagenspur._

=sporden,= _pl. die getrockneten Kehlstücke, Kehlgräten etc. und sonstiger Abfall von den Stockfischen._

=spore,= _sw. m. Sporn; fig. Anstoss, Anreizung._

=sporen,= _sw. v. spüren, suchen; aufspüren, merken, erfahren._

=spor-hunt,= _Spürhund._

=sporkel-mânt,= _Februar._

=sporner,= _Sporenmacher._

=sportelen,= _sw. v. zappeln, *palpitare;* sich sträuben, sich widersetzen; *entwei s.,* mit einander in Streit geraten._

=spôt,= _m. n. u. f. guter, glücklicher Fortgang, dann überh. Fortgang, Eile, Beschleunigung; *mit der spôt,* eilig, sogleich._

=spot,= _m. n. Spott, Hohn; Scherz, Spass._

=spotlik,= _spöttisch; adv._ spotliken.

=spot-spigen,= _zum Spotte bespeien._

=spottel-kint,= _Kind, mit w. man scherzt._

=spotten,= _sw. v. spotten; scherzen; trans. verspotten._

=spotter,= _Spötter._

=spottich,= _spöttisch; spasshaft, lächerlich._

=spottinge,= _Verspottung._

=sprake,= _f. 1. Sprache, die Fähigkeit zu sprechen. 2. Wortschatz, Sprache eines Volkes; *up de s. dôn,* jem. in ein Land od. zu jem. zur Erlernung einer Sprache schicken. 3. Gespräch, Unterredung, Beredung. 4. Anspruch, Klage._

=sprake-lêrer,= _Sprachlehrer._

=sprake-lôs,= _1. der Sprache beraubt, sprachlos. 2. ohne Anspruch auf etwas, frei von Ansprache._

=sprâk-hûs, -kamere,= _euphem. Abtritt._

=sprâk-venster,= _Sprechfenster im Kloster, Schalter._

=sprank,= _m. Sprung; Quell; Muster, Zeichnung im Zeuge; *den s. tobringen,* ein Beweisverfahren bei Klagen wegen Verwundung od. Schadens (Ditmars.)._

=spranke= _u._ =sprankele,= _Heuschrecke._

=spranken,= _sw. v. funkeln, glänzen._

=sprank-mast,= _unvollkommene Eichelmast eines Waldes oder in einem unfruchtbaren Jahre._

=sprank-stucke,= _gemustertes, gesprenkeltes, buntes Zeug._

=sprêden, spreiden,= _sw. v. spreiten, spreizen, ausbreiten._

=sprêi= = sprên.

=sprek-aftich,= _geschwätzig._

=spreke,= _f. *= sprake* und_ sproke.

=spreken,= _st. v. sprechen, aussprechen; lauten, bedeuten; *vrede spr.,* Frieden verabreden, schliessen; *ênen dar to spr.,* durch Sprechen wozu bewegen, zureden, überreden; Ggs. *dar af sp. -- spr. up,* Anspruch, Klage erheben gegen jem.; von Schuldverschreibungen: lauten. Refl. (Dat.) *= spr.* (im Volkston); (Acc.) sich besprechen._

=spreker,= _Sprecher, Fürsprecher._

=sprekerne,= _gesprächig, beredt._

=spreke-venster= = sprâkvenster.

=sprên,= _m. Staar._

=sprengel,= _m. Weihquast; Sprengel, Bischofsbezirk, soweit von einem Bischofssitz das Weihwasser versandt wird._

=sprengel= _u. Dem._ =sprengelken,= _Heuschrecke._

=sprengen,= _sw. v. (springen machen) 1. sprengen, streuen; *sprenget vlêsch,* mit Salz bestreutes, gesalzenes Fleisch; Zeug mit Mustern durchsetzen, bunt machen; spritzen, schiessen; bildl. aussprengen, ausplaudern. 2. ein Pferd springen machen, daher sprengen, galoppieren; dann überh. rasch herankommen._

=sprenger,= _Heuschrecke._

=sprenglicht,= mustelinus = sprinkelich.

=spreng-schote,= _m. Sprengschuss (von zu hoch gerichtetem Geschütz)._

=sprenk,= _Gespreng, entgegenlaufende Stollen mit ungleicher Sohle, jäher Abschuss? Quell?_

=sprenkel,= _Dem._ =sprenkelken,= _Heuschrecke._

=sprenken= = sprengen.

=sprenseke= = sprinze.

=sprêt,= _n. Stange oder Baum; bes. eine Segelstange._

=sprêten= = spruten, _spriessen._

=sprêt-holt= to der groten bussen:?

=spriddel-docke,= _Beisitzerin der Braut auf dem Brautwagen (Ditmarsch.)._

=sprik,= _n. dürres, leicht zerbrechliches Reis eines Baumes, das abgefallen ist. Dem._ sprickelîn.

=sprile= = spîr, _(Gras)halm._

=springel-hûs,= _Tanzhaus._

=springal,= _eine Wurfmaschine, frzs._ espringalle.

=springel,= _Sommerspross._

=springen,= _st. v. springen; tanzen; von der Bewegung der Schachfiguren; entspringen, hervorsprudeln._

=springer,= _Springer; auch Name eines Frauenkleidungsstückes._

=sprink,= _m. (n.) Quell, Quelle; Springflut._

=sprink-born,= _m. Quelle; Quellwasser._

=sprinke,= _Heuschrecke._

=sprinkel,= _Vogelstrick, Fangschlinge._

=sprinkel,= _Fleck im Gesichte, Sommerspross._

=sprink(e)lich, -echt, -echtich, sprinkelt,= _gesprenkelt, betupft, fleckig, buntfarbig._

=sprink-grunt,= _Ursprung._

=sprink-hane,= _Heuschrecke._

=sprink-horn,= euphorbia lathyris.

=sprink-korn,= lathyris, siliquastrum; _auch wilder Kürbis,_ coloquintida.

=sprink-slot,= _Federschloss._

=sprink-storm,= _Springflut._

=sprink-water,= _Quellwasser; Quelle._

=sprink-worm,= _Heuschrecke._

=sprink-wort,= _Springwurz,_ euphorbia lathyris.

=sprinze,= _f. Sperberweibchen, zur Jagd auf kleinere Vögel gebraucht._

=sprok= _u._ =sprockel,= _n. dürres, leicht zerbrechliches Reisig, Leseholz._

=sprok,= _ein Vogel:_ hezere (?), sprock, avis.

=sprok-wide,= salix fragilis, _Bruch-, Sprockweide._

=sproke,= _st. m. 1. Gerede, Erzählung. 2. Spruch, Ausspruch. 3. Sprichwort, Lehre._

=sproke-wort= = sproke 3.

=sprot,= _ein kleiner Fisch, geräucherte Sardelle,_ sarda.

=sprote (sprate),= _f. Leitersprosse._

=sprote= _u._ =sprute,= _(Sommer)sprosse, Fleck,_ lentigo.

=sprotele= _u._ =sprutele,= _Sommersprosse._

=sprotich= _u._ =sprotelich,= _bunt, gesprenkelt, bes. sommerfleckig._

=sprotlink,= _Sprössling, Zweig._

=sprunk,= _m. 1. Sprung; Tanz. 2. Quelle._

=sprût(e),= _Spross, Sprössling._

=spruten,= _st. u. sw. v. spriessen; entspriessen, entstammen; resultieren, folgen._

=sprutte,= _f. Spritze; Feuerspritze._

=spruwe,= _f. e. Geschwulst im Halse; bei Pferden auch an der Köthe: Strahlfäule. Verb. *spruwen,* an dieser Krankheit leiden._

=spuddich,= _schmutzig, unansehnlich; adv._ spuddigen.

=spûk= = spôk.

=spunde= = sponde.

=spunde, spunne, spunge,= _f. Bettstelle._

=spundel-gelt,= _Geld für das Verspunden._

=spunden,= _sw. v. mit einem *spunt,* Zapfen, verschliessen; in ein Fass schliessen._

=spunder,= _der Spünde macht oder der verspundet._

=spunt,= _n. 1. Verschlusszapfen, bes. mitten oben auf dem Fasse; Pflock zur Ausbesserung schadhafter Stellen in Planken oder Balken. 2. Spundloch._

=spunt=-bîl, _Beil zum Spunden? *-hol,* Spundloch; *-holt,* Holz zum Spunden oder = *spunt 1; -knôp,* Knopf in Form eines Spundes? *-nagel,* Brettspieker, Dielennagel; *-vlasche,* gespundete Flasche._

=sputh?= _ein Mass für Salz (½ Tonne?)._

=squille,= _wilder Knoblauch, wilde Meerzwiebel._

=sta-bi,= _steh beiseite, gieb nach! bildl. für Schlag:_ ênen s. geven.

=stach,= _n. Stag, ein dickes Tau zur Befestigung der Maste und Stengen nach vorne._

=stach-klêdinge,= _dünnes Tau (Trensing), welches zur Stärkung um das Stag gewickelt wird?_

=stacie, stacien,= _f. Station, Standort; in der kirchl. Sprache bes. die Stationen der Kreuztragung Christi u. gewisse Haltestellen bei Processionen u. spec. die Unterbrechung oder Beschliessung dieser durch einen Hauptgottesdienst:_ stacien stân, de st. holden.

=stackele,= _Stachel, Spitze._

=stackel-wegge,= _Brod mit scharfen Ecken, Timpenbrod?_

=stackit, stacket,= _n. Stacket, Zaun von Staken, Latten, Pfählen etc., auch_ = stak.

=stade,= _sw. m._ = stadel.

=stade,= _n. Gestade, Ufer._

=stade,= _f. Gestattung, Unterstützung, Beistand; günstiger Umstand, gute Gelegenheit, Nutzen; *to stade komen,* zur Ruhe kommen; *mit stade(n),* gemächlich._

=stade= = stêde, _fest._

=stadegen,= _sw. v._ = stêdigen.

=stadel,= _n. u. m. Stelle, wo man Frucht, Ware etc. aufschüttet, Tenne, Diele, auch wohl Scheune._

=stadelike,= _adv. beständig, fortwährend, regelmässig, häufig._

=staden,= _sw. v._ = steden.

=stades=-bode, _städtischer Bote, Läufer; *-sone,* Sühne, welche e. Bürger dem andern zu leisten hat; wegen anderer Zss. s._ stat-.

=stadich,= _stetig, beständig._

=stadicheit,= _Stetigkeit, Festigkeit._

=stadinge,= _Ausstattung._

=staf,= _m. Pl. *stave, steve,* Stab, bes. zur Stütze beim Gehen, zum Reiten (Steckenpferd); Hirtenstab; Bischofsstab; Fassdaube._

=staf=-dreger, _Kirchenbeamter, welcher der hohen Geistlichkeit das Amts-Scepter vorträgt; *-holt,* Daubenholz; *-isern,* Stabeisen; *-slach,* Schlag mit einem Stock; *-swert, sica, gladius bacularis; -wade,* eine Art Fischernetz; *-wort, abrotanum,* Stabwurz._

=staffel(e)= = stavele.

=staffêren,= _sw. v._ = stoffêren.

=stak,= _n. fl. *stackes,* ein quer oder schräg in den Fluss gelegter Damm von Pfahl- und Strauchwerk._

=stake,= _sw. m. Stange, z. B. Zaunstange, Fahnenst., Windlichtstock, Schiebstange der Schiffer; Messrute (8 Ellen); Gefangenblock, Gefängnis; ein Mass für Heu._

=stakel-wegge,= pistillus = =stackelwegge.=

=staken,= _sw. v. 1. Pallisaden setzen; Stäbe in eine Flechtwand einsetzen. 2. Garben, Heu etc. mit der Heu-, Korngabel auf- oder abladen. 3. mit einem *staken* schlagen oder stossen, daher treiben, vertreiben. 4. (?) = *stocken,* ins Gefängnis setzen. Refl. sich stechen; vom Pferde: sich etwas in den Fuss treten._

=stake-nette,= _eine Art Fischernetz._

=staker,= _der Heu, Getreide mit der Heu- oder Korngabel auf- oder abladet._

=stak-holt,= _Holz, aus dem man *staken* macht._

=stakit, staket= = stackit.

=stal,= _m. Harn (der Pferde)._

=stal,= _m. (n.) Stall._

=stal, stāl,= _m. n. = *stale,* Muster._

=stâl,= _m. Stahl,_ chalybs.

=stāl-blaw,= _probemässig blau, v. Tuch._

=stāl-bôk,= _Register der geprüften Tuche._

=stal-boldich,= _halsstarrig?_

=stal-bôm= = stelbôm.

=stal-broder,= _Stallbruder, -genosse, *contubernalis;* Genosse, Kamerad._

=stale,= _sw. m. jedes Muster, nach dem etwas gemacht wird, Probe jeder Art, eine s. g. Patrone; bes. Probemünze und Zeugmuster, Kleidermuster._

=stale,= _1. Stolle, Bein oder Fuss (einer Kiste etc.). 2. der Grund, worauf ein Deich liegt; überh. Damm._

=stale (stalen?),= _Beschäler._

=stale-hof= = stalhof.

=stalen,= _sw. v. nach dem Urbilde prüfen und als demselben entsprechend beglaubigen (durch ein angehängtes Bleizeichen)._

=stâlen,= _sw. v. stählen, schärfen._

=stâlen,= _stählern._

=staler,= _der Prüfer der Tücher (nach dem_ stale).

=stāl-gelt,= _das Geld, das für das *stalen* der Tücher gezahlt wurde._

=stāl-grone,= _probemässig grün, v. Tuch._

=stal-hêre,= _Stallherr, Ratsherr, unter dem der Marstall steht._

=stāl-hof,= _die bekannte hansische Niederlassung, Factorei, in London (urspr. Halle, zur Prüfung -- *stalen* -- der zu exportierenden Wollenfabrikate?)_

=stal-holt?= _dünnes Holz zum Zäunen der Wände? (oder_ = stelholt?)

=stalinge,= _adv. heimlich._

=stal-junge,= _Stalljunge._

=stalle-, stal-knecht,= _Stallknecht._

=stallen,= _sw. v. harnen (von Pferden, Eseln)._

=stallen,= _sw. v. in den Stall (Behausung) bringen, aufstallen; mit Auslassung des Objectes Pferde: sich einquartieren; *stallen vor,* sich vor eine Burg oder Stadt lagern, sie belagern._

=staller,= _eine hohe obrigkeitliche Würde bei den Eiderfriesen,_ stabularius.

=stal-licht,= _auf einen Kandelaber oder sonst aufgestelltes Licht._

=stallinge,= _Stallung; Stall._

=stal-man,= _Stallknecht._

=stâl-menger,= _Eisenkrämer._

=stal-mest,= (â?) _ein Gerät der Schuster._

=stal-mêster,= _Stallmeister._

=stāl-mêster,= _der die Aufsicht über das *stalen* der Tücher hat._

=stal-page= _u._ =-pert,= _Stallpferd, *caballus stabulatus,* d. h.? vgl._ stelpert.

=stal-revel,= _wahrscheinlich: Stäbe zum Holzgewandgerippe eines Stalles._

=stalpen,= stagnare.

=stalt= = gestalt, _gestaltet._

=stalt,= _Gestalt._

=stalt-, staltenisse,= _f. Gestalt, bes. schöne Gestalt; Beschaffenheit._

=stâl-vat,= _Fass für oder voll Stahl._

=stal-werder, -warder,= _Stallwärter,_ stabularius.

=stam,= _m. Stamm, Baumstamm; Geschlecht, Abstammung._

=stamelen,= _sw. v._ = stameren.

=stamer= _u._ =stamerich,= _stammelnd, stotternd._

=stamer-buk,= _Stotterhans._

=stameren,= _sw. v. stammeln, stottern._

=stameringe,= _das Stammeln._

=stam-harich,= _als Fehler an der Wolle._

=stamme,= _sw. m._ = stam.

=stammen,= _sw. v. einpflanzen?_

=stamme-tal,= _Grad der Abstammung._

=stammête,= _eine Art feineren Tuches._

=stamp,= _m.? u._ =stampe,= _f. Stampfe, Mörser, Stampfmühle._

=stampen,= _sw. v. zerstampfen._

=stân,= _unr. v. 1. stehen, bestehen, dauern; sich verhalten, sich befinden, sein; Inhalt haben, lauten (v. Briefen); *s. gân,* sich stellen, aufstehen; *s. laten,* anstehen lassen, unterlassen. 2. mit Gen. d. Sache: zugestehen, bezeugen; einstehen für, über sich nehmen. 3. m. Dat. d. Pers.: zustehen, zukommen, gebühren; zu Pfande stehen; zu stehen kommen, kosten. 4. *den slete s.,* die Unkosten bestreiten; *eventûr s.,* auf dem Spiele stehen, = *de vare s.,* Gefahr stehen, riskieren. 5. *s. an,* bestehen in, beruhen auf, ankommen auf; *mede,* übereinstimmen, es halten mit jem., gut oder schlecht stehen bei jem.; *na,* trachten nach; *over,* mit e. Sache beschäftigt sein; *up = s. an,* der Entscheidung jemandes überlassen sein, bestehen oder beharren auf; *vor,* gut stehen für, gelten für, vertreten (v. Ämtern, welche jem. bekleidet)._

=stande,= _f. Kübel von Holz oder Metall (Zinn), unten breit und oben schmal, Stellfass._

=standel-wort,= _Knabenkraut,_ satirion.

=stander,= _m.?_ = stande.

=standerde,= _f.?_ =stander,= _m. Standarte, *vexillum,* frz._ estendard.

=stange,= _sw. m. f. Stange, bes. Fahnenstange._

=stangen=-kreier, _ein grösseres (dreimastiges) Schiff; *-luchter,* Leuchter auf einer Stange, Processionsleuchter; *-tasche,* Tasche mit eisernem Gestell._

=stangerde, -yerde= = standerde.

=staninge,= _das Stehen._

=stank,= _m. Geruch: Wohlgeruch; meist: Gestank; bildl. Anstoss, Verdruss; scherzhaft: *des hebbe st. = dank,* resp._ undank.

=stânt,= _n. u._ =stant,= _m. 1. das Stehen, der Stand. 2. = *bestant,* Stillstehen der Feindseligkeit, Friede. 3. Bestehen, Beständigkeit._

=stant-(h)aftich, -achtich,= _fest, bestehend, standhaft. Sbst._ -ticheit.

=stant-genote, stant-, stande-note,= _Standgenosse, d. i. Schöffe, Gerichtsbeisitzer._

=stanthart,= _m. (frz. *estendard)* Standarte; eine Kopfbedeckung der Weiber?_

=stant-vast,= _was fest steht, unbeweglich, beständig._

=stant-vasticheit,= _Beständigkeit._

=stant-wort= = standelwort.

=stapel,= _Heuschrecke._

=stapel,= _m. 1. Säule, jeder säulenartige Gegenstand; z. B. Grenzpfahl; der Kirchturm (ohne die Spitze); Wachsstock, Kerze. 2. jede Unterlage, auf der etwas ruht, Block, z. B. Haublock, Amboss; in der Schiffsbaukunst die Unterlage zur Erbauung e. Schiffes. Im bes. ist *st.* auch die Bühne, von der das Urteil des Richters gesprochen wird; daher Gerichtsstätte, Gericht. 3. aufgeschichteter Haufe von Holz oder Waren, Ballen. 4. Verkaufsstelle, Stapelplatz._

=stapel=-gelt, _Geld, w. die Flaminge 1392 zahlten, damit der Hansische Stapel wieder nach Brügge kam; *-gût,* Gut, das auf den *stapel* gebracht werden darf (Ggs. *ventegût),* schichtbare Waren (Tuch); *-hof,* Warenniederlage; *-licht,* grosses Wachslicht_ = tortisie.

=stapelen,= _sw. v. 1. die Grenze durch Pfähle etc. bezeichnen. 2. aufstapeln; e. Ware auf den Stapelplatz bringen._

=stapen,= _st. v.?_ = stappen.

=stappe,= _sw. m.? Fussstapfe; in Wappen: Schindel._

=stappe,= _sw. m. 1. Bein an Hausgerät. 2. ein kleines, hölzernes Gefäss mit einer längern Daube, die als Handhabe dient (für Milch, Butter). 3. Falle, Schlinge._

=stappen,= _sw. v. 1. stapfen, schreiten. 2. Part. *stappet,* mit Beinen versehen (von Kisten etc.)._

=stappen-maker,= _der *stappen* macht, Böttcher._

=star,= _n. Staar, die Augenkrankheit; *de oghen stâd to stare,* v. e. Toten: in Starrheit?_

=star-blint,= _staarblind._

=star(e),= _m.? Staar, der Vogel (selten)._

=staren= = starren.

=stark,= _stark, fest; kräftig, gewaltig; als Titel: *strenuus;* vom Gesicht und Geschmack: scharf._