Mittelniederdeutsches Handwörterbuch

Part 52

Chapter 522,402 wordsPublic domain

=slî-hudich,= _der eine (schlüpfrige) Haut hat wie ein_ sli.

=slîk= _u._ =slik,= _m. (u. n.?) Schlick, Schlamm, nam. der Uferschlamm._

=slik-achtich, -echtich,= _schlammig._

=sliken,= _st. v. schleichen, leise gehen._

=sliker,= _Schleicher._

=slikich,= _schlammig, feucht, schlüpferig._

=slîm,= _m. u. n. Schleim; Schlamm, weicher Schmutz._

=slim,= _schief, krumm; nicht in ordnungsmässiger Beschaffenheit, elend, schlecht (bes. von Kleidern), niedrig; moralisch schlecht._

=slimen,= _essen, schmarotzen? schleimig machen oder werden?_

=slimerich,= _schleimig, schlüpfrig._

=slimheit,= _Niedrigkeit, Wertlosigkeit, schlechte Beschaffenheit; schlimme Lage, Elend._

=slimich,= _schleimig; schlüpferig; bildl. schmeichlerisch._

=slimlike(n), slimmel(i)k(en),= _adv. elend, schlecht, übel._

=slimmenitze,= _einer von niedriger Abkunft, Nichtsnutz (persönl. gebrauchtes *slimnisse?*)_

=slimmich= = slim; slimmicheit = slimheit.

=slimnisse= = slimheit.

=slinden,= _st. v. (durch den Schlund gehen lassen) verschlingen, fressen._

=slinderen= = slingeren, _sich winden._

=slindich,= _gefrässig._

=slindinge,= glutio.

=slinge= = slenge.

=slingen,= _st. v. 1. intr. sich winden, sich drehen, kriechen (in Schlangenbewegung), selten refl. 2. trans. winden, flechten. 3. verschlingen, hinunterschlucken, fressen._

=slingere= = slengere.

=slingeren,= _sw. v. 1. intr. = *slingen* 1. 2. trans. hin- und herschlenkern, winden._

=slink,= _fl. *slinges,* n. 1. Rand, Einfassung. 2. Schlagbaum, Gatter. 3. Pfahlrost._

=slink-dore,= _Gatter-, Heckthür._

=slinken,= _sw. v.? allmählich vergehen, zusammenschrumpfen._

=slink-ferten= _und_ =-fîsten,= _sw. v. herumschlendern, müssig gehen._

=slink-holt,= _Holz zu einem_ slink.

=slins= (?), _Schlund,_ vorago.

=slint-sucht,= _starke Esslust, Fressgier._

=slip= (î?), _Eisenschlacke, Hammerschlag._

=slipe= = slippe, _Zipfel, Flügel?_

=slipen,= _st. u. sw. v. 1. intr. gleiten, schleichen, schlüpfen; *slipen unde wenden,* glattzüngig sein und nach dem Munde reden. 2. trans. schleifen, glatt, scharf machen; schleifen, schleppen._

=sliper,= _Messer-, Scherenschleifer._

=sliperich= _und_ =sliperne,= _1. schleichend, schmiegsam, schmeichlerisch. 2. nachlässig, unachtsam._

=sliperneheit,= _Nachlässigkeit, Unachtsamkeit._

=slip-hoike,= _Mantel mit einer *slippe,* Schlappe? (vgl. *slepehoike* u. *slippen.*)_

=slîp-, slipe-kote,= _sw. m. Schleifhütte._

=slîp-mole,= _Schleifmühle._

=slippe,= _f. (u. m.) Rockschoss, Rockzipfel; *bi der slippen nemen,* als symbol. Handlung: Zeichen der Besitzergreifung; *de slippen afsniden,* bildl. fahren lassen. -- Bildl. Streifen (Landes)._

=slippen,= _sw. v. einschneiden, schlitzen, zerreissen._

=slippen,= _sw. v. 1. gleiten und gleiten lassen. 2. den Mantel über den Kopf hängen._

=slipper, slipperich,= _schlüpfrig, glatt. Subst._ slippericheit.

=slîp-, slipe-stên,= _Schleifstein._

=slip-swarte,= _eine aus dem *slip* (Eisenschlacke) in Verbindung mit Galläpfeln bereitete schwarze Farbe._

=slîp-tît= (?) des haringes, _Zug-, Laichzeit des Herings?_

=sliren, sliriken,= _sw. v. schmeicheln, gut heissen._

=slise,= _Bündel, Packen?_

=slisse,= _f. *scissura,* Schlitz im Zeuge._

=sliten,= _st. v. 1. schleissen, zerreissen, zerstören, trennen; *de selschup,* die Handelsgenossenschaft auflösen. 2. schleissen, aufbrauchen, durch täglichen Gebrauch abnutzen, auch intr., *atterere* u. *atteri; de tît s.,* die Zeit hinbringen. 3. jem. *sliten* (auf- und verbrauchen, wie jemand ist), einen mit Glimpf behandeln, einem nachgeben, geduldig ertragen; machen, dass man in Güte von jem. loskomme. 4. endigen (einen Streit), schlichten, sühnen. 5. verschleissen, bes. nach und nach bei kleinem verkaufen. Refl. sich losreissen, sich trennen, davon gehen; sich endigen, sich verlaufen; sich versöhnen; sich schicken._

=slitenheit,= _Verträglichkeit; Versöhnung. L._ sliternh.?

=slitich,= _geduldig, verträglich, sanftmütig._

=slitinge,= _1. Verschleissung, Verbrauch. 2. Endigung, (Be)schliessung._

=sli-winter,= _milder Winter. L._ slikw-?

=slôch?= _Wiese, Bruch? (vgl. ags. *slôh,* schwed. *slog.*) L._ slôth?

=sloddik,= _eine saure Apfelsorte._

=sloier, sloiger, sloyer, sloger,= _m. Schleier._

=sloier-dôk,= _Schleiertuch, Schleier._

=sloifen, slofen= = sleifen.

=sloke,= _st. m. 1. Kehle, Schlund. 2. Schluck, Trank oder Bissen, der durch die Kehle geht._

=sloker-drunk,= _ein grosser Trunk,_ haustus magnus.

=slokerich,= _gefrässig._

=slommen= = slômen.

=slomen, slommen,= _sw. v. schlafen (u. einschläfern?)._

=slômen,= _sw. v. schlemmen, üppig leben._

=slômer,= _Schlemmer, Verschwender._

=slomeren,= _sw. v. schlummern._

=slone= = slê, _Schlehe._

=slôp,= _n.? Schlupf-Loch, wodurch man schlüpfen kann, Zaunloch._

=slope,= _f. Schleife, Schlinge._

=slope= = slêpe, _f. Schleife, schlittenartiges Fahrzeug zur Fortschaffung von Waren._

=slopen,= _sw. v. schlüpfen, schleichen, sich langsam trollen._

=sloppen?= en sloppende vat, futilis.

=slôr,= _m. langsamer, träger Gang; *de olde slôr,* der Schlendrian._

=slorpen,= _sw. v. schlürfen._

=slôs(s)e, sloitze,= _eine Art Schuh, Sandale, Pantoffel._

=slosen, sloisen,= _sw. v. s. *gân,* schlendern._

=slôster,= _Schale, Hülse einer Frucht._

=slôt,= _m. (tiefer) Graben; Sumpf?_

=slot,= _n. 1. Schloss, *sera;* Fessel; Buchclausur; im Pl., festes Gewahrsam. 2. Schloss, *castrum.* 3. Schluss, Ab-, Beschluss._

=slot-balke= (_in einer Mühle_)?

=slot-borch,= castrum, urbs.

=slot-borge,= _Bürge des mit einem Schlosse Belehnten für Innehaltung des Schlossbriefes._

=slot-brêf,= _Urkunde über Verpflichtungen wegen Schlossbesitzes oder -verwaltung._

=slot-brot,= _Schlossbrod, d. i. feines Brot,_ pastellum.

=slotel,= _m. Schlüssel._

=slotel-dreger,= _Schlüsselträger = *sluter;* v. Papst._

=slote-maker,= _Schlosser._

=sloten,= _pl. Schlossen, Hagel._

=sloten,= _sw. v. einen *slôt,* Graben, machen oder bessern._

=slot-gader,= _schliessbares Gatter?_

=slot-gelove= = slotlove.

=slot-haftich, -achtech,= _verschliessbar._

=slot-hêre,= _Schlossherr._

=slot-lage= = slot-stede.

=slot-(slotes-)love,= _Schlossglaube: die pfandweise oder administrative Übertragung von Landesschlössern geschah *in, uppe, to slotloven,* »zu treuer Hand«; die schriftliche Urkunde darüber._

=slot-lude,= _Schloss-, Burgleute._

=slot-nagel,= _Schlossspieker, »grosser vierkantiger Nagel mit breitem runden Kopf zur Befestigung von Schlössern an Thüren und Thoren«._

=slot-sete,= _sw. m. Schloss-Eingesessener, -Besitzer; adj._ -seten.

=slot-stede,= _Schloss-, Burgstätte._

=slot-stên,= _Schlussstein, bes. der eines Gewölbes, Eckstein._

=slottel= = slotel.

=slot-tunne,= _eine verschliessbare Tonne._

=slot-vast,= _verschliessbar, mit Verschluss._

=slot-voget,= _Schlossvogt._

=slot-wort,= beslotene krud, daucus agrestis.

=slû,= _f. Schale, Balg der Hülsenfrüchte oder eines Eies._

=slubberen,= _sw. v. schlürfen, etwas Dünnes essen._

=sluberken,= _ein feines Gebäck._

=slû-betsch,= _heimtückisch, bissig._

=slucht?= _träger, einfältiger Mensch?_

=sluchter,= _wilder Schössling eines Baumes._

=slû-horer,= _Horcher, Lauscher._

=slucken,= _sw. v._ = sluken.

=sluder(e),= _f. Schleuder; = *blide; sluder-werper,* Schleuderer._

=sluderiensen?= _gute Trünke, Schlucke._

=sluk,= _fl._ =sluckes,= _m.? Schluck, d. h. mit erdigen Teilen vermischter Bernstein._

=slûk-broder, sluker,= _gieriger Fresser u. Saufer._

=sluken,= _st. v. schlucken, über-, hinunterschlucken, geniessen._

=slûk-up, -vreter,= _Schluckauf, Prasser._

=slummeren,= soporare.

=slump,= _m. 1. glücklicher Zufall. 2. adj. der alles dem Zufall überlässt, nachlässig._

=slumpen,= _sw. v. durch Zufall gelingen._

=slumpich= = slump 2.

=slune?= _Beischläferin, gemeines Weib (vgl. *sluve*)._

=slungel,= _(Pflanzstock?) bildl. ein fauler, arbeitsscheuer Mensch._

=slunich,= _schleunig (selten W.)._

=slunk,= _m. Schlund, Kehle._

=slupen,= _st. v. schlüpfen, schleichen._

=sluperlinges,= _auf schleichende, tückische Weise. L._ slupel.?

=sluperne= _u._ =sluperich,= _schleichend._

=slûp-hol, -lok,= _Schlupfloch, Versteck._

=slûp-morder,= _heimlicher Mörder; *slûp-morderie,* heimlicher Mord._

=slupperich,= _schlüpfrig._

=slûp-reise,= _heimliche Reise._

=slûp-wacht,= _heimliche, Schleichwacht._

=slûp-wachter,= _heimlicher, Schleichwächter, Häscher._

=slûr-affe,= _Schlaraffe (a. d. Hd.)._

=sluren,= _sw. v. schlottern, los und welk hangen; träge sein._

=slurren,= _sw. v. schlurfen, den Boden streifend gehen._

=sluse,= _f. Gerät oder Einrichtung zum Einschliessen, bes. der Fische, *gurgustium,* und des Wassers, Schleuse, *exclusa;* daher: *sluse-gelt,* Abgabe für Durchschleusen von Schiffen; *-mêster,* Schleusen-Aufseher; *-strôm, -vlêt,* Wasserlauf ober- oder niederhalb einer Schleuse._

=slût,= _n. Schluss, Beschluss._

=slût-ammet,= _Schliessamt,_ officium subcustodie.

=slutel-gelt,= _Schliessgeld für Verwahrung von Gefangenen._

=sluten,= _st. v. schliessen, zu-, einschliessen; beschliessen, einen Entschluss fassen; umfassen, begreifen; endigen; sich schliessen, sich an einander fügen, passen._

=sluter,= _Schliesser, Thorwächter, Gefangenenwärter, Kastellan; auch Oekonom, Schaffner, Kellermeister (im Kloster)? in Dithmarschen eine höhere, obrigkeitliche Person, Kirchspielsvorstand, in Eimbek eine Würde innerhalb des Stadtrates._

=sluterschop,= _Amt eines_ sluters.

=slût=-isern = slotnagel; -rede, _Schlussrede, Epilog;_ -stên = slotstên.

=sluve?= _gemeines Weib, *meretrix* (vgl. *slune*)._

=sma= = smahe.

=smacht,= _m. hoher Grad von Hunger._

=smachten,= _sw. v. 1. intr. hungern, vor Hunger vergelten. 2. trans. verhungern lassen._

=smacht-hals,= _ein armer Hungerleider._

=smachtich,= _hungrig._

=smackachtich,= _schmackhaft._

=smacke,= _der Sumach,_ rhus coriaria.

=smacke,= _f. 1. eine Art Segel: Gaffelsegel? 2. Schmacke, eine Art Schiffe._

=smacken,= _sw. v. schlagen, werfen, *jacere;* intr. schlagen, fallen._

=smacken,= _sw. v. 1. schmecken. 2. schmatzen, mit den Lippen (namentl. beim Essen, wie die Schweine thun)._

=smacken-boyer,= _Bojer (Schiff) mit einem Schmacksegel._

=smadden,= _sw. v. schmähen, tadeln, schelten._

=smaden,= _sw. v. verschmähen._

=smadenisse= _u._ =smaddunge, smaginge,= _Hohn, Schmähung._

=smahe,= _f._ = smaheit.

=smaheit,= _Schmach, Verachtung._

=smak,= _m. u._ =smake,= _f.? 1. act. Schmecken, Geniessen; Geschmack als Sinn, *gustus;* auch = Geruch. 2. pass. Geschmack; Geruch, den eine Sache hat,_ sapor, odor.

=smak(e)lik,= _schmackhaft._

=smaken,= _sw. v. schmecken, kosten; bildl. empfinden, erfahren; intr. einen Geschmack von sich geben; *mi smaket,* mir schmeckt, gefällt._

=smak-segel= = smacke 1.

=smal,= _schmal, enge, dünne, schmächtig, schlank; klein, gering; vom Gelde: *smal gelt, smale grossen,* Ggs. *brêt* (breite Gr. sind die Böhmischen)._

=smal-bant,= _(Ggs. *buket-bant)* schmal gebundene Tonne; als Mass._

=smal-bant,= _kleiner Lachs?_

=smale-hans,= _Hungerleider._

=smalen,= _sw. v. 1. verschmälern, verengern, verkleinern. 2. *up, an,* schmälen, schelten, herabsetzen._

=smalich,= _schmählich._

=smalicheit,= _Schmählichkeit, Verachtung._

=smal-laken,= _Laken von geringer Breite._

=smal-sât,= legumen.

=smal-schene,= _(Ggs._ grôt-schene) gracilium, _Schuster-Instrument._

=smalt,= _ältere u. dial. Form für_ smolt.

=smal-tegede,= _der kleine Zehnte, von lebendem Vieh genommen; Ggs. der Korn-, Getreidezehnte._

=smal-towe,= _1. klein. Fischernetz. 2. s. f. W._

=smal-wever,= _Weber, der nur schmale Leinwand auf d. *smaltowe* fertigt; fem._ -sche.

=smant,= _Rahm der Milch, *oxigallum; -emmer,* Eimer für diese._

=smarre,= _f. Schmarre._

=smarte= _etc., s. *smerte* etc._

=smâ-skin, -schin, -schen, -tzken,= _als Pelzwerk zugerichtete, fein gekräuselte Lammfellchen._

=smâschen-voder,= _Futter von Schmaschen._

=smât,= _f._ = smaheit.

=sma-wort,= _Schmähwort._

=smê= = smê-, smaheit, _Geringschätzung._

=smêchen, smêcher= = smêken, smêker.

=smechtigen,= _sw. v. hungern lassen._

=smechtich,= _1. *= smachtich.* 2. *spericus,* d. i. *sphaericus,* schmächtig, dünne?_

=smeckaftich,= _schmackhaft._

=smecke-kost,= _leckere Mahlzeit, eine Art Gildenausrichtung._

=smecken,= _sw. v. 1. intr. Geschmack haben, *sapere; smeckende, sapidus;* Geruch von sich geben, riechen. 2. trans. kosten, schmecken._

=smeckinge,= _das Schmecken, Kosten._

=smede,= _f. Schmiede; Münzschmiede._

=smede=-ammecht, -gilde, _Schmiede-Innung; *-gast,* Kunde eines S.; *-knecht,* 1. *= smede-geselle,* 2. Heupferdchen; *-mêster,* S.-Aelterleute; *-stok, pistillus; -tange, forceps; -touwe,* n. S.-Gerät; *-werk,* S.-Arbeit, -Innung._

=smêdelik= = smêlik.

=smeden,= _sw. v. schmieden; *= besmeden,* in eiserne Fesseln schmieden; Geld prägen._

=smêdunge,= _Schmähung._

=smêgichliken,= _adv. schmähend._

=smêkelik,= _schmeichlerisch._

=smêkeler,= _Schmeichler._

=smêken (smeiken),= _sw. v. schmeicheln, freundlich thun mit jem._

=smêker,= _Schmeichler._

=smêkerie, smêkinge,= _Schmeichelei._

=smek-mêster,= _der die Speisen und Getränke zu schmecken hat, Speisemeister._

=smelen= = smalen.

=smêlicheit,= _Schmach._

=smêlik,= _schmählich, verächtlich; adv._ smêliken.

=smelinge,= _Schmälerung._

=smelt,= _n. Schmelz, metallisches Glas, frz._ émail.

=smelt(e)=-grove, -hutte, _Schmelzgrube, -hütte._

=smelten,= _st. u. sw. v. schmelzen, sow. trans. als intr._

=smeltich,= liquabilis.

=smênisse,= _Schmach._

=smer, smēr,= _n. Schmer, Fett; ein Stück desselben v. bestimmter Form, Grösse oder Gewicht?_

=smer-ammer,= _Eimer für Schmer._

=smê-rede,= _Schmährede._

=smeren,= _sw. v. schmieren, salben; schminken; fig. bestechen u. prügeln._

=smerer,= _Schmierer (Salbenschmierer?)_

=smeringe,= _Beschmierung._

=smer-hêre,= _Verkäufer von Fettwaren._

=smerich,= _schmierig, fettig; mit Schmer verfälscht, v. Wachs._

=smerle= _u._ =smerlink,= _Goldammer,_ amarillus.

=smer-snider,= _Fettverkäufer, -händler._

=smerte,= _f. Schmerz._

=smerten,= _sw. v. schmerzen, weh tun._

=smer-vlome,= _(tautol.) Fett._

=smet= = smit.

=smete,= _st. m. Schmiss, Schlag._

=smette= = smitte.

=smicke,= _der vorderste (ausgeriffelte) Teil einer Peitsche, dann überh. Peitsche._

=smide,= _n. 1. geschmiedetes Metall, Schmiedewerk. 2. Geschmeide, Schmuck von Metall._

=smide-lade,= _Schmuckkasten._

=smiden,= _sw. v. mit Geschmeide versehen, besetzen, zieren._

=smide-schap,= _Schmuckschrank._

=smidich,= _weich, geschmeidig; fig. gefügig, nachgiebig._

=smidicheit,= _Geschmeidigkeit._

=smidigen,= _sw. v. geschmeidig machen._

=smiliken?= _freundlich?_

=smilten= = smelten.

=smit, smet,= _fl. *smedes,* Schmied._

=smite,= _f. Segelhals der unteren Segel, mittels dessen sie niedergeholt werden._

=smiten,= _st. v. schmeissen, werfen; schlagen, stäupen; fig. *unmôt s. up,* abgeneigt werden._

=smitte,= _f. (u. m.) angeworfener Schmutzfleck; dann überh. Schmutz, auch im moral. Sinne; in der Weberei der Kleister, womit man den Aufzug, die Scherung, stärkt._

=smittelisse,= _»Gebühr der Leineweber für die Stärke der Scherung«._

=smitten,= _sw. v. schmutzen, flecken; das Garn oder die Scherung mit einem Kleister stärken._

=smittinge,= _Beschmutzung._

=smit-wech,= _Weg zur Schmiede._

=smode= _u._ =smodich, smodigen= = smidich, smidigen.

=smôk,= _m. Schmauch, Rauch, Qualm; fig. Spur, Kennzeichen, Gerücht._

=smoken,= _sw. v. schmauchen, räuchern; durch Rauch ersticken._

=smoker,= _Räucherer._

=smokicheit,= _Rauch; Hitze, Dürre._

=smolt,= _n. Schmalz._

=smolten= = smelten.

=smoren,= _sw. v. 1. dämpfen, die Luft benehmen, ersticken, langsam in einem bedeckten Gefässe kochen oder braten; 2. intr. ersticken._.

=smôr-pot,= _Topf zum Schmoren._

=smoterken= = smotteren?

=smotteren,= _schmeicheln, liebkosen._

=smucken,= _sw. v. schmiegen; an sich schmiegen, küssen._

=smucken,= _sw. v. schön machen, schmücken._

=smuckerne?= _schmückend, schmuck._

=smudde-pot,= _Schmutztopf._

=smuk,= _n. Schmuck, Zierat._

=smuk,= _geschmeidig, biegsam; schmuck, schön, zierlich._

=smuke, smoke,= _f. Hure._

=smurre,= _Striem, Schmarre, Schnitt, Riss._

=smurten,= _sw. v. die Luft benehmen, ersticken._

=smuser-, smucer-lachen,= _sw. v. lächeln, schmunzeln._

=snabbe,= _Schnabel; Schuhschnabel._

=snabben,= _sw. v. schnappen._

=snacken,= _sw. v. sprechen, reden, bes. viel unnützes: schwatzen._

=snacker,= _Schwätzer._

=snackerie,= _Geschwätz._

=snak,= _m. Gerede, Gewäsch._

=snak,= _adj. wortreich, beredt._

=snake,= _f. m. Schlange, Ringelnatter._

=snaken-wort,= _f. Drachenwurz, -kraut._

=snappe,= _der Rotz aus Nase und Mund_ = snoppe.

=snap-hane,= _1. Wegelagerer zu Pferde, Strassenräuber. 2. eine Münze mit dem Bilde eines Reiters (= 5 o. 6 Stüver, Schillinge)._

=snappen,= _sw. v. 1. *na,* rasch mit dem Munde, dem Schnabel haschen nach; *na dem ademe, agonia;* trans. erschnappen, greifen, fassen. 2. eilfertig reden. 3. schnellen; *s. laten,* fahren lassen, los lassen._

=snapper,= _Schwätzer._

=snapperen,= _sw. v. schwatzen._

=snappich,= _rotzig._

=snare,= _f. (u._ =snar,= _n.?) Seite einer Harfe etc.,_ fides.

=snare,= _f. (aus älterem *snore?)* des Sohnes Frau, Schwiegertochter, Schnur._

=snaren-spil,= _Saitenspiel._

=snar-iseren,= _Richteisen, Winkelmass?_

=snarken= = snorken.

=snarliken,= _adv. schnell (schnurstracks)._

=snar-meker,= _Bereiter eines Tuches, *snar* genannt?_

=snarren,= _sw. v. schnarren, ein schnarrendes Geräusch machen; schwatzen, plappern; murren, brummen._

=snarringe,= _Lerm, Gekeife._

=snascherie,= _Nascherei._

=snat,= _m. Streichmass (Ggs. gehäuftes Mass?); *achten uppen snat,* es genau nehmen._

=snât,= _m. Grenze, Grenzlinie._

=snât-bôm,= _Grenzbaum, in den ein Zeichen *(snât-kruce)* geschnitten wurde._

=snatelen,= _sw. v. die (kleinen) Zweige abschneiden,_ abramescere.

=snateren,= _sw. v. schwatzen._

=snât-pâl,= _Grenzpfahl._

=snavel,= _m. Schnabel, Rüssel; lange, aufgekrümmte Schuhspitze._

=snaven,= _sw. v. 1. straucheln, stolpern, stürzen, fallen. 2. fig. irren, verkehrt handeln oder sprechen, in der Rede stecken bleiben._

=snavelen,= _sw. v._ = snaven 1.

=snavinge,= _das Straucheln._

=snê,= _m. Schnee._

=snê-aftich, -achtich,= _schneeig._

=snebbe= = snibbe.

=snê-berch,= _die Alpen._

=snede,= _st. m. 1. Schnitt, Einschnitt. 2. Ausschnitt, Gewandschnitt, Kleinverkauf des Tuches. 3. Kleiderschnitt, Mode. 4. Durchsägung von Holz, bes. der Länge nach; gesägtes Bauholz. 5. Formung von Zierziegeln durch Beschneiden vor dem Brand; solcher Stein selbst, gerne collectiv gebraucht. 6. Schneide, Schärfe, auch fig._

=snede,= _st. f. 1. Schnitte (Brodes etc.). 2. selten_ = snede I, 2.

=snêde,= _st. f. Grenze, Grenzlinie; ein Grenzzeichen._

=snêde-bôm,= _Grenzbaum._

=snede-kôp,= _Schnittkauf, Verkauf im einzelnen._

=snede-lôk,= _Schnittlauch._

=sneden-stên, -werk,= _auch bloss_ =sneden, gesneden,= _n.? geschnittene Ziegelsteine_ = snede I, 5.

=sneder,= _Schnitter._

=snêdich= (_u._ =snedich?=) = sneidich.

=snegel,= _Schnecke._

=snei= = snê.

=snêich,= _schneeig._

=sneidich,= _listig, schlau, gewandt; adv._ sneidigen, sneideliken.

=sneidicheit,= _List, Schlauheit, Gewandtheit._

=sneil= _m. u._ =sneile,= _f.? Schnecke._

=snel,= _schnell._

=snelheit,= _Schnelligkeit._

=snellen,= _sw. v. schnell sein, sich beeilen; gew. refl.;_ snellende, impetuosus.

=snellicheit,= _Schnelligkeit._

=snellik= _u._ =snellich,= _schnell, rasch, plötzlich; adv. *snellik(en)* u._ snellich(liken).

=snellinge,= _rasche Bewegung._

=snel-radich,= _der schnell mit dem Rat bei der Hand ist._

=snene?= _Grenze_ (= snede?).

=snepel (sneppel),= _ein Fisch, Schnäpel._

=sneppe= = snippe, _Schnepfe._

=sneppel,= _Schnipfel, Zipfel?_

=snere,= _Schnürlitze?_

=snerink-penninge,= denarii censuales, _Zins von verpachteten Grundstücken (oder Wortzins?)._

=snêse,= _Baumreis, Schnur, woran etwas gereiht wird; ein Zahlbegriff, 7-20 (namentl. von Fischen, bes. Aalen)._

=snêt,= _m. die (gespaltene) Klaue, Hufe des Viehes._

=snêt-bôm= = snêdebôm.

=snêtelen= = snatelen.

=sneteren,= _sw. v. 1. = *snateren.* 2. klappern, an einander schlagen, von den Zähnen._

=snêt-stên,= _Grenzstein._

=snevel= = snavel.

=sneven,= _sw. v._ = snaven.

=snê-vlocke,= _Schneeflocke._

=snê-water,= _Schneewasser._

=snê-wit,= _schneeweiss._

=snibbe,= _f. Schnabel._

=snicke,= _f. ein kleines (Kriegs)schiff._

=snicke-mêster,= _Bootsmeister (in Lübeck)._

=sniddeken,= _sw. v. schnitzen._

=sniddeker,= _(Holz-)Schnitzer, Bildner; Tischler._

=snidde-werk,= _Schnitzerei, Tischlerarbeit._

=snide,= _Schneide, Schärfe._

=snide-blok, -klik,= _Block, der zu Dielen zerschnitten wird._

=snide-bret,= _Schneidebrett, bes. der Lederarbeiter._

=snide-brôt,= _grösseres Brod?_

=snide-kô,= _Vieh zum Schlachten._

=snide-lade,= _Schneidelade zum Häckselschneiden._

=snidel-gelt,= _Schneide-, Schnittgeld (je nach der Art des Schneidens verschieden)._

=snidels,= _abgeschnittenes Stück (Tuch)._

=sniden,= _st. v. 1. schneiden; zerschneiden, zersägen. 2. im einzelnen (zerschnitten) verkaufen. 3. schlachten. 4. schneidend machen, bes. (aus Holz oder anderem Stoffe) schnitzen; gravieren; (Zeug) schlitzen._

=snider,= _jeder der schneidet, daher 1. der Schnitter. 2. Schnitzer; Bildhauer. 3. der Ausschnittwaren-Händler, Gewandschneider. 4. Schneider, Kleidermacher (selten). 5. Graveur._

=snide-schillink= (= snidelgelt?) _als Abgabe._

=snide-, snidel-swîn,= _Schwein zum Schlachten._

=snide-werk= = sniddewerk.

=snidinge,= messio.

=snien, snigen,= _sw. v. schneien._

=snigge,= _m. f. Schnecke._

=snig(ge)-, sniggen-hûs,= _Schneckenhaus; Muschel._

=snip,= _Pips,_ pituita, pestis pulli.

=snippe (snippel),= _m.? Schnepfe._

=snippe,= _f.? Schneppe, Schuhschnabel._

=snir-rême,= _Schnürriemen._

=snît-gras,= carex (carex acuta?).

=snît-hepe, -heipe,= _(krummes) Messer zum Schneiden, Winzermesser._

=snît-isern,= _Schneide-Eisen (an Pfählen zur Hinderung des Fischfanges?)._

=snitker= _u._ =snitzer= = sniddeker.

=snitse,= _ein Gebäck, Schnitzel._

=snît-, snit-werk= = sniddewerk.

=snoddele?= _ein Kleidungsstück._

=snode,= _schlecht, gering, erbärmlich, wertlos._

=snodel,= _(hängender) Nasenschleim._

=snodeliken,= _auf eine elende, erbärmliche Weise._

=snoderen,= _sw. v. den Nasenschleim auswerfen, den Schnupfen haben._

=snodicheit,= _Elendigkeit, Erbärmlichkeit._

=snoie,= _Wickelranke, Schlinge,_ cirrhus.

=snoien,= _sw. v. einem Baume die Zweige abhauen, beschneiden._

=snôk (snokel),= _junger Gras-Hecht, überh. Hecht._

=snoppe,= _Nasenschleim._

=snoppel-kîl,= _(hängender) Nasenschleim._

=snoppen,= _sw. v. die Nase schnauben._

=snoppich,= _nasenschleimig; verschnupft._

=snôr,= _m._ =(snôre,= _f.) 1. Schnur, Messschnur, Richtschnur; *over den s. houwen,* über das erlaubte Mass hinausgehen. 2. Schnur, Litze, Riemen, als Band und Schmuck, bes. Haarband. 3. Gerät zum Fischfang. 4. Bogensehne._

=snôr=-lîk(e), -recht, _schnurgerade; *-pipe,* Nestelstift, -beschlag; *-rême,* Nestel, Schnürriemen; *-rok,* Rock mit Schnüren._

=snore,= _1. s. *snare, nurus.* 2. Schwägerin? Schwiegermutter?_

=snoren,= _sw. v. schnüren, zu einer Schnur aneinander reihen; zuschnüren; mit der Schnur messend bestimmen; mit Schnüren versehen, zieren._

=snorken,= _sw. v. 1. schnarchen, schnaufen. 2. schnaufen, wie es der Zornige, Hochmütige, Prahler thut._

=snorker,= _Prahler._

=snorren,= _sw. v. brummen, murren._

=snôtheit, snôtliken= = snodicheit, snodeliken.

=snotte,= _m. Nasenschleim._

=snotten= = snuten.

=snouwe,= _dumm?_

=snouwen,= _sw. v. schnauzen, schnappen, das Maul gegen jem. wenden; heftig anfahren._

=snove,= _st. m. 1. Witterung, Geruch. 2. Schnupfen_ = snuve; snovich = snuvich.

=snoven= _u._ =snubbelen= = snaven.

=snucken,= _sw. v. schluchzen._

=snuf,= (û?) = snuve.

=snurren,= _sw. v. ein schnarrendes Geräusch machen; Roulette oder Quekebret spielen?_

=snûte,= _f. Schnauze._

=snût(el)-dôk,= _Schnupftuch._

=snuten,= _sw. v. schneuzen; das Licht putzen._

=snuterken,= (e)munctorium: _Schnupftuch oder Lichtschere._