Mittelniederdeutsches Handwörterbuch
Part 51
=seven,= _fl._ =sevene,= _die Zahl sieben; *seven-tein(e),* siebzehn; *seven-tich,* siebzig._
=seven-(soven-)bôm,= juniperus sabina.
=sevende (sevede),= _siebente._
=sevenich,= septenus.
=seven-stern(e), -sternete,= septentrio; septistellium, ursa minor _u._ maior.
=seven-valt, -volt, -valdich, -voldich,= _siebenfältig._
=seven-werf,= _siebenmal._
=sever, tzever,= _m. Käfer._
=sêver,= _m. Schleim aus Nase oder Mund, Geifer._
=sêver-bart,= _Bezeichnung eines unsaubern Trinkers._
=sêver-dôk,= _Geifertuch._
=sêveren,= _sw. v. geifern._
=sêveringe,= _das Geifern._
=sêver-mûl,= _unerfahrener Grünschnabel?_
=sêver-springe,= _Wunde an der Lippe, dass man den Speichel nicht halten kann; Speichelfluss._
=sê-visch,= _Seefisch._
=sê-vogel,= _bildl. Schiffer._
=sê-vunt,= _m. was man auf der See oder an der Küste findet, Strandgut (Regal des Landesherren); adj._ sêvundisch (gût).
=sê-were,= _Verteidigung zur See; Säuberung der See von Piraten._
=sexte,= _f. die 6. kanonische Hora._
=sibbe,= _adj. blutsverwandt._
=sibbe,= _f. Blutsverwandtschaft, Sippe; Grad derselben._
=sib(be)=-blôt, -schop, _Blutsverwandtschaft; *-genote,* Blutsverwandter; *-tal,* Grad der Sippe; *sibschop-tafele,* Stammbaum._
=sibe(l)link, siboldink,= _eine Apfelart._
=zibete,= _Zibeth (Absonderung der Zibethkatze)._
=(sibum) cibum gân,= _müssig gehen, nicht arbeiten._
=sicht,= _f. das Schauen; die Erkenntnis._
=sichte,= _f._ = segede.
=sichte,= _n. 1. Gesicht, Ansicht; Vision. 2. Angesicht, Aussehen. 3. Vorderseite, Front._
=sichte-budel,= _Sichtebeutel; *-kaste, -kiste,* Beutelkiste._
=sichtelse,= _n. das Ausgesichtete._
=sichten,= _sw. v. sieben, sichten, beuteln (das Mehl)._
=sichten,= _sw. v. mit der *sichte,* Sichel, abmähen._
=sichten-hower, sichter,= _der mit der *sichte* haut, Schnitter._
=sichter (sechter),= _m. eine hölzerne Wasserrinne quer unter den Wegen; bedeckter Ableitungskanal für Wasser, Jauche etc._
=sichte-vat,= _Sichtfass (in der Mühle)._
=sichtich, sichtlik,= _sichtbar._
=sickel, tzicken, tzicke-lîn, -len, -ken,= _n. Zicklein._
=sickeltûn,= _mit Gold durchwirktes Seidenzeug, figurierter Seidenstoff (als Altardecke, Bettüberzug etc.), span. *ciclaton,* frz._ siglaton.
=side= = segede, sichte.
=side,= _f. Seite; als Teil des menschlichen Leibes; Partei; Gegend, Küste, *s. speckes,* Speckseite; *de siden geven,* einwilligen, geneigt sein; *over eine side, over side (sît), over sides,* bei Seite._
=side,= _f. Seide._
=side,= _niedrig;_ s. sît.
=side,= _adv. weit, nur in: *wide (unde) side, widen u. siden, wît u. sît,* weit u. breit._
=sidegen,= _sw. v. erniedrigen._
=side-kint,= _Seitenkind, d. h. ein ausser oder vor der Ehe erzeugtes Kind._
=si(d)el=-dîk, _Flügeldeich; *-dore,* Seitenthür; *-gat,* Seitenloch; *-spek,* Seitenspeck; *-stên,* Trottoir-, Kantstein._
=sidelinge,= _adv. seitlings, schräg._
=siden,= _sw. v. niedrig machen, erniedrigen._
=siden,= _adj. aus Seide, seiden; Subst. n. Seidenzeug._
=siden=-sticker, _Seidensticker; *-stripet,* mit seidenen Streifen (v. Zeug); *-verwer,* Seidenfärber; *-wever,* Seidenweber; *-worm,* Seidenwurm._
=siden-ovel,= _n. Schmerz in der Seite._
=sider,= _seitdem, später._
=side-vrouwe,= _Frau, w. in Seide arbeitet._
=side-, sît-wendinge,= _Seitendeich, w. im Winkel an den Hauptdeich stösst, Querdeich._
=sidik= = sedek.
=sidinge,= _1. Minderung, Herabsetzung. 2. Niederung, Thal._
=sie,= _f. Seiher, Durchschlag._
=si(e)-dôk; -korf; -vat,= _Seihtuch; -korb; -fass (der Brauer)._
=sien,= _sw. v. seihen; tröpfeln, triefen._
=sier,= _Senknetz, Binsenreuse._
=sifelit, siphelet,= _n. Pfeife, bes. Bootmannspfeife, frz._ sifflet.
=cifer, cifre,= _Ziffer._
=sifert, czifert,= _eine kleine Scheidemünze._
=sige, sigge; sigen, siggen= = sie; sien.
=sigen,= _st. v. niedersinken._
=signêt,= _n. Siegel; *signêtes-bôch,* Siegelring._
=sik= = sek, _Sech; *sik-bant,* m. zur Befestigung desselben._
=sîk,= _m. sumpfige Niederung, Tümpel._
=sîl,= _m. Siel: Entwässerungsgraben, auch die verschliessbare Mündung dess., w. unter einem Damm oder Deich durchgeht (bes. in der Marsch); offener oder bedeckter Unratscanal, Cloake (in der Stadt)._
=sîl-dêp,= _n. *-grave,* sw. m. *-toch,* n.? *-vlêt,* n. *-wetteringe,* f. = *sîl,* Wasserlösung oder spec. der Hauptsielgraben; *-gat,* e. Sielmündung; *-mêster,* Aufseher über die Reinigung der Stadtsiele; *-richter, -rechter,* Aufseher über Marschsiele; *-schot,* n. Verschluss des Siels, Schleusenthor; *-vestene,* f. Sielacht, -verband, -interessentschaft._
=sil-breke,= flamula (ranunculus flammula?); _vgl._ sulfbreke.
=silen,= _entwässern._
=silf= = sulf.
=silich,= _adj. von Sielen durchzogen._
=silken,= _sw. v. zwitschern._
=sille= = sul, _Schwelle._
=si-lôs,= _adj. unerwartet, unvorhergesehen, plötzlich, zufällig; adv. *silosen.* L._ sinl-?
=silve, silven, silver, silves,= _s. *sulve* etc._
=silver,= _Silber; s._ sulver.
=silvestren,= _pl. Silvestriner, e. Mönchsorden._
=simboria,= _Baldachine über Fenstern, Statuen etc._
=simfenige,= _f. ein musikal. Instrument (eine Art Orgel?)_
=simpel,= _1. einfach. 2. ungelehrt, einfältig, dumm; adv._ simpeliken.
=simpelheit,= _Einfachheit; Einfalt, Dummheit._
=simper,= _der 8. oder 9. Tag nach h. drei Könige._
=sîn,= _pron. sein._
=sîn,= _unr. v. sein, s._ wesen.
=sin,= _m. 1. Sinn, äusserer Sinn; *na minen vîf sinnen,* nach bestem Wissen. 2. innerer Sinn, Denken, Verstand; gern im Plur. 3. Sinn, Absicht, Meinung, Entschluss. 4. Sinn, Zusammenhang, Inhalt. 5. Art und Weise, *ratio; alles sins,* durchaus, überall; *nines sins,* durchaus nicht; *ander(s)sins,* anderweitig, sonst._
=sinamôm(e),= _Zimmet._
=sindal, sindel,= _(leichterer) Seidenstoff (Taffent)._
=sinde,= _n. Gesinde; auch d. einz. Diener._
=sindel-dort, -tort,= _Seidenstoff aus *sindel* (gedrillter, gedrehter Zindeltaft)? Seidenflor?_
=sindel-taft,= _Zindeltaft._
=sinder (sindel),= _coll. Hammerschlag, Metallschlacke; *sinder-klôt,* der einz. Klumpen._
=sindouwe,= _entw. *drosera rotundifolia,* Sonnenthau, oder *alchemilla vulgaris,* Thaubehalt._
=siner-lei,= _seiner Art._
=sineckel,= herba saniculae.
=singel-bôm,= _Schlagbaum._
=singele, tzingele,= _f. 1. äusserste (meist hölzerne) Einfriedigung einer Stadt, Burg etc.: im spec. Gebrauche ein eingefriedigter Raum vor dem äussersten Thore (Hameide); später jede Art (hölzerner) Einfriedigung. 2. Kiesel-, Geröllbank vor der Küste._
=singel-misse,= _gesungene Messe, Ggs. stille Messe._
=singen,= _st. v. singen; dichten; gesangartig hersagen, techn. vom Recitieren der Messe;_ singende misse = sanc-, singelmisse.
=singer,= _m. Sänger, Dichter, Spielmann._
=sin-grone= _(immer grün),_ potentilla, semperviva.
=sin-kal(e),= _bleibende, immerwährende Kahlheit._
=sinke, czinke,= _die 5 auf dem Würfel,_ quinio.
=sinken,= _st. v. sinken, untergehen._
=sink-isern,= _e. Werkzeug eines Tischlers._
=sinlicheit, sinnelcheit,= _1. Sinnlichkeit, natürl. Anlage; sinnl. Lust. 2. Besinnung, Verstand._
=sinlik,= _1. sinnlich, Ggs. geistig. 2. bei Verstande, verständig. 3. *mi is s.,* mir ist erinnerlich, bewusst; ich beabsichtige. Adv._ sin(ne)liken, ingeniose.
=sinne= = sinde.
=sin(ne)-lôs,= _der Sinne beraubt, irrsinnig; bewusstlos, ohne Besinnung._
=sinnen,= _st. v. 1. denken, glauben, vermuten. 2. ansinnen, begehren, eine Forderung stellen; insbes. seitens des Dienstmannes die Belehnung suchen, das Lehn muten. 3. auf etwas denken, ersinnen._
=sinnich,= _1. was in die Sinne fällt, sinnlich wahrnehmbar. 2. verständig, bei Sinnen. 3. bedachtsam, still, leise._
=sinnicheit,= _1. Sinnlichkeit; äusserer Anschein. 2. Verstand._
=sin-rîk(e),= _sinnreich, verständig, geschickt; *s. wesen* m. Gen., verstehen, erfahren sein in. Subst._ sinrikecheit.
=sinnunge,= _f. das Begehren, die (Lehns)-mutung._
=sint (sunt, sent),= _1. adv. seitdem, später, darauf. 2. präp. mit Gen. u. Dat. seit. 3. conj. der Zeit u. des Grundes,_ quum.
=sinte,= sanctus.
=sînte,= dat, _das seinige._
=sintel, sinter= _(mehr ndl.)_ = sinder.
=sintel(e), czintel,= spicus, instrumentum ferrum, quo nautae utuntur, dat holdet dat schep: _Eisenband, -reif? aus span. *cintilla?* Spieker, Sentspieker (e. Art Nägel)? *sintelen* auch zu Schlagbäumen u. Brunnenleitungen._
=sintel-negele,= _grosse eiserne Nägel?_
=sintel-rode,= succudo, instrumentum quo nautae utuntur: _Sente?_
=sintenêre, tzintener,= _m. Zentner._
=sîntlik,= _sichtbar; *s. werden up,* sein Augenmerk richten auf?_
=sint-rôr,= _Zündrohr, d. i. Feuergewehr._
=sint-vlôt= (= sin-vlôt), _grosse, allgemeine Flut._
=sîp,= _m. u. n._ =sipe,= _sw. m. kleines Flüsschen, Bächlein._
=sipe,= _f. feuchtes Land, Niederung, Wiese._
=sipel(e),= _sw. st. m._ = sipolle.
=sipen,= _st.? sw. v. tröpfeln, triefen, sickern; bes. von Augen._
=czipers= = czipresch, _von Cypern._
=sipich,= _träufelnd, triefend._
=sipinge,= _das Träufeln, Lecken, Durchsickern._
=sîp-ogich,= _triefäugig._
=sipolle, tzipolle,= _Zwiebel, *cipollen-hoker,* Zw.-Händler; *-sât,* Zw.-Samen,_ -spise, ceparium.
=sîr= = sinere, _seiner._
=sîr,= _1. schön, fein, zierlich. 2. listig, schlau._
=sîr,= _Pracht, Herrlichkeit._
=sîr (sier):= gût s. maken = _frz. *faire bonne chêre,* herrlich speisen, fröhlich sein._
=sirât, ciret, tzirot,= _Zierat, Schmucksache._
=siren, tziren,= _sw. v. zieren, schmücken._
=sîrheit, tziricheit,= _1. Schmuck. 2. Klugheit, List._
=siringe, tziringe,= _Zierung, Schmückung; Zier, Schmuck._
=cirke,= _Zirkel (als Instr.)._
=cirkel, tzirkel,= _m. Zirkel, sow. d. Instrum., als die mathemat. Figur, Kreis; *der sonnen c., cyclus solaris; der werlde c.,* Weltall, Erdkreis. Als Instr. Abzeichen der Zirkelbrüder *(cirkeler, cirkelbroder, -hêre)* in Lübek, als Kreis Stempel der Heringstonnen *(cirken,* so stempeln)._
=cirkel-echtich, -ich,= circularis.
=cirkel-knecht,= _Kriegsknecht, w. die Runde geht._
=sirken,= _sw. v. zirpen._
=sîrlik, tzîrlik,= _zierlich, schön, schmuck; adv._ cîrliken.
=sirnink,= _Röhre, Pfeife, Katheter (aus lat._ syrinx).
=sirup, sirop,= _m. Sirup, überh. e. Medicintrank._
=(sise), czitze,= _Zeisig._
=sise, scise, tzise,= _f. Accise; *-bode* (Bude); *-hêre,* Ratsherr, w. d. A. verwaltet: *-knecht, -mêster, -schriver, -voget* (Einnehmer)._
=sise-bar,= _steuerpflichtig._
=sisek, cisek, sisex, ziseke,= _Zeisig._
=cisiojanus,= _Datierung nach Festen und Heiligentagen; so benannt nach dem Anfang der Memorierverse._
=sissen, tzissen,= _sw. v. zischen._
=sit,= _m. Sitz, Sitzplatz._
=sît,= _f. Seite._ =sît,= _weit; s._ side.
=sît, side,= _niedrig, eigentl. u. bildl.; *mit sider stempne,* leise; *dat sideste recht, gerichte,* die unterste gerichtliche Instanz; adv._ side.
=sît-disch,= Nebentisch.
=sît-drivende= werk, _e. Belagerungswerkzeug *= katte* (s. d. W.), Ggs. *ho-* (hoch-)_drivende w.
=siter(e), siterie,= _Kammer, festes Gewölbe an einer Kirche (wohl aus lat._ zeta, zetarium).
=sît-glepe,= _pl. e. Art Ziegel; vgl._ glepe.
=sît-halven,= _von der Seite her._
=sît-hamer,= _e. Schmiedehammer (Ggs._ vorhamer?).
=sît-hank,= dextrale, _Seiten- oder lang herabhängender Vorhang?_
=sît-hole-kelen,= _pl. e. Art Ziegel._
=sitlik= = sedelik.
=sîtlink= _und_ =sîtliken= = sidelinge.
=sîtnisse,= _niedriger Grund, Thal, Niederung._
=sît-rême,= _Seitenriem, Ziehstrang am Pferdegeschirr._
=sît-rêp,= _e. Art Tauwerk, z. B. zur Ramme._
=sitte-bank, -benke,= _Sitzbank._
=sittelose, czitelose,= _f. Zeitlose; wahrsch. die (gelbe) Narcisse, Osterblume; weniger die Herbstzeitlose._
=sittel-schot,= _eine Abgabe der Hausleute an die Gutsherrschaft._
=sittelse,= _Sitz, Stuhl._
=sittel-stede,= _Sitzstätte, Sitz._
=sitten,= _st. v. 1. sich setzen, bes. zu Pferde steigen; *s. van,* vom Pferde steigen. 2. sitzen; seinen festen Wohnsitz haben, sich aufhalten; *sitten under iem.,* jem. unterthänig sein; vielfach in übertr. Bedeutung, bes. in der Regierung sitzen, auf dem Rathsstuhl sitzen, an der Regierung sein; gefangen sitzen, *in neringe s.,* einen Erwerb haben; *sitten gân,* sich setzen. 3. sitzen, anstehen, sich geziemen. 4. trans. sitzend ausüben, bes. vom Richter: *dat richte s.; dat schot s.,* die Abgabe der Bürger in Empfang nehmen._
=sitten, sittent,= _n. Sitzen, Session._
=sîttende,= _(Dativ) ein Teil des Hauses (etwa das Mittelhaus als Wohnung?)._
=sittenisse= = sîtnisse.
=sitter,= _1. Stillsitzer, Neutraler. 2. Beisitzer eines Gerichts._
=sittêren, cittêren= = citêren, _sw. v. citieren, vorladen._
=sittinge,= _1. Sitz, Platz. 2. Besitz._
=slabab(be)sch,= _(von e. geringeren Sorte Feigen u. Rosinen) weich?_
=slabbas, slabberbas,= _Trunk, Schluck? Bissen, Happen?_
=slabben,= _schlappen, schlürfen; schwerfällig sprechen, als wenn man schlürfte._
=slach,= _m. 1. Schlag; plötzlicher Krankheitsanfall; göttliche Strafe; Niederschlag, Tötung; Hufschlag, Spur, Fährte; Weg, Richtung. 2. Schlag einer Glocke oder Uhr, Stunde. 3. Mass, Tact. 4. Schlag des Geldes, Gepräge. 5. Weise, Methode des Arbeitens, z. B. von der Tuchbereiterei. 6. Zuschlag, was jem. zugeschlagen, angewiesen wird; überh. Abteilung, z. B. des Ackers, Deiches, Weges._
=slach,= _n. Verschluss, Riegel, Schlag-, Sperrbaum._
=slach-bôm= _= d. vor. W._
=slach-brade,= hilla _(Bratwurst?)._
=slach-brugge,= _Zugbrücke._
=slach-bûr,= aucipula, _Vogelfalle._
=slach-(slacht-, slage-)dôk,= _1. Schlagtuch, d. h. das um einen Packen Tuch geschlagene Mustertuch. 2. was in Ausgaben für Pferde?_
=slach-gelt,= _Zoll für das Passieren eines Schlagbaumes._
=slach-hamer,= _Schlaghammer zum Zerspalten der Steine, oder Schlägel._
=slach-holt,= _1. Schlagholz, *ligna caedua.* 2. Bleuel._
=slach-kam,= _ein Webergerät._
=slach-mâl,= _der (blaue) Fleck, der von einem Schlage herrührt._
=slach-nesich,= _stumpfnasig._
=slach-orde,= _f. Schlachtordnung._
=slach-pinne,= _Pinne am Schlagbaum?_
=slach-regen,= _plötzlicher heftiger Regen._
=slach-schat= = slegeschat.
=slach-schene,= _Eisenschiene als Beschlag? am Pfluge?_
=slacht,= _f. 1. Schlachte, das Pfahlwerk, Bohlenwerk (später oft durch Steine ersetzt) am Ufer der Flüsse, bes. zum Zweck der Mühlenanlagen und zum Anlegen der Schiffe. 2. das Schlachten. 3. Schlacht, Gefecht. 4. Gattung, Art._
=slacht-brêf,= _Geschlechtsbrief, d. h. schriftliche Urkunde der Geschlechtsverbindung zu gegenseitiger Hülfe._
=slachte,= _n._ = slechte.
=slachte=-bank, _Schlachtbank; *-hûs,* Schlachthaus._
=slachtel-mân= = slachtmân.
=slachten,= _sw. v. 1. eine *slacht,* Pfahlwerk, einschlagen. 2. schlachten,_ mactare.
=slachter,= _Schlachter._
=slacht-holt,= _Holz zu einer Schlachte._
=slachtich,= _der Schlägereien macht, aufrührerisch._
=slachten,= _sw. v. *na,* oder m. Dat., arten nach; gleich, ähnlich sein._
=slachte-, slachten-, slachter-nut,= _Zuss. von *slacht,* Art und *nut,* Nutzen, Nutzung; bes. häufig mit *al* verbunden, *aller slachte nut,* Nutzung jeder Art; vielfach verderbt und als Ein Wort angesehen = Nutzung._
=slachtinge,= _1. das Schlagen, Schlägerei, Prügelei. 2. Totschlag, Mord; Gemetzel, das Schlachten. 3. Schlacht._
=slacht-mân,= _Schlachtmonat, d. i. gew. November._
=slacht-ordeninge, -orde,= _f._ = slachorde.
=slacht-swert,= _Schlachtschwert._
=slach-vinster,= _Fenster, welches auf- und zugeschlagen werden kann, bes. die als Ausstellungsbank für Waaren dienende Fensterluke._
=sla-dâl,= _niederfallender Kragen._.
=sladdich,= _ein wenig aufgekocht?_
=slafante,= _Bezeichnung für e. Geistlichen niederen Grades; vgl. d. Slavanten-Kloster bei Maastricht und_ slavine?
=slage,= _f. 1. Werkzeug, womit man schlägt, Schlägel. 2. Hufschlag, Spur. 3. Schlagbaum._.
=slage (slagen),= _ein länglich-rund geformter Klumpen Butter._
=slage-dôk= = slachdôk.
=slagen,= _sw. v. schlagen; schlachten; einen Schlagbaum fertigen._
=slagge,= _1. m. Schlacke v. Metallen und Kohlen (davon: *slaggen-berch, -hutte, slagge-werk).* 2. f.? schlackiges, regnerisches Wetter._
=slaggen,= _sw. v. schlackiges, regnerisches Wetter sein._.
=slak,= _schlaff, schwach._
=slaken,= _sw. v. *slak,* schlaff, sein u. trans. *slak* machen._
=slak-side,= _Bauchseite (des Aals)?_.
=slam,= _m. Schlamm, Dreck; in der Mühle: der Abfall beim Mahlen des Getreides, bes. der Gerste?_
=slam-kiste,= cisterna; _Kiste für den Mühlenschlamm._
=slammich,= _schlammig._
=slampamp, slampamperie,= _üppige Schlemmerei._
=slampampen,= _sw. v. üppig schlemmen._
=slân,= _st. v. 1. schlagen. 2. erschlagen, bes. vom Vieh: schlachten, mit dem weiteren Begriff des Zerschlagens, Zerlegens. 3. ein-, aufschlagen, ein-, aufpacken. 4. zuschlagen, stopfen. 5. anschlagen (Glocken). 6. *in dat gras,* treiben (Vieh auf die Weide); *drek, mes,* zusammen und auf den Wagen bringen. 7. schlagend machen, durch Schlagen verfertigen, z. B. *ênen wech, dîk, garn (drât, kabel, rêp, touwe), wullen* (Wolle rein u. locker schl.), *kopper* etc. (platt schl.), *lêmen* (zu Lehmhäusern); übertr. von Bündnissen, Vereinbarungen, Rat etc.; *sik s.,* aus dem Wasser springen, sich überschlagen (v. Fischen). *Na dem ende s.,* ein Ende womit zu machen suchen; *in,* hinein werfen, stossen, thun; *na,* nacharten; *up,* anschlagen, rechnen; beachten, berücksichtigen; *van sik,* von sich thun, sich entäussern; *vor nicht,* für nichts rechnen; *jegen,* (eins gegen das andere) rechnen; *sik slân an,* sich begeben zu, sich anschliessen an. -- Intr. schlagen, sich wohin neigen (v. der Wage); einen Weg einschlagen, sich wenden, ziehen; *in dat lant slân,* einfallen; *dorch de lantwere slân,* brechen._
=slange,= _m. u. f. 1. Schlange. 2. f. Geschütz mit langem Rohre._
=slangen=-busse = slange 2. -krût, -lode, _Pulver, Kugel zu ders._
=slank,= _schlank, biegsam._
=slanken,= _sw. v. biegsam machen;_ slankinge, liquescencia.
=slânt,= _n. das Schlagen; Kampf, Gefecht._
=slâp,= _m. Schlaf._
=slap,= _schlaff; träge; adv._ slaplik.
=slâp-bank, -benke, -bedde,= _Schlafbank, -bett._
=slâp-brade?= (_mhd._ slaufbrate?)
=slâp-drank,= _Schlaftrunk; Einschläferungsmittel._
=slape-lôs,= _schlaflos._
=slapen,= _st. v. schlafen; *bi slapender dêt, tît,* zur Nachtzeit, vgl_ dêt.
=slaper,= _Schläfer._
=slaperen,= _sw. v. schläfrig werden, sein; auch unpers. *mi slapert,* ich bin schläfrig._
=slaperich, slaperaftich,= _schläfrig, schlaftrunken. Subst._ slaperheit, slaper(i)cheit.
=slapheit,= _Schlaffheit._
=slâp-hûs,= _Schlafsaal, -stätte in den Klösteren und sonst,_ dormitorium.
=slapich,= _schläfrig._
=slapinge,= _das Schlafen._
=slâp-kamer,= _Schlafzimmer._
=slâp-klocke,= _Nachtglocke (mit w. der Anfang der Schlafenszeit bezeichnet wird)._
=slâp-laken,= _Betttuch,_ linteamen.
=slâp-lêve,= _Beischläferin._
=slâp-love,= _Schlaflaube, Söller._
=slappe,= _f. der Lederhang am Helme, zum Schutze des Hinterkopfes und des Nackens._
=slappen,= _sw. v. schlaff werden._
=sla(p)pinge,= liquescencia.
=slâp-sack,= _Schlafsack, als Schelte: Faulpelz._
=slâp-scholer,= _Schlafschüler, d. h. ein Schüler, der im Kloster etc. auch schläft, Pensionär, Internar._
=slâp-stede,= _Schlafstatt, -stelle._
=slât,= _e. moorige Vertiefung (in der Heide)._
=slatte,= _Lumpen, Fetzen._
=slaven,= _sw. v. Sklave sein; sklavische, schwere Arbeit verrichten._
=slavine,= _f. grobes Tuch, Pilgergewand, mhd._ slavenîe.
=slavune,= _Art grosser Anker? Galeere, eig. slavonisches Schiff?_
=slawe,= _f. Hufschlag, Wagenspur; Fährte._
=slê,= _stumpf (bes. von den Zähnen)._
=slê,= _f. Schlehe, *prunus spinosa; slê-bôm,* Schwarzdorn._
=slecht= _u. Ableitungen, s._ slicht.
=slecht-bôk,= _Geschlechtsregister._
=slechte,= _n. 1. Geschlecht, Abstammung. 2. Geschlecht, alle Geschlechtsangehörigen._
=slechter,= _Schlachter._
=slechtes-man,= _der zu demselben Geschlechte gehört,_ gentilis.
=sleck(e),= _niederrh._ = snecke, testudo.
=sleckeren,= _sw. v. beflecken, unrein machen._
=slede, (sledde),= _m. Schlitten; Schleife, räderloses Fahrgestell; Schlitten der Reepschläger._
=sleden-driver, -vorer,= _Schlitten-, Schleifenfuhrmann._
=sleden-schemel,= epireda, epiredia.
=slede-wech,= _Schlittenbahn._
=slê-dorn,= prunus silvestris.
=slêf, sleif,= _m. ein grosser Koch-(Topf-) Löffel, meist von Holz; Schelte für einen dummen, ungeschliffenen Menschen._
=sleger= = sloier.
=sleger,= _Schläger, Raufbold._
=slege-, slei-schat,= _m. Schlagschatz, d. h. die an den Inhaber der Münzgerechtigkeit zu zahlende Abgabe für die Prägung des Geldes oder für die Erlaubnis, alte u. fremde Münzen ausgeben zu dürfen oder gegen neue, einheimische einzuwechseln._
=sleifen= = slepen _(spätes W., aus d. Hd.); *dat korn s.,* im Kriege das Getreide auf dem Felde durch Wagen, denen man die Hinterräder abgezogen hatte, verderben._
=sleiger, sleiger-dôk= = sloier _etc._
=slein(e), slên(e)= = slê; slên-bêr, _Bier mit Schlehensaft;_ -bôm, -dorn = slê-bôm, -dorn.
=slei-, slê-stuke,= burellum; _vgl. *stuke* u. Hor. Belg. 7a, 19:_ sloy, syrma, cauda vestis feminarum.
=sleke,= _st. m. Schlich, Schleichweg._
=slenge,= _f. Schleuder,_ funda.
=slenge,= _n._ = slink.
=slengelse,= _n. Beschlengung, Einfassung; e. Art Zeugsäumung._
=slengen,= _sw. v. winden, flechten, in einander schlingen._
=slenger(e)= _und_ =slenker(e),= _f. Schleuder; Wurfmaschine._
=slengeren= = slingeren 2.
=slenkeren,= _sw. v. schleudern; *s. gân,* herumschlendern._
=slên-sap,= _Schlehensaft._
=slêpe,= _f. Schleife, Schleiffuhrwerk; als Kriegsgerät (zur Belagerung?)_
=slepe-hoike,= _(langer) Schleppmantel._
=slepen= (_und_ =slêpen?),= _sw. v. schleppen, schleifen, bes. zum Richtplatz; intr. schleppend, langsam gehen._
=slepe-nette,= _Schleppnetz._
=sleper,= _1. Schlepper, Träger. 2. das Schleppbuch, in welchem fortlaufende Rechnungen, Einnahme und Ausgabe, verzeichnet werden._
=slêper,= _Schläfer; Faulpelz; f._ slêpersche.
=slêper,= _1. eine Münze (= 6 Schillinge oder 10 Stüver). 2. ein Satz Gewichte (zur Goldwage?)? auch (Pl.)_ sleper-lode.
=slêperen, slêperich= = slaperen, slaperich.
=sleppe,= _f. = *slippe?* Schleiertuch?_
=sleppeken,= _ledernes Barett?_
=slep-stert,= _Schleppschwanz, langes auf der Erde schleppendes Kleid._
=slê-sap,= _Schlehensaft._
=slêt,= _n.? rohe, biegsame Holzstange; coll. junges Holz, zur Belegung der Balken, um Heu, Stroh, Garben etc. darauf zu legen; überh. Kleinholz zu allerlei Gebrauch._
=slete (slette),= _st. m. 1. Abnutzung durch den Gebrauch, Verschleiss; Aufwand für verbrauchte Dinge, überh. Unkosten, Schaden. 2. Abgang, Beilegung eines Streites, Compromiss. 3. Verschleiss, Verkauf im Kleinen._
=sletesch,= _umgänglich, verträglich._
=slet-haftich,= _verschlissen, abgängig durch Gebrauch._
=slet-haver?= (_neben_ brimhaver, ruhaver).
=slêt-holt,= _Holz, das zu *slêten* dient._
=sleth-schat= = slegeschat?
=slêt-werk,= _Werk, das sich abnutzt und daher zeitweis der Erneuerung bedarf? (v. e. Brunnen, Ggs. *gront-werk*)._
=slêveren,= _sw. v. das Fachwerk mit Lehm ausfüllen und bekleiden._
=slî,= _m. Schlei, d. Fisch._
=slibberaftich, slibberich,= _schlüpfrig, glatt._
=slich?= blandus.
=slicht, slecht,= _1. schlicht, eben; in grader Fläche, flach gefasst (v. Juwelen); ungeschlitzt (v. Kleidung); glatt (v. Eise); schlaff (v. leeren Beutel). 2. bildl. schlicht, einfach, gewöhnlich; *slichte lude,* Leute von niedriger Geburt; geordnet, fertig._
=slichte, slechte,= _adv. einfach, ohne Umschweife, ohne weiteres, gänzlich._
=slichtelik= = slichte.
=slichten, slechten,= _sw. v. schlicht, eben machen; bildl. schlichten, ins Reine bringen._
=slichtes, slechtes,= _adv. 1. einfach, ohne Winkelzüge, bloss. 2. schlechterdings, durchaus, gänzlich; oft: überhaupt (das Ganze zusammenfassend, *summatim*)._
=slichticheit,= _1. ebene Fläche. 2. Schlichtheit, Einfachheit._
=slichtlike(n),= _adv. 1. eben, in der Ebene. 2. einfach, ohne Prunk, ohne weiteres._
=slickachtich, slickich,= _s._ slik-.
=slicken= _u._ =slickeren,= _sw. v. lecken, schlecken, naschen._
=slicker,= _Fresser, Leckermaul._
=slickerie,= _Näscherei._
=slîg= = slî.
=slihen= _(aus *sliden*), auf dem Eise glitschen._