DE Prosa

Ludwig Tieck's Schriften. Achter Band

Schon im Jahre 1804 machte ich in Schlesien Ihre Bekanntschaft. Als ich zwei Jahre später aus Italien zurück kam, fand ich Sie in jener Einsamkeit des Landes, die damals meine Heimath war, und seitdem sind wir als Freunde verbunden geblieben. Alle schönen Stunden jener Zeit, i...

Chapters

1. Chapter 1

Schon im Jahre 1804 machte ich in Schlesien Ihre Bekanntschaft. Als ich zwei Jahre später aus Italien zurück kam, fand ich Sie in jener Einsamkeit des Landes, die damals meine H...

2. Chapter 2

Abdallah erwachte, als Omar sich schon entfernt hatte. Der Tag sah trübe durch die Fenster und eine schwermüthige Erinnerung des gestrigen Abends kam ihm sogleich entgegen. Sein...

3. Chapter 3

Sklave und freier Bürger sind in unsern Zeiten gleich, das Reich kennt nur _einen freien_, wir _alle_ sind seine Sklaven, das Vaterland und seine Bürger sind in dem Einzigen unt...

4. Chapter 4

Weitgeöffnet starrte Abdallah's Auge zum Altan hinauf, er verschlang mit glühendem Blicke die reizende Gestalt und jede ihrer kleinsten Bewegungen, er glaubte ein Seeliger des P...

5. Chapter 5

_Abdallah._ Oft Omar. Dann liegt die Menschheit am verächtlichsten vor mir, wenn wir endlich gegen unsre Schwäche kämpfend im Begriff sind ringend den Preis zu gewinnen, und ohn...

6. Chapter 6

Er landete und verbarg den Kahn im hohen Schilf, das säuselnd seine grünen Schwerter im Mondstrahle blitzen ließ und unaufhörlich gegen Abendfliegen kämpfte, die summend am Ufer...

7. Chapter 7

Mein Name ist _Nadir_, ich trete mit dem morgenden Tage in mein achtzigstes Jahr, traue meinem Alter, das mich bald vor den Thron des Richters bringen wird, wo man mir jede Lüge...

8. Chapter 8

Er stürzte sich wüthend in das Gedränge und metzelte um sich her, eine blinde Wuth gab ihm Riesenkräfte, er fühlte die leichten Wunden nicht, die er erhalten hatte und tobte wie...

9. Chapter 9

Die Wunde Selims war minder gefährlich als gestern, aber er war ermattet, selbst das Sprechen ward ihm schwer. Abdallah blieb bei seinem Vater, er brannte vor Begierde den Inhal...

10. Chapter 10

»Wanderer, der du über den Thränenstrom gegangen bist, sieh hinter dir, der Rückweg ist unmöglich, nur durch diesen Pallast geht der Pfad der Rettung. -- Fühlst du aber keinen M...

11. Chapter 11

_Omar._ Wären deine Gesichte weniger zusammenhängend, dann eben würd' ich sie um so leichter für Wirklichkeit halten, aber weil sie sich so genau an dein Schicksal schließen, sc...

12. Chapter 12

_Abdallah._ Du siehst dies Kochen meiner Brust und fragst noch? O! wann könnte mir auch eine Hoffnung in Erfüllung gehn, wäre sie auch so armselig, daß sie der Bettler auf seine...

13. Chapter 13

_Raschid._ Trost? -- Dieses Entsetzen hat mich zu dir gejagt, ich kam zu dir, um zu deinen Füßen mir mein Glück zu erbetteln, -- du liebst Zulma, -- o Unglücklicher, so wisse, s...

14. Chapter 14

Abdallah hatte bis itzt in tiefen Gedanken verloren da gestanden, er hatte kaum Ali's Worte verstanden. Plötzlich brach wieder ein Ton durch die taube stumme Leere seines Innern...

15. Chapter 15

In diesem Becher, rief Abdallah, wird meinem Vater der Tod gebracht! -- Ha, wie die bösen Engel alle hohnlachend um mich grinsen! Nun gehöre ich ihnen leibeigen, nichts wird mic...

16. Chapter 16

Omar! rief endlich Abdallah, von der entsetzlichsten Angst und Verzweiflung gefoltert, -- Omar! er umschlang ihn wüthend mit den Armen. -- Alles, alles ist fort, nur du bleibst...

17. Chapter 17

O, wo bist du Edelmüthiger! rief er aus, vielleicht hat dich das Schwert des Todesengels schon getroffen, das Elend hat dich vielleicht in der drückendsten Armuth verzehrt, und...

18. Chapter 18

Der Tag öffnete die blinzelnden Augen, das Morgenroth flog über die Ebne und schimmerte an den Fenstern; _Nadirs_ Führerin verließ ihn, ein Bogengang verschwand nach dem andern,...

19. Chapter 19

Friedrich sprang auf, schlug unwillig mit der Hand auf den Tisch und blickte den Ritter zornig an. Dann ging er lange mit großen Schritten auf und ab. -- Endlich stand er still,...

20. Chapter 20

Wie oft habe ich sie nicht unter jenem Baume gesehn, -- dachte er jetzt, -- ich werde sie dort nicht mehr sehn! Mein erster Gedanke beim Erwachen war sie, wie freudig sucht' ich...

21. Chapter 21

Alles schickte sich zum Turnier an, die Ritter begaben sich in die Schranken und eine Menge Zuschauer aus der benachbarten Gegend versammelte sich. Emma saß auf dem Altan der Bu...

22. Chapter 22

_Eure_ Emma? -- Konnte deine Hand diese Worte schreiben? Dieselbe Hand, die mir so oft den Schweiß des Kampfes von der Stirn trocknete, dieselbe Hand, die so oft in der meinigen...