Part 17
Über die +religiösen Vorstellungen+ der südamerikanischen Indianer sind wir nur mangelhaft unterrichtet. So viel scheint indessen aus den bisherigen Beobachtungen hervorzugehen, daß sie auf Animismus und primitivem Dämonenglauben beruhen. Für den Indianer ist die sichtbare Welt mit zahlreichen bösen und guten Geistern bevölkert, die allenthalben in der Luft, im Wasser und auf der Erde wohnen und einen entscheidenden Einfluß auf das Schicksal der Menschen, vor allem auch auf ihren Tod ausüben. Auch Ahnenkultus ist damit verbunden. Daher läuft auch hier das Bestreben der Menschen darauf hinaus, die bösen Geister gut zu stimmen beziehungsweise zu versöhnen. Dies geschieht hauptsächlich durch +Tänze, bei denen Masken+ (Abb. 235, 237 und 240 sowie die farbige Kunstbeilage) +eine besondere Rolle spielen+. Man trifft diese Tänze, die an unseren Karnevalmummenschanz erinnern, unter den südamerikanischen Waldindianern allenthalben an. Die dabei vorgeführten Masken sind ganz verschiedene. Bei den Kobéua zum Beispiel bestehen sie aus Überzügen von dickem, weißem Bast, die nach bestimmtem Plane mit mancherlei geschmackvollen Mustern bemalt sind, bei den Tikuna in ähnlichen Bastbezügen mit einem Menschen- oder Tierkopfe, der aus Baumwachs über einem Gestell geformt ist. Bei den Karaya sind die Masken walzenförmige Gebilde aus Schilf mit zierlichem Federschmuck, die auf dem Kopfe getragen werden, dazu ein dichter Blätterüberwurf, der den ganzen übrigen Körper bis hinab zu den Zehen umhüllt. Bei noch anderen Stämmen sind es eigentliche Tanzanzüge, aus +einem+ Stück geflochten, zu denen vollständige Beinkleider, Ärmel und eine Kopfbedeckung gehören, und dergleichen mehr. Wir verdanken Koch-Grünberg, der auf seinen Reisen sich in die Vorstellungs- und Empfindungswelt einer Reihe südamerikanischer Stämme einzufühlen verstanden hat, fesselnde Einblicke in die Bedeutung dieser Maskenaufführungen. Bei den Kobéua und Káua werden solche Tänze bei Todesfällen aufgeführt (Abb. 236 und 238). Etwa acht Tage nach dem Begräbnis treten die Männer in der schon geschilderten Tracht auf und führen einen Tanz auf, der von etwa drei Uhr nachmittags bis zum nächsten Morgen währt; die Frauen und Kinder nehmen nicht daran teil, sondern sehen nur zu. Jede Maske stellt, so glaubt man, einen Teufel vor; er befindet sich in der Maske, ist in ihr verkörpert, nimmt aber nur vorübergehend von dem Tänzer Besitz, nur so lange, als dieser die Maske trägt. Nach Beendigung des Tanzes tragen die Beteiligten früh am Morgen ihre Masken nach der Dorfwiese, stellen sie auf Stöcken auf, binden die Ärmel der einen mit denen der nächsten zusammen und zünden sie an. Während nun die lange Reihe der Figuren von einem Ende bis zum anderen verbrennt, erhebt sich lautes Wehklagen aller Versammelten. Man behauptet, daß dadurch die Teufel gezwungen würden, wieder aus ihren Hüllen herauszugehen und an ihre gewöhnlichen Wohnorte zurückzukehren, die man wahrscheinlich auf irgend einen hohen Hügel oder in einen Wasserfall verlegt. Der gewöhnliche Sterbliche vermag diese Dämonen nicht zu sehen, wohl aber ist dazu der Medizinmann imstande, weil er mit übernatürlichen Kräften ausgestattet ist; er vermag auch mit ihnen zu sprechen. Die Geister, die man durch diese Tänze zu versöhnen oder an weiteren Untaten zu verhindern trachtet, sind die Geister von Tieren (Abb. 242, 243, 244 und 248), von mehr oder weniger bösen Geistern in menschlicher Gestalt, von Riesen (Abb. 241) oder Zwergen (Abb. 239). Merkwürdigerweise werden vielfach gerade solchen Tieren recht gefährliche Geister zugeschrieben, die besonders harmlos sind. So wird der große azurblaue Schmetterling Tataloko für einen der gefährlichsten Dämonen gehalten; von ihm, der in dem höchsten der Wasserfälle des Uaupé hausen soll, behauptet man allen Ernstes, daß er die Malaria zusammenbraue, so daß alle, die von dem Flußwasser trinken -- und in der Tat ist sie wegen des stagnierenden Wassers gerade an dieser Stelle ziemlich verbreitet -- die Krankheit bekommen.
Von anderen Stämmen werden Maskentänze aus anderen Anlässen veranstaltet, zum Beispiel von den Yuri, Passé und Tecuna bei Hochzeiten (Abb. 246) oder beim Ausreißen der Haare des neugeborenen Kindes und bei anderen Gelegenheiten. Fast stets sind sie aber mit religiösen (Abb. 247) oder mystischen Vorstellungen verbunden. So sollen die Aufführungen der Kobéua am oberen Uaupé, bei denen Masken in Vogel-, Fisch- und Eidechsengestalt auftreten, bewirken, daß die Männer beim nächsten Zuge des Stammes eine reiche Beute an Wild und Fischen mit heimbringen. Die Tänze werden stets von Musik begleitet. -- Auch Federspiele und sonstige Spiele sind bei den Indianern Südamerikas sehr beliebt (Abb. 249 und 250).
Der +Medizinmann+ spielt im Leben der südamerikanischen Indianer eine wichtige Rolle und wird oft auch sehr von ihnen gefürchtet. Vermöge seiner angeblichen Begabung mit übernatürlichen Kräften vermag er zwischen Menschen und der Geisterwelt Verkehr herzustellen, vor allem mit den Teufeln und den Geistern der Toten sich in Verbindung zu setzen, die ihm oft in Gestalt von Tieren erscheinen, und sie entweder zum Schutze oder zum Schaden seiner Mitmenschen sich dienstbar zu machen. Er tut dies auch in Krankheitsfällen, bespricht die Krankheit, hört auf den Rat der Geister und erfährt zugleich, was für einen Ausgang die Krankheit nehmen wird. Durch Zauberei versucht er, dem bösen Geist, der früher in einem Tiere lebte, jetzt aber in den Körper des Kranken gefahren ist, zu befehlen, daß er diesen wieder verlasse und seine alte Wohnstätte aufsuche. Anderseits ist der Medizinmann auch imstande, Krankheit und Tod über einen Menschen zu bringen, indem er den bösen Geist veranlaßt, von dessen Körper Besitz zu ergreifen. Auf dieser geheimnisvollen Kraft beruht der Einfluß und die Macht, die er auf die Mitglieder seines Stammes ausübt. Um ihnen den Glauben an seinen übernatürlichen Umgang mit der Geisterwelt beizubringen und mehr und mehr zu befestigen, treibt der Medizinmann seine Künste nachts in einer einsamen Hütte, wo er in sehr geschickter Weise alle möglichen Tierstimmen nachahmt und auf diese Weise den Fernstehenden vorspiegelt, daß er sich mit den Teufeln berate, die ihm als wilde Tiere erscheinen. Für gewöhnlich hat er auch die Fähigkeit des Bauchredens; er läßt zwei Stimmen sich miteinander unterhalten, bald so, als ob sie ganz in der Nähe, bald wieder, als ob sie in weiter Ferne wären. Bei seinen Offenbarungen und Heilungen scheint sich der Medizinmann durch Selbstsuggestion und andere Hilfsmittel in einen Zustand von Ekstase oder Zwangschlaf zu versetzen. Er raucht zum Beispiel fürchterlich, nimmt ganze Mengen Schnupftabak und verschiedene betäubende Mittel zu sich, tanzt und singt und macht mit seinem Zaubergerät -- meist einer Kürbisklapper -- stundenlang ununterbrochen ganz eintönige Musik, bis er selbst in eine Art von Verzückung gerät, in der ihm allerlei Sinnestäuschungen kommen. Hieran schließt sich ein Zustand völliger Betäubung, in dem er trügerische Bilder sieht und Stimmen hört. Diese beschreibt er, sobald er wieder erwacht ist, mit mancherlei Zusätzen und Ausschmückungen. Die Indianer nehmen alles, was er hierbei vorbringt und angeblich im Traumzustand gesehen und gehört hat, für eine Offenbarung. Außerdem treibt der Medizinmann, wenn es sich darum handelt, einen Kranken zu behandeln, noch allerlei Gaukelkünste; er räuchert diesen an, bläst ihm Tabakswolken ins Gesicht oder auf die erkrankte Körperstelle, knetet sie auch oder bespeit sie. Schließlich saugt er an der schmerzhaften Stelle und befördert nach einer Weile irgend einen Gegenstand, den er vorher wohlweislich verborgen gehalten hatte, aus dem Munde, wie einen Knochen, einen Dorn, Muschelschalen, Holzstückchen, Sand, Käfer, Tausendfüßler und Ähnliches; durch den großen, anhaltenden Lärm, das eintönige Gesinge und die anderen Mätzchen, die er macht, übt der Medizinmann auf den Kranken gewissermaßen einen einschläfernden Einfluß aus, so daß dieser schließlich selbst glaubt, daß die Ursache seiner Beschwerden herausgefunden und er nun geheilt sei.
Die Ausbildung eines Medizinmannes beginnt bereits in seiner frühesten Jugend und dauert oft jahrelang. Der Bewerber muß den Nachweis liefern, daß er die Macht besitzt, einen vertraulichen Verkehr mit der Geisterwelt zu unterhalten. Zu diesem Zwecke zieht er sich an einen einsam gelegenen Ort zurück, fastet hier ein ganzes Jahr lang ohne Unterbrechung, übt Stillschweigen und sonstige Enthaltsamkeit, nimmt starke Brechmittel ein, trinkt auch Tabakwasser und schlägt sich mit wilden Tieren, besonders dem Jaguar, herum oder gibt wenigstens vor, dies zu tun. Gleichzeitig wird der Neuling von einem alten Mitgliede der Brüderschaft in alle Geheimnisse seiner Kunst eingeführt. Man nimmt von einem Medizinmann an, daß er sich in ein Tier verwandeln könne -- für viele Stämme ist dies der Jaguar -- und daß nach seinem Tode seine Seele nicht nach dem Aufenthaltsort der Seelen der übrigen Menschen wandere, sondern für immer in Gestalt eines bösen Jaguars im Walde umherstreife und den Menschen gefährlich werde.
Wie wir es von anderen Naturvölkern her kennen, haben auch bei den südamerikanischen Indianern die +Schwangere+ und meistens auch ihr Ehemann ihre Lebensweise nach strengen Vorschriften zu regeln; bei den Mauhe zum Beispiel darf die werdende Mutter sich nur von Pilzen, Ameisen und einem Gebäck aus einer bestimmten Pflanze ernähren. Allgemein üblich ist, daß man das Fleisch bestimmter Tiere meidet, um zu verhüten, daß deren schlechte Eigenschaften auf das Kind übergehen. Äße, um ein Beispiel anzuführen, bei den Karaiben von Britisch-Guyana der Vater das Fleisch eines kleinen Vierfüßlers, dann würde das Kind mager und dünn ausfallen, einen bestimmten kleinen Fisch, dann würde es blind zur Welt kommen, von einem Wildschwein, dann würde es einen Rüssel bekommen, von einem besonderen Vogel, dann würde es stumm bleiben.
Die +Niederkunft+ der Indianerin geht entweder im Hause der Eltern oder in einer von den übrigen abgesonderten Hütte, auch wohl im Freien im Busche vor sich. In Nordwestbrasilien und Guyana, wo man in größeren Sippenhäusern wohnt, wird der Teil des Hauses, der der in Frage kommenden Familie gehört, von den Wohnungen der übrigen durch Matten abgetrennt. Die Mutter des Mannes leistet bei der Geburt hilfreiche Hand, sofern die Kreißende nicht auf sich selbst angewiesen ist; oft spielt sich der ganze Vorgang in Anwesenheit aller verheirateten Frauen des Dorfes ab. Männer dürfen meistens nicht zugegen sein, nicht einmal der Vater des zu erwartenden Kindes. Verzögert sich die Geburt, dann eilen bei den Payagua und Mbaya die Nachbarinnen mit kleinen Kürbisschalen oder Klappern herbei und schütteln sie eine Zeitlang möglichst kräftig, worauf sie sich wieder entfernen. -- Die +Nabelschnur+ wird entweder mit den Zähnen abgebissen, zumal wenn die Frau in ihrer einsamen Gebärhütte niemand zur Hilfeleistung hat, oder mit einem scharfen Steinmesser, einem Bambusspan, einer Muschelschale durchgeschnitten, auch wohl zwischen zwei Steinen zerquetscht, wodurch gleichzeitig die Blutung zum Stillstand gebracht wird. Bei den Macusi von Britisch-Guyana liegt die Durchtrennung der Nabelschnur der Mutter oder der Schwester der Gebärenden ob. Je nach dem Geschlecht des zur Welt gekommenen Kindes wird ein anderes Werkzeug dazu benutzt, bei Knaben ein scharf geschliffener Bambusspan, bei Mädchen ein Stück Pfeifenrohr. Von den Frauen verschiedener Stämme wird berichtet, daß sie früher die Nabelschnur beziehungsweise die Nachgeburt verzehrten.
Auch +nach der Geburt+ setzen die Eltern meistens ihre streng geregelte Lebensweise fort. Zunächst halten sie sich wieder an eine bestimmte Ernährungsart oder fasten auch wohl für einige Tage ganz. Bei den Uaupé und Isana besteht ihre Nahrung ausschließlich aus Maniokwurzelmehl und gebackenen Ameisen. Die junge Mutter muß etwa fünf bis zehn Tage lang abgeschlossen in ihrer Hütte verbleiben; ihr Mann leistet ihr dabei Gesellschaft. Keines von beiden darf während einer gewissen Zeit eine Arbeit vornehmen. Bei den Taulipang erstreckt sich der Zeitraum, während dessen die Eltern nicht arbeiten dürfen, auf drei bis vier Monate. Die Frau darf wohl Wasser holen, aber nicht kochen; dies besorgt die Großmutter. Sie darf auch nicht auf dem Felde arbeiten. Ihr Mann darf kein Beil oder Messer anfassen, auch keine Pfeile zurechtmachen, ebensowenig mit einem Bogen schießen, damit er nicht „das Kind am Kopfe schneide, stoße oder treffe“. Jede Übertretung dieser und ähnlicher Verbote, die sich bezüglich der Nahrung für den Vater bei manchen Stämmen auf mehrere Monate, bei den Ipurina sogar auf ein ganzes Jahr erstrecken, würde dem neugeborenen Kinde Unheil bringen.
Eine unter den südamerikanischen Indianern ziemlich verbreitete Sitte ist das +Männerkindbett+. Während die Frau, oft genug sogleich nach ihrer Niederkunft, ihren häuslichen Pflichten nachgeht, zieht sich der Mann für einige Tage in den Raum zurück, wo die Geburt erfolgte, legt sich nieder, wartet und besorgt das Kind und beobachtet für seine eigene Person eine strenge Wöchnerinnenernährung oder fastet auch vollständig, all dies aus Furcht, bei Verletzung dieser Vorschriften könnte das Kind sterben oder wenigstens schweren Schaden nehmen. So glauben die Indianer von Britisch-Guyana, daß das Kind, wenn der Vater ein Nagetier mit stark vorspringenden scharfen Zähnen äße, ein ebensolches Gebiß bekäme, oder wenn er von dem Fleisch eines gefleckten Tieres nähme, das Kind eine scheckige Haut erhielte. Er darf auch nicht rauchen, sich nicht waschen, vor allem auch keine Waffe berühren, nicht einmal sich mit den Fingernägeln kratzen, wenn ihn jucken sollte; er muß in diesem Fall ein Stückchen von einem Blatt oder einen Halm benutzen, die man ihm eigens zu diesem Zweck vor sein Ruhelager legt. Bei den Passé in Ecuador färbt sich der Mann während der Zeit seines Kindbettes schwarz, und seine Frau hält sich einen Monat lang im Dunkeln auf.
+Zwillinge+ werden meistens als ein böses Zeichen aufgefaßt, als Beweis für Untreue der Frau oder Besessenheit von einem bösen Geiste, der mit ihr Verkehr hatte, und daher getötet; manchmal tötet man auch nur einen der Zwillinge. Die Saliva züchtigen ihre Frauen bei einem solchen Vorkommnis auch noch für ihr vermeintliches Vergehen. Im alten Peru legte man den Eltern nach einer Zwillingsgeburt strenge Fasten auf, während deren sie abwechselnd mit je einem gebeugten Knie daliegen mußten, so lange, bis eine in die Kniekehle gelegte Bohne infolge der Wärme zu keimen begann. Darauf führte man das Paar noch an einem Stricke um den Hals öffentlich herum. Damit die vermeintliche Untreue nicht ans Tageslicht komme, begräbt eine Frau der Campa und Anti im heutigen Peru, die Zwillinge geboren hat, verstohlenerweise das zweite Kind lebendig; nur das erste gilt als das wahre Kind des Gatten.
In Nordwestbrasilien nehmen nach der Geburt beide Eltern und das Kind, wenn die fünf Tage der Abgeschlossenheit vorüber sind, unter ganz seltsamen Förmlichkeiten ein gemeinsames Bad im Flusse. Bei einigen Stämmen Brasiliens (Guarani, Tupinimba) pflegt der Vater seinem Neugeborenen, wenn es ein Knabe ist, unter Ermahnungen zur Tapferkeit kleine Waffen (Bogen und Pfeile) zu übergeben. Einige Tage nach der Geburt gibt der Großvater, seltener der Vater dem Kinde den Namen; bei den Stämmen am oberen Negro ist dieser Vorgang mit einem großen Zechgelage verbunden, zu dem alle Verwandten eingeladen werden. Die Knaben erhalten fast alle zwei Namen, die Mädchen nur einen. Die Namen beziehen sich meistens auf Tiere oder Pflanzen, Flüsse, Gliedmaßen, merkwürdige Ereignisse und Orte oder auf die Namen von Vorfahren oder Paten. Bei einigen Stämmen wird die Mutter des Kindes vor der Namengebung durchgeräuchert.
+Schädelverbildung+ kommt gleichfalls bei einigen südamerikanischen Stämmen (Pampa, Araukaner, Patagonier) vor; sie beruht auch hier auf der eigentümlichen Form der Wiege (Lagerung des Kindes auf einem flachen Brett und Festbinden des Kopfes mit einem um das Brett geschlungenen Lederstreifen), die die Mütter, wie es die nordamerikanischen Indianerinnen tun, bei Reisen auf dem Rücken mit sich schleppen oder in der Ruhe senkrecht entweder an einen Baumast hängen oder mit den beiden Spitzen, in die das Wiegenbrett ausläuft, in die Erde stecken. -- Das +Stillgeschäft+ zieht sich sehr lange, bis auf drei und vier Jahre, hin. Koch-Grünberg erlebte es bei den Uaupé, daß ein etwa dreijähriger Junge seiner Mutter plötzlich die Zigarette aus dem Munde nahm, ein paar Züge daraus tat und sich ihr dann auf den Schoß setzte, um sich die Brust geben zu lassen.