Der Schiffbau seit seiner Entstehung, Band 1
Part 17
+------------------------------------------------------------------+ | =Zusammensetzung der holländischen Fischerei-Flotte mit | | Ausnahme der Bommen von 1867 bis 1905.= | +-----+-----+--------+------+------+-------+-----+-----------------+ | | | | | |LOGGER | | | | | |SCHALUP-|DAMPF-|MOTOR-|KUTTER | ZU- | | |JAHR |BUJER| PEN |SCHIF-|FAHR- | UND | SAM-| BEMERKUNGEN | | | | | FE |ZEUGE |LOGGER-| MEN | | | | | | | |BOMMEN | | | +-----+-----+--------+------+------+-------+-----+-----------------+ | |/-----v-----\ | | | | | | |1867 | 85 | - | - | 4 | 89 |Im Jahre 1867 | |1868 | 80 | - | - | 11 | 91 |wird der erste | |1869 | 79 | - | - | 28 | 107 |französische Log-| |1870 | 69 | - | - | 51 | 120 |ger eingestellt. | | | \----Λ----/ | | | | | | |1871 | 45 | 13 | - | - | 64 | 122 | | |1872 | 30 | 14 | - | - | 64 | 108 | | |1873 | 23 | 11 | - | - | 68 | 102 | | |1874 | 20 | 11 | - | - | 83 | 114 | | |1875 | 14 | 11 | - | - | 90 | 115 | | |1876 | 6 | 11 | - | - | 92 | 109 | | |1877 | 8 | 11 | - | - | 94 | 113 | | |1878 | 7 | 11 | - | - | 109 | 127 | | |1879 | 4 | 10 | - | - | 114 | 128 | | |1880 | 3 | 9 | - | - | 121 | 133 | | |1881 | 2 | 9 | - | - | 127 | 138 | | |1882 | 2 | 8 | - | - | 135 | 145 | | |1883 | 2 | 8 | - | - | 144 | 154 | | |1884 | 2 | 8 | - | - | 159 | 169 | | |1885 | 2 | 8 | - | - | 174 | 184 | | |1886 | 1 | 8 | - | - | 181 | 190 | | |1887 | - | 7 | - | - | 189 | 196 | | |1888 | - | 8 | - | - | 186 | 194 | | |1889 | - | 8 | - | - | 186 | 194 | | |1890 | - | 7 | - | - | 189 | 196 | | |1891 | - | 7 | - | - | 199 | 206 | | |1892 | - | 9 | - | - | 212 | 221 | | |1893 | - | 11 | - | - | 213 | 224 | | |1894 | - | 13 | - | - | 214 | 227 | | |1895 | - | 17 | - | - | 216 | 233 | | |1896 | - | 24 | - | - | 245 | 269 | | |1897 | - | 30 | 1 | - | 252 | 283 |Im Jahre 1897 | |1898 | - | 36 | 1 | - | 258 | 295 |wird das erste | |1899 | - | 40 | 2 | - | 269 | 311 |Dampfschiff in | |1900 | - | 46 | 3 | - | 275 | 324 |Dienst gestellt. | |1901 | - | 47 | 7 | 1 | 300 | 355 | | |1902 | - | 52 | 25 | 1 | 327 | 405 | | |1903 | - | 58 | 44 | 1 | 410 | 513 | | |1904 | - | 58 | 44 | 1 | 432 | 535 | | |1905 | - | 48 | 38 | 1 | 425 | 512 | |
+----------------------------------------------------------------+ | =Übersicht über die verschiedenen Schiffstype | | während der letzten 10 Jahre sowie über die Grösse | | der Flotte zum Heringsfang.= | +-----+--------+------+------+-------+------+-----+--------------+ | |LOGGER |DAMPF-|MOTOR-|LOGGER-|BOMMEN| ZU- | | |JAHR |KUTTER |SCHIF-|FAHR- |BOMMEN | | SAM-| BEMERKUNGEN | | |SCHALUP-| FE |ZEUGE | | | MEN | | +-----+--------+------+------+-------+------+-----+--------------+ |1896 | 269 | - | - | - | 324 | 593 |Siehe Bericht | |1897 | 282 | 1 | - | - | 325 | 608 |über den | |1898 | 294 | 1 | - | - | 320 | 615 |Seefischfang | |1899 | 309 | 2 | - | - | 303 | 614 |S. 149 | |1900 | 320 | 3 | - | 1 | 289 | 613 |von 1905. | |1901 | 346 | 7 | 1 | 1 | 279 | 634 | | |1902 | 377 | 25 | 1 | 2 | 271 | 676 | | |1903 | 463 | 44 | 1 | 5 | 268 | 781 | | |1904 | 484 | 44 | 1 | 6 | 239 | 774 | | |1905 | 467 | 38 | 1 | 6 | 212 | 724 | |
Wir wollen uns jedoch noch etwas mit der Büse beschäftigen, bevor wir die Beschreibung der modernen Type beginnen.
Die im 15. Jahrhundert entstandene Büse bleibt das Heringsfischereifahrzeug bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, wo sie vollständig verschwindet. Wenn es i. J. 1832 noch 120 Büsen gibt (Vlaardingen 78, Maassluis 18, Delfshaven 1, Zwartewaal 3, Entshuizen 5, De Rijp 5 und Amsterdam 10; siehe ~Le Comte~ S. 46.) so werden i. J. 1867 keine mehr erwähnt. Das ist das Jahr, in dem der französische Logger in Betrieb genommen wird. Die Büse wird ausschliesslich für den Heringsfang verwendet. Wenn dieser stilliegt, wird sie abgetakelt.
Obwohl die Büsen volle Formen hatten, besassen sie einen Kiel und suchten Schutz in den verschiedenen Häfen. Diese Schiffe können nicht auf den Strand gesetzt werden. Sie hatten etwa 22 m Länge, 6 m Breite und 3 m Tiefe. Ihre Grössenverhältnisse sind ebenfalls allmählich gewachsen. (~Van Yk~ gibt auf S. 310 7 rheinische Fuss als Tiefe an.)
Die Takelung bestand anfangs aus 3 Masten, von denen die beiden ersten niedergelegt werden konnten und ein grosses Segel hielten. Später, am Ende des 17. Jahrhunderts, ändert man die Takelung, und die Büsen erhalten solche wie die «Huker». Die Änderungen ergeben sich deutlich aus den alten Abbildungen. Die Büse hatte eine «Statie».
DER KWEE UND DIE HUKERBÜSE.
Am Ende des 18. oder am Anfang des 19. Jahrhunderts haben die Abmessungen der Büsen zugenommen; die Statie verschwindet, und der Fischkasten tritt in Erscheinung. Diese Schiffe heissen nach ~Hoogendijk~ (S. 59) _Kwee_. Da die Büse ausdrücklich dem Heringsfang dient, so hat sie keinen Fischkasten.
Die wie ein Huker getakelte Büse heisst auch «Hoekerbuis» (Hukerbüse). Was ~Hoogendijk~ in seinem interessanten Buch von der Grossfischerei über den Ursprung des Hukers erzählt, ist nicht ganz genau. Nach ihm (S. 59) ist der Huker durch Fortfall der Statie aus der Hukerbüse entstanden. Nach ~Witsen~ und ~Van Yk~ sollen die Huker schon in der ältesten Zeit vorhanden gewesen sein und lange vor dem Auftauchen der Hukerbüse.
DER HUKER.
[Sidenote: II 228]
[Sidenote: II 229]
[Sidenote: II 234]
[Sidenote: III 114]
Der Huker tritt also zuerst parallel mit der Büse auf, und seine Formen weichen nicht sehr davon ab. Andrerseits beweist die Anbringung der Hukertakelung auf der Büse, dass der Huker schon zur selben Zeit vorhanden ist wie die Büse.
Der Huker ist ein stark abgerundetes Schiff mit Fischkasten, das viel Krümmung zeigt. Der Name kann nicht von der Form herkommen, sondern eher von einem Fischereigerät, dem Hoek (eiserner Haken zum Fischfang), der zum Fangen des Kabeljaus und des Schellfisches verwendet wird; da man aber von der Büse früher spricht als von dem Huker, so muss man folgern, dass dieser später in Gebrauch gekommen ist, d. h. dass man sich später mit dem Fang des Kabeljaus im Grossen befasst hat. Man weiss nicht, wann Fischkästen in Aufnahme gekommen sind. Es ist indessen sehr wahrscheinlich, dass sie sehr alt sind, obwohl es möglich ist, dass man sie erst später bei der Grossfischerei benutzt hat.
DER HERINGSJÄGER UND DER BÜSENBEGLEITER.
[Sidenote: II 222]
[Sidenote: II 232]
Der Huker wird nicht allein als Fischerei-Fahrzeug gebraucht, sondern auch als «Haringjager» (Heringsjäger), d. h. als Schiff zum Abholen der ersten Heringe, die von der Flotte gefangen sind.
Man hat den Huker auch als Buisconvoyers (Begleitschiffe für die Heringsbüsen) verwendet. Er war dann mit mehreren Kanonen ausgerüstet, um die Büsen gegen den Feind verteidigen zu können. Verschiedene Umstände haben zum völligen Verschwinden der Büse und des Hukers beigetragen. Es sind dies die immer strengeren Anforderungen, die an diese Schiffahrt gestellt werden, die Verbindung des Heringsfanges mit dem des Kabeljaus und des Schellfisches auf ein- und demselben Schiff, die Einführung der Baumwollnetze, die weniger wiegen, so dass das Auslegen der Netze auf dem Schiffe selbst von geringerer Bedeutung ist. Alle diese Gründe führen zur Herstellung schmaler Schiffe, so dass es im Jahre 1886 nur noch einen Huker gegen 8 Schaluppen und 181 Logger gibt. Die Schaluppe ebenso wie der Logger, dem sie vorangeht, sind aus Frankreich zu uns gekommen.
DIE SCHALUPPE.
[Sidenote: III 119]
Die «Sloep» (Slup oder Schaluppe), die zunächst einen Mast mit einem grossen Segel mit Giekbaum und einen Spiegel hatte (~Hoogendijk~, S. 61), ist in Middelharnis, Zwarte Waal und Pernis in Betrieb genommen und hat daher besonders den Namen _Pernissersloep_ (Slup von Pernis) erhalten.
Die schwere und umständliche Takelung des einzigen Mastes wird jedoch schnell durch die Loggertakelung ersetzt, während der Spiegel bei den neueren Schaluppen verschwindet, wodurch der Hauptunterschied zwischen den beiden Typen verwischt wird.
Die Schaluppe hat einen Fischkasten und wird zur Beförderung der lebenden Fische verwandt, während man sie auch zum Heringsfang benutzen kann, wenn sie einen Fockmast hat, der niedergelegt werden kann.
Mit Rücksicht besonders auf die grosse Heringsfischerei, sagt ~Hoogendijk~ (S. 55), fanden die neuen Schaluppentype nicht den Beifall der Bevölkerung. Ihre grosse Ladefähigkeit liess befürchten, dass sie für den Heringsfang zu schwer sein würden. Diese Ladefähigkeit erreicht 40 Last, wohingegen die Durchschnittsladefähigkeit der Heringsfänger nur 25 bis 30 Last beträgt, abgesehen von der grossen Zahl von Fahrzeugen, die nur 16 bis 20 Last tragen.
Diese Furcht hat sich indessen als unbegründet erwiesen. Die schlankere Form dieses Schiffes bietet dem Winde weniger Angriffsfläche als die der alten Type und macht es demnach hinsichtlich der Schiffahrt überlegen. Heut wird niemand mehr daran denken, die alten «Büsen» und «Huker» den modernen Schiffen «Logger» und «Schaluppe» vorzuziehen.
DER LOGGER.
[Sidenote: II 269]
[Sidenote: II 270]
[Sidenote: III 118]
Der «Logger» ist gleichfalls ein Schiff von schlanker Gestalt und französischen Ursprungs. Die Bauart des Schiffes, das keinen Fischkasten hat, ergibt sich genügend aus den Zeichnungen. Die Takelung besteht aus zwei Masten. Der grosse Mast, auf ⅓ der Länge, kann niedergelegt werden. Die vorn ausgelegten Netze werden seitlich eingezogen.
DER BOM.
[Sidenote: II 270]
[Sidenote: II 271]
[Sidenote: III 115]
Die oben erwähnten Schiffe sind jedoch nicht die einzigen, die zum Heringsfang verwendet werden. Ein anderer, sehr merkwürdiger Typ ist noch in Gebrauch, der «Bom», der aus der «Egmonder Pink» hervorgegangen ist. Dieser «Bom», der so gebaut ist, dass er auf den Strand gesetzt werden kann, hat wie die Pink einen sehr festen Boden und eine Verkleidung mit übereinandergreifenden Planken. Die Länge beträgt das Doppelte der Breite; er hat zwei Masten (einen grossen und einen kleinen), eine Takelung des Besanmastes (Bazaantuig) und lange und schmale Schwerter (etwa ⅓ der Schiffslänge). Die Flut führt die Bommen auf den Strand, von wo sie mit Pferden auf eine Holzdielung gerollt werden, die auf dem Strande angelegt ist. Walzen (aus Holz) sind vorher unter das Schiff geschoben, nachdem es mittels Winden angehoben ist.
Die Herstellung des «Bommenhaven» (Hafen für die Bommen) in Scheveningen macht es unnötig, die Schiffe auf den Strand zu setzen; dadurch wird das Verschwinden der Bommen herbeigeführt werden, weil diese keine Daseinsberechtigung mehr haben, und weil es vorteilhafter ist, Logger zu verwenden. Der für sie gegrabene Bommenhaven wird also die Ursache ihres Verschwindens sein.
Die Herstellung dieses neuen Hafens hat übrigens schon den Bau einiger neuer Bommen mit Kiel veranlasst; man nennt sie «Loggerbom» oder «Lelybom», ein Typ, der die Mitte zwischen einem Logger und einem Bom hält. Der erste dieser Bommen ist im Jahre 1900 in Betrieb genommen, ist aber nicht oft nachgeahmt worden, weil er dem Logger kaum überlegen ist. Diese Fahrzeuge haben alle, wie der Bom, eine Verkleidung mit übereinander greifenden Planken, das Vorderteil dieses letzteren, aber das Hinterteil des Loggers. Der alte und interessante Bom wird nicht mehr gebaut und wird bald der Geschichte angehören wie die Büse und der Bujer. So wird übrigens die letzte Spur des «Koggeschips» verschwinden. Seit 1896 ist ihre Zahl schon von 324 auf 212 gesunken.
+-----------------------------------------------------+ | =Umfang der Flotte der Bomschuten 1899-1905.= | +------------------+----+----+----+----+----+----+----+ | |1899|1900|1901|1902|1903|1904|1905| | | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | |Scheveningen | 217| 205| 194| 189| 183| 158| 140| |Katwijk | 67| 68| 69| 71| 74| 70| 66| |Noordwijk | 15| 15| 15| 10| 10| 10| 5| |Egmond | 3| -- | -- | -- | -- | -- | -- | |Haarlem (Ymuiden) | 1| 1| 1| 1| 1| 1| -- | |Maassluis | -- | -- | -- | -- | -- | -- | -- | |Bericht über die | | | | | | | | |Seefischerei 1905.| 303| 289| 279| 271| 268| 239| 212| |Seite 149. | | | | | | | | | | | | | | | | |
DIE GARNELENSCHUTE.
[Sidenote: III 116]
[Sidenote: III 117]
In der «Garnalenschuit» (Schute zum Fang von Krabben) sehen wir den alten «Bom» wieder, und die Ähnlichkeit mit der alten «Egmonder Pink» springt in die Augen.
DIE SCHOLLENSCHUTE ODER BESANSCHUTE.
DIE ZWARTEWAALSCHE GAFFELAAR.
[Sidenote: II 219]
[Sidenote: II 220]
Neben den «Büsen» und den «Hukern» traf man früher noch ein Fischereifahrzeug, das zur Gruppe der «Smakken» gehört. Das ist die _Scholschuit_ (Schute zum Fang von Seezungen) auch _Bazaanschuit_ genannt. In der Zwarten Waal haben sie eine Takelung mit Gaffel (Gaffeltuig), daher ihr Name _Zwartewaalsche Gaffelaar_.
Dieses Schiff ist kürzer als der Huker; es ist ziemlich breit, hat kräftige Rippen und gleicht sehr den «Visschersnikken» von Paesens und Wierum (nicht zu verwechseln mit dem «Binnensnik») und den «Palingschuiten» von Heeg und Gaastmeer, die die Aale nach London brachten.
[Sidenote: II 202]
Die «Scholschuit», die man in Pernis, Middelharnis und Zwartewaal findet, wird später durch die Schaluppe verdrängt.
Der Walfischfang, der früher so in Blüte stand, ist schon im 19. Jahrhundert völlig verschwunden. Während 1756 sich noch 186 Fahrzeuge mit diesem Fang beschäftigten, geht diese Zahl im Jahre 1785 auf 66 zurück, besonders wegen der hohen Prämien, die England zahlt.
In dem Masse, wie dieses Gewerbe bei uns abnahm, blühte es in England auf. Während es hier nur 26 Walfischfänger im Jahre 1750 gab, stieg diese Zahl im Jahre 1785 schon auf 152. Man bewilligte hier Prämien von 3000 bis 8000 Fl. je nach der Grösse der Schiffe, was bewirkt, dass im Jahre 1854 bei uns nur 2 Walfischfänger in See gehen. (~Koenen~, S. 164.)
Zu diesem Fang verwendete man die «Noortsvaerders» sowie die schon oben beschriebenen «Fluitschepen» (Flüten).
Die Heimat der «Büse» ist also Vlaardingen und Enkhuizen, dann findet man auch welche in Maassluis auf einem Teil der Zuiderzee.
Die Heimat des «Bom» ist Scheveningen, Katwijk und Noordwijk, d. h. längs der flachen Küste der Nordsee.
Die der Schaluppe ist Middelharnis, Zwartewaal und Pernis, während man endlich den Logger überall antrifft.
Der alte Huker war besonders in Maassluis vertreten und der «Loggerbom» oder «Leleybom» in Scheveningen.
Man würde sich eine falsche Vorstellung von der niederländischen Fischereiflotte machen, wenn man sich einbildete, dass wir nur 724 Fischereifahrzeuge besitzen. Neben den schon erwähnten Schiffen gibt es eine ausserordentlich grosse Zahl kleinerer Fahrzeuge, die ausschliesslich zum Fischfang benutzt werden. Wenn wir einen Blick in den Bericht über die niederländische Seefischerei im Jahre 1905 werfen, so sehen wir, dass in diesem Jahre (S. 342) die Flotte im ganzen 5334 Schiffe mit einer Gesamttragfähigkeit von 234766 t und einer Gesamtbesatzung von 20141 Mann umfasst. Im J. 1891 sind diese Ziffern 4427, 164259 und 15482.
+-----------------------------------------------------------------+ |=Stand der niederländischen Fischereiflotte und ihrer Mannschaft=| +------+------+----------------------+----------------------------+ | JAHR | ZAHL | LADEFÄHIGKEIT IN m³ | MANNSCHAFTEN | | -- | -- | -- | -- | | 1905 | 5334 | 234766 | 20141 | | 1904 | 5781 | 215873 | 21226 | | 1903 | 5922 | 218249 | 21467 | | 1902 | 5938 | 215660 | 21225 | | 1901 | 5851 | 199248 | 20164 | | 1900 | 5719 | 195950 | 19498 | | 1899 | 5661 | 191530 | 19232 | | 1898 | 5385 | 186554 | 18709 | | 1897 | 5318 | 184576 | 18387 | | 1896 | 5211 | 181953 | 17895 | | 1895 | 5189 | 179782 | 17643 | | 1894 | 5151 | 176649 | 17286 | | 1893 | 4902 | 172603 | 16700 | | 1892 | 4647 | 167549 | 16142 | | 1891 | 4427 | 164357 | 15482 |
Ein Teil der kleinen Schiffe ist auf der Nordsee in Tätigkeit, ein kleiner Teil an den Küsten von Friesland und Groningen und der Rest auf den Küstenflüssen von Seeland und Holland sowie auf der Zuiderzee.
Unter ihnen findet man alle Namen der Fischereifahrzeuge, so dass es sehr schwer ist, darin ihren Ursprungsort zu entdecken; überdies haben sich diese Schiffe in den letzten 50 Jahren bei uns derartig vermehrt, dass das Auftreten eines bestimmten Typs an einem Orte noch keineswegs seine Herkunft aus dieser Gegend bestätigt. So findet man unter anderen augenblicklich «Schocker» und «Botter» auf der oberen Maas, wo man sie nie erbaut hat. Überdies verwendet man, seitdem die Fischerei aufblüht, als Fischereifahrzeug alle Arten von Schiffen, die ursprünglich durchaus nicht hierfür bestimmt waren. Um einen genauen Begriff von den Fischereifahrzeugen und ihrer Entwickelung zu erhalten, dürfen wir uns nur mit den hierfür erbauten Schiffen befassen.
Wie wir bei der allgemeinen Klassifikation gesagt haben, kann man sie in Hauptklassen wie folgt einteilen:
_a_) Schocker; _b_) Botter; _c_) Vollschiffe (Knots, Aken u. s. w.); _d_) Schiffe zum Heringsfang.
DER SCHOCKER.
[Sidenote: III 120]
Dieses Schiff hat ein aufwärts gehendes und langes Vorderteil. Das Hinterteil ist dagegen schmal. Oberhalb der Berghölzer springt der Rumpf stark zurück. Es hat einen graden und sehr schrägen Vordersteven. An dem viereckigen, oberen Ende des Vorderstevens liegt ein Flaschenzug, der einerseits auf dem Vordersteven, andererseits auf einer Stütze (Snoves) ruht, die gut befestigt ist.
Das Fahrzeug hat einen Fischkasten und vorn ein Flütenverdeck, das als Wohnung dient. Während die Schocker früher in der Mitte offen waren, sieht man jetzt grössere, die in der Mitte geschlossen sind. Am Vorderteil hat der Schocker ein kleines Deck, genannt «Kootje».
Der Schocker hat Schwerter und einen auf ⅘ der Länge liegenden Mast, an der Hauptrippe. Seine Länge beträgt 26,1 m, die Breite 4,48 m, der Tiefgang 0,98 m. Er hat Takelung mit Besanmast (Bazaantuig) und einem grossen Vorstagsegel, das am Bord hinter dem Mast befestigt ist, also ohne durchlaufendes Deck. Dies letztere findet man jedoch manchmal in letzter Zeit. An dem Bugsprietmast kann man einen Klüver anbringen. Während die «Schocker» früher eine Beplankung mit Überlappung hatten, sieht man heut oft welche mit glattem Rumpf. Es sind sehr alte Schiffe; die grossen Modelle stammen jedoch erst aus dem 19. Jahrhundert. Weder ~Witsen~ noch ~Van Yk~ erwähnt sie, obwohl sie schon zu ihrer Zeit vorhanden sind, denn es finden sich Zeichnungen davon auf den Tragbahren der reformierten Kirche von Workum etwa aus dem Jahre 1600.
[Sidenote: II 203]
[Sidenote: III 125]
Der «Schocker» stammt von der Zuiderzee und zwar von den Küsten von Overijssel (Vollenhoven), von Schokland, (wahrscheinlich auch Urk) und von Enkhuizen.
Nach dem oben Gesagten würde die Insel Schokland ihren Namen von den «Schockers» haben.
Durch ihren graden und schrägstehenden Vordersteven unterscheiden sich diese Schiffe von den andern Fischereifahrzeugen, welche die Zuiderzee aufsuchen, ausgenommen von der «Haringschuit» (Heringsschute).
DIE HERINGSSCHUTE.
Diese _Haringschuit_ (Schute zum Heringsfang) kann als ein grosser «Punter» oder als ein kleiner «Schocker» mit weniger hohem Bord betrachtet werden.
Es ist also nicht zweifelhaft, dass der alte Schocker, die «Haringschuit» und der «Punter» zur selben Familie gehören. Der Schocker unterscheidet sich nur durch sein erhöhtes und volleres Vorderteil, denn er ist für längere Fahrten auf der Zuiderzee und der Nordsee bestimmt.
DER PUNTER UND DIE GONDEL.
[Sidenote: III 141]
Dem _Punter_ begegnet man im Norden von Overijssel als Binnenschiff. Wenn es grösser ist, so dient es als Fischereifahrzeug.
[Sidenote: II 183]
[Sidenote: II 185]
[Sidenote: III 137]
Die «Haringschuit» findet man auch längs der Küste von Geldern, während man längs der Küste von Nordholland ein kleines Schiff antrifft, das dem «Punter» gleicht; das ist die «Vischschuit van Aalsmeer», die neben dem schwereren «Snik» oder der «Gondel» (der alten Kag) fährt, wie man anderswo den festgebauten «Schocker» neben dem «Punter» findet.
Die «Gondel», ein Schiff mit Fischkasten, wird indessen als Binnenschiff verwendet, d. h. auf den Seen. Sehr selten wagt sie sich auf das Meer. Der grade Vordersteven geht indes ziemlich hoch, unter geringer Neigung.
[Sidenote: III 130]
Denselben Merkmalen begegnen wir bei der «Wierschuitje» von Wieringen, wo man auch die «Haringschuit» antrifft.
DER HOOGAARS.
[Sidenote: II 273]
[Sidenote: III 132]
[Sidenote: III 133]
[Sidenote: III 134]
In Südholland findet man denselben Typ bei der alten _Kinderdijkschen Hoogaars_ und der «Steekschuit» vom «Biesbosch» und in Seeland bei der «Steekschuit» und dem «Hoogaars», während der «Hengst» und der «Veerhengst» ebenfalls «Hoogaars»-Arten sind, die kleine Änderungen erfahren haben. Ferner gleicht die «Tholensche Schouw» völlig der «Beyerlandschen Schuitje», die auf den Inseln von Südholland in Gebrauch ist. Sie zeigen beide das hohe und breite Vorderteil; sie haben keinen Vordersteven, die Beplankung endet vielmehr in der Spitze des Vorderteils. Es sind also «Aken».
[Sidenote: III 131]