Part 15
„Und sie?“
„Ja -- sie! Es ist eine merkwürdige Frau. So impulsiv, so ganz und gar unberechenbar. Man könnte eine Sphinx, könnte mehrere Sphinxe aus ihr machen. Was glauben Sie, was sie tat! Sie zitierte einen nicht ganz klaren Ausspruch -- ich glaube von Schopenhauer, er kann aber auch von Macchiavelli gewesen sein; und dann nahm sie plötzlich einen japanischen Aschenbecher und warf ihn nach mir. Ich bückte mich rasch, fiel über den immer vollen Papierkorb. Als ich mich wieder erhob, war Maruschka Anastasia aus dem Zimmer gegangen.“
„Und dann?“
„Ich habe Maruschka Anastasia -- -- Was ist das doch für ein Theater?“
„Das Lessingtheater.“
„Richtig, ja. -- Karl, sieh es dir genau an, es ist das Lessingtheater -- Ja. Ich habe Maruschka Anastasia +nie+ wieder gesehen. Sie hat, +wie+ sie war, mein Haus verlassen und ist dem Rittmeister -- er befand sich damals mit seinen Terriers auf einem von den Zeitungen sehr gerühmten Distanzritt -- entgegengereist. Der Rittmeister hat mich einige Tage später auf Pistolen fordern lassen. Meine Freunde haben mir gesagt, es hätte das eigentlich umgekehrt sein müssen. Nun, es war ja auch +so+ gut.“
„Sie haben sich -- geschossen?“
„Aber das war doch unmöglich. Gleich nachdem Maruschka Anastasia ihre Möbel durch den Spediteur holen ließ -- +einen+ Tag nach ihrer Flucht -- schloß ich doch mit Frau +Benzmann+ ab.“
„Sie haben sich -- wieder verlobt?“
„Gerechter Himmel -- ich +denke+ nicht daran! Frau Benzmann ist Karls Großmutter -- ich denke, ich erzählte Ihnen damals -- eine vortreffliche, nur etwas, sagen wir: etwas zu energische Frau.“
„Ach, die alte Dame mit der -- Kohlenschaufel? Der Junge ist also ...“
Michael Monkebach sprach so leise, daß ich ihn nur noch verstehen konnte, wenn ich mein linkes Ohr dicht unter seine Nase hielt. Das tat ich. Denn die verwickelten Schicksale des Mannes mit dem persönlichen Einfluß interessierten mich sehr.
„Durch die Adoption erwuchsen mir doch Verpflichtungen, nicht wahr? Ich konnte mich doch jetzt nicht von jedem beliebigen Rittmeister, der meine weitgehende Gastfreundschaft, drücken wir uns milde aus: mißbraucht hatte, über den Haufen schießen lassen. Sie begreifen das? Ich habe Frau Benzmann, -- sie trinkt leider stark und ist als Verwandte recht lästig, -- dem Jungen und mir selber versprochen, ein guter Vater zu sein. +Nur+ ein Vater. Man muß etwas sein und das ganz. Ich wollte meinen ganzen persönlichen Einfluß geltend machen, wollte dieses Menschheitspflänzchen zu herrlicher Blüte zu -- Karl, wirst du augenblicklich dem Kutscher die Peitsche zurückgeben? Au-gen-blick-lich!“
Auf dem Bock hatte sich so etwas wie ein Kampf entsponnen, den der neckisch aufgelegte Gaul dazu benutzte, uns in einem harten, stoßenden Galopp bald nach links bald nach rechts unsanft an eine Bordschwelle zu fahren.
„Du sollst die Peitsche hergeben!“ Halb aufstehend kniff der ergrimmte Michael Monkebach den renitenten Pflegesohn in eine seinem Arm erreichbare besonders fleischige Körperstelle.
Der Junge gab schrill aufquietschend die Peitsche zurück. Und die genußreiche Fahrt nahm einen friedlicheren Verlauf.
„Und haben Sie denn nun rechte Freude an +die+sem Sohn?“
Michael Monkebach umging die direkte Antwort.
„Es war nicht immer ganz leicht,“ sagte er. „Es meldeten sich störende, kleine Atavismen -- Sie wissen, sein armer Vater, der ehemalige Briefträger ... Der Bedauernswerte ‚sitzt‘ jetzt wieder. Er machte als Kassenbote -- ich hatte ihm die Kaution gestellt -- eine unangemeldete Erholungsreise und vergaß, zuvor einen der Firma gehörigen Tausendmarkschein abzugeben ... Übrigens, ich möchte nicht schlecht sein, aber, ehrlich gesagt, mir ist’s für alle Teile fast lieber, er ist auf solche Weise aufgehoben. Seine Besuche waren nicht sehr angenehm. Er hetzte den Jungen auf. Ich glaube, es war auch +sein+ Gedanke, daß Karl zur +See+ gehen sollte. Er dachte mich wohl damit am empfindlichsten zu treffen.“
„Sie lassen den Jungen zur +See+ gehn?“
„Mein Gott, ich ‚lasse‘ --? was will ich machen? Wenn nun einmal sein junges, törichtes Herz daran hängt. Und in der Schule -- unter uns: er ist leider nicht sehr begabt. Wenigstens nicht für Unterrichtsgegenstände. Zuweilen hat er wohl ganz überraschende Geistesblitze, aber die sind immer mit einer gewissen Tücke verbunden. Sie könnten zum Exempel Erdbeermarmelade verstecken, +wo+ Sie wollten -- er würde sie finden. Aber im schlichtesten Aufsätzchen eine Kuh zu beschreiben oder eine Mühle oder einen Storch -- er bringt’s nicht fertig. Nun hab’ ich ihn also angemeldet als Schiffsjungen in Hamburg. Der Kapitän ist ein Schulfreund von mir. Er nimmt ihn dort schon an der Bahn in Empfang. Gleich die erste Fahrt ein hübsches Stückchen Wasser ... Nach Valparaiso. Es soll gute Zucht sein auf dem Schiff. Auch über das Essen habe ich mich vergewissert. Na, natürlich nicht gerade Erdbeermarmelade; aber kräftig und reichlich.“
„Ist da nun nicht ein trauriger Gedanke, einen Sohn zu haben und doch wieder +keinen+ Sohn zu haben?“
„Gewiß, gewiß. Aber, was wollen Sie, sein Herz hing daran, nicht wahr? Er wäre mir verbummelt, verbittert zu Hause. Und +so+ -- ich denke, ich kann doch für ihn sorgen. Lächeln Sie nicht, das ist doch etwas, ist ganz viel. Ich kaufe ihm warme Unterwäsche, wenn er nach Spitzbergen fährt, und ich suche ihm leichte Sommersachen aus, wenn er nach dem Äquator steuert. Ich habe mir einen neuen großen Atlas gekauft -- meinen schönen alten Kiepert hat Maruschka Anastasia irrtümlich unter ihren Sachen mitgenommen. Und so kleine Fähnchen hab’ ich in einem Papierladen erstanden, wissen Sie, so lustige bunte Wimpelchen an Stecknadeln, wie sie die großen Dampfschiffahrtsgesellschaften auf ihre Karten stecken. Genau solche. Das hab ich ihnen abgesehen. Und so mache ich auf der Karte alle Fahrten mit ihm; und abends lese ich die Berichte von den Seewarten. Und aus jedem Hafen -- das hab ich schon ausgemacht mit meinem Schulfreund, dem Kapitän -- bekomme ich ein ausführliches Telegramm. Sehn Sie, mich hat das Leben gelehrt, es ist gar nicht so wichtig, daß man immer +körperlich+ bei den Menschen ist, die man liebt, die man halten und schützen und fördern möchte. Maruschka Anastasia zum Beispiel -- ich habe sie +nie+ wieder gesehn. Aber es freut mich doch an jedem Ersten im Monat, wenn ich, die Hand auf der Brusttasche, die Bückeburger Straße hinaufgehe und ihr das Geld auf ihr Konto bei der Deutschen Bank einzahle.“
„Was -- Sie -- Sie -- unterstützen Ihre geschiedene Frau noch --?“
„Das +muß+ ich doch. Ich bin ja der schuldige Teil, nicht wahr? Heißt das: vor der Welt. Wir haben das ganz hübsch so eingerichtet. -- Und dann hat ihr Verleger Bankrott gemacht. Und der Rittmeister hat doch selbst nichts, nicht wahr? Er verkauft manchmal einen Wurf Foxterriers -- aber mein Gott, jetzt sind wieder die schottischen Schäferhunde Mode. Er hat Unglück der Mann, wirklich, er tut mir leid.“
Wir waren am Lehrter Bahnhof und stiegen aus.
Der Zug stand schon bereit. Michael Monkebach eroberte für den Jungen einen Eckplatz, Rücksitz am Fenster. Er dachte an alles, brachte die Reisetasche im Gepäcknetz unter und erprobte umständlich auf mehrere sinnreiche Arten, ob sie nicht etwa dem Daruntersitzenden auf den Kopf fallen könnte. Er kaufte ihm noch ein paar Orangen und zwei fingerdick belegte Brote; er belehrte ihn noch über die wohlgesetzten Begrüßungsworte, die er dem Kapitän bei der Ankunft in Hamburg widmen sollte, ermahnte ihn dringend, auf die Reize der Aussicht ein Augenmerk zu haben und sich ja nicht aus dem Fenster zu beugen, weil einem da leicht kleine Kohlenstäubchen ins Auge fliegen könnten, was sehr fatal und schmerzhaft sei. Und mit einer unnachahmlich diskreten Handbewegung auf eine dunkle Verbindungstür nach einem kleinen Kabinett weisend, flüsterte er: „Und -- du weißt, lieber Karl, für alle Fälle ... +Genier+’ dich nicht, Junge! Solche Dinge sind menschlich. Die vornehmste Dame ist nicht frei davon.“
Ich hielt mich bescheiden etwas zurück, den Abschied nicht zu stören.
Daß der Jüngling von Sentimentalitäten überwältigt werden könne, schien er nicht zu befürchten. Er betastete neugierig den blanken Griff der Notbremse und prüfte die geheimnisvolle Plombe, was Michael Monkebach sehr in Verwirrung setzte. Er drehte die Heizungskurbel, las die ausführlichen Bestimmungen über „verlorene und gefundene Gegenstände“ mit lauter Stimme von einem angeschlagenen Blättchen ab und bat schließlich seinen Vater, dem Mathematiklehrer zu bestellen, daß er ihn nie habe ausstehen können und für einen ekelhaften Esel halte.
Das war der letzte Gruß des künftigen Seefahrers an die Heimat, an die Vergangenheit, an das Festland.
Der Zug setzte sich in Bewegung.
Michael Monkebach zog mit nervöser Hast ein sehr sauberes Taschentuch, reichlich so groß wie eine Kinderwindel; und er winkte mit der ganzen Kraft seines Armes, so lange der Zug in Sicht war, wobei er im Überschwang der Gefühle am äußersten Ende des Perrons herlief und beinahe den diensttuenden Stationsvorsteher auf die Schienen geworfen hätte.
Als wir langsam die Treppe herunterstiegen, blieb er plötzlich stehen, legte mir die Hand auf den Arm und sagte:
„Ist es nun nicht ein wunderbarer, ein, möchte ich sagen, erhebender Gedanke, daß der Junge vielleicht in drei Monaten in Kapstadt vor Anker geht, oder in sechs Monaten in den Hafen von Habana einläuft oder in Montevideo an Land klettert oder in Melbourne? Und ich in meinem stillen Landstädtchen, der ich nur noch seine ziemlich schlechten Bilder und sein zerbrochenes Kinderspielzeug und seine zerpflückten Schulbücher habe als Erinnerungen an so viele Sorgen und Hoffnungen und gern erfüllte Pflichten, ich weiß: daß er unter Kaffern und Indianern, unter Grönländern und Indiern und unter lauter seltsamen Menschen, die eine fremde Sprache reden und fremden Sitten gehorchen, plötzlich etwas sagen, etwas tun wird, daß er nur von +mir+ hat, nur von +mir+ haben kann. Er wird sich plötzlich auf eine Lehre besinnen, die ich ihm gab; wird ein Wort, eine Sentenz anwenden, die er mich oft gebrauchen hörte. Und bewußt oder instinktiv wird er ein winziges Spürchen Kultur, die Kultur von +meiner+ Kultur ist, unter die Feuerländer und Kanibalen, unter die poesielose Hafenbevölkerung des schmutzigen Ostens, unter die armen Fischer im Eis des hohen Nordens tragen. Und so dünn und klein diese Fäden auch sein mögen, +mein+ persönlicher Einfluß, den ich auf sein Kindergemüt übte, umspannt auf solche Weise in ein paar Jahren vielleicht die ganze Welt. Ein Späßchen, das +ich+ einmal gemacht, erzählen sie sich vielleicht am lodernden Wachtfeuer am Amazonenstrom. Eine Handbewegung von mir, wenn ich abends den Tee bereitete, wird vielleicht in Lappland von einem schmierigen Eingeborenen als fremde Kulturblüte nachgeahmt. Ein gutes Wort, daß ich gelegentlich aus dem Gedächtnis nach einem deutschen Dichter falsch zitierte, klingt vielleicht in derselben irrigen Version in einem Tempel bei Nagasacki wieder. So hat alles Trübe sein Fröhliches, jeder Schmerz seine Heilung in sich selbst. Ich verliere, sehn Sie --“ Er stockte einen Augenblick, dann sprach er mit wehmütigem Lächeln weiter: „Ich verliere einen Jungen an die große Welt da draußen; und mein Haus wird still und einsam. Aber ein Stückchen, ein Spürchen, ein Gruß von mir passiert mit +ihm+ den Äquator, fährt mit ihm durch die Wendekreise. Und auf all das Fremde, Große, Schöne da draußen, das ich mit eigenen Augen nie sehen werde, habe ich ganz heimlich und ganz bescheiden durch die Fahrten meines Adoptiv-Kindes einen gewissen persönlichen Einfluß.“
Während er mehr zu sich selbst, als zu mir sprach, hatte er den schwarzen Schäfermantel auseinandergeschlagen und wischte sich mit dem riesigen Zipfel des Taschentuches verstohlen das Auge. Als er aber meinen freundlich verstehenden Blick auf sein gerötetes Antlitz gerichtet sah, steckte er das Tuch sofort weg, zwinkerte noch ein paar Mal wie prüfend mit dem Augendeckel und erklärte dann ein wenig unsicher im Ton:
„Es muß mir ein Kohlenstäubchen ins Auge gekommen sein.“
Dann schritt er im Gewühl der Passagiere eines eben angekommenen Zuges zwischen einem höheren Offizier und einer Eierfrau durch die Perronsperre ins Freie ...
Bücher aus dem Verlage ○ ○ Concordia Deutsche Verlags-Anstalt ○ +Hermann Ehbock+ Berlin W. 50 ○ ○ Geisbergstraße 29
Concordia Deutsche Verlags-Anstalt, Hermann Ehbock
Rudolf Presber:
Von Leutchen, die ich lieb gewann
_=15 Auflagen=_ in kurzer _=Preis=_ geheftet Mk. 3.50, Zeit gbden. Mk. 4.50.
=Berliner Tageblatt.= +Welch ein Buch! Welch ein lustiges Buch durch und durch!+ Der ernsteste, bis aufs äußerste überlastete Minister, ja alle überlasteten Menschen (und wer wäre es nicht?) hätten freudige, fröhliche Stunden, wo sie ab und zu aufsehen müßten vom Lesen, um sich vom Lachen auszuruhen und minutenlang zu stoppen, um sich zu erholen. Ja, welch ein +wundervolles köstliches Buch ist es+! Voller (wenn erlaubt ist, so zu sagen) durchdringenden Humors. Wie scharf hat der Dichter uns Menschen gesehen, „in diesem Fall“ wie scharf unsere großen und kleinen Eigenheiten gekannt! Wie vielen wird dies Buch ein erfrischendes Buch sein, wo sie mal beim Lesen alle und alle Sorgen an den Laternenpfahl hängen können! Und die Kranken, die darin lesen, müssen gesund werden (+Detlev von Liliencron+).
=Leipziger Tageblatt.= Dieses Buch stelle ich +an einen ganz besonderen Platz in meiner Bibliothek+. Ich stelle es dahin, wo die Sorgenbrecher des Lebens stehen, dahin, wo all das traulich zusammensteht, was pessimistische Gedanken und Gefühle verscheucht, was mir die Schatten des Lebens bannt und die Sonne goldiger macht. Ganz in die Nähe der ernsten Philosophen stelle ich es, nicht zu weit weg von Shakespeare, dem genialen Witzbold, und nicht zu weit auch vom (nicht zeitlich, aber wesentlich) älteren Jean Paul ... Der Wert der Presberschen humoristischen Erzählungen, ihr ganz +einzigartiger und außerordentlicher künstlerischer Wert+, besteht in der Fähigkeit des Dichters, sich in die Lebensgewohnheiten und Lebensauffassungen der Personen völlig hineinzudenken, die er uns schildert. Nur der wirkliche Dichter vermag seine Figuren lediglich durch sich selbst humoristisch wirken zu lassen. Da ist nichts gesucht und an den Haaren herbeigezogen, +all diese Personen leben+, leben, so wie sie der Dichter schildert.
=Die Literatur (Hamburger Nachrichten).= In diesen Skizzen zeigt sich der Verfasser, den wir als einen unserer innerlich reichsten und feinsten Lyriker bereits kennen, als treffsicherer Spötter und Satiriker. „Der Mäcen“, „Liardot II.“, „Mein Porträt“ usw. sind +Kabinettstücke humoristischer Lebensepisoden+.
=Dresdener Nachrichten.= Ein Zug von, ich möchte fast sagen +überwältigendem Optimismus+ geht durch jede einzelne dieser feinen Skizzen, aus denen der Humor als der „verschönte Ernst“ zu uns spricht, jene Liebe zu den Menschen, die stets in dem großen Verstehen ihrer Schwächen und Fehler, ihrer Leiden und Freuden ausklingt. Man fühlt es, Rudolf Presber ist das Leben nicht stumm geblieben, er hat es sich selbst gedichtet, zur Poesie umgestaltet in den Sorgen des Alltags, in den Freuden der Feierstunden, in Jahren des Ringens und Leidens, in Augenblicken der Freude und des Glücks. Nur ein solcher Mensch, den das eben zum Dichter gemacht hat, kann Leben so sehen, wie es Presber sieht ... Nur wenige Dichter, die heute mit uns und hinter uns leben, verstehen es, +mit solcher Herzlichkeit zu schreiben, mit so viel echtem Gemüt zu erzählen+, wie dieser Poet, um dessen Lippen immer ein Lächeln zu schweben scheint, aus dessen leuchtenden Augen stets ein warmes Leuchten bricht, mag er auch nicht immer von lachendem Frohsinn sprechen.
=Breslauer Zeitung=: „+Ich habe lange nicht so gelacht+“, sind die Worte, die jeder ausrufen dürfte, der das entzückende humorvolle Buch „Von Leutchen, die ich lieb gewann“, von Rudolf Presber aus der Hand legt. Es ist reiner, klarer, echter Humor.
Die Diva und Andere
von =Rudolf Presber=
_Sechste_ Auflage
Preis: Geheftet Mk. 3.--, gebunden Mk. 4.--
=Münchener Neueste Nachrichten=: Einen hohen und seltenen Genuß verschafft die Lektüre dieser von sonnigem Humor und sprudelnder Heiterkeit erfüllten Skizzen. Presber, der feinsinnige Lyriker und geistreiche Spötter, ist unstreitig auch einer unserer besten Humoristen. Das neueste Buch ist ein schlagender Beweis dafür. Wie prächtig bearbeitet ist die kleine Skizze „Die Diva“, mit welch bitterer Ironie deckt der Verfasser mit wenigen genial hingeworfenen Strichen die ganze Falschheit und Niederträchtigkeit dieser drei sich gegenseitig umschmeichelnden Gestalten, der Diva, des Kritikers und des Dichters, auf. Nichts darin erscheint übertrieben, sondern alles atmet natürliche Frische. Eine ebenso große Rolle spielt das komische Element in der künstlerisch fein gearbeiteten und ergötzlich geschilderten Skizze „Der rätselhafte Findling“, der durch das Erscheinen Sherlock Holmes als Sohn des Dalai Lama erkannt wird. Der überaus ansprechende Stil, der das ganze Buch durchweht, übt einen unwiderstehlichen Zauber aus. Warmherzig und voll Empfindung ist das Buch so recht dazu geeignet, jedermann von krankhaften Seelenzuständen zu befreien und allen Pessimismus zu verscheuchen. Presber ist ein ganzer Künstler, dessen Phantasie einen Zündstoff bildet, dessen Wirkung niemand sich entziehen kann.
=Internationale Literatur- und Musikberichte=: Ein echter Sorgenbrecher! Man kennt Presbers Humor schon von seinem Buche her: „Von Leutchen, die ich lieb gewann“. Hier ist derselbe Humor, derselbe geistreiche Witz, die gleiche Kunst der kurzen, scharf pointierten Erzählung. Die vierzehn kleinen Erzählungen sind Meisterstücke ihrer Art und werden mit Recht dazu beitragen, Presbers Namen in die Reihe der ersten Humoristen zu stellen. Schon die Tatsache der 5. Auflage ist der beste Beweis für die Güte des Buches. Ich empfehle es auf das allerwärmste.
=Breslauer Zeitung=: Zwanglos intensiv teilt sich wieder die Grundstimmung der Presberschen Prosasatiren mit: Klar erkennt man in der Karikatur den fein durchschauten, festgeformten Typ, im scharfen Angriff die verstehende Entschuldigung, im brillierenden Wortwitz die Treffsicherheit der inneren Pointe, in der schneidigen Ironie noch die warme Herzlichkeit des Optimisten von Geburt. Nicht viele sehen jetzt so wie Rudolf Presber. Am meisten Otto Ernst (der Erzähler natürlich!), wo ihm das Leben ein frohes Farbenspiel ist. Aus einiger Entfernung schon grüßen die Menschen Heinrich Seidels und die Querköpfe Hans Hoffmanns sich mit Presbers Leuten. Und ganz aus der Weite reckten sich dann die Charakterfiguren noch weit Größerer auf. Die Form -- sie ist bei Presber mit dem Geschick des Routiniers dem allerjüngsten Geschmack angepaßt -- wird nicht über den soliden Dauerwert dieser Art Humor hinwegtäuschen, der nicht Presbers persönliches Eigen allein ist, sondern künstlerische Daseinsäußerung eines typischen Temperaments, das zum Glück jeder Epoche immer wieder neu ersteht, nie unverstanden bleiben darf und von seiner Zeit immer nur die Aeußerlichkeiten leiht.
=Der „Rheinische Kurier“=: Presber ist nicht nur in seiner engeren Heimat, sondern im ganzen deutschen Vaterland als einer der geistvollsten Plauderer und Feuilletonisten bekannt, der es versteht, auf der Grundlage einer scharfen Beobachtung und einer feinen psychologischen Zergliederung Grazie und Anmut mit ästhetisch-philosophischem Ernst zu verbinden. Wie immer, so bekundet auch Presber in der vorliegenden Sammlung geistvoll-humoristischer Silhouetten seine großen Vorzüge. Mit kecken Strichen versteht er seine „Helden“ und „Heldinnen“ uns vorzuführen, ihre Tugenden zu preisen und ihre Schwächen unbarmherzig zu geißeln und doch so liebenswürdig dabei zu bleiben, daß keine Bitternis in der Seele des Lesers aufsteigt.
=Deutsche Tageszeitung=: Von Rudolf Presber, dessen bereits in vierzehnter Auflage erschienenes Buch von „Leutchen, die ich lieb gewann“ nach dem Ausweis des Buchhandels zu den meistverlangten Neuerscheinungen dieses Jahres gehört, ist soeben das amüsante Geschichtenbuch „Die Diva und Andere“ in sechster, vermehrter Auflage mit neuem, charakteristischem Buchschmuck von Hanns Anker erschienen. Alle Vorzüge einer humor- und gemütvollen Erzählungskunst, die dem Verfasser des „Von Leutchen, die ich lieb gewann“ nach dem einstimmigen Urteil der Kritik unter die ersten Humoristen einreiht, findet sich in diesem Buche in bunter Fülle wieder.
=Berliner Tageblatt=: Rudolf Presber hat viel Begabungen: er kann sehr schöne zartflimmernde Verse machen; er kann mit ganz aktuellem Witz sich zum Herrn einer momentan interessanten Situation machen; er kann sich träumend über die platte Wirklichkeit erheben und kann auch als rechtes Weltkind harmlos fröhlich irgendeine Schnurre erzählen. Von +alldem+ findet sich etwas in diesem Satirenband.
=Die Post=: Presber liebt es, Satire und Humor und Grazie ineinander zu flechten. Seine Satire wird nie bösartig und gallig, der wundervolle süddeutsche Humor streicht mit einer weichen, warmen Hand über die Spitzen und Widerhaken der Satire und kulminiert zumeist die temperamentvoll losfahrende Vehemenz der Satire in einem befreienden und herzerquickenden Gelächter. So etwas bringt ein Norddeutscher nicht gut zuwege, dazu muß man schon Süddeutscher sein von dem leichten und doch empfindungsvollen fränkischen Geblüt.
Die Bilder-Stürmer
Eine Tragödie in fünf Akten
von =Cléon Rangabé=
Übersetzt und für die Deutsche Bühne bearbeitet von
Rudolf Presber
Mit Buchschmuck von +Hanns Anker+
Ihrer Kgl. Hoheit der Kronprinzessin von Griechenland gewidmet
Geheftet Mk. 4.--, gebunden Mk. 5.-- Numerierte Luxus-Ausgabe Mk. 25.--.
„=Nord und Süd.=“ Nicht nur der Diplomat, auch der Dichter Cléon Rangabé ist in Deutschland wohlbekannt und geschätzt. Das vorliegende Buch, das Drama „Die Bilderstürmer“, ist geeignet, den Namen des Dichters noch weiter hinauszutragen. Das behandelte Thema steht an und für sich uns Deutschen recht fern und abseits; jedoch ist Rangabé vollkommen gelungen, unser Interesse wachzurufen und wach zu halten, uns zu erwärmen und tiefinnerlich zu erschüttern! Gleich am Anfang empfinden wir bewundernd, mit wie kurzer kraftvoll gestalteter Exposition uns der Dichter in die das Stück bedingenden Verhältnisse hineinversetzt, daß die Zeit, die Umgebung mit all ihren Kämpfen und Gegensätzen sofort klar vor uns liegt. Es ist die Zeit der dogmatischen Kirchenkämpfe, die Zeit der „Bilderstürmer“; es ist die Umgebung des byzantinischen Kaiserhofes, wo eben jene Frage des Bilderdienstes die Kaiserin Irene, Leos IV. Witwe, zu ihrem Sohne und Mitregenten Konstantin VI. in schärfsten Konflikt brachte.
Im Theater zu Athen haben die „Bilderstürmer“ großen Erfolg erzielt, und wir sind überzeugt, daß auch ihre Aufführung in deutscher Sprache auf deutschen Bühnen bei angemessener Inszenierung und guter Besetzung der Hauptrollen reichen Beifall finden und Zugkraft ausüben wird.
Und zum Schluß die höchst vornehme Ausstattung des Buches, die nicht nur prächtig ist -- das kann auch von manchen anderen Erzeugnissen des modernen Buchschmuckes gesagt werden -- sondern, was weit schwerer wiegt und größere Anerkennung verdient, in ihrem Stile bis ins Detail hinein einheitlich und dem Inhalte des Buches angepaßt ist. So ist ein Kunstwerk entstanden, das in jeder Beziehung zu erfreuen und befriedigen vermag.
Im Lande der Jugend
Roman von Traugott Tamm
_6. Auflage._ Geheftet Mk. 4.--, geb. Mk. 5.--.