The German Classics from the Fourth to the Nineteenth Century, Vol. 1 (of 2)
Part 32
Dô si dô mit freuden gâzen, der wirt niht wolte lâzen, er frâgte in der mære wie der hovewîs wære dâ er wære gewesen bî. ‘sage mir sun, wie der sî; sô sag ich dir denne wie ich etewenne bî mînen jungen jâren die liute sach gebâren.’ ‘vater mîn, daz sage mir; zehant sô wil ich sagen dir wes dû mich frâgen wil: der niuwen site weiz ich vil.’ ‘Wîlen dô ich was ein kneht 10 und mich dîn ene Helmbreht, der mîn vater was genant, hin ze hove het gesant mit kæse und mit eier, als noch tuot ein meier, dô nam ich der ritter war und markte ir geverte gar. sî wâren hovelîch unde gemeit und kunden niht mit schalkheit, als nû bî disen zîten kan 20 manic wîp und manic man. die ritter heten einen site, dâ liebtens sich den frouwen mite: einez ist buhurdiern genant; daz tet ein hoveman mir bekant, dô ich in frâgte der mære wie ez genennet wære. si fuoren sam si wolten toben (dar umbe hôrte ich si loben), ein schar hin, diu ander her; ez fuor diser unde der als er enen wolte stôzen. under mînen genôzen ist ez selten geschehen daz ich ze hove hân gesehen. als si danne daz getâten, 10 einen tanz si danne trâten mit hôchvertigem gesange: daz kurzt die wîle lange. vil schiere kam ein spilman; mit sîner gîgen huop er an: dô stuonden ûf die frouwen; die möht man gerne schouwen; die ritter gegen in giengen, bî handen si si viengen. dâ was wunne überkraft 20 von frouwen und von ritterschaft in süezer ougen weide. junkherren unde meide, si tanzten frœlîche, arme unde rîche. alz des danne nie mê was, sô gie dar einer unde las von einem der hiez Ernest. swaz ieglîch aller gernest wolte tuon, daz vander. 30 dô schôz aber der ander mit dem bogen zuo dem zil. maneger freude was dâ vil: ener jagte, diser birste. der dô was der wirste, der wære uns nû der beste. wie wol ich etewenne weste waz triuwe und êre mêrte ê ez valscheit verkêrte! die valschen und die lôsen, die diu reht verbôsen mit ir listen kunden, 10 die herrn in dô niht gunden ze hove der spîse. der ist nû der wîse, der lôsen unde liegen kan; der ist ze hove ein werder man und hât guot und êre leider michels mêre danne ein man der rehte lebet und nâch gotes hulden strebet. als vil weiz ich der alten site. 20 sun, nû êre mich dâ mite und sage mir die niuwen.’ ‘Daz tuon ich entriuwen. daz sint nû hovelîchiu dinc: “trinkâ, herre, trinkâ trinc! trinc daz ûz; sô trinke ich daz.” wie möhte uns immer werden baz? vernim waz ich bediute: ê vant man werde liute bî den schœnen frouwen: nû muoz man si schouwen bî dem veilen wîne. 10 daz sint die hœhsten pîne den âbent und den morgen, wie si daz besorgen, ob des wîns zerinne, wie der wirt gewinne einen der sî alsô guot, dâ von si haben hôhen muot. daz sint nû ir minne: “vil süeze lîtgebinne, ir sult füllen uns den maser. 20 ein affe und ein narre waser, der ie gesente sînen lîp für guoten wîn umbe ein wîp.” swer liegen kan, der ist gemeit, triegen daz ist hövescheit; er ist gefüege, swer den man mit guoter rede versnîden kan; swer schiltet schalclîche, der ist nû tugentrîche. der alten leben, geloubet mir, die dâ lebent alsam ir, der ist nû in dem banne und ist wîbe und manne ze genôze als mære als ein hâhære. âht und ban daz ist ein spot.’ 10 Der vater sprach ‘daz erbarme got und sî im immer gekleit daz diu unreht sint sô breit. die alten turnei sint verslagen, und sint die niuwen für getragen, wîlen hôrte man kroyieren sô “heyâ, ritter, wis et frô!” nû kroyiert man durch den tac “jagâ, ritter, jagâ jac! stichâ stich! slahâ slach! 20 stümbel den der ê gesach; slach mir dem abe den fuoz, tuo mir dem der hende buoz: dû solt mir disen hâhen, und enen rîchen vâhen, der gît uns wol hundert phunt.” ‘Mir sint die site alle kunt. vater mîn, wan deich enwil, ich trouwe dir gesagen vil niuwan von den niuwen siten. ich muoz slâfen: ich hân vil geriten; mir ist hînte ruowe nôt.’ dô tâten si als er gebôt.
_Als sie fröhlich assen, da konnte der Wirth sich nicht länger zurückhalten, er fragte ihn darnach, wie man bei Hofe gelebt, da wo er gewesen wäre. ‘Sage mir, Sohn, wie es damit steht, so sag ich dir nachher, wie ich einstmals in meiner Jugend die Leute sich benehmen sah.’ ‘Vater, das sage mir, so will ich sofort dir sagen, was du mich fragen willst: denn die neuen Sitten kenn ich sehr wohl.’ ‘Früher als ich Knecht war, 10 und mich dein Grossvater Helmbrecht, also mein Vater, mit Käse und Eiern nach Hof geschickt hatte, wie die Meier noch thun, da hab ich mir die Ritter angesehen und ihr Treiben genau beobachtet. Sie waren höfisch und fröhlich und wussten nichts von niedriger Gesinnung, die in unseren Tagen 20 manche Frau und mancher Mann besitzt. Die Ritter hatten eine Gewohnheit, womit sie sich bei den Damen beliebt machten: das hiess ‘buhurdieren’; so erklärte mir ein Diener bei Hofe, als ich ihn darnach fragte, wie das Ding genannt würde. Sie jagten wie die Verrückten (und dafür hört ich sie noch loben), eine Schaar hin, die andere her; der eine fuhr auf den andern los, als wollte er ihn stossen. Unter meines Gleichen ist das nie geschehen, was ich da bei Hof gesehen habe. Als sie damit zu Ende waren, 10 da traten sie einen Tanz unter heiterem Gesange: das vertrieb die lange Weile. Nun kam gleich ein Spielmann; Sobald der zu geigen anfieng, da erhoben sich die Damen; es war eine Lust sie zu sehen; die Ritter giengen ihnen entgegen und fassten sie bei den Händen. Da war an Wonne Überfluss 20 von Frauen und Ritterschaft zu süsser Augenweide. Junker und Mägdlein tanzten fröhlich, Arm und Reich durcheinander. Als das nun vorüber war, da kam einer und las vor von einem Namens Ernst. Jeder konnte thun, wozu er am meisten Lust verspürte. 30 dort schoss wieder einer mit dem Bogen nach dem Ziel. Da gab es vielerlei Lustbarkeiten: der eine jagte, der andere pirschte. Und wer damals nicht viel bedeutete, der wäre für uns heute noch der beste. Wie wohl ich mich damals darauf verstand, was Treue und Ehre zu mehren in Stande ist, ehe Falschheit es in’s Gegentheil verwandelte! Die Falschen und die Schlimmen, die ihre Künste darauf gerichtet, das Recht zu stürzen, 10 ihnen gönnten die (adelichen) Herren damals bei Hof nicht einen Bissen. Heute ist der weise, der lügen und trügen kann; der ist bei Hof ein angesehener Mann und besitzt leider weit mehr Gut und Ehre, als ein Mann, der schlecht und recht lebt und nach Gottes Huld strebt. So viel weiss ich vom alten Brauch. 20 Mein Sohn, nun erweise mir die Ehre und berichte mir von dem neuen.’ ‘Das will ich thun meiner Treu. Jetzt heisst das höfisches Benehmen: “Trink zu, Herr, trink nur, trink! trink den aus; ich trinke nach.” Wie möcht’ es uns jemals besser ergehn? Höre nur, was ich erzähle: ehedem fand man anständige Männer bei schönen Frauen: jetzt muss man sie bei feilem Weine suchen. 10 Das sind ihre grössten Schmerzen am Abend und am Morgen, wie sie es fertig bringen, dass, wenn ihnen der Wein zu Ende geht, der Wirth einen anschafft, der ebenso gut ist, daran sie sich ergötzen können. Das ist heute ihre Liebe: “Viel süsses Kellnermädchen, füllt uns die Kanne! 20 Ein Affe und ein Thor war der, der je in Sehnsucht seinen Leib verzehrt nach einem Weibe statt nach gutem Wein.” Wer lügen kann, der ist flott; trügen, darin besteht die rechte höfische Lebenskunst; es ist ziemlich, dass man den Leuten mit geschickter Rede die Ehre abschneidet; wer boshaft klatscht, der ist heut tugendreich. Der Alten Weise, glaubt mir nur, die so leben wie ihr, die ist heut verpönt, und Frauen und Männer wünschen sie zum Henker. Über Acht und Bann macht man sich lustig.’ 10 Der Vater sprach ‘Das erbarme Gott, ihm sei’s ewig geklagt, dass das Unrecht sich so breit macht. Die alten Turniere sind dahin, an ihre Stelle sind neue gesetzt. Ehedem hörte man solch Feldgeschrei: “Heisa, Ritter, sei wohlgemuth!” Nun rufen sie den lieben langen Tag: “Jage zu, Ritter, jage doch, jage! Stich doch, stich! schlag zu, schlag! 20 verstümmle den, der vordem sehen konnte; hau mir dem den Fuss ab, hilf mir dem von den Händen: diesen sollst du mir aufhenken, den Reichen dort fangen, der giebt uns wol hundert Pfund (als Lösegeld).” ‘Mir sind die Bräuche alle wohlbekannt. Wollte ich, lieber Vater, so konnte ich dir noch viel erzählen nur von den neuen Bräuchen; doch ich muss schlafen: ich bin weit geritten; mir thut heut abend Ruhe noth.’ Da thaten sie, wie ers haben wollte._
_DER WEINSCHWELG._
[_Scherer D._ 228, _E._ 220.]
Eine satirische Novelle, nach 1260 gedichtet. Der Verfasser ist wie bei den meisten gleichzeitigen Gedichten dieser Gattung unbekannt. Herausgegeben von Grimm ‘altdeutsche Wälder’ 3, 13; Schröer (Jena, 1876) mit Übersetzung.
Swaz ich trinkens hân gesehen, deist gar von kinden geschehen; ich hân einen swelch gesehen: 10 dem wil ich meisterschefte jehen. den dûhten becher gar enwiht, er wolde näpf noch kophe niht: er tranc ûz grôzen kannen. er ist vor allen mannen ein vorlouf allen swelhen. von ûren und von elhen wart solher slünd nie niht getân. ez muos alle zît vor im stân ein grôz kanel wînes vol. er sprach ‘wîn, ich erkenn dich wol; ich weiz wol, daz du guot bist. die wîl dîn in dem vazze iht ist, sô wil ich bûwen dise banc.’ Dô huob er ûf unde tranc ein trunc von zweinzec slünden. er sprach ‘nu wil ich künden, waz tugent du hâst, vil lieber wîn. 10 wie möhtestu tugenthafter sîn? du hâst schœne und grôze güete, du gîst uns hôhgemüete, du machest küene den zagen. swer dîn wâfen wil tragen, der wirt wîse unde karc, er wirt snel unde starc, er fürhtet niemannes drô. du machst die trûrigen vrô, du gîst dem alten jungen muot, 20 du rîchst den armen âne guot, du machst die liute wol gevar. du bist ouch selbe schœne gar: du bist lûter unde blanc.’ Dô huob er ûf unde tranc ein trunc der für die andern gie. er sprach ‘war umbe oder wie sold ich den wîn vermîden? ich mac in wol erlîden, sît er allen mînen willen tuot. er dunkt mich bezzer denne guot; ich geniete mich sîn nimmer. ich wil in loben immer für bûhurdieren und für tanz. krône, tschapel unde kranz, 10 pfell, samît unde scharlât, swaz gezierde disiu werlt hât, die næme ich niht für den wîn. in hât in dem herzen mîn Minne alsô behûset, versigelt und verklûset: wir mugen uns niht gescheiden. swer mir in wolde leiden, der mües immer haben mînen haz. er kürzet mir die wîle baz 20 denn sagen, singen, seiten klanc.’ Dô huob er ûf unde tranc ein trunc noch grœzer vil dann ê. er sprach ‘gras, bluomen unde klê und aller krûte meisterschaft, die würze und aller steine kraft, der walt und elliu vogelîn, die möhten dîn, vil lieber wîn, die liute niht ergetzen; si möhten dich niht ersetzen mit allem dem, daz si künnen, ich wil dir gerne günnen, daz du mir kürzest die zît. swaz fröude mir diu werlt gît, 10 diu kumt vil gar von dîner tugent. dîn lop hât immer jugent; dîn werdekeit wirt nimmer kranc.’ Dô huob er ûf unde tranc einen trunc alsô starc: und solde er ein halbe marc ze lôn dâ mit verdienet hân, ern dörft niht bezzers hân getân. ‘beidiu ich und der wîn müezen immer ensamt sîn, 20 mir ist an im gelungen. er hât mich des betwungen, deich ie tet swaz er mir gebôt. der wîn ist guot für manige nôt. künde er iht wan fröude geben, diu werlt sold immer gein im streben. sîn fröude ist vor allen dingen. ich wil nâch fröuden ringen, sît mir der wîn fröude gît. nu wil ich ringen unz an die zît, daz er mir sô vil fröuden gebe, daz ich mit fröuden immer lebe: wie kan ich denne verderben? ich wil nâch fröuden werben. des habe mîn lîp immer danc.’ 10 Dô huob er ûf unde tranc, daz man mê solhes niht vernam. er sprach ‘der herzoge Ytam, der was gar âne wîsheit, daz er einem wisent nâch reit, er und sîn jäger Nordiân. si soldenn wîn gejagt hân; sô wærn si wîse, als ich pin. mir ist vil samfter denne in; ich kann jagen unde vâhen; 20 mich enmüedet niht mîn gâhen. ich jage den vil lieben wîn; des jäger wil ich immer sîn: er hât mir ie sô wol getân. swaz ich sîn her getrunken hân, und swaz ich sîn noch immer tac in mînen lîp geswelhen mac, daz ist wan ein anevanc.’ Alrêst huob er unde tranc vil manigen ungefüegen slunt. ‘wîn, mir ist dîn tugent kunt ich erkenne wol dîne kraft, dîn kunst und dîne meisterschaft. du bist meister der sinne; du liebest mir die minne; 10 du machest stæte manigen kouf, du machest manigen wettelouf, du machest maniger hande spil, mit fröuden kurzewîle vil. diu werlt ist gar mit dir erhaben. du kanst die durstigen laben, du machst die siechen gesunt. sît du mir êrst würde kunt, sô bin ich dir gewesen bî, swie vil dîner diener sî, 20 daz mich doch niemen von dir dranc.’ Dô huob er ûf unde tranc, daz die slünde lûte erklungen. unde einander drungen. dô wart von starken slünden ein sturm, daz den ünden diu drozze wart ze enge, daz sich von dem wâcgedrenge diu güsse begunde werren, blôdern unde kerren als ein windes prût ûf dem mere.
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Dô huob er ûf unde tranc ein trunc, der wart swære. swie grôz diu kanel wære, si was zem trunke niht volgrôz, 10 wan man zeiner nôt în gôz. er hiez et vaste în giezen und lie daz in sich vliezen, daz dâ noch solhez niht geschach. dô saz er nider unde sprach ‘der wîn ist rehte ein gimme. ich hœre ein süeze stimme in mînem houbet singen. die hœre ich gerne klingen. ez ist reht, daz ich in krœne. 20 er singet mêre süezer dœne denn aller slahte klingen und aller vogele singen, mir wart solhes nie niht bekant. er singt sô wol, daz Hôrant daz dritteil nie sô wol gesanc.’ Dô huob er ûf unde tranc, daz diu banc begunde krachen. er sprach ‘des muoz ich lachen. des ist ze lachen harte guot. daz krachen freut mir den muot. ez machet des wînes güete. ich hân allez mîn gemüete in den fröuden wol getrenket. dar in hân ich mich gesenket. ich sanc ie sît der stunde, 10 daz ich êrste trinken kunde und mir der wîn sô wol geviel. ich weiz wol daz dehein kiel in daz mere sô tiefe nie gesanc.’ Dô huob er ûf unde tranc einen vierschrœtigen trunc. er sprach ‘ich pin worden junc an lîbe unde an muote. wol mich’ sô sprach der guote, ‘daz ich sô gar ein meister bin 20 an trinken, seht, daz heiz ich sin. ich weiz wol, datz Parîs, ze Padouwe und ze Tervîs, ze Rôme und ze Tuscân vindet man deheinen man, ich ensî sîn meister gewesen, daz mir nie gein einer vesen ir deheiner möhte gelîchen. halt in allen diutschen rîchen kom mir nie deheiner zuo, 30 der beidiu spât unde fruo sô wol an trinken tûre. wînes nâhgebûre wil ich hiute und immer wesen. mîn sêle muoz mit ime genesen, im ist mîn sêle immer holt. swenne er schœne als ein golt von dem zaphen schiuzet, wie wênic mich des verdriuzet, swaz man sîn in mich giuzet! 10 vil wol mîn lîp des geniuzet. man sagt von turnieren: vaste swelhen under vieren daz kan ich wol; des hab ich danc.’ Dô huob er ûf unde tranc ein trunc, der vil grôz was. er sprach ‘swaz man ie gelas von den, die minne pflâgen und tôt von minne lâgen, die wâren mir niht glîche wîs. 20 wie starp der künic Pârîs der durh Helênam wart erslagen! des tumpheit sol man immer klagen. er solden wîn geminnet hân: sô het im niemen niht getân. vrô Dîdô lac von minnen tôt. Grâlanden sluoc man unde sôt und gab in der vrowen zezzen. want si sîn niht wolde vergezzen. Pîramus und Tispê, den wart von minne sô wê, daz si sich rigen an ein swert. mîn minne ist bezzers lônes wert, denn ir aller minne wære: mîn minne ist fröudebære. 10 ich bûw der minne strâze. mir ist baz denn Curâze, der von minne in dem sê ertranc.’ Dô huob er ûf unde tranc ein trunc mit grôzer île; der wert unz an die wîle, daz im diu gürtel zebrast. er sprach ‘daz bant ist niht ein bast, dâ mit ich zallen stunden zuo dem wîne bin gebunden. 20 daz ist mîn sælde und mîn heil; und sint ouch driu vil starkiu seil. daz eine ist des wînes güete, daz ander mîn stæte gemüete, daz dritte ist diu gwonheit. er mac mir nimmer werden leit: ich muoz in immer minnen. ich mac im niht entrinnen; wie zebræche ich ein sô starken stranc!’ Dô huob er ûf unde tranc sô sêre, daz si alle jâhen, die sîn trinken rehte ersâhen, swaz er getrunken het unz dar, des solde man vergezzen gar: der trunc behielte gar den prîs. 10 er sprach ‘diu werlt ist unwîs, daz si niht ze wîne gât, sô si deheinen gebresten hât, und trunke dâ für allez leit, für angest und für arbeit, für alter unde für den tôt, für siechtuom und für alle nôt, für schaden und für schanden slac, und für swaz der werlt gewerren mac, für nebel und für bœsen stanc.’ 20 Dô huob er ûf unde tranc sô sêr, daz sich diu kanel bouc. ‘swaz ie gevlôz ode gevlouc, daz sol billîch erkennen mich. die liute solten alle sich ze mînem gebote neigen. diu werlt ist gar mîn eigen. ich hân gewaltes sô vil, daz ich tuon daz ich wil. swaz ich wil, daz ist getân, deich allen mînen willen hân, dâ von heiz ich ungenôz. mîne tugende sint sô grôz; wær der werlde sô vil mê, daz daz mer und ieslich sê als guot wær als daz beste lant, 10 daz müese stên ze mîner hant und mües mir dienen âne wanc.’ Dô huob er ûf unde tranc sô lange und sô sêre, sô vil und dannoch mêre, sô vaste und sô harte, daz sich daz hemde zarte. er sprach ‘des wirt guot rât: ich weiz wol waz derwider stât; ich kan wol wâfen mich.’ 20 er zôch ein hirzhals an sich: den hiez er vaste brîsen; darzuo von guotem îsen ein vestez banzier enge. er sprach ‘des wînes gedrenge lât mich nu ungezerret. ich hân mich sô versperret: ern mac mich niht entsliezen. des sol ich wol geniezen, daz ich ze fröuden mînen lîp getwungen hân, daz man noch wîp sîn lîp sô sêre nie getwanc.’ Dô huob er ûf unde tranc.