The German Classics from the Fourth to the Nineteenth Century, Vol. 1 (of 2)

Part 30

Chapter 303,064 wordsPublic domain

Ich bin genant Bescheidenheit, diu aller tugende krône treit; mich hât berihtet Frîdanc ein teil von sinnen die sint kranc. Gote dienen âne wanc deist aller wîsheit anevanc. Swer umbe dise kurze zît die êwigen fröude gît, der hât sich selben gar betrogen und zimbert ûf den regenbogen. [swenne der regenboge zergât, sone weiz er, wâ sîn hûs stât.][220] Swer die sêle wil bewarn, der muoz sich selben lâzen varn. Swer Got minnet, als er sol, des herze ist aller tugende vol. Swer âne Got sich wil begân, der mac niht stæter êren hân. Swer Got niht fürhtet alle tage, daz wizzet, deist ein rehter zage. Swelch mensche lebt in Gotes gebote, in dem ist Got und er in Gote. Got hœhet alle güete, 20 und nidert hôchgemüete. Gote ist niht verborgen vor, er siht durch aller herzen tor. Ez sî übel oder guot, swaz ieman in der vinster tuot, od in dem herzen wirt erdâht, daz wirt doch gar ze liehte brâht. Al diu werlt lôn enpfât von Gote, als si gedienet hât. Vil selten ieman missegât, swer sîniu dinc an Got verlât. Wir suln mit allen sinnen Got fürhten unde minnen. Der werlde drô unde ir zorn ist hin ze Gote gar verlorn, man muoz im flêhen unde biten; er fürhtet niemens unsiten. 10 Diu aller kleinste Gotes geschaft vertriffet aller werlde kraft. Got geschuof nie halm sô swachen den ieman müge gemachen; der engel, tiuvel noch der man, ir keinz ein flôch gemachen kan. Got hât allen dingen gegeben die mâze wie si sulen leben. Got bezzer mâze widert gît, dan wir im mezzen zaller zît; 20 die liute snîdent unde mænt von rehte als si den acker sænt: Got kan uns gerihte geben, dâ nâch als wir hie leben. Got rihtet nâch dem muote ze übele unde ze guote. [Ein iegelîcher lôn enpfât dar nâch, als im sîn herze stât. der wille ie vor den werken gât ze guote und ouch ze missetât.] Got der durch alliu herzen siht, den möhte al diu werlt niht erbiten eins unrehtes: er enwil niht tuon wan slehtes; ein kleine kint erbæte in wol des man in ze rehte biten sol. Got zweier slahte willen hât, die er uns beide wizzen lât: 10 er tuot wol allez daz er wil; er verhenget ouch unbildes vil. und ræche en halbez daz er mac, sô stüend diu werlt niht einen tac. Wolte uns Got in pînen lân, als lange wir gesündet hân [(daz sîn genâde wende!), sô würdes niemer ende.] hete wir den himel zebrochen, ez würde eins tages gerochen. 20 diu buoch sagent uns vür wâr, ein tac sî dâ tûsent jâr. Got alliu dinc geschaffen hât: nieman er gar wizzen lât waz krefte in sînen dingen sî: da ist meisteil allez wænen bî. Si jehent, got habe der werlde gegeben michel êre unt senftez leben: doch ist ir senfte nie sô grôz, unsenfte sî dâ hûsgenôz. selten mir ie liep geschach, da enwæren drîzec ungemach. Diu zît sælde nie gewan dâ man gotes vergizzet an. 10 Man vergizzet gotes dicke von süezem aneblicke. Got manegen dienst enphâhet, daz tôren gar versmâhet. die brosmen sint vor Gote wert, der nieman obe tische gert. Wir geheizen alle Gote mê, dan iemer mit den werken ergê. Durch sünde nieman lâzen sol, ern tuo doch eteswenne wol. 20 niemens guottât wirt verlorn, wan der zer helle wirt geborn. Swer niht rehte mac geleben, der sol doch nâch rehte streben. Got niht unvergolten lât swaz ieman guotes begât: dekeiner slahte missetât er ouch ungerochen lât. Gotes gebot niht übergât wan der mensche den er geschaffen hât: vische, vogele, würme und tier hânt ir reht baz danne wir. Got hôrte Môyses gebet, daz er den munt nie ûf getet: swes noch ein reinez herze gert, des wirt ez âne wort gewert. 10 des mundes bete ist leider kranc âne des herzen fürgedanc. Mennegelîches gewizzenheit vor gote sîne schulde seit. Wist Got allez daz geschiht ê er iht geschüefe, od wiste ers niht? die wîsen jehent, er wiste ez wol daz ie was unde geschehen sol. Got himel und erden umberinc geschuof und dar in alliu dinc. 20 Got geschuof ein engel, der sît wart ein tiuvel durch sîn hôchvart; dar nâch geschuof er einen man: die zwên nieman versüenen kan. Got wiste ir strît wol und ir haz ê ers geschüefe, und über daz geschuof si Got. wer schuldic sî, daz scheide ouch got: der was dâ bî. Wer mac den strît gescheiden under kristen, juden, heiden wan Got der si geschaffen hât und alliu dinc ân iemens rât? der wiste wol ir aller strît, 10 ê ers geschüefe, und ouch ir nît. War umbe ein mensche sî verlorn, daz ander sî ze genâden erkorn, swer des vrâget, dêst ze vil: Got mac und sol tuon swaz er wil. swaz Got mit sînre geschepfede tuot, daz sol uns allez dunken guot. waz mac der haven sprechen, wil in sîn meister brechen? als lützel muge wir wider Got 20 sprechen, kumt uns sîn gebot. swie der haven vellet, er wirt vil lîhte erschellet; er valle her oder hin, der schade gât ie über in.

_Ich bin genannt Bescheidenheit, die aller Tugenden Krone trägt; Mich hat Freidanc gedichtet zum Theil aus schwachen Sinnen. Gott zu dienen ohne Wank, das ist aller Weisheit Anfang. Wer für diese kurze Zeit die ewige Freude hingiebt, der hat sich selbst gar betrogen und baut auf dem Regenbogen. Wenn der Regenbogen zergeht, So weiss er nicht, wo sein Haus steht. Wer die Seele bewahren will, der muss sich selbst fahren lassen. Wer Gott liebt, wie er soll, dessen Herz ist aller Tugenden voll. Wer ohne Gott leben will, der wird nicht stäter Ehren geniessen. Wer Gott nicht fürchtet alle Tage, das wisst, der ist ein wahrer Feigling. Welcher Mensch nach Gottes Gebot lebt, in dem ist Gott, und er in Gott. Gott erhöhet alle Güte 20 und erniedrigt Hochmuth. Vor Gott ist nichts verborgen: er sieht durch aller Herzen Thor. Es sei übel oder gut, was Jemand im Finstern thut, oder was im Herzen erdacht wird, das wird doch ganz ans Licht gebracht. Alle Welt empfängt Lohn von Gott, wie sie verdient hat. Sehr selten geht Jemand fehl, wer sich in seinen Sachen auf Gott verlässt. Wir sollen mit allen Sinnen Gott fürchten und lieben. Der Welt Drohen und ihr Zorn ist bei Gott ganz verloren: man muss ihn flehen und bitten, er fürchtet Niemandes Unsitte. 10 Das kleinste Geschöpf Gottes übertrifft aller Menschen Kraft. Gott schuf nie einen Halm so schwach, dass ihn Jemand machen könnte; weder Engel, Teufel noch Mensch, ihrer keiner kann einen Floh machen. Gott hat allen Dingen gegeben das Mass, wie sie leben sollen. Gott giebt besseres Mass wieder, als wir ihm messen in aller Zeit. 20 Die Leute schneiden und mähen mit Recht, wie sie den Acker säen: Gott kann uns Gericht geben, je nachdem wir hier leben. Gott richtet nach dem Herzen im Bösen und im Guten. Ein Jeglicher empfängt Lohn danach, wie ihm sein Herz steht. Der Wille geht stäts den Werken vorher zum Guten und zur Missethat. Gott, der durch alle Herzen sieht, den könnte die ganze Welt nicht zu einem Unrecht bewegen: er will nichts thun, als was recht und schlecht ist; ein kleines Kind könnte von ihm wohl erbitten, worum man ihn erbittet rechtmässig. Gott hat zweierlei Willen, die er uns beide wissen lässt: 10 er thut wohl Alles, was er will; er lässt auch viel Unrecht zu. Und rächte er nur die Hälfte von dem, was er mag, so stünde die Welt nicht einen Tag. Wollte uns Gott in der Strafe lassen, so lange als wir gesündigt haben (möge seine Gnade das abwenden!), so würde dessen nimmer ein Ende. Und hätten wir den Himmel zerbrochen, es würde eines Tags gerächt. 20 Die Bibel sagt uns fürwahr, ein Tag sei da tausend Jahr. Gott hat alle Dinge geschaffen: er lässt Niemand recht wissen, was für Kraft in seinen Dingen sei: da ist meistens nur Wahn dabei. Sie sagen, Gott habe der Welt gegeben grosse Ehre und frohes Leben: doch ist ihre Freude nie so gross, Leid sei denn der Hausgenoss. Selten geschah mir je etwas Liebes, ohne dass dreissigfaches Ungemach dabei gewesen wäre. Die Zeit gewann nie Heil, darin man Gottes vergisst. 10 Man vergisst Gottes oft wegen eines süssen Anblicks. Gott nimmt manchen Dienst an, der den Thoren verächtlich erscheint. Die Brosamen sind vor Gott werth, der Niemand an dem Tisch begehrt. Wir verheissen alle Gott mehr, Als je mit der That geschieht. Wegen Sünde soll Niemand unterlassen, doch manchmal Gutes zu thun. 20 Niemandes gute Thaten werden verloren, ausser wer zur Hölle geboren. Wer nicht recht leben kann, der soll doch nach dem Rechten streben. Gott lässt nicht unvergolten, was Jemand Gutes thut: keine Art Missethat bleibt auch ungestraft. Gottes Gebot übertritt Niemand ausser der Mensch, den Er geschaffen hat: Fische, Vögel, Würmer und Thiere halten ihr Gesetz besser als wir. Gott hörte Moses’ Gebet, obgleich er den Mund nie aufthat: wonach ein reines Herz begehrt, das wird ihm ohne Wort gewährt. 10 Des Mundes Gebet ist leider schwach ohne des Herzens Vorgedenken. Jedes Menschen Gewissen sagt vor Gott seine Schuld. Wusste Gott Alles was geschieht, ehe Er etwas schuf, oder wusst’ er’s nicht? Die Weisen sagen, er wusste es wohl, was je war und noch geschehen soll. Gott schuf Himmel und den Erdkreis und darin alle Dinge. 20 Gott schuf einen Engel, der nachher ein Teufel durch seine Hoffahrt wurde; danach schuf er einen Menschen: die beiden kann Niemand versöhnen. Gott wusste wohl ihren Streit und ihren Hass, ehe er sie schuf, und trotzdem schuf sie Gott: wer schuldig sei, das entscheide auch Gott: der war dabei. Wer mag den Streit scheiden unter Christen, Juden, Heiden ausser Gott, der sie geschaffen hat und alle Dinge ohne Jemandes Rath? Der wusste wohl ihrer aller Streit, 10 ehe er sie schuf, und auch ihren Hass. Warum der eine Mensch verloren sei und der andere zu Gnaden erkoren, wer danach fragt, das ist zu viel: Gott kann und soll thun, was er will. Was auch Gott mit seinen Geschöpfen thut, das soll uns Alles dünken gut. Was kann der Topf sagen, will ihn sein Meister zerschlagen? Ebenso wenig mögen wir wider Gott 20 sprechen, kommt sein Gebot zu uns. Wie auch der Topf fällt, gar leicht wird er zerschellet; er falle her oder hin, der Schade kommt immer über ihn._

_DER STRICKER._

[_Scherer D._ 186, 225, _E._ 176, 217.]

Lebte in Österreich und dichtete zwischen 1225 und 1250. Unter seinen Werken ist ‘der Pfaffe Amis’, ein alter Eulenspiegel, am bekanntesten. Ausserdem sein ‘Daniel von Blumenthal’, nach dem Vorbild von Albrich von Besançon; ‘Karl’, eine Überarbeitung des Rolandsliedes vom Pfaffen Konrad, und kleine Erzählungen und Beispiele. ‘Kleinere Gedichte von dem Stricker’ herausgegeben von Hahn (Quedlinburg 1839); ‘vom Verfall der Dichtkunst in Österreich’ in Hagens Germania 2,82; ‘von den Gauhühnern’ in Pfeiffers Germania 6,457; der ‘Pfaffe Amis’ in Lambels ‘Erzählungen und Schwänke’ Nr. 1 (Leipzig 1872); ‘Karl der Grosse’ von Bartsch (Quedlinburg 1857).

1.

DER PFAFFE AMIS.

Nû hœret waz im dô geschach. er kom da er einen probest sach, alwære und einvaltic, und was iedoch gewaltic über ein vil michel guot. dô riet dem phaffen sîn muot, möht er den betriegen, 10 daz wær ein nützez liegen: ez gülte im solhe miete, daz er sîn hûs beriete zeinem halben jâre. an kleidern unde an hâre schuof sich der trügenære Als er ein gebûr wære. . . . . . . . . da er den selben probest vant. der begunde in vrâgen zehant, war stüende sîn gemuot. ‘ich bin ein man âne guot’, sprach der phaffe Âmîs; ‘ouch stêt mîn muot ze solher wîs daz ich niht wil nâch guote streben: wand ich wil âne sünde leben, unt wil unz an mîn ende 10 mîn herze unt mîne hende gegen gote bieten swenne ich mac, daz mir der ängestlîche tac ze sælden müeze erschînen, sô got mit den sînen die sündære verteilet di er nimmer mêr geheilet.’ nû sprach der phaffe Âmîs sô wîse wort in leien wîs daz der probest selbe sprach 20 ‘swaz ich leien ie gesach, so vernam ich nie sô wîsen niht. kunnet ir der buoche iht?’ ‘nein ich, herre,’ sprach er. ‘sît gote willekomen her’, sprach der probest aber dô: triuwen, ich bin iuwer vrô. sît ir sô wîse rede gebet unt dar zuo âne sünde lebet, sô sult ir tuon des ich iuch bite: dâ wirt diz arm klôster mite gebezzert ein michel teil, unt wirt ouch iuwer sêle heil; daz ir hie bî uns belîbet und iuwer tage vertrîbet die ir noch ze lebenne hât. ich hœre wol daz iuwer rât diz klôster helfen sol: ir habet sô wîser sinne zol.’ 10 dô sprach der phaffe Âmîs ‘ich bin leider niht sô wîs als von rehte ein klôsterman, wan ich der phrüende niht enkan sô wol gedienen als ich sol.’ ‘ir dienets’ ûzer mâze wol’, sprach der alwære: ‘sît unser schaffære (dâ enscheide ich niht abe) über allez daz diz klôster habe 20 dâ ûze oder dâ inne, oder immer mê gewinne. daz gibich iu vür iuwer sünde, unt wil iwer urkünde an dem jungisten tage sîn. dâ zuo besliuzet unsern schrîn dâ unser silber inne lît.’ dâ wider heter deheinen strît: er enphie daz amt iesâ. sus was der phaffe Âmîs dâ wol vier wochen ode mê, daz des amtes sît noch ê nie sô wol gephlegen wart. ez was sô rehte wol bewart daz guot dâ mite er umbe gie, daz des jâhen alle die, die daz klôster hâte, an bû unde an râte 10 kunder nimmer wîser wesen, im möht diu sêle wol genesen, dô si gesâhen wes er phlac: sîn vaste diu was allen tac, und az et wazzer unde brôt; dar zuo leit er grôze nôt von wachen unde von gebete. nuo hœret waz er tete. er vuort den probest besunder: ‘ich wil iu sagen ein wunder’, 20 sprach der phaffe Âmîs, ‘ir sît sô getriu und sô wîs daz ichz iu wol tuon kunt. der engel ist nû drîstunt zuo mir komen dâ ich lac unde got ze vlêhen phlac: der sprichet zallen zîten, ich sül niht langer bîten, ich sül die messe singen: mir sül sô wol gelingen, 30 als ich daz messegewant an mich gelege, daz ich zehant der buoche ein wîser meister sî. nû râtet mir durch die namen drî waz iuch dar umbe dunket guot. ich sagiu rehte mînen muot. ich versuocht ez gerne, meht ez sîn, sô niuwan iuwer unde mîn in dem münster wære. wil unser schephære daz ich diu buoch kunnen sol, daz kunnet ir vernemen wol. 10 ist daz ab ich betrogen bin, sô habet ir sô getriuwen sin daz ir mirz helfet verdagen. diz sult ir nieman sagen, unt sult swîgen durch got; ich würde anders gar ein spot, vernæme man daz mære daz ich betrogen wære.’ der probest sprach ‘des sît gewert: ich tuon vil gerne swes ir gert. 20 entriwen, wir sülnz versuochen. wir lesen an den buochen von mangem der ze schuole nie weder halben tac noch ganzen gie, wan daz in got erkande und im ze meister sande sînen geist der im in kurzer stunt alle wîsheit machte kunt. wil got, daz mac ouch hie geschehen. ist ez als ir mir habt verjehen, sô ist iu nütze unde guot daz ir vil willeclîche tuot swaz der engel gebôt.’ nû wart dem probest harte nôt 10 daz er in bereite dâ zuo. des anderen morgens vruo vuort ern in daz münster hin, und beslôz die tür nâch in. dar nâch machter in bereit: er het im schiere an geleit daz beste messegewant. dô huop der phaffe Âmîs zehant von dem heilgen geiste, unde sanc ein messe schœne unde lanc. 20 dô der probest daz vernam, sîn herze in den gelouben quam, swaz er læse od sunge, daz ez mit alle erklunge ûz des heilgen geistes munde; wand er niht enkunde, sô het er gesworen wol, er wær des heilgen geistes vol. do er gesanc unt gelas unz der messe ein ende was, dô vrâget er der mære ob diu messe rehte wære. der probest sprach ‘si ist sô guot, daz sich vröuwet mîn muot deich künde iuwer ie gewan. ir sît ein heilic man. got hât grôz dinc durch iuch getân. nû sult ir mich durch got lân 10 in iuwerm gebete sîn.’ ‘ich tuon’ sprach er, ‘herre min.’ der probest niht verdagte, er enbôt unde sagte diz mære swem er kunde. in einer kurzen stunde kom wunder phaffen dâ hin. durch ir kärclîchen sin wolten si in versuochen. si begunden in von den buochen 20 starker mære vrâgen. des beschiet er si âne bâgen, unz si alle begunden jehen, si enheten gehôrt noch gesehen deheinen man sô wîsen sô meister Âmîsen. sus macht er mangen affen. nuo seiten die phaffen daz mære iesâ zehant allenthalben in diu lant, daz Âmîs der schaffære ein heiliger phaffe wære; wan von gotes lêre würde nie kein man sô sêre mit dem heilgen geiste bevangen. geriten unt gegangen kômen die lantliute gelîche, beidiu arm unde rîche, 10 unt brâhten alle ir opher dar. daz werte vier wochen gar, daz er niuwan opher enphienc unt daz liute zuo gienc beidiu naht unde tac. dô diu zuovart gelac, nu wârn im tougenlîche bî sîner knappen zwêne oder drî. die hiez er daz si gâhten und im diu ros brâhten. 20 des wurden si gemeit, und wâren der künfte gereit. si kômen an der selben naht. nû het er trunken gemaht beidiu bruoder unde knehte, daz si lâgen rehte als ob si wæren erslagen. dô hiez der phaffe ûz tragen silber unde golt drâte, swaz man im gophert hâte, 30 daz des niht vergezzen wart. sus brâht er mit im an die vart wol zwei hundert marke. dô gâht er harte starke daz er âne schaden hin quam. dô man daz mære vernam, dô wart der probest überladen mit grôzem zorne unde schaden; dar zuo leit er grôzen spot. die tumben liute lobten got daz im sô leide was geschehen 10 durch daz wan si in hôrten jehen daz sîn schaffære ein heilic phaffe wære. swaz dâ rede wart vernomen, doch was er wol hin komen. wolt ich die trügen alle sagen die er begienc bî sînen tagen, der würde mêr dan ze vil: durch daz ich michs mâzen wil. er was der êrste man 20 der solhes amptes ie began.