The German Classics from the Fourth to the Nineteenth Century, Vol. 1 (of 2)

Part 16

Chapter 163,115 wordsPublic domain

Dœ der hêre Ênêas te herbergen komen was, 10 der rîke end der mâre, sîne kamerâre hiet he dœ tœ hem gân. dœ sand der edele Troiân nusken ende bouge, sô nieman met sînen ougen beter dorchte beskouwen, tœ Laurente den frouwen, gordel ende vingerlîn, die niet beter dorchten sîn, 20 want he was Lâvînen holt. he sand er ein dûre houvetgolt, herre meisterinnen te gâven end te minnen. dar nâ sande Ênêas sîn gâve, die vel gœt was, den frouwen al besonder, want der was ein wonder dâ te kemenâden. des was wale berâden 10 Ênêas der hêre, dat he gœt gaf omb êre. Dœ Ênêas der wîgant sîn kleinôde hade gesant te Laurente den frouwen, dœ sî’t begonden skouwen, do was et vel lovebâre. skiere vernam die mâre die alde koninginne. si was nâ ût heren sinne 20 komen dorch den grôten toren. here witte hade sî nâ verloren; sî wart vel ovele gedân. her dochter hiet sî tœ her gân, die joncfrouwe lussam. dœ die maget dare quam, dœ sprac die koningin over lût: ‘wie frô du nu bist, ovel hût, mines herten rouwen! du macht mir des getrouwen: 30 mir es leit, dat ich dich ie gedrœch, dat ich dich niet te dôde slœch als skiere, alse ich dich gewan, nu Turnus der edel man van dînen skulden es erslagen. et moet wal al die werelt klagen, dat du ie worde geboren. dorch dînen willen hât verloren menich man sînen lîf. dat ich ie wart dîns vader wîf, 10 dat quam van onheile, dat ich hem ie wart te deile.’ Aver sprac die koninginne met grôten onsinne end met grôten torne: ‘ôwê mir verlornen, dat ich den onnutten man dînen vader ie gewan, dat mir met hem ie wart vergeven! ich ensal niet lange mogen leven, 20 end al mochte ich, ich enwolde, sint dat ich gesien solde, dat du end der Troiân vor mir gekrônet solde gân, dat doch skiere mœt wesen, sô mochte ich ovele genesen. dat gienge mir harde ût den spele. nu dîn vader wele Ênêâse sîn rîke lâten, he dœt bôslîke. ich mochte et ovele gesien. leide mœte û geskien, dir van hem end hem van dir.’ ‘frouwe, wes ontgelde wir?’ sprac Lâvînâ die maget, ‘dat ir den goden van ons klaget end ons geflœket sô vele? onheil hebbe, swe et hebben wele. 10 Vrouwe,’ sprac dat megedîn: ‘des ander rât enmach sîn, des mœt man sich getrôsten. ich love es got den hôsten, dat he mich wale hât gewert, des ich lange hân gegert omb den edelen Troiân, want nie wart nehein man der dogende sîn gelîke. end mocht ich tien konincrîke 20 met einen andern man gewinnen, ich enmochte en niet geminnen. ich wolde ê kiesen den dôt. ir moget ûch mouwen âne nôt, welt ir ûch sterven dorch den toren: sô hât ir ovele verloren ûwer lof end ûwern lîf. dœt alse ein wetich wîf end bedenket ûch bat. ich wele û râden dat, 30 dat ir dorch toren niet endœt, dat niemanne donke gœt’, sprac sî, ‘frouwe mœder mîn.’ ‘des mœtes du onsâlich sîn,’ sprac die frouwe weder end viel an her bedde neder. met menegen rouwen sî lach ich enweit wie menegen dach, went her der dôt in’t herte quam, de her den lîf onsachte nam. Dat dœ der hêre Ênêas 10 gefrouwet ende gêret was, dat liet he wale skînen end sach dœ Lâvîne als decke als hen geluste. he halstes ende kuste, dat sî van hem gerne nam, went dat dagedinc quam ende die brûtlocht wart. mekel wart die tœvart. dare quâmen in allen sîden 20 die vorsten vele wîden in skepen end an der strâten end ridder ûter mâten. Die speleman end die varende diet, sî versûmden sich niet, die wereltlîken lûde. dat dâden sî noch hûde, dâ solîch hôtît wâre; gefriesken sî die mâre, sî togen allenthalven tœ. 30 alsô dâden sî dœ, die et hadden vernomen. sî mochten gerne dare komen ende frôlîke, want sî worden dâ rîke, alsô dat billîch was. dœ wart der hêre Ênêas te koninge gekrônet. dœ war hem wale gelônet. sînre arbeide met grôter rîcheide. te êren er oppert sînen goden, die hem die vart dare geboden, end lônde den sînen. dœ krônde man Lâvîne t’einre koninginnen. 10 sî was dœ herre minnen komen te lieven ende ân alle missewende. mekel was die hôtît end dat gestœle dat was wît. hêrlîke man’t dâ ane vienc. der koninc dœ te diske gienc end die vorsten edele iegelîch an sîn gesedele, arme ende rîke, 20 harde frôlîke. met flîte dâ gedienet wart. dâ wart die spîse niet gespart. de sich des flîten wolde, dat he seggen solde, wie dâ gedienet wâre, et wâre ein lange mâre, wan als ich seggen wele: man gaf hen allen te vele, eten ende drinken. 30 des ieman konde erdenken end des sîn herte gerde, wie wale man sî’s gewerde. Do sî alle frô sâten end dronken ende gâten vel wale nâ heren willen, do enwas et dâ niet stille. dâ was gerochte sô grôt, dat es die bôsen verdrôt. dâ was spil end gesanc end behurt ende dranc, pîpen ende singen, vedelen ende springen, 10 orgeln ende seitspelen, meneger slachte frouden vele. der nouwe koninc Ênêas, de dâ brûdegome was, he bereide die speleman. der gâven er selve began, want he dâ was alre hêrest. van dû hœf he’t alre êrest, so et wale koninge getam. swe dâ sîne gâve nam, 20 dem ergienc et sâllîke, want he was es rîke iemer sint went an sîn ende ende halp ouch sînen kinden, die wîle dat sî mochten leven, want he konde wale geven ende hadde ouch dat gœt, dar tœ den willigen mœt. Dar nâ die vorsten rîke gâven vollîke, 30 her iegelîch met sînre hant, dûre pellîn gewant ende ros ende skat, silver ende goltvat, mûle ende ravîte, pelle ende samîte gans ende ongeskrôden end menegen bouch rôden dorchslagen guldîn, tsovel ende harmîn gâven die vorsten. die wale geven dorsten, hertogen ende grâven, den speleman sî gâven grôtlîke ende sô, 10 dat si alle dannen skieden frô end lof den koninge songen iegelîch an sînre tongen. Dâ was mekel hêrskap, wonne ende wertskap. iedoch klagede Ênêas, dat her sô wênich dâ was, die sînes gœdes gerden. einen mânôt dœ werde die brûtlocht end die hôtît, 20 dat man dâ gaf enwederstrît. dâ wâren vorsten hêre, die dorch her selves êre end dorch den koninc gâven. hertogen ende grâven end ander koninge rîke, die gâven grôtlîke, die wênich achten den skaden. si gâven soumâr wale geladen met skatte end met gewande. 30 ich enfriesc in den lande neheine hôtît sô grôt, der alsô menich genôt. Dâ vane sprac man dœ wîden. ich envernam van hôtîde in alre wîlen mâre, die alsô grôt wâre, als dœ hadde Ênêas, wan die te Meginze was, die wir selve sâgen. des endorfe wir niet frâgen. die was betalle onmetelîch, dâ der keiser Frederîch gaf twein sînen sonen swert, dâ menich dûsont marke wert 10 vertert wart ende gegeven. ich wâne, alle die nu leven, neheine grôter hân gesien. ich enweit, wat noch sole geskien: des enkan ich ûch niet bereiden. ich envernam van swertleiden nie wârlîke mâre, da so menich vorste wâre end alre slachte lûde. her levet genœch noch hûde, 20 die’t weten wârlîke. den keiser Frederîke geskîede sô menich êre, dat man iemer mêre wonder dâ vane seggen mach went an den jongesten dach âne logene vor wâr. et wert noch over hondert jâr van hem geseget end geskreven, dat noch allet es verholen bleven. 30

_Als der Herr Æneas zur Herberge gekommen war, 10 er, der mächtige und berühmte, da hiess er seine Kämmerer zu sich kommen. Da sandte der edle Trojaner Spangen und Armringe, wie Niemand mit seinen Augen bessere sehen konnte, den Frauen nach Laurente, Gürtel und Ringe, die nicht besser sein konnten: 20 denn er war ihr sehr hold. Er sandte ein kostbares Hauptgold ihrer Meisterin zur Gabe und zum Andenken. Danach sandte Æneas seine Gabe, die sehr gut war, all den Frauen besonders, denn deren war eine grosse Menge, hin zu den Gemächern, die sehr wohl bestellt waren. 10 Æneas, der berühmte, gab das Gut um der Ehre willen. Als Æneas, der Held, sein Kleinod geschickt hatte nach Laurente zu den Frauen, da sie es zu beschauen anfiengen, da war es sehr lobenswerth. Bald vernahm die Kunde die alte Königin. Da war sie von Sinnen gekommen 20 durch ihren grossen Zorn; sie hatte ihren Verstand verloren; sie ward sehr böse. Sie liess ihre Tochter herauskommen, die liebliche Jungfrau. Als sie da zu ihr kam, da sprach die Königin überlaut: ‘Wie froh du nun bist, böse Haut, meines Herzens Kummer. Du magst mir das glauben: 30 mir ist es leid, dass ich dich je gebar; dass ich dich nicht zu Tode schlug sobald als ich dich gewann! Nun Turnus, der edle Mann, durch deine Schuld erschlagen ist, muss es die ganze Welt beklagen, dass du je geboren wurdest. Denn deinetwillen hat mancher Mann sein Leben verloren. Dass ich deines Vaters Frau ward, 10 das kam von Unheil, dass ich ihm zu Theil ward.’ Wieder sprach die Königin mit grosser Wuth und mit grossem Zorne: ‘Wehe mir Verlorenen, dass ich den unnützen Mann, deinen Vater, je gewann, dass mir mit ihm eine böse Gabe wurde. Nun werde ich nicht länger leben, 20 und könnte ich, ich wollte nicht. Seit ich das erleben sollte, dass du und der Trojaner vor mir gekrönt gehn solltet, was doch bald geschehn muss, so würde ich übel am Leben bleiben: dass ist mir sehr ausser dem Spass. Nun dein Vater dem Æneas sein Reich geben will, so handelt er sehr böslich. Ich könnte es schwer ansehn. Leid müsse euch geschehn, dir von ihm, und ihm von dir.’ ‘Frau, womit verdienen wir,’ sprach Lavine, die Jungfrau, ‘dass ihr den Göttern von uns klaget und uns so sehr verflucht? Unheil habe, wer es haben will.’ 10 ‘Frau,’ sprach das Mädchen, ‘wogegen es keinen andern Rath giebt, des muss man sich trösten. Ich lobe darob Gott den Herrn, dass es mir wohl gewährt hat, dessen ich lang begehrt habe wegen des edlen Trojaners: denn nie gab es einen Mann, der an Tugend ihm gliche. Und könnt ich zehn Königreiche 20 mit Turnus gewinnen, ich könnte ihn nicht lieben, ich wollte lieber den Tod wählen. Ihr mühet euch ohne Noth. Wollt ihr euch aus Ärger tödten, so habt ihr übel verloren euer Lob und euren Leib. Nun thut wie ein weises Weib und bedenkt euch noch besser. Ich will euch das rathen, 30 dass ihr aus Zorn nicht thut, was Niemand gut dünkt.’ ‘Frau Mutter mein,’ sprach sie. ‘Du musst darum unselig sein,’ sprach die Königin wieder und fiel auf ihr Bette nieder. Sie lag in voller Betrübniss, ich weiss nicht wie viel Tage, bis ihr der Tod ans Herz kam, der ihr unsanft das Leben nahm. Dass da der Herr Æneas 10 erfreut und geehrt war, das liess er wohl sehn, und sah da Lavinen, so oft als er wünschte. Er halste und küsste sie, was sie gern von ihm annahm; bis der Tag kam und die Heimführung statt fand. Gross war da der Zudrang. Da kamen von allen Seiten 20 weither die Fürsten, auf Schiffen und auf Strassen, und Ritter ohne Zahl. Die Spielleute und die fahrenden Leute, die versäumten sich nicht, und die aussätzigen Menschen. So thäten sie noch heute, wo solch ein Fest wäre; hörten sie die Kunde, sie zögen allenthalben zu. 30 So thaten sie da, die es vernommen hatten. Sie mochten gern dahin kommen, und fröhlich, denn sie wurden da reich, wie das billig war. So ward der Herr Æneas zum König gekrönt. Da ward ihm der Lohn für seine Trübsal. Mit grossem Reichthum opferte er seinen Göttern zu Ehren, die ihm die Fahrt dahin geboten hatten, und belohnte die Seinen. Da krönte man Lavinen zu einer Königin. 10 Sie war da an das liebe Ende ihrer Liebe gekommen ohne alles Missgeschick. Gross war das Fest, und die Sitze waren weit. Man fieng es da herrlich an. Der König gieng zu Tische und die edelen Fürsten, jeder an seinen Platz, Arme und Reiche, 20 alle sehr fröhlich. Da ward gut bedient, da ward die Speise nicht gespart. Wer sich dessen befleissigen wollte, dass er es merken sollte, wie da bedient ward, es wär eine lange Geschichte: ich will euch denn also sagen, man gab ihnen alles zu viel. Essen und Trinken; 30 was Jemand nur denken konnte, und das sein Herz begehrte, wie wohl man ihnen das gewährte! Als sie alle froh sassen und tranken und assen sehr gut nach ihrem Belieben, da war es da nicht stille: da war das Gerufe so gross, dass es die Bösen verdross. Da war Spiel und Gesang, Turnieren und Drang, Pfeifen und Singen, Fiedeln und Springen, 10 Orgeln und Saitenspiel, mancher Art Freude viel. Der neue König Æneas, der da Bräutigam war, er bezahlte die Spielleute. Er begann selbst sie zu beschenken, denn er war der Allerhehrste, deshalb begann er es zuerst, wie ihm als König wohl geziemte. Wer da seine Gabe empfieng, 20 dem gieng es selig: denn er ward reich für immer bis an sein Ende, und half auch seinen Kindern, so lange als sie leben mochten: denn er konnte gut geben, und hatte auch grosses Gut, und dazu willigen Sinn. Danach gaben die reichen Fürsten sehr freigebig, 30 ihrer jeder mit seiner Hand, theures Pfellelgewand, dazu Pferde und Geld, Silber- und Goldgefässe, Maulthiere und Renner, Pfellel und Sammet, ganz und unzerschnitten, und manchen goldnen Reif, golden durchschlagen Zobel und Hermelin gaben die Fürsten. die wohl geben durften, Herzöge und Grafen gaben den Spielleuten grossartig und so, 10 dass sie alle froh von dannen schieden und dem König Lob sangen, ihrer jeglicher in seiner Zunge. Da war viel Herrlichkeit, Wonne und Gastmahl. Dennoch klagte Herr Æneas dass so wenig da waren, die seines Gutes begehrten. Einen Monat währte die Heimführung und das Fest, 20 dass man da um die Wette gab. Da waren hehre Fürsten, die um ihrer eigenen Ehre und um des Königs wegen gaben. Herzöge und Grafen und andre reiche Könige, die gaben grossartig, sie die wenig des Schadens achteten: Saumpferde, gut beladen mit Schätzen und Gewändern. 30 Ich hörte in dem Lande von keinem Feste so gross, dessen so Viele genossen. Davon sprach man da weit. Ich vernahm von keinem Feste, in aller Zeit Kunde, das so gross gewesen wäre, als da Æneas hatte, ausser dem, welches zu Mainz war, das wir selber sahen. Danach dürfen wir nicht fragen; das war durchaus unermesslich, als der Kaiser Friederich seinen zwei Söhnen das Schwert gab. Manch tausend Mark werth 10 ward da verzehrt und vergeben. Ich wähne, alle die jetzt leben, haben kein grösseres gesehn: ich weiss nicht, was noch geschehen soll, davon kann ich euch nichts berichten. Ich vernahm von einem Ritterschlag nie wahrhafte Kunde, wo so viele Fürsten gewesen wären, und so mancher Art Leute. Es leben ihrer noch genug heute, 20 die es wahrlich wissen. Dem Kaiser Friederich geschah so manche Ehre, dass man immer mehr davon Wunder sagen mag bis an den jüngsten Tag, ohne Lügen fürwahr. Es wird noch über hundert Jahr von ihm gesagt und geschrieben. Hier möge die Rede nun bleiben._ 30

M.

_MORIZ VON CRAON._

[_Scherer D._ 151, _E._ 143.]

Das Gedicht ist von einem Nachahmer Veldekes verfasst, und erzählt das Liebesabenteuer des französischen Dichters Moriz von Craon. Herausgegeben von Haupt in den ‘Festgaben für Homeyer’ (Berlin, 1871).

Ditz was in der stunde dô ez sumern begunde. die vogele in dem walde lûte unde balde sungen manege stimme. die rôsen und die brimme bluoten alle widerstrît. ez was rehte an der zît sô man unfreude hazzet. sich hâte gevazzet 10 der walt unde schœniu kleit gegen dem sumer an geleit, diu loup grüene und drunder gras, daz ez schône gemuoset was mit maneger hande blüete. ditz machet guot gemüete, swer an freude hât gedanc, und ouch der vogele süezer sanc. fruo an einem morgen dô mohte si von sorgen 20 geslâfen noch geligen dâ. diu frouwe stuont ûf sâ. dô gienc si durch ir trûre dâ über die burcmûre ein loube was gehangen. dar kam si eine gegangen: in ein venster si gestuont, als senendiu wîp ofte tuont den leit von liebe ist geschehen; diu muoz man trûrende sehen. alsô was ez ir ergân. ir wîze hant wol getân 10 leites an daz wange und loste dem vogelgesange. dô sanc vil wol diu nahtegal. si sprach ‘wol in der leben sal mit freuden, als ich tæte ob ich mirs gestatet hæte. nû muoz ich immer mêre mit grôzem schaden ân êre mîne jugent verslîzen. wem sol ich daz nû wîzen 20 daz ich hin für vergebene eim tôtlîchen lebene muoz sîn bereit und undertân? des gunde ich mir: des sol ichz hân. daz muoz gote sîn geklaget.’ nû was diu juncfrouwe, ir maget, geslichen ouch durch baneken dar und hôrte ir frouwen klage gar. swie schuldic si wære, si muote doch ir swære, daz si dâ mohte niht gestên, und wolte wider in gên: ir klage was sô jâmerlich. dô sach diu frouwe hinder sich und sprach zehant wider sie ‘bistû deheine wîle hie?’ 10 ‘jâ ich hân ez gar vernomen daz iu ist in daz herze komen. daz müejet mich und ist mir leit. ich sagte iu ê die wârheit: dô moht ir des gelouben niet. sô wizzet doch daz ichz iu riet.’ ‘jâ ich weiz rehte, der mich fröuwen mehte, der swante sîne sünde als stille des meres ünde. 20 ich mac ab nimmer werden frô, ez füege sich mir dannoch sô daz er mich noch frô gesetze und ouch mit güete ergetze von dem ich disen kumber trage beide naht unde tage. mich riuwet daz im ie geschach von mir dehein ungemach. diu riuwe kumet ze spâte. hete ich dînem râte gevolgt, daz wære mir guot. swer âne rât dicke tuot 10 nâch sînem willen für sich, den geriwet ez, alse mich. nû riuwet mich ez z’unzît. ich wânde daz der wîbe strît ze rehte vor solte gân. dâ von ich disen schaden hân. nû ist daz reht an mir gebrochen. er hât sich an mir gerochen dâ mite daz er mich mîdet. mîn herze kumber lîdet 10 und nôt biz an mîn ende. an ditz gestrakt gebende bin ich von schulden gevallen. von diu râte ich in allen, swer stæteclîcher minne hin für beginne, daz der an mînen kumber sehe und hüete daz im same geschehe.’ Nû lâzet dise rede varn. tiuschiu zunge diu ift arn: swer dar in wil tihten, sol diu rede sich rihten, sô muoz er wort spalten und zwei zesamen valten. daz tæte ich gerne, kunde ich daz, meisterlîcher unde baz.