Sämmtliche Werke 5: Dramatische Werke
Part 27
Alle Korrekturen und Verbesserungen, die in der endgültigen Fassung des Revisors Aufnahme fanden, sind von Gogol in die erste in Druck erschienene Ausgabe eingetragen (1836).
_Abriß aus einem Brief, den der Autor bald nach der ersten Aufführung an einen Schriftsteller richtete._ Der erste Entwurf stammt aus dem April des Jahres 1836. Die endgültige Ausarbeitung für den Druck fand Anfang März 1841 statt.
_Vorbemerkung für diejenigen, die den Revisor sachgemäß aufzuführen beabsichtigen._ Ist wahrscheinlich gegen Ende des Jahres 1842 niedergeschrieben.
_Zwei Szenen, die schon bei der ersten Ausgabe, als den Gang der Handlung störend, ausgeschieden wurden._ Der erste Entwurf stammt aus den Jahren 1834 und 1835. Ende 1835 wurden sie noch einmal umgearbeitet. Die zweite von diesen Szenen erschien zum erstenmal im »Moskwitjanin« (Der Moskauer) Band 3, 1841, und dann um einige Stellen vermehrt in der zweiten Ausgabe des »Revisor«, 1841 wurden beide Szenen für den Druck umgearbeitet.
_Eine vom Autor in die Buchausgabe nicht mit aufgenommene Szene des »Revisor«._ Stammt aus dem Jahr 1835.
_Vorwort zu einer zum Besten der Armen geplanten Ausgabe des »Revisor«._ Ist im Oktober des Jahres 1846 niedergeschrieben.
_Die Deutung des »Revisors«._ Stammt aus dem Jahre 1846.
_Nachtrag zur »Deutung des Revisor«_ stammt aus der zweiten Hälfte des Jahres 1847.
Eine Heiratsgeschichte
Der erste Entwurf dieser Komödie stammt aus dem Jahre 1833. 1834 wurde das Werk von Grund aus umgearbeitet, aber erst 1841 oder zu Anfang des Jahres 1842, erhielt das Stück nach wiederholten Umarbeitungen seine endgültige Gestalt. Es erschien zum erstenmal in der ersten Ausgabe von Gogols Werken im Druck.
Die Spieler
Diese Komödie wurde im Anfang Juni 1836 noch vor Gogols Reise ins Ausland begonnen und erschien 1842 zum erstenmal in Druck. Als Gogol das Werk für den Druck fertiggestellt hatte, schrieb er an Prokopowitsch. »Ich habe die Ihnen zugehenden _Spieler_ nur mit Mühe rekonstruiert, das Brouillon ist vor so langer Zeit und so unleserlich geschrieben, daß es mich eine schier unendliche Arbeit kostete, es zu entziffern.«
Der Morgen eines vielbeschäftigten Herrn. Der Prozeß. Das Bedientenzimmer und das Fragment
bilden Teile, oder nach Gogols eigenen Worten, »die Fetzen einer vom Autor vernichteten Komödie: Der Wladimirorden dritter Klasse«, deren erster Entwurf aus dem Jahre 1832 stammt.
_Der Morgen eines vielbeschäftigten Herrn._ Diese Szenen wurden im Herbst des Jahres 1835 für den Druck bearbeitet, und zwar aus jenen Fetzen der vernichteten Komödie. Diese Szenen gehörten zu den frühesten der Komödie. Später bearbeitete Gogol diese Szenen noch einmal für Puschkins »Ssowremennik« (der Zeitgenosse). Dies war die letzte Fassung vom März des Jahres 1836. Sie trugen den Titel _Der Morgen eines Beamten_ und erschienen im Ssowremennik unter dem Titel _Der Morgen eines vielbeschäftigten Herrn. Petersburger Szenen._ Als Gogol diese Szenen für die gesammelten Werke vom Jahre 1842 fertigstellte, änderte er nur folgende Stelle: »Alexander Iwanowitsch: Er stach nicht, weil ich meine Dame noch nicht abgeworfen hatte. Iwan Petrowitsch: Gut, Sie spielen Dame, aber Lukian Fedossejewitsch hat ja noch die Trumpf Sieben. Alexander Iwanowitsch: Ja hatte er denn noch einen Trumpf? Ich kann mich gar nicht erinnern. Iwan Petrowitsch: Aber gewiß. Er hatte noch _zwei_ Trümpfe! die Zehn, mit der er die Trümpfe herauslocken mußte, und die Sieben. Alexander Iwanowitsch: Aber nein, Iwan Petrowitsch, erlauben Sie, er konnte nicht mehr als einen Trumpf haben, denn ... Iwan Petrowitsch: Aber mein Gott, Alexander Iwanowitsch, wem erzählen Sie das? Zwei Trümpfe. Zwei Trümpfe! Ich sehe sie noch jetzt vor mir! die Zehn und die Sieben. Alexander Iwanowitsch: Eine Zehn hatte er, das stimmt, aber keine Sieben. Dann hätte er doch Trumpf gespielt, das müssen Sie doch zugeben, dann hätte er eben Trumpf gespielt. Iwan Petrowitsch: Bei Gott, Alexander Iwanowitsch. Bei Gott.«
_Der Prozeß._ Wurde im Jahre 1839 oder Anfang 1840 vollendet.
_Die Bedientenstube._ Wurde gegen Ende des Jahres 1839 neu bearbeitet und in einigen Teilen ergänzt.
_Das Fragment_ -- die erste Niederschrift -- stammt wahrscheinlich aus dem Jahre 1837. Es wurde 1840 umgearbeitet. Anfang 1841 wurde diese Bearbeitung ins reine geschrieben. Die letzten Korrekturen stammen vom August des Jahres 1842 aus der Zeit der Drucklegung der »Werke« Gogols. Im gedruckten Text fehlen folgende Seiten aus dem Manuskript »Mischa. Ach Mutter, Mamachen, wie oft habe ich Sie gebeten, dieses Wort nicht zu wiederholen. Sie glauben nicht, wie widerwärtig es mir ist, wie gemein es klingt und was für eine dumme und falsche Bedeutung es bei uns angenommen hat. Seien Sie doch nicht so, wie jene alten Herren, die dieses Wort allen Menschen unter die Nase reiben, ohne sich den Menschen und das Wort erst ordentlich angesehen zu haben, das sie einem ins Gesicht schleudern. Was ist von den fünfzig Hohlköpfen (_sic!_) übriggeblieben, denen man eine französische Erziehung angedeihen ließ? Sie haben sich an dies sagenhafte Wort geklammert, legen es nun jedermann bei, und beehren jeden damit, der ihnen in den Weg läuft. Wenn sie einen Menschen sehen, dessen Anzug ein wenig anders ist, als der anderer Leute, der eine andre Frisur hat oder bei dem kurz gesagt etwas nicht _ganz_ so ist, wie bei andern Menschen, so schreien sie gleich: Ein Liberaler! Ein Liberaler! Ein Revolutionär! Seht doch seine Frackschöße an, die sind ganz anders wie bei andern Leuten, sein Halstuch ist ganz anders gebunden, er trägt seine Haare anders! Sie glauben nicht, wie sich jedesmal mein Herz empört, wenn ich etwas Derartiges höre. Wie wenig kennen sie das Herz eines Russen und die starken festen Züge seines Charakters! Sie wissen nicht, daß, wenn er sich auch von etwas hinreißen läßt, er dies nur auf Grund von schönen, geistigen Motiven tut und nicht infolge einer zusammenhanglosen Idee, die in dem leichtsinnigen Kopfe eines Franzosen entsprungen ist, (der in der Tiefe seines Herzens soviel tiefe innerliche Überzeugungen birgt, die ihn auf ewig wider alle kleinlichen Verirrungen des Verstandes behüten. Schon diese Liebe für seinen Zaren, dieses ganze ursprüngliche Gefühl, das in seiner Seele lebt, und von dem er sich nicht befreien kann, selbst wenn es ihm einfiele! Für _ihn_ ist er bereit, sein ganzes Hab und Gut hinzugeben, sein Leben zu opfern, alles stumm zu ertragen, und das ohne vorher ein Wort davon zu reden oder sich gar damit zu brüsten. Ist es da nicht bitter, zu sehen, daß man einem solchen russischen Mann in trivialer Weise Gedanken beilegt, die er nie gehabt hat und nicht haben kann, und daß man ihn mit dem abgeschmackten, abgedroschenen Wort zu treffen glaubt, er spiele den Liberalen. Mütterchen! um Gottes willen brauchen Sie dieses widerwärtige Wort nicht. Und vermeiden Sie es, wahllos all das, was Ihnen nicht gefällt, damit zu bezeichnen. Bitte sehen Sie doch zu: Wann und worin war ich Ihnen je ungehorsam?)« Die zweite eingeklammerte Hälfte des Textes hat Gogol durchgestrichen und auf der dritten Seite folgenden Passus dafür gesetzt: »Und dieser russische Mann, in dessen Busen eine ursprüngliche, mit seiner eigensten Natur erwachsene, unergründliche Liebe für seinen Zaren lebt -- ein Gefühl, für das er alles hingeben, sein ganzes Hab und Gut zum Opfer bringen, ja sein Leben aufopfern würde, ohne vorher ein Wort darüber zu reden oder sich später damit zu rühmen und zu brüsten -- dieser russische Mann soll durch dieses häßliche Wort getroffen werden, das man ebensogut jedem hergelaufenen Frechling oder Vagabunden beilegt. Nein Mütterchen, brauchen Sie alle Worte, die Sie wollen, nur nicht dies banale und abgedroschene Wort. Denken Sie doch, _wann und worin war ich Ihnen je ungehorsam_?« Von diesem ganzen Absatz ist nur die letzte gesperrt gedruckte Zeile in den Text der gedruckten Ausgabe aufgenommen worden.
Nach dem Theater
_Epilog zu einer neuen Komödie._ Die ersten Entwürfe sind im April des Jahres 1836 in Petersburg niedergeschrieben. Im Oktober 1842 wurde diese Szene vollendet.
Die Nachträge und Varianten zu diesem Bande sind der Ausgabe von Tischonorawow, St. Petersburg 1901, entnommen.
_Der Herausgeber._
Druck von Mänicke und Jahn, Rudolstadt.
MODERNE RUSSEN
MICH. P. ARTZIBASCHEW:
Ssanin, Roman GEHEFTET M. 5.--, GEBUNDEN M. 6.50
Aufruhr, Novellen GEHEFTET M. 3.--, GEBUNDEN M. 4.50
Millionen GEHEFTET M. 5.--, GEBUNDEN M. 6.50
Revolutionsgeschichten GEHEFTET M. 4.--, GEBUNDEN M. 5.50
FJODOR SSOLOGUB:
Der kleine Dämon GEHEFTET M. 5.--, GEBUNDEN M. 6.50
ALEXANDER KUPRIN:
Die Gruft GEHEFTET M. 3.--, GEBUNDEN M. 4.50
GEORG MÜLLER VERLAG MÜNCHEN
M. ARTZIBASCHEW, Ssanin. Roman. 20. Auflage.
Finster, groß und ernst, von religiösem und sozial-ethischem Pathos erfüllt, mit weltreformatorischen Absichten und Gesinnungen, steht die russische Kunst, wie in Dostojewski und Tolstoi, so auch in Artzibaschew vor uns. Mit düsteren und starren Savonarola-Mienen blickt der Dichter auf das Leben seiner Zeit und seines Volkes, und er trägt Geißeln in seiner Hand; überall lodern die Flammen der Revolution, verspürt man den Atem umstürzlerischen Fühlens und Denkens.
Julius Hart im Tag
Das Dichterische hebt das ganze Buch Artzibaschews über das Niveau der Tendenz- und Absichtenbücher empor. Artzibaschew müßte zwar kein Russe sein, wenn sein Buch nicht im Grundton aller russischen Literatur, in philosophierender Grübelei erklingen sollte, aber er phantasiert nicht ins Blaue hinein, er hat vor allem wirklich etwas zu sagen. Und er sagt es mit künstlerischem Stil und poetischer Kraft.
Münchener Post
Der Verfasser verfügt über einen eigentümlichen Zauber in der knappen Charakteristik der Frauengestalten. Er gibt reizende, poetische Naturbilder von Gärten und Landschaften, in denen die jungen Leute sich umhertreiben; einzelne Szenen haben einen großartigen Zug echt russischen Charakters, wie man derartiges nur bei den ganz großen russischen Dichtern findet.
Kölnische Zeitung
M. ARTZIBASCHEW, Aufruhr u. andere Novellen. 3. Aufl.
Artzibaschew ist unstreitig der beste unter den jungrussischen Erzählern, der schon eine unendliche Reihe von Nachtretern gefunden hat. Er ist im Grunde seines Schaffens Impressionist ... seine Bilder stehen vor uns in einem packenden Rahmen, in klarer Deutlichkeit, mit richtiger Licht- und Schattenverteilung und in der menschlichen Unmittelbarkeit, die uns am tiefsten ergreift. Sein vorliegender Novellenband ist wieder einmal die Bestätigung dieser seiner großen poetischen Kunst.
Berliner Morgenpost
Es ist etwas Gewaltiges um den Realismus und die nackte Offenheit von dem Autor des »Ssanin«! Er ist ein Arzt der Seele, der die Wunden am Organismus des russischen Volkskörpers rücksichtslos bloßlegt. Keinem denkenden Leser wird es je einfallen, eine zynische Note in diesen aus künstlerischem und sozialethischem Geiste entstandenen Bildern zu suchen.
Hamburgisches Fremdenblatt
M. ARTZIBASCHEW, Millionen u. andere Novellen. 3. Aufl.
Die Psychologie der Erzählung ist so ausgezeichnet, wie man das von den Russen gewohnt ist. Sie geht in den Spuren des großen Dostojewski. Ein besonderes formales Moment sind die Naturstimmungen zu Anfang fast jeden Kapitels. Auch in der zweiten Erzählung finden sie sich. Sie sind eine Art von intimerem Symbolismus. Artzibaschews Sprache ... zeigt aber bemerkenswerte und besondere individuelle Vorzüge. Unvergleichlich und von höchst unmittelbarer, reizvoller Wirkung ist z. B. die schlichte und knappe und doch sehr plastische und suggestive Wirkung, wie Artzibaschew den Reiz des weiblichen Körpers und seine Macht auf den Mann mitzuteilen weiß. Ich könnte mir vorstellen, daß Artzibaschew nach solcher Richtung ein Dichter des Weibes werden könnte, wie ihn Rußland noch nicht gehabt hat.
Johannes Schlaf in »Nord und Süd«
Ein bis ins Unterbewußtsein kühn hineingreifendes, scharfes und unfehlbares psychologisches Vermögen, eine meisterhafte, wohlklingende Bildersprache, eine bis hart an die Grenze des Überfeinerten gesteigerte Ästhetik ... In allem eine minutiöse Detailmalerei, und eine Milieuschilderung, wie sie zum Besten in ihrer Art gerechnet werden müssen.
B. Z. am Mittag
M. ARTZIBASCHEW, Revolutionsgeschichten. 3. Aufl.
Der berühmte Dichter des »Ssanin« zeigt sein hervorragendes dichterisches Können auch in diesem neuen Werk. Die »Revolutionsgeschichten« sind furchtbare Illustrationen zu den nun schon historisch gewordenen Greueltaten jener Zeit, da Revolution und Reaktion in Rußland einen grauenvollen Kampf begannen. In diesen Geschichten steckt die sittliche Kraft der russischen Jugend und Intelligenz, die es gewagt hat, an den Grundlagen des tönernen Kolosses zu rühren und die Reformation des Landes unter Aufopferung ihrer eignen Personen zu erzwingen. Und doch lesen sich diese Geschichten nicht etwa bloß wie historische Berichte. Sie sind dichterische Schöpfungen.
Dr. Messer i. d. Neuen Freien Presse, Wien
FJODOR SSOLOGUB, Der kleine Dämon. Roman. 3. Aufl.
Ssologubs »Kleiner Dämon« ist ein Buch, das man gerne liest und über das man gerne schreibt, seinem furchtbaren Stoffe, der Tatsache zum Trotz, daß es Seite für Seite vom Schmutz eines für westeuropäische Begriffe schier unglaublich niedrigen Alltags geradezu pappt. Dies grausame Buch ... bedarf einer energischen Abwehr der Insinuation des Naturalismus und seiner Lust zu stinken. Ssologub steht hoch über dem Verdachte, mit den Widrigkeiten seines Werkes Sensation beabsichtigt zu haben ... Er ist Dichter durch und durch und blickt mit den ernsten, echt menschlichen Augen eines vornehmen Ethikers. Ssologub macht keinerlei literarischen Getues mit dem Satanismus der Welt, die er schildert. Er spricht ruhig und gelassen wie von einer Sache, über die wir uns längst einig sind. Sein Pessimismus posiert nicht und ist keine trockene These, sondern bitterlich ernste Lebenserfahrung, Lebensstimmung.
Hermann Eßwein im Literarischen Echo
ALEXANDER KUPRIN, Die Gruft. Ein Roman aus der russischen Tiefe. Dritte Auflage.
Ein mächtiges Gefühl der Wirklichkeit lodert in seinem Schaffen, ein Streben, das ganze russische Leben zu umfassen und die Vielheit seiner Formen sinnreich zu beleuchten ... Kuprins Naturalismus hat hier in der Sprache, in der Darstellung von Tatsachen und in den Farben den Höhepunkt erreicht. Er erscheint hier als Naturforscher, als Psychologe und als Chirurg, der mit verblüffender Kaltblütigkeit das Seziermesser handhabt, um alle Atome zu zerlegen ... Die ethische Kraft, mit der Kuprin sein Werk geschrieben, ist gewaltig genug, um jede ernstdenkende und mitfühlende Persönlichkeit hinzureißen.
Neue Freie Presse, Wien
Was Kuprins Buch, das er den Müttern und der Jugend widmet, von der Bordell- und Dirnenliteratur unterscheidet, in der mit einem ethisch-sentimentalen Rittertum die Notwendigkeit der Institution und die Zusammenhänge unterschlagen wurden, ist die Objektivität, mit der er den Dingen aus nächster Nähe klar ins Auge sieht, ohne das ungeheuer Geschäftsmäßige der Prostitution dabei mit Gemüt zu überfälschen ... Es ist ein Erkenntnis- und ein Mahnbuch, ein Buch der Nächstenliebe, voll großen sozialen Empfindens.
Vorwärts, Berlin
RUDOLF HUCH
Mehr Goethe 7. Aufl. Geh. M. 2.--, geb. M. 3,--
Winterwanderung 2. Aufl. Geh. M. 2.50, geb. M. 3.50
Die beiden Ritterhelm Roman. 2. Aufl. Geh. M. 4.--, geb. M. 5.--
Die Familie Hellmann Roman. 2. Aufl. Geh. M. 6.--, geb. M. 7.50
Die Rübenstedter Eine Kleinstadtsommergeschichte 2. Aufl. Geh. M. 3.--, geb. M. 4.--
Wilhelm Brinkmeyers Abenteuer von ihm selbst erzählt 2. Aufl. Geh. M. 5.--, geb. M. 6.50
GEORG MÜLLER VERLAG MÜNCHEN
Mehr Goethe
Und nun komme ich zu einem der eigenartigsten und selbständigsten Bücher, die den Namen Goethe auf ihren Schild geschrieben haben. Das Buch von Rudolf Huch »Mehr Goethe!« hat ja inzwischen seinen breiten Weg in die deutsche Leserwelt gefunden, es bedarf also der Empfehlung kaum noch ... _Es ist ein frisches, mutiges und gesundes Buch_, das aus seinem Herzen keine Mördergrube macht, keck und dreist, ohne viel gelehrten Ballast im Schulsack, mitten in die Dinge hineinspringt und alle graue Theorie zum Teufel jagt.
(>Westermanns Monatshefte<)
Winterwanderung
Anmutig und durch einen Beigeschmack feiner Ironie ätzend und oft fast pikant in gutem Sinne liest sich ein gleichwohl gedankenreiches, zu aphoristischer Form neigendes Werk von Rudolf Huch: Winterwanderung ... _Ein vornehmer Grundton, ein aristokratischer Pessimismus, der sich an Schopenhauer vertieft hat, zieht durch Huchs Weltanschauung_; aber ein oft feinsatirischer, oft grimmiger Humor bildet das angenehme Gegengewicht und läßt steife Feierlichkeit nicht aufkommen. Das geistvolle Buch, wiederum ausgezeichnet durch eine fesselnde Stilistik, ist insofern eine empfehlenswerte Ergänzung zu des Verfassers bekanntem Buch: Mehr Goethe.
(>Der Türmer<)
Die beiden Ritterhelm
Den hohen Reiz des Buches macht die gleichmäßige, epische Gelassenheit aus und, mit ihr zusammenhängend, die dem Stoff gemäße patrizische Natur des Erzählers. Das gibt dem Ganzen _eine ungewöhnliche, lückenlose Einheitlichkeit_. Wir spüren ein bildungsgesättigtes Wesen, das der Bildungsprotzerei entgegengesetzt ist, wir spüren einen tiefen Ernst der Lebensanschauung und zugleich eine humorisch mildernde Überstrahlung; weite Ausblicke werden in verhaltener Darstellung angedeutet, und überall erfreut die unsüßliche Anmut der sparsamsten Linie.
(>Der Kunstwart<)
Huchs Buch ist von einer kräftigen Strenge, herb und unerbittlich, männlich durch und durch. Und es ist fest in seinem Gefüge, seine Gewölbe sind tragkräftig, und der Mörtel des Baues ist hart wie Stein ... Die Gefühle der Menschen in diesem Buche liegen nicht an der Oberfläche und können nicht leichthin berührt werden. Sie sind in Knospen eingeschlossen ... _Huchs Buch gehört zu jenen, die man nicht vergißt._
(Karl Hans Strahl in >Die Zeit<, Wien)
Die Familie Hellmann
_Kein Buch führt wohl so in gerader Linie auf den Stammbaum Goethes zurück wie dieser Familienroman Rudolf Huchs. Er ist ein Erlebnis für den Leser_, davon er manchen Tag zehren kann und das ihm schwerlich mehr aus dem Gedächtnis schwindet; auf den fünfhundert Seiten wird keine Zeile langweilig sein. _Da ist edle Ausgeglichenheit der Sprache, Wohlklang, Feinnervigkeit, männliche Kraft und frauliche Süßigkeit: das Buch hat etwas im tiefsten Grunde Musikalisches_ ... »Die Familie Hellmann« bildet einen Höhepunkt in Rudolf Huchs künstlerischem Schaffen und verdient es, den bisher noch viel zu wenig gekannten Dichter endlich ans Licht zu führen.
(Dr. Ludwig Finckh in den >Propyläen<)
Rudolf Huch hat sich schon früher durch einige Werke die Achtung des deutschen Publikums errungen. _Mit diesem Roman steht er als ein ganz reifer, eigenartiger und als literarischer Charakter durchgebildeter Künstler vor uns_, der auf äußeren und inneren Stil etwas hält, nicht gewisser Szenen wegen sich technisch überhastet, sondern ruhig und sachlich, das heißt episch langsam von Nuance zu Nuance, von Stufe zu Stufe fortschreitend erzählt. Und trotz dieser scheinbar ruhigen und sachlichen Art formt sich seine Geschichte immer mehr, runden sich seine Gestalten und erleben mit objektiver Unerbittlichkeit ihr Schicksal. Neben den tatsächlichen Hauptpersonen gewinnt eine Anzahl Nebenfiguren durch die liebevolle Behandlung von seiten des Autors wirkliches Leben und wirkliche, menschenähnliche Plastik.
(>Pester Lloyd<)
Rudolf Huch hat eine streitbare Schrift »Mehr Goethe!« verfaßt, in der er den Deutschen als unverlierbare Richtschnur den Weg zu Goethe anpreist. Diesen Weg ist er mit seinem schönen Roman selbst geschritten. Er beleuchtete den Grundsatz des großen Meisters: Bilde, Künstler, rede nicht. _Seine Figuren haben plastisches Leben. Sie bleiben in unserer Erinnerung, als ob wir sie selbst gesehen hätten._ Lyrische Stimmungen, an denen auch dieser Roman nicht arm ist, verdrängen doch nicht die hartgefügten Menschengestalten, die der Dichter geschaffen hat.
(Dr. Max Messer)
Rudolf Huch ist ein Dichter mit starker Eigenart. Er prägt scharf und hart und baut seine Sachen ohne alle umhüllende Weichheit und Zartheit aus. _Eine wirkliche Kompositionskunst und eine wundervolle Teleologie ist da, die jedes einmal aufgenommene Moment des Stoffes entwickelt und zur Geltung bringt. Huch schmückt die Form; doch sein Schmuck ist karg und spröd, voll Einfalt und Ungebrochenheit_ ... Wenige sind so frisch, kernhaft und anspruchslos wie er. Schönheit, tiefe und innere Größe ist auch den Menschen nahe, die durch diese letzte Arbeit Huchs gehen.
(>Mannheimer General-Anzeiger<)
Die Rübenstedter
_Gottlob, endlich einmal Humor, wirklicher deutscher Erzählerhumor!_ Der Verfasser zitiert nicht umsonst in seiner Vorrede solch gute Geister wie Wilhelm Raabe und Fritz Reuter. Er hätte meinethalben auch noch Dickens nennen können, ja vielleicht den mit dem besten Recht. Denn Rudolf Huch streift ... durchaus die behagliche, künstlerische Sphäre des englischen Erzählers ... Huch steht alle »Moral« so fern, daß er für die moralisch außerordentlich streng geregelte Lebensweise von Rübenstedt ein wirklich befreiendes Lachen des Mitgefühls übrig hat, das durchhält bis zum Schluß.
(Eugen Kalkschmidt in der >B. Z. am Mittag<)
Die Rübenstedter sind _ein ganz selbständiges Buch, durchsonnt von einem breiten, behäbigen Humor_, köstlich in der feinen Verspottung der Kleinstädter, der Philister und all der Leute, deren freie geistige Regungen in der Kleinstadt verkümmert und die in ihr lederne Pedanten und Banausen geworden sind ... Die Gestalten der Geschichte sind mit wenig Strichen prächtig charakterisiert, die Darstellung ist von reifer Lebensweisheit getragen.
(>Rhein- und Ruhr-Zeitung<)
Rudolf Huchs Kleinstadtsommergeschichte »Die Rübenstedter« ist _ein prächtiges Buch .... Es ist ein Buch, das ganz köstliche Einzelheiten enthält, und über viele Stellen kann man bis zu Tränen lachen._ Die Sprache in ihrer Ruhe und Sachlichkeit, die reiche Reihe glänzend gezeichneter, lebensvoller Gestalten ... sichern dem Buche einen guten Platz in unserer humoristischen Erzählungsliteratur.
(>Literar. Zentralblatt<)
Anmerkungen zur Transkription
Die Schreibweise der Buchvorlage wurde weitgehend beibehalten. Auch Variationen in der Transliteration der russischen Namen wurden nicht verändert. Die Übersetzer haben teilweise, zumeist im »Revisor«, die russischen Namen unter Verwendung von Akzenten transliteriert. Dies wurde unverändert übernommen und auch nicht vereinheitlicht.
Offensichtliche Fehler wurden, teilweise unter Zuhilfenahme des russischen Originaltextes, korrigiert wie hier aufgeführt (vorher/nachher):
[S. 10]: ... ich mich, dir unter anderem zu melden, daß ein ... ... mich, dir unter anderem zu melden, daß ein ...
[S. 32]: ... Sie so delikat, als ob alles adlig wär'. Geht man auf ... ... sie so delikat, als ob alles adlig wär'. Geht man auf ...
[S. 46]: ... bündig sagen: wie du wünscht, aber ohne Petersburg ... ... bündig sagen: wie du wünschst, aber ohne Petersburg ...