Part 5
Auf alle weiteren kosmischen Angelegenheiten kann ich mich hier, wie schon gesagt, nicht einlassen. Nur soviel sei noch hervorgehoben, daß je weiter nach der kosmischen Peripherie hin die Körper immer leichter werden; daß also die Existenz von _harten_ oder _festen_ Körpern in jenen Umlaufsregionen vollständig ausgeschlossen sein muß! Nur die dem Zentralkörper nächsten sind, aus Gründen, die wir bereits verstanden haben, mehr oder weniger fest und hart. Mond, der also nicht im _bisherigen_ Sinne ein Trabant der Erde ist, nächst der Erde am härtesten, weniger fest als er Venus, weniger fest als Venus Merkur, die Sonne in ihrem Innern zähglühend, Mars wieder weniger dicht als die Sonne und ungleich minder feurig usw. Daß die Sonne größer als der Mond ist -- indessen auch nicht im entferntesten so groß, als die kopernikanische Astronomie dies annimmt! -- liegt daran, daß sie noch lange nicht hinreichend genug kontrahiert ist. Ausgeschlossen ist ferner die Möglichkeit irgend welcher Parallaxensrechnung! Und ferner sind die periodischen planetarischen Rückläufigkeiten, wie sich von selbst verstehen muß, nicht scheinbar, wie die kopernikanische Astronomie annimmt, sondern tatsächlich sich vollziehende! Sie werden verursacht durch Rucke der in direkte Einwirkung tretenden Rotationskraft des Zentralkörpers, der Erde; nämlich dann, wenn die Sonne ihren Oppositionsbogen zu dem betreffenden Planeten beschreibt! Sobald sie in ihren Konjunktionsbogen eintritt, irritiert sie die Einwirkung der zentralen, kontrahierenden Rotation, treibt den Planeten und seine Sphäre wieder von der Erde ab und bringt ihn wieder in rechtläufige Bewegung. (Die tatsächliche Rückläufigkeit der Planeten muß übrigens, was eigentlich kaum besonders betont zu werden braucht, eine Achsenrotation derselben auch ihrerseits vollständig ausschließen und unmöglich machen!)
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Alle diese astronomisch-kosmogonischen Ausführungen müssen nun, um zu unserem hauptsächlichsten Zusammenhang zurückzukehren, durchaus die bedenkliche Krise, in welche die exakte Wissenschaft heute geraten ist dadurch, daß sie an den beiden Tatsachen der Entwicklung und der Einheit der Kraft wieder irre werden konnte, vollständig lösen! Und das bedeutet, daß nicht nur die Astronomie, sondern auch alle übrigen wissenschaftlichen Disziplinen sich endlich wirklich exakt und endgültig ausbauen können! Biologie, Physiologie, Chemie, Geologie, Geographie und wie sie sonst heißen mögen.
Zugleich aber ist die Wissenschaft jetzt, wo sie aus der Schwebe der Hypothese heraus ist, endlich auch wirklich imstande, ihrerseits zur endgültigen Lösung der noch ungleich bedenklicheren gegenwärtigen _religiösen_ Krise beizutragen! Und zwar damit, daß sie die Grundprämisse und Grundtatsache aller Religion jetzt erst, nicht etwa auch nur im geringsten _aufhebt_, sondern mit allersichersten und exaktesten Ausmachungen erst recht _stützt_ und bestätigt und sie zugleich zu ihrer höchsten formalen Vollendung bringt! Fassen wir den Umfang dieser Bestätigung, was sicher von größter Wichtigkeit ist, jetzt etwas näher ins Auge.
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Vergleichen wir zunächst die religiöse Anschauung des Menschen der Urzeit und der Antike mit den Ausmachungen, die wir in kosmischen Dingen gewonnen haben.
Der Mensch der Urzeit und der Antike wußte eine rund in sich abgeschlossene Welt. Nun, wir sind genötigt, diese Auffassung vollständig zu bestätigen! Nur daß unsere Anschauung sich im einzelnen nicht mehr so naiv äußert, wie die des Urmenschen und des antiken Menschen, und daß wir die Ausdehnung und Gliederung des Kosmos exakt erkennen und sie ihrem Entstehen und Vergehen nach aus ihrem Urzustand heraus festzustellen in der Lage sind.
Die Erde befand sich für den Menschen der Vorzeit und der Antike in der Mitte der Welt. Auch wir erkannten in ihr den kosmischen Zentralkörper. Wenn auch mit dem Unterschied, daß sie dem Menschen der Vorzeit stillstand, während wir wissen, daß sie rotiert; daß wir außerdem eine exakte Vorstellung von ihrem Inneren haben, von ihrer Kugelgestalt ferner und von der Beschaffenheit ihrer Oberfläche.
Es fragt sich also nur noch, ob sich auch die Haupt- und Grundtatsache der Religion bestätigt; das Urpaar und seine Elite, oder das oberste Gottpaar und seine Neben- und Untergötter; bezw. die Identität der Götter mit Urpaar und seiner Elite, oder beider mit der absoluten Weltindividualität; oder vielmehr mit dem zweiseitigen absoluten Welt_individuum_, denn um ein _solches_ und _nur_ um ein solches kann es sich in Wirklichkeit handeln, während die Begriffe »Gottheit« oder »absolute Individualität« viel zu unbestimmte, flache und also in jedem _wesentlichen_ Betracht _unrichtige_ sind! Es handelt sich durchaus um einen _persönlichen_ Gott, um ein _absolutes Gottindividuum_! -- Wir sahen, daß diese Tatsache und Prämisse der Religion, unter welchen Ausgestaltungen auch immer, sich von der Urzeit bis auf die neuste und vorgeschrittenste Religionsform, die christliche, in Bestand erhalten hat.
Wie aber stellt sich also die exakte Wissenschaft zu dieser religiösen Grundtatsache, oder vielmehr: wie einzig hat sie sich mit jeder Notwendigkeit zu ihr zu stellen?
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Gleich gesagt: sie vermag nichts anderes, als sie in jedem wesentlichen Betracht zu bekräftigen und bringt sie lediglich zu ihrer letzten und vollkommensten, endgültigsten Ausgestaltung!
Denn so viel hat sich bereits aus all unserem bisherigen Zusammenhange ergeben, daß eins hier das andere mit jeder Notwendigkeit einschließt: nämlich die Tatsache eines elliptisch endlich in sich geschlossenen Kosmos und kosmischen Systems, ferner seiner einheitlichen Entwicklung aus einem einpolaren Ur- und Grundzustand ∞ hervor und der absoluten Einheit seiner Kraft und Polarität die andere, daß das bewußtheitliche Leben dieses elliptischen Wesens ein einheitliches, absolutes und ihm unteilbar unveräußerliches ist, und daß also der Träger dieser Bewußtheitlichkeit, daß das höhere organische Leben und daß der Mensch mit dem elliptischen Weltwesen vollständig identisch ist!
Doch bedarf es noch einer besonderen Erörterung, damit wir zur endgültigen Bestätigung der religiösen Grundtatsache gelangen.
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Und zwar bleibt noch die Tatsache des Bewußtseins des näheren zu erörtern.
Für die bisherige mechanistische Wissenschaft war die Erscheinung des Bewußtseins eine bestimmte höhere und höchste, vorgeschrittenste Phase und Komplikation in der Entwicklung der physiologisch-organischen Chemie. Und zwar ist das Bewußtsein hierbei in Betracht gezogen als eine Eigenschaft von Einzelwesen, die mit der physischen Entwicklung derselben zu einer höchsten Ausbildung gelangt, um mit dem Tode des Individuums alsdann als persönliches Bewußtsein ein für allemal zu erlöschen.
Der Fehler dieser Auffassung muß sofort auf der flachen Hand liegen! Er besteht aber darin, daß das Bewußtsein hier offenbar nicht als ein Continuum erkannt ist, das, da es niemals in seiner Gesamtheit anders erlöschen kann als in den einpolar neutralen Zustand ∞ hinein, hier aber dem Pol mit allen seinen sonstigen Auswirkungen immanent bleibt, mit dem Pol und dem einheitlichen absoluten Individuum ewig und absolut ist und daher auch in schlechterdings keinem Einzelfalle für immer verloren gehen und vernichtet werden kann, was aber die ewige Dauer auch eines jeden, schlechterdings _jeden_ bewußtheitlichen Einzelwesens durchaus einschließt!
Im übrigen besagt also der Umstand, daß die exakte Wissenschaft das Bewußtsein bis daher noch nicht hinreichend als vollständig einheitliche Eigenschaft eines einheitlichen absoluten Individuums erfaßt und erkannt hat, was sie doch schon längst hätte tun müssen, zugleich auch, daß die Wissenschaft das organische Leben und die Stufenfolge seiner Entwicklungsphasen noch nicht hinreichend als eine einheitliche Ganzheit erfaßt und erkannt hat; was wiederum, da sie doch die Entwicklungstatsache und die Tatsache einer einheitlichen und ewigen Kraft ausgemacht hat, eine kaum begreifliche Kurzsichtigkeit bedeutet!
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Das Problem des organischen Lebens und des Bewußtseins kann uns jetzt aber nicht einen Augenblick mehr entgehen, da wir die elliptisch in sich abgeschlossene Endlichkeit des Kosmos, ein einheitliches allgemeines kosmisches System und eine ewige, einheitliche, absolute, zentrale Kraft und Polarität endgültig erkannt haben! -- Dieser Kosmos, dieses System aber ist nichts anderes als ein einheitliches, absolutes, lebendiges und bewußtheitliches Individuum und Lebewesen, das sein Bewußtsein zwar in einen einpolaren neutralen Urzustand einzieht, sich seiner aber niemals entäußert. Das Bewußtsein ist also ein im absoluten Sinne ursprungsloses und unvergängliches, identisches, das, als solches exakt und endgültig erkannt und festgestellt, keiner weiteren Erklärung mehr bedarf, dafür aber nach allen Richtungen hin selbst absolute erklärende Kraft besitzt; wie auch das absolute Individuum, dem es eignet, seinerseits keine weitere Erklärung mehr bedarf, dafür aber absolut erklärende Kraft besitzt! -- (Wir dürfen das absolute Individuum nach wie vor den alles umfassenden und in sich beschließenden zweiseitigen Ein-Gott nennen, der als eine vorgeschrittenste Errungenschaft der religiösen Entwicklung bereits in den Mysterien der antiken Nationalreligionen gelehrt und verehrt wurde! Und zwar ist außerdem nichts selbstverständlicher und exakter ausgemacht als die absolut geistige, d. h. alle Phänomenalität in sich beschließende Eigenschaft Gottes und des absoluten Individuums, die auch ihrerseits schon von den antiken Mysterien erkannt und gelehrt wurde! Er hat sich als solcher durch eine ihren wichtigsten und exaktesten Ausmachungen gegenüber konsequente Wissenschaft lediglich mit endgültiger und absoluter Sicherheit bestätigt!)
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Aber muß das absolute Individuum, muß Gott, da es, da er absolut einheitliche Persönlichkeit ist, nicht ganz unerläßlicher Weise auch als sich selbst Phänomenalität gewordenes organisches bewußtheitliches Wesen eine einheitliche Persönlichkeit und Person (Individuum immer, auch organisch, zweiseitig, also als Mann _und_ Weib genommen!) sein? -- Fürwahr! Was denn sonst könnte die notwendige absolute Einheit des Bewußtseins besagen? Wieder wäre ja sonst Bewußtsein nichts als die völlig isolierte Eigenschaft von Einzelwesen, die mit deren Geburt wird und mit ihrem Tode beständig für immer vergeht, wie die mechanistische Wissenschaft annahm, und die also nur deshalb immer und ewig vorhanden ist, weil auch ewig wieder organische Einzelwesen vorhanden sind!
Da aber Bewußtsein eine absolut einheitliche Eigenschaft des absoluten Individuums ist, so kann diese Einheitlichkeit schlechterdings keinen anderen Sinn haben, als daß Bewußtsein auch die Eigenschaft _eines einzigen_ organischen Paar-Individuums ist!
Nichts wird sich der mechanistischen Wissenschaft von heute paradoxer ausnehmen, als diese Tatsache! Aber nichtsdestoweniger bleibt sie eine vollständig exakte und endgültige Tatsache!
Da nun aber, wie wir alle wissen, unabzählbar viele bewußtheitliche Paar-Individuen leben, gelebt haben und leben werden, so kann diese Tatsache offenbar nicht einen Augenblick mehr anders verstanden werden, als daß alles Sonderbewußtsein all dieser Individuen sich zentral eint und verknüpft in der Bewußtheitlichkeit eines einzigen Paar-Individuums, und daß aller Bewußtseinsbestand -- wie natürlich auch aller organische! -- sich einheitlich und kontinuierlich ausgliedert und abstuft von diesem Paar-Individuum aus bis in das Unterbewußtsein der niedrigsten organischen Wesen und des anorganischen Bestandes hinein! Ein anderes ist offenbar ganz unmöglich und undenkbar!
Haben wir jetzt aber die endgültige Bestätigung der religiösen Prämisse und Grundtatsache? Haben wir die Bestätigung des Urahnpaares und seiner Elite und beider Göttlichkeit gewonnen? Das haben wir indertat!
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Dennoch werden wir uns aber noch damit abzufinden haben, daß zwar die Tradition eines Urahnpaares und seiner Elite, in welcher Form auch immer bis heutigen Tages festgehalten wurde, zugleich aber doch entschieden sehr viele solche göttlichen Paar-Individuen und solche Eliten vorhanden gewesen sind. Daß sie als solche wirklich da waren und daß sie in ihrer göttlichen Ausnahmenatur erkannt wurden, lehrt uns ja die Religionsgeschichte, und es kann also ein Zweifel an dieser Tatsache keinen Augenblick statthaft sein. Trotzdem aber: es muß ja doch alle, schlechterdings alle Bewußtheitlichkeit in ein und demselben Paar-Individuum und ein und derselben Elite verkörpert sein und sich zentral verknüpfen; wenn anders die Tatsache des einheitlichen absoluten Individuums und seiner einheitlichen absoluten Bewußtheitlichkeit zu recht bestehen soll.
Wie also ist dieser Widerspruch zu lösen?
Soviel zwar steht fest, daß man schlechterdings alle Bewußtheitlichkeit der Gattung Mensch in einem Urahnpaar und seiner Elite gar wohl sich verknüpfen und von ihm aus bis daher sich als Bewußtheitlichkeit menschlicher Gattung entwickeln und ausweiten lassen kann. Indessen wäre dabei sofort einerseits einzuwenden, daß sie sich offenbar nur für Lebzeiten des Urahnpaares und der Elite in diesen menschlich sonderpersönlich vereinte. Hernach aber sterben ja Urahnpaar und Elite. Somit war in einem und _diesem_ Paar und _dieser_ Elite vereinte menschliche Gesamtbewußtheitlichkeit nicht mehr solchermaßen vorhanden, sondern organisch-physisch nur in allem von da ab sich entwickelnden menschlichen Gattungsbestand indirekt und abgeleitet und direkt nur in Gestalt einer festgehaltenen geistigen Tradition und Erinnerung. Muß sie indessen nicht immer und jederzeit auch in aller Folgezeit von da an sich entwickelnder menschlicher Gattung in einem gegenwärtigen Paar und einer ihm angegliederten Elite vorhanden oder wenigstens direkt persönlich immer von neuem, wohl in den großen Hauptübergangsperioden menschlicher Entwicklung, vorhanden sein, während sie in der übrigen Zeit in Gestalt einer geistigen Tradition und Erinnerung und überdies in Gestalt einer persönlichen _Repräsentanz_ vorhanden sein könnte? Müßte alsdann aber nicht auch dieses jeweilige Paar-Individuum und seine Elite, d. h. in den Hauptübergangsperioden, vollständig persönlich mit dem einstmals vorhanden gewesenen Urahnpaar und seiner Elite identisch sein, also direkt deren persönliche Wiedergeburt sein?
Aber ehe wir dieser Frage näher treten und sie erledigen können, ist erst noch ein anderer Einwand in Rücksicht zu ziehen. Nämlich man könnte andrerseits sagen: ist es denn wirklich möglich, anzunehmen, daß sich menschliche Gattung von einem einzigen menschlichen Urahnenpaar und seiner Elite aus entwickelt hat, also direkt von ihnen organischphysisch erzeugt wurde?
Zeigt die exakte Empirie der biologischen Entwicklungstheorie nicht vielmehr, daß es sich angesichts des Entstehens menschlicher Gattung um einen langen und allmählichen Übergang handelt? Dergestalt also, daß aus vorgeschrittensten Affenarten erst allmählich von diesen ihrem Ursprung sich noch kaum besonders unterscheidende Wesen abgeartet sind, deren Abartung alsdann allmählich dergestalt weiterging, daß endlich ein ganz entschieden _wesentlich_ neues Gattungsmerkmal erreicht wurde?
Ganz gewiß: so und nicht anders verhält es sich! Aber wir dürfen eins nicht vergessen: Daß nämlich die erste Abartung immerhin im Bereich der alten Art numerisch eine Minderzahl bedeutete; ferner aber, daß sie sich zu irgend einem Zeitpunkt direkt als solche ganz besonders auffallend markieren und zum deutlichsten Bewußtsein sowohl der alten wie der neuen Artgenossen gelangen mußte. Ferner: daß das Gebiet, wo dieses markante Merkmal sich zuerst zeigte, ein Gebiet einer lebhaften physischen Krisis sein mußte, die wiederum nur eine kleine Elite in ganz besonders entscheidender und neuartbestimmender Weise durchmachte! Was aber ist alsdann selbstverständlicher, als daß _ein_ individuelles Paar wieder im Bereich dieser kleinen Elite das neue physiologische Artmerkmal in allerdeutlichster und bedeutsamster Weise erlitt? Wie anders jedenfalls wäre wohl sonst die allgemeine und mit solcher Unausrottbarkeit bis heute festgehaltene religiöse Tradition vom Urahnenpaar und seiner Elite zu erklären? Denn wir dürfen doch ganz unmöglich dem Urmenschen eine geistig »mythenbildende« Fähigkeit zutrauen, wie sie in der späteren Antike auftauchte, wo man allerdings, wenn auch nur in Decadencezeiten, allgemeine kulturelle Neuströmungen in eine Kollektivperson dichterisch zusammentrug. Vielmehr muß ein anderes ausgeschlossen sein, als daß die Urmenschen die Erinnerung eines tatsächlich vorhanden gewesenen Urahnpaares und seiner Elite bewahrten, verehrten und weitertrugen.
Es ist nun ferner nichts sicherer, als daß tatsächlich dieses Urahnenpaar, entweder ganz allein oder mit einem kleinen Anhang, aus einem bisherigen sozialen Bestand ausgeschieden und verbannt, in einer neuen Umgebung und unter neuen Lebensverhältnissen aus sich heraus organisch-physisch ein Geschlecht zeugte, das wir, da es die neuen in wesentlichem Betracht ausschlaggebend markant gewordenen Gattungseigenschaften in reinster und fruchtbarster Weise zeigte, als den eigentlichsten Anfang _menschlicher_ Gattung anzusprechen haben.
Und so bliebe denn die religiöse Bedeutung des Urahnpaares und seiner Elite, wie wir sie oben gekennzeichnet haben, tatsächlich zu recht bestehen. Ein einziges Urpaar und eine kleine, ihm innig organisch angegliederte Elite haben die gesamte menschliche Gattung aus sich hervor erzeugt und sich organisch zu ihr ausgeweitet!
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Genau auf die gleiche Weise werden wir uns natürlich die Auslösungen auch der übrigen vorhergehenden organisch-tierischen Hauptgattungen und aller Hauptstufen der organischen Entwicklung vorzustellen haben. Und nichts weniger also ist das jedesmalige Vorhandensein dieses die eigentliche Konstituierung der neuen Gattung vollziehenden Paarindividuums und seiner Elite als ein Zufall oder eine bloße Erdichtung! Vielmehr, da die organische Entwicklung sich in Stufen und Gattungen gliedert, die sich jedesmal erst von einem Zeitpunkt an mit aller Entschiedenheit eine aus der anderen hervor entfalten, und da die organische Entwicklung als Entfaltungsprozeß des absoluten Individuums in völliger, und zwar einer absolut _persönlichen_ Einheit steht, ist jenes Paarindividuum und seine Elite, die wir das _motorische_ Individuum und die _motorische_ Elite nennen wollen, eine in aller Entfaltung des absoluten Individuums mit dem Zeitpunkt seines Auftretens immanent fest bestimmte und enthaltene, urnotwendige Erscheinung und Tatsache!
Sie setzt sich ganz selbstverständlicherweise alsdann weiter fort zurück in die anorganische Welt hinein. Es kann sich schlechterdings nicht anders verhalten, als daß in Gestalt von chemisch-elementaren Wesenheiten dasselbe motorische Individuum und seine Elite auch die Hauptstadien der anorganisch-chemischen Entwicklung vom Urelement an auslösten; und daß das Urelement die allererste substanzielle Form des motorischen Individuums und seiner Elite war. Die allererste reine Kraft- und unsubstanzielle Atomenform aber war es in Gestalt des rotierenden zentralen Uratoms und der diesem sich anschließenden unsubstanziellen Atomenformation.
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Aber es bleibt jetzt noch nachzuweisen, daß motorisches Paarindividuum und seine Elite, die die einzelnen Hauptstufen der Entfaltung des absoluten Individuums auslösen -- die Neben- und Unterstufen werden nach gleichem Prinzip von stellvertretenden Paarindividuen und Eliten ausgelöst und weiter ausgebaut. Wie denn allenthalben in jeglichem sozietären Betracht alles nach Maßgabe dieses gleichen heiligen Prinzips organisiert ist, und eine Repräsentanz des motorischen Individuums bis in die politischen und in andere sozietäre _Unterformen_ und Verbände hinein eine wichtige Rolle spielt in der Entwicklung und Ausgliederung aller Kultur -- in welcher organischen oder anorganischen Gestalt auch stets das persönlich gleiche, also vom zentralen Uratom ab immer wieder hervorgebrachte, neuerzeugte, als ein und dasselbe wiedergeborene ist aus allem Zusammenhang und aller Ausweitung seiner von ihm bewirkten Entfaltung heraus.
So unmöglich eine solche Ausmachung auch der mechanistischen Wissenschaft sein muß, ja so phantastisch und ungeheuerlich sie ihr erscheinen wird, so ist sie dennoch vollständig exakt, endgültig und nachgerade sogar unschwer zu leisten!
Ich habe von alledem in meinem Buche »Das absolute Individuum und die Vollendung der Religion« (Oesterheld & Co., Berlin W.) sehr ausführlich gehandelt und dort auch das wichtigste biogenetische Gesetz formuliert, nach welchem alle Entfaltung durch ein und das gleiche motorische Individuum und seine Elite bewirkt wird. Ich darf mich hier also kurz fassen.
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Unsere Ausmachung hat zunächst eine Tatsache in Rücksicht zu ziehen, die sich wieder geradezu auf der flachen Hand darbietet.
Nämlich die, daß die Erscheinung des Bewußtseins auf der Erde räumlich und auch sonst in jeder Hinsicht einen überraschend eingeschränkten organischen Bestand besitzt!
Im übrigen verhält es sich so, daß kein einziger kosmischer Körper, mit einziger Ausnahme des am edelsten entwickelten, des Zentralkörpers, der Erde, bewußtheitliches Leben trägt. Die übrigen Körper, soweit sie nächst der Erde die festesten des absoluten kosmischen Systems sind, entbehren der elementarischen Vielseitigkeit und edlen Kompliziertheit, welche dem bewußtheitlichen und organischen Leben vonnöten ist. Die übrigen Körper aber schließen organisches und bewußtheitliches Leben durch ihre gegen die kosmische Peripherie hin immer leichtere Beschaffenheit aus, anderer sehr wichtiger Gründe hier nicht zu gedenken.
Was den anorganischen Bestand anbelangt, so nimmt er als Grundlage des organischen Lebens den weitaus größten Raum ein.
Alsdann schließt sich, man darf sagen: gleichfalls noch als Grundlage des höheren organischen Lebens, der sehr mannigfaltige Formenbestand des niederen und unterbewußtheitlichen an, wozu wir auch die pflanzlich-vegetabilische Welt zu rechnen haben. Dann folgt, als ein all diesem anorganischen und organisch niederen und unterbewußten gegenüber bereits sehr eingeschränkter Kontigent, der des niederen bewußtheitlichen Lebens. In all diesem Bereich nun aber: welch eine überraschend kleine Elite des entschiedener und höher bewußtheitlichen Lebens! Und schließlich, welch kleinster Bestand die höchstbewußtheitliche Gattung Mensch!
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Dabei tritt nun aber gerade, je höher die bewußtheitliche Stufe, ein außerordentlich wichtiger Umstand in Erscheinung. Nämlich eine immer mehr sich steigernde freie Bewegung und Beweglichkeit der bewußtheitlichen Kontingente. Und zugleich eine Tendenz zu überaus vielseitiger artlicher Differenzierung und Ausbreitung.
Diese Erscheinung nun aber hat sich abzufinden mit jenem ein für allemal in den engen Grenzen seines Umfanges gehaltenen Bezirk des höher- und höchstbewußtheitlichen Lebens.
Das kann aber nur auf eine ganz bestimmte Weise geschehen und geschieht, wie die Biologie ja schon längst nachgewiesen hat, freilich ohne sich der ungeheuer wichtigen Tragweite dieser Ausmachung bis jetzt auch nur im entferntesten bewußt zu werden! --, indertat so: nämlich vermöge einer Abtragung oder Resorbtion der überwundenen Gattungen und Arten, welche sich durchaus nach Maßgabe der jeweiligen Vitalität und Beweglichkeit und der Weiterentwicklung der vorgeschrittensten und höchsten Gattung vollzog und vollzieht und je nachdem, wie diese die überholten Gattungen und Arten noch als ihre Ausgliederung für ihren vorschreitenden Lebensprozeß vonnöten hat.