Part 40
[63] Boyle (Adventures among the Dayaks, S. 67) fand sogar pneumatische Feuerzeuge aus Bambus bei den Dayaks in Gebrauch, Bastian traf solche in Birma. Auch sah Boyle einen Dayak etwas Zunder auf einen Porzellanscherben legen, ihn mit dem Daumen fest halten und einen scharfen Schlag damit gegen ein Bambusrohr führen: der Zunder fing Feuer. Dieselbe Art Feuer zu schlagen beobachtete Wallace in Ternate.
[64] Eine Berechnung des Flächeninhalts der einzelnen Inseln befindet sich im Anhange.
[65] Eine Uebersichtstabelle der Witterungsverhältnisse, und eine zweite, enthaltend die aus fünfjährigen Beobachtungen (1865-69) gewonnenen Mittel, befinden sich im Anhange.
[66] Reiseskizzen S. 143.
[67] Nach Tylor (Anahuac 227) petlatl (mexikan.) eine Matte, in den Philippinen: petate; petla-calli mexikanisch. Mattenhaus, davon petaca, geflochtene Zigarrentasche.
[68] Voyage en Chine II, 33.
[69] Informe II, 37.
[70] Nach dem Berichte eines Ingeniörs sind die Barren dadurch entstanden, dass der Rio S. Mateo, der bald nach dem Ausfluss des Pasig aus der Laguna rechtwinklig auf diesen stösst, ihm in der Regenzeit eine grosse Menge Schlamm zuführt, welcher durch die dann herrschenden SW. Winde aufgestaut wird. Es würde daher wenig nützen die Barre fortzuräumen, ohne zugleich durch Ablenkung der S. Mateo in den See, die Ursache ihrer Entstehung zu beseitigen.
[71] .. »ils se baignent aussi dans leurs maladies et ont des sources d'eau chaude pour cet effet, particulièrement au bord de l'Estang du Roy (Laguna del Rey statt de Bay offenbar in Folge eines Lesefehlers) qui est dans l'île de Manille.« Thévenot, Religieux.
[72] »Vom Maquiling bis zu der Stelle Bacon genannt, die im Osten von Los Baños liegt, kann man kaum 30 Schritte gehn, ohne auf sehr verschiedenartige Wasserbäche zu stossen: sehr heisse, lauwarme, natürliche und sehr kalte. In einer in unserm Archiv aufbewahrten Beschreibung dieser Ortschaft, vom Jahre 1739 heisst es: dass SSO. 1/4 S. vom Dorf ein Hügel Natognos liegt, auf dessen Platte eine Stelle von 400 quadr. Fuss in fortwährender Bewegung ist wegen des heftig ausströmenden Dampfes. Der von den Dämpfen durchdrungene Körper ist eine ausserordentlich weisse Erde, die zuweilen 1 bis 1 1/2 Ellen hoch geschleudert wird, und wenn sie die Kälte fühlt, in kleinen Stücken herabfällt.« (Estado geogr. 1865).
[73] Laurineen, Scitamineen, Fächerpalmen, Dombeyaceen, Araliaceen.
[74] Pigafetta sagt (S. 55), dass man, um den Kokoswein zu gewinnen, den Wipfel der Palme bis auf das Mark (den Trieb), durchbohrte und den aus der Wunde quellenden Saft auffing. Nach Regnaud (Hist. nat. du cocotier p. 120) befolgen die Neger von St. Thomas noch heut ein ähnliches Verfahren, das dem Baum sehr schädlich ist und ein weniger gutes Produkt liefern soll.
Hernandez, I, 344, beschreibt ein eigenthümliches Verfahren, um aus der Sacsac-Palme, deren kurze Charakteristik so ziemlich auf Arenga saccharifera zu passen scheint, Wein, Honig und Sago zu gewinnen. Sie wird dicht an der Blattkrone gekappt, der Stamm, jedoch nur so weit er zart ist, ausgehöhlt, in der Vertiefung sammelt sich der süsse Saft. Ist aller Saft abgezapft, so lässt man den Baum vertrocknen, zerschneidet ihn dann in dünne Stücke, die an der Sonne gedörrt zu Mehl zerrieben werden.
[75] Schon Pigafetta erzählt, dass die Eingeborenen aus den Kokospalmen Oel, Essig, Wein und Milch bereiteten und viel Kokoswein tranken, die Könige berauschten sich mehreremale bei den Gelagen.
[76] In der Londoner Illustrirten Zeitung von Ende 1857 oder Anfang 1858 befindet sich eine drastische Darstellung des Reisens auf dieser Strasse von einem talentvollen Künstler unter dem Titel: a macadamized road in Manilla.
[77] Vergl. Reiseskizzen.
[78] Erd und Pickering. (U. S. Expl. Exp. V 314,) fanden die Höhe = 6500' engl. also 7143' span., bei ihren unvollkommenen Hülfsmitteln kein unbefriedigendes Resultat.
Im Estado geogr. Manila 1865 S. 150 wird ohne Quellenangabe die Höhe = 7030' 7'' gesetzt. An derselben Stelle heisst es: »der grosse Vulkan ist seit 1730 erloschen, in welchem Jahre sein letzter Ausbruch stattfand; er barst an der Südseite, stiess Ströme von Wasser und brennender Lava aus und Steine von ungeheurer Grösse, deren Spuren bis zum Dorf Sariaya zu verfolgen sind. Der Krater mag gegen eine Legua im Umfang haben, ist im Norden höher, hat im Innern die Form einer Eischale; diese Vertiefung scheint die Hälfte der Berghöhe zu betragen.«
[79] Von Ponte, Verdeck, zweimastige Schiffe mit Mattensegeln von etwa 100 Tonnen.
[80] Estado geogr. S. 314.
[81] Amtlich Cagsáua genannt, denn das alte, höher am Berge belegene durch den Ausbruch von 1814 zerstörte Cagsáua wurde an dieser Stelle wieder aufgebaut, wo früher ein unbedeutendes Oertchen, Darága stand.
[82] Wie mir Herr Paton brieflich mittheilt, hatte man ihnen in Albay das Unternehmen als unausführbar dargestellt. Weder einem Spanier noch einem Indier sei es jemals gelungen den Gipfel zu erreichen, sie würden trotz aller Vorsichtsmaassregeln vom Sande verschüttet werden. Von einem grossen Reiterzuge begleitet, brachen sie um 5 Uhr auf und gelangten bis an den Fuss des Schlackenkegels, von wo sie in Begleitung zweier Landsleute, die aber unterwegs zurückblieben, den Berg zu erklimmen begannen. Auf halber Höhe rastend, sahen sie in häufigen Gipfelausbrüchen ausgestossene glühende Lava den Berg hinabgleiten. Mit grosser Anstrengung erreichten sie zwischen 2 und 3 Uhr den Gipfel, konnten aber wegen der schwefligen Gase nur 2 oder 3 Minuten verweilen. Beim Hinabsteigen erfrischten sie sich durch Nahrungsmittel, die ihnen Herr Muñoz entgegen gesandt, und gelangten Abends nach Albay, wo sie während der paar Tage ihres Aufenthalts als Helden gefeiert wurden, und über ihre »Conquista« ein amtliches Beglaubigungsschreiben erhielten, für welches sie mehrere Dollar zu erlegen hatten.
[83] Francisco Aragoneses Suceso espantoso y memorable acaecido en la provincia de Camarines el dia 1de Febrero 1814.
[84] Blanco Flora 420.
[85] [Der Cacaoverbrauch in Europa beträgt jährlich 36 bis 40 Millionen Pfd. (Humboldt schätzte ihn 1818 auf 23 Millionen Pfund--H. und Bonpl Reise III., 206), wovon 1/3 für Frankreich, dessen Bedarf sich von 1853 (6,215,000 Pfd.) bis 1866 (12,973,534 Pfd., Werth 2,681,000 Thaler) mehr als verdoppelt hat. Venezuela liefert den feinsten Cacao für den europäischen Markt: Porto Cabello und Carácas; am besten und theuersten ist der Carácas in 4 Sorten: 1° Chuao, 2° Ghoroni, 3° O'Cumar, 4° Rio chico; sie werden auf vorzüglich gepflegten Pflanzungen von lange dort angesiedelten Basken gewonnen.
England verbraucht den in seinen eigenen Kolonien erzeugten Cacao, obgleich der Zoll (1 d. per Pfund) für alle gleich ist; Spanien, das bedeutend konsumirt, bezieht seinen Bedarf besonders aus Cuba, Portorico, auch Ecuadór, Mexico, Trinidad. Sehr beträchtliche neue Pflanzungen sind neuerdings in Nicaragua von Franzosen angelegt worden: 250,000 Bäume von denen 60,000 1867 schon trugen. (Rapp. du Jury XI, 268.)
Mehr noch als die feinsten Venezuéla-Sorten sind die Bohnen von Soconusco (Zentr.-Amer.) und Esmeraldas (Ecuadór) geschätzt; sie werden aber im Lande selbst verbraucht, kommen kaum in den Handel. Deutschland begnügt sich mit geringeren Sorten; Guayaquíl, der im Mittel etwa halb soviel als Carácas kostet, wird bei uns am meisten, mehr als von allen übrigen Sorten zusammen, eingeführt. (Vergl. A. Mitscherlich S. 39-46, wo reiches Material über den Cacaohandel in übersichtlicher Kürze zusammengestellt ist.)
[86] [Nach C. Scherzer, Central-Amerika p. 554 giebt der Baum 20 Jahre lang je 30 bis 40 Loth Ertrag; 1000 Pflanzen 1250 Pfund Cacao = 250 Doll. (zu 20 Doll. der Zentner) also 1 Baum 1/4 Doll. -- Mitscherlich nimmt 4 bis 6 Pfd. frische Bohnen als den mittleren Ertrag an. Ein Liter Cacaobohnen wiegt lufttrocken 630 Gr., geröstet und geschält 610 Gr. (Jordan und Timäus).
[87] 1727 zerstörte ein Orkan die durch langjährige Bemühungen geschaffenen bedeutenden Cacaopflanzungen von Martinique mit einem Schlage; dasselbe geschah auf Trinidad. Mitscherlich S. 14.
[88] F. Engel (Unsere Zeit 1. Dez. 67) nennt auch eine Krankheit (Mancha), welche in Amerika an der Wurzelbasis mit Zerstörung der Cambiumschicht beginnend, den Baum schnell tödtet und sich so rasch verbreitet, dass ganze Cacaowälder niedergehauen und in Weideplätze für das Vieh verwandelt wurden, um ihr Einhalt zu thun. Selbst in den begünstigsten Gebieten wurden nach langem ruhigen Besitz in einer einzigen Nacht kurz vor der Ernte, tausende von Bäumen durch diese Krankheit getödtet. Ein fast ebenso gefährlicher, den Anbau einschränkender Feind ist eine Motte, deren Larve die fertigen Cacaobohnen gänzlich zerstört; man kennt nur ein Mittel sie zu tödten, Kälte und Luftzug. Schon Humboldt führt an, dass Cacaobohnen, die über den kalten Kamm der Cordilleren geführt wurden, auf immer von dieser Plage frei blieben.
[89] G. Bernoulli (Uebersicht der bis jetzt bekannten Arten von Theobroma. Zürich 1869) führt im Ganzen 18 Arten an; für die Philippinen nur eine: Theobroma Cacao, Lin., nach Blüthen und Früchten aus meinem Garten in Darága bestimmt.
[90] Pili, ein Canarium, dessen Species wohl noch nicht genügend feststeht, ist in Süd-Luzon, Samar und Leyte sehr verbreitet, es fehlt dort wohl in keinem Dorfe. (Die vom Verfasser eingesandten Blüthen sind im Berliner Herbar bei dessen vielen Wanderungen von einem Ort zum andern aus massig geräumigen in immer engere Lokalitäten verlegt worden.)
Die Frucht von der Grösse einer Pflaume, aber spitzer, enthält eine harte Mandel, deren Kern roh, in Syrup eingemacht, oder kandirt genossen wird, wie Pinienkerne, denen sie im Geschmack sehr ähnlich ist. Die von Pigafetta (S. 55) auf Jomonjol angetroffenen grossen Bäume mit Früchten »etwas kleiner als Mandeln, Pinienkernen ähnlich«, sind wohl Pili gewesen. Aus den Kernen wird ein Oel gepresst, dem aus süssen Mandeln vergleichbar. Aus Einschnitten des Stammes erhält man reichlich ein weiches, angenehm riechendes, weisses Harz, das unter dem Namen Piliharz, oder Brea blanca, im Lande zum Kalfatern der Schiffe, mit Reishülsen durchknetet zu Fackeln verwendet wird. Auch als Pflaster steht es bei Rheumatischen in gutem Ruf. Seit etwa zwanzig Jahren kommt es nach Europa. Die ersten Sendungen brachten grossen Gewinn, da das in seiner Heimath sehr billige Produkt bei uns als ein neues beliebtes Elemiharz Stellung nahm.
[91] Der allgemeine Name war aber Cacahoa-atl (Cacao-Wasser), Chocolatl bezeichnete eine besondere Sorte. F. Hernandez (opera omnia II, 155, vergl. auch E. Nierembergius Cap. XV.) kannte bei den Azteken vier Cacaoarten, (eine fünfte Pflanze, die er nennt, lieferte wohl nur ein Surrogat) und beschreibt vier Sorten daraus bereiteter Tränke, deren dritte Chocolatl hies, und angeblich auf folgende Weise bereitet wurde: Gleiche Maasstheile von Fruchtkernen des Baumes Pochotl (Bombax ceiba) und cacahoatl (Cacao) wurden fein gerieben, in einem irdenen Gefäss erhitzt, das oben sich ansammelnde Fett abgesondert. Zum Rückstand setzte man gequollenen zermalmten Mais, und bereitete daraus einen Trank, der warm genossen wurde, nachdem das vorher abgesonderte Fett wieder beigemischt worden.
[92] M. Wagner, Centr. Amer. 146.
[93] Rappt. du Jury XI.
[94] Näheres bei Mitscherlich und F. Engel.
[95] Berthold Seemann (Nicaragua pg. Ausland 16.7.67) berichtet von einem Baum mit fingerförmigen Blättern und kleinen runden Kernen, die zuweilen von Indianern zum Verkauf angeboten werden. Man macht Chocolade daraus, die an Wohlgeschmack die gewöhnliche aus Cacao bereitete übertrifft. Der Baum wird gewiss mit der Zeit von Europäern in grosser Menge angepflanzt werden.
[96] Remarks on the Philippine Islands, Calcutta 1828.
[97] Reiseskizzen S. 157.
[98] Bericht des franz. Konsuls v. 1866.
[99] Mysore und Mokka erzielen die höchsten Preise: ersterer 80 bis 90 Sch., Mocca, wenn 5 bis 6 Jahr alt, bis 120 Schilling.
[100] Kaffeeeinfuhr in S. Francisco 1865, 66, 67 = 3 1/2, 8, 10 Million Pfd., davon 2, 4, 5 Million Pfd. Manila-Kaffee. 1868 soll England die grösste Menge Kaffee eingeführt haben.
[101] Rappt. Cons. Belge.
[102] Kaffee ist ein so vorzüglichstes Getränk und wird so selten gut bereitet, dass folgende von Sachverständigen gegebene Winke [Rappt. du Jury] gewiss nicht unwillkommen sein werden: 1) Wahl guter Sorten, 2) Mischung derselben im besten, durch Erfahrung festgestellten Verhältniss, 3) Vollständiges Austrocknen der Bohnen, da sonst der während des Brennens aus ihnen entwickelte Wasserdampf einen Theil des Aromas mit fortreisst, 4) Brennen in heisser Luft, wobei der Hitzegrad genau bemessen werden kann. Jede Sorte muss für sich gebrannt werden, 5) schnelles Abkühlen der Bohnen. Wer seinen Kaffee aus einer allen diesen Bedingungen entsprechenden Quelle beziehn kann, thut wohl am besten, die gebrannten Bohnen in Tagesrationen zu kaufen. Mit Ausnahme der 4ten sind aber die obigen Vorschriften in jeder Haushaltung zu erfüllen, und die kleinen in Berlin käuflichen Brennapparate, die ohne Unbequemlichkeit, sehr geringe Mengen über der Spiritusflamme zu rösten und dabei zu überwachen gestatten, bieten einigen Ersatz. Der Vorschrift 3. genügt man am besten, wenn man den Kaffee vor dem Gebrauch mehrere Jahre lang an einem trocknen Orte aufbewahrt.
[103] Lygodium circinatum (?) Swartz, nicht ein kletternder, sondern ein wirklich rankender Farn, wohl die einzige Gattung in der Familie.
[104] Anahuac p. 24.
[105] Siehe Anhang Bürgerliche Einrichtungen.
[106] Nach amtlichen, in der Alkaldie erhaltenen Nachrichten 21 Menschen in den beiden letzten Wochen.
[107] Histor. de las islas. Cap. XI.
[108] St. Croix (II, 157) erzählt, dass sich zu seiner Zeit die Curas von jungen Mädchen bedienen liessen. Ein Franziskaner am See von Bay hatte deren zwanzig zu seiner Verfügung, von denen ihm immer zwei zur Seite waren.
[109] »Die Mönche sind Herren in den Provinzen . . . regieren dort als Herrscher . . . sind so unumschränkt, dass kein Spanier sich dort niederzulassen wagt. . . Die Mönche würden ihm zu viele Schwierigkeiten bereiten. Legentil 1, 183.
[110] Leg. ult. I, 266 §§. 87, 89.
[111] Namentlich durch No. 26 Tit. 6, 54 Tit. 16, Bch. II. und 5 Tit. 2 Recop.
[112] R. C. 17. Juli 1754.
[113] St. Croix II, 124.
[114] St. Croix II, 336.
[115] Die Alkaldien zerfallen in 3 Rangstufen: entrada, ascenso, termino. (R. O. 31 März 1837 Tit. I, 1.) In jeder dient der Alkalde 3 Jahre. (Tit. II, Art. 11, 12, 13) Niemand darf unter irgend einem Vorwand in der Magistratur der Provinzen von Asien länger als 10 Jahre dienen. (Art. 16.)
[116] Chine I, 360.
[117] Das Gesetz rührt aus der frühesten Zeit der Kolonisation Amerika's her, daneben bestanden noch eine Anzahl argwöhnischer Vorkehrungen, um zu verhindern, dass die höheren Beamten in ein freundschaftliches Verhältniss zu den Kolonisten träten. Weder sie noch ihre Söhne durften in der Kolonie heirathen, liegende Gründe erwerben etc. vergl. Kottenkamp I, 509.
[118] Ein Weltgeistlicher in den Philippinen erzählte mir ganz unbefangen, was ihn zur Wahl seines Berufes veranlasst habe. Als Unteroffizier spielte er einst Karten auf einem schattigen Balkon: »Seht, rief einer seiner Kameraden, wie die Esel dort schwitzen, damit wir hier faulenzen können,« indem er auf die Bauern wies, die in voller Sonnengluth den Acker bestellten. Der glückliche Gedanke die Esel für sich arbeiten zu lassen, machte einen so tiefen Eindruck auf ihn, dass er sofort beschloss, Geistlicher zu werden, wobei ihm sein ehemaliger Besuch einer lateinischen Schule zu Statten kam. Derselbe Gedanke hat wohl auch manchen mittellosen Caballero zur Wahl des Beamtenstandes geführt. Die geringe Achtung der bürgerlichen Arbeit in Spanien und Portugal, die Aussicht auf Nebenverdienste namentlich in den Kolonien tragen das Ihrige dazu bei.
[119] Ausbeutung des Staates durch die Parteien, Ausbeutung der Parteien durch die Personen . . . das eigentliche Geheimniss aller Revolutionen, ein über alle Maassen widerwärtiger Aemterkrieg . . . Man mag nicht arbeiten und will doch glänzend leben. Man kann es nur auf Kosten des Staats, den man gewissenlos ausbeutet. . . Es gab Orte wo (nach Vertreibung Isabela's) das Amt eines Alkalden dreimal an einem Tage gewechselt wurde. . . (Preuss. Jahrb. Januar 1869.)
[120] Nach Grunow, der sie bestimmt hat, Cladophora anisogona Kützing. = Conferva anisogona Montagne.
[121] Giebel und Siewert Ztschrft. f.d. ges. Naturw. 1870 Bd. 1, 377 enthält einen interessanten Aufsatz von Rob. Pott über Javanische Fleisch-, Fisch- und Krebsextrakte.
[122] Dr. Semper, der sie nach eigner Anschauung schildert (Skizzen 57), scheint bei den Ygorroten eine solche Mischung nicht anzunehmen.
[123] S. Semper 52.
[124] Genau eben so fand Pigafetta die Musikmädchen des Königs von Cebu ganz nackt oder mit einem Schurz aus Baumrinde bekleidet (S. 82). Die Hofdamen trugen ausser Hut und kurzem Schleier nur ein kleines Schamband. (S. 89.)
[125] Aus denselben Gründen haben vielleicht die Chinesen bei ihrem ersten Verkehr mit den Portugiesen den später wieder aufgegebenen Gebrauch der Kreuze angenommen. Pigafetta (187) bemerkt: Die Chinesen sind weiss und tragen Kleider, sie essen von Tischen, wie wir. Sie haben Kreuze, man weiss aber nicht wozu.
[126] »Die Kirchenprälaten sollen ihren Untergebenen ausdrücklich vorschreiben, den Indiern häufig zu predigen, und sie zu überreden ... dass es Pflicht der Gerechtigkeit und des Gewissens sei, ihren Tribut zu zahlen, und dass sie eine Fülle von Ablass gewinnen, indem sie die heilige Kreuz-Bulle kaufen, ... wegen der geringen Aufklärung und Wissenschaft besagter Indier über diese beiden, für ihre Erlösung eben so wichtigen, als dem Sinne unseres katholischen Monarchen entsprechenden Punkte.« Leg. ult. I, 266 §. 90.
[127] Der Ursprung dieser Bullen liegt in den von den Päpsten des zwölften und dreizehnten Jahrhunderts zu Gunsten derjenigen Personen erlassenen geistlichen Gnaden, die sich persönlich oder durch Spenden an den Kreuzzügen betheiligten. Julius II. überliess die Einnahmen daraus auf drei Jahre den spanischen Königen, spätere Päpste verlängerten den Termin; 1750 erhielt Ferdinand VI. für sich und seine Nachfolger das Recht die Erträge der Kreuzbulle selbstständig zu erheben und zu verausgaben. Die Kreuzbulle besteht in einer Bulle für Lebende (de vivos), deren Besitzer durch jeden Priester sogar wegen verheimlichter Verbrechen frei gesprochen werden können; einer Bulle für Todte (de difuntos) zur schnelleren Erlösung aus dem Fegefeuer; einer Bulle den Genuss von Milch, Eiern und Fleisch an Fasttagen gestattend (de lacticinios), Abfindungsbullen (de composicion), wodurch u. a. Diebe, Betrüger, Erbschleicher, Alle, die fremdes Gut nehmen oder behalten, wenn ihnen der eigentliche Besitzer unbekannt ist, Buhler, solche die um Geld falsches Urtheil sprechen, Frauen, die für Geld Ehebruch treiben, falsche Zeugen u.s.w. vollkommenen Ablass erhalten, und das schlecht erlangte Gut in gutem Glauben und mit ruhigem Gewissen als rechtmässig erworbenes Eigenthum behalten dürfen. Doch dürfen jene Verbrechen nicht begangen sein mit der Absicht, sich durch den Kauf der Bulle von der Schuld frei zu machen; denn in solchem Falle müsste der Kasse der heiligen Kreuzbulle das Ganze herausgegeben werden. Nach dem ersten amplifizirten spanischen Text des päpstlichen Kommissars genügte ein Ablasschein von 2 r. für Veruntreuungen bis zur Höhe von 2000 Maravedis. Für solche von über 100,000 Maravedis war mit dem Kommissar zu akkordiren. (R. P. And. Mendo Bullae Sanctae Crucis Elucidatio.). Seit 1801 gilt in den Philippinen ein bedeutend höherer Tarif.
[128] En 1628, d'après des rapports dignes de foi, la terre trembla 14 fois le même jour dans les Camarínes; beaucoup d'édifices furent renversés, une grande montagne se fendit et il en sortit une telle quantité d'eau, que dans les campagnes inondées les arbres furent arrachés et qu'à une lieue de la mer la plaine était toute couverte d'eau.
[129] Apud Camarines quoque terram eodem die quatuor decies contremuisse, fide dignis testimoniis renuntiatum est: multa interim aedificia diruta. Ingentem montem medium crepuisse immani hiatu, ex immensa vi excussisse arbores per oras pelagi, ita ut leucam occuparent aequoris, nec humor per illud intervallum appareret. Accidit hoc anno 1638. S. Eusebius Nierembergius, Historia Naturae lib. XVI, 383. Antwerpiae 1635 Fol. (1638 ist bei Perrey, nicht aber im Original verdruckt für 1628).
[130] Siehe Anhang: Succeso raro.
[131] Siehe weiter unten bei Abacá.
[132] Im Fort William, Calcutta, angestellte Versuche haben die ausserordentliche Festigkeit der Ananasfaser dargethan. Ein Kabel von 8 Cm. Umfang zerriss erst bei einem Gewicht von 2850 Kilogr. (Rappt. Exp. Lond. II. 62.)
[133] Sapa heisst flach.
[134] Hooker (Himalayan Journ. I, 167) schreibt der ausserordentlichen Häufigkeit dieser Annulaten in Sikkim den Tod vieler Thiere zu, auch das für Rinderpest geltende Viehsterben, wenn es nach einer sehr nassen Jahreszeit eintritt, in deren Folge die Blutegel in unglaublichen Mengen erscheinen . . . Es ist eine bekannte Thatsache, dass diese Würmer Tage lang in den Nasenlöchern, im Schlund und Magen von Menschen gelebt, unsägliche Schmerzen und den Tod veranlasst haben.
[135] Gemelli Careri erwähnt sie schon.
[136] In ausserordentlicher Schönheit und Ausdehnung fand ich diese Aggregationsform bei den grossen Kieselablagerungen von Steamboat Springs, Nevada Territory.
[137] Arenas (Memorias 5. 9) glaubt, dass vielleicht die alten Jahrbücher der Chinesen, da dieses Volk schon früh mit dem Archipel verkehrte, Aufschluss über die Herkunft seiner heutigen Bewohner enthalten. »Ist dies aber nicht der Fall, so dürfen wir nicht danach forschen, denn Gott will uns den Ursprung dieser Indier verbergen, und seine Beschlüsse müssen wir achten«.
[138] Wahrscheinlich Anodonta purpurea Val. nach v. Martens.
[139] Das Mittel der Durchschnittsernten in den zwölf preussischen Provinzen ist 9,211 Scheffel Getreide per Morgen. (Nassau und Hohenzollern nur 7,98 und 7,19).
[140] 650 Pfund per Bünder. -- De Rijst, Maatsch. tot nut S. 13.
[141] Scherzer, Fachmännische Berichte A. 91.
[142] Mehr als hundert Jahre später berichtet Pater Taillandier: »die Spanier haben aus Amerika Kühe, Pferde und Schafe kommen lassen, aber diese Thiere können dort nicht leben, wegen der Feuchtigkeit und der Ueberschwemmungen.« Letzteres soll sich wohl nur auf die Schafe beziehen. -- (Taillandier au père Willard, Lettres édifiantes.)
[143] Gegenwärtig sollen die chinesischen Pferde plump, grossköpfig, buschig, behaart, die japanischen zierlich, ausdauernd, den arabischen ähnlich sein. Gute Manilapferde entsprechen letzterem Typus und werden in den chinesischen Hafenplätzen von den Europäern sehr geschätzt.
[144] Vergl. Hernandez Opera omnia; Torquemada, Monarchia Indica.
[145] Buyo nennt man in den Philippinen die mundgerechte Zurichtung des Betels. Ein Blatt Betelpfeffer (Chavica betel) von der Form und Grösse eines Bohnenblattes, wird mit einem erbsengrossen Stückchen gebrannten Kalkes bestrichen, und von beiden Rändern nach der Mittellinie hin zusammengerollt; dann wird das eine Ende der Rolle in das andere gesteckt, so dass ein Ring entsteht; in diesen wird ein flaches Stück Arecanuss von entsprechender Grösse eingepasst.
[146] Im Lande glaubt man, dass Fleisch von Schweinen, die sich auf die S. 124 angegebene Weise nähren, oft diese Krankheit hervorrufe; ein befreundeter Physiologe vermuthet die Ursache eher in reichlichem Genuss sehr fetten Schweinefleisches -- Indier essen aber gewöhnlich nicht viel Fleisch und die Schweine sind selten sehr fett.
[147] Vergl. A. Erman Reise um die Erde durch Nordasien. Abth. I. Bd. 3, S. 191.
[148] Nach Semper S. 69 in Zamboanga und Basilan.