Reisen in den Philippinen

Part 39

Chapter 393,565 wordsPublic domain

Spuren künstlicher Verunstaltung finden sich an der Mehrzahl der Schädel, jedoch erreichen sie auch nicht entfernt das Maass, wie diejenigen an den Höhlenschädeln von Lanang und Caramuan. In der Regel ist das Hinterhaupt sehr steil und die Seitenwandbeine sind dicht hinter den Tubera parietalia fast rechtwinklig herab gebogen. Nur der eine und zwar männliche Schädel zeigt gar nichts von Deformation: sein Hinterhaupt springt stark vor, und zwar findet sich die stärkste Vorwölbung an der Schuppe oberhalb der Linea nuchae suprema (vgl. Taf. II, fig. 5-6). Wenn dieser letztere Schädel gegenüber den weiblichen und deformirten (Taf. II, fig. 4) als der am meisten typische angesehen werden darf, so könnte es doch sein, dass ihm an einer andern Stelle die künstliche Verunstaltung nicht fehle. Er zeigt nämlich eine ungemein breite und platte Nasenwurzel, und die Nasenbeine sind seitlich mit den Processus nasales des Oberkiefers verwachsen. Da sich dieselbe Synostose noch bei einem andern Negrito-Schädel findet, so entsteht die Frage, ob hier eine blosse Rassen-Eigenthümlichkeit oder ein pathologisches Ereigniss vorliegt. Wenn nun an sich der ganze Habitus der Stelle diesen Eindruck hervorbringt, so hat mich eine Mittheilung des französischen Missionärs Montrouzier noch mehr für diese Ansicht gewonnen. Derselbe berichtet nämlich, dass in ganz Neu-Caledonien nach der Geburt eines Kindes Wasser heiss gemacht, die Finger in dasselbe getaucht und mit denselben die Nase des Neugebornen zerquetscht wird. Freilich ist von den Philippinen bis jetzt nichts Aehnliches bekannt, aber vielleicht wird es damit, wie mit der Schädelverunstaltung, gehen.

Ich muss endlich noch eine besondere Eigenthümlichkeit der Negrito-Schädel erwähnen, nämlich die ausgezeichnet ogivale Form, welche sowohl in der Stirn-, als Hinterhaupts-Ansicht bemerkbar wird und welche auch in den Photographien (Taf. III.) zu Tage tritt. Namentlich bei der männlichen Bevölkerung ist die dachförmige Gestalt des Vorderkopfes leicht erkennbar. Die Glabella ist an diesen Schädeln ungewöhnlich voll, die Stirnhöcker schwach entwickelt, in der Mitte öfter die Andeutung einer Crista frontalis. Damit hängt zusammen die auffällige Höhe der Plana temporalia, welche sich bei dem Manne (Taf. II, fig. 5 und 6) bis über die Tubera parietalia erstrecken und hinter der Kranznaht nur 95 Millim. von einander entfernt sind.

Es lässt sich daher nicht verkennen, dass der Schädeltypus der Negritos etwas Bestiales, wenn man will, etwas Affenartiges an sich hat. Die grosse Breite der unteren Theile der Nase, welche in den Photographien (vergl. die Tafel III.) so auffällig hervortritt, trägt nicht wenig dazu bei, den Eindruck der Hässlichkeit zu erhöhen. Hr. de la Gironière (Aventures d'un gentilhomme breton aux îles Philippines. Paris 1855 p. 321) mag daher wohl einen ersten Eindruck, richtig wiedergeben, wenn er in seiner lebhaften und etwas übertreibenden Weise sagt: Les hommes -- me paraissaient plutôt une grande famille de singes que des créatures humaines.

Um das osteologische Bild zu vervollständigen, will ich noch hervorheben, was auch die übrigen Skeletknochen bezeugen und alle Reisende berichten, dass die Negritos von niedrigem und gracilem Bau sind. Ihre Schienbeine sind seitlich abgeplattet, wie zusammengedrückt. Ihre Oberarmbeine haben öfters ein Loch über den Gelenktheilen der Ellenbeuge und zeigen überdiess eine andere Drehung in der Continuität, als die europäischen. Kurz, alles vereinigt sich, um uns das Bild einer niedrigeren Entwickelung zu geben, aber einer Entwickelung, welche weder mit derjenigen der afrikanischen Neger, noch mit denen der Papuas und der Australneger, soviel bis jetzt ersichtlich, irgend eine Aehnlichkeit zeigt.

Wenn wir nun, nachdem wir im Innern der Philippinen sowohl dolichocephale, als brachycephale wilde Stämme kennen gelernt haben, zu der Küstenbevölkerung zurückkehren, so möchte ich zuerst daran erinnern, dass nach dem Zeugnisse der verschiedensten Reisenden hier zahlreiche, durch Einwanderung bedingte Kreuzungen stattgefunden haben. Namentlich werden chinesische und japanesische Beimischungen als sehr einflussreich geschildert. Es wird daher nothwendig sein, hier sehr vorsichtig zu sein, und ich möchte namentlich darauf aufmerksam machen, dass auch Mischungen zwischen der wahrscheinlich malaiischen Küstenbevölkerung und den erwähnten Bergstämmen sorgfältig in Betracht gezogen werden müssen. Gerade in dieser Beziehung dürften die von Hrn. Jagor mitgebrachten Höhlenschädel von Samar sowohl wegen ihres Alters, als auch wegen der Küstenlage der Höhlen und der mehr südlichen Lage dieser Insel eine besondere Bedeutung beanspruchen, da sie vermuthlich reineren Elementen der Bevölkerung angehörten, als die Kirchhofsschädel, nach denen wir die heutige Küstenbevölkerung meist zu beurtheilen haben.

Auf den beigegebenen Tafeln sind geometrische Linearzeichnungen der 3 Höhlengruppen von der Insel Samar zusammengestellt, welche ausreichen werden, um ein übersichtliches Bild dieser Küstenschädel zu geben und deren Vergleichung mit den Negrito-Schädeln anschaulich zu machen. Es sind dies folgende:

1) Aus der Höhle von Lanang ist auf Taf. I, fig. 3-4 (z. 841) der am meisten verdrückte Flachkopf, fig. 1-2 (z. 839) ein nur massig veränderter Schädel abgebildet. Es sind dies Beispiele eines ungewöhnlich grossköpfigen und wahrscheinlich starken Stammes, welcher, obgleich brachycephal, doch nur mässig prognath ist und am weitesten von den Negritos abweicht.

2) Aus der ersten Höhle von Nipa-Nipa stammen zwei Schädel Taf. I, fig. 5 (z. 873) und fig. 6 (z. 874), beide stark brachycephal und mehr prognath, beide, namentlich fig. 6 beträchtlich, von hinten her abgeplattet.

3) Aus der zweiten Höhle von Nipa-Nipa zwei Schädel Taf. II, fig. 1-2 (z. 867) und fig. 3 (z. 870). Sie gehören jenem zarten und mehr kleinköpfigen, brachycephalen und eminent prognathen Stamme an, unter dem die Syphilis verbreitet war.

Ich stelle auch hier, wie früher, einige Zahlen zusammen, indem ich zugleich die modernen, von Hrn. Schetelig mitgebrachten Kirchhofsschädel berücksichtige:

Lanang Breitenindex. Höhenindex. Capacität.

No. 839 93,0 78,6 1510 No. 841 94,8 80,0 1470 Nipa-Nipa B. No. 873 89,1 78,9 1360 No. 874 96,2 83,6 1400 Nipa-Nipa A. No. 867 78,4 74,5 1210 No. 870 86,6 77,0 1351 Tabaco No. III. 83,3 82,4 1320 No. IV. 81,1 79,7 1505 Tibi 80,2 78,5 1595

Man ersieht leicht, dass die Brachycephalie durch die ganze Reihe durchgeht und dass auch die Höhe verhältnissmässig überall beträchtlich ist. Am meisten schwankt die Capacität, weniger jedoch in den einzelnen Gruppen der Höhlenschädel, als unter den modernen. Eine endgültige Entscheidung über die Stellung der verschiedenen Gruppen zu einander dürfte daher noch immer verfrüht sein. Die Schwierigkeit, welche durch die künstliche Deformation so vieler diese Schädel herbeigeführt wird, ist zu gross, um für die einzelnen Gruppen sichere gesetzliche Normen zu finden. Wie ich schon früher anführte, so zeigen die Indices für die modernen Kirchhofs-Schädel, welche von Bicols stammen, am meisten Uebereinstimmung mit den Höhlenschädeln von Nipa-Nipa A, welche jedoch weit hinter ihnen zurückbleiben in Bezug auf die Capacität. Allein die hier in Betracht kommenden Höhlenschädel sind auch am wenigsten durch künstliche Verunstaltung betroffen und es liegt daher nahe, dass jeder von ihnen den Typus deutlicher wiedergiebt, als die Schädel der beiden anderen Höhlengruppen. Hoffentlich wird eine weitere Durchforschung des nun reichlicher zuströmenden Materials bald eine vollständigere Darlegung gestatten, und so eines der interessantesten ethnographischen Gebiete klar legen.

ANMERKUNGEN

[1] Navarrete IV. 97. Obs.2a.

[2] Nach Albo's Schiffsjournal wurde er den Unterschied an den Capverdischen Inseln gewahr, am 9. Juli 1522. »y este dia fue miercoles, y este dia tienen ellos por jueves.«

[3] In einer Anmerkung zu Seite 18 der meisterhaften englischen Uebersetzung Morga's finde ich die auffallende Angabe, dass gleichzeitig eine ähnliche Berichtigung in Macao vorgenommen wurde, wo die Portugiesen, die von Osten gekommen waren, den entgegengesetzten Fehler von einem Tage hatten.

[4] Zu Ende des 16ten Jahrhunderts belief sich die Abgabe von den aus China eingeführten Waaren auf 40,000 Doll., die Einfuhr also wenigstens auf 1 1/3 Million. 1810 nach 250-jähriger ungestörter Herrschaft der Spanier war letztere auf 1.150.000 Doll. gesunken. Seit dem steigt sie allmälig und betrug 1861: 2.130.000 Doll.

[5] Navarrete IV. 54. Obs. 1a.

[6] Nach Gehler's Phys. Lex. VI, 450 wird das Log zuerst von Purchas auf einer Reise nach Ostindien 1608 erwähnt. Pigafetta führt es nicht an in seinem Trattato di Navigazione, aber S. 45 seiner Erzählung heisst es: Secondo la misura che facevamo del viaggio colla cadena a poppa, noi percorrevamo 60 a 70 leghe al giorno. Das wäre so viel wie unsere schnellsten Dampfer, 10 Knoten.

[7] Die europäische Post geht über Singapore und Hongkong nach Manila. Ersteres ist von beiden Orten etwa gleich entfernt. Man konnte die Briefe also eben so schnell in den Philippinen haben als in China, wenn man sie direkt aus Singapore holte. In diesem Falle würde aber die Dampfverbindung mit Hongkong beibehalten werden müssen, doch ist bis jetzt der Verkehr noch zu unentwickelt, um die doppelte Ausgabe tragen zu können.

Nach dem Bericht des engl. Konsuls (Mai 1870) läuft gegenwärtig ausser dem Regierungsschiff auch ein Privat-Dampfer zwischen Hongkong und Manila. Die Zahl der Passagiere nach China betrug 1868: 441 Europäer. 3048 Chinesen, zusammen 3489. Nach Manila 330 Europäer, 4664 Chinesen, zusammen 4994. Der Fahrpreis ist 80 Doll. für Europäer, 20 Doll. für Chinesen.

[8] Zuñiga, Mavers I. 225.

[9] Zuñiga XVIII, M. Velarde f. 139.

[10] Capt. Salmon, Goch. S. 33.

[11] Die Oeffnung dieser Häfen hat sich so erspriesslich erwiesen, dass darüber einige interessante Thatsachen in einem besonderen Kapitel mitgetheilt werden sollen, -- grösstentheils nach mündlichen und schriftlichen Bemerkungen des vor drei Jahren verstorbenen englischen Vizekonsuls N. Loney und nach späteren Konsulatsberichten.

[12] 1868 liefen 112 fremde Schiffe von 74,054 Tonnen, 93 spanische von 26,762 Tonnen in Manila ein; erstere kamen fast alle in Ballast, und verliessen den Hafen mit Ladung; letztere kamen und gingen beladen. (Ber. d. engl. Konsuls 1869.)

[13] 1868 14,013,108 Doll. Gesammtausfuhr, England 4,857,000 Doll., das ganze übrige Europa 102,477 Doll., wobei freilich der von der Kolonie nach Spanien gesandte Tabakstribut (3,169,114 Doll.) nicht mitgerechnet wird (Ber. engl. Kons. 1869).

[14] Lapérouse nennt Manila die vielleicht am glücklichsten gelegene Stadt der Welt.

[15] Näheres über das Zollwesen s. im Anhange.

[16] Sapán oder Sibucao, Caesalpinia Sappan. Das Fernambuk- oder Brasilholz, dem das Kaiserreich Brasilien seinen Namen verdankt, kommt von C. echinata und C. brasiliensis. (Die älteste Karte von Amerika bemerkt vom Lande des Brasil[holzes]: hier giebt es weiter nichts brauchbares als Brasil.) Das Sapan der Philippinen ist reicher an Farbstoff als die übrigen ostasiatischen, steht aber dem von Brasilien nach. In neuer Zeit hat es seinen Ruf verloren, da es aus Unverstand häufig zu früh geschnitten wird. Es geht vorzüglich nach China, dient zum Rothfärben und -drucken. Das vorher mit Alaun gebeizte Zeug wird dort zum Schluss in ein schwach alkoholhaltiges Alkalibad getaucht. Das in den Kleidern der ärmeren Chinesen so häufige Braunroth ist mit Sapan dargestellt.

[17] Ein interessantes Verzeichniss der zu jener Zeit von den Chinesen eingeführten Waaren findet sich im Anhang.

[18] Schon damals gingen grosse Mengen kleiner Muscheln (Cypraea moneta) nach Siam, wo sie noch heut als Münze dienen.

[19] Berghaus Geo-hydrogr. Memoir.

[20] Manila wurde erst 1571 gegründet, aber schon 1565 glückte es Urdaneta, Legaspi's Steuermann, den Rückweg durch das Stille Meer zu finden, indem er in höheren nördlichen Breiten N.W. Winde aufsuchte. Genau genommen war übrigens Urdaneta nicht der Erste, dem die Rückfahrt gelang; denn eines der fünf Schiffe Legaspi's, unter dem Befehl Don Alonso de Arellano's, das einen Mulatten, Lope Martin, als Steuermann an Bord hatte, trennte sich von der Flotte, nachdem diese die Inseln erreicht, und kehrte nach Neu-Spanien auf einem nördlichen Kurs zurück, um die für diese Entdeckung ausgesetzte Belohnung zu verdienen, was durch das baldige Eintreffen Urdaneta's vereitelt wurde.

[21] Grav. No. 6.

[22] Vgl. Kottenkamp I. 1594.

[23] Gestützt auf Leyes de India 1a u. 6a, C. 4, L. 9.

[24] Zuerst wurde nur die Einfuhr durch Festsetzung eines Werthmaximums beschränkt, die Manila-Kaufleute halfen sich durch Angabe viel zu geringer Werthe; um diesem Missbrauch ein Ende zu machen, wurde ein Maximum für Silberausfuhr festgesetzt. Nach Mas (Informe I, 3, 60) betrug aber das geschmuggelte Silber sechs bis acht Mal soviel.

[25] Informe Hist. 2.

[26] Informe I. 4. 6.

[27] Lapérouse (358) erwähnt 1787 ein französisches Handelshaus (Sebis), das seit mehreren Jahren in Manila etablirt war.

[28] Informe, Comercio 2.

[29] R. Cocks to Thos. Wilson (Calendar of State Papers (India) No. 823) . . »the English will obtain a trade in China, so they bring not in any padrese (as they term them) which the Chinese cannot abide to hear of, because heretofore they came in such swarms and are always begging without shame.«

[30] Noch 1857 werden ältere, gegen die Niederlassung von Ausländern gerichtete strenge Erlasse durch ein Gesetz (L. ult. II 512) erneut. Eine R. O. von 1844 (L. ult. II 465) verbietet, Fremde unter irgend welchem Vorwande das Innere der Kolonie betreten zu lassen.

[31] Pinkerton XI, 85.

[32] II, 201.

[33] Von 5 × 2 1/2 × 1 1/2 = 18,75 span. Cub.-Fuss (St. Croix II, 360).

[34] Comercio exterior 47.

[35] Die Obras pias sind fromme Vermächtnisse, bei denen in der Regel bestimmt war, dass zwei Drittel zu kaufmännischen Unternehmungen im Seehandel gegen Zinsen ausgeliehen werden sollten, bis durch die Prämien, die für das Risiko nach Acapulco 50 Prozent, nach China 25 Prozent, nach Indien 35 Prozent betrugen, das ursprüngliche Kapital auf eine gewisse Summe angewachsen war, deren Zinsen dann, für das Seelenheil des Stifters, zu frommen oder wohlthätigen Zwecken verwendet wurden. (Arenas hist. 397.) Ein Drittel blieb gewöhnlich als Reservefond zurück, zur Deckung etwaiger Verluste. (Diese Reservefonds sind längst von der Regierung als Zwangsanleihen für sich in Anspruch genommen, »werden aber noch als vorhanden angesehn.«)

Als der Acapulcohandel ein Ende nahm, konnten die Kapitalien nicht mehr nach der Bestimmung der Stifter angelegt werden, und wurden anderweitig auf Zinsen ausgeliehen. Durch R. O. 3. Novbr. 1854 (Leg. ult. II, 205) wird eine Junta administradora eingesetzt, um die Gelder der Obras pias zu verwalten. Das Gesammtkapital der fünf Stiftungen (eigentlich nur vier, da eine derselben kein Kapital mehr besitzt) beträgt etwas weniger als 1 Million Dollars. Der aus den Darlehen erzielte Gewinn wird nach Höhe des Einlagekapitals vertheilt, welches aber nicht mehr baar vorhanden ist, weil die Regierung darüber verfügt hat.

[36] Thevenot Religeux 12.

[37] 14-15° Morga 171.

[38] Nach Legentil 32-34°.

[39] De Guignes, Pinkerton XI, Anson X.

[40] Anson X.

[41] Edmund Randolph, Hist. of California.

[42] Zu Morga's Zeit 70 Tage bis zu den Ladronen, 10-12 Tage bis Cap Espiritu Santo, 8 Tage bis Manila.

[43] Eine sehr gute Beschreibung der Naofahrten findet man in Anson Kap. X. Dasselbe Werk enthält die Kopie einer an Bord der Cavadonga erbeuteten Seekarte, auf welcher die Reise dieser Galeon von den Philippinen nach Acapulco und zurück eingetragen ist.

[44] de Guignes.

[45] Dem Befehlshaber, der den Titel General hatte, war ein Kapitän untergeordnet, dessen Gewinn auf jeder Reise 40,000 Doll. betrug. Für den Steuermann belief sich der Nutzen auf 20,000 Doll. Der erste Lieutenant (Maestre) hatte 9 Prozent vom Verkauf der Waaren und löste daraus und aus seinem besonderen Handel über 350,000 Doll. (Arenas hist. 394.)

[46] Die von Anson erbeutete Ladung betrug 1,313,000 Doll., abgesehen von 35,682 Unzen Feinsilber und Cochenille. Die von Drake mitten im Frieden zwischen England und Spanien geraubte 1 1/2 Millionen Doll. Th. Candish (s. oben) verbrannte die reiche Ladung der Sa. Ana, da er keinen Raum mehr für sie hatte.

[47] So fand z. B. 1786 die Nao S. Andrés, die für 2 Millionen Doll. Fracht enthielt, keinen Markt in Acapulco; ebenso erging es 1787 der S. José, und 1789 abermals der S. Andrés. (Informe 1. 4. 33.)

[48] 1855: 586 Spanier aus Europa, 1378 Kreolen, 6323 Indier und Mestizen, 332 Chinesen, 2 Hamburger, 1 Portugiese, 1 Afrikaner. (Com. centr. de Estadistica. Heft I.)

[49] Das Erdbeben von 1863 zerstörte die alte Brücke, sie wird jetzt wieder hergestellt; die Pfeiler sind vollendet, das eiserne Gerüst soll demnächst aus Europa eintreffen (April 1872).

[50] Vergl. Roscher's Kolonien.

[51] Folgende Maasse werden einen Schluss auf den Gehalt der Zeitungen erlauben: ich wähle nicht das Boletin oficial, da es zu amtlichen Ankündigungen bestimmt ist und diesen gegenüber sein sonstiger Inhalt nicht in Betracht kommt. Die mir vorliegende Nummer des wöchentlich 6 mal erscheinenden Comercio (vom 29. Nov. 1858) hat 4 Seiten, deren bedruckter Raum je 11×17, im Ganzen also 748 Quadratzoll beträgt. Sie vertheilen sich wie folgt:

Titel, 27 1/2 Quadratzoll; Aufsatz über die Volksmenge in Spanien, aus einem Buche abgedruckt, 102 1/2 Quadratzoll. -- Unter dem Titel: Nachrichten aus Europa, ein Artikel, abgedruckt aus den Anales de la Caridad, über die Zunahme der Barmherzigkeit und des katholischen Unterrichts in Frankreich, 40 1/2 Quadratzoll; über die Kunst und ihren Ursprung (allgemeine Redensarten), 1. Abschnitt, 70 Quadratzoll; Auszug aus dem amtlichen Blatt, 20 1/2 Quadratzoll; alte Anekdote, 59 Quadratzoll. -- Religiöser Theil: dieser zerfällt in eine amtliche und eine nichtamtliche Abtheilung, in der ersten werden die Heiligen des Tages und die des folgenden, sowie die Kirchenfeste bekannt gemacht; der zweite Theil enthält die Anzeige einer glänzenden Prozession und den 1sten Abschnitt einer 3 Jahre früher, bei Gelegenheit desselben Festes gehaltenen Predigt, »die so schön war, dass sie den Lesern unverkürzt mitgetheilt werden soll«, 99 Quadratzoll. -- Stück eines alten Romans in vielen Kapiteln, 154 und Anzeigen, 175, zusammen 748 Quadratzoll. In den letzten Jahren enthielten die Zeitungen zuweilen gediegene Aufsätze, jedoch nur äusserst selten.

[52] Pigafetta 111.

[53] In den Ordenanzas de Buen Gobierno von Hurtado Corcuero, Mitte des 17ten Jahrhunderts, werden Kampfhähne nicht erwähnt. 1779 wurden sie zuerst als Steuerquelle ausgebeutet; 1781 verpachtete die Regierung das Recht, Eintrittsgelder zu den Galleras (von Gallo, Hahn) zu erheben für 14,798 Doll. jährlich. 1863 ist der Ertrag der Galleras mit 106,000 Doll. im Budget ausgeworfen.

[54] Es giebt eine besondere Verordnung von 100 §§. über die Hahnenkämpfe (Madrid, 21. März 1861). § 1 bestimmt, dass die Kämpfe, da sie eine Staatseinnahme bilden, nur auf öffentlichen Schauplätzen stattfinden dürfen; § 6. sie sind an Sonn- und Festtagen zu gestatten; § 7. von Schluss der Hauptmesse bis Sonnenuntergang; § 12. mehr als 50 Doll. dürfen nicht auf einmal gewettet werden. § 38. Jeder Hahn darf nur ein Messer und zwar am linken Sporn tragen. § 52. Der Kampf ist beendet, wenn beide Hähne oder einer derselben stirbt, oder wenn einer von beiden aus Feigheit davonläuft. In Daily News vom 30. Juni 1869 findet sich die Notiz, dass in Leeds, fünf Männer jeder zu 2 Monaten Gefängniss verurtheilt wurden, weil sie sechs, mit metallenen Sporen bewaffnete Kampfhähne gegen einander hatten kämpfen lassen. Danach scheint in England das früher sehr beliebte Schauspiel nicht mehr gestattet zu sein.

[55] Der Pflanzer de la Gironière hat den Rohstoff, Al. Dumas angeblich die Ausschmückung dazu geliefert.

[56] Botanische Gärten scheinen unter Spaniern nicht zu gedeihen. Chamisso (S. 71) klagt, dass zu seiner Zeit von dem vom gelehrten Cuellar bei Cavite angelegten botanischen Garten keine Spur mehr vorhanden war. Der Madrider Garten ist in einem traurigen Zustande, die Glashäuser stehen meist leer. Auch der von einem reichen Patrioten in Orotava (Teneriffa) mit grossen Kosten geschaffene, der als Akklimatisations-Station wichtige Dienste leisten könnte, geht schnell zu Grunde. Es soll alljährlich eine nicht unbeträchtliche Summe dafür im Budget ausgeworfen werden, von der aber nur selten Spuren bis Orotava gelangen. Bei meiner Anwesenheit 1867 hatte der Gärtner seit 22 Monaten keinen Gehalt bekommen, alle Arbeiter waren entlassen, sogar der unumgänglich nöthige Zufluss des Wassers war eingestellt worden.

[57] Proben im Berl. ethnogr. Mus. No. 294. 295.

[58] Bertillon (Acclimatement & Acclimatation, Dict. encycl. des sc. méd.) schreibt die Fähigkeit der Spanier, sich in heissen Ländern zu akklimatisiren, vorzüglich ihrer starken Vermischung mit syrischem und afrikanischem Blut zu: die alten Iberer scheinen aus Chaldaea über Afrika gekommen zu sein, Phoenizier und Carthager hatten blühende Kolonien in Spanien, in neuerer Zeit haben die Mauren Jahrhunderte lang das Land besessen und grossen Glanz entfaltet, was der Kreuzung förderlich sein musste. So hat sich zu drei Malen afrikanisches Blut reichlich mit spanischem gemischt. Das heisse Klima der Halbinsel mag wohl auch dazu beitragen, ihre Bewohner für das Leben in den Tropenländern geschickt zu machen. Unvermischten Indo-Europäern ist es nie gelungen, am Südrande des Mittelmeers sich fortzupflanzen, noch weniger in heisseren Ländern.

In Martinique, wo 8-9000 Weisse von der Ausbeutung 125,000 Farbiger in Fülle leben, nimmt die Bevölkerung trotzdem nicht zu, sondern ab. Die französischen Kreolen haben die Eigenschaft verloren, sich im Verhältniss der vorhandenen Lebensmittel zu erhalten und zu vermehren. Familien, die nicht von Zeit zu Zeit durch Zuführung neuen europäischen Blutes gestärkt werden, erlöschen in drei bis vier Generationen. Ebenso geht es in den englischen Antillen, nicht aber in den spanischen, obwohl Klima und natürliche Verhältnisse dieselben sind. Nach Ramon de la Sagra ist die Zahl der Todesfälle unter den Kreolen geringer, die der Geburten grösser als in Spanien; die Sterblichkeit bei der Garnison aber sehr bedeutend. Danach scheint bei der spanischen Rasse eine ächte Akklimatisation durch Auswahl stattzufinden: die ungeeigneten Individuen sterben, die andern gedeihen.

[59] Ueber die in Amerika zu demselben Zweck angewendeten Mittel bemerkt Depons S. 171: »Man ist von jeher davon überzeugt gewesen, dass man der christlichen Religion auf keine andre Weise bei den Indianern Eingang verschaffen könnte, als wenn man ihre eigenen Neigungen und Gewohnheiten mit dem Christenthum vermischte; dies ist so weit gegangen, dass sogar in früheren Zeiten die Theologen die Frage aufgeworfen haben, ob es wohl erlaubt wäre, Menschenfleisch zu essen? Das allersonderbarste aber hierbei ist, dass die Frage wirklich zu Gunsten der Anthropophagen entschieden worden ist.«

[60] Thatsächlich ist urbares Land freilich immer in festen Händen und an manchen Orten hoch im Preise. Bei Manila und in Bulacán ist der Morgen schon vor Jahren über 150 Thaler bezahlt worden.

[61] Journ. Ind. Arch. IV. 307.

[62] Im Buitenzorger Garten, Java, sah Verfasser einige in Süsswasser gezogene Exemplare.