Part 35
Der Bergrücken zwischen Buhi und Tibi d. h. der Abhang des erloschenen Vulkans Malinao oder Buhi besteht aus Dolerit, welcher am Joch frisch, weiter abwärts nach Südwest hin sehr stark durch Schwefelwasserstoff zersetzt auftritt. Sie werden nach Buhi hin von vulkanischen, z. Th. zersetzten Sanden bedeckt. Der frische, nicht sehr feste, hellgraue, etwas poröse, feinkörnige Dolerit zeigt triklinen Feldspath, grünen Augit, etwas Olivin und Magneteisen. In den ziemlich groben vulkanischen Sanden findet sich ausserdem noch braune Hornblende, die in dem Dolerit nicht zu sehen ist. Einzelne Augite des Sandes sind rundum auskrystallisirt. Die durch Schwefelwasserstoff zersetzten Dolerite haben durch das ausgeschiedene Eisenoxyd einen röthlichweissen Schein erhalten. Die Grundmasse und die Feldspathe sind viel stärker angegriffen als die Augite, welche ihre grüne Farbe noch bewahrt haben. Von Olivin ist in ihnen nichts mehr zu sehen.
An der Südwestküste der Provinz sind westlich von Pasacao bei Calbajan die krystallinischen Schiefer wieder beobachtet. Sie treten hier als sehr grobkörnige, nicht schiefrige Gesteine auf, welche aus vorherrschender, schwarzer, sehr schön spaltbarer Hornblende, weisslichgrauem, nicht sehr deutlich spaltbarem, triklinem Feldspath, etwas Magneteisen und Schwefelkies bestehen. Der Feldspath zersetzt sich mit kochender Salzsäure behandelt vollständig, gehört also den basischen an, gelatinirt jedoch nicht.
Neben diesem grobkörnigen Hornblendegneiss kommt feinkörniger, ebenso zusammengesetzter, ebenfalls nicht schiefriger Hornblendegneiss vor. Andere verwitterte Gesteine eben daher, im Niveau der Ebbe und Flut wunderbar zerfressen, bestehen aus dichtem Feldspath mit etwas Quarz; die Spalten sind mit Kalkspath erfüllt. Darauf legt sich ein junges Conglomerat mit Kalkbindemittel, das von zertrümmerten Conchylien herrührt. Man erkennt darin weisse rundliche Quarze, Hornblendeschiefer, Kalkstückchen und einzelne braune Glimmerblättchen.
Oestlich des Höhenzuges, welcher an der Südwestseite der Provinz hinzieht, tritt (N. von Pasacao) am Ufer des Flusses Libmanan zwischen Libmanan und Naga ein gelblichweisses, lockeres Gestein auf. Nach Abschlämmung des reichlichen Thones bleiben gelblichbraune Glimmerblättchen, etwas Magneteisen, sparsam grüner Augit, etwas mehr braune Hornblende und durchsichtige Quarzsplitter zurück. In der Umgebung von Libmanan stehen mürbe, gelblichgraue vulkanische Tuffe an, in denen Hornblende und Feldspath hervortritt. Diese Beschaffenheit weiset auf den Ysarog als Ursprungsort hin.
SW. von Libmanan bietet der aus grauweissem, kleinkrystallinischem Kalkstein bestehende Berg Iamtik viele Tropfsteinhöhlen dar. Die Uferbänke des Flusses Bicol bei Visita Sibucat bestehen aus mürben, gelbbraunen, vulkanischen Tuffen mit Geschieben an Amphibolandesit, unter denen wiederum das eben angeführte mürbe, gelblichgraue Gestein liegt. Es ist hier viel thonreicher als zwischen Naga und Libmanan, der Rückstand nach Abschlämmung des Thones ist daher viel geringer und besteht aus Hornblende, Glimmer, Magneteisen, etwas grünem Augit und Quarzsplittern. Weiter oben stehen am Rio Bicol Thone mit Muschelresten an. Der ziemlich feste, fein poröse, gelbweisse, rundliche Massen von weissem feinkörnigem Kalkspath führende Kalkstein, der am Kalkofen Palsong (zwischen Naga und Batu) gesammelte Kalkstein steht SSW. an und enthält undeutliche Versteinerungen, von denen sich manche mit Wahrscheinlichkeit auf Abdrücke der Korallenzweige der noch im indischen Ocean lebenden Gattung Seriatopora beziehen lassen.
Ein angeblich von Montecillo bei Libon (S. vom See von Batu) herrührender, gelblichgrauer, feinerdiger, bituminöser Kalkstein führt ktenoide Fischschuppen. Er wird auf dem Rio Quinali als Baustein verführt.
Provinz Albay.
Die durch die schwache Solfatara von Igabo (NO. vom Gipfel des oben angeführten erloschenen Vulkans Buhi oder Malinao gelegen und etwa 250 Fuss im Durchmesser haltend) zersetzten, völlig abgerundeten und schalig gewordenen Steine, welche den ganzen Boden der Solfatara bedecken, bestehen, wie die frischen Kerne der Steine zeigen, aus einem hellgrauen Dolerit. Er führt neben überwiegendem triklinem Feldspath grünen Augit, sparsam Olivin und dunkeln Glimmer. Schliesslich wird das Gestein zu einem weissen, mit Eisenoxyd durchzogenen oder rothen Kaolin zersetzt, in welchem Schwefel und Gyps sich findet.
Der bei Tibi liegende Kieselbrunnen Naglegbeng liefert sehr schöne Kieselsinter, z. Th. mit Blattabdrücken. In dem lockeren porösen Gestein kommen einzelne Anhäufungen von Hyalith vor. Nach einer gefälligen Analyse von Herrn Professor Rammelsberg enthält das Wasser in 100000 Theilen 7,5 Kieselsäure, 25,4 Kalk mit Spuren von Eisen, 0,2 Magnesia, eine reichliche Menge von Chloriden, aber keine Sulphate. Das Wasser hatte eine geringe Menge (0,02) Kieselsäure (ohne organische Formen) in der Flasche abgesetzt. Manche der Kieselsinterabsätze bilden schalige Röhren, deren rundliche Enden der Oberfläche das Aussehen eines Erbsensteines geben. Man darf ihre Bildung wohl von aufsteigenden Gasblasen ableiten. Wo sie schliesslich mit gelblichweissem Hyalith erfüllt werden, geben sie dem Absatz eine gewisse Aehnlichkeit mit Korallenbildungen, die freilich verschwindet, wenn die ganze Bildung in Hyalith umgesetzt ist. Bei stärkerem Erhitzen sieht man in der scheinbar homogenen Hyalithmasse die ursprünglichen Röhren wieder hervortreten, indem ihre Färbung eine etwas andere ist als die der Füllmasse.
Von den Doleriten des Mazaraga S. von Malinao und N. vom Vulkan Albay liegen von der halben Höhe entnommen compakte, bräunlichgraue, feinkörnige, feldspathreiche, an Olivin und Augit arme Gesteine vor. Die etwas porösen, sonst ähnlich beschaffenen Dolerite des Gipfels sind gebleicht und zersetzt durch saure Fumarolen. Die Rapilli eines grossen Barranco weisen grössere trikline Feldspathe, z. Th. rundum krystallisirte Augite, aber kaum Olivin auf.
Insel S. Miguel.
Die östlich von Malinao und Tabaco gelegene Insel S. Miguel zeigt an der Südküste einen sehr schmalen, mit vulkanischem Sand bedeckten Küstenstreifen. Der Sand besteht entweder vorzugsweise aus Magneteisen mit wenig Augit und Olivin oder aus Feldspath, grünem, z. Th. rundum auskrystallisirtem Augit, etwas Olivin und Magneteisen, dessen Oktaeder bisweilen deutliche Granatoederflächen zeigen. Um den ganzen Strand bilden grosse Blöcke von frischem, compaktem, hellgrauem Amphibolandesit, weiter NW. von blaugrauem compaktem Dolerit einen Saum. Der Andesit zeigt in feinkörniger Grundmasse neben zahlreichen, grossen, braunen Hornblenden glasige trikline Feldspathe, einzelne Augite und Magneteisen. Das Gestein gleicht ganz dem des Ysarog. Der Dolerit enthält in der feinkörnigen Grundmasse vorzugsweise triklinen Feldspath neben grünem Augit und etwas Magneteisen.
Hinter dem Küstenstreifen erheben sich Bänke eines wenig festen, grüngelben, sandigen, etwas thonigen, tuffähnlichen Gesteins mit Kalkcement. Ausser bimsteinartigen grauweissen Partien sieht man Feldspath, gelbe und dunkle Glimmerblättchen, etwas Magneteisen. Im Rückstand nach Behandlung mit Säure erkennt man etwas Augit und Stückchen eines grauen dichten, feldspathführenden Gesteins. Eingelagert in diese Bänke sind bläulichgraue, ziemlich homogene und feste Thonbänke mit einzelnen gelblichen Glimmerschuppen. Sie werden in Tabaco als Fliesen benutzt, die oberste, weisse, 2 Fuss mächtige, einzelne gelbe Glimmerschuppen und Bimsteinfragmente führende Bank als Baustein. Nach oben geht diese Bank in einen gelbe Glimmerschuppen, Stückchen grauen feldspathhaltigen Gesteins, glasigen Feldspath und weisse Bimsteinfragmente führenden, wenig festen, weissen Tuff über, der auch weiter nordwestlich mit faustgrossen Geschieben ansteht. Alle diese wechsellagernden Thon- und Tuffbänke streichen h. 4 und fallen nach Nord.
Weiter südöstlich stehen ältere, gelblichgraue, feste Thonbänke mit einzelnen gelblichen Glimmerschuppen an.
Die Mitte der Insel besteht aus eisenschüssigem Sand und aus Kies. An der Nordküste liegen Sande, vulkanische Blöcke und thonige Bänke ähnlich wie an der Südküste.
Ueber den Ursprungsort der vulkanischen Gesteine von S. Miguel lässt sich vorläufig nichts Genaueres angeben.
Der östlich vom Mazaraga gelegene, noch thätige Vulkan Albay oder Mayon hat hell- bis dunkelgraue, compakte bis poröse Doleritlaven geliefert, welche in der feinkörnigen Grundmasse hellgrauen triklinen Feldspath, grünen Augit, etwas Olivin und Magneteisen zeigen. Sie sind z. Th. den Doleriten von Mariveles und also auch denen des Aetna zum Verwechseln ähnlich. Durch grösseren Gehalt an Feldspath wird das Gestein bisweilen heller, ebenso sinkt die Menge des Olivins bisweilen auf ein Minimum. Die Laven des Gipfels sind durch die mächtigen Fumarolen -- heisse Wasserdämpfe und Schwefelwasserstoff -- stark zersetzt; Gyps findet sich daher dort in reichlicher Menge. Eine Varietät von faseriger bimsteinähnlicher Struktur gemengt mit zersetzten Silikaten analysirte de la Trobe, Rammelsberg Handb. d. Mineralchemie 263. Das untere Ende eines nahe am Gipfel beginnenden Lavastroms, liegt etwa am obersten Viertel des Berges. Es hat sich hier etwas aufgestauet und beim Erkalten in concentrisch schalige Bänke von etwa 1 Fuss Stärke abgesondert. Die Kluftflächen stehen senkrecht auf dem unterliegenden Gestein und gehen, Bogen bildend, allmählich in 20-30° Neigung gegen den Horizont über. Der grobe vulkanische Sand vom Südabhang zeigt nur Bruchstücke von Feldspath, Augit, Olivin, Magneteisen, keine rundum ausgebildeten Krystalle; daneben finden sich kleine Schlackenstücke und in geringer Menge Scherbchen braunen vulkanischen Glases. Am Südfuss des Vulkans bei Camalig treten durch Schwefelwasserstoff gebleichte und mit Gyps erfüllte Gesteine auf.
Der isolirte Hügel zwischen Legaspi, Daraga und Albay besteht aus dunkelem, etwas schlackigem Dolerit von der gewöhnlichen Zusammensetzung. Unter den Lapilli von der Oberfläche des Hügels finden sich häufig lose, rundum auskrystallisirte Augite in der gewöhnlichen Form. Diese, die gewöhnlichen Augitzwillinge und mit Flächen versehene Olivine kommen, mit triklinem Feldspath verbunden, in einzelnen festeren helleren Gesteinsstücken vor, aus denen die losen Krystalle wahrscheinlich durch Verwitterung hervorgehen. In einem Wasserriss des Hügels stehen rothe schlackige Dolerite an mit kleinen verwitterten Feldspathen und grossen grünen Augiten.
Auf der schmalen Landzunge zwischen dem Meerbusen am Albay und von Sorsogon liegt der wahrscheinlich vulkanische Berg Pocdol, der etwa die Mitte zwischen den thätigen Vulkanen Albay und Bulusan einnimmt. Um Bacon, östlich von Pocdol, liegt vulkanischer Schutt und Thon, letzterer Zersetzungsprodukt durch vulkanische Gase. Die gypsführenden Thone aus dem grossen Bergrücken zwischen Bacon und dem südöstlichen gelegenen Gubat lassen schliessen, dass dort doleritische Tuffe durch Fumarolenthätigkeit zersetzt wurden. Vor dem thätigen, wenigstens dampfenden Vulkan Bulusan wurden an 100 Fuss hohe Bimsteintuffe beobachtet.
II. Samar.
Im Rio Catarman (Nordküste der Insel [341]) stehen zwischen Catarman und Cobo-Cobo Bänke eines ziemlich festen, eisenschüssigen hellbraunen, kalkfreien Thones an mit Resten verkohlter Pflanzen und zahlreichen Bohrlöchern, welche nach Dr. von Martens von der noch oft in den Bohrlöchern vorhandenen Modiola striatula Hanley herrühren. Nach dem Abschlämmen hinterlassen die Thone wechselnde Mengen eines Rückstandes, der aus Quarz, zum Theil in eisenschüssigen, rundlichen Körnern und eckigen Splittern, etwas Magneteisen, weissem, braunem und grünem Glimmer, und aus Feldspath besteht. Einzelne eisenhaltige, braune, fast rein sandige Lagen von ziemlich grobem Korn zeigen dieselbe Zusammensetzung. Aehnliche, aber grünliche, sandige Schichten stehen weiter oberhalb im Rio Catarman an. Nach Behandlung mit Salzsäure sieht man im Rückstand neben etwas Magneteisen reichlich weissen Quarz, hie und da mit etwas dunkelem Glimmer, ferner Feldspath, weisse und dunkle Glimmerblättchen. An der weiter südlichen Salta Sangley kommen blaugraue Thone mit sandigen, grünlichen Lagen vor, welche die eben angeführten Mineralien enthalten. Aus dem weiter südlich und nahe der Salta Sangley entspringenden Fluss, der von Visita Tragbukan nach Calbayog führt, liegen, dem Ursprung des Flusses entnommen, gerundete mürbe Geschiebe eines ganz verwitterten Gesteins vor. Man erkennt in ihnen weissen und etwas dunkeln Glimmer und erhält nach Abschlämmen des Thones einen Rückstand mit zum Theil eisenschüssigem Quarz, Feldspath und etwas Magneteisen. Darnach rühren diese Geschiebe wohl von Gneiss oder feldspathreichem Glimmerschiefer her.
Weiter flussabwärts unterhalb der Visita Tragbukan stehen wieder grüne und braune, eisenschüssige, wenig feste Sandsteine von grobem Korn und der angeführten Beschaffenheit an, welche Bänke wie die oben genannten von verwittertem Gneiss oder feldspathreichem Glimmerschiefer herzuleiten sind. In allen diesen Thon- und Sandsteinlagen ist kein grösseres Gesteinsbruchstück zu finden, das weitere Auskunft gäbe.
Noch weiter unten folgen braune, feinerdige, feste, kalkhaltige Thonbänke mit undeutlichen Versteinerungen. Der Rückstand nach Behandlung mit Säure zeigt nur einige Glimmerblättchen und Quarzkörner.
Weiter südöstlich an der Küste treten bei Catbalogan und auf der nahen Insel Majava vulkanische Tuffe auf. Die letzteren sind ziemlich fest, wenig thonig, grobkörnig und grünlich grau. Sie enthalten neben den zahlreichen Augitbruchstücken einige rundum auskrystallisirte Augite, reichlich Magneteisen, weissen Feldspath und sparsam kleine Gesteinsstücke, welche ident sind mit einzelnen vorliegenden grösseren Gesteinstrümmern. Das graue, dichte und compakte Gestein enthält in Feldspathgrundmasse zahlreiche grüne Augite und Magneteisen ausgeschieden. Nach Behandlung mit kochender Salzsäure wird die Grundmasse weiss und ist stark angegriffen. Dieses Verhalten und die sehr sparsamen, kleinen, triklinen Feldspathe des Gesteins zeigen, dass man einen porphyrisch ausgebildeten Dolerit oder Pyroxenandesit vor sich hat. Ein denselben Conglomeratblöcken entnommenes gerundetes Geschiebe führt in dichter brauner Grundmasse grünen Augit. Die zahlreichen rundlichen Hohlräume sind mit Strahlzeolith und Opal erfüllt, die Tuffe streichen h. 2,5 und fallen 80° N.
Bei Catbalogan stehen graue und braune, etwas thonige, zum Theil sehr feinsandige Bänke an. Das Pulver gibt an den Magnetstab Magneteisen ab. Sie enthalten sparsam triklinen Feldspath, Augit und Bimstein ähnliche Trümmer, bisweilen auch Bruchstücke eines ganz dunkeln, dichten Gesteins, in welchem einzelne trikline Feldspathe zu erkennen sind. Im Anschluss an das Vorkommen von Majava darf man diese Bildungen wohl betrachten als aus doleritischen Gesteinen entstanden.
Diese Bänke werden von z. Th. mürbem gelblichgrauem, feinkörnigem Kalkstein überlagert. Er hinterlässt nach Behandlung mit Salzsäure einen aus vielen thonigen Partikeln, etwas Feldspath, Augit und Magneteisen und kleinen, grauen Gesteinstheilchen bestehenden Rückstand; z. Th. sind die Kalke, welche h. 5-5 1/2 streichen und 35° N. einfallen, dicht, fest, weisslichgrau. Die unteren Schichten sind aus vulkanischen Tuffen und Kalk gemengt.
Hart am Meeresstrande bei dem am Ostende der Bucht gelegenen Paranas sieht man harte Muschelbreccie, durch Kalk verkittete Muscheltrümmer, in grossen zertrümmerten Schollen auf weicheren Bänken derselben Art liegen. Aus letzteren lässt sich unter den vielen Bruchstücken nach Dr. von Martens die im indischen Ocean lebende Plicatula depressa Lam. erkennen. Die unter diesen horizontal ausgebreiteten Schichten liegenden gelblichgrauen Thone fallen landeinwärts. Von ihren ziemlich wohlerhaltenen Muscheln und Pteropoden lässt sich nach Herrn Dr. von Martens ein Theil bestimmen als den noch im indischen Ocean lebenden Gattungen Yoldia, Pleurotoma, Cuvieria, Creseis, Dentalium angehörig. Die Pleurotoma-Art stimmt mit keiner lebenden überein. Mit lebenden Arten stimmen überein: Venus (Hemitapes) hiantina Lam.; Venus squamosa L.; Arca (Scapharca) Cecillei Phil.; Arca inaequivalvis Brug. var. [342]; Arca chalcanthum Rv.?; Corbula crassa Rv.; Natica unifasciata Lam. var. lurida Phil.
Im Walde zwischen Paranas und dem nach NO. landeinwärts gelegenen Loquilocun stehen Felsen an aus einem festen, graulichweissen, mit Kalkspathadern durchzogenen, breccienartigen Kalkstein, in dem undeutliche organische Reste, wohl von Korallen, zu erkennen sind. Im Loquilocunfluss, der seinen Lauf nach NO. an die Ostküste der Insel richtet, stehen unterhalb der Visita Loquilocun in grossen ungeschichteten Massen stark verwitterte, mürbere, bräunlichgelbe Kalke an. Die bei der sechsten Stromschnelle unterhalb Loquilocun angeschwemmte, schwefelkiesreiche, mit Gyps durchzogene Kohle gleicht den Hölzern der Braunkohle. Sie lässt die Holzstruktur mit blossem Auge erkennen und giebt ein braunes Pulver.
Aus einer grossen Anschwemmung von Kies und Geröllen gegenüber der Stromschnelle unterhalb Loquilocun, wo zum ersten Mal die Kähne entleert und das Gepäck über Land getragen werden muss, liegen vor: ein stark verändertes, mit Epidot durchzogenes, körniges, rothgraues Gestein, in dem neben Quarz und triklinem Feldspath ziemlich viel Magneteisenpunkte zu sehen sind; es macht nicht den Eindruck eines Eruptivgesteins und möchte der feldspathigen Reihe der Hornblendeschiefer angehören; ein blaugraues, porphyrisches Gestein, dessen glasige, nicht doppelbrechende Grundmasse mit kleinen Sphärulithen erfüllt ist und sparsam kleine Quarzkörner und Magneteisen neben grösseren mattweissen Feldspathen enthält. Nur an einem der Krystalle liess sich mit Sicherheit trikline Streifung erkennen. Ist wohl das Gestein ein jungeruptives, so bleibt doch die weitere Bezeichnung zweifelhaft; immerhin ist das Auftreten von Quarz in der glasigen Grundmasse von Interesse. Als Einschlüsse kann man die Quarzkörner nicht auffassen. Ferner milchweisser Achat, der einer Mandelsteinerfüllung angehört hat, wie die Oberfläche nachweiset; rothbrauner Jaspis mit feinen Quarzadern durchzogen.
Geschiebe aus dem Baseyflusse (Südküste der Insel) an der Grotte Sogoton gesammelt bestehen aus einem alten Eruptivgestein. Es führt in feinkörniger, dunkelgraugrüner Grundmasse mattweisse trikline Feldspathe, sparsam Magneteisen und einige undeutliche grünliche Krystalle, die man für Augit halten darf. Nach diesem Bestande und dem Verhalten des Gesteins und der Feldspathe gegen kochende Salzsäure wird man das Gestein den Oligoklasaugitporphyren zuzählen. Das neben demselben vorkommende, rothbraune, eisenschüssige, mit Säuren brausende, mürbe Gestein mit einem durch Säure ganz zersetzbaren Feldspath mag ein Tuff eines ähnlichen Porphyrs sein. Im Bett des Flusses Sogoton N. von Basey finden sich Gerölle von Talk- und Chloritgesteinen.
Die Grotte Sogoton wird von Kalkfelsen gebildet, in denen man Spuren von Zweischalern und Echinitenstacheln erkennt. Vor der Grotte liegen 20 Fuss hoch über dem Fluss am rechten Ufer Bänke mit marinen Muscheln. Es sind noch lebende Arten; nach Herrn Dr. von Martens Venus (Hemitapes) hiantina Lam., Arca (Scapharca) Cecillei Phil., Arca uropygmelana Bory; Placuna placenta L. Die Schalen haften z. Th. kaum an der Zunge, die Ablagerung muss also sehr recent sein. An einer der kleinen Inseln bei Nipa-Nipa (Basey) finden sich in den 60 Fuss hoch über dem Meer liegenden, gehobenen Muschelbänken nach Herrn Dr. von Martens die noch lebenden Arten: Chama sulfurea Rv., Pinna cf. nigrina Lam. Ostrea denticulata Born; O. Cornucopiae Chemn.; O. rosacea Desh. Am Strand westlich von Basey steht ein lockeres Aggregat von Muscheltrümmern mit einzelnen gerundeten, kleinen Geschieben an.
III. Leyte.
Von der Ostküste der Nordspitze der Insel liegen aus der Gegend von Dagami und Tanauan Gesteine vor. Am Joch des Berges Dagami steht frischer Amphibolandesit an. Die fast compakte, feinkörnige, graulichweisse Grundmasse, welche sich durch Verwitterung bräunlichgrau färbt, enthält zahlreiche, grosse braune Hornblendesäulen, kleinere trikline glasige Feldspathe, etwas Magneteisen; die in dünnen Splittern grünlich durchscheinende Hornblende schliesst oft Feldspath ein. Das Gestein gleicht dem vom Ysarog vollständig. Daran schliesst sich nördlich ein Rapilliberg und weiter unten vulkanischer Sand. Am Ostfuss des Dagami liegt eine Solfatara, aus welcher ein Bach mit 50° R. hervortritt. Den Rand des Baches umsäumen röthliche Kieselsinterkrusten, deren Oberfläche ästige Fortsätze trägt: ähnliche, mit braunem basisch schwefelsaurem Eisenoxyd überzogene Absätze finden sich am Rande des Kieselsprudels Nol. In den einerseits bis zu Bianchetto, andererseits zu Thon zersetzten Gesteinen der Solfatara fehlt es nicht an Ueberzügen von basisch schwefelsaurem Eisen und an Ablagerungen von Schwefelkrystallen. Die weniger zersetzten Gesteine zeigen noch Ueberzüge von Gyps. Neben den fast intakten Hornblenden zeigt sich die Grundmasse viel stärker angegriffen als Magneteisen und Feldspath.
Die Solfatara am Berg Danaan zeigt dieselben Erscheinungen: einen Kieselsprudel, Schwefelabsätze und Alaunbildung in den gebleichten und zersetzten Amphibolandesiten. Am Meer bei Tanauan südlich vom Pueblo stehen jenseits des Aestuars graugrüne quarzige Chloritschiefer an, in welchen Epidotadern auftreten.
UEBER ALTE UND NEUE SCHÄDEL VON DEN PHILIPPINEN
von Rud. Virchow.
(Hierzu Taf. I-III.)
Herr Jagor hatte die grosse Güte, mir die von ihm auf den Philippinen gesammelten und von dort mitgebrachten Schädel zur Bearbeitung zu überlassen. Ich legte die erste Reihe derselben in der Sitzung der Berliner anthropologischen Gesellschaft am 15. Januar 1870 vor und bemerkte darüber Folgendes:
»Als Herr Jagor mir die Mittheilung machte, dass er eine grössere Anzahl von Schädeln von den Philippinen mitgebracht habe, welche er meiner Untersuchung unterbreiten wolle, machte ich mich alsbald daran, um wenigstens Einiges über ihre anatomische Beschaffenheit seinem Vortrage hinzufügen zu können. Der erste Blick zeigte, dass eine der seltensten künstlichen Verunstaltungen des Schädels, welche überhaupt bekannt ist, in ausgezeichneten Exemplaren hier vorliegt, und dass diese Schädel ein ganz besonderes Interesse in Anspruch nehmen. Ein Theil von ihnen hat wesentlich dieselbe Form, welche sich im nordwestlichen Nordamerika findet, und unter dem Namen des Flachkopfes (Flathead) bekannt ist. Namentlich einer der von Herrn Jagor mitgebrachten Schädel aus der Höhle von Lanang ist ein Flachkopf von musterhafter Ausbildung; er ist von oben und vorn her flachgedrückt, wie ein Kuchen, und von den weit nach hinten geschobenen Seitenbeinhöckern (Tubera parietalia) läuft das fast ganz abgeplattete Hinterhaupt in einer Ebene schräg nach unten gegen das grosse Hinterhauptsloch (Taf. I. fig. 3-4). Einige der anderen Schädel verhalten sich ähnlich, wenngleich ihre Verunstaltung keinen so hohen Grad erreicht hat.