Reisen in den Philippinen

Part 34

Chapter 343,160 wordsPublic domain

Die grossen Blöcke, welche an der Küste von Mariveles südlich vom Dorf liegen, sind Doleritlaven, äusserst ähnlich den jüngsten Laven des Aetna und der Insel Stromboli. In etwas poröser, feinkörniger, bläulichgrauer Grundmasse sind trikline Feldspathe, Augit, Magneteisen und Olivin ausgeschieden. Vorzugsweise sind die Augite von bedeutender Grösse. Ein Quarzkorn wurde als Einschluss beobachtet.

Man darf wohl annehmen, dass die ganze Gebirgskette, zu welcher der Pico Butilao, die Sierra de Mariveles, die Insel Corregidor und der südlich gelegene Pico de Loro gehören, aus demselben Gesteine besteht.

Nach Chevalier (l. c. 222) findet sich bei Mariveles eine Bank faserigen, röthlichen Aragonites über den Laven.

Provinz Laguna.

Das Südende der Halbinsel Jalajala, welche in die Laguna de Bay hineinragt, wird von festen gelbgrauen Tuffen gebildet, welche graue Bimstein- und Lavastücke einschliessen. Die grösseren Lavastücke enthalten in matter, feinkörniger, von Parallelrissen durchzogener Grundmasse trikline Feldspathe und wenige grüne, durch Verwitterung braun gewordene Augite. Magneteisen ist nur sparsam vorhanden, Olivin auch unter dem Mikroskop nicht zu finden. Diese Tuffe streichen h. 12 und fallen 20° W.

Der Westabhang des in Nordsüdrichtung durch die Halbinsel fortlaufenden Bergrückens wird von ähnlichen Tuffen und durch Schwefelwasserstoff zersetzten Doleriten gebildet, ähnlich denen der nahen Insel Talim. In den Tuffen kommen an beiden Punkten bis 3/4 Zoll grosse, mandel- bis kugelförmige, concentrisch schalige Gebilde vor, welche ganz aus denselben hellgelbgrauen Tuffen bestehen und keinen festen Kern zeigen. Die auf der Höhe des Joches frischen, dunkelblaugrauen, Feldspath, Augit und Magneteisen führenden Dolerite sind weiter abwärts an vielen Punkten durch Schwefelwasserstoff zersetzt und bisweilen mit rothen, durch Eisenoxyd gefärbten Bändern durchzogen. Schliesslich werden sie vollständig gebleicht und in eine thonige Masse umgeändert, aus welcher Natronkarbonat reichlich Kieselsäure löset. In den ersten Stadien der Zersetzung lassen sich bisweilen noch einzelne kleine frische Feldspäthe und grössere grüne Augite erkennen oder man sieht einen unzersetzten Augitkern in weicher gelber Hülle; endlich sind die Augite vollständig in eine gelbe, weiche Masse umgewandelt. In den gebleichten und zersetzten Gesteinen findet sich Schwefelkies in feinen Pünktchen, oder in den Spalten dünne, bisweilen faserige Gypslagen, deren Bildung aus dem Kalkgehalt der Augite und des Feldspathes sich erklärt. Die aus diesen zersetzten Gesteinen ablaufenden Gewässer setzen reichlich Vitriolocker (basisch schwefelsaures wasserhaltiges Eisenoxyd) ab, und das Wasser des Baches schmeckt adstringirend. Aus diesen Gesteinen hat spätere Einwirkung von Alkalibikarbonat enthaltenden Lösungen Eisenkiesel geliefert, welche aus einem Gemenge von gelben und blutrothem Quarz bestehen, aber auch noch etwas Opal führen. Ebenso kommen grosse Blöcke grauweissen dichten Quarzes mit Schwefelkiespartien vor, deren Drusen Quarzkrystalle enthalten. Weiter abwärts findet sich rothbrauner Jaspis mit Drusen und Adern, welche mit Quarzkrystallen erfüllt sind.

Man sieht 1/4 Meile ONO. von der Hacienda auf dem Tuff grobes vulkanisches Geröll 3-4 Fuss mächtig lagern, darüber folgt 5 Fuss Dammerde. Das ist die Formation der Strandebene, zwischen der Hügelkette und der Laguna. Endlich sieht man auf der Westseite der Südspitze der Halbinsel Muschelbänke, und zwar 15 Fuss über das jetzige Niveau der Laguna gehoben. Von den Arten, welche alle den lebenden angehören, und von Dr. von Martens bestimmt wurden, ist neben Tapes virgineus L. Phil. Cerithium moniliferum Kien. sehr häufig. Am Strande der Insel Talim erhebt sich eine 20 Fuss hohe Tuffbank, auf dem Plateau wurden nur Tuffe gesehen. Am Strande liegen grosse vulkanische Blöcke gereihet. Diese Dolerite enthalten in dichter blaugrauer Grundmasse triklinen glasigen Feldspath, grünen Augit und Magneteisen. Das keineswegs frische Gestein führt zahlreiche grosse rundliche Hohlräume, welche theilweise mit Eisenoxydhydrat (aus ausgelaugtem Eisenkarbonat entstanden) erfüllt sind. Spuren von Schwefelkies, den auch G. Rose in den Gesteinen von Talim beobachtete, deuten auf Einwirkung von Schwefelwasserstoff hin und erklären den Absatz von Eisenverbindungen; von Hochstetter beobachtete auf der nur durch einen schmalen Canal von der Insel Talim getrennten Halbinsel von Binangonan säulenförmig zerklüftete Obsidianströme.

Der Dolerit, welcher 1/4 Meile südlich von los Baños (Südufer der Laguna) als Geröll im Bach Malauin vorkommt, also weiter oben ansteht, enthält in feinkörniger, dunkelblaugrauer, mit feinen Parallelrissen durchzogener Grundmasse glasigen triklinen Feldspath, grünen Augit, einige dunkle z. Th. sechsseitige Glimmerblättchen, etwas Magneteisen und Olivin. Die Längsaxe der 3-4 Millimeter langen Feldspathe ist meist nach derselben Richtung orientirt. Der zugehörige, graugelbe, wenig feste, feinkörnige Tuff, welcher die Uferbank des Baches Malauin bildet, enthält neben erbsengrossen, rundlichen, grauen Bimsteinstücken sparsam rundum krystallisirte grüne Augite, zahlreiche Augittrümmer, triklinen Feldspath, Olivin, Glimmer und Magneteisen.

Die frischen Dolerite des Schlammvulkans Nataños, 2 1/2 Leguas S. von Los Baños, sind von derselben Beschaffenheit wie die von dort erwähnten, nur etwas dunkler gefärbt, wohl eine Wirkung des etwas grösseren Gehaltes an Magneteisen. Wie die z. Th. vollständig gebleichten Gesteine bezeugen, wurde die Zersetzung durch Schwefelwasserstoff bewirkt. An manchen Stellen ist das Gestein in eine bröckliche, thonige, gelbgraue oder auch durch Eisenoxyd braun gefärbte Masse umgewandelt, in deren Hohlräumen und Klüften Opal sich findet. Auf dem Gestein hat das Wasser rindenförmigen Sinter abgesetzt, dessen Oberfläche wellig ist. Die blaugrauen Lagen des zunächst aus löslicher, wasserhaltiger Kieselsäure und geringen Mengen basisch schwefelsauren Eisenoxydes bestehenden Sinters wechsellagern mit eisenreicheren rothgelben Lagen. Die blaugraue Farbe rührt von feinem eingemengtem Gesteinsstaub her, wie man sich durch Behandlung mit Säure und Alkali überzeugt. Der Sinter ist demnach ähnlich zusammengesetzt wie der von Bickell untersuchte Kieseltuff von Island; eine weitere Bestätigung für die an beiden Orten ähnlich vor sich gehenden Prozesse. Das eben erwähnte gelbgraue zersetzte Gestein giebt an Wasser Gyps, das rothbraune Gestein an Salzsäure eine reichliche Menge Schwefelsäure ab, das Eisen ist also als basisch schwefelsaure Verbindung vorhanden.

Nördlich vom Schlammsee von Nataños bildet graublauer, etwas rissiger Dolerit die Ufer des Baches Malauin. Die Risse sind mit gelbbraunem, kurzfaserigem Bimstein ausgekleidet. In der feinkörnigen Grundmasse ist glasiger trikliner Feldspath, grüner Augit, etwas Olivin und Magneteisen ausgeschieden.

Den Rand des kleinen Kesselsees Dagatan bei los Baños bildet ein lockerer, grauer, grobkörniger Tuff, der neben kleinen Doleritstücken Feldspath und Augit führt. Grosse, lose, wahrscheinlich vom Berge Maquiling herabgerollte Doleritblöcke, zusammengesetzt wie die von Nataños, sind durch Schwefelwasserstoff gebleicht und enthalten Hyalith in den Klüften.

Von C. Semper am Maquiling gesammelte Handstücke zeigen, dass dort Schwefelwasserstofffumarolen und nach ihnen alkalische Bikarbonate enthaltende, Kieselsäure lösende und absetzende Quellen in grossem Maassstabe thätig sind. Dafür legen gebleichte, z. Th. mit Eisen durchzogene, und bis zu Bianchetto zersetzte Tuffe und Gesteine, Bildung von Gyps, z. Th. in schönen Krystallen, atlasglänzender faseriger Alunogen und Alaun, Absätze von Kieselsinter und weissem Opal sicheres Zeugniss ab.

Südlich von los Baños bei Calauan liegt ein Eruptionskrater, dessen Wände mehrere hundert Fuss hoch sind, (Llanura de Imuc) mit einer Kaffeepflanzung des Herrn Scott. Vom Südwestrand und vom Boden des Kraters liegen Rapilli vor: bis zollgrosse, unregelmässig begrenzte Bruchstücke schlackiger Doleritlava, welche triklinen Feldspath, Augit und Magneteisen erkennen lassen. Die zugehörigen, feinkörnigen, grauen Doleritlavaströme von der gewöhnlichen mineralogischen Beschaffenheit und ohne Glimmer bilden neben der Hacienda eine 100 Fuss hohe Felswand, in welcher neben compakteren rissigen auch poröse Laven vorkommen. Die zugehörigen, feinkörnigen, grauen, zwei Fuss mächtigen Tuffe mit Blattabdrücken von lebenden tropischen Pflanzen, deren Arten sich jedoch nicht sicher bestimmen lassen, liegen horizontal ausgebreitet in der Ebene von Calauan. Sie werden von 3 Fuss Dammerde bedeckt und ruhen auf einer über 5 Fuss mächtigen Thonschicht.

Der obere Rand des zur Hälfte von einem See eingenommenen, 100 Fuss tiefen Kraters Mar de Tigui (neben der Strasse von Calauan nach dem südlich gelegenen San Pablo) wird von Lapilli gebildet, die den oben beschriebenen gleichen. Das Plateau, in welchem der Krater aufgebrochen ist, besteht aus einem feinkörnigen, gelbbraunen Tuff, in dem einige stark verwitterte Gesteinsstücke zu erkennen sind.

Die Tuffe, welche den Krater Maïcap, eine Legua SO. von Calauan, und den Krater Palacpacan bilden, sind grobkörniger, enthalten zahlreiche Doleritstücke, z. Th. bimsteinartig aufgebläht und lassen einzelne glasige trikline Feldspathe und grüne Augite erkennen. Beide Krater enthalten Seen.

Weiter östlich am Wasserfall Butucan am Abhang des Vulkans Banajao bei dem Dorf Majayjay tritt zwischen zwei mächtige Tuffmassen eingeschaltet eine schwache Bank eines dem Piperno ähnlichen Gesteins auf. Unregelmässig begrenzte Streifen schwarzen Obsidians, dessen dünne Splitter gelbbraun durchsichtig sind, durchziehen ein feinkörniges, gelbgraues Gestein, in dem man einzelne Stückchen grauen feldspathhaltigen Gesteins, trikline Feldspathe, etwas dunklen Glimmer und grünen Augit erkennt. Man darf wohl annehmen, dass dieses Gestein durch Eindringen einer feurigflüssigen Masse in die Tuffe entstand.

Provinz Tayabas.

An der neuen Strasse, welche am rechten Ufer des Flusses Mapon von Lucban nach Mauban führt, stehen, bevor sie den Fluss erreicht, in grosse prismatische Blöcke abgesondert feinkörnige, compakte, dunkelblaugraue Dolerite an. Ihre Grundmasse enthält ausgeschieden zahlreiche kleine trikline Feldspathe, etwas Augit und reichlich Olivin. Das Gestein wirkt stark auf die Magnetnadel. Weiter am Weg finden sich stark verwitterte, wenig feste, graue bis gelbgraue, sehr feinerdige, thonige Tuffe, welche, ausser undeutlichen Resten, Blattabdrücke und nach der Bestimmung des Herrn Dr. von Martens Melania asperata Lam. var. M. dactylus Lea enthalten. Diese Melania stimmt am meisten mit lebenden Exemplaren aus Samar (Loquilocun) überein. Sie kommt auch auf Luzon, Mindanao, Guimares, Leyte vor. Diese Tuffe wechsellagern mit Kalkgeröllen, welche an einigen Stellen durch grobkrystallinischen Kalkspath zu grobem Kalkconglomerat verkittet sind. Hie und da sieht man in dem feinkörnigen gelblichgrauen Kalk undeutliche organische Reste. Inmitten der verwitterten Tuffe und der Kalkgeröllbänke kommt ein lockeres hellfarbiges Gestein vor, dessen Kalkbindemittel abgerundete erbsen- bis nussgrosse Kalkstücke und die Mineralien des vulkanischen Gesteins verkittet. Unter den oben angeführten verwitterten Tuffen liegen etwas gröbere und festere, grünlichgraue Tuffe mit Kalkbindemittel, in denen Feldspath, Augit, Olivin, z. Th. in verwittertem Zustande, zu erkennen sind. Dieselben Tuffe liegen weiter östlich auch über den verwitterten Tuffen.

Provinz Camarines norte.

An der Nordostküste der Provinz wird der Landstrich zwischen Paracali und Mambulao von Gneissen und Hornblendeschiefern gebildet, in denen Quarzgänge mit reicher Erzführung auftreten. Der Berg 1/4 Legua N. von Mambulao und der Berg NNO. von Mambulao, durch den Bach vom Berg Dinaan getrennt, bestehen aus Gneiss, in welchem die weissen, aus feinkörnigem Quarz und Feldspath gemischten Lagen mit einzelnen weissen Orthoklasen und triklinen Feldspathen durch schwache, nicht continuirliche und wechselnd breite Lagen von tombakbraunem Glimmer gesondert werden. Das Gestein soll goldhaltig sein.

Der Berg 1/2 Legua NW. von Paracali, der Berg Dinaan und der Strich zwischen Paracali und Mambulao werden von Hornblendeschiefer gebildet. Das frische Gestein des Berges Dinaan ist dunkel gefärbt durch die überwiegende, ziemlich grobkörnige Hornblende, in welcher schmale, nicht zusammenhängende Lagen meist kleinkrystallinischen, weissen, triklinen Feldspathes weisse unterbrochne Streifen bilden. Ausserdem tritt noch etwas Schwefelkies und brauner Glimmer auf. Aus dem Pulver zieht der Magnetstab kein Magneteisen aus. Das verwitterte Gestein, dessen Streichen zwischen Paracali und Mambulao als ostwestlich, dessen Fallen als 40° nach Süd bestimmt wurde, ist graugrün, weich, reichlich mit Magneteisen durchzogen, und bald als serpentinhaltiger Talkschiefer, bald als talkhaltiger Serpentinschiefer umgebildet. Den Ursprung aus Hornblende verräth der Kalküberzug der Klüfte. Gelblichgrüne, weiche, scharf begrenzte Partien scheinen verwitterte Feldspäthe zu sein.

In diesen Serpentingesteinen vorzugsweise (ob im Gneiss ebenfalls steht nicht fest) treten Quarzgänge auf, z. Th. mit schönen Quarzdrusen, meist mit Schwefelkies, oft mit Kupferkies und Bleiglanz und den Verwitterungsprodukten dieser Mineralien (wie Brauneisen, manganhaltiges und mit Salzsäure und Chlor entwickelndes Eisenoxyd, Kupferindig u. s. w.), in denen Gold dendritisch vorkommt. Aus den zelligen verwitterten und dann eisenschüssig gewordenen Quarzgängen wird das Gold durch Waschen gewonnen.

Von denselben Mineralien begleitete und durchaus ähnliche Quarzgänge (z. B. am Berge Dinaan) führen Chrombleispath [339]. Dieser ist nicht selten mit einem zeisiggrünen, amorphen, pulverigen Ueberzuge von Vauquelinit versehen. Das Vorkommen entspricht also dem Uralischen.

Bisweilen nimmt der Gehalt an Kupferkies so sehr zu, dass das Kupfer den Betrieb der Gruben bedingt; an anderen Stellen überwiegt der Bleiglanz.

Am Strande zwischen Paracali und Mambulao bildet sich aus zertrümmerten Muschelschalen, Korallentrümmern, einzelnen Quarzen ein Conglomerat.

Oestlich von Paracali bei Lungos steht weisser, specksteinartiger Talkschiefer an, dessen früheren Eisen- und Kupfergehalt, wohl in Form von Kiesen, braune und grüne Färbungen einiger Partien beweisen. Die Indier waschen daraus Gold. Bei Lungos treten goldführende Quarze auf, ebenso wird aus dem magneteisenreichen Sande des Strandes Gold gewaschen.

Nach den in der Visita Colasi im Bach Colasi gesammelten Geschieben besteht der grosse Berg Colasi (nicht der kleine Pic von Colasi) aus Amphibolandesiten. In grauer, feinkörniger, fast dichter Grundmasse liegen neben triklinen Feldspathen grosse, braune, sparsame Hornblenden und etwas Magneteisen. Die Gesteine sind sehr wenig frisch, stärker verwitterte nehmen einen röthlichen Schein an. Aus denselben Gesteinen besteht der Hügel, welcher die südlich, etwa auf dem Drittel des Weges nach Cabusáo gelegene Visita Barceloneta trägt. Sie gehören demnach mit den Gesteinen des NW. liegenden Labo in dieselbe Gruppe.

Die Grenze der an der Nordwestküste beobachteten krystallinischen Schiefer mit den Tuffen des südlich weiter landeinwärts gelegenen Vulkanes Labo wird etwa zwischen Indan und Labo zu suchen sein. Der Labofluss führt dort neben zertrümmerten krystallinischen Schiefern die Mineralien des vulkanischen Gesteins: glasigen triklinen Feldspath, Hornblende und kleine Geschiebe von Amphibolandesit. Im Fluss selbst stehen feste, rothbraune Tuffe an mit meist zersetzten, gebleichten Amphibolandesitstückchen, aber auch mit rundlichen Quarzgeschieben und einzelnen rundum auskrystallisirten Hornblenden. Der Tuff macht nicht den Eindruck eines umgelagerten, auf sekundärer Lagerstätte befindlichen Gesteins.

An dem zweiten Aestuar zwischen der Barre von Daët und Colasi, gleich hinter dem Rio Fungbo, treten Felsen an's Meer, die bis dahin flache, mit zertrümmerten Muscheln bedeckte Küste steigt an. Es sind vulkanische, gelbgraue, lockere Tuffe gemengt mit Muscheltrümmern.

Geschiebe des Flusses Labo, in Pueblo Labo gesammelt, geben Auskunft über die Zusammensetzung des 1 1/2 Tagereisen südlich liegenden Berges Labo.

Es sind zunächst Amphibolandesite. In weissgrauer, etwas bimsteinig aufgeblähter, den Ausscheidungen etwa das Gleichgewicht haltender Grundmasse liegen rundliche oder doch schlecht begrenzte glasige trikline Feldspäthe, deren Längsaxe bis 6 Millimeter erreicht, in etwas grösserer Menge als die etwas kleineren dunkelbraunen Hornblenden. Ausserdem sind einzelne grössere Blättchen tombakbrauner Glimmer vorhanden, Augit, Titanit und Olivin scheinen nicht aufzutreten. In einigen Handstücken tritt die Hornblende fast ganz zurück, die blaugraue dichte Grundmasse wird stark überwiegend und sieht z. Th. wie durch Fumarolenwirkung zersetzt aus. In noch anderen Handstücken liegen in gelbbrauner, schaumiger, reichlicher Grundmasse grössere, glasige, trikline Feldspäthe neben kleineren sparsamen braunen Hornblenden und einzelnen grossen tombakbraunen Glimmerblättchen, die z. Th. eine Veränderung der Farbe durch erhöhte Temperatur erlitten haben. Endlich finden sich vereinzelt ganz dichte, schwärzlichgraue Gesteine, in denen man mit der Loupe kaum noch die Gemengtheile unterscheiden kann. Vermöge der Uebergänge lassen sich diese Gesteine als dichte Amphibolandesite auffassen.

Das Vorkommen dichter weissgrauer, röthlicher und graublauer Quarzmassen mit einzelnen Quarzkörnern deutet hin auf Absatz heisser Kieselquellen.

Das 1/2 Legua SSW. vom Pueblo Labo im Bach am Hügel Dalas vorkommende Gestein ist durch die Verwitterung des darin reichlich vorhandenen Schwefelkieses ziemlich unkenntlich geworden. Man darf es wohl für Gneiss nehmen; für quarz- und feldspathhaltigen Hornblendeschiefer die ebenfalls durch verwitterte Schwefelkiese zersetzte, behufs der Goldgewinnung am Berge Dalas geförderten Gesteine. Der daselbst geförderte Sand enthält neben Schwefelkies nicht wenig Bleiglanz und Blende. Aus einer andern jetzt verlassenen Grube Lugas wurde zum Zweck der Gold- und Bleigewinnung ein blaugrauer Thon gefördert, der neben Schwefelkies verwitterte Kupferkiese enthält. Festere Gesteinsstücke eben daher sind reich an Bleiglanz.

Provinz Camarines sur.

Die Umgebung des Vulkans Ysarog ist ausgezeichnet durch das Auftreten von Amphibolandesiten. Es sind hellfarbige, mit nur sehr wenig Grundmasse ausgebildete, feldspathreiche, etwas poröse Gesteine mit grösseren oder kleineren, ziemlich unregelmässig begrenzten, dunkelbraunen Hornblenden, etwas Magneteisen und wenig Olivin. An manchen Punkten wie z. B. an dem Hügel, auf dem die Kirche von Maguiring steht, findet sich neben der Hornblende sparsam grüner Augit vor. Die Uferwände des Flusses Goa am Fuss des Ysarog werden von sehr lockeren, bimsteinartig aufgeblähten, einzelne Augite führenden, röthlichgrauen Amphibolandesiten gebildet, die leicht zu einem röthlichweissen Sande zerfallen. Dieser Sand füllt die Zwischenräume zwischen den grösseren Gesteinsstücken aus; dasselbe Gestein kommt auch am Fuss des Ysarog bei Raï-Raï und Uacloy vor. Aus den sehr zersetzten, lockeren, porösen, gelblichen Gesteinen bei der Visita Uacloy tritt eine heisse Quelle hervor, welche eisenhaltigen, bräunlichweissen Kalksinter absetzt. Die Schluchten zwischen Maguiring und Raï-Raï, welche die hügelige Ebene zerschneiden, enthalten dieselben lockeren zersetzten Gesteine, die jedoch nicht das Ansehen von Tuffen haben. Aus dem Fluss von Uacloy liegen graue, feste, wenig poröse Amphibolandesite vor, welche neben brauner Hornblende etwas grünen Augit führen, deren Zersetzung oder Verwitterung jene lockeren Gesteinsmassen geliefert haben wird. Von der halben Höhe des Ysarog bis zum Gipfel herrscht dasselbe hellgrüne, schwach poröse Gestein, das neben brauner Hornblende untergeordnet grünen Augit und etwas Olivin erkennen lässt. Es erscheint nicht wahrscheinlich, wenn auch möglich, dass die Analyse der Feldspathe aus den Gesteinen des Ysarog neben dem herrschenden glasigen triklinen Feldspathe Sanidin nachweisen würde. Mit diesem Nachweis würde die Einordnung des Gesteins unter die Amphibolandesite fraglich werden und eine Näherung an die Trachyte gegeben sein.

Die gewaltige Bergmasse des Ysarog nimmt den ganzen Raum zwischen der Bai von S. Miguel und dem Meerbusen von Lagonoy in einer Breite von 18 Seemeilen ein oder hat nach v. Hochstetter den Isthmus erst gebildet, indem sie die Insel, welche einst die wahrscheinlich aus krystallinischen Schiefern bestehende Sierra di Caramuan [340] bildete, mit Südcamarines verband.

Weiter südlich vom Ysarog folgt der am See von Buhi gelegene erloschene Vulkan von Yriga. Der isolirte Hügel westlich von Yriga an der Strasse nach Nabua besteht aus blaugrauem, etwas porösem Dolerit, in dessen feinkörniger Grundmasse neben kleinen, triklinen, glasigen Feldspathen reichlich gelblicher Olivin, ausserdem grüner Augit und Magneteisen ausgeschieden ist. Der Augit kommt in den Rapilli in losen rundum ausgebildeten Krystallen vor, welche durch die grade Endfläche (ähnlich wie die Krystalle vom Bufaure und vom Forstberg) ausgezeichnet sind. Manche dieser Krystalle sind in der Richtung der Hauptaxe so stark verkürzt, dass die Krystalle fast als Tafeln erscheinen, in denen die Säulenflächen deutlich, aber klein ausgebildet sind. Die bald compakten, bald porösen Doleritlaven des Vulkans Yriga sind z. Th. ärmer an Olivin, die Feldspäthe erreichen jedoch grössere Dimensionen. An einigen dieser Laven ist die Oberfläche stellenweise geschmolzen, so dass man auf Wirkungen des Blitzes geführt wird. Die etwas schlackigen Laven von der Visita Tambong am See Buhi zeichnen sich durch reichliche und grosse Olivine aus. Rothe Doleritschlacken mit triklinen Feldspäthen und grünen Augiten bilden eine Wand von 250 Fuss unter dem Gipfel des Yriga, den ziemlich frische, compakte, graubraune, an Olivin reiche Dolerite zusammensetzen. Die Blöcke auf dem westlichen höchsten Zacken des Kraterrandes sind grobkörniger und poröser.

Aus denselben Doleriten, meist mit grossen Augiten und kleineren triklinen Feldspäthen bei wechselndem Gehalt an Olivin, bestehen die vielen kleinen etwa 50 Fuss hohen Hügel zwischen Yriga und Buhi. Am Wege zwischen diesen beiden Orten tritt weisser Bimsteintuff auf, welcher sparsam unregelmässig begrenzte, dunkle Glimmerblättchen enthält. Der Feldspath scheint Sanidin zu sein und somit das Gestein dem Trachyt anzugehören. Die Hügel nächst Buhi bestehen aus grobgeschichteten Rapilli, die gegen den Ysarog einfallen, sich also auf ein anderes Eruptionscentrum beziehen. In dem am Ostfuss des Yriga liegenden See von Buhi wird die Felsinsel von einem hellgrauen, porösen, feinkörnigen Gestein gebildet, in dessen überwiegender Grundmasse neben brauner Hornblende grüner Augit, Olivin, Magneteisen und trikliner Feldspath sichtbar ist. Die im grossen Ganzen nach Einer und derselben Richtung langgestreckten Poren des Gesteins, das von den übrigen des Yriga abweicht, sind oft mit dünnen Tafeln triklinen Feldspathes ausgekleidet. Dünnschliffe zeigen die Grundmasse überwiegend aus dem Feldspath zusammengesetzt, daneben Hornblende, Augit, Olivin und Magneteisen.

In Folge des Hornblendegehaltes findet sich im Sande des Strandes des Buhisees Hornblende neben Augit.