Part 32
Aber was am meisten Bewunderung erregt, ist, dass in der Provinz Ilocos, auf der Insel Manila, die wenigstens 150 Leguas in gerader Linie von der Stelle entfernt ist, an demselben Tage und zur selben Stunde, wo die erwähnten beiden Feuervulkane ausbrachen, in einigen Ortschaften der Igoloten, welche letztere noch ungläubig sind, ein anderer Sturm stattfand und der dritte Vulkan ausbrach, welcher von Wasser war und so furchtbar, wie man aus einem Kapitel des Briefes von Fray Gonzalo de Palma, General Procurators der Augustiner, ersehn wird, welches im Wesentlichen lautet: Bei den Igoloten, die in Bezug auf die Ilocos fünf Tagereisen weiter östlich landeinwärts wohnen, erlitt die Erde am 4. Januar ein so furchtbares und erschreckliches Erdbeben wie der vorausgegangene wüthende Orkan es angekündigt. Die Erde verschlang 3 Berge von denen einer, an dessen Abhang drei Ortschaften lagen, unzugänglich war. Diese ganze aus ihren Grundfesten gerissene Masse flog in die Luft zugleich mit vielem Wasser, so dass die Lücke einen weiten See bildete ohne irgend ein Zeichen zurückzulassen, weder der Ortschaften noch der hohen Berge, die dort gestanden hatten. Wind und Wasser zersprengten die Eingeweide der Erde mit so ausserordentlicher Wuth, dass Bäume und Berge (montes) in Bruchstücken zwölf Piken hoch geschleudert wurden und bei dem Aneinanderstossen in der Luft und im Herabfallen ein so furchtbares Geräusch machten, dass es viele Stunden weit gehört wurde.
Nach langen religiös-abergläubischen Erörterungen heisst es weiter:
Das letzte ausserordentlichste und allgemeinste Wunder dieses 4. Januartages ist das in diesem Briefe hervorgehobene Getöse, welches zwischen 9 und 10 Uhr in der Luft entstand und nicht nur in Manila und den wohl 130 Leguas entfernten Provinzen Ilocos und Cagayan, sondern auch in sämmtlichen philippinischen Inseln und den Molukken gehört wurde. Und es drang bis in das Festland von Asien, in die Reiche von Cochinchina, Champa, Cambodia, wie durch verschiedene Geistliche und andre glaubwürdige Personen, die aus diesen Reichen nach Manila gekommen, kund wurde. Eine Entfernung die wohl einen Kreis von mehr als 300 Leguas Durchmesser und 900 Leguas Umfang bildet, und in dieser ganzen Entfernung hörte man das Geräusch gleichmässig an demselben Punkte und demselben Orte. Alle vermutheten, dass es starkes Artillerie- und Gewehrfeuer sei, und glaubwürdige Leute fügen hinzu, dass sie einen Schall wie von Trommeln unterschieden [discernieron sonido como de caxas de guerra -- distingaient le son comme celui de boîtes d'artifice] und alle hörten es solcher Art, und in solcher Entfernung, dass sie meinten es sei 2 oder 3 Leguas von der Stelle wo sie sich befanden. In Manila wähnten sie, es sei im Hafen von Cavite, und in Cavite, dass es in Manila sei, . . . und es wurden Depeschen von einem Ort zum andern gesandt. . . . Und so geschah es in allen Inseln, Städten und Ortschaften innerhalb des Umkreises von 900 Leguas, eine wunderbare Sache, die, wie es scheint die Grenzen der Natur überschreitet und den Grundsätzen der Philosophie widerstrebt . . .
Es folgen wieder abergläubische Betrachtungen, darunter eine von chronologischem Interesse: Da nämlich Malacca, das am 13. Januar von den Holländern erobert wurde, am 4. schon hart bedrängt war, so meinten viele, als sie später die Kunde erhielten, der Himmel habe durch die Vulkane Lärm schlagen lassen, um die Spanier auf den grossen Schaden aufmerksam zu machen den der Verlust dieser vornehmen Stadt allen jenen Archipelen, Küsten und davorliegenden Inseln bringen würde. Auch wird angeführt dass der 5. Januar in Macao dem 4. in Manila entspricht, weil die Portugiesen von W. nach O., die Spanier von O. nach W. nach ihren indischen Kolonien gehn. Die Missionäre von Cochinchina gaben nämlich den 5. Januar als Datum der Ausbrüche.
Perrey kommt zu dem Schluss, dass Nieremberg's Sanguiz ident sei mit Sanguil oder Sanguir (man findet auch Sangin, Sangi, Sanghir, Sangir, Sangil, Sanguili) und dass derjenige der drei Ausbrüche der das Geschwader in Gefahr brachte, auf der Insel Sanguir stattfand, die etwa 36 Leguas S. von Mindanao liegt. Die erste Annahme wird durch den Originalbericht bestätigt, gegen die zweite aber erheben sich manche Bedenken. Dafür scheint der Name der Insel zu sprechen und ihre Lage zwischen Zamboanga und Ternate.
Aber nur gar zu häufig sind in jenen Ländern verschiedene Oertlichkeiten mit demselben Namen benannt, wodurch grosse Verwirrung entsteht. (Ein auffallendes Beispiel davon wird am Schluss dieses Artikels mitgetheilt.) Auch auf der Insel Mindanao ist zweifellos wenigstens ein Vulkan Sanguil vorhanden den indessen verschiedene Schriftsteller an verschiedene Stellen versetzen. Im Originaltext heisst es nicht, wie in der Uebersetzung, dass der erste Vulkan in Sanguil ausbrach und seine Asche bis Mindanao schleuderte, sondern dass er in Mindanao und Sanguil ausbrach, eine schwer zu verstehende Stelle, die aber nach Ansicht spanischer Autoritäten nur bedeuten kann: »in Mindanao und zwar in Sanguil«. Der Umstand, dass unter den Bewohnern von Mindanao Sanguiles aufgeführt werden (s. unten), lässt vermuthen, dass noch heut ein Gebiet Sanguil dort vorhanden ist.
Nach Berghaus (Hydro-geog. Mem. 62) liegt der Vulkan Sanguili auf der Halbinsel Sarangani, der Südspitze Mindanao's; auf einer M. S. Karte aus Forster's Nachlass (Neue berichtigte und verbesserte Karte der Philippinischen Inseln 1772, K. Bibliothek Berlin) ist ein Vulkan Sanguil ungefähr an der Stelle eingetragen wo Berghaus den Gunong Tibangan setzt, etwa 6° 30' N., 124° 30' O. Gr. Nach Magisa liegt der Vulkan auf einer Insel (?) Sanguil bei Kap San Agustin, welches nach Allg. Historie (s. unten) Kap Serangani sein kann; nach Perrey auf der Insel Gross-Sangir. Nach Combes im Gerichtsbezirk von Mindanao (was sich nach Semper nicht auf den südlichen Theil der Insel beziehen kann), der Vulkan aber, der (1641) den furchtbaren Ausbruch hatte, im Gerichtsbezirk von Buhayen, 60 Leguas von Zamboanga, was recht gut auf den der Südspitze Mindanaos, Kap Sarangani passt. Nach Murillo Velarde S. 124 giebt es in Sanguil, welches im Süden von Mindanao liegt, einen Vulkan. Prof. Semper identifizirt S. 5 und auf seiner Karte den Sanguil mit dem Serangani, bezweifelt aber die Identität in einer Anmerkung S. 92.
Gegen Perreys zweite Annahme spricht ferner der Umstand, dass sich das Geschwader längs der Küste bewegte. Befand es sich wirklich bei Kap S. Agustin so war es sehr aus seinem Kurs gekommen, wofür kein Grund ersichtlich ist, da Stürme vor dem Ausbruch nicht gemeldet werden. Dem angegebenen Kurse würde es besser entsprechen, dass sich das Geschwader zur Zeit des Ausbruches an der Südspitze von Mindanao bei Kap Sarangani in unmittelbarer Nähe des dortigen Vulkanes befand und dass die Namen der Kaps verwechselt sind. Auch in der Allgemeinen Historie der Reisen, XVIII, 391 ist zu lesen, dass das unter 5° 30' N. liegende Kap den Namen Sarangan oder des heiligen Augustin trage. Indessen weder in dem einen, noch in dem andern Fall konnte sich das Geschwader gleichzeitig in solcher Nähe der 52, bezüglich 36 Leguas entfernten Insel Gross-Sanguir und der über 100 Leguas entlegenen Insel Jolo befinden um von ersterer aus mit Erde und Steinen beschüttet zu werden und wahrnehmen zu können was auf letzterer vorging.
Perrey führt zwar auch noch einen dritten Grund an, den Umstand nämlich, dass sich in Zamboanga die Finsterniss von Süden aus verbreitete; die Insel Gross-Sanguir liegt aber SO. Wahrscheinlicher ist es, dass der in Zamboanga beobachtete Aschenregen von Jolo kam, wo gleichzeitig ein Ausbruch stattfand. Dr. Neumayer macht mich darauf aufmerksam, dass der Januar in jenen Meeren frei von Stürmen ist, dass in den Berichten nur lokale Stürme und Unwetter erwähnt werden, das zur Zeit herrschende Windsystem, der NO.-Monsun, also wohl nicht allgemein gestört war. Die Asche des Joloausbruches konnte also wie solches bei andern gewaltigen Eruptionen vorgekommen, durch den untern Luftstrom in den darüber SW. oder WSW. wehenden Aequatorialstrom geschleudert und von diesem nach Zamboanga und den Bisayas getragen werden.
Gegen Perrey's Annahme muss es auch Bedenken erregen, dass Valentyn Beschrijving der Moluccos S. 2 in Oud en Nieuw Oost Indie der eine ausführliche Beschreibung der Insel Gross-Sanguir giebt, und alle späteren holländischen Schriftsteller keinen früheren Ausbruch dort erwähnen als den von 1711. Doch war die Insel den Holländern lange bekannt: 1625 hatten sie das Schiff Trouw daselbst verloren, 1664, nur 23 Jahre nach den drei gleichzeitigen Ausbrüchen kam überdies Ternate und damit auch die Insel Sanguir in ihren Besitz.
Am wahrscheinlichsten ist wohl der Vulkan auf der südlichsten Spitze Mindanao's (Halbinsel Sarangani) als der Heerd des Ausbruchs anzunehmen, doch ist es nach dem Bericht des Jesuiten Magisa nicht möglich den Ort mit Bestimmtheit festzustellen. Die Position des Geschwaders ist unklar, die Richtung in welcher es die Erscheinungen beobachtete nicht angegeben. Die angeführten Entfernungen bekannter Punkte, meist um die Hälfte zu gering, zeigen nur dass diese Angaben werthlos sind. Der Verfasser berichtet vom Hörensagen, seinem Stande und seiner Zeit entsprechend, nicht geologisch sondern theologisch.
Durch eine ähnliche Betrachtung muss man sich trösten wenn in der sechsbändigen Historia de los P. P. Dominicos en las islas filipinas (Madrid 1870) mit Stolz hervorgehoben wird, dass allein Aduarte (der Dominikaner war) ein am 30. November stattgefundenes grosses Erdbeben beschreibe und dann seine Schilderung abgedruckt wird, jedoch mit der Jahrszahl 1619 statt 1610 (s. S. 6).
In Geschichten von Mönchsorden sind solche Irrthümer häufig und ziemlich unschädlich. Schlimmer ist es wenn sehr gelesene Zeitungen falsche Angaben in einer Form verbreiten, die den Stempel höchster Zuverlässigkeit trägt.
Die Illustrated London News 7. Oktober 1871 giebt die Abbildung eines neuen auf der Insel Camiguin in den Philippinen entstandenen Vulkanes und dazu folgende Erläuterung: »Der ehrenwerthe F. C. P. Vereker, Lieutenant zur See, Kommandör des zu hydrographischen Aufnahmen detachirten K. Grossbrit. Schiffes Nassau erfreut uns mit einer Skizze des vulkanischen Ausbruchs auf der kleinen Insel Camiguin, einer der nördlichsten der Philippinen in 19° N. und etwa 122° O. Gr.
Darauf folgt eine kurze Beschreibung des Ausbruches vom 1. Mai 1871 ohne Angabe des Datums . . Als der Nassau den Vulkan im Juli besuchte war er noch thätig, grosse Massen Dampf und Rauch drangen aus den Seiten und dem Gipfel, hin und wieder wurden auch Steine ausgeworfen. Zwei Offiziere die den Vulkan ersteigen wollten, mussten es wegen der Hitze des Bodens aufgeben.
Der Bericht hat einen fast amtlichen Klang, ist aber dennoch falsch; denn die gesperrt gedruckte Stelle ist vom Redaktör nach eigenem Ermessen eingeschoben, die vom Nassau besuchte und skizzirte Insel Camiguin liegt 9° N. 124° 20' O. Gr., d. h. über 200 Leguas von der gleichnamigen Insel der Babuyanesgruppe entfernt, nach welcher der Redaktör das Ereigniss verlegt.
Nach Berichten aus Manila besteht sie aus drei Bergrücken: Catarman, Sigay und Maginog. Schon am 17. Februar wurden heftige Erdstösse mit starkem unterirdischen Geräusch wahrgenommen. Am 1. Mai 1871 bemerkten die Bewohner des kleinen Bergdorfes Catarman eine aus dem Boden aufsteigende Rauchsäule; um 7 Uhr NM. desselben Tages hörten sie plötzlich einen lauten Knall, und sahen sich von einer Wolke von Feuer und Steinen umgeben. Einige die sich in grösserer Entfernung befanden, wurden von dieser Wolke erreicht und an verschiedenen Stellen des Körpers verbrüht und verbrannt. Alles flüchtete an die Küste um die Insel zu verlassen, es waren aber nur wenige Fahrzeuge vorhanden. Die Zahl der Opfer muss sehr beträchtlich gewesen sein. Noch am 12. spie der Vulkan aus fünf Oeffnungen Rauch und Flammen aus.
Es scheint auf dem Gipfel des Berges von Catarman ein Kratersee vorhanden gewesen zu sein, dessen Wasserstand grossen Schwankungen unterlag. Zuweilen trocknete der See ein, einigemale floss er über und überschwemmte die Umgebung, so namentlich in den Jahren 1827 und 1862. Häufig wurde er durch Gasausströmungen in Wallung versetzt. Ein eigentlicher Ausbruch hatte in geschichtlicher Zeit nicht statt gefunden.
ZUSÄTZE UND BERICHTIGUNGEN
nach Dr. A. B. Meyer und einigen andern kürzlich aus den Philippinen zurückgekehrten Freunden.
Zu S. 4. Es existirt jetzt direkte Dampfschiffahrt zwischen Spanien und Manila, die Gesellschaft ist eine englische, die Schiffe gehn von Liverpool nach Spanien und durch den Suezkanal nach Manila; es sind grosse Dampfer von 2-3000 Tons. Diese Linie wird jetzt meist zu Aus- und Heimreisen von den spanischen Beamten benutzt.
Zu S. 4 Anm. 5. Auch zwischen Singapore und Manila ist jetzt eine direkte Dampfschiffverbindung vorhanden. Alle 14 Tage trägt ein Schiff die Post von Manila nach Singapore und bringt die europäische zurück. Dieses ist jetzt auch die meist benutzte Passagierlinie: Die Ueberfahrt soll in 6 Tagen gemacht werden. Die Regierung zahlt der Gesellschaft 5000 Doll. für jede Reise, übt aber kein Aufsichtsrecht. Die Schiffe sind oft nicht seetüchtig. Dr. A. B. M. war 13 Tage statt 6 unterwegs. Sein Schiff musste zwei Tage in den Cuyo-Inseln Schutz suchen und wurde auf der nächsten Fahrt im Hafen von Labuan, den es mit Mühe erreichte, kondemnirt. Ausserdem gehn noch von Zeit zu Zeit Handelsdampfschiffe zwischen verschiedenen Häfen Chinas (Amoy, Hongkong etc.) und Manila. Die Passagierbeförderung mit spanischen Kriegsschiffen hat daher ganz aufgehört.
S. 5 unten. Noch 1872 sieht man sehr viele Trümmerhaufen an den verschiedensten Orten in Manila und Vorstädten, herrührend von dem Erdbeben von 1863. Der Hauptplatz ist noch in demselben Zustande, wie auch die Brücke »an deren Herstellung (s. Anm. S. 19) ich zweifle«.
Zu Seite 6. Erdbeben in den Philippinen von Oktober 1871 bis März 1872.
1871: 8-9. Oktober Mindanao, Pollok; es entstanden neue Schwefelquellen. 1871: 8-14. Dezember Mindanao, Cotabatu zerstört. 1871: Dezember Provinz Albay, Ausbrüche des Mayon. 1872: Januar ,, Albay, desgleichen. 1872: 29. Januar ,, Manila 7 Uhr Nm. O. W. schwach. 1872: 29. ,, ,, Zambales O. W. stark. 1872: 7. Februar ,, Camarines sur 2 Mal. 1872: 5. März ,, Manila 9 Uhr Vm. 1872: 6. ,, ,, Laguna 9 Uhr Vm. (vielleicht auch am 5.) 1872: 22. ,, ,, Manila, stark. 1872: 22. ,, ,, Batangas.
In der Epoca vom 20. und 21. März 1872 werden die Erdbeben von Pollok und Cotabatu als furchtbar in ihren Wirkungen geschildert. Am 8. Dezember 1871 um 6 Uhr 10 Minuten Nachm. war Cotabatu ein fröhliches Dorf, um 6 Uhr 20 Minuten ein Schutthaufen. Ein viel heftigeres Erdbeben fand am 9. um 7 1/2 Uhr Vorm. statt, die Erde schien zu kochen; dies wiederholte sich noch 5 Mal.
Zu S. 23. Botanischer Garten. »Er ist in demselben Zustand wie Sie ihn sahen. Der Direktor bekommt zwar 2000 Dollar Gehalt oder mehr, aber seine einzige Thätigkeit besteht darin, Blumen zu Sträussen zu ziehen. Der grössere Theil des Bodens ist mit Mais und Bananen bestanden. Wieder ein Beweis für den Mangel an Kontrolle«.
Zu S. 59. »Die Strasse zwischen Majaijai und Lucban und zwischen Lucban und Mauban ist jetzt in so schlechtem Zustande, dass ich sie nur mit Lebensgefahr passirte, und dennoch herrscht zwischen Mauban und St. Cruz sehr viel Handel und Verkehr«.
Zu S. 61. »Der Wasserfall ist zwischen Lucban und Majaijai, nicht zwischen Mauban und Lucban. -- Ich machte eine grosse Anzahl von Versuchen dort um durch Herabwerfen von Steinen die Höhe des Falles zu messen und fand das Mittel von 5 Secunden. Darnach würde die Höhe 390'5 betragen«.
Zu S. 76. »Die Philippinen produziren jetzt mehr Cacao und genügend für ihren eignen Gebrauch, so dass die Sendungen von Ternate sehr schlechte Preise erzielen. Nur durch die Rückfracht von Zigarren können die Kaufleute sich bezahlt machen. Der Cacao muss aber auf Celebes und Batjan fast ebenso theuer eingekauft werden, wie er in Manila verkauft wird. Von Ternate kommt er nur indirekt; Kaufleute von Ternate senden Schiffe nach Batjan, nach der Bucht von Tomini (Celebes) und nach den Togian oder Schildpattinseln in der Bucht von Tomini und tauschen dort Cacao ein, den sie entweder direkt nach Manila schicken oder an Manilahändler in Ternate oder Menado verkaufen. Die Anpflanzungen in der Bucht von Tomini und auf den Togianinseln sah ich, sie sind in sehr schlechtem Zustand und die Ausfuhr dürfte in kurzer Zeit ganz aufhören, wenn die Verhältnisse sich nicht ändern. Der Celebes-Cacao ist von besonderer Güte, leidet aber seit Jahren ebenfalls an einer Krankheit«.
Zu S. 123. Hammelfleisch ist in Manila nicht täglich zu haben, sondern nur wenn jemand Hammel aus Shanghai kommen lässt.
Zu S. 251. Das Vorschuss-System schleicht sich wieder ein und wird schwerlich dauernd zu beseitigen sein, so lange es an regelmäßiger, stätiger Lohnarbeit mangelt. Daran wird es aber wohl immer fehlen so lange jedermann Eigenthümer sein kann.
ABGEKÜRZT ZITIRTE SCHRIFTEN.
Aduarte Historia de la provincia del S. Rosario de Filipinas, Zaragoza 1693.
Albo in Navarrete.
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Zuñiga Mavers Englische Uebersetzung des vorigen von Mavers.
UEBER DIE GEOLOGISCHE BESCHAFFENHEIT DER PHILIPPINEN
von J. Roth.
Mit Ausnahme von Java -- Dank zunächst den Untersuchungen Junghuhn's -- ist die Kenntniss der geologischen Beschaffenheit der ostasiatischen Inselwelt eine geringe. Sie beschränkt sich auf einzelne Angaben und vereinzelte Punkte. In diesem Betracht ist daher jeder neue Beitrag willkommen zu heissen. Die von Herrn Dr. Jagor 1859 und 1860 auf einer Reise durch die Philippinen gesammelten und mir zur Untersuchung mitgetheilten Gesteine gestatten Einiges schärfer anzugeben als es bisher geschehen konnte. Die geologische Literatur über die Philippinen ist nicht überreich. Ausser einzelnen Angaben von A. von Chamisso [310], E. Hofmann [311], Meyen [312], Sainz de Baranda [313], Chevalier [314], Dana [315] sind zunächst zu nennen die Aufzählung der Vulkane durch L. von Buch in seinem Werke über die Canarischen Inseln, die Berichte von Hochstetter's [316] bei Gelegenheit der Novara-Reise, der Aufsatz von Richthofen's über das Vorkommen der Nummulitenformation [317], die Aufsätze von C. Semper [318] und dessen 6 Skizzen: die Philippinen und ihre Bewohner. Würzburg 1869. Im Folgenden habe ich versucht, Alles zusammenzustellen, was sich aus den bisherigen Beobachtungen ergiebt.
Als einem Stück des grossen Vulkangürtels des stillen Meeres hat sich schon früh die Aufmerksamkeit den Vulkanen der Philippinen zugewandt, dem Verbindungsgliede der Reihe Kurilen-Japan-Formosa und der Reihe, welche über Mindanao und die Sangirinseln in die Molucken fortsetzend dort einen Zweig westlich nach Java hinsendet, einen anderen nach Osten, die seit L. von Buch sogenannte westaustralische, bis nach Neuseeland sich erstreckende Reihe. Viel geringer ist die Kenntniss der auf den Philippinen vorhandenen neptunischen Ablagerungen, und auch hier werden nur wenige Beiträge dazu geliefert.