Lustreise ins Morgenland, Zweiter Theil (von 2)
Part 16
Wie die Egypzier im sechszehnten Jahrhundert die Bäder gebrauchten 168.
Der Sklavenmarkt 173.
Das Katzenstift 177.
Gärten 181.
Die Esbekieh 183.
Physiologischer und psychologischer Karakter der Einwohner 184.
Tracht 194.
Speisen und Getränke 198.
Kaffeehäuser 204.
Schneller Justizgang 208.
Der egyptische Tanz 210.
Der Brautzug 213.
Der Leichenzug 216.
Der Straßensänger 218.
Der Versteigerer 219.
Der Barbier 220.
Der Lagerstellenmacher 221.
Der Glaser 222.
Der Schuhmacher 223.
Der Töpferwaarenflicker 224.
Die Missionarien 226.
Die Renegaten 228.
Müsterchen von Europäern in Egypten, oder ein Porträt über Kairo aus Europa 230.
Undank für treue Liebe 233.
Unter österreichischer Protekzion 235.
Meine Wohnung 236.
Meine Nahrung und Getränke 238.
Umgebung von Kairo:
Todtenstadt el-Seydeh Omm Kâsim 242.
Die Wasserleitung 244.
Altkairo und das armenische Kloster 246.
Das griechische Kloster und der Altar der h. Frau im koptischen Kloster 247.
Der Tempel +A’mrus+ 250.
Der Garten +Ibrahim-Paschas+ und der Nilometer auf der Insel Ruda 253.
Ausflug nach Heliopolis und Abusabel 258.
Geschichtlicher Rückflug nach Mattarieh 280.
Abenteuerlicher Ritt nach den Pyramiden von Gizeh 281.
Wegweiser in und um Kairo 295.
Rückblick auf Kairo 297.
Reise durch die Wüste nach El-Arysch 297.
Die Quarantäne in El-Arysch 321.
Nützlichstes und wohlfeiles Geschenk für die Jugend.
Hand- und Hausbuch für jeden Schweizer und zweckmäßigste Anleitung, die Schweiz zu bereisen.
Bei +Orell+, +Füßli+ und +Comp.+ ist erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen:
Die zweite, umgearbeitete Ausgabe der
Erdkunde der Schweizerischen Eidgenossenschaft.
Von
Gerold Meyer von Knonau.
1ster Band. gr. 8. 872 Seiten, in Umschlag. 1 Rthlr. 16 Gr. -- 2 fl. 30 kr.
Der 2te Band, Schluß des Werkes, erscheint Ende Juni 1839.
Herr +v. Meyer+ hat sich schon als Leiter der ausgezeichneten „+Gemälde der Schweiz+“, die in 22 Bänden die Schweiz schildern sollen, und als Verfasser der Schilderungen der Kantone Zürich und Schwyz einen bleibenden Ruf gesichert.
FUSSNOTEN:
[1] Es kam später ein Engländer von Jerusalem über die reißenden Waldströme des Gebirges Juda mit Lebensgefahr nach Jaffa, und er erzählte mir, daß in jener Stadt ein knietiefer Schnee sich legte, welcher ihm den Besuch mancher Stellen erschwerte.
[2] +Markus+ 15 K. 46 V. Es scheint diese Stelle für ein senkrecht eingehauenes Felsengrab zu sprechen, während andere Stellen und die drei übrigen Evangelisten nicht eigentlich dagegen aussagen. Man bückte sich, um genauer nachzusehen, und man ging ins Grab. Man würde heute noch in ein gewöhnliches Grab steigen, wenn ein Leichnam fehlte, um sich der erstaunlichen Erscheinung recht zu vergewissern.
[3] Es macht mir Mühe, alles Obige stehen zu lassen. Nicht lange nach meiner Abreise, nämlich am Vorabende der Weihnachten, starb der liebens- und ehrwürdige Greis.
[4] Zu einem Theile davon führte er mich in Begleitung eines eingebornen Ortskundigen.
[5] Das Wadengeschwür, welches in Folge dieses Rittes über das Gebirge entstand, heilte erst nach Verlauf von zwei oder drei Wochen.
[6] Ich besprach schon vorläufig den Vertrag mit dem Schiffshauptmanne. Er wäre unerfüllt geblieben, weil das Schiff in Kaifa Bruch litt.
[7] Ich übersprang das Jahr 1828, in welchem die Pest herrschte. Sie allein raffte vom 24. Merz bis zum 30. Mai 19 Menschen hinweg.
[8] Neben dem lateinischen Hospiz gegen Mittag steht, nur durch eine schmale Stiegengasse getrennt, das griechische Kloster. Von unserm Dache sah ich auf dasjenige dieses Klosters hinunter. Ich konnte die Pilger täglich beobachten, wollte sie aber zuerst nicht für Mitchristen halten, weil sie auch des Sonntags arbeiteten. Die Pilgerinnen putzten sich auf dem Dache, als sähe sie Niemand, und als hätten sie einem Lustanlasse beizuwohnen. Eine junge Griechin wollte nicht einmal so viel Rücksicht nehmen, wie die halbschwarze Egypzierin.
[9] Viele wurden ehedem auf dem Landwege nach Jerusalem meuchelmörderisch überfallen. Eine Menge fand schon in dem Abgrunde des Meeres den Tod. In der letzten Sturmeszeit sollen in einem Nachbarhafen 140 Pilger um das Leben gekommen sein.
[10] Es gibt benachbarte Gegenden, wo der schüchterne Jüngling mit Stockprügeln zur Lüftung des Schleiers getrieben werden muß. ~Risum teneatis, amici.~ Wie weit weg vom ritterlichen Heldenmuthe.
[11] Diese Männer Gottes verdammen wahrscheinlich nach der Lehre der Schrift: ~Nolite judicare, ut non judicemini~ (Urtheilet nicht, damit ihr nicht beurtheilet werdet.)
[12] Wenn man nicht lieber auf dem Dampfboote des österreichischen Lloyd reisen will, welches allemal im Anfange und in der Mitte eines Monats von Triest abfährt (1839).
[13] Wer bequemer reisen will, dem kann ich nicht nachdrücklich genug empfehlen, daß er auf irgend eine Vorrichtung zum Schutze vor den +Stechfliegen+, den Schlafräubern, denke. Ich verbrachte die erste Nacht in Alexandrien wegen der Stechfliegen sehr unangenehm. Ich betrachtete den Bettvorhang mit nordischen Augen, und glaubte, er sollte das Bett umhüllen. Ich erzählte meine Widerwärtigkeit, und da vernahm ich, daß er ein +Fliegenvorhang+ (Mosquetière) sei. Ich solle, hieß es, vor dem Schlafengehen nur alle Fliegen hinausjagen, und dann das Bett mit dem Vorhang umschließen. Ich that es, und schlief ungestört. In meinem Zimmer brumsete eine solche Menge Fliegen, daß sie meinen Zucker buchstäblich schwärzte. Eine Limonade zu bereiten, kostete viel Mühe, und bei aller Vorsicht konnte ich nicht hindern, daß nicht einige Fliegen in das Getränke fielen. In Abusabel bettete man mir vortrefflich auf dem Diwane; es fehlte aber ein Fliegenvorhang; ich deckte das Gesicht mit einem Tuche; dieses hielt zu warm, und ich mußte es entfernen. Die Fliegenqual gestattete mir wenig Schlaf. Ehe ich bei meinem Freunde in Kairo einzog, machte ich darum auch Schwierigkeiten, weil er keinen Fliegenvorhang besitze. In seinem Hause seien wenig Fliegen, erwiederte er. In der That beunruhigte mich nur selten eine Fliege. Man unterscheidet in Kairo die Häuser in solche, worin es viel, und in andere, worin es wenig oder keine Fliegen gibt, je nachdem ohne Zweifel die Häuser von der Sonne mehr oder minder beschienen werden, und für jene mehr oder minder Köder enthalten. Die letzten, doch nicht viele, Stechfliegen plagten mich in Ramle. In Jaffa sollen sie selbst in der Mitte des Sommers sehr selten schwärmen. Die Bücher englischer Reisender sind überaus erbaulich, wenn sie über die Stechfliegen so gewaltig Lärm schlagen. Von Leuten, die auf eine Reise +viel+ verwenden, sich aber wegen der +wichtigen Kleinigkeit+ nicht vorsehen, wie leicht man sich auch vor den Fliegen schützen könnte, muß man beinahe glauben, daß sie Stoff zu Klagen lieben und suchen.
[14] Die Bemerkungen über die verschiedenen Religionsbekenntnisse der Bewohner in Syrien +übersetzte+ ich während meiner Wanderung größtentheils aus der vorne [S. 5 des 1. Bandes] genannten italienischen Schrift von +Failoni+.