Durch Massailand zur Nilquelle
Part 33
gefunden; mikroskopisch sind es sehr feinkörnige Gesteine von schmutzig-brauner Farbe, von denen das erstere, durch ½ cm lange, parallel gelagerte Plagioklastafeln und -leisten porphyrisch und gleichzeitig fluidal struirt, Neigung zu parallelepipedischer Absonderung zeigt, während das letztere gleichmässig feinkrystallin, nur in Folge von Farbenunterschieden schlierig erscheint und kugeligschalige Verwitterungsprodukte liefert. U. d. M. erscheinen die Grundmassen bei dem ansehnlichen Vorwalten des Feldspaths gegenüber dem Augit als andesitartig; dem spec. Gewicht (circa 2,68) nach gehören die in schmalen Leistchen ausgebildeten Plagioklase zum Labrador, auch die optischen Verhältnisse der grösseren Feldspatheinsprenglinge deuten auf diesen kalkreichen Plagioklas. Die in Gestalt von rundlichen Körnchen in der Grundmasse vorhandenen oder in unregelmässigen Krystallfragmenten eingesprengten Augite geben bei der gewöhnlichen röthlich-braunen Farbe zu besonderen Bemerkungen keinen Anlass; farbloses Glas ist an manchen Stellen noch im unveränderten Zustande erkennbar, Magnetit ist ziemlich reichlich eingestreut, auch Apatitnädelchen namentlich in den glashaltigen Gesteinspartien ein häufiger Uebergemengtheil. Ob die gleichfalls in sehr ansehnlicher Menge die Gesteinsmasse durchziehenden feinfaserigen oder schuppigen, chloritisch-serpentinösen Secundärproducte, welche je nach dem Oxydationsgrade des in ihnen enthaltenen Eisens bald mehr grünlich, bald mehr gelblich gefärbt sind, auf zersetzten Olivin bezogen werden dürfen, ist bei dem gänzlichen Fehlen der für dieses Mineral charakteristischen Durchschnitte zweifelhaft, immerhin aber in hohem Grade wahrscheinlich.
Die drei normalen, =olivinführenden Plagioklasbasalte= kommen von
1. »=Mutyek=, unweit des Laalangalang-Bachs, 17. März 1892«
2. »=Ngorongoro=, Kesselgrund, 19. März 1892« und von der
3. »Dritten Stufe am =Plateauabfall nördl. des Eyassi-Sees=, 25. März 1892.«
Der erstere liegt in einer stark verwitterten, schalige Struktur besitzenden Kugel, die beiden letzteren in dunkel- bezw. hellgrauen, feinkrystallinen, fast dicht erscheinenden Belegstücken vor, welche plattige Absonderung erkennen lassen. Der Olivin tritt in diesen Gesteinen sowohl in wohlconturirten Einsprenglingen, wie als Gemengtheil der Grundmasse auf; namentlich reichlich erscheint er in dieser letzteren Rolle in dem Basalt vom Plateauabfall nördlich des Eyassi-Sees, wo seine kleinen Körnchen durch ihre goldgelbe Färbung schon bei der Betrachtung des Dünnschliffs im gewöhnlichen Lichte die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Mehr versteckt ist er auch in der Grundmasse des Gesteins aus dem Ngorongoro-Kessel vorhanden; hier sind seine Durchschnitte jedoch meist farblos, höchstens grau oder schwach grünlich gefärbt und erst zwischen gekreuzten Nicols durch ihre hohen Polarisationsfarben vom Feldspath sicher zu unterscheiden. Der Zusammenhang der auch in diesem Gesteine vielfach zu beobachtenden grünlichen Secundärgebilde mit Olivin ist hier deutlich nachweisbar, indem dieselben von den grösseren Olivineinsprenglingen weg sich gerade besonders reichlich in die umlagernde Grundmasse verzweigen. Bemerkenswerth ist noch, dass neben dem äusserst feinkörnig verstreuten Magnetit auch vereinzelte Oktaeder desselben grössere Dimensionen erreichen, welche sie schon makroskopisch wahrnehmbar machen, dass hingegen Feldspatheinsprenglinge den beiden ersteren Gesteinen vollständig fehlen und im letzten sehr selten zu beobachten sind, wie auch solche von Augit durchaus eine sehr untergeordnete Rolle spielen.
Die Gesteine vom
1. »Abfall des =Mutyek-Plateau= oberhalb =Leilei=, 13. März 1892«,
2. »=Mutyek-Plateau=, 14. März 1892«,
3. »=Murerá-Bach=, =Mutyek-Plateau=, 16. März 1892« und
4. »=Mutyek-Wald=, 18. März 1892«
und ferner einige Stücke, bei welchen leider die Angabe des Fundorts mangelte, sind bei dem entweder gänzlichen Fehlen oder der nur sehr geringfügigen Ausbildung eines farblosen Silicats als =Limburgite= zu bezeichnen. Makroskopisch charakterisirt durch die aussergewöhnlich grosse Zahl und die meist sehr beträchtlichen Dimensionen der lediglich aus Augit und Olivin bestehenden Einsprenglinge, welche bei mehreren Vorkommen förmlich ein breccienartiges Aussehen, wie es auch dem typischen Gestein von der Limburg am Kaiserstuhl eigen ist, erzeugen, besitzen sie eine durch massenhaft eingesprengtes Magneteisen sehr dunkel gefärbte Grundmasse, die fast nur von röthlich-violetten Augitkörnchen gebildet ist, zwischen denen sich hin und wieder einmal ein Feldspathleistchen, reichlicher jedoch Partien bräunlichen oder farblosen Glases vorfinden. Bei der wasserklaren Beschaffenheit des letzteren denkt man zunächst an Nephelin; indessen konnte bei keinem der erwähnten Gesteine auch nur eine Spur von Gelatinebildung bei der Behandlung mit Salzsäure beobachtet werden, welche diese Vermuthung zu stützen geeignet gewesen wäre, wohl aber eine gewisse Zersetzbarkeit jener, der Doppelbrechung entbehrenden Substanz, die auf einen ziemlich hohen Natrongehalt derselben schliessen lässt. Verhältnissmässig reichlich findet sich Feldspath -- Sanidin -- in dem Gestein vom Murerá-Bach, und zwar in einer für Basalte etwas ungewöhnlichen Form. Hier bergen nämlich die zahlreichen farblosen Glaspartien von rundlicher oder länglicher Gestalt zierliche wasserklare Leistchen, die höchstens 0,03 mm in der Breite bei 4-5facher Länge erreichen; augenscheinlich sind dieselben sehr dünn, so dass zur Wahrnehmung der zwischen gekreuzten Nicols sehr schwachen Doppelbrechung ein Gypsblättchen zu Hülfe gezogen werden muss. Trotz dieser Dünne aber lässt sich deutlich eine Zwillingsbildung nach der Längsrichtung beobachten, bei der die beiden, sonst schwache Farbenunterschiede aufweisenden Individuen gleichzeitig gerade auslöschen. Parallel zu den Längsseiten verlaufen zarte Spaltrisse, auch senkrecht zu denselben sind zuweilen solche wahrnehmbar, die, mitunter sich zu klaffenden Spalten erweiternd, eine bemerkenswerthe Quergliederung erzeugen. In der Regel sind die Leistchen an ihren schmalen Seiten gradlinig begrenzt; sehr selten ist statt dieser gradlinigen Endigung aber auch eine solche durch zwei Flächen zu beobachten, die einen stumpfen Winkel von circa 120° mit einander bilden. Nach diesen Eigenschaften liegt hier zweifellos Sanidin vor, dessen Bildung in einem ziemlich vorgerückten Stadium der Gesteinsverfestigung innerhalb der Glasbasis erfolgt sein muss, da er ausschliesslich in seinem Auftreten an diese gebunden, der übrigen Grundmasse aber völlig fremd ist. Ueber die porphyrisch eingesprengten Augite, die bald eine röthliche, bald eine violettgraue Farbe und infolge ihres zonaren Baues meist dunklere Randzonen besitzen, ist ebensowenig wie über die mehr oder weniger stark zersetzten und verschiedentlich gelb gefärbten Olivine etwas Wesentliches auszusagen. Dagegen muss noch des Auftretens von Biotit gedacht werden, der in kleinen braunen, häufig regelmässig hexagonal begrenzten Blättchen namentlich in der Nähe der Gesteinshohlräume sich findet, nicht selten auch in diese frei hineinragt und darum gleichfalls als eines der letzten Consolidationsproducte angesehen werden mag.
Eine schlackig poröse, vulkanische Bombe, welche am
»Nordende des =Manyara-See=, 11. März 1892«
gefunden wurde, gehört nach ihrer mineralogischen Zusammensetzung, insofern Feldspath sich nicht an ihrer Grundmasse betheiligt, ebenfalls zu den limburgitischen Gesteinen. Als fremde Einschlüsse enthält sie zahlreiche, von concentrischen Rissen durchzogene Quarzkörnchen, die von der Gesteinsmasse selbst immer durch einen mehr oder weniger breiten Augitsaum getrennt sind.
Durch die sehr zahlreichen Einsprenglinge äusserlich mit den Limburgiten verwandt erscheint der graue Basalt von der
»sechsten Stufe auf der =Plateauhöhe vom Nordende des Eyassi-See=, 25. März 1892«;
die beträchtliche Ausscheidung von Plagioklas in der ausserdem aus Augit und bräunlichem Glas bestehenden Grundmasse lässt ihn jedoch richtiger als ein Mittelglied zwischen den Limburgiten und den Plagioklasbasalten bezeichnen.
Auch der von dem
»Hang beim =Makinga-Hügel=, 16. Januar«
stammende Melilithbasalt gehört zu den, Glas in sehr ansehnlicher Menge führenden Gesteinen. Der Hauptbestandtheil seiner Grundmasse ist gelblicher, prismatisch ausgebildeter Augit, der in einer ebenso gefärbten Glasbasis eingebettet liegt. Durch Salzsäure erweist sich die letztere als leicht angreifbar, wie denn auch ihre häufige Trübung und die, in den nicht seltenen Hohlräumen zu beobachtende, reichliche Ansiedelung von Zeolithen und Calcit für eine sehr basische Zusammensetzung sprechen. Massenhaft ist Perowskit vorhanden, zum Theil in trüben, gelblichen Körnchen, zum Theil auch in scharf ausgebildeten oktaedrischen Kryställchen. Seine Anwesenheit gab erst Veranlassung auch nach Melilithen zu suchen; und in der That fanden sich, wenn auch recht spärlich die charakteristischen rectangulären Durchschnitte dieses Minerals, deren richtige Deutung im Hinblick auf ihr optisches Verhalten und ihre von den Längsseiten aus vorschreitende Faserstruktur nicht zweifelhaft sein kann. Die grösseren erscheinen im Innern noch relativ frisch und nur an den Rändern in die nämlichen schmutzigweissen, zeolithischen Massen umgewandelt, welche nach den kleineren Individuen förmliche Pseudomorphosen bilden. Als Accessorien sind weiterhin Magnetit und Apatit in reichlicher Menge zu nennen; die Einsprenglinge bestehen aus verhältnissmässig kleinen Augitkrystallen, deren Farbe einen Stich ins Grünliche zeigt und aus ebensolchen von Olivin, die von undurchsichtigen ockerigen Zersetzungskrusten umgeben sind, während ihr Inneres häufig noch ganz klar erscheint.
* * * * *
•Die Sedimentgesteine•
nehmen in Dr. Baumann's Sammlung eine nicht sehr hervorragende Stellung ein; doch besitzen manche von ihnen eine gewisse wirthschaftliche Bedeutung. So dürften vor allem die =Kalksteine=, welche sich an mehreren Punkten im Gebiet der altkrystallinen Gesteine vorfinden, neben den im Urgebirge selbst eingelagerten körnigen Kalken, als Baumaterial von grossem Werthe sein. Zum Theil sind es gleichmässig körnige, fast dicht erscheinende, dolomitische Kalke von gelblicher Farbe, denen hier und da in Gestalt kleiner Körnchen etwas Urgebirgsmaterial beigemengt ist, zum Theil sind es bräunliche, dünnschiefrige Kalkmergel; ihrer Mikrostruktur nach sind die ersteren meist undeutlich oolithisch. Ueber ihre Lagerungsverhältnisse konnten nur ungenügende Beobachtungen gemacht werden. In Bezug auf ihr geologisches Alter lässt sich leider auch nichts Bestimmtes sagen, da sie weder makroskopisch Fossilreste bergen, noch mikroskopisch solche in ihnen wahrnehmbar sind; allem Anschein nach sind sie mesozoischen Alters und lassen, hinsichtlich ihrer Farbe und Struktur, eine grosse Aehnlichkeit mit europäischen Juragesteinen nicht verkennen. Die reineren =Kalke= stammen von
1. »=Ngorongoro=, Kesselgrund am See, 21. März 1892«,
2. »=Serengeti=, zwischen Njogomo und Duvai bei den Massai-Lagern, 27. März 1892«,
3. »Unweit =Marago Duvai=, 28. März 1892«,
4. »=Ikoma=, 8. Juni 1892, 11^h 39 a. m.«.
5. »=Towa Bach=, Ntussu, 17. Juli 1892«,
6. »=Uha=, 20. Oktober 1892, Str. NNO., F. OSO. ca. 60°«,
7. »=Irangi=, Abfall zum =Bubufluss= 29. Dezember 1892. Schichtung nicht wahrnehmbar«,
die =Mergel= dagegen rühren von
1. den »Hügeln bei 1^h 5 p. m. 1. April 1892, vor =Elmarau=« und
2. »=Uha=, =Uschingo=, 13. Oktober 1892, 6^h 40 a. m. Ungestört.«
her.
Neben diesen compacten Kalksteinen scheinen übrigens auch recente Kalksinterbildungen, welche zu dem genannten Zweck ebenso gut brauchbar sind, wenn auch wahrscheinlich in geringer Mächtigkeit, doch weit verbreitet zu sein. Solche meist weisse, bröckelige, schalige Incrustationen hat Dr. Baumann an folgenden Punkten angetroffen:
1. »Auf der Anhöhe am Nordende des =Manyara-Sees=, 12. März 1892«,
wo sie laut einer Bemerkung auf der Etikette, auch das Bindemittel eines Conglomerates bilden und im Gegensatz zu den übrigen, häufig grau gefärbt und von grosser Festigkeit sind; ferner
2. am »=Singisa-See=, Turu, 19. Dezember 1892«,
3. am »=Lolduman-Hügel=, 6. Februar 1893« und
4. »Unweit des =Balbaliberges= in der =Kiwaya-Steppe=, 13. Februar 1893.«
=Hornstein=knollen, wahrscheinlich aus den zuerst erwähnten mesozoischen Kalken stammend, liegen vor von
1. »=Buenyi= am Nyansa«,
in der gewöhnlichen grauen Farbe; 2. röthlich gefärbt und durch schlecht erhaltene, auffallend weitgekammerte Foraminiferenschälchen ausgezeichnet, in einem leider nicht mit der Angabe des Fundortes versehenen Fragment, und endlich in
3. »Strandgeröllen vom Ufer des =Balangda-Salzsees=, =Mangati=, 25. Januar 1893«,
die lichtgrau gefärbt sind und eine runzelig-zerfressene Oberfläche besitzen.
Von practischer Verwerthbarkeit dürften noch ein plastischer grauer =Töpferthon= von
»=Unyanganyi=, 21. Dezember 1892«
und weisse, durch Glimmer und Quarzpartikelchen nur wenig verunreinigte =Kaoline= sein, welche in
1. »=Ussui=, 26. August 1892« und
2. »=Imbo=, =Urundi=, 22. September 1892«
offenbar die in situ befindlichen Verwitterungsproducte feldspathreicher Urgebirgsgesteine darstellen.
Von =Eisenerzen= liegt krystallinisch-blättriger =Rotheisenstein= von
»=S.O. Urundi=, 8. Oktober 1892, 8^h 58 a. m.«,
stalaktitischer =Brauneisenstein= bezw. =Raseneisenstein= von
»=Nord Urundi=, 9. September 1892« und vom
»Tümpelrand beim Lager =Urambo=, 29. Oktober 1892«
vor; ausserdem ist ein gänzlich verwitterter Gneiss von
»=West Ussui=, in Klötzen am Hang verstreut, 4. September 1892«,
in einem solchen Grade mit Hämatit imprägnirt, dass er für die Eisengewinnung local vielleicht von einer gewissen Bedeutung sein könnte.
In der Gruppe der vorwiegend chemischen Sedimente möge hier auch noch das Vorkommen von =Salzen= Erwähnung finden, von welchen diejenigen von Kochsalz im Innern von Deutsch-Ostafrika selbstredend eine grosse wirthschaftliche Bedeutung besitzen. Dr. Baumann hat eine Anzahl von solchen Salzproben zum Theil als natürliche Efflorescenzen in der Umgebung der zahlreichen Natronseen gesammelt, zum Theil von den Eingeborenen erhalten, welche Salz aus diesen salzreichen Sedimenten auswaschen und sich augenscheinlich mit sehr unreinen Producten begnügen. Die vorliegenden Salzproben stammen von
1. »=Südl. Uha=, =Uvinsa=«,
2. »=Singisa-See=, =Turu=«,
3. »=Nyarasa=, Salzefflorescenz«,
4. »=Mangati=, Balangda-See«,
5. »Strandsalz (Magadi) =Manyara-See=, Nordende, 11. März 1892«,
6. »Magadi vom Südende des =Manyara-Sees=«,
7. »Salziger Lehm von =Laua ya Sereri=, Kutadus Land, =Umbugwe=«,
8. »=Irangi=, aus dem Boden gewaschen«.
Sie sind grossentheils stark verunreinigt durch sandig-thonige Beimengungen und zeigen eine sehr schwankende chemische Zusammensetzung, indem bald Chlornatrium, bald kohlensaures Natron, bald schwefelsaures Natron vorherrscht. Mit Ausnahme des letzten, von Irangi herrührenden, relativ reinen Kochsalzes, dessen qualitative Prüfung auch die Anwesenheit von Magnesia ergab, sind die vorerwähnten Salzproben im chemischen Laboratorium der Königl. Bergakademie zu Berlin analytisch untersucht worden. Diesen Analysen zufolge ist die Zusammensetzung der Salzproben No. 1-7:
==============================++=======+=======+=======+======= 100 Theile Salz enthalten von || No. 1 | No. 2 | No. 3 | No. 4 ==============================++=======+=======+=======+======= Chlornatrium || 95,57 | 87,53 | 83,22 | 59,53 Schwefelsaures Natron || 1,09 | 2,13 | 1,68 | 22,74 Kohlensaures Natron || 0,12 | 0,07 | 8,61 | 13,13 Schwefelsaures Kali || 1,22 | -- | -- | -- Phosphorsaures Natron || -- | -- | -- | -- Thon, Sand || 2,00 | 10,27 | 6,49 | 4,60 ------------------------------++-------+-------+-------+------- ||100,00 |100,00 |100,00 |100,00
==============================++=======+=======+=======+ 100 Theile Salz enthalten von || No. 5 | No. 6 | No. 7 | ==============================++=======+=======+=======+ Chlornatrium || 39,64 | 5,38 | 2,31 | Schwefelsaures Natron || 1,31 | 20,46 | 4,05 | Kohlensaures Natron || 10,48 | 48,63 | 12,92 | Schwefelsaures Kali || -- | -- | -- | Phosphorsaures Natron || 0,40 | 0,34 | -- | Thon, Sand || 48,17 | 25,19 | 80,72 | ------------------------------++-------+-------+-------+ ||100,00 |100,00 |100,00 |
Sehr auffallend ist die grosse Verschiedenheit der Salze vom Manyara-See No. 5 und 6; das letztere dürfte, ebenso wie No. 4, wegen des hohen Gehalts an Natronsulfat und Natroncarbonat sich zur Verwendung als Speisesalz ohnehin nicht mehr eignen.
Im Anschluss hieran mag noch an dieser Stelle erwähnt werden, dass Dr. Baumann auch •Wasserproben• mitgebracht hat und zwar vom
1. »=Balangda-See=, Mangati,«
2. »=Eyassi-See=, Nordende, 24. März 1892,«
3. »=Manyara-See=, 10. März 1892« und von einer
4. »=Heissen Quelle am Manyara-See=, Temp. 80° C., 10. März 1892«,
sie wurden gleichfalls im chemischen Laboratorium der Königl. Bergakademie zu Berlin der Analyse unterworfen, welche ergab, dass in 1000 Theilen Wasser enthalten sind von:
===============================++========+========+========+======== || No. 1 | No. 2 | No. 3 | No. 4 ===============================++========+========+========+======== Chlornatrium || 144,40 | 18,80 | 4,80 | 0,62 Schwefelsaures Natron || 41,00 | 1,79 | 0,53 | 0,11 Kohlensaures Natron || 94,10 | 10,50 | 12,04 | 1,50 Schwefelsaures Kali || 3,50 | -- | 0,24 | -- Phosphorsaures Natron || 0,40 | 0,09 | 0,12 | -- Schwefelnatrium || Spur | -- | Spur | -- -------------------------------++--------+--------+--------+-------- Summa der festen Bestandtheile:|| 283,40 | 31,18 | 17,73 | 2,23
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Was zum Schlusse die im Expeditionsgebiete gesammelten wesentlich =klastischen= Sedimentgesteine anlangt, so zerfallen dieselben in =Grauwacken=, =Sandsteine= und =Schieferthone=, welche leider ebensowenig wie die Kalksteine, wegen des Mangels an Fossilresten eine nähere Altersbestimmung ermöglichen; indessen besitzen die verkieselten Grauwacken von
1) »=Kiruwassile-Bach= (Lager), 30. März 1892«
2) »=Bach=, 1^h 27 v. 1. April 1892 vor Elmarau Str. NS. F. W. 20°«
3) »=Usenye-Hügel=, 7. April 1892 früh«
4) »=Kiruwiru= am =Speke-Golf=, 8. Mai 1892 Str. NS. F. SO. ca. 70°«
5) »=N. Urundi=, 10. Sept. 1892 8^h 2. a. m. Lagerung nicht sichtbar«
einen entschieden palaeozoischen Habitus. Aeusserlich Quarziten ähnlich, bestehen sie grösstentheils aus Quarzkörnchen, denen in geringem Maasse Feldspathpartikelchen beigemengt sind; das Bindemittel ist schwach doppelbrechende Kieselsäure, mehr oder weniger mit Eisenoxyden imprägnirt; nur bei No. 4 zeigt das Caement mehr die klastische Natur eines feinen chloritischen Detritus und dem entsprechend ist auch die Gesteinsfarbe eine grünliche, während die zuerst genannten Vorkommen roth gefärbt erscheinen.
=Sandsteine= wurden angetroffen
1) »Wasserriss bei =Nyaruvunga=, =Ussui=, 25. August 1892 7^h 12 a. m. Str. NNO-SSW. F. WNN. circa 20°« und
2) »=Uyogoma=, =W. Ussui=, 30. August 1892, 5^h 53 a. m. Str. NNO.-SSW. F. NNW. ca. 10°«.
Der erstere ist ein mittelkörniger, mit Eisenoxydkrusten überzogener Quarzsandstein, der letztere äusserst feinkörnig und durch Beimengung von Feldspathmaterial mehr arkoseartig.
=Schieferthone=, z. Th. hart und splitterig, z. Th. weich und erdig, fanden sich in dem Grauwackenstrich vor Elmarau (s. o.), nämlich
1) »Bach 3^h 9 p. m. vor =Elmarau=, 1. April 1892«
ebenso in
2) »=Nord Urundi=, 8. Sept. 1892 Str. NO.-SW. F. ┴«
ferner
3) »Am =Rubana-Fluss=, =Nata=, 7. Juni 1892«
4) »=Kisura=, =Urundi=, 7. Oktober 1892« und
5) »SO. =Urundi=, 7. Oktober 1892, 9^h 40 a. m. Str. O.-W. auch nach SO.-NW. F. N 40°«.
In Verbindung mit den jüngeren Eruptivgesteinen treten endlich im »Grossen Graben« und auf dem Mutyek-Plateau auch =vulkanische Trümmergesteine= -- =Tuffe= -- auf, die aus lockerem Auswurfsmaterial bestehend, durch kalkiges Bindemittel verfestigte Massen sind. Es sind meist scharfkantige Bruchsplitter, sehr selten vollständige Kryställchen von Augit und Feldspath, hin und wieder auch Olivin und Quarz neben reichlichem Magneteisen, die sie zusammensetzen. Besondere Verbreitung scheinen diese Tuffe
1) »Am Plateauabfall nördlich vom =Eyassi-See=«
zu besitzen, indem von hier mehrere, z. Th. sehr bröckelige Proben vorliegen.
Die übrigen stammen von
2) »=Lgeju Sinoni=, =Serengeti=, 28. März 1892, horizontal«
3) »=Makenga Bach=, 10. Januar 1893« und vom
4) »Nordende des =Maitsimba-Sees=, =Ufiomi=, 28. Januar 1893«.
In den Trachyttuffen vom Eyassi-See begegnen wir, mit Ausnahme des Sodaliths allen Konstituenten des oben (p. 282) geschilderten Sodalithtrachyts wieder; der Tuff vom Makenga-Bach hat bei einem geringen Olivingehalt mehr basaltischen Charakter, in jenem von Serengeti ist in Gestalt von Turmalin führenden Quarzkörnchen augenscheinlich auch Urgebirgsmaterial vorhanden, während der lichtgraue kalkreiche Tuff vom Maitsimba-See mehr den Eindruck eines, mit viel vulkanischem Material vermengten, lacustren Sedimentes macht.
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Wenn in den vorstehenden Zeilen auch wichtige neue Beobachtungen nicht enthalten sind, so ist das ihnen zu Grunde liegende Material doch höchst schätzbar für die Erweiterung unserer petrographischen Kenntnisse von dem Inneren Deutsch-Ostafrika's und der Eifer, wie das Verständniss, mit dem Herr Dr. Baumann auch in dieser Beziehung wieder gesammelt hat, im höchsten Grade anerkennenswerth. Vom wirthschaftlichen Standpunkte aus dürfte auch bei ferneren Expeditionen ein besonderes Augenmerk auf das Vorkommen und die Verbreitung der nutzbaren Mineralien und Gesteine, der Kalksteine, Thone, Salze, Eisenerze u. s. w., zu richten sein; die wissenschaftliche Geologie andererseits wird dankbar sein für alle, auch scheinbar geringfügigen Angaben in Bezug auf die Lagerungs- und gegenseitigen Verbandsverhältnisse der Gesteine, namentlich auch über das Vorkommen von fossilen Einschlüssen in den Sedimenten, welche für die ungefähre Altersbestimmung, für den geologischen Bau dieser Länderstriche im Besonderen und für die Erdgeschichte im Allgemeinen als brauchbare Anhaltspunkte dienen können.
•II. Kulturpflanzen•
gesammelt von Dr. •O. Baumann•. 1892/93.
Von Prof. Dr. •F. Körnicke•.
•Andropogon Sorghum Brod.•
Sämmtliche Exemplare gehören zu Varietäten, deren Früchte die Klappen überragen und sich beim Drusche lösen.
•I. Sect. Effusus.•
Rispe locker, Rispenäste ausgebreitet.
No. 12. _var. (nova) ussiensis Kcke._ Klappen rothbraun. Früchte roth. West-Ussui, August 1892. (Beigemischt war auch _var. Odongae Kcke._)
•II. Sect. contractus.•
Rispe dicht, Rispenäste aufrecht.