Durch Massailand zur Nilquelle

Part 34

Chapter 343,064 wordsPublic domain

No. 21. _var. yemensis Kcke._ Meatu, Juni 1892. No. 17. _var. albidus Kcke._ Meatu, Juni 1892. No. 13. _var. (nova) albofuscus Kcke._ Klappen rothbraun. Früchte weiss. West-Ussui, August 1892. No. 27. _var. Usorum N. ab E._ Urundi, Oktober 1892. No. 28. _var. Stuhlmanni Kcke._ Ugulula, Usinja. No. 29. _ " " " _ Uyogoma, West-Ussui, August 1892. (Beigemischt war _var. Odongae._) No. 31. _var. Stuhlmanni Kcke._ Ngoroïne, Juni 1892. No. 17. _var. bicolor L._ Katoto, am Speke-Golf, Mai 1892. No. 22. _ " " "_ Meatu, Juni 1892. (Beigemischt war _var. yemensis._) No. 24?!_ " " "_ Der Zettel ist mir unter der Hand verloren gegangen. No. 25. _ " " "_ Elmarau, Urundi. No. 26. _var. subbicolor Kcke._ Urundi. No. 23. _ " " " _ West-Ussui. No. 26. _var. (nova) Natae Kcke._ Klappen schwarz. Früchte gelbröthlich. Nata, 7. Juni 1892. No. 18. _var. Odongae Kcke._ Katoto, am Speke-Golf, Mai 1892. No. 19. _ " " " _ Ukara-Insel, Victoria-Nyansa. No. 7. _Eleusine coracana Gaertn._ Ngoroïne, Juni 1892. No. 32. _ " " " _ Ngoroïne, Juni 1892. Nur Früchte. No. 20. _ " " " _ Nord-Urundi, September 1892. No. 11. _Pennisetum spicatum Kcke._ »_Mawele_«. Katoto, Mai 1892. No. 33. _Oryza sativa L. var. italica Al._ Schmalfrüchtige Form. Urambo, Oktober 1892. No. 6. _Oryza sativa L. var. sundensis Kcke._ Urambo, Oktober 1892. (Beigemischt war _var. italica._)

•Hülsenfrüchte.•

No. 8. _Phaseolus vulgaris L._ Varietätengruppe _subcompressus_. 6 Varietäten die erst in der Kultur sicher bestimmt werden können. Eine davon ist neu. West-Ussui, August. No. 2. _Phaseolus vulgaris L. var._ Varietätengruppe _subcompressus_. Schweinfurth stellt sie zur Varietätengruppe _ellipticus_. Die eine von den zweien stellt er allerdings in die Mitte zwischen beiden Varietätengruppen. Beide sind auch bei No. 8. Uyogoma, West-Ussui, August. No. 34. _Phaseolus Mungo._ Urambo, Oktober. No. 1. _Phaseolus lunatus var. microspermus Schweinf._ Uyogoma, West-Ussui, August. No. 3. _Vigna sinensis._ Urundi, Randberge des Tanganyika, Oktober. No. 4. _ " " _ Ussui, 25. August. No. 9. _ " " _ Katoto. No. 5. _Pisum sativum L. var. vulgatum Kcke._ S.W.-Urundi, unweit der Quelle des Kagera-Nil. Es ist die auch in Deutschland gewöhnlich gebaute Erbse. Jedoch haben wir sehr viele Sorten dieser Varietät, die sich durch verschiedene Reifezeit, Grösse u. s. w. unterscheiden.

III. Ueber die •Molluskenfauna Centralafrikas•.

Von Dr. •Rudolf Sturany•, Wien.

[Mit Tafel XXIV und XXV.]

Dr. Oscar Baumann hat auf seiner letzten Reise eine Anzahl Schnecken- und Muschelschalen gesammelt, welche hauptsächlich dem Tanganyika-, Victoria- und Manyara-See entstammen und über welche im Folgenden durch namentliche Aufzählung der Arten eingehend berichtet werden soll.

Bei der Durchsicht und dem Studium der sehr umfangreichen Literatur[27], welche ich zu Rathe ziehen musste, um die Bestimmungen durchführen zu können, ward mir bald klar, dass die Fauna des centralen Afrika trotz der wiederholten Aufsammlungen, die dort durch Reisende gemacht worden sind, noch immer unzulänglich bekannt ist; denn schon in der relativ geringen Ausbeute Dr. Baumann's befinden sich Formen, welche von den bisher bekannten Arten so abweichen, dass sie sich mit keiner von diesen gut vereinigen lassen. Ich halte es daher auch für gerathen, diese Formen besonders hervorzuheben, jedoch, -- da sie meist nur in so geringer Anzahl vorliegen, dass strikte Diagnosen für diese vermuthlich neuen Arten nicht zu geben sind, -- vorläufig bloss in der Weise, dass ich jede derselben unter ihrem unschwer festzustellenden Genus-Namen und einem hintangesetzten nov. sp.? anführe =und abbilde=; im Texte füge ich bloss noch Maassangaben bei und meine Ansicht über die Verwandtschaft der betreffenden Form. Sieht sich dann einmal ein Fachmann, der über ein grösseres Vergleichsmaterial verfügt, genöthigt, die von mir hier bekannt gegebenen »neuen« Formen aus guten Gründen (z. B. weil Uebergänge gefunden wurden u. dgl.) zu früher schon beschriebenen Arten einzuziehen, so wird mir damit nur die willkommene Aufklärung zu Theil. Die beigegebenen Abbildungen werden aber wohl auch dann noch ihren Werth zumindest für die Orientirung behalten.

[27] Siehe das Verzeichniss am Schlusse der Abhandlung. Die dort in der Reihenfolge ihres Erscheinens aufgezählten und bezifferten Abhandlungen sind im Texte wiederholt in Klammern [--] citirt.

Wo mir die Zugehörigkeit zu einer bereits bekannten Art über allen Zweifel erhaben schien, habe ich Abbildungen vermieden; im Uebrigen aber wurde mit Illustrationen nicht gespart, weil ich solche für das wichtigste Moment bei derartigen Publikationen halte.

I. Formen aus dem Tanganyika-See.

Nachdem =Bourguignat=[51] im Jahre 1889 nicht weniger als 271 Arten aus dem Tanganyika-See aufgezählt und in seiner Iconographie[48] und Histoire malacologique[56] eine grosse Anzahl vorzüglicher Abbildungen und genauester Beschreibungen gegeben hat, musste ich der Meinung sein, dass sich die von Dr. Baumann am Nordende des Sees gesammelten Conchylien -- es sind dies nicht viele Arten -- unter Zuhilfenahme der obigen Hauptwerke mit Leichtigkeit bestimmen lassen würden, und dies umsomehr, als die zahlreichen Aufsammlungen, die im Laufe der Jahre im Tanganyika-See von Reisenden und Missionären (=Speke=, =Thomson=, =E. Coode Hore=, Dr. =Kirk=, =Damon=, Dr. =Böhm=, =V. Giraud=, =L. Joubert=, =Guillemé=, =Leroy=, =Hauttecœur= u. A.) gemacht worden sind, die Vermuthung gerechtfertigt erscheinen liessen, dass wenigstens alle an den Ufern des Sees vorkommenden (auffindbaren) Formen bekannt sind. Indess gelang es mir bei den Repräsentanten der Gattungen _Rumella_ und _Grandidieria_ nicht, sie mit voller Gewissheit mit schon beschriebenen Arten zu identificiren, obwohl sie mit mancher derselben grosse Aehnlichkeit besitzen. Die Schuld an diesem Umstande liegt wohl -- abgesehen von dem Formenreichthum der Fauna und deren noch immer nicht erschöpften Erforschung -- auch in dem Verfahren =Bourguignat='s, der, wie fast allgemein zugegeben wird, in jeder Localform (Varietät) eine neue Art vermuthet und beschrieben hat und dadurch den Determinator neuen Materiales förmlich zwingt, jede wenn auch schwach abweichende Form, und wenn sie auch mit dieser oder jener der bereits aufgestellten sogenannten Arten unstreitig nahe verwandt ist, wieder zu isoliren. Ich bin auch überzeugt, dass =Bourguignat=, wenn er noch lebte, die von mir hier abgebildeten Formen von _Rumella_ und _Grandidieria_ ohne Zögern als unbedingt neue Species beschreiben würde.

Die in diesem Kapitel nunmehr aufzuführenden 12 Arten hat Dr. =Baumann sämmtlich am Nordende des Tanganyika-Sees=, östlich von der Russisi-Mündung, gesammelt.

•Planorbis Sudanicus• =v. Martens=.

1870. _Planorbis Sudanicus_ sp. n. =v. Martens=[15] Mal. Bl. S. 35. 1871. _ " " _ =Martens= in Pfeiffer's novit. conchol. (IV) S. 23, Taf. 114, Fig. 6-9. 1874. _ " " _ =Jickeli=[19] S. 215. 1874. _ " " _ =v. Martens=[20] Mal. Bl. S. 41. 1880. _ " " _ =Smith=[27] P. Z. S. p. 349. 1881. _ " " _ =Crosse=[29] J. d. Conch. p. 109. 1881. _ " " _ =Crosse=[30] J. d. Conch. p. 278. 1881. _ " " _ =Smith=[31] P. Z. S. p. 294. 1888. _ " " _ =Bourguignat=[48] Iconogr. pl. 1, Fig. 13-15. 1890. _ " " _ =Bourguignat=[56] Hist. mal. p. 15.

Von dieser Art liegen mir einige Exemplare vor, welche in der Grösse, wie folgt, verschieden sind:

Höhe 5,0 4,2 4,6 4,0 Durchmesser 16,5 16,0 13,3 13,0 mm u. s. w.

Anzahl der Windungen 5½ bis 6.

Hier kann ich die Bemerkung nicht unterlassen, dass die Art _Planorbis tanganikanus Bourg._ (Iconogr.[48] pl. 1 Fig. 16-17 und Hist. mal.[56] p. 16) wohl zu der älteren _Pl. Sudanicus v. Martens_ eingezogen werden könnte, da sie von dieser kaum zu unterscheiden ist.

•Neothauma Tanganikanum• =Grand=.

1880. _Neothauma Tanganyicense_ =Smith=[27] P. Z. S. p. 349, pl. 31, Fig. 7a. 1881. _ " " _ =Smith=[31] P. Z. S. p. 293. 1883. _ " " _ E. Smith, =v. Martens=[33] S. 71 u. 72. 1885. _ " Tanganikanum_ =Grandidier=[38] p. 163. 1885. _ " " _ Grand. =Bourguignat=[39] p. 26. 1888. _ " " " _ =Bourguignat=[48] Iconogr. pl. 2. Fig. 1. 1890. _ " " " _ =Bourguignat=[56] Hist. mal. p. 26.

Bekanntlich hat =Grandidier=[38] die =Smith='sche Art _Tanganyicense_[27] in _Tanganikanum_ umgetauft und sie von =Crosse='s _Tanganyicense_ (op. c. [29] J. d. Conch. p. 112 pl. 4. Fig. 1-1a und op. c. [30] J. d. Conch. p. 281) getrennt, welch' letzterer er, um Verwechselungen zu verhüten, den Speciesnamen _Bridouxianum_ gab. Da nun die von Dr. =O. Baumann= am Nordende des Tanganyika-Sees =ziemlich zahlreich gesammelten Exemplare= fast durchgehends mehr mit der ersteren Form übereinstimmen, so habe ich den =Grandidier='schen Namen für die Aufschrift gewählt; im Uebrigen theile ich die von =E. Smith= in einer jüngeren Schrift[52] ausgesprochene Ansicht, dass nämlich die von =Bourguignat=[51, 48, 56] unterschiedenen 8 _Neothauma_-Arten nur Varietäten einer einzigen guten Art sind.

•Ampullaria ovata• =Oliv=.

1804. _Ampullaria ovata_ =Olivier=[1] Voyage emp. ottom. III. p. 39, Atlas pl. 31, Fig. 1. 1851. _ " " _ Oliv. =Philippi=, Monogr. Ampullaria (Conch. Cab. I. 20) S. 49, Taf. 14, Fig. 5. 1856. _ " " " _ =Reeve=, Monogr. pl. 14, Fig. 64. 1863. _ " " " _ =Bourguignat=, Moll. nouv. litig. ou peu connus, III. 1863, p. 79, pl. 10, Fig. 11. 1866. _ " " " _ =Martens=[10] Mal. Bl. XIII. p. 1. 1868. _Ampullaria ovata_ Oliv. =Morelet=[14] p. 39, 40, 46, 94, pl. 9, Fig. 10. 1874. _ " " " _ =Jickeli=[19] S. 230. 1881. _ " " " _ =Crosse=[29] J. de Conch. p. 110. 1881. _ " " " _ =Crosse=[30] J. de Conch. p. 280. 1888. _ " " " _ =Bourguignat=[48] Iconogr. pl. 6, Fig. 1. 1889. _ " " " _ =Bourguignat=[50] p. 168. 1890. _ " " " _ =Bourguignat=[56] Hist. mal. p. 74. 1851. _Ampullaria Kordofana Parreyss_, =Philippi=, Monogr. Ampullaria (Conch. Cab. I. 20) S. 44, Taf. 13, Fig. 1. 1863. _ " " " _ =Bourguignat=, Moll. nouv. litig. ou peu connus, III. p. 78, pl. 11, Fig. 12, 13. 1868. _ " " " _ =Morelet=[14] p. 40. 1874. _Ampullaria ovata Oliv. var. Kordofana Parr._, =v. Martens=[20] p. 42. 1880. _Ampullaria Kordofana Parr._ = _ovata Oliv._, =Smith=[27] P. Z. S. p. 348. 1851. _Ampullaria lucida Parr._ =Philippi=, Monogr. (Conch. Cab. I. 20) S. 45, Taf. 13, Fig. 2 u. Taf. 14, Fig. 4. 1863. _ " " " _ =Bourguignat=, Moll. nouv. litig. ou peu connus III. p. 80. 1863. _Ampullaria Raymondi_, =Bourguignat=, Moll. nouv. litig. ou peu connus III. p. 76, pl. 9, Fig. 4.

Unter den Exemplaren vom Nordende des Sees befindet sich sowohl die schlankere, dem Typus der _ovata Oliv._ entsprechende Form als auch die mehr aufgeblasene, welche sich auf die vormals als Art betrachtete _Kordofana Parr._ bezieht.

Die Messungen ergaben:

für die Höhe der Schale 63 55 51 50½ " " Breite " " 55 44 46 40½ " " Höhe der Mündung 48 40 41 32 " " Breite " " 33 28 28 27 mm u. s. w.

•Paramelania nassa• =Woodw.=

1859. _Melania (Melanella) nassa_. sp. n. =Woodward=[5] P. Z. S. p. 349, pl. 47, Fig. 4. 1860. _Melania nassa Woodw._, =Reeve=, Monogr. Melania pl. 32, Fig. 216. 1874. _ " " " _ =Brot=, Monogr. Melanidae (Conch. Cab. I. 24) S. 52, Taf. 6, Fig. 7. 1880. _Melania (Melanella) nassa Woodw._, =Smith=[27] P. Z. S. p. 348. 1881. _Melania nassa Woodw._, =Crosse=[29] p. 113, pl. IV., Fig. 3, 3a. 1881. _Melania (Melanella) nassa Woodw._, =Smith=[31] P. S. Z. p. 292, pl. 34, Fig. 26-26b. 1881. _Paramelania (subg. nov.) nassa Woodw._, =Smith=[32] P. Z. S. p. 559-561. 1881. _Melania (Paramelania) nassa Woodw._, =Crosse=[30] J. d. Conch. p. 284. 1885. _Paramelania nassa Bourg._, =Bourguignat=[39] p. 76. 1888. _ " " " _ =Bourguignat=[48] Iconogr. pl. 16, Fig. 7-8. 1890. _ " " " _ =Bourguignat=[56] Hist. mal. p. 227.

Dr. Baumann hat von dieser Art am Nordende des Sees bloss ein Exemplar gefunden (Höhe 13, Breite 8½ mm).

•Rumella nov. sp.?•

Fig. 19, 24.

Den Namen _Rumella_ hat =Bourguignat= einer im Tanganyika-See vorkommenden Gattung gegeben, welche grosse Aehnlichkeit mit der im Meere lebenden Gattung _Ruma (Natica)_ hat. Die verschiedenen Arten, 6 an der Zahl, hat =Bourguignat= in seiner Iconographie[48] abgebildet und in der Histoire malacologique[56] ausführlich beschrieben. Ein paar Dutzend leider zumeist schlecht erhaltener Repräsentanten dieses interessanten Genus, welche Dr. Baumann fand, weichen von den bekannten Arten unbedeutend, aber doch so ab, dass ich sie mit ruhigem Gewissen zu keiner derselben rechnen kann. Ich lasse vor Allem die Abbildungen sprechen (Fig. 19, 24), welche man mit den =Bourguignat='schen vergleichen möge, und füge nur hinzu: Die Exemplare sind von blassgelber, gelbbrauner oder braungrauer Farbe; die Epidermis ist zumeist abgerieben, und nur wo dies nicht der Fall ist, werden 8-10, selten noch mehr orangerothe Längsstreifen sichtbar, welche parallel zu einander laufen. Diese sind dann entweder in gleichen Zwischenräumen von einander entfernt, oder es treten mehrere feinere zusammen, oder es wechseln dickere und dünnere, gröbere und feinere, mit einander ab. Die Anzahl der Umdrehungen ist 4-4½, die Naht schneidet tief ein.

Die Grösse ist sehr variabel, wie die folgende Tabelle zeigt.

Höhe des Gehäuses 6,3 6,1 6,6 6,6 6,3 Breite " " 5,0 5,0 5,1 5,1 5,0 Höhe der Mündung 5,1 5,1 5,5 5,1 5,0 Breite " " (incl. Callus) 4,6 4,6 4,0 4,5 4,0 mm u. s. w.

Das Gehäuse ist durchwegs schlanker, d. h. schmäler und dabei etwas höher, als bei _Rumella globosa Bourg._ (Iconogr.[48] pl. 17, Fig. 20-22 und Hist. mal.[56] p. 250).

Von _Rumella Giraudi Bourg._[39] p. 90 (Iconogr.[48] pl. 17, Fig. 35-37 und Hist. mal.[45] p. 253), mit der die mir vorliegenden Exemplare viel Aehnlichkeit hätten, sind sie durch den feinen, nicht abgestumpften Apex unterschieden.

Genus •Grandidieria•.

Diese Lamellibranchiaten-Gattung ist im J. 1885 von =Bourguignat=[37] aufgestellt worden und zugleich hat der Autor sehr treffende Merkmale zur Unterscheidung von den _Unioniden_ und _Sphaeriiden_ angegeben. Im Jahre 1889 gibt =Bourguignat=[51] schon ein Verzeichniss von 23 _Grandidieria_-Arten, wovon freilich mehrere auf früher irrthümlich als _Unio_-Arten beschriebene Muscheln zurückzuführen sind.

Dr. O. Baumann nun hat mir vom Nordende des Sees eine bunte Mischung einzelner _Grandidieria_-Schalen (sozusagen halbe Exemplare) übergeben, welche in der Farbe[28], Grösse und Form so verschieden sind, dass es mir eine saure Arbeit schien, eine strikte Determination vorzunehmen, indem sich auch hier wieder der Gedanke aufdrängte, dass viele der =Bourguignat='schen Arten durch Uebergänge mit einander verbunden sind.

[28] Hell- und dunkelgelb, braun, aschgrau.

In dieser Auflese Baumann's sind vertreten:

•Grandidieria rotundata• =Bourg.=

1885. _Bourguignat_[39] p. 98.

•Grandidieria insignis• =Ancey.=

1885. =Bourguignat=[41] p. 16.

•Grandidieria Smithi• =Bourg.=

1881. _Unio Burtoni_ (_non Woodward_), =Smith=[31] P. Z. S. pl. 34. Fig. 33a. 1885. _Grandidieria Smithi_, =Bourguignat=[37] p. 7.

•Grandidieria Tanganikana• =Bourg.=

1880. _Unio Tanganyicensis_, =Smith=[27] P. Z. S. p. 351. pl. 31. Fig. 9, 9a. 1881. _ " " _ =Crosse=[29] J. de Conch. p. 154. 1881. _ " " _ Smith, =Smith=[31] P. Z. S. p. 298. pl. 34. Fig. 35. 1881. _ " " " _ =Crosse=[30] J. de Conch. p. 293. 1883. _ " " " _ =v. Martens=[33] p. 72. 1885. _Grandidieria Tanganikana_ Bourg., =Bourguignat=[37] p. 7. 1885. _ " " " _ =Bourguignat=[29] p. 102.

Einige Schalen, auffallend durch besondere Gestalt oder Grösse, lassen sich mit keiner beschriebenen Art vereinigen, z. B. eine aussen blaugraue, innen perlmutterartig glänzende linke Schale, 28 mm lang, 18½ mm hoch und (in der Hälfte) 9 mm tief. Diese ist auffallend stark gewölbt und zeichnet sich auch dadurch aus, dass der Wirbel nach vorne gerückt ist. Ich habe sie in Fig. 31 und 35 als •Grandidieria nov. sp.?• abgebildet.

Fig. 18 und 28 stellt das grösste Exemplar dar; diese (linke) Schale ist 33 mm lang, 24 mm hoch und 8½ mm tief, sie dürfte verwandt sein mit der schon oben angeführten _Grandidieria insignis Ancey_.

•Cameronia Spekei• (=Woodw.=) =Bourg.=

1859. _Iridina (Pleiodon) Spekii_ n. sp., =Woodward=[5] P. Z. S. p. 448, pl. 47, Fig. 2. 1866. _Pleiodon Spekii Woodw._, =Reeve=, Monogr. Pleiodon, pl. 1, Fig. 2. 1876. _Iridina Spekii Woodw._, =Küster-Clessin=, Monogr. Anodonta etc. (Conch. Cab. IX, 1). S. 232, Taf. 70, Fig. 1. 1880. _Pleiodon Spekii Woodw._, =Smith=, [27] P. Z. S. p. 350. 1879. _Cameronia Spekii_, =Bourguignat=[24] p. 43. 1881. _Pleiodon (Cameronia) Spekei Woodw._, =Crosse=[29] p. 130. 1881. _ " " " " _ =Crosse=[30] p. 291. 1881. _Pleiodon Spekei Woodw._, =Smith=[31] P. Z. S. p. 296, pl. 34, Fig. 31, 31a. 1883. _ " " " _ =v. Martens=[33] p. 71. 1883. _Cameronia Spekei_, =Bourguignat=[34] p. 19. 1885. _ " " _ =Bourguignat=[39] p. 106. 1886. _ " " _ =Bourguignat=[42] p. 67.

Die alte Woodward'sche _Iridina_ (_Pleiodon_) _Spekii_ ist im Jahre 1879 von =Bourguignat=[24] als erster Vertreter einer neuen Gattung, genannt _Cameronia_, aufgestellt worden. Zu dieser Art gehören zweifellos ein vollständig erhaltenes und ein zertrümmertes Exemplar aus der Kollection Dr. Baumann's. Ersteres ist 118 mm lang, 54 mm hoch und 34½ mm dick.

Ein drittes Exemplar vom Nordende des Tanganyika-Sees stimmt überein mit

•Cameronia admirabilis• =Bourg.=

1886. _Cameronia admirabilis_, =Bourguignat= [42] p. 69. 1888. _ " " _ =Bourguignat= [48] Iconogr. pl. 34, Fig. 1.

Dies ist eine der 26 Arten, welche =Bourguignat= späterhin unterschied [42].

Das mir vorliegende Exemplar misst 140 mm in der Länge, 62½ mm in der Höhe und 48 mm in der Breite (Dicke). Die Epidermis ist stark abgerieben.

II. Zur Fauna des Nilquellgebietes und hauptsächlich des Victoria-Sees.

Im Folgenden sind die Mollusken aufgezählt, welche Dr. O. Baumann im =Kagera-Nilquellgebiete=, im =Grumeti-Bach= und in den Bächen von =Ngoroïne= (d. s. östliche Zuflüsse des Victoria-Sees), sowie im Victoria-See selbst aufgefunden hat.

Das Material, welches im Laufe der letzten 3 Decennien von verdienstvollen Forschern wie =Speke=, =Hauttecœur=, =Guillemé=, =Leroy=, =Dr. Fischer=, =Dr. Emin Pascha=, =Dr. Stuhlmann=, =Hannington=, =Gordon= u. A. im Victoria-See gesammelt worden ist, wurde in einer Reihe von Abhandlungen nach und nach bekannt gemacht. [8, 25, 34, 38, 41, 46, 54, 58, 62].

Zuletzt hat =E. Smith= [65, 66] die Molluskenfauna dieses grossen Wasserbeckens zusammengestellt und unter kritischer Ausscheidung derjenigen Formen, deren Vorkommen im See wegen unverlässlicher Fundortsangaben zweifelhaft erschien (Koll. =Speke= [8]), im Ganzen 37 Arten angeführt. Hierzu kommen aber noch zwei von diesem Autor übersehene, von =Dr. von Martens= [54] beschriebene Arten, _Paludina constricta_ und _Spatha subaequilatera_, und nun -- nach Durchsicht des Baumann'schen Materiales -- möchte ich dem Verzeichnisse noch drei Arten hinzufügen: 1) die _Corbicula pusilla_ Phil. (s. unten!), 2) eine vermuthlich neue _Mutela_-Art (s. unten!) und 3) die alte =Olivier='sche _Paludina unicolor_, welche sich in einer Varietät im Kagera-Nilquellgebiete findet und in jungen Exemplaren (?) auch aus dem Victoria-See selbst von Dr. Baumann gebracht wurde (Abbildung und Beschreibung der letzteren siehe unten!). =Dohrn= [8] hat zwar Anno 1864 _Paludina unicolor_ Oliv. vom Victoria-See angeführt, =Smith= aber lässt in seinem Verzeichnisse diese Art absichtlich -- aus dem oben genannten Grunde -- aus.

Die Muscheln aus Ngoroïne und dem Grumetibache sind neue _Spatha_-Arten.

•Paludina victoriae• =Smith=.

Fig. 5.

1890. _Paludina sp. n._, =Smith= [58] Ann. Mag. p. 149. 1892. _Viviparus victoriae_, =Smith= [65] Ann. Mag. p. 124. pl. 12. fig. 8-10.

Das einzige mir vorliegende, vollständig gebleichte, in der Mündung etwas mangelhafte Exemplar aus dem Victoria-See misst 24,2 mm in der Höhe, 15,5 mm in der Breite. Die Mündung ist 10 mm hoch, 9 mm breit. Die Grössenverhältnisse würden also zu der von =E. v. Martens= beschriebenen _Paludina constricta_ ([54] S. 56, Taf. 41, Fig. 7) auffallend stimmen, und auch Gestalt und Skulptur sind annähernd so, wie sie =Prof. v. Martens= in seiner Diagnose angiebt. Da aber der über der Naht stehende und bis zur Mündung reichende Kiel auffallend stark entwickelt ist und vortritt, und ferner über diesem, etwa in der Mitte des Umganges, ein zweiter, aber zarter Kielstreifen läuft, sehe ich mich veranlasst, das Baumann'sche Exemplar zu =Smith='s _Viviparus victoriae_ zu rechnen und zwar speciell auf die in =Smith='s Abhandlung [65] in Fig. 10 abgebildete var. a zu beziehen, obwohl dieses Exemplar bedeutend niedriger ist. Sollte sich einmal herausstellen, dass die Arten _victoriae_ und _constricta_ zusammenfallen, so hätte der =Martens='sche Name das Prioritätsrecht. Nahe verwandt damit scheinen mir auch die von =E. v. Martens= beschriebenen, aber noch nicht abgebildeten Arten _phtinotropis_ und _trochlearis_ zu sein (siehe =Martens= [62] S. 17-18).

•Paludina• (?) •rubicunda• =v. Martens=

Fig. 2, 3, 4.

1879. _Paludina rubicunda_ n. sp. =Martens= [25] S. 104. 1888. _Paludina unicolor var._ =Smith= [47] P. Z. S. p. 53. 1892. _Viviparus rubicunda Martens_, =Smith= [65] P. Z. S. p. 123, pl. 12, Fig. 3.

Die 4 Exemplare, welche Dr. Baumann im Victoria-See gesammelt hat, und wovon hier die 3 grössten abgebildet sind, zeigen sehr verschiedene Proportionen, wie die folgende Uebersicht ergibt.