Durch Massailand zur Nilquelle

Part 31

Chapter 313,116 wordsPublic domain

besitzen im unverwitterten Zustande eine fast weisse Farbe und gleichen dadurch sehr körnigen Quarziten, die durch parallel gelagerte Muscovitschüppchen schiefrige Struktur besitzen. Im Dünnschliff erweisen sie sich in hochgradiger Weise mechanisch verändert; nur sehr vereinzelte Quarz- und Feldspathindividuen sind mit stark zerklüfteten Rändern erhalten geblieben, alles übrige ist in eine feinkörnige, in den buntesten Farben polarisirende Mikrobreccie verwandelt, die aus Quarz und Mikroklin besteht und zwischen der sich Strähnen von gelblichweissen Muscovitlamellen hindurchziehen. In dem farblosen, offenbar neophytischen Kieselsäurecement, das wie ein durchsichtiger Glashauch jene feinklastische Masse umhüllt und zu einem Gestein von ansehnlicher Festigkeit verbindet, finden sich, stellenweise ziemlich zahlreich, Gasporen von den verschiedensten Dimensionen und meistens schlauchartigen Formen. Accessorien, mit Ausnahme der überall vorhandenen Apatite und Zirkone, fehlen in dem Gestein von Uassi, dagegen sind in den Quarzen des Gneisses vom Ruvuvu stellenweise sehr zahlreiche, allerdings winzige und demgemäss nur schwachbräunliche Biotittäfelchen von sechsseitiger Form eingewachsen. Neben diesen sind ebenso häufig dunkle Nädelchen vorhanden, die man wohl um so mehr für Turmaline ansprechen darf, als hin und wieder auch dickere Krystallfragmente von diesem Mineral auftreten, deren lebhafter Pleochroismus zwischen einem tiefen Braun (für den ordentlichen) und schmutzigen Grau (für den ausserordentlichen Strahl) schwankt.

Von den Repräsentanten der =Zweiglimmergneisse= liegt ein stark kaolinisirtes, der Struktur nach feinkörniges, streifiges Gestein von

»N. =Urundi=, 17. April, 8^h 37 a. m. Str. NNO., F. OSO 80°«

vor, in dem die Betheiligung eines zweiten, farblosen Glimmers neben dem dunkelbraunen Biotit übrigens erst durch Mikroskop zu erkennen ist. Ebenso wie dieser erscheint auch der Muscovit in ziemlich wohlconturirten Blättchen und ist darum mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit als primärer Bestandtheil anzusehen. Winzige, meist tiefschwarze, rundliche, bisweilen auch annähernd hexagonale Blättchen sind in den grösseren Biotitindividuen massenhaft eingewachsen; bei ihrer dunklen Farbe möchte man sie auf den ersten Blick hin für Graphit halten, indessen fehlt ihnen der für diesen charakteristische Glanz und ferner lassen vereinzelte, besonders dünne, doch etwas Licht mit dunkelbrauner Farbe durchscheinen, sodass ihre Zugehörigkeit zum Magnesiaglimmer nicht weiter zweifelhaft sein kann. Neben der chemischen Verwitterung der Feldspathe, die bis auf wenige Reste in Kaolin verwandelt sind, zeigen sich auch mechanische Deformationen in umfangreichem Maasse an den Quarzen. Etwas häufiger als sonst im Allgemeinen in diesen Gesteinen tritt Zirkon auf, während hingegen Apatit ein relativ seltener Gast ist.

Auch der =Hornblendegneiss= von

»=Usinja=, 11. August 1892,«

ist ein durch hochgradige Mikrobreccienstruktur und ansehnlichen Mikroklingehalt ausgezeichnetes Gestein, welches im Handstück eine röthliche Farbe aufweist und grosse Festigkeit verräth. Vereinzelte grössere Feldspathindividuen, die mehr oder weniger in mattweisse, kaolinartige Substanzen umgewandelt sind und sich deshalb aus der feinkörnigen, aus fast wasserklaren Quarzen und Feldspathen bestehenden Hauptmasse grell abheben, verleihen dem Dünnschliff ein porphyrartiges Aussehen. Der Glimmerbestandtheil ist fast gänzlich durch eine olivengrüne Hornblende vertreten, die gleichfalls in chemischer und mechanischer Hinsicht stark corrodirt erscheint, insofern als sie in splitterigen, flatschenartig ausgezogenen Partien schon vielfach der Umbildung in Epidot und Ausscheidung von opaken Erzpartikelchen anheimgefallen ist. Hier und da finden sich auch bräunlichrothe Titanite und Zirkone mit rundlichen Kanten, ferner Oktaederchen von Magneteisen, dem wohl auch die winzigen Erzkörnchen angehören, die an manchen Stellen schaarenweise eingesprengt sind.

Ein sehr eigenthümlicher Gesteinstypus liegt endlich in dem =Epidotgneiss= von

»=Ruanda=, 14. September 1892, 9^h 17 a. m. Str. SSO-NNW F. SSW ca. 70° undeutlich«

vor. Makroskopisch bereits verräth die eigenthümlich gelbliche Färbung der Quarz-Feldspathpartien in dem dünnschieferigen, sehr glimmerreichen Gestein die Anwesenheit von Epidot, dessen mehr als accessorische Betheiligung weiterhin die Untersuchung des Dünnschliffs ergiebt. Obwohl grösstentheils farblos und nur in einigen wenigen grösseren Individuen den bekannten Pleochroismus in gelblichen Tönen zeigend, hebt sich doch der Epidot von den anderen, gleichfalls ungefärbten Gesteinbestandtheilen im Präparat durch seine starke Lichtbrechung, durch das beim Anschleifen der zahllosen, in ihm enthaltenen Hohlräume entstehende, narbig-rauhe Relief und durch pyroxenähnliche Spaltbarkeit deutlich ab. Seine Menge überwiegt diejenige des Feldspaths ganz bedeutend; der Epidot bildet somit einen wesentlichen Gesteinbestandtheil, von dem es nur noch zweifelhaft sein kann, ob er als primäres Mineral oder secundäres Product zu betrachten ist. Obwohl die Feldspathe, Orthoklas, wie die reichlicher vorhandenen Plagioklase im Ganzen wenig angegriffen erscheinen, legen doch die innigen Verwachsungsverhältnisse zwischen ihnen und der Epidotsubstanz die Vermuthung nahe, dass sie auch in genetischen Beziehungen zur letzteren stehen, d. h. dass der Epidot, wie auch sonst häufig eine auf Kosten der Feldspathe entstandene Neubildung darstellt, welche hier die Stelle der in diesen Gesteinen gewöhnlichen Kaolin- oder Skapolithbildung vertritt. Biotit ist in reichlicher Menge vorhanden, bald in grösseren Individuen, bald in faserig-schuppigen Haufwerken von gelblich-brauner Farbe. Von Accessorien seien Apatit, Zirkon, röthliche, lebhafte pleochroitische Titanitkrystalle und ein Schwefelerz zu nennen, das wegen seiner dunklen, etwas in's röthliche schimmernden Farbe wohl als Magnetkies anzusprechen ist.

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Von

•Granulit•

liegt nur ein einziges Vorkommen vor, nämlich von

»=El Muti=, 20. Februar 1892«.

Das Gestein zeigt plattige Absonderung und besteht aus einer feinkörnigen röthlich gefärbten Feldspathmasse, in der farblose Linsen von Quarz in strenger Parallellagerung eingewachsen sind, so dass auf dem Querbruch eine typische Flaserstruktur zum Ausdruck kommt. Glimmer fehlt, wie auch die mikroskopische Untersuchung zeigt, als Gesteinsbestandtheil vollständig, dagegen ist er in Form von violett-bräunlichen Blättchen als accessorischer Einschluss in den Quarzen nicht selten, in denen auch durch ihre bräunlich-rothe Farbe wohl unterscheidbare Eisenglanztäfelchen häufig eingesprengt erscheinen. Bei den Feldspathen fällt die ausserordentlich geringe Betheiligung von Plagioklas auf; die Hauptmasse bildet gewöhnlicher Kalifeldspath, der die ersten Anfänge der Kaolinisirung aufweist; sporadisch finden sich auch perthitisch struirte Körnchen und solche mit Mikroklingitterung. Im Allgemeinen zeigt das Gestein mikroskopisch nicht die Wirkungen einer bedeutenden mechanischen Beeinflussung; auch der polysynthetische Bau der bis über ½ cm im Durchmesser erreichenden Quarzlinsen deutet nicht auf solche, sondern lässt sich einfach auf eine primäre Verwachsung krystallographisch etwas abweichend orientirter Individuen zurückführen.

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Aus der Familie der

•Krystallinischen Schiefer•

im engeren Sinne sind =Glimmerschiefer= und =Phyllite=, namentlich aber =Quarzitschiefer= und =Hornblendeschiefer= in den verschiedensten Varietäten in der Sammlung Dr. Baumann's vertreten, letztere offenbar deshalb in grösserer Zahl, weil sich diese Gesteine bei dem geringen Grad ihrer Verwitterung und ihren auffallenden Farben im Vergleich zu anderen dem Sammler im archäischen Terrain von selbst aufdrängen.

Ein typischer =Muscovitschiefer= stammt aus

»=Uassi=, 6. Januar 1893,«

er besteht ausschliesslich aus ziemlich grossen, silberweissen Muscovittäfelchen, an denen hier und da kleine Turmalinprismen angewachsen sind und haselnussgrossen bräunlich-rothen Granaten, deren Oberfläche bereits stark zu ockerig-erdigen Massen verwittert ist.

Ein zwar sehr feinkörniger, aber doch immer noch deutlich krystallinischer =Biotitschiefer= wurde in der Nähe des vorigen gesammelt, in

»=Uassi=, 6. Januar 1893, Str. NO. F. SO. 10«.

Er besteht aus, in der Richtung der Schieferung etwas langgestreckten Quarzkörnern oder Körneraggregaten, zwischen denen hin und wieder ein Feldspath zu beobachten ist und aus braunen Biotittafeln, die mit unregelmässig begrenzten, meist prismatisch ausgebildeten Individuen einer graugrünen Hornblende in innigster Weise verwachsen sind. Bemerkenswerth ist bei diesen letzteren der schalige Bau, der sich in der dunkleren Färbung des Kerns gegenüber den Randzonen offenbart. Das Gestein macht durchaus den Eindruck eines normalen Glimmerschiefers und ist, von gedrungenen Apatitsäulchen abgesehen, arm an sonstigen accessorischen Bestandtheilen.

Im Gegensatz zu ihm liegt in dem =Andalusitglimmerschiefer= von der

»Quelle des =Mswavula-Bachs=, Urundi,«

ein Gestein vor, dessen Struktur und Mineralbestand lebhaft an vielfach beschriebene contactmetamorphische Schiefer erinnert. In einer sehr feinkrystallenen Masse, die, wie die mikroskopische Betrachtung zeigt, aus einem mit braunen Biotitblättchen durchwachsenen Quarzkörnchenaggregat besteht, liegen bis über 1 cm lange und bis 2 mm dicke Prismen von Andalusit in annähernd paralleler Lage zu einander. Sie zeigen in typischer Weise die für dieses Mineral charakteristische, durch massenhafte Quarzinterpositionen erzeugte, scheinbar schwammig-cavernöse Mikrostruktur und einen geringen, aber doch deutlich wahrnehmbaren Pleochroismus zwischen blassrothen und schwach grünlichen Tönen; die Einlagerungen von Biotit- und Muscovitlamellen sowie von Magnetitkörnchen sind im Verhältniss zu anderem Vorkommen hier nicht sehr reichlich; bei manchen Individuen ist die Ausbildung der Fläche (100) zur Gleitfläche zu beobachten, wodurch der Eindruck einer Zwillingsbildung erzeugt wird. Bei der genauen Durchmusterung des Dünnschliffs zeigt sich übrigens, dass der Andalusit nicht allein in Gestalt jener prismatischen Einsprenglinge, sondern auch in Form von zahlreichen kleinen rundlichen Körnern vorhanden ist, die sich durch die erwähnten Eigenschaften wohl von den übrigen farblosen Gesteinsbestandtheilen unterscheiden lassen. Von Accessorien verdient namentlich der Turmalin Erwähnung, der in kurzen blaugrauen Säulchen mit abgerundeten Enden sich vornehmlich in der Nähe der Andalusitprismen findet. Stimmt hiernach das vorliegende Gestein völlig mit der Beschaffenheit zweifelloser Contactbildungen überein, so ist es doch ohne die, leider fehlenden, näheren Angaben über sein geologisches Auftreten wohl nur mit Vorbehalt als eine solche zu bezeichnen.

Als ein sehr festes, splittrig brechendes Gestein stellt sich der dunkelgrüne, quarzitische =Glimmerfels= von

»=Uaschi= b. =Matongo=, 28. Mai 1892«

dar, in dessen mikroskopisch sehr feinkörniger Grundmasse garbenähnliche Aggregate von bläulichgrüner Hornblende in grosser Zahl vertheilt sind. Jene Grundmasse selbst besteht aus winzigen braunen Biotitblättchen, die durch Quarzsubstanz zu einem äusserst zähen Gemenge verkittet sind.

Echte =Hornblendeschiefer= sind, wie bereits erwähnt, in verschiedenartiger Ausbildung vorhanden. So repräsentiren die Gesteine von

»=Ngoroïne=, 4. Juni 1892, beim Aufbruchslager« und

»=Uhemba=, 27. Mai 1892, Str. nicht wahrnehmbar,«

die Gruppe der dichten Amphibolite, deren Zusammensetzung aus winzigen, schwach grün gefärbten Hornblendenädelchen erst bei starker Vergrösserung unter dem Mikroskop erkennbar wird. Der kaum minder feinkörnige phyllitartige =Quarzamphibolit= von

»=Urundi=, 22. September 1892, 10^h 1 a. m. Str. SSW-NNO, F. OSO 70°«

ist bemerkenswerth durch den Gehalt von Graphit und das reichliche Auftreten von Rutil. Die glänzend schwarzen Schüppchen des ersteren zeigen keine scharfe krystallographische Begrenzung, sondern sind von runder oder oblonger Form; der Rutil findet sich sowohl in der gewöhnlichen Form dunkelgelber Prismen, die häufig zu den bekannten knieförmigen Zwillingen vereinigt sind, als auch in dünnen, blassgelben Täfelchen, bei welchen mehr die andere Art der Zwillingsbildung zu herzförmigen Gestalten -- Zwillingsebene (101), Verwachsungsebene senkrecht darauf -- zur Entwickelung gelangt.

Von bedeutend hellerer Färbung wie die erwähnten Amphibolite durch die Beimengung von ziemlich viel Kalkcarbonat ist der grünlichgraue Hornblendeschiefer von

»=Majita=, 20. Mai 1892, Nyansaufer«

und ein ähnlicher grauer Schiefer vom

»=Muvarasi-Bach=, =Urundi=, 3. Oktober 1892, Lagerung nicht erkennbar,«

der mit Rücksicht auf seinen hohen Epidotgehalt die Bezeichnung Epidot-Amphibolit verdient, im Uebrigen aber, wie die bisher geschilderten Gesteine unter die mikroskopisch dicht zu nennenden Amphibolite gehört.

Feinkrystallinisch dagegen erscheint schon im Handstück ein dunkelgrüner Amphibolit, aus der Gegend von

»=Ngoroïne=, 4. Juni 1892, 7^h 47 a. m.«

stammend; im Präparat zeigt sich, dass er fast gänzlich aus fingerförmig divergirenden Strahlsteinaggregaten zusammengesetzt ist, zwischen denen farbloser Quarz und winzige Magnetitkörnchen lokal sehr reichlich vertheilt sind.

Noch mehr krystallinischen Habitus besitzen die Amphibolite von

»=Urundi=, Gebirgskamm am =Tanganyika-See=, 2. Oktober 1892, 9^h 10 a. m.« und

»=Ussui=, 21. August 1892, 9^h 31 a. m.«

Den ersteren charakterisirt in Verbindung mit hohem Quarzgehalt eine hochgradige Mikrobreccienstruktur; das Gestein von Ussui dagegen enthält Plagioklas in solcher Menge, dass es eigentlich als Diorit zu bezeichnen wäre. Ob allerdings als ein Diorit (Epidiabas im Sinne Zirkels), dessen bläulichgrüne, strahlstein- (nicht uralit-) artige Hornblende aus dem Augit eines eruptiven Diabases hervorgegangen ist, scheint sehr zweifelhaft, wenn auch die Bemerkung auf der Etikette »ungeschichtet, zwischen Granit« auf ein Eruptivgestein deutet. Denn einmal entspricht der Habitus der Feldspathe durchaus dem in den krystallinischen Schiefern gewöhnlichen, zum andern aber erscheint auch das frische klare Aussehen derselben bei einem so basischen Charakter, wie er aus der mehrfach beobachteten Auslöschungsschiefe (21-25° auf P) hervorgeht, nicht wohl vereinbar mit Vorgängen, welche eine so totale Umwandlung des Augits bewirkt haben sollen.

Auch die makroskopisch mittel- bis grobkörnigen Amphibolite führen Feldspath und Quarz, jedoch in beschränkter Menge. Daneben enthalten sie meist noch einen charakteristischen, accessorischen Gemengtheil; entweder einen hellgrünen Pyroxen -- Salit -- wie der =Salit-Amphibolit= vom

»=Iraku-Plateau=, 19. Januar 1893,«

der in »lichtem krystallinischem Schiefer« eingelagert ist, oder auch, wie der unter ganz ähnlichen Verhältnissen auftretende =Granat-Amphibolit= vom

»Abfall des westl. Graben-Randes bei =Umbugwe=, 17. Januar 1893«

fleischrothen Granat in Form von rundlichen Körnern, die bis zu ½ cm Durchmesser erreichen. Von demselben Fundort liegt auch noch ein dichteres Gestein vor, das wegen seines höheren Granatgehaltes eher als =Granatfels= zu bezeichnen ist.

In den Gebieten von Ussui und Urundi scheinen die =phyllitischen= Gesteine ihre Hauptverbreitung zu haben; denn von hier stammt eine Reihe von solchen, die sich ebenso durch ihre Zusammensetzung, wie durch ihre Verwitterungserscheinungen von einander unterscheiden. Als Fundorte sind angegeben:

1. »=Nyakawanda=, =Ussui=, 27. August 1892 Str. SSW.-NNO., F. NNW. c. 60°«.

2. »=Ussui=, 28. August 1892 6^h 31 a. m. Str. NNO.-SSW., F. verschieden, steil«.

3. »=Uyogoma=, =W. Ussui=, 31. August 1892 7^h 51 a. m. bei Rusengo, Str. NNO.-SSW., F. ┴«.

4. »=Ruvuvu Nil-Thal=, 19. Sept. 1892 Str. SSW.-NNO., F. OSO. c. 70°«.

5. »=Wasserscheide Ruvuvu-Russisi= (Kongo-Nil), 22. Sept. 1892 Str. NNW.-SSO., F. WSW. c. 80°«.

6. »=Mugitiva Urudi=, am =Mahemba Berg=, Lagerung nicht sichtbar«.

7. »=SO. Urundi=, 8. Okt. 1892 7^h 26 a. m. Str. WNW., F. NNO. c. 45°«.

8. »=Uakilinda=, =Ussui=, 27. Aug. 1892 Str. SSW.-NNO., F. OSO c. 70°«.

Die vorliegenden Belegstücke sind theils quarzreich, theils quarzarm und zeigen in Folge der schwankenden Betheiligung eines sericitischen Minerals bald mehr den für Phyllite charakteristischen Seidenglanz, bald nähern sie sich mehr dem matten Aussehen der Thonschiefer. Die Farben sind lichtgrau, grünlich oder röthlich, auch schwarzbraun durch die Ausscheidung von Oxydhydraten des Eisens und Mangans, die hier in Form von mulmig-ockerigen, dort in Gestalt von metallisch-krystallinischen Massen in den allgemein sehr dünnschiefrigen Gesteinen vertheilt sind.

Eine sehr grosse Verbreitung, wie in allen Gebieten krystallinischer Gesteine besitzen in der von Dr. Baumann durchwanderten Region auch die =Quarzite= und =Quarzitschiefer=; sie sind meist feinkörnig, seltener mittelkörnig, in der Regel weiss, in manchen Fällen aber auch durch eisenhaltige Pigmente roth in allen Nuancen gefärbt. Die Mehrzahl der mitgebrachten Stücke stammt, wie die Phyllite, aus dem Gebiet zwischen Victoria-Nyansa- und Tanganyika-See, wie sich aus folgendem Verzeichniss ergiebt:

1. »=Ussui=, Höhenkamm, 23. August 1892«.

2. »=Ussui=, bei Nyaruvungo, 25. August 1892 6^h 52 a. m. Str. NNO.-SSW., F. NNW. c. 60°«.

3. »=Uyogoma W. Ussui=, 30. August 1892 5^h 58 a. m. Str. NNO.-SSW., F. NNW. c. 60°«.

4. »=Uyogoma W. Ussui=, 31. August 1892 5^h 56 a. m. Str. ONO.-WSW., F. ┴«.

5. »=Uyogoma W. Ussui=, 4. Sept. 1892 ungeschichtet«.

6. »=Nord Urundi=, 6. Sept 1892 9^h 46 a. m. Str. NO.-SW., F. SO. fast senkr.«.

7. »Desgl...... 8^h 15«.

8. »=Ruanda=, 15. Sept. 7^h 30 Str. NO.-SW., F. SO. c. a. 30«.

9. »=Urundi=, 16. Sept.«

10. »=N. Urundi=, 10. Sept. 8^h 2 a. m. Lagerung nicht sichtbar«.

Je nach dem Glimmergehalt ist auch der schiefrige Charakter dieser Quarzite mehr oder weniger ausgesprochen; am deutlichsten ist er in den Gesteinen No. 4, 8 und 9, No. 3 erscheint fast dicht, während No. 5 eine zuckerkörnige Struktur besitzt.

Aus den Landschaften östlich vom Victoria-Nyansa stammen die gleichfalls sehr feinkörnigen Quarzite von

11. »=Duvai Hügel= in der Ebene, 27. März 1892«.

12. »=Kiruwassile Berg=, 31. März 1892, Ungestörte Schichten«.

13. »=Mossonge=, Ngoroïne, 6. Juni 1892«.

Als ein zweifelloses Glied der krystallinischen Schiefer ist endlich ein grobspäthiger, =körniger Kalk= von

»=Njoronyor=, 18. Februar 1892, Str. SO., NW., F. NO. 45°«

zu erwähnen, dessen oft mehrere Cubikcentimeter messende Kalkspathindividuen Graphitblättchen von den winzigsten Dimensionen bis zu 3 mm Durchmesser und nicht selten sehr guter krystallographischer Ausbildung eingewachsen enthalten.

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Von den

•Aelteren Eruptivgesteinen•

ist die saure Reihe durch ein Vorkommen von =Quarzporphyr=, die basische hingegen durch eine grössere Zahl von =diabas=artigen Gesteinen vertreten.

Der im Handstück grünlich graue =Quarzporphyr= ist mit der Fundortbezeichnung:

»=Irangala=, =Usinja=, 18. August 1892«

versehen und zeichnet sich durch die grosse Menge von Einsprenglingen aus, die quantitativ fast der Grundmasse gleichkommen. Zum grössern Theil bestehen sie aus Feldspath, der mattweiss, zuweilen auch gelblichgrün gefärbt und selten in gut ausgebildeten Krystallen zu beobachten ist, während der glasglänzende, fast bläuliche Quarz häufiger, mehr oder weniger deutlich in Dihexaederformen erscheint. Unter dem Mikroskop zeigt sich, dass die Verwitterung des Gesteins eine weitergehende ist, als sich aus dem Aussehen schliessen lässt; denn die Feldspathe sind grossentheils getrübt und mit schuppig-stengeligen Gemengen von Kaolin, Muscovitblättchen und Epidotkörnchen erfüllt. Naturgemäss ist bei den Kalknatron-Feldspathen die Zersetzung am weitesten vorgeschritten; die Abhängigkeit derselben von der chemischen Natur ist übrigens auch im Einzelnen an den schalig gebauten Individuen vortrefflich zu beobachten, indem hier von innen nach aussen die, ja vielfach auch anderwärts bekannte, zonenweise Abnahme im Maasse der Umwandlung sich kundgiebt. Unter den Neubildungen spielt Epidot eine besondere Rolle; dieser ist auch die Ursache der sonst ungewöhnlichen grünen Färbung der Feldspathe. Die eigentliche Grundmasse ist ein äusserst feinkörniges Gemenge von Quarzkörnchen und bräunlichen Glimmerblättchen, in dem wohl auch Feldspath, allerdings nicht in sicher unterscheidbarer Form enthalten ist. Zwischen gekreuzten Nicols lässt sich häufig eine mosaikartige Anhäufung der ersteren beobachten, eine Erscheinung, die hier wohl nicht auf dynamische Wirkungen zurückzuführen sein dürfte, da die Krystalleinsprenglinge im Ganzen sehr wenig mechanische Deformationen zeigen. Dagegen sind tiefeingreifende, sack- oder schlauchförmige Einbuchtungen der Grundmasse in die Quarze vielfach zu beobachten; zuweilen erscheinen diese magmatischen Corrosionen sogar in einem solchen Maasse, dass die Quarzdihexaeder einen ganz skelettartigen Habitus besitzen. Durch die massenhafte Ausscheidung kaolinartiger Substanzen matt und trübe, liegt die Grundmasse offenbar in einem stark veränderten Zustande vor; auf das ursprüngliche Vorhandensein einer Fluidalstruktur lässt die hin und wieder zu beobachtende Parallellagerung und stromartige Gruppirung der Glimmerblättchen schliessen, die selbst übrigens den Eindruck von Neubildungen machen. Von accessorischen Bestandtheilen fallen die zahlreichen Zirkone auf, die meist in der Grundmasse zerstreut, zuweilen aber auch in den Feldspathen eingewachsen sind, von deren Zersetzungsproducten sie sich erst im polarisirtem Lichte durch ihre lebhaften Farben deutlich abheben.

Die aus dem Expeditionsgebiete stammenden älteren =basischen Eruptivgesteine= zerfallen in =Diabase= und =Gabbros=; für die Angehörigen beider Gesteinsfamilien ist die Ausbildung einer deutlich ophitischen Struktur sehr charakteristisch. Sehr feinkörnige =Diabase=, im Handstück fast dicht erscheinende Gesteine von grünlich-grauer Farbe, liegen vor von

1. »=Ormuti=, =Bach in Ikoma= (=Elmarau=), 2. April 1892. 2^h 45 p. m. Str. NS., F. ┴«

und

2. »=Grumeti-Bach=, 4. April 1892. NO.-SW., F. SO. 70°«,

also aus dem Gebiet unmittelbar östlich vom Speke-Golf, wo sie, den Bemerkungen auf den Etiketten zufolge, in Form von Gängen zu Tage treten. Bei der relativ geringen Betheiligung von Augit und der, durch dessen helle Eigenfarbe bedingten, lichten Gesammtfärbung der Gesteine stehen dieselben den Leukophyren nahe. Die Feldspathe zeigen meist nur eine einfache Zwillingsbildung; doch ergiebt sich aus der Bestimmung der Auslöschungsschärfe auf P, dass ihre Hauptmasse einem andesinartigen Plagioklas angehört, während einige wenige, gerade auslöschende Leistchen ohne jegliche Zwillingsstreifung wohl dem orthotomen Feldspath zugerechnet werden dürfen. Im Ganzen erscheinen die Feldspathe noch sehr frisch; ihre Verwitterung beschränkt sich eigentlich auf die Vermehrung und Erweiterung ihrer Spaltrisse, auf denen sich Verwitterungsproducte des Augits, Chlorit in feinen grünen Schüppchen und namentlich faserige Hornblende angesiedelt haben. Um so intensiver sind die Augite von der chemischen Zersetzung ergriffen worden; denn sie erscheinen bis auf sehr geringe Reste in schuppig-faserige Gemenge von Chlorit und Hornblende, vor Allem aber in Epidot umgewandelt, der in compacten, intensiv gelbgefärbten Individuen nunmehr vielfach die Stelle des Augits in dem ophitischen Mineralgemenge vertritt.