Part 27
Dann wurde er allmählich stiller, und sie saß bei ihm und wartete geduldig, bis er reden würde. Ihre weichen, warmen Hände, die jetzt auf seiner Stirn lagen, zeigten ihm, daß sie wartete.
»Was nun?« stammelte er, »was denn nun? Das — das habt ihr ja glücklich zu stande gebracht. Nun kann ich es doch nicht mehr tun — —«
»Wenn du es getan hättest, Hans, und ich hätte es erst morgen früh erfahren, ich hätte dich doch nicht allein gelassen.«
Er sah sie verständnislos an. Seine Gedanken sprangen noch immer im Zickzack durch seinen Kopf.
»Darauf bist du nicht selbst gekommen, Hans? Daß ich abgereist wäre, um die lieben Menschen hier nicht so arg zu treffen, und dir an irgend einem Winkel der Welt — nachgefolgt wäre?«
»Hannes, Hannes!« brachte er hervor, »wie kannst du das aussprechen — —«
»Wundert dich das? Das solltest du dir nicht gedacht haben, und wußtest doch, daß ich dich liebte?«
»Nein, nein!« rief er. »Das habe ich ~nicht~ gewußt. Das wäre ja Wahnsinn gewesen.«
»Was es ist,« sagte sie und lächelte vor sich hin, »das kann ich dir nicht sagen. Denn ich weiß ja nur das eine: daß ich dich lieb habe; so lieb, wie nur je im Leben; wie damals, als wir Kinder waren, und noch viel lieber.«
»Quäl’ mich nicht! Quäl’ mich nicht so!«
Da nahm sie hastig seinen Kopf und drückte ihn gegen ihre Brust. »Ruhig,« beschwichtigte sie mit ihrer tiefen, klingenden Stimme, »ruhig, ganz ruhig. Es ist so, und nun hast du es mir zu glauben.«
Er regte sich nicht. Er lag wie im Arm einer Mutter. Wie unendlich wohl das tat — —
Und nach einer Weile sagte sie: »Du darfst nur sprechen, wenn du vernünftig bist.«
»Ich bin’s.«
»Nur, wenn du etwas Vernünftiges zu sagen hast.«
»Hannes, Hannes, du bist so lieb, so — so — und es ist doch alles nutzlos.«
»Magst du mich so wenig leiden, Hans? Trotzdem ich mich dir aufdränge?«
»Du kannst scherzen,« sagte er tonlos. Aber als sie eine Bewegung machte, drückte er den Kopf fester gegen ihre Brust und schlang scheu den Arm um ihren Hals.
Sie hielt ganz still. Das war der Knabe — — der Knabe von ehemals.
»Hannes, es ist nichts aus mir geworden. Ich bin nichts und ich werde nichts. Hingegen du — du hast alles erreicht. Das sind doch keine Gleichheiten, die zueinander passen.«
»Dein Talent ist zehnmal größer und wichtiger als meins. «
»Mein Talent? Ich habe keins. Ich hab’s in der Fabrik draußen kläglich erproben können.«
»Wer spricht denn von der Fabrik?«
»Von der Fabrik nicht?«
Er ließ sie los und schaute sie staunend an.
»Ja, wenn nicht von der Fabrik, von was denn in aller Welt?«
»Hältst du mich für so dumm, mein dummer Hans? Meinst du denn, ich hätte deine Gedichte und deine kunsthistorischen Aufsätze nicht in den Zeitschriften gelesen? Oder traust du mir so gar kein Verständnis zu?«
Er lachte laut auf. »Meine Gedichte! Meine Aufsätze! Ein nettes, wirres Zeug — —«
»O ja,« sagte sie, ohne die Ironie zu beachten, »ein bißchen wild ging es ja manchmal darin zu. Aber das lag nicht an deinem Kunstvermögen, das lag an dir armem, liebem Kerl selbst. Dir fehlte die Sammlung. Man muß ein Ziel haben, um unbeirrt marschieren zu können.«
Und als sie sah, daß wieder der sarkastische Zug um seinen Mund auftauchen wollte, fügte sie mit ganz leiser, ganz durchsichtiger Schelmerei hinzu: »Wie kann man Sammlung haben, wenn man nicht einmal eine Frau hat!«
»Hannes!« rief er, von dem alten Heimatston gepackt, »Hannes!«
»Aha, das siehst du ein. Das ist der erste Schritt zur Besserung. Und da ich nun doch einmal dabei bin, mich dir auf die schönste Weise anzutragen, so merk dir noch, daß ich schon ganz tüchtig verdiene, und daß du, als der Mann, mich unbedingt überholen mußt.«
Da lachte er nur auf.
Aber nun gab sie nicht mehr nach und kniete an seiner Seite, als wollte sie sich ganz klein machen.
»Hans, Hans, heraus mit dem Ehrgeiz! Ich habe allezeit zu dir aufgeschaut! Du bist ja so reich an Wissen und Können, daß du deine Schätze gar nicht einmal überblicken kannst, wenn du erst anfängst, mit deinem Pfund zu wuchern! Und höre einmal: Ich hab’ eine große Furcht. Eine gewaltige Furcht wegen meines großen Einkommens. Wahrhaftig, Hans. Ich fürchte — ich fürchte — ach, Hans, ich werde einmal entsetzlich faul werden. Und wenn du mich lieb hast, wirst du dir das selber zuzuschreiben haben.«
Und wieder hatte der frische Heimatston des rheinischen Mädchens gesiegt.
»Hannes, das geb’ ich nicht zu. Auf keinen Fall! Die Kunst ist etwas Heiliges, der wird man nicht untreu.«
»So geh mir mit gutem Beispiel voran!«
»Nein, du mir!«
»Ich habe zuerst drum gebeten. Sei nicht geizig!«
»Aber ich weiß ja nicht einmal, wie und wo ich es anfassen soll.«
»Hans, das sagt ein Düsseldorfer? Hier, deine, unsere Vaterstadt wartet. Hier ist Terrain. Hier werden Männer benötigt, die für die alte und jung aufblühende Düsseldorfer Kunst eine Klinge zu schlagen wissen. Gegen den Zopf bei uns selber und gegen die Hämlinge da draußen! Wie? Hab’ ich das nicht schön gesagt? Hans, hier gibt’s Arbeit. Und wenn du mit ihr noch nicht auskommst, widme dich dem öffentlichen Leben. Ach, Hans, und wenn dich der Ehrgeiz plagt, kannst du noch einmal beigeordneter Bürgermeister für das Kunstdepartement der guten Stadt Düsseldorf werden. Hans, sind das nicht Aussichten?«
Und sie lachte ihr klingendes, glückseliges Lachen, das ansteckend auf den staunenden Horcher wirkte, der mit leuchtenden Augen jedem ihrer Worte gefolgt war.
»Hans, gib acht, wenn die Sammlung kommt! Wenn du erst deine Kräfte in Kopf, Herz und Faust zusammen hast! Wie dann der Dichter sich melden wird, der die Stimmen in sich und um sich her sammelt. O, ich bin ja so froh, daß du kein Wunderkind geworden bist, kein Überflieger ohne Wurzelland. Ein Baum muß wachsen in Sturm und Wetter.«
Sie hatte den Kopf an den seinen geschmiegt, und plötzlich begann sie leise eine Verszeile aus »Ännchen von Tharau« zu singen.
»Recht als ein Palmenbaum über sich steigt, Hat ihn erst Regen und Sturmwind gebeugt — —«
Da konnte er sich nicht mehr enthalten. Da schlang er die Arme um sie und küßte sie auf die Lippen, auf die Augen, auf das schimmernde, rotblonde Haar. Als ein Gesunder! Als ein Mensch, der nach dem Leben verlangt, nach dem fröhlichen Kampf und dem segenschweren Sieg.
»Hannes, alter, kleiner Hannes! Liebste, ach du Aller-Allerliebste! Jetzt lass’ ich dich nicht mehr los.«
»Ich hab’ dich nie losgelassen, Hans.« — —
Sie hörten ihre Herzen schlagen. Das war ein Gleichklang.
Und mit einem Male, in der neuen Gesundheit seines Empfindens, wurde sich Hans Steinherr der Situation bewußt.
»Mädel, Mädel, wo bist du denn hingeraten? Das ist ja mein Schlafzimmer — —«
»Herr Gott!« schrie sie auf und wich bis an die Wand zurück.
»Hans,« sagte sie dumpf, aber in ihrer Stimme vibrierte der Schalk und das Glück, »du hast mich fürchterlich kompromittiert.«
»Aber du warst ja als Krankenschwester bei mir.«
»Der Kranke ist kerngesund. Ich hab’ die Beweise. Kannst du das leugnen?«
»Nein, ich kann es ~nicht~ leugnen.«
»Du hast mich also kompromittiert, und du wirst wissen, was ein Ehrenmann zu tun hat.«
»Hannes!« flehte er.
»Ja oder nein?«
»Wenn es denn nicht anders ist —: Ja!«
»O, bitte: das genügt mir nicht. Deutlicher, klarer, Herr Doktor Steinherr!«
»Hannes, ich seh’ es ein, ich muß dich heiraten.«
Da flog sie wie der Wind heran und umhalste ihn wie ein glückliches Kind. »Hans, mein alter, lieber Hans!«
»O du alter, kleiner Hannes!«
»Weißt du, wir könnten die beiden Namen in einen fassen.«
»Wir sind ja eins und sind es immer gewesen.«
Und sie plauderten und schwatzten wie die Kinder von den Erinnerungen, und das dritte Wort war: »Weißt du noch?«
»Weißt du noch,« fragte Hannes, »als wir im Regen durch den Hofgarten liefen und ich es nicht wollte, daß du mir auf die Füße sahst, wenn ich über die Pfützen springen mußte, und du dann riefst: Ach, in ein paar Jahren bist du ja doch meine Frau?! Und heute bin ich zu dir gekommen, weil ich es mußte, und weißt du, was ~ich~ jetzt rufe?: Ach, in ein paar Wochen bist du ja doch mein Mann! Kuß! So, und jetzt müssen wir zu Onkel Springe.«
Aber sie hielt ihn noch einmal an der Tür zurück. Mit einem lieben, ernsten Zug im Gesicht.
»Hans, du darfst mich nicht falsch verstehen. Meine Liebe soll dir nie eine Last sein, sie soll dir — meine Liebe sein. Du hast als Künstler die Welt nötig. Du ~mußt~ sogar die Welt nötig haben, wenn du immer ein Wahrheitsschilderer bleiben willst. Und du wirst überall die Schönheit suchen, und manch eine Frau wirst du schön und interessant finden. Hans, ich werde nie eifersüchtig sein. Meine Liebe steht so felsenfest, daß ich weiß: ich werde der Hafen sein, zu dem er nach jeder Ausfahrt freudig und mit überlegenem Lächeln zurückkehrt. Das, Hans, das war’s, was ich dir noch sagen wollte.«
Er hielt ihre Hände fest und war keines Wortes mächtig.
Dann gingen sie, Hand in Hand. Sein Schritt war fest und schnell. Ein aufrechtes Mannestum war in ihm und eine Heiterkeit, die nach frischer Lebenstat Ausschau hält, den Dank für das Leben zu bekunden. — —
Heinrich von Springe war, nachdem er Hannes in Hans Steinherrs Zimmer hatte eintreten lassen, sofort umgekehrt. Zuerst hatte er seine Wanderung durch das Parterrezimmer wieder aufgenommen, dann war er lange auf einem Fleck stehen geblieben, um seiner Erregung Herr zu werden, und die abenteuerlichsten Pläne waren ihm durch den Kopf gegangen, für den Fall, daß das Mädchen unverrichteter Sache zurückkehren würde. Als aber Viertelstunde auf Viertelstunde verstrich, ohne daß das Mädchen wieder aufgetaucht wäre, löste sich die lastende Spannung in ein verblüfftes Staunen, und das Staunen endlich in ein breites Behagen — —.
Es schlug drei Uhr. Da tastete er wieder einmal nach seiner Rocktasche, und diesmal brachte er schmunzelnd sein Etui hervor und zündete sich mit der Miene eines Mannes, der einen Genuß zu würdigen versteht, eine große Zigarre an.
Dann legte er sich in das offene Fenster, so bequem es ihm möglich schien, und beobachtete den heraufziehenden Frühlingsmorgen.
Noch immer schlug im fernen Garten eine Nachtigall, und ihr lockender Ruf ließ eine zweite antworten. Aber Dialog und Duett irritierten ihn nicht mehr. Ja, wenn ihm eine Pause in musikalischer Beziehung zu lang ausgesponnen vorkam, nahm er seine Zigarre aus dem Mund und ahmte leise den Lockruf nach.
»Tü — — Türülü — — —«
Und er freute sich kindisch, wenn die kleinen unsichtbaren Gesangskünstler prompt einsetzten.
Jetzt war er so in sein Tun vertieft, daß er das Uhrenschlagen überhaupt überhörte. Nur einen Schritt überhörte er nicht. Der klang ihm denn doch zu bekannt. So ging nur Frau Margot.
Sie war schon dicht vor dem Hause, da lehnte er sich, die Zigarre zwischen den Lippen, weit aus dem Fenster, damit sie ihn erkennen sollte, und rief so gemütlich und fröhlich, als ob es sich um eine Absprache handelte: »Guten Morgen! Guten Morgen, du allerschönste Frau! Hast du dich auch herbemüht?«
Frau Margot war sprachlos. Sie hatte den Weg in der treibenden Angst der Ungewißheit zurückgelegt, von allen erdenkbaren Schreckensbildern erfüllt, und nun rekelte sich ihr geliebter Mann zigarrenrauchend im Fenster und machte Naturstudien!
»Aber Heinz — — aber Heinz!«
»Willst du zum Fenster einsteigen, oder soll ich dich feierlich an der Tür des Hauses empfangen?«
»Sei nicht so unvernünftig fidel. Ich bin ja ganz hin.«
»Das, Liebste, kommt davon, wenn man nicht seine unvernünftige Fidelität beibehält.«
»Heinz, so öffne doch!«
»Aber nicht prügeln, hörst du? Ich habe nichts verbrochen!«
Sie schüttelte lachend den Kopf über den Unverbesserlichen.
Nun war sie bei ihm im Zimmer und bestürmte ihn um Auskunft.
»Erst beichten, wer dich mir auf die Spur gebracht hat. Es muß alles seine Ordnung haben.«
»Ach Gott, Heinz, ich wachte auf und fand deinen Platz immer noch leer. Das ängstigte mich, und ich nahm meinen Morgenrock über, um zu sehen, ob bei den Toggenburgers noch Licht sei. Du und Hannes, ihr hattet ja den ganzen Tag über Heimlichkeiten gehabt. Und als ich wirklich noch Lichtschein entdeckte, klopfte ich leise an. Du kannst dir meinen Schreck vorstellen, als die Wirtschafterin von Hans mir öffnete.«
»Das ist die Strafe, wenn die Frau nicht vertrauensvoll den Mann erwarten kann,« sagte Heinrich Springe.
»Spotte du noch! Mir war alle Lustigkeit vergangen. Und als mir Frau Schmitz gar mitteilte, daß sie das Fräulein hätte holen müssen, weil der Herr Doktor daheim wohl erkrankt sei, da war ich im Handumdrehen angekleidet und, und — da bin ich.«
»Und nun beruhigt, Liebste?«
»Beruhigt —? Aber ich bin ja noch so klug wie zuvor.«
»Ach so,« stimmte Springe bei. »Ja — viel klüger bin ich auch nicht.«
»Aber so sag doch endlich, ob Hans wirklich krank ist!«
»Krank? I wo! Der wird sich in diesem Augenblick wohl so urgemütlich befinden wie noch nie in seinem Leben. Ich nehme das wenigstens an.«
»Heinz, sei ernsthaft! Was ist hier vorgegangen? Weshalb hast du Hannes in der Nacht herholen lassen? Du mußtest doch sehr schwerwiegende Gründe haben.«
»Ja, Margot, die hatte ich. Du siehst, ich bin jetzt ganz ernst. Hans wollte in dieser Nacht ohne Abschied von dannen. Er wollte wieder reisen, ins Ungewisse. Vielleicht wäre er nie wieder gekommen. Ich erfuhr davon, ich habe lang’ auf ihn eingeredet, bei uns zu bleiben, gesund und froh zu werden. Es half nichts. Da dachte ich: Hier kann nur eine helfen. Wenn die Namen der Mutter und des Freundes versagen, bleibt als letztes der Name der Geliebten. Und so griff ich denn zu der stärksten Beschwörung und ließ Hannes holen.«
»Sie muß ihn sehr lieb haben,« sagte Frau Margot leise und drückte die Hand des Gatten.
»Und er sie nicht minder,« entgegnete Heinrich Springe, »denn er scheint sie jetzt überhaupt nicht mehr hergeben zu wollen. Diese Egoisten haben meine Existenz total vergessen.«
»Wo sind sie denn? Ich möchte sie sehen.«
»Oben. In seinem Schlafzimmer.«
»In seinem — —?«
»Aber Liebste, mach doch nicht so liebe, dumme Augen. Sie sind in der Tat oben. Der Junge hatte sich zur Ruhe gelegt, um nicht gestört zu werden, und in der Frühe wollte er heimlich davon. Da ist das tapfere Mädel schnurstracks hinaufgegangen, um ihn zu zwingen, sie anzuhören. Nicht nur für sich, für uns alle. Spürst du denn nicht, wie kleinlich und nichts-bedeutend in der Stunde der Gefahr alle sogenannten Anstandsregeln werden? Zimperlichkeit ist nicht rheinische Art.«
Frau Margot schmiegte sich an seinen Arm und lachte zu ihm auf.
»Du, du? Ist das nicht unschicklich?«
»Unschicklich ist es,« sagte Heinrich Springe mit einem tiefen Atemzug, »aber es ist auch verdammt schön! Und siehst du,« fuhr er fort und legte den Arm um ihren Leib, »weil die Schönheit gar so selten ist, so soll man sie, wenn sie uns grüßt, halten und fassen, wie und wo man kann. Und nie, nie im Leben soll man sie ungeküßt von dannen lassen.«
Am offenen Fenster zog er ihren Kopf zu sich heran, und sie wehrte nicht, und sie küßten sich.
»Das ist aller Weisheit Schluß, du liebe Frau.« —
Die Tür öffnete sich. Da waren die Kinder.
Und wortlos eilten die beiden Frauen aufeinander zu und umarmten sich. Eine jede den Kuß des Liebsten auf den Lippen.
»Mutter —« sagte endlich Hannes.
Frau Margot aber nahm beider Hände in die ihren — — —
Heinrich Springe hatte sich abgewendet. Unmännliche Rührung mißbilligte er an der eigenen Person.
Dann standen sie alle am Fenster und atmeten tief in der Frühlingsluft.
»Wie weiß die Gärten in Blüte stehen,« sagte Hannes. »Das kommt, ohne Fragen und Zaudern, weil es seine Bestimmung ist.«
»Das ist eine bräutliche Nacht,« nickte Frau Margot. »Duft und Licht und Klang vermählen sich in eins.«
Heinrich Springe stand zwischen den beiden Frauen. Er wußte keine Sentenz. Aber er drückte sie beide an sich und sagte, lachenden, leuchtenden Auges in den aufsteigenden Morgen hinausschauend:
»Kinder, Kinder, es ist doch etwas Eigenes um den Frühling am Niederrhein.« — — —
J. G. Cotta’sche Buchhandlung Nachfolger G. m. b. H.
Stuttgart und Berlin
Die nachstehend verzeichneten Romane und Novellen sind auch in Leinwand gebunden zu beziehen
Preis für den Einband 1 Mark
Geheftet
~Andreas-Salomé~, Lou, Ruth. Erzählung. 3. Aufl. M. 3.50
—"— Aus fremder Seele. Eine Spätherbstgeschichte 2. Auflage M. 2.—
—"— Fenitschka. Eine Ausschweifung Zwei Erzählungen M. 2.50
—"— Menschenkinder. Novellencyklus. 2. Auflage M. 3.50
—"— Ma. Ein Porträt. 2. Auflage M. 2.50
—"— Im Zwischenland. Fünf Geschichten. 2. Aufl. M. 3.50
~Anzengruber~, Ludwig, Wolken und Sunn’schein 2. Auflage M. 3.—
~Arminius~, Wilhelm, Der Weg zur Erkenntnis M. 3.—
—"— Yorks Offiziere. Historischer Roman M. 3.50
~Bertsch~, Hugo, Die Geschwister. Mit einem Vorwort von Adolf Wilbrandt. 5. Auflage M. 2.50
~Bobertag~, Bianca, Moderne Jugend M. 4.—
~Böhlau~, Helene, Salin Kaliske. Novellen. 2. Aufl. M. 3.—
~Bourget~, Paul, Das gelobte Land M. 3.—
~Boy-Ed~, Ida, Die Lampe der Psyche. 2. Auflage M. 4.—
—"— Um Helena. 2. Auflage M. 3.50
—"— Die säende Hand. 3. Auflage M. 3.50
—"— Die große Stimme. Novellen M. 2.—
~Bülow~, Frieda v., Kara M. 4.—
~Burckhard~, Max, Simon Thums. 2. Auflage M. 3.—
~Busse~, Carl, Die Schüler von Polajewo. Novellen M. 2.50
~Ebner-Eschenbach~, Marie v., Erzählungen. 4. Aufl. M. 3.—
—"— Božena. Erzählung. 6. Auflage M. 3.—
—"— Margarete. 5. Auflage M. 2.—
— Moriz v., =Hypnosis perennis.= Ein Wunder des heiligen Sebastian. Zwei Wiener Geschichten M. 2.—
~Eckstein~, Ernst, Nero. 7. Auflage M. 5.—
~Ertl~, Emil, Mistral. Novellen M. 3.—
~Fontane~, Theodor, Quitt. 2. Auflage M. 3.—
—"— Unwiederbringlich. 4. Auflage M. 3.—
~Fulda~, L., Lebensfragmente. Zwei Novellen. 2. Aufl. M. 2.—
~Gleichen-Rußwurm~, A. Freiherr v., Vergeltung M. 3.50
~Grimm~, Herman, Unüberwindliche Mächte. 2 Bde. 3. Auflage M. 8.—
~Haushofer~, Max, Planetenfeuer. Ein Zukunftsroman M. 3.50
~Heer~, J. C., An heiligen Wassern. 15. Auflage M. 3.50
—"— Der König der Bernina. 16. Auflage M. 3.50
—"— Felix Notvest. 7. Auflage M. 3.50
—"— Joggeli. Die Geschichte einer Jugend. 6. Aufl. M. 3.50
~Heilborn~, Ernst, Kleefeld M. 2.—
~Herzog~, Rudolf, Die vom Niederrhein M. 4.—
~Heyse~, Paul, Neue Novellen. 7. Auflage M. 3.50
—"— Marthas Briefe an Maria. 2. Auflage M. 1.—
—"— Meraner Novellen. 10. Auflage M. 3.50
—"— Novellen vom Gardasee. 3. Auflage M. 4.50
—"— Kinder der Welt. 2 Bände. 21. Auflage M. 7.20
—"— Unvergeßbare Worte und andere Novellen. 5. Auflage M. 3.60
—"— Im Paradiese. 2 Bände. 13. Auflage M. 7.20
—"— Der Roman der Stiftsdame. 12. Auflage M. 3.60
—"— Moralische Unmöglichkeiten u. and. Geschichten M. 4.50
~Hillern~, Wilhelmine v., ’s Reis am Weg. 3. Aufl. M. 1.50
—"— Ein alter Streit. 3. Auflage M. 3.—
—"— Der Gewaltigste. 3. Auflage M. 3.50
—"— Ein Sklave der Freiheit. Roman. 3. Auflage M. 5.—
~Höcker~, Paul Oskar, Väterchen M. 3.—
~Hopfen~, H., Der letzte Hieb. Eine Studentengeschichte. 4. Auflage M. 2.50
~Huch~, Ricarda, Erinnerungen von Ludolf Ursleu dem Jüngeren. 4. Auflage M. 4.—
~Junghans~, Sophie, Schwertlilie. 2. Auflage M. 4.—
~Kaiser~, J., Wenn die Sonne untergeht. Novellen. 2. Auflage M. 2.50
~Kirchbach~, Wolfgang, Miniaturen. Fünf Novellen M. 4.—
~Langmann~, Philipp, Verflogene Rufe. Novellen M. 2.50
~Lindau~, Paul, Der Zug nach dem Westen. 10. Aufl. M. 4.—
~Lindau~, Paul, Arme Mädchen. 8. Auflage M. 4.—
—"— Spitzen. 7. Auflage M. 4.—
~Loti~, Pierre, Japanische Herbsteindrücke M. 3.—
~Mauthner~, Fritz, Hypatia. 2. Auflage M. 3.50
~Meyer-Förster~, Wilhelm, Eldena. 2. Auflage M. 3.—
~Meyerhof-Hildeck~, Leonie, Töchter der Zeit Münchner Roman M. 3.—
~Muellenbach~, E. (E. Lenbach), Abseits. Erzählungen M. 3.—
—"— Vom heißen Stein M. 3.—
—"— Aphrodite und andere Novellen M. 3.—
~Petri~, Julius, Pater peccavi! M. 3.—
~Prel~, Karl du, Das Kreuz am Ferner. 2. Auflage M. 5.—
~Proelß~, Johannes, Bilderstürmer! 2. Auflage M. 4.—
~Riehl~, W. H., Aus der Ecke. Sieben Novellen. 4. Aufl. M. 4.—
—"— Neues Novellenbuch. 3. Auflage. (6. Abdruck) M. 4.—
—"— Am Feierabend. Sechs neue Novellen. 4. Aufl. M. 4.—
—"— Kulturgeschichtliche Novellen. 5. Auflage M. 4.—
~Saitschick~, Robert, Aus der Tiefe. Ein Lebensbuch M. 2.—
~Schunsui~, Tamenaga, Treu bis in den Tod Historischer Roman M. 3.—
~Seidel~, Heinrich, Leberecht Hühnchen. Gesamtausgabe 2. Auflage (11.–15. Tausend) M. 4.—
—"— Vorstadtgeschichten. Gesamtausgabe. Erste Reihe M. 4.—
—"— " " Zweite Reihe M. 4.—
—"— Heimatgeschichten. Gesamtausgabe. Erste Reihe M. 4.—
—"— " " Zweite Reihe M. 4.—
—"— Von Perlin nach Berlin. Aus meinem Leben Gesamtausgabe M. 4.—
—"— Phantasiestücke. Gesamtausgabe M. 4.—
~Skowronnek~, Richard, Der Bruchhof. 2. Aufl. M. 3.—
~Stegemann~, Hermann, Stille Wasser M. 3.—
—"— Der Gebieter M. 2.50
~Stratz~, Rudolph, Der weiße Tod. 8. Auflage M. 3.—
—"— Buch der Liebe. Sechs Novellen. 2. Auflage M. 2.50
—"— Der arme Konrad. 3. Auflage M. 3.—
—"— Die letzte Wahl. 3. Auflage M. 3.50
—"— Montblanc. 5. Auflage M. 3.—
—"— Die ewige Burg. 4. Auflage M. 3.—
—"— Die thörichte Jungfrau. 5. Auflage M. 3.50
~Stratz~, Rudolph, Alt-Heidelberg, du Feine ... 6. Aufl. M. 3.50
—"— Es war ein Traum. Berliner Novellen. 4. Aufl. M. 3.50
~Sudermann~, Herm., Frau Sorge. 71. Auflage M. 3.50
—"— Geschwister. Zwei Novellen. 26. Auflage M. 3.50
—"— Der Katzensteg. 54. Auflage M. 3.50
—"— Im Zwielicht. Zwanglose Geschichten. 29. Auflage M. 2.—