Briefe an Ludwig Tieck (1/4) Erster Band

Part 3

Chapter 33,591 wordsPublic domain

„Goethe’s Briefwechsel mit einem Kinde“ führte sie zuerst in die größeren Kreise der deutschen Lesewelt ein. Vielleicht lassen sich in den hier mitgetheilten an Tieck gerichteten Briefen leise Spuren entdecken, daß es nur an seiner Schreiblässigkeit lag, wenn wir nicht auch _Seinen_ Briefwechsel mit jenem Kinde besitzen? Ein Kind ist Sie geblieben, bis in’s Alter, bis in den Tod. Aber gewiß ein hochbegabtes, ein Wunderkind. Mögen auch ihre späteren Schriften: die Günderode (1840) -- dies Buch gehört dem Könige! (1843) -- Ilius Pamphilius und die Ambrosia (1848) -- in ihrer Wirkung auf’s Publikum jenes ihr erstes Buch bei Weitem nicht erreicht haben; merkwürdig sind sie doch, und zwischen Seltsamkeiten und Absonderlichkeiten blickt immer ein tiefgewaltiger Geist, ein reiches Herz, ein hoher Sinn für alles Große und Wahre daraus hervor. Die Sehnsucht zu gestalten beunruhigte sie und lockte sie aus den Grenzen, die herkömmliche Ansicht weiblichen Autoren zu ziehen pflegt. Sie erscheint bisweilen dem erstaunten Leser gleich einer Bildnerin, welche nur den Reichthum des Stoffes nicht zu binden, die Form nicht zu beherrschen gelernt. Ihre Phantasie ist mächtiger als der ordnende Verstand.

Ihre größte Dichtung dürfte deshalb im Gebiete der Plastik gesucht werden. Wenigstens hat ein Mann, dessen Urtheil über Sculptur -- mag er daneben noch so sehr General, Diplomat, Historiker, Archäologe, Numismatiker und Poet sein! -- dessen Urtheil, wie gesagt entscheidend ist, unverholen seine anerkennende Bewunderung ausgesprochen über Bettina’s Goethe-Monument: Prokesch-Osten nennt das plastisch entworfene Modell zu dieser grandiosen Idee ein erhabenes Vermächtniß. -- Wer wird als Erbe eintreten?

I.

3. October (ohne Jahreszahl u. Ort).

Schon lange habe ich geglaubt, über all den Schmerz hinaus zu seyn, den mir Entfernung, Vergessenheit von Freunden, verursachen könnte, und nun betrübt mich alles, die Karte, von Italien die jezt an der Wand hängt, überm Sessel, die kömmt mir so lehr vor, Sie sind nicht mehr da, was brauch ich das Land zu sehen; wahrhaftig meine Neigungen bringen mir kein Heil, wenn sie so innig ergebend sind, lieben soll ich, aber nicht dehmüthig, sondern großmüthig. Ich hab an Sie geschrieben vor 14 Tagen, nach Dresden. Sie haben wohl meinem Brief nicht erhalten, er war vielleicht zu kühn zu freymüthig, weil Sie gar nichts darüber sagen, wenn ein andrer verstehen könnte wie mich das all quält, ich kenne die Menschen nicht, ich weiß nicht wie viel sie vertragen von Liebe, ich kann die meinige nicht eintheilen, damit sie genießbar wird, entweder alles, oder kein Leben, kein Athemzug der das Herz erweitert.

Wie wenige wissen, den echten Sinn des Lebens zu verstehen, und dieser wenigen ist keiner mir nah, und wer denn so recht die unergründliche Tiefe erkennt in der Liebe, und keinen hat um den er diese Tiefe ermessen darf, Ach das könnte einen zur Verzweiflung bringen. ich war so ruhig, so kalt wie Sie weg gingen, meine Liebe ist wie das Senfkörnlein, das in kurzem ein hoher Baum ward, in dessen Schatten Völker ruhn, und doch ein einzig freundlich Wort von Ihnen könnte mich so ruhig machen.

Lieber Tieck, wenn Sie mir gut sind, so verkennen Sie all dieß nicht, jemand der so lebhaft, alles fühlt wie ich, der kann sich nicht weniger lebhaft ausdrücken, es ist keine Frage, daß mir Gott mehr gewähren muß wie andern, er muß mir alles gewähren, (denn er hat mir das Entbehren nicht anerschaffen) mithin auch Ihre Liebe, und desswegen bin ich auch wieder getröstet.

Gestern war ich wieder zum erstenmal auf demselben Plaz im Garten, Sie waren auch da, einen Augenblick, Ihre Füsse sah ich deutlich auf der Treppe stehen, ich ging weg, mag auch in meinem Leben nicht wieder hin, ich mögte Sie wohl nie wieder dort finden, das könnte mich schmerzlich beleidigen. Ich bin so glücklich, Gott meint es so gut mit mir, er will mich erhöhen, er will mich bessern, durch das gröste auf Erden, durch die Liebe, und ich sollte wiederstehen wollen? Nein gewiß nicht, mit allem Leben was in mir ist, will ich mich ihm ergeben, es entstehe daraus was will, mir kann es keinen Schaden bringen, nur dem Zaghaften können irdische Verhältnisse was anhaben, was schadet es denn daß ich nicht bey Dir bin, ist mein Vertrauen so klein, daß es nicht bis Ziebingen reichen sollte, ich bin recht dumm daß ich mich betrübe, was schadet es endlich, wenn Sie selbst, dieß alle nicht annehmen, es ist als ob der Strom die Lieblichkeit der Gegend nicht annimmt durch die er fließt, die Gegend bleibt doch lieblich durch ihn, Troz ihm, die _Bettine_ bleibt doch liebend Troz _ihm, Ein Strohm ist übrigens auch nicht so wiedernatürlich, unnatürlich_.

Der Winter ist nah, es wird sehr kalt werden, lieber Tieck, wenn Sie mir nicht gut sind so erstarre ich, keine Heimath habe ich, wo Feuer mir zum Wärmen brennte, denn ich hab wohl emfunden, wer sich niederläst in Eigennuz, seinem eignen Leib aufopfernd die Welt, dem entflieht das Leben, kein freundlich Gespräch, kein Gesang, keine Fantasie und Farbe mehr, alles wird nach und nach stumme verlassne Einsamkeit, was wir uns selbst erschaffen wollen, kömmt uns nicht zugut, es muß aus der Liebe entstehen, was wir genießen sollen, drum will ich auch nie um mich selbst etwas thun, auch nicht ein Licht will ich mir anzünden, wenn es mir Nacht ist, denn irdisch Licht hat keinen Bestand und unsichtbares ewiges, daß muß durch Gottes Hand in Deinem Herzen mir zum Trost entzündet werden.

Ich sage da viel Durcheinander, und wer diesen Brief in Händen hielte und ihn so sinnlich läse, wie er dasteht, dem würde er keinen Bestand haben, wer aber heimlich lauscht und aufmerkt, und mir gut ist, der wird einen einzigen Ton darin hören der alle andre Töne zur Melodie verbindet.

_Bettine._

II.

Ohne Datum.

Das Schicksal hat mirs heute gefügt, daß ich an Tieck schreibe, mein Herz hat an nichts weniger gedacht seit Jahren, doch hat vor Jahren mein Herz sich gefreut wenn ich dachte ich könnte ihm schreiben, doch hab ich ihm nie geschrieben weil ich dachte ich könnte ihm nichts schreiben was ihm werth wäre; und heute wo mein Brief nicht meine eigne sondern eine fremde Emfehlung enthält hab ich das Herz was ich vor Jahren da ichs noch deutlich fühlte daß ich eins habe, nicht hatte ihm einen Mann zu emfehlen der mir zwar nicht so am Herzen liegt, wie damals mein eignes Interesse mir am Herzen lag, welches Interesse Tieck selbst war, und ich nicht das Herz hatte Ihm selbst, ihm selbst zu emfehlen.

Dieser von mir herzhaft emfohlene Mann der gewiß ein Interesse verdient und hat, was mir mangelt, und nie gewährt wurde heist _de Barante_ ist Gouverneur des Herzogs, reist um die Gesundheit herzustellen, um deutsche Städte und herrliche große Dichter kennen zu lernen, er ist hier im Schoos der Familie Savigny mit großer Theilnahme emfangen worden, wär ich hellsehend so würde ich alle Tugenden die mich instinktmässig dazu bewogen es zu wagen ihn einem Tieck dem ich mich nie selbst emfehlen konnte aufs dringendste zu emfehlen hersetzen.

_Bettine von Arnim._

Ich bitte Dich guter freundlicher Freund sey wie ein Kind, gegen diesen Mann, dann brauchst Du keine Toilette zu machen und bist doch mit allen Reitzen versehen, die eine gediegne Coquetterie Dir nur gewähren kann.

=Atterbom, Peter Daniel Amadeus.=

Schwedischer Dichter, gedanken- und phantasiereich, geb. d. 19. Jan. 1790 im Kirchsprengel Asbo in Ostgothland, Hauptvertreter der idealistischen gegen die alternde Akademie kämpfenden Richtung. Eine von ihm redigirte Zeitschrift Phosphorus (1810-1813) galt gewissermaßen für das Organ dieser Bestrebungen. Im Jahre 1822 ernannte man ihn zum Docenten und Professor an der Universität Upsala, und 1839 nahm man ihn gar als Mitglied in die Akademie auf, gegen die er so lange gestritten.

Der poetische Kalender (1812-1822) -- die Insel der Glückseligkeit (1831-1833) -- Samla de Dikter (1836-1837) -- und andere historische und philosophische Schriften.

Die drei hier von ihm vorgefundenen Briefchen, so kurz und unbedeutend sie sein mögen, wurden abgedruckt, wie Alles abgedruckt werden soll, was Zeugniß giebt von Ludwig Tieck’s Bedeutung im Auslande. Wen die Guten und Edlen fremder Nationen huldigend anerkennen, den dürfen wir mit zweifacher Berechtigung zu den Besten der unsrigen zählen.

I.

_Upsala_, den 25. Jun. 1835.

_Verehrter Meister!_

Der Ueberbringer dieser Zeilen ist ein junger mir sehr theurer Freund, Docens in der Ethik und Amanuens bei der hiesigen Bibliothek, Magister _Böttiger_; unter den jüngeren Dichtern meines Vaterlandes einer der vorzüglichsten. Wenn mein Nahme nicht Ihrem Gedächtniß entschwunden ist, wage ich den reisenden Freund, der nach Italien geht, hiemit Ihrem Wohlwollen zu empfehlen. Und da er, was mich und meine Unternehmungen betrifft, den Dienst eines _lebendigen_ Briefes leisten kann: so hab’ ich für jetzt nichts mehr hinzuzusetzen, als mich mit der innigsten Bewunderung und Liebe zu unterzeichnen

Ihr treu ergebenster _P. D. A. Atterbom_.

II.

_Upsala_, d. 20. Mai 1838.

Gewiß entschuldigen Sie, mein hochverehrter Meister, die Dreistigkeit, mit der ich die jetzt sich darbietende Gelegenheit ergreife, nicht nur einen jungen Freund, ~Dr.~ _Sredbom_ v. Upsala, zu gütiger Aufnahme, sondern auch mich selbst zu gütiger Erinnerung zu empfehlen. In Ihren Schriften seit meiner frühesten Jugend, beinahe täglich lebend und webend, wie glücklich wäre ich, wenn zu diesem Band geistiger Vereinigung auch das Zusammenseyn, die räumliche Nähe _persönlicher_ Gegenwart sich gesellen dürfte! Da mir aber dies versagt ist, und ich Sie nur mit meinem Dankgefühl, meiner Sehnsucht, meiner Liebe, meiner Ehrfurcht umfassen kann, so muß ich freilich mich damit begnügen, daß hin und wieder ein reisender Freund, als mein Stellvertreter, ausführlicher dasjenige ausspricht, was diese armen Zeilen nur dürftig und scheu andeuten. --

Daß Sie die schwedische Sprache kennen und schwedische Dichter lesen, haben mir mehrere, z. B. der Buchhändler _Bonnier_, erzählt; ich werde Ihnen also, wenn Gott Leben und Gesundheit giebt, im künftigen Frühjahr mit ein paar größeren Dichtungen, die mich jetzt beschäftigen, aufwarten. Die zwei herausgegebnen Bände meiner gesammelten Gedichte (die _meisten_ meiner _lyrischen_ Versuche enthaltend) haben Sie vielleicht schon durch den Bonnier. Im dritten, vierten und fünften werden die größeren Compositionen folgen. So ist mein Plan; aber _~homo proponit, Deus disponit~_. -- Mehreres von mir, von der schwed. Litteratur, und von dem aufblühenden trefflichen Finnischen Dichter _Runeberg_, wird Ihnen Sredbom erzählen. -- Gott mit Ihnen.

Ihr treuster _Atterbom_.

III.

_Ballstad_ (in der Nähe von Upsala), d. 15. Juny 1844.

_Hochverehrter Meister und Freund!_

Der Ueberbringer dieser Zeilen, _Josephson_, Doctor der Philosophie, wünscht sehnlich, Ihnen sich vorstellen zu dürfen. Er ist ein junger Mann von dichterischem Gemüth und ästhetischer Bildung; ein talentvoller Musiker und genialer Componist, der auch selbst die Worte zu seinen Liedern setzt; übrigens mein Freund, dem ich vom Herzen gern bei Ihnen, wenn mein Nahme nicht schon längst Ihrem Gedächtniß entfallen ist eine gütige Aufnahme erbitte.

Ihr treu-ergebenster _Atterbom_.

=Aubin, St.=

Näheres weiß die Redaktion über diesen Mann nichts zu berichten, als daß er längere Zeit hindurch Mitglied der französischen Schauspielergesellschaft in Berlin gewesen und von Tieck auf jede Weise ausgezeichnet worden ist. In wie fern seine Bedeutung auf der Bühne solche Gunst verdiente, darüber mögen Alle Zeugniß ablegen, die sich an seinen Darstellungen ergötzten. Daß er aber auch als Mensch Achtung einflößen mußte, bekunden diese Briefe. Und wer irgend Gelegenheit fand, die geistige Ausbildung namhafter französischer Akteurs, besonders ihr Verhältniß zu deutscher Literatur und Poesie zu ergründen, der wird den Werth eines Mannes erkennen und schätzen, welcher sich _so_ über Ludwig Tieck’s „Hexensabbat“ ausspricht!!

I.

~_Dresde_ 11. août 1840.~

~_Monsieur_,~

~J’ai l’honneur de vous renvoyer le _Sabbat_ que vous avez bien voulu me prêter. Hélas! forcé de partir ce soir, c’est un pied, déjà dans ma chaise-de-poste, et au grand galop de mes yeux fatigués, mais toujours avides que j’ai pu parcourir ce tableau vivant et parlant du XV siècle. Oui, c’est bien là notre France du Nord; c’est bien là la vieille Flandre. Ce sont les superstitions, la foi et les moeurs du moyen-âge; avec ses habitudes, son langage et ses vieux haut-de-chausses. On croit voir; on croit entendre!~

~Walter Scott a peint les traditions, les usages, les lois antiques de l’Angleterre, et surtout de l’Ecosse; Victor Hugo, dans Notre-Dame-de Paris celles de l’ancienne Lutèce; tous deux ont écrit de leur patrie, dans leur patrie; Vous, Monsieur, vous avez écrit sur un pays qui n’est pas le vôtre; mais réalisant la maxime: „_que l’Univers entier est la patrie du Génie_,“ vous avez dépeint de vieilles moeurs étrangères, mortes depuis longtems, comme si elles posaient vivantes et agissantes devant vous; et vous surpassez souvent ces hommes de génie, par la simplicité du style, la franchise des narrations; et Vos inventions deviennent des vérités!~

~Oui, et ce n’est ici que l’expression franche et sincère de ma pensée et de mes sentimens, l’original était si vrai, si simple et si vigoureux, à la fois; que malgré le _lavage_ des épreuves, et les _dangers de la traduction_, les couleurs sont restées brillantes, les nuances vives et les teintes chaudes!~

~Combien je regrette de ne pouvoir savourer, à mon aise, tout se que font et disent tous ces personnages que vous savez nous rendre si intéressants! J’éspère y revenir.~

~Veuillez agréer l’hommage de ma gratitude et de ma bien vive et sincère admiration.~

~Votre très humble et très-dévoué serviteur, _Ad. St. Aubin_.~

~P. S. C. Quant au projet théâtral...... j’attendrai que vous daigniez me faire connaître s’il y a possibilité de le mettre à exécution, et si je dois me rendre à Dresde pour cela. Je sais qu’ une solution prompte et positive doit être difficile à obtenir dans une affaire de cette importance; cependant ce serait le cas de profiter de la crise dans laquelle je me trouve placé. Si j’avais quelque garantie je romprais mon contrat; je le pourrais peut-être, en ce moment. Le pourrais-je plus tard?.... je vais attendre.~

~Behren Strasse 57 à Berlin.~

II.

~_Berlin_, 24. Août 1840.~

~_Monsieur_,~

~Mr. de Villers qui a bien voulu se charger de s’informer auprès de vous, des dispositions premières de Monsieur de Lüttichau, m’écrit, en ce moment, que „le projet obtiendrait l’assentiment de Mr. le Comte, si la base et les conditions en étaient différentes.“~

~J’écris aujourd’ hui même à Mr. de Lüttichau; et je le prie de me faire connaître bientôt les diverses modifications, et les conditions auxquelles, il lui conviendrait d’avoir à Dresde, un bon théâtre-français.~

~Je suis si désireux de quitter le triste séjour de Berlin, ainsi que mon gracieux Directeur; que je ferai tous mes efforts pour concilier mon désir à cet égard, avec les charges très-onereuses, mais inexorables, d’une troupe à l’etranger.~

~Si, d’aprés la communication de Monsieur de Lüttichau, j’entrevois une possibilité d’éxécution; je partirai, de suite, pour Dresde; afin d’arriver plus promptement, et plus sûrement au but. Vous seul pouvez y conduire. C’est à vous seul que Dresde devra son théâtre-français; s’il y a lieu ainsi donc, et pour Dieu! prenez-moi par la main, et ne me quittez pas.~

~Je voudrais finir cette lettre sans vous parler de ma vive gratitude pour toutes vos bontés; mais elle est trop sincère, et trop sentie, pour la passer sous silence.~

~Bien que Mr. de Villers ne me donne aucun détail spécial dans sa lettre; je crois cependant y démêler, que les bonnes dispositions de Mr. de Lüttichau auraient pour base: _trois mois seulement_ de service français. Hélas! Ce serait alors une chose impossible; car, que m’offrirait-il d’indemnité pour trois mois, et comment employer les neuf autres? C’était déjà trop des quatre mois que je m’étais réservés. _Privilèges, permissions, recettes_, tout est éventuel dans les villes voisines. La _moitié_ de la recette est souvent peu de chose; et les permissions de jouer peuvent même manquer complétement. Je veux bien courir la chance de ne pas gagner; mais non celle de tout perdre. A ce propos, je joins ici une note detaillée du personnel et des frais indispensables d’une troupe à l’Etranger. Elle vous fixera su la dépense approximative, et vous donnera la mesure du possible et de l’impossible. Ce dernier mot me chagrinerait beaucoup, mais enfin, Dieu et Tieck aidants, j’éspère encore et j’attends!~

~Veuillez agréer, et ma haute considération, et es sentiments empressés et affectueux.~

~_Ad. St. Aubin_, Behren Strasse _Berlin_.~

III.

~_Berlin_, den 6. 8bre 1842.~

~_Monsieur_,~

~L’année dernière je m’étais rendu à Potsdam pour avoir l’honneur de vous y faire ma visite. Malheureusement vous étiez malade, vous ne receviez point; et, plus tard, vous aviez quitté cette résidence. J’apprends maintenant que vous y êtes revenu; et comme il n’est jamais trop tard pour acquitter la dette de la reconnaissance, mon coeur cède au besoin qu’il éprouve depuis longtemps, de vous remercier, avec éffusion, de toutes les choses bienveillantes que mon faible talent a inspirées à votre indulgence. Vos suffrages sont si glorieux, ils honorent, et ils élèvent tellement celui qui en est l’objet, que le bienheureux artiste les inscrit au premier rang de ses plus beaux succès, et de ses plus chers souvenirs!~

~Je dis: souvenirs, Monsieur; et ce mot est l’expression de ma pensée intime; car bientôt, je pense, je quitterai Berlin: j’abandonnerai cette belle et tranquille capitale, pour laquelle j’avais renoncé aux succès de Paris, à son fracas, à sa vie dévorante. Oui, bien que la durée de mon contrat soit encore d’environ trois années, j’en sollicite en ce moment la résiliation. Je l’obtiendrai facilement puisque depuis deux ans, depuis la cessation forcée du procès qui m’avait été intenté, on n’a pas cessé de me pousser à cette pénible résolution par les passe-droits, et les vexations de toute espèce. On cherche à m’effacer, on veut m’annihiler en me forçant à jouer sans-cesse des rôles nuls et mauvais; et en écartant, sous divers prétextes, les pièces, qui m’offriraient des rôles profonds, ou brillants. On saisit, on fait naître même toutes les occasions possibles pour me blesser et m’abreuver de dégoûts. Je n’y puis plus tenir. Ma santé, déjà mauvaise au printemps dernier, s’est gravement altérée par ces piqûres de tous les instants. C’est au point que les médecins me conseillent sérieusement un séjour de quelques mois en Italie. Mais renoncer à mon contrat dont les appointements font vivre nos familles! C’est là un parti cruel, désastreux!.. Qu’il faut prendre pourtant; car ma patience, si longtemps à l’épreuve, est à bout. Je cède; je me retire. -- Mais pardon, je ne voulais vous parler que de la reconnaissance de l’artiste, et je m’apperçois que je vous entretiens de ses chagrins. Hélas! le coeur le l’homme est fait ainsi, ses joies, ou ses douleurs le débordent toujours.~

~Adieu, Monsieur. Agréez, je vous prie, le voeux que je forme pour votre chère et précieuse santé. C’est aussi là, sans-doute, votre ardent et unique souhait. Que pourriez-vous ambitionner de plus? N’avez-vous pas la bienveillance d’un Roi qui honore tout ce qui est noble, et grand; qui recherche et récompense le Génie. C’est tout simple. Il s’y connaît; il est, dit-on, de la famille.~

~Adieu, Monsieur. Adieu encore, car je ne sais si quelques mois du doux ciel d’Italie me rendront la santé. J’ignore si je pourrai jamais revenir à Berlin! Je garderais donc le regret que j’emporte: celui de n’avoir pû me montrer à un juge têl que vous, dans un de ces grands rôles, un de ces caractères vigoureusement tracés que j’aime tant; et qu’il ne m’a pas été possible de jouer.~

~Je suis, avec une très-haute, et très-affectueuse considération,~

~_Monsieur_, Votre très-humble, et dévoué serviteur, _Ad. Saint-Aubin_.~

=?Auguste.?=

Brief an Fritz und Tieck.

Ohne Datum.

Du wirst wohl etwas tolle sein, Und Deine Vernunft ganz klumperklein Wegen der fatalen Geschichte Von unserm weltberühmten Fichte. Darum will ich Dich dispensiren, Mir vor’s erste wieder ein Briefchen zu schmieren. Doch sobald Du wieder Vernünftich bist, (Bis dahin ists wohl noch ’ne ziemliche Frist) Mußt Du mir wieder einen schreiben, Und Mein Diener stets treu verbleiben. Auch ich bin ganz des Giftes voll, Und auf den alten Kaufmann toll, Der mir mein Schwesterchen entführt, Eh’ ich es orntlich lernte kennen, Ich möchte den häßlichen Menschen verbrennen! Doch was ist weiter da zu thun? Man muß in der süßen Erwartung ruhn, Daß alles sich noch recht glücklich ende, Und sie, und Du, und Deine Veit Bei uns bleiben bis in Ewigkeit. Für’s erste ist es doch noch gut, Daß Tieck und Du im Sommer kommen. Daß der Gedank’ euch nur nicht wird benommen, Sonst würd’ ich Euch entsetzlich schelten, Und euch auch gleiches mit gleichem vergelten, Und im Herbst nicht kommen nach Berlin, Und läse aus Rache auch nicht Tiecks Zerbin! Drum laßt euch rathen und kommt wie der Wind, Damit ihr dem Unglück vorbeugt geschwind.

Das muß ich Euch nun betheuern sehr, Die Unger’n trüg’ ich gleich ins Meer, Wenn ich an Eurer Stelle wär; Und wenn ihr meinen Rath befolgt, So hängt ihr einen Mühlstein an, Damit sie nicht an’s Ufer kann; Denn unkraut geht so leicht nicht unter. Ihr seht, ich bin entzezlich toll Und ganz des dummen Zeuges voll, Das macht ich habe Faust gelesen, Da fuhr in mich sein tolles Wesen. Nun gute Nacht! es brummt zehn Uhr, Daß es mir durch alle Glieder fuhr.

Nehmt mir’s nur nicht schief, Daß ich nicht eher einschlief Und euch noch erst so ennuyirte; Es ist gewiß nicht gern geschehn, Denn eigentlich war’s auf amusement für euch abgesehn. Und wenn ihr just nicht in der Laune Seid, das heute zu lesen so laßt’s liegen. Der Geist davon wird nicht verfliegen. Nun grüß’ ich euch ins gesammt recht schön Und werde bald zu Bette gehn.

An _Auguste._ _Friedrich Schlegel_ ich habe würklich sehr geschmiert, und seinen Busenfreund doch das Blättchen bedarf keiner _Ludwig Tieck_. äußeren Zierd.

=Bacherer, Dr. G.=

Wäre auch dieser Herr B. der, theils in Wien, theils an andern Orten als „Publizist“ thätige, Verfasser eines unter dem Titel „Portefoglio“ erschienenen Buches voll politischer, diplomatischer, litterarischer und anderer Anekdoten -- oder Unwahrheiten, so würde dessen Autorruhm schwerlich Veranlassung geben, seinen Namen unserer Briefsammlung einzureihen. Nachstehende Zeilen sind jedoch immer ein hübscher Beitrag zur Entstehungsgeschichte gewisser anonymer Feindseligkeiten gegen Männer wie Tieck. „Ah, Du warst beschäftiget, Du warst unwohl, und Du hast mich, _Mich,_ der ich mir einige pikante Notizen für einen höhnischen Journalbericht aus Dresden bei Dir holen wollte, nicht angenommen? Du hast mir die Gelegenheit geraubt, Dich in Deiner Häuslichkeit zu belauern, und dann Witze darüber zu machen? -- Na, warte! Dessen „„werd’ ich eingedenk seyn!““

Ew. _Wohlgeboren_