Part 22
[67] Plinius handelt in seiner Naturgeschichte VII, 84 über namhafte Schnelläufer und ihre Leistungen; aber er weiß da als Beispiele nur Griechen zu nennen, und indem er schließlich auch nach einem römischen Namen sucht, findet er keinen einzigen außer Tiberius, der Tag und Nacht zu seinem erkrankten Bruder Drusus nach Germanien eilte, aber im Wagen! Das ist bezeichnend.
[68] Livius 26, 35.
[69] Livius 34, 1, 5 und 2, 12.
[70] Juvenal 11, 2.
[71] Varro ~de lingua lat.~ 6, 27.
[72] Sueton, Vespasian ~c.~ 8.
[73] Von den ~viae vicinales~ sind die Kommunalstraßen, ~viae communes~, und von diesen wieder die ~viae publicae~ verschieden; an den Vicinalwegen steht angeschrieben, wer den Weg in Ordnung zu halten hat; s. Agrimensoren ~ed.~ Thulin I, S. 110.
[74] Livius 22, 7.
[75] Livius 21, 9.
[76] Livius 21, 20.
[77] Cicero ~pro Balbo~ 34; Lucrez 3, 1032.
[78] d. h. 20 Millien; Vegetius ~de re mil.~ 1, 9.
[79] Riepl, S. 129. Ich entnehme dem Buch Riepls einige weitere Angaben. Caesar soll einmal am Tag 75 ~km~ zurückgelegt haben (S. 132); der mazedonische König Philipp III. gar 90 ~km~ (S. 134). Mit welcher Vorsicht solche Angaben aufzunehmen sind, habe ich im Rhein. Museum Bd. 70, S. 253 f. gezeigt: Hannibal sollte nach der Schlacht bei Cannä in fünf Tagen mit seiner Reiterei in Rom sein und Rom einnehmen können; Riepl bemüht sich ernstlich, dafür die tägliche Kilometerzahl auszurechnen. Ich habe aber nachgewiesen, daß die Fünfzahl im Altertum nur eine ungefähre Summe ist, die nichts weiter als „in kurzer Zeit“ bedeutet. Die Beispiele, die ich für diesen Sprachgebrauch dort beibrachte, könnte ich jetzt noch vermehren, und so wird es dann auch wohl mit der Angabe nicht besser stehen, daß Ämilius Paulus in 5 Tagen von Delphi zu seinem Heer nach Mazedonien eilte (Riepl, S. 151). Zur Vergleichung seien noch einige Marschleistungen der neueren Zeit hierhergesetzt, deren Kenntnis ich der Güte des Generalleutnants August Beß, Exzellenz, verdanke. Man rechnet heute als +höchste+ Marschleistung in 24 Stunden für Kavallerie und reitende Artillerie 80 ~km~, für Kavalleriepatrouillen 120 ~km~, für Infanterie 50 ~km~. Die Leistungen werden aber oft beeinträchtigt durch den Einfluß der Jahreszeit und Witterung, der Wege und der Größe des Truppenverbandes selbst. Friedrich der Große und Prinz Heinrich haben nicht selten 30 bis 40 ~km~ an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen von ihren Truppen verlangt, obwohl sie damals noch in steter Schlachtbereitschaft marschierten. Einzelleistungen: auf der Verfolgung nach Jena im Jahre 1806 hat die Avantgarde des Korps Lannes auf tiefsandigen Wegen 100 ~km~ in 50 Stunden zurückgelegt, also 48 ~km~ in 24 Stunden. Unter Diebitsch wurde 1831 von Wysoko nach Pyski an einem Tag 7 Meilen, 50 ~km~ marschiert. 1864 zog das dritte preußische Korps von Christiansfeld bis Warnitz-Apenrade in 12 Stunden 6½ Meilen (bis 45 ~km~); 1870 am 16. und 17. Dezember das neunte Korps bei starkem Regen und sehr schlechtem Wetter von Blois nach Orleans, etwa 70 ~km~ in 33 bis 36 Stunden (einschließlich Nachtruhe).
[80] Riepl, S. 149.
[81] Philostrat II, ~p.~ 43, 27 ~ed.~ Kayser.
[82] Noch Claudian schrieb ein Gedicht ~De mulabus Gallicis~.
[83] Gellius 15, 4.
[84] Anders als im letzten Weltkriege. Ich möchte die Worte hierher setzen, die Exzellenz Gröner Anfang März 1917 in Düsseldorf im Verein der Eisenhüttenleute gesprochen hat: „Heute müssen die Heere auf Räder von Eisen gestellt werden, und so rollen sie dem Feinde entgegen, von einem Kriegsschauplatz zum anderen, und die Eisenindustrie liefert dem Heere nicht nur die Beine, sondern vor allem auch die stahlgepanzerte Faust.“
[85] Die Sache scheint befremdlich (vgl. H. Delbrück, Preußische Jahrbücher Bd. 167, S. 211 Anmerkung); für Trajan aber haben wir das Zeugnis der Trajanssäule und Plinius Panegyr. 14; für Alexander Severus die Vita 48, 4; für Caesar Sueton Caes. 57; für Marius Plutarch Mar. 13. Weniger beweisend ist das περιϊών bei Plutarch im Leben des Antonius c. 47 und Lukull als πεζός Plut. Lukull 28. Dagegen sehen wir den Agricola zu Pferde (Tacitus Agr. 35), ebenso Sulla (Plut. Sulla 21), ebenso Maximin (~Script. historiae Aug. Maximin~ 12); vgl. auch Livius 22, 3, 11 u. 49, 3. Genauer schreibt Claudian ~De IV. consul. Honorii~ 349 dem Imperator vor: ~nunc eques in medias equitum te consere turmas, nunc pedes assistas pediti~; d. h. schließt der Oberfeldherr sich der Infanterie an, so soll er zu Fuß gehen, mit der Kavallerie reiten.
[86] ~Expedire~ heißt eigentlich den Fuß befreien, wie ~impedire~ den Fuß hemmen, ~compedire~ die Füße mit Fesseln zusammen schließen. Jenes bestand darin, daß man das schleppende Kleid hoch gürtete; der Kriegsmann geht ~cinctus~, d. h. er gürtet das Kleid. Wichtig zum Verständnis ist, daß der alte Plautus Amph. 308 schreibt: ~cingitur: expedit se~: „er gürtet sich, er will freien Fußes losfahren.“ Das wird hernach im übertragenen Sinn gebraucht, und Livius schreibt 38, 21: ~expedire se ad pugnam~, d. i.: „alles Gepäck beiseite werfen, um kämpfen zu können.“ Deshalb heißt „Expedition“ in der alten Heeressprache dasjenige militärische Unternehmen, bei dem ein Wagentroß nicht mitgeführt wird; so wiederum bei Livius: ~cum promptissimis iuvenum praedatum atque in expeditiones ire~. Wer ~promptus~ ist, ist ~expeditus~. Vgl. auch Hirtius, ~Bellum Gallicum VIII~, 34, wo es die ~expediti~ sind, die nächtliche „Expeditionen“ unternehmen.
[87] Seneca, Epistel 87 und 123, 7. Gute Abbildungen bespannter Wagen sind selten; um so wertvoller das neugefundene griechische Marmorrelief aus älterer Zeit: Archäol. Jahrbuch 1918, Anzeiger S. 15, Abb. 13.
[88] Statius Silven 3, 5, 75.
[89] Seneca Ep. 77.
[90] Juvenal 14, 265 ff.
[91] Tacitus Ann. 2, 53 und 61.
[92] Horaz, Ep. 1, 11, 11.
[93] ~iter solum per avia nemorosa~, Mosella Vers 5.
[94] Auf „Gehen“ weisen alle Wörter, die da Ausonius braucht: ~transieram~ V. 1, ~ingrediens~ V. 5, ~per avia~ V. 5, ~praetereo~ V. 7. Ich verstehe nicht, wie Hosius S. 26 seiner Ausgabe ansetzen kann, Ausonius sei dort auf der Römerstraße mit der Reichspost gereist.
[95] ὁδοιπόρος ist der Reisende nur, sofern er zu Fuß geht (vgl. z. B. Plutarch Antonius c. 62). Nach der Überlieferung lautet der Titel des Gedichtbuches des Persius freilich nur „~opericon librum unum~“ (Sueton ~p. 75 R.~). Äußerlich näher läge es, dies in „ὀπωρικῶν ~librum unum~“ zu verbessern. Dies wären Lieder zur Obsternte. Indes ist ὀπωρικός ein Wort, das sich kaum belegen läßt, und ich halte deshalb an dem im Text Gegebenen fest. Vgl. übrigens ~hodoeporium genus (?) cantilenae~; G. Esau, ~Glossae ad rem librariam pertinentes~, Marburg 1914, S. 109.
[96] ~viam vorare~, Catull 35, 7. Man hat hierfür an den modernen „Kilometerfresser“ erinnert.
[97] Rhein. Museum Bd. 69, S. 390.
[98] Apostelgeschichte 20, 13: πεζεύειν.
[99] Digesten II, 11, 1; Riepl, S. 145.
[100] Apostelgesch. 28, 11, vgl. übrigens E. Aßmann in Baumeisters Denkmälern, S. 1623.
[101] Vgl. Rhein. Mus. 65, S. 474; meine Katalekton-Ausgabe, S. 123.
[102] G. Wissowa, Religion und Kultus der Römer, 2. Aufl. S. 277.
[103] Vgl. Cicero ~pro Roscio Amerino~ 18.
[104] Horaz, Ep. I, 11, 11.
[105] Cicero ~pro Cluentio~ 163: ~Ambivius homo multorum hospes, copo de via Latina.~
[106] Marquardt-Mau, Privatleben, S. 472. Ein As sind etwa 4 Pfennige.
[107] Das Bett ist offenbar bei dem Posten „Mädchen“ mit eingerechnet.
[108] ~naves tabellariae, naves cursoriae.~
[109] Ein anderer herrlicher Schiffstyp waren die ~myoparones~ der kleinasiatischen Piraten, deren sich z. B. Mithridates bediente, um an Sertorius in Spanien rasche Nachricht zu bringen: vgl. Cicero Verrinen 1, 86 f.
[110] Sueton, Octavian 49.
[111] Riepl, S. 221.
[112] Riepl, S. 263.
[113] S. 181.
[114] Tacitus Historien 2, 54.
[115] Plutarch Galba 7.
[116] Vgl. das ~ambulare per Britannos~, Vita Kap. 16. Einmal hören wir, daß Hadrians Wagen zerbricht; er reist dann zu Fuß und überholt den gleichzeitig laufenden Militärboten: Vita 2, 6.
[117] Vita Kap. 23.
[118] Ein gewisser Oppius hatte das damals zeitweilig in Händen.
[119] Riepl, S. 142.
[120] Den regen Betrieb veranschaulicht uns auch Cicero ~ad Atticum~ 2, 12: Cicero reist eben über Land und hat auf der uns bekannten Station Tres Tabernae schon frühmorgens einen Brief an Atticus abgehen lassen. Als er nach Forum Appi kommt, ist es immer noch Vormittag; da schreibt er abermals an ihn und erzählt nun: „eben war ich in Tres Tabernae angelangt, da läuft Curio (ein guter Bekannter), der aus Rom kommt, mir entgegen, und gleich kommt da auch dein Diener mit den Briefen von dir an. Erst höre ich den Curio erzählen; politische Neuigkeiten: „weißt du’s noch nicht? Publius will Tribun werden.“ „Und was macht Caesar?“ und so fort. Ich umarme ihn, entlasse ihn und reiße sofort deine Briefe auf; sie melden dasselbe.“ Diesen Brief kann Cicero nun aber nicht gleich an Atticus abgehen lassen; ein Bote fehlt, und er wird erst am folgenden Tag abgeschickt (Riepl, S. 259).
[121] Riepl, S. 280 f.
[122] Riepl, S. 309.
[123] Cassius Dio 63, 114.
[124] Cicero ~ad fam. VIII~, 1.
[125] Die ~acta diurna~ hießen auch ~acta urbana~, weil nämlich nur Dinge der Hauptstadt darin standen, sie hießen auch ~acta publica~, sofern sie unter Aufsicht des Staates redigiert wurden.
[126] In des Tacitus Zeit wurden die Senatsakten freilich nicht mehr vollständig, sondern nur in Auswahl publiziert, aber ihm, als Senator, standen die vollständigen Verhandlungsberichte ohne Frage zur Verfügung.
[127] Auffällig ist auch, daß diese Akta nie mit Buchzählung zitiert werden, welche doch, falls eine Unzahl von Buchrollen, die die Jahrgänge enthielten, sich ansammelte, unerläßlich war. Daß wir sie nie als Jahrgänge, d. h. nach dem Jahr ihres Erscheinens zitiert finden, erklärt sich schon daraus, daß das Altertum eine Jahreszählung überhaupt nicht hatte.
[128] Philostrat, Apollonius von Tyana VII, 16.
[129] Vegetius ~de re militari V~, 9.
[130] Cicero ~ad Att. XI~, 16, 4.
[131] Cicero ~ad fam. X~, 31 u. 33.
[132] Bei Plutarch (Caesar 37) wird es dem Caesar zum Vorwurf gemacht, daß er beim Wintersturm über das Meer setzt, was selbst ein Gott nicht könne; vgl. auch Plut. Antonius 7; Lucan V, 504 ff.
[133] Im Winter bringen auch dem Vespasian, der in Alexandrien ist, seine Verehrer aus Rom persönlich die Nachricht, daß Vitellius tot ist: Tacitus ~hist. III~, 48: dies ist ein Merkmal dafür, wie wichtig es damals war, sich des neuen Kaisers Gunst sofort zu sichern.
[134] Bei Cassius Dio 51, 45 wird noch ein ähnlicher Fall erzählt, wo Antonius im Winter über das, was Oktavian treibt, völlig ohne Nachricht bleibt. Übrigens stand es um das Jahr 400 n. Chr. ähnlich zwischen den getrennten Reichen des Arkadius und Honorius; von Constantinopel kommen nur verspätete und unzuverlässige Nachrichten nach Rom. Vgl. den Historiker Eunapius ~fr.~ 74 (meine Claudian-Ausgabe S. XXXIV, Anmerkung).
[135] Unter „London“ 28. April berichteten unsere deutschen Zeitungen folgende Mitteilungen. Daily Telegraph meldet: Die Nachricht von dem Aufruhr in Dublin wurde gestern früh hier durch Reisende aus Irland herübergebracht. Sie sprach sich vormittags in der Stadt herum. Daily Chronicle: Die Mitteilungen des Staatssekretärs für Irland im Parlament waren für das Haus eine vollständige Überraschung. Basel, 28. April: Der Überfahrtsverkehr von England nach Irland ist eingestellt. London, 27. April: Im Unterhaus sagte Birrell, er wisse nicht, ob die Postverbindung mit Irland funktioniere; zwei Dampferlinien seien unterbrochen. London, 28. April: Im englischen Oberhaus fällt die Äußerung, die Aufständischen haben das Kabel durchschnitten. Dann wird noch gemeldet, daß sie in Dublin das Hauptpostamt und zwei Bahnhöfe besetzten und alle Drähte durchschnitten.
[136] Juvenal 7, 97.
Die Laus im Altertum.
[137] Der Verfasser ist ~Dr.~ Ernst Schultze.
[138] In den umfassenden Werken über griechische und römische Altertümer und Sittengeschichte der Alten, die wir besitzen, von C. F. Hermann und seinen Fortsetzern, von Marquardt-Mau, von Blümner und Friedländer habe ich mich umsonst nach Auskunft über diesen Gegenstand umgesehen. Diese Werke notieren leider immer nur das, was die Alten besaßen, nicht, was ihnen fehlte; und oftmals ist das letztere noch charakteristischer für die Kultur als das erstere. Gleichwohl hoffe ich, daß mir in der nachfolgenden Zusammenstellung an Nachweisen über die Laus nichts Wesentliches entgangen ist.
[139] Diese vielen ~phth~ in der Transkription griechischer Wörter, wie ~phtheir~, ~Phthiriasis~, ~Naphtha~, ~Diphthong~, ~Diphtheritis~, ~Ophthalmologie~ u. a., sind überaus lästig für jeden Leser; seit der Renaissancezeit sind diese Schreibungen leider eingebürgert und schwerlich zu beseitigen. Die richtige lateinische Umschrift ist vielmehr ~ptheir~, ~Naptha~, ~Dipthong~ usf.
[140] Plutos 537.
[141] φθειροκομίδης bei Hesych.
[142] Beim Komiker Aristophon ~fr.~ 12 und 13 (Kock). Chr. Jensen machte mich auf diese Stelle aufmerksam. Wenn es dort im ~fr.~ 13 heißt: φθεῖρας δὲ καὶ τρίβωνα τήν τ’ ἀλουσίαν οὐδεὶς ἄν ὑπομείνειε τῶν νεωτέρων, so ist es verfehlt, an dem τῶν νεωτέρων zu rühren. Das ergibt sich schon aus dem, was ich dargelegt. Für die jüngere Generation waren solche Leute damals unerträglich geworden. Auch darf das ~fr.~ 12 mit ~fr.~ 13 nicht zu einer Texteinheit zusammengefaßt werden.
[143] Wolken 145.
[144] Thesmoph. 1180.
[145] Wespen 372.
[146] Frösche 115.
[147] Thesmoph. 218 ff.
[148] Friede 740.
[149] Vgl. z. B. Arist. Ritter 1060.
[150] Ritter 51.
[151] Ich erinnere an Kaiser Julian, der in seiner humoristischen Schrift „Misopogon“ wirklich von den Läusen in seinem Barte redet.
[152] Arist. Ekklesiaz. 63.
[153] Der Komiker Eubulos, ~fr.~ 32 K. Man vergleiche dazu Celsus VI, 6, 15 von der Läusekrankheit (worüber unten): wer an ihr leidet, dem muß der Kopf bis auf die Haut geschoren werden (~caput ad cutem tondendum~).
[154] Athenaeus ~p.~ 586 ~A.~
[155] Plato im Sophisten, ~p.~ 227 ~B~.
[156] Diog. Laert. VI, 39-47.
[157] Im „Culex“.
[158] Vgl. dazu auch die σαπρά bei Aristophanes Thesmoph. 1025.
[169] Martial I, 37.
[160] Auch in dem üblen Martialgedicht XII, 59 steht nichts von ihr. Erst barbarische „Textverbesserer“ der Neuzeit haben in dies Gedicht die Läuse gebracht. Vgl. Rheinisches Museum 71, S. 274.
[161] Sueton Domit. 3.
[162] Catull ~c.~ 23; danach Martial XI, 32.
[163] Novius 107.
[164] Festus, ~pag.~ 210: ~pedibus obsitum~.
[165] Titinius 177.
[166] Plautus Curc. 500.
[167] Lucilius ~v.~ 882 ~ed. Marx~; Marx hat die Stelle nicht richtig verstanden.
[168] Vidularia, ~fr.~ XIX: ~ubi quamque pedem viderat, subfurabatur omnis~: „wo immer er eine Laus sah, pflegte er sie gleich alle zu entfernen.“
[169] Appian, ~Bell. civil. I~, 101.
[170] Hinzugefügt sei endlich noch Plutarch, ~Quomodo adulator eqs. pg.~ 49 ~C~, der sagt: wie die Läuse den toten Menschen, so verlassen die Schmarotzer den reichen Mann, der verarmt. Vielleicht aber hat auch noch das Rätsel in der ~Anthologia Palatina XIV~, 19 auf die Laus Bezug; s. Ohlert, Rätsel und Gesellschaftsspiele (1886), S. 143.
[171] Auch Pheretime, die Königin, stirbt so; vgl. Herodot IV, 205.
[172] Pausanias X, 10, 6 ff.
[173] Herodot II, 37.
[174] Von den Adyrmachiden: Herodot IV, 168.
[175] Strabo IX, ~p.~ 492, 497 u. 499; auch bei Ptolemäus. In des Plinius Zeit hieß dies Volk Salae oder Saltiae; vgl. Plinius, ~nat. hist. VI~, 14.
[176] Das Waschen oder Baden bei den alten Germanen hebt schon Tacitus ~Germ.~ 22 hervor; vgl. Plutarch ~Mar.~ 19.
Der Mensch mit dem Buch.
[177] Die Homerfrage ist von mir genauer erörtert in meinem Buch „Kritik und Hermeneutik nebst Abriß des antiken Buchwesens“, München 1913, S. 89 f. und 247 f.
[178] Man hat den Umstand, daß Homer kein Buch erwähnt, gedankenlos genug, damit wegzudeuten versucht, daß Homer archaisiere und es deshalb, weil es den alten Helden nicht anstehe, unterdrückt habe. Warum erwähnt Homer denn doch die Schreibtafel? Es ist, wie auf der Hand liegt, zweierlei zu unterscheiden. Gewisse Dinge, wie vor allem die von Aristophanes so begünstigten ~turpia naturalia~, verschweigt Homer, weil sie dem Heldenstil nicht anstehen, andere Dinge deshalb, weil er sie +noch nicht kennt+. Er redet noch nicht von Münzen, von Götterbildern, noch nicht von der Jahreszeit des Herbstes und so manchem anderen, was erst die spätere Kultur und Gedankenentwicklung brachte. Auch Hühner kennt Homer noch nicht, die erst später aus Asien zu den Griechen kamen. Mit Überzeugung stellen wir hierzu auch das Buch, das, sobald es aufkam, ein Stolz des Griechen war; denn, wie die Bildwerke uns zeigen, traten die Dichter und Sänger stets mit der Buchrolle in der Hand vor ihr Publikum. Es war nicht nur Hilfsmittel, es war Abzeichen ihres Berufs. -- Die Schrift auf der Schreibtafel des Bellerophon war übrigens gewiß nicht die phönizisch-griechische, sondern die ältere Zeichenschrift, also die „ägäische“, worüber Evans, ~Cretan pictographs~, London 1895. Vgl. Petersdorff, Germanen und Griechen (1902), S. 49 f.
[179] Eine andere Überlieferung besagt, daß Homer blind geboren war und daß ὅμηροι bei den Doriern die Blinden hießen; vgl. die Scholien zu Lucian, ~ed.~ Jacobitz IV, S. 191.
[180] Vgl. hierüber Gregorovius, Wanderjahre in Italien Bd. 3, (1881), S. 299. Auch in Bosnien treten übrigens Blinde noch heut als Volkssänger auf, wennschon sie keine Gilde bilden; s. Sitzungsber. d. Wiener Akad. Bd. 173 (1914), 3. Abh., S. 16.
[181] Diese Möglichkeit hielt mir Rudolph Wagner im Korrespondenzblatt für die höheren Schulen Württembergs 21 (1914), S. 456 entgegen.
[182] Es sind 27803 Hexameter, die auf 466 Tafeln stehen konnten, wenn jede Tafel 60 Verse aufnahm.
[183] Zum folgenden vergleiche Kritik und Hermeneutik S. 249 ff.
[184] Vgl. a. a. O. S. 277.
[185] Über die Hesiodfrage a. a. O. S. 220 ff.
[186] Vgl. hierzu: „Die Buchrolle in der Kunst“, Leipzig 1907, S. 10 ff.
[187] Man setzt das Leben des Stesichoros schätzungsweise in die Jahre 640-555; früher als das Jahr 600 aber braucht keins seiner Werke entstanden zu sein.
[188] Hierüber vergleiche Rud. Herzog: „Die Umschrift der älteren griechischen Literatur in das jonische Alphabet,“ Leipzig 1912; Kritik und Hermeneutik S. 133 und 379. Weitere Bestätigung brachten J. Wackernagels Sprachliche Untersuchungen zu Homer, Göttingen 1916.
[189] Vgl. zum Vorstehenden Kritik und Hermeneutik S. 307; Das antike Buchwesen (Berlin 1882) S. 433 ff., Die Buchrolle in der Kunst S. 212 f.
[190] Die Schilderung ist nach Achilles Tatios ~p.~ 121 ~ed.~ Hercher gegeben. Vergleiche übrigens Kritik und Hermeneutik S. 203 ff.; Die Buchrolle in der Kunst S. 6 f.
[191] Vgl. Kritik und Hermeneutik S. 278 f. und 351 f.
[192] a. a. O. S. 295.
[193] Vgl. über die Ausstattung der Bücher a. a. O. S. 327 ff.; über die Bilderbücher S. 305; über die Einrichtung der Bibliotheken S. 335 ff. Genaueres, Die Buchrolle in der Kunst S. 282 ff., 228 ff.
[194] Was ich hier vortrage, ist in dem Buch „Die Buchrolle in der Kunst“ ausführlich dargelegt.
[195] Das erste geheftete Literaturbuch ist nachweislich im Jahre 84 oder 85 n. Chr. hergestellt worden; auch in den nächsten 100 Jahren blieb es eine Seltenheit; s. Kritik und Hermeneutik S. 345 ff.
[196] Vgl. die Abbildungen „Die Buchrolle in der Kunst“ S. 142-168 und 195.
[197] Vgl. hierzu Neue Jahrbücher Bd. 19 (1907), S. 714 ff.
[198] Vgl. „Buchrolle“ S. 325.
[199] Vgl. auch Claudian Stilicho II, 476; bei Prudentius ~Peristeph. I init.~ schreibt so Christus.
Verlagswesen im Altertum.
[200] Nachweise für das Folgende findet man großenteils in dem Buch „Kritik und Hermeneutik“ S. 315-327; Ergänzendes im Rheinischen Museum 72, S. 311 ff.
[201] Der Eunuch des Terenz macht eine Ausnahme; s. Donat. I, S. 266 ~ed.~ W.: ~ut rursus esset vendita et ageretur iterum pro nova~.
[202] Dies betont Horaz mit Nachdruck in der Ode IV, 8.
[203] Durch solche Aufgabenstellung sind Vergils Georgica und Aeneis entstanden.
Woher stammen die Amoretten?
[204] ~De Amorum in arte antiqua simulacris et de pueris minutis apud antiquos in deliciis habitis commentariolus Catullianus alter.~ ~Marpurgi~ 1892 (Elwertscher Verlag). Ich verweise im nachfolgenden kurz auf diese Schrift mit lateinischen Seitenzahlen. Nochmals habe ich den Gegenstand in der Deutschen Rundschau, Bd. 74, S. 370 ff. behandelt, ein Aufsatz, der im Vorliegenden wiederholt wird.
[205] Der Verfasser des Artikels „Eros“ in Pauly-Wissowas Realenzyklopädie scheint meine einschlägigen Arbeiten nicht gekannt zu haben.
[206] Vgl. E. Knoll, Über das Attribut der Beflügelung, München 1888; vorher J. Langbehn, Flügelgestalten, 1880. Paradox hierüber Victor Hehn, Reisebilder aus Italien und Frankreich (1894), S. 72, in Anknüpfung an Rafaels Vision des Ezechiel; mit diesem Gemälde Rafaels kann vielmehr das pompejanische Bild des fliegenden Zephyros mit Chloris (in Neapel) verglichen werden.
[207] Die Nikeflügel wurden mit den Erosflügeln identifiziert von Aristophon im Pythagoristen ~(fragm. comic. II~, ~p.~ 280, Kock).
[208] Vgl. ~De Am.~ ~p.~ XLII. Bei Alexis (Kock a. a. O., S. 305) steht als Ansicht der „Sophisten“: nicht der Eros selbst könne fliegen, sondern die Liebenden; aus Irrtum malten die Maler ihn selbst mit Flügeln.
[209] Vgl. Roscher, Mytholog. Lexikon III, S. 1410 und 1462.
[210] Die Analogien, die Usener „Götternamen“ S. 298, heranzog, sind nicht zutreffend. Er verkannte, daß die Amoretten gar keine Götter, kein Gegenstand der Religion waren; denn sie hatten keinen Kultus. Sie sind lediglich ein Spiel der dichtenden Phantasie, und solchem Phantasie-Spiel kann man nicht auf gleichsam grammatischem Wege mit Analogien, wie Usener sie bringt, beikommen. Wer Poesie erklären will, muß in das volle Menschenleben greifen; denn alle Dichtung ist Reflex des Lebens, und das Leben ist kompliziert. Ein paar Zeilen genügen nicht, um die Sache zu erledigen.
[211] Alexis im Phaidros bei Kock, Bd. II, 386.
[212] Man vergleiche den Ausspruch des Ptolemäus bei Athenäus S. 536 ~E~.
[213] Vgl. ~De Am.~ ~p.~ X.
[214] Vgl. ~p.~ XXXVII.
[215] Vgl. zum Folgenden ~p.~ X ff.
[216] Vgl. Seneca ~de tranquill. animi~ 17, 4.
[217] ~Eurip. fr.~ 856 Nauck, aus Aelian ~var. hist.~ 12, 15. Schon die Anführung des Herkules verrät, daß dies stoisch-zynische Ausführungen waren.
[218] Vgl. hierzu Aelian a. a. O.; Athenäus B. XII, S. 518 f., die auf gleiche Quelle (Favorinus?) zurückgehen.
[219] Prudentius in der ~Psychomachia, praef. v.~ 30.
[220] Ähnlich Kinder in der Rennbahn bei Cassius Dio 72, 13.
[221] Vgl. ~p.~ XXXV ff. „Wein und Kinder reden die Wahrheit“ war ein griechisches Sprichwort (Philol. Suppl. Bd. VI, 1891, S. 249).
[222] Catull ~c.~ 55; zur richtigen Lesung des Textes dieses vielfach mißverstandenen Gedichts vgl. Philologus LXIII, S. 447 f.
[223] Vgl. ~p.~ XIII ff.
[224] Vgl. ~p.~ XVIII.
[225] Vgl. zum Folgenden ~p.~ XIX ff.; nackte Putten, Terrakotten von Zypern, s. Mitteilungen des Deutschen archäologischen Instituts in Athen, Bd. VI, S. 249.
[226] Vgl. auch das alte Werk ~Delle Antichità di Ercolano~, ~tom.~ VI (1771), ~p.~ 183-195.
[227] Helbig, Campan. Wandgemälde, Nr. 1390; vgl. auch daselbst in den Friesbildern unter Nr. 1401 ~b~ die Szene mit liegendem nacktem Kind und den zwei nachdenklichen Frauen. Delicien auf Vasenbildern z. B. bei Benndorf, Griechisch-sicilische Vasenbilder (1869), Tafel 36, Nr. 1 und 5; Kinderköpfe auf wertvollen Steinen z. B. bei Arneth, Monumente des Wiener Münz- und Antikenkabinetts (Kameen), Tafel 21, Nr. 3 und 9. Wozu hier von Amoren reden? Man sage nicht mehr aus, als man sieht.
[228] Man vergleiche auch den Knaben mit der Fuchsgans, in den Jahresheften des österreich. archäol. Instituts VI (1903), S. 226 ff.