Part 36
Novak (novus, der Neue) war des Helden Vorname, sein Beiname (nach bulgarischer epischer Überlieferung) Herr von der Burg Klisura (irgendwo bei Vakarel Ichtiman); sein Spitzname Debeljak (Dickwanst). Sein Bruder hiess nach den serbischen Guslarenliedern Radivoj und der Sohn Grujo (Georg). Klisura, griechisch Litharisa ist ein im bulgarischen Gebiet häufig vorkommender Namen auf Felsen erbauter Burgen, für den Serben dagegen ist klisura nur eine studena stijena, der kalte Felsen. Wenn nun Novak in einem kalten Felsen haust, befindet sich wohl im Gestein eine Höhle. Also erniedrigte erst die serbische Sprache und Sage den alten, greisen Novak zum Höhlenbewohner. Eine Sage gebiert die andere. Was mag den fürtrefflichsten aller Kämpen zur Flucht in die Einöde bewogen haben? Die Sage macht dafür schlankweg »die verfluchte Königin Jerina« (prokleta Jerina) verantwortlich. Diese, im übrigen recht harmlose Dame, hauste in Zvornik oder auf der Veste von Srebrnica in Bosnien. Statt der Zugtiere liess sie Menschen vor den Pflug spannen und heischte vom Volke hohe Steuern. Das Steuerzahlen war aber bei den Serben nicht einmal in der epischen Epoche ein beliebter Sport. Bei den Chrowoten und Serben verspricht fast jeder Parlamentkandidat in seiner Programmrede den versammelten Wählern gänzliche Aufhebung aller Grundsteuern und Abgaben, oder zum Mindesten deren Abwälzung auf die Juden [182]. Das packt. Auch Novak entschloss sich, sein Volk zu befreien, und:
odmetnu se Novak u hajduke »ins Räuberleben schlug sich Novak fort«.
Dort in der Felswand lässt ihn mit seinem Sohne und dem Gefolge das Volk hausen und von Zeit zu Zeit auf Abenteuer ausgehen. Wenn irgend etwas Grosses in der Welt vorfällt, laden die übrigen Helden gern den alten, achtzigjährigen Haudegen zur Teilnahme am Zuge ein. Im Guslarenlied ist der greise Novak immer volle achtzig Jahre alt. Was Wunder, wenn sich Novak auch einmal in der ehrwürdigen Rolle des Perseus zeigt, der Andromeda aus des Drachen Gewalt befreit. Davon handelt unser Lied.
Unsere Andromeda ist namenlos, ihr Vater ist nicht mehr König Kepheus sondern der Bulgarenfürst Michaël. Bulgarien ist für den bosnischen Guslaren ein weit entferntes Land, über dessen Lage und Bevölkerung er und seine Zuhörer fabelhafte Vorstellungen hegen. Das ist kein rechter Held ersten Ranges vor den Guslaren, der nicht schon den Drachen einmal getötet und die holde Maid erlöst hat. Prinz Marko und Relja, Mustapha von Kladuša und Orlović der Burggraf von Raab haben den Kampf glanzvoll bestanden, also auch Novak musste drankommen; denn:
nema kiše brez mutna oblaka ni junaka brez starca Novaka!
»ohn trübe Wolke gibt es keinen Regen und ohn den alten Novak keinen Degen!«
In einem anderen Guslarenliede besiegt Prinz Marko unter Mithilfe Reljas mit den Flügeln, einem Rufe der hartbedrängten Bevölkerung von Janina folgend, den Drachen vom See (Pambotis) und tötet bei der Gelegenheit den albanesischen Helden Musa kesedžija (Mustapha den Beutelschneider, Strauchritter) und dessen Gesellen Gjemo Brgjanin (Gjemo den Älpler). Der Drache (blôr, blavor) war eine 12 Ellen lange Schlange, die sich mit jungen Mädchen und Burschen zum Futter begnügte. In ihrem aufgesperrten Rachen konnte bequem ein fetter Mastochs Unterschlupf finden. Marko erwischt den fliehenden Musa just vor den Toren Litharisas und macht ihm und Gjemo den Garaus.
Das ist die Örtlichkeit unseres Guslarenliedes. Die Fabel klingt nur etwas anders, etwas modernisiert. Der Gebieter (Ban) der Burg von Janina (Janok) freit um die Prinzessin von Bulgarien. Der Fürst kann sie ihm nicht ohne weiteres überlassen; denn er weiss, was er seinem Drachen schuldig ist. Der Ban von Janok holt sich dann unter Beistand Novaks und anderer Helden die Braut ab, nachdem Novak das Ungeheuer glücklich getötet. Die Fabel erscheint hier ins Serbisch-ritterliche übersetzt und der märchenhaft grellen Szenerie einigermassen entkleidet. Der Drache hat menschliche Gestalt angenommen und sitzt als schwarzer Araber hoch auf einem brüllenden Beduinenrappen. Sonst erfreut sich der Schwarzaraber des Besitzes dreier Köpfe, wie z. B. der, mit dem mein Orlović einen Strauss ausgefochten [183]; von rechtswegen müsste er als Drache siebenköpfig sein. In unserem Liede ist der Araber bloss einköpfig, doch sieben Bräutigame und deren Gefolgschaften hatte er ums Leben gebracht. Ein bulgarisches Guslarenlied erzählt uns des näheren vom Aussehen des Arabers und es empfiehlt sich die kurze Schilderung hier zu wiederholen, um unser Lied damit erläuternd zu ergänzen, auf dass man begreife, was für wackerer Degen sein Besieger, Novak der Heldengreis, gewesen.
Ein Brautgeleite zog mit der Braut durchs Hochgebirge, da plötzlich:
Ostreka i edna strašna beda, strašna beda hala-haletina, haletina cŏrna Arapina! Dolna usta na gŏrde mu bie, gorna usta v čelo go udara; glava mu kolku dva tŏpana, oči ima kolku dve panici; usta ima kolku mala vrata, zŏbi ima četiri dikani, nodze ima Solunski direci. Koga klapat taja pusta usta, dur ot usta ogin isfŏrljuva, dur na gora listovi obliva.
ein furchtbar Ungetüm begegnet ihnen, ein furchtbar Ungetüm, ein grauser Drache, der Drache war ein schwarzer Araber! Die Unterkiefer schlägt ihm auf die Brust, die Oberkiefer stösst ihm an die Stirne; an Umfang gleich sein Haupt ist zweien Trommeln, gleich zweien Tellern gross sind ihm die Augen; sein Mund so gross wie eine kleine Haustür, vier Pfähle dienen ihm im Mund als Zähne, als Füsse wohl aus Salonichi Balken. So oft er aufreisst diesen wüsten Rachen, speit Feuerflammen aus dem Rachen er, bedeckt mit Geifer er das Laub vom Hochwald.
Es ist allgemein bekannt, dass die Perseus-Andromeda-Sage als christliche Legende vom hl. Georg, dem Drachentöter, eine Verjüngung und Verklärung erfahren hat. Sie ist in der besonderen christlichen Fassung auch bei den Südslaven einheimisch. Ein solches Stück veröffentlichte ich in Pitrés Archivio per le tradizioni popolari Vol. IX, Palermo 1890, unter dem Titel: Le afflizioni di Trojano. Canto dei guslar della Bosnia (223 Verse nebst Einleitung und Randbemerkungen). Schön hat A. Chachanov diesen Sagenstoff mit Hinblick auf die grusinische Überlieferung besprochen [184].
Unser Guslarenlied von Novak dem Heldengreis hat auch eine historisch-pragmatische Bedeutung wegen der darin genau angegebenen Zeit, wann sich die Begebenheit zugetragen. Die chrowotischen Geschichtforscher jener Art, deren ich in den Böhmischen Korallen aus der Götterwelt gedacht, wären überglücklich, wenn sie so sichere Angaben über den Tag und das Jahr der Geburt und des Ablebens des unendlich gepriesenen nationalen Königs Zvonimir, des grossen Unbekannten, überliefert bekommen hätten. Novak besiegte nämlich den Schwarzaraber in jenem Jahre als am 24. April, d. h. am Georgitage, ein solcher Schnee einfiel, dass die Kinder auf den Strassen Schneeball spielten. Im Jahre 1894 am 7. Juni morgens erlebten wir Wiener ähnlich ein märchenhaftes Hagelwetter. In den breitesten Strassen blieben stundenlang schwere Lastwagen im Eise stecken. Wer es nicht mit angesehen, glaubt es nicht. Der Guslar mag immerzu scherzend erzählen, dass sich seine Geschichte damals ereignet habe, als zu St. Georgi ein Schneefall eintrat, ich will zum Trotz gerade dies Geschehnis für wahr und das übrige nur für eine slavische Variante der Perseus-Andromeda-Sage halten, die zu Ehren des achtzigjährigen Novak erfunden und erdichtet ward.
Kat se ženi od Janoka bane na daleko čuo za djevojku, čuo bane u zemlji bugarskoj u onoga bugarskoga kneza, gji je prose mloge mušterije a nitko je odvodit ne mere. On opremi sebe i gjogata; ode bane u zemlju bugarsku bjelu dvoru bugarskoga kneza. Dobro ga je kneže dočekavo a iznio pivo i jidivo pa śjedoše ladno piti vino. Odma bane zaprosi djevojke. Kneže šuti, ništa ne bješjedi, nit je daje nit mu je ne daje. Ražljuti se od Janoka bane pa on snijgje do gjogata svoga pa uzjaši debela gjogata; ode bane kroz zemlju bugarsku u Janoka bijeloga grada. Sve dan po dan godinica dana. Kada bješe o Jurjevu danu, snijeg pade o Jurjevu danu, grudaju se djeca po sokacim, jedno drugog grudom udarilo, zajmiše se djeca nis sokake: — Stani kurvo, njesi pobjegnulo na sramotu ko banu djevojka! To dočuo od Janoka bane pa svu sebi djecu pokupio pa dobro je djecu darovao, svakom djetu po žut dukat dade. Pa opremi debela gjogata; ode bane u zemlju bugarsku bjelu dvoru bugarskoga kneza. Na avliju natjera gjogata, na avliji zatvorena vrata. Bane trže pernu topuzinu, stade lupat na avliji vrata a on kneza po imenu vikat: — Kurvo jedna, Mijoile kneže! izlaz kurvo na megdan junački ja izvodi glavitu djevojku! Kada kneže poznavao bana ondar sletje vratma i avliji pa otvori na avliji vrata: — Aman bane mili gospodare! odjaš bane debela gjogata, ajde sa mnom u bijele dvore! Ja ću tebi curu pokloniti, ja rodio, tebi poklonio. Ban odjaši debela gjogata. Vjerne sluge konja odvedoše, kneže bana u bijele dvore; za punu ga sopru posadio pa śjedoše ladno piti vino. Tri bijela pridaniše dana. Kat četvrti danak osvanuo ondar bane zaprosi djevojke: — Ak neš bane poklonit djevojku!
Ondar bane bjeśjedio knezu: — Kaću kneže sa svatovma dojći? koliko ću dovesti svatova? — Povedi mi iljadu svatova, sve knezova, prvije kmetova i povedi svate varošane. Ajde bane u drugu nedilju! Pojgje bane od Janoka grada. Kad istjera konja na avliju, na avliji banova djevojka, ona banu tio bjeśjedila: — Gospodine od Janoka bane, šta no tebi babo bjeśjedaše? — Bjeśjedaše Mijoile kneže da povedem svate varošane i knezove i prve kmetove. — Šta će babi svati varošani?! Ne će babo boje prodavati! I knezovi i prvi kmetovi?! Ne će babo zemlje dijeliti! A zâr ne znaš od Janoka bane, sedam sam se isprosila puta, sve sedam sam povogjena puta; a moj babo, da od Boga najgje! sve sedmere svate oglobio, pogubio sedam gjuvegija, mlogo pusto nasipao blago. I tebe će bane pogubiti a i tvoje svate oglobiti a i tvoje blago ustaviti. Ako misliš mene odvoditi dera kupi pod izbor junake. Pa se čuvaj kroz zemlju bugarsku, Bugari su stare varadžije, dokle sada na gjogatu projgješ da te koji džidom ne opali! Ode bane kroz zemlju bugarsku. Kada dogje u Janoka grada, ondar śjede, sitru knjigu piše pa je šalje Kraljeviću Marku: »Eto knjiga dragi pobratime! Hajde meni Marko u svatove. Nemoj vodit svata nijednoga. Ja sam brate curu isprosio, isprosio u zemlji bugarskoj. Bugari su stare varadžije«. Drugu piše Miloš Obiliću: »Ajd Milošu meni u svatove! Nemoj vodit svata nijednoga. Ja sam brate curu isprosio, isprosio u zemlji bugarskoj. Bugari su stare varadžije«. Treću piše Relji ot Pazara: »Ajde Relja meni u svatove. Nemoj vodit svata nijednoga. Ja sam brate curu isprosio, isprosio u zemlji bugarskoj. Bugari su stare varadžije«. Kada bješe u oči nedilje al eto ti Kraljevića Marka a za Markom Miloš Obilića, za Milošem Relje ot Pazara. Dobro ji je dočekao bane; konje vodi u tople podrume a junake u bijele dvore; za punu ji sopru posadio pa śjedoše ladno piti vino. Kad u jutru jutro osvanulo, dobre svoje konje opremiše pa pojgjoše od Janoka grada. Putovaše i dva i tri dana. Kada biše kroz goru zelenu kraj stijene starine Novaka, ondar reče Kraljeviću Marko: — Gospodare od Janoka bane, da s vratimo starini Novaku, da zovnemo njega u svatove; nek povede svog sina Grujicu, jer brež njega pouzdanja nejma! Pa s vratiše studenoj stijeni. Bane starog zove u svatove. Bjeśjedi mu starina Novače: — Gospodine od Janoka bane! Ja ne mogu u svatove pojći, jêr ja groša ni dinara nejmam pa s ne mogu spremit u svatove; jêr znaš bane mili gospodare, da ja nejmam kuće ni kućišta, kuća mi je studena stijena. Kada bane čuo lakrdiju, dade bane stotinu dukata, dade Marko stotinu dukata, dade Miloš stotinu dukata, dade Relja stotinu dukata. Opremiše starinu Novaka i njegova sina Gruajana pa odoše u zemlju bugarsku. Kad dojgjoše u zemlju bugarsku, sve zeleno polje prikriveno; knez skupio silovitu vojsku. Al eto ti crne Arapine i on jaši vranu bedeviju. Arap ciči, bedevija riče, pod njima se crna zemlja trese: — Kojo vam je od Janoka bane? nek izijgje na megdan junački, jă izijgje jă izmjenu najgje! Pojgje bane na megdan izijći. Ne dade mu Miloš Obiliću: — Stani bane mili gospodare! tvoj je megdan, moje zaodivo; ja ć Arapu na megdan izijći. Pa istjera debela alata. Natjeraše jedan na drugoga. Arap trže pernu topuzinu pa ošinu Miloš Obilića; obori ga u zelenu travu, saveza mu na plećima ruke, otjera ga u zemlju bugarsku u tavnicu Mijoila kneza. Malo vrime zu dugo ne bilo al eto ti crne Arapine; Arap ciči, bedevija riče: — Kojo vam je od Janoka bane? nek izijgje na megdan junački, ja izijgje, ja izmjenu najgje! Pojgje bane na megdan izijći, ne dade mu Relja ot Pazara: — Stani bane, mili gospodare! tvoj je megdan, moje zaodivo! Pa istjera debela putalja. Natjeraše jedan na drugoga. Arap trže pernu topuzinu pa udari Relju ot Pazara, obori ga u zelenu travu, saveza mu na plećima ruke, otjera ga u zemlju bugarsku u tavnicu Mijoila kneza. Malo vrime za dugo ne bilo al eto ti crne Arapine, Arap ciči, bedevija riče: — Kojo vam je od Janoka bane? nek izijgje na megdan junački, ja izijgje ja izmjenu najgje! Pojgje bane na megdan izijći, ne dade mu Kraljeviću Marko: — Stani bane, mili gospodare! tvoj je megdan, moje zaodivo! Dok mu Marko na megdan izijgje! Pa on zajmi debela šarina; natjeraše jedan na drugoga. Marko trže pernu topuzinu pa ošinu crnu Arapinu. Kako ga je lako udario pot sobom je šarca oborio, na njega se šarac pribacio pa pritiśće Kraljevića Marka. Arap sjaši šafku bedeviju pa saveza Kraljevića Marka; otjera ga u zemlju bugarsku u tavnicu Mijoila kneza. Malo vrime za dugo ne bilo al eto ti crne Arapine. Arap ciči, bedevija riče, pod njima se crna zemlja trese. — Kojo vam je od Janoka bane? nek izijgje ja izmjenu najgje! Pojgje bane na megdan izijći, ne dade mu starina Navače: Stani bane, mili gospodare; dok mu stari na megdan izijgje! Bjeśjedi mu dijete Grujica: — Â moj babo starina Novače! da mi svoje sablje razmjenimo! tvoja sablja od devet pedalja a moja je ot četiri pedlja. — A moj sine dijete Grujica! ako meni do nevolje dojgje lasno ćemo sablje razmijenit! Natjeraše jedan na drugoga, potegoše sablje ot pojasa (ne tje stari perne topuzine) pa ošinu crnu Arapinu; poviš pasa malo natfatio; kako ga je lako udario dvije pole u travu padoše. Opet Arap is travice viče: — Mol se Boga, starina Novače! Marko mi je rebra polomio a ne bi me lako pogubio! Pa odoše u zemlju bugarsku bjelu dvoru Mijoila kneza. Kako dojgje starina Novače odma razbi na tamnici vrata pa ispuśća sve tri pobratima. Svu kneževu rastjeraše vojsku, bijele mu dvore porobiše, pokupiše gotovinu blago, pogubiše dva njegova sina, od zla roda nek nije poroda. Oni kneza živa oguliše, povedoše glavitu djevojku pa odoše kroz zemlju bugarsku. Igje Marko, pjeva prit svatovma: — Nejmakiše brez mutna oblaka ni junaka brez starca Novaka! Da ne bješe starina Novače mi ostasmo sužnji u Bugarskoj! Da b u koga ne bi ni žalio već u onog kneza bugarskoga! Pa odoše u Janoka grada. Pilav čine tri nedilje dana.
Der Ban von Janok ging auf Freierfüssen; vernahm von einer Maid in weiter Fremde, der Ban vernahm, im Lande der Bulgaren, die Tochter wär es vom Bulgarenfürsten; um ihre Hand dass viele Freier freien, doch keiner wär im Stand sie heimzuführen. Da rüstet er sich selbst und seinen Falben, und fort ins Land Bulgarien zog der Ban zum weissen Hof des Fürsten von Bulgarien. Fürtrefflich ihn der Fürst empfangen tat, er liess herbei Getränk und Speisen schaffen, dann setzten sie sich kalten Wein zu trinken. Der Ban hält unverweilt ums Fräulein an. Der Fürst, der schweigt, er spricht kein einzig Wörtchen, er sagt nicht zu und sagt ihm auch nicht ab. Darob geriet in Zorn der Ban von Janok und stieg hinab zu seinem falben Läufer und schwang hinauf sich auf den feisten Falben; dahin durchs Land Bulgarien zog der Ban, dahin zu seiner weissen Burg von Janok. So Tag an Tag ergab ein Jahr an Tagen. Als um die Zeit des Sankt Georgitages ein Schneefall eintrat am Georgitage, Schneebälle warfen Kinder auf den Gassen, das eine traf das andre mit dem Schneeball, entlang den Gassen jagten sich die Kinder: — Na, wart du Dirn, du Ding wirst nicht entwischen zu Schimpf und Schande wie dem Ban das Bräutchen! Der Ban von Janok das Geschrei vernahm, berief zu sich die Kinder allesamt und tat die Kinder gar beschenken reichlich, jedwedes Kind mit einem Golddukaten. Drauf rüstet er den feisten Falben aus; ins Land Bulgarien zog der Ban von dannen zum weissen Hof des Fürsten von Bulgarien. Er trieb den Falben nach dem Burghof hin, doch war vom Hofe wohl das Tor verschlossen. Den nägelreichen Kolben schwang der Ban, hub an damit aufs Hoftor loszuhämmern und rufen auch beim Namen an den Fürsten: — Du eine Metze, Michaël, du Fürst, zum Heldenzweikampf komm heraus, du Metze, wo nicht, so führ heraus das stattlich Mädchen! Sobald als da der Fürst den Ban erkannte, flog er behend zum Tor und Hof hinab und öffnete das Einlasstor des Hofes: — Verzeihung Ban, mein teuerster Gebieter! steig ab, o Ban, von deinem feisten Falben, komm in den weissen Hof mit mir hinauf; ich werde zum Geschenk die Maid dir machen, so wahr ich sie gezeugt, ich schenk sie dir! Da stieg der Ban vom feisten Falben ab. Die treuen Diener führten fort den Renner, der Fürst den Ban in weisse Burggemächer; er pflanzt’ ihn hin zur reichbesetzten Tafel; sie huben an, dem Kühlwein zuzusprechen. Drei weisse Tage tagten sie selbander. Als dann des vierten Tages Morgen graute, bewarb der Ban sich um des Mädchens Hand: »Wenn du mir, Fürst, die Maid nicht schenken magst!«
(Er schwingt den Streitkolben gegen den Fürsten, der zu Tod erschrocken und sprachlos mit Hand und Kopf zustimmend, seine Schenkfreudigkeit äussert.)