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[227] Pintados oder Bisayos, nach einem einheimischen Worte, welches dasselbe bedeutet, sollen die Bewohner der Inseln zwischen Luzon und Mindanao von den Spaniern genannt worden sein, weil sie die Gewohnheit hatten sich zu tatuiren. Crawfurd (Dict. 339) meint, diese Thatsache stehe nicht fest, sicherlich werde sie von Pigafetta nicht erwähnt. Pigafetta sagt aber S. 80: Egli (il re di Zubu) era ... dipinto in differente guisi col fuoco. -- Purchas (Pilgrimage fol. I. 603): the king of Zubut had his skinne painted with a hot iron pensill, und Morga f. 4: traen todo el cuerpo labrado con fuego. Danach scheinen sie sich nach Art der Papuas, durch Einbrennen von Flecken und Streifen in die Haut, tatuirt zu haben. Aber an einer andern Stelle (f. 138) berichtet Morga: Sie unterscheiden sich (von den Bewohnern Luzons) durch ihr Haar, das die Männer zu einem Zopf schneiden nach der alten spanischen Art und bemalen ihre Körper mit vielen Mustern ohne das Gesicht zu berühren. Der Gebrauch des Tatuirens, der mit Einführung des Christenthums aufgehört zu haben scheint, denn schon der oft zitirte Geistliche (Thévenot S. 4) erwähnt ihn als verschollen, kann aber nicht für ein Kennzeichen der Bisayer gelten; Stämme des nördlichen Luzons tatuiren sich noch heut.
[228] Mezzeria, (Italien), Metayer, (Frankreich).
[229] Bei uns kostet der Scheffel Kartoffeln durchschnittlich auf dem Lande 10, in der Stadt 20 Sgr.
[230] In China wird aus den Samen von Vernicia montana ein Oel gewonnen, das durch Zusatz von Alaun, Bleiglätte und Steatit bei gelinder Wärme leicht in einen kostbaren Firniss übergeht, der, mit Harz vermischt, zum Wasserdichtmachen der Schiffsböden verwendet wird. (P. Champion Indust. anc. et mod. de l'Emp. Chinois 114.)
[231] Petzholdt (Kaukasus I, 203) erwähnt, dass in Bosslewi so viel Maiskörner als ein Thongefäss fassen kann, seinen Preis bestimmen.
[232] Wie allgemein derartige Missbräuche, geht aus einem auf dem Papier vorhandenen, aber nicht in die Praxis gedrungenen Gesetz von 1848 (Leg. ult. I. 144) hervor, welches wucherische Kontrakte mit Dienern oder Gehülfen verbietet, und diejenigen mit strengen Strafen bedroht, die unter dem Vorwande, Vorschüsse geleistet, oder Schulden oder die Kopfsteuer, oder Ablösung von Frohnden gezahlt zu haben, Eingeborene oder ganze Familien in immerwährender Abhängigkeit bei sich erhalten, und ihre Schuld fortwährend erhöhen, indem sie ihnen für ihre Leistungen keinen hinreichenden Lohn gewähren.
[233] Früher scheinen sie anders gewesen zu sein: »Diese Bisayer sind Leute, dem Ackerbau weniger zugethan, gewandt in der Schifffahrt, lüstern nach Krieg und Seezügen, wegen der Plünderungen und Prisen, welche sie Mangubas nennen, was dasselbe ist, wie Ausziehn um zu stehlen.« Morga f. 138.
[234] Der Missbrauch dauert fort, obwohl ein strenges Gesetz ihn verbietet und die Alkalden, welche unterlassen es anzuwenden mit 100 Dollar Geldbusse für jeden einzelnen Fall bedroht werden. In manchen Provinzen zahlt der Bräutigam, ausser der Aussteuer, eine Entschädigung an die Mutter der Braut für die von letzterer genossene Muttermilch (Bigay susu). Nach Colin (Labor evangelico S. 129) betrug der Penhimuyat, das Geschenk, welches die Mutter für die Nachtwachen und Sorgen bei Erziehung der Braut empfing, ein Fünftel der Aussteuer.
[235] Eigentliche Menschenfresser werden in den Philippinen von den alten Schriftstellern nicht erwähnt. Pigafetta (S. 127) hat gehört, dass an einem Fluss, am Cap Benuian (N.-Spitze von Mindanao), Leute wohnen, die von ihren gefangenen Feinden nur das Herz und zwar mit Zitronensaft essen. Dr. Semper (Philippinen 62) fand denselben Brauch mit Ausnahme des Zitronensaftes an der Ostküste von Mindanao.
[236] Der Anito kommt bei den Völkern des malayischen Archipels als Antu vor, der Anito der Philippinen ist aber wesentlich ein Schutzgeist, der malayische Antu mehr dämonischer Art.
[237] Mir sind dergleichen Götzenbilder nie vor Augen gekommen. Die in Bastian und Hartmann's Zeitschrift für Ethnologie B. I. Tafel VIII. abgebildeten »Idole aus den Philippinen«, deren Originale sich im Berliner ethnographischen Museum befinden, sind zwar in den Philippinen erworben, gehören aber nach A. W. Franks unzweifelhaft den Salomons-Inseln an. Im Katalog des Prager Museums Abth. II-VIII S. 46 sind aufgeführt: vier hölzerne Götzenköpfe von den Philippinen, welche der böhmische Naturforscher Thaddäus Hänke, der im Auftrage des Königs von Spanien im Jahre 1817 die Südseeinseln bereiste, mitgebracht hat. Die auf meinen Wunsch von der Direktion des Museums gütigst hergestellten Photographien entsprechen aber durchaus nicht obiger Beschreibung, deuten vielmehr auf die Westküste von Amerika, das Hauptfeld der Thätigkeit Hänke's. Auch die aus seinen nachgelassenen Papieren hervorgegangenen Reliquiae botanicae geben keinen Aufschluss über die Herkunft jener Idole.
[238] Als beispielsweise wegen des erwarteten Angriffes von Cogseng (s. unten), alle verfügbaren Kräfte, auch die von Zamboánga, um Manila zusammengezogen worden waren, fielen die Moros mit 60 Schiffen über die Inseln her, während sonst ihre Ausrüstungen 6 bis 8 Schiffe nicht zu übersteigen pflegten. Torrubia S. 363.
[239] Hakl. Morga Append. 360.
[240] Nach der Revista minera, Madrid 1866 XVII. 244 sind die Kohlen vom Berge Alpacó, im Gebiet von Nága in Cebú, trocken, rein und fast frei von Schwefelkiesen; sie brennen leicht und mit starker Flamme. Bei den, im Laboratorium der Bergschule zu Madrid angestellten Versuchen gaben sie 4% Asche und eine Heizkraft von 4825 Calorien, d. h. durch Verbrennung von 1 Gewichtstheil wurden 4825 Gewichtstheile Wasser um 1° C. erwärmt -- gute Steinkohle giebt 6000 Cal. Die ersten Kohlengruben in Cebú wurden im Massángathal betrieben, die Arbeiten aber 1859, nachdem bedeutende Kosten darauf verwendet, wieder eingestellt. Später entdeckte man im Thal von Alpacó und im Berg Oling bei Nága vier Schichten von beträchtlicher Mächtigkeit.... »Die Kohle von Cebu ist anerkannt besser, als die von Australien und Labuan, besitzt aber nicht hinreichende Heizkraft um ungemischt für längere Seereisen verwendet zu werden.«
Nach dem Katalog der Produkte der Philippinen (Manila 1866) haben die Kohlenschichten in Cebú an vielen Stellen des NS. durch die ganze Insel streichenden Gebirges eine durchschnittliche Mächtigkeit von 2 m. Die Kohle ist von mittlerer Güte, sie wird in den Regierungsdampfern, mit Cardiffkohle gemischt, verbrannt. Ihr Preis in Cebú ist durchschnittlich 6 Dollar per Tonne.
[241] Engl. Konsular Bericht 217.
[242] In Jaró hat sich der Pachtzins in 6 Jahren verdreifacht, Vieh, das 1860 10 Dollar galt, kostete 1866 25 Dollar. Grundstücke an der Ria von Yloilo sind in wenigen Jahren von 100 Dollar auf 500, sogar auf 800 Dollar gestiegen (Diario Febr. 1867).
[243] 1855 führte Yloilo, einschliesslich 3000 Picos von Negros, 11,700 Picos aus, 1860 schon 90,000 P., 1863: 176,000 P. (in 27 ausländischen Schiffen), 1866: 250,000 P., 1871: 312,379 Picos von beiden Inseln.
[244] Der für den englischen Markt bestimmte Zucker kostete in Manila 1868/69 15 bis 16 £ per Ton und stellt sich in London auf 20 £. Best gereinigter, wie ihn Manila für Australien bereitet, wäre in London wegen des höheren Zolles nur 3 £ per Ton mehr werth, aber 5 £ theurer als der schlechte, der mithin eine Prämie von 2 £ geniesst. Manila exportirt hauptsächlich den Zucker von Pangasinán, Pampánga und Lagúna. (Nach Privatberichten.)
[245] The Islands of the East-Indian Archip. 1868. S. 340.
[246] Catalogue de l'Expos. perman. des Colonies françaises 1867. S. 80.
[247] Rapport du Jury, Exp. 1867 IV. 102.
[248] Die Indier Süd-Amerika's verwenden angeblich schon lange die Bananenfaser zur Anfertigung von Kleiderstoffen (The Technologist Sept. 1865 S. 89. ohne Quellenangabe.) und in Lu-tschu soll von der Banane fast nur die Faser benutzt werden. (Faits commerciaux No. 1514 S. 36.)
[249] Fibrous plants of India.
[250] Das Abacá nimmt auch keinen Theer an, und kann daher nur zu laufendem nicht zu stehendem Tauwerk gebraucht werden.
[251] Eine Pflanzung im vollen Betriebe liefert jährlich 30 Zentner Bandála vom Preuss. Morgen. Vom Morgen Lein gewinnt man nur 2 bis 4 Ztr. reinen Flachs, 2 bis 8 Ztr. Samen. Lein kann aber, da er den Boden erschöpft, nicht alle Jahre gebaut werden.
[252] Wie mir Dr. Wittmack mittheilt, kann man auch vom Hanf nur Fasern oder Samen gewinnen, da der reife Hanf zu spröde, grobe Fasern besitzt. Beim Flachsbau wird freilich häufig Same und Faser verwerthet, doch sind dann beide von geringer Güte.
[253] Flora de Filipinas.
[254] Lupis wurde 1868 in London 100 £ per Tonne bezahlt, jedoch nur in geringer Menge, etwa 5 Tons jährlich, eingeführt und angeblich in Frankreich zu einer besonderen Art von Unterröcken verwendet; die Mode soll bald wieder aufgehört haben. Quitol, eine geringe Sorte Lupis, soll 75 £ bezahlt worden sein.
[255] Die Starrheit ist allen Fasern von Monokotyledonen eigen, weil sie aus dickwandigeren Zellen bestehn, während die eigentlichen Bastfasern der Dikotyledonen (Flachs z. B.) geschmeidiger sind.
[256] Auch bei andern Ackerbauerzeugnissen pflegen Mestizen und Indier sich die Arbeit ihrer Landsleute zu sichern, indem sie diesen Vorschüsse machen und sie erneuern, bevor die alten abgetragen sind. So gerathen Unbesonnene immer tiefer in Schulden und werden thatsächlich zu Sklaven ihrer Gläubiger, wenn es ihnen nicht gelingt, zu entfliehn. Dasselbe findet bei Antheilkontrakten statt, wo der Grundbesitzer dem Bauer Boden, Ackergeräth und Zugvieh zu liefern hat, oft schiesst er dann auch noch Kleidung und Nahrungsmittel für die ganze Familie vor; bei Theilung der Ernte deckt der Antheil des Bauers nicht seine Schuld. Gesetzlich sind die Indier freilich nur bis zu 5 Dollar haftbar, ein besonderes Gesetz verbietet überdies ausdrücklich dergleichen wucherische Geschäfte, sie sind aber allgemein in Gebrauch. s. S. 234 Anm. 127.
[257] Dieser Neid hätte beinahe die Schliessung der neuen Häfen (s. Kap. 23) bald nach ihrer Eröffnung zur Folge gehabt.
[258] Rapport Consulaire Belge XIV. 68.
[259] Im Agricultural Report für 1869, S. 232 wird eine andre Faser sehr gepriesen, die von einer dem Sesal sehr nahe verwandten Pflanze (Bromelia sylvestris) stammt, vielleicht nur eine Abart derselben; ihren einheimischen Namen jxtle soll sie wegen der Aehnlichkeit ihrer flachen, stacheligen Blätter mit den gezähnten Obsidianmessern (iztli) der Azteken erhalten haben.
[260] Die Bananen sind bekanntlich eine der allerwerthvollsten Pflanzen für den Menschen, sie liefern unreif Stärkemehl, reif eine angenehme nahrhafte Frucht, die selbst in Menge genossen weder widerlich wird, noch nachtheilige Folgen hat. Einige der besten essbaren Abarten tragen schon Früchte 5 oder 6 Monate nachdem sie gepflanzt worden und treiben immer neue Schösse aus der Wurzel, so dass sie eine unausgesetzte Fruchtfolge geben und die Mühe des Menschen fast auf das Umhauen der alten Pflanzen und das Pflücken der Früchte beschränkt ist. Die breiten Blätter gewähren andern jungen Pflanzen den in tropischen Ländern so nöthigen Schatten, werden vielfach in der Haushaltung verwendet und manche Hütte hat es nur ihrem Bananengärtchen zu danken, wenn sie die Feuersbrunst übersteht, die gelegentlich das Dorf in Asche legt.
Ich möchte hier auf einen Irrthum aufmerksam machen, der einige Verbreitung erlangt hat. In Bischof Pallegoix's trefflichem Werke Description du royaume Thai on Siam I. 144 heisst es: L'arbre à vernis, qui est une espèce de bananier et que les Siamois appellent rak, fournit ce beau vernis qu'on admire dans les petits meubles qu'on apporte de Chine. -- Als ich in Bangkok den fast neunzigjährigen liebenswürdigen Greis über diese auffallende Angabe zur Rede stellte, meinte er kopfschüttelnd, das könne er nicht geschrieben haben; -- ich zeigte ihm die Stelle. -- »Ma foi j'ai dit une bêtise; -- j'en ai dit bien d'autres«, flüsterte er mir in's Ohr, indem er die Hand vorhielt, als fürchtete er behorcht zu werden.
[261] 1862 bezog England aus Spanien 156 Tons, 1863: 18,074 t., 1866: 66,913 t., 1868: 95,000 t. Die Lumpeneinfuhr fiel von 24,000 t., 1866; auf 17,000 t., 1868. In Algier wächst auch sehr viel Sparto (Alfa), der Transport nach Frankreich ist aber zu theuer, um es dort zu verwenden.
[262] Der englische Konsul schätzt die Einnahme aus diesem Monopol für das Jahr 1866/67 auf 8,418,939 Dollar, sämmtliche Ausgaben auf 4,519,866, den Reinertrag also auf 3,899,075 Dollar. Im Kolonialbudget für 1867 war der Gewinn am Tabak auf 2,627,976 Dollar, die Gesammtausgaben der Kolonie, nach Abzug der durch die Tabakregie veranlassten, auf 7,033,576 veranschlagt. Nach den amtlichen Tabellen des Chefs der Regie, Manila 1871 betrugen die Gesammteinnahmen der Tabakregie in den Jahren 1865/69 durchschnittlich 5,367,262 Doll., die wegen mangelnder Spezialrechnungen nicht genau festzustellenden Ausgaben wenigstens 4 Million Dollar, so dass nur ein Reingewinn von 1,367,262 verbleibt.
[263] Instruccion general para la direccion, administracion y intervencion de las rentas estancadas 1849.
[264] Memória sobre el desestanco del tabaco en las islas filipinas .. Don J. S. Agius Binondo (Manila) 1871.
[265] Von den Philippinen scheint der Tabak nach China gekommen zu sein: »Die von Wang-tao entdeckten Notizen lassen keinen Zweifel, dass er zuerst in Süd-China im 16. und 17. Jahrhundert von den Philippinen aus eingeführt wurde; wahrscheinlich über Japan. (Notes & Queries China und Japan, May 31 67.) Nach Schlegel, Batavia, wurde er 1573-91 von den Portugiesen nach Japan gebracht, und verbreitete sich in China so schnell, dass schon 1638 der Verkauf mit der Strafe des Köpfens bedroht wurde. Nach N. & Q. Chin. Jap. 31 Juli 67, war der Gebrauch des Tabaks 1641 im Mantchu-Heer allgemein. In einem chinesischen Werk Naturgeschichtliche Miscellen heisst es: Yen-t'sao (die Rauchpflanze) wurde gegen Ende der Regierung Wan-li zwischen 1573-1620 in Fukien eingeführt und auch Tan-pa-ku (von Tombaku) genannt.
[266] West-Cuba erzeugt den besten Tabak, die berühmte Vuelta abajo 400,000 Ztnr. zu 20 bis 140 Thlr. Ausgewählte Sorten werden bis zu 800 selbst 1000 Thlr. p. Zentner bezahlt. Cuba produzirt 640,000 Ztnr. Die in Paris 1867 ausgestellten Zigarren waren im Werth von 35 bis 570 Thlr. das Tausend. Die jährliche Zigarren-Ausfuhr wird auf 500 Million geschätzt. (Rappt. Jury V. 375) ... In Jenidje-Karasu (Salonich) werden jährlich 17,500 Ztnr. gewonnen, wovon 2500 erster Qualität, 2 Thlr. 12 Sgr. die Oka (etwa 1 Thaler das Pfd.) gelten. Ausgewählte Sorten werden bis 5 Thlr. per Pfd. und höher bezahlt. Salaheddin Bey La Turquie à l'Exposition S. 91.
[267] In Cuba ist die Tabakindustrie durchaus frei. Der ausserordentliche Aufschwung des Gewerbes, die zunehmende Güte der Waare werden zum grossen Theil dem regen Wetteifer der Fabrikanten zugeschrieben, die von der Regierung keinen andern Schutz als den ihrer Fabrikzeichen erhalten. (Rappt. Jury 67. V. 375.)
[268] Handschriftlicher Bericht an den Kolonial-Minister, März 1868.
[269] Basco führte auch den Seidenbau ein und pflanzte in Camarínes 4 1/2 Million Maulbeerbäume, die man alsbald nach seinem Rücktritt wieder eingehn liess.
[270] Nach Lapérouse rief diese Maassregel auf allen Punkten der Insel Empörungen hervor, die durch bewaffnete Macht unterdrückt werden mussten. Ebenso veranlasste das um dieselbe Zeit in Amerika eingeführte Monopol gefährliche Aufstände, brachte Venezuela an den Bettelstab und wurde eine Hauptursache des späteren Abfalls der Kolonien.
[271] Ein Fardo (Pack) enthält 40 Manos (Bund). 1 Mano = 10 Manojítos, 1 Manojíto = 10 Blätter. Reglement §. 7.
[272] Reglement für alle Sammelstellen von Luzon: §. 1. Der Tabak wird nach vier Klassen bezahlt. §. 2. Zur I. Klasse gehören Blätter von wenigstens 18 Zoll von Burgos (0m 418) Länge, zur II. solche von 18 bis 14 Zoll (0m 325), zur III. von 14 bis 10 Zoll (0m 232) zur IV. Blätter von wenigstens 7 Zoll (0m 163); kleinere werden nicht angenommen. (Letztere Beschränkung ist jetzt aufgehoben. Da sich die Qualität des Tabaks in den Händen der Regie immer mehr verschlechtert, so sind jetzt noch zwei geringere Klassen (V. und VI.) eingeführt). --
Ein Fardo I. Kl. wiegt 60 Pfd. und wurde von der Regierung (1867) bezahlt 9 Doll 50 C. ,, ,, II. Kl. ,, 46 Pfd. ,, ,, ,, ,, ,, ,, ,, 6 ,, - C. ,, ,, III. Kl. ,, 33 Pfd. ,, ,, ,, ,, ,, ,, ,, 2 ,, 75 C. ,, ,, IV. Kl. ,, 18 Pfd. ,, ,, ,, ,, ,, ,, ,, 1 ,, - C.
(Bericht engl. Kons.)
Folgende Tabelle giebt die von der Regierung fabrizirten Sorten, und die Preise, zu welchen sie 1867 im Estanco zu haben waren.
Menas (Klassen). Folgenden PREIS Zahl der Habana-Klassen einer von 1000 einer Zigarren assimilirt. Arroba Zigarren Zigarre in einer Doll. Doll. Cents. Arroba.
Imperiales derselben Klasse 37,50 30 4,80 Prima veguéro do. do. 37,50 30 4,80 Segunda do. Regalía 26 Prima superiór filipino Regalía 26 Segunda do. do. ohne Assimilirung 38 19 3,4 Tercéra do. do. Lóndres 15 Prima filipino Superiór habano 21 15 2,40 1400 Segunda do. Segunda superiór habano 24 8,57 1/8 1,37 3/8 2800 Prima corládo derselben Klasse 21 15 2,40 1400 Segunda do. derselben Klasse 24 8,57 1/8 1,37 3/8 2800 Mista Segunda batído 20,50 Prima batído lárga ohne Assimilirung 18,75 1,66 2/3 1800 Segunda do. do. do. do. 18,75 0,80 3750
[273] Es gehn im Mittel 407 1/2 Million Zigarren und 1,041,000 Kg. Rohtabak jährlich in's Ausland, zusammen dem Gewichte nach etwa 56,000 Quintales, abgesehn von dem geschenkten Tabak.
[274] ... Der in diese Lage gebrachte Bauer findet es schwer seine Familie zu erhalten, ist gezwungen Geld zu übertriebenen Zinsen zu borgen und geräth immer tiefer in Schulden und Elend .. die Furcht vor Geld- und Körperstrafen, mehr als die Aussicht auf hohe Preise, ist die Haupttriebfeder, durch welche die Lieferungen aufrecht erhalten werden können .. (Bericht des engl. Konsuls.)
[275] Von Dezember 1853 bis November 1854 hatte die Kolonie 4 General-Kapitäne (2 effektive und 2 provisorische). 1850 soll ein neu ernannter Oidor, (Mitglied des obersten Gerichtshofes) mit seiner Familie den Weg nach Manila um das Kap genommen und bei seiner Ankunft bereits seinen inzwischen über Suez gereisten Nachfolger im Amte getroffen haben. Solche Zustände werden nicht befremden, wenn man damit vergleicht, wie es in Spanien selbst zugeht. Nach einem Aufsatz in der Revue nationale April 1867 hat Spanien von 1834 bis 1862, d. h. seit dem Regierungsantritt Isabella's 4 Konstitutionen, 28 Parlamente, 47 Premierminister, 529 Minister mit Portefeuilles, darunter 68 Minister des Innern gehabt, so dass jeder der letztern durchschnittlich nur 6 Monate im Amte war. Die Finanzminister sollen seit 10 Jahren nicht länger als 2 Monate geblieben sein. Seitdem und namentlich seit 1868 erfolgen die Wechsel viel schneller.
[276] Der Grund des hohen Silberagios lag darin, dass die Chinesen alle spanischen und mexikanischen Dollar aufkauften, um sie nach China auszuführen, wo sie mehr gelten als andre Dollar, weil sie, von den Reisen der Nao her, seit alten Zeiten bekannt sind und auch in den innern Provinzen Kurs haben. (Am höchsten werden dort Carlos III. bezahlt). Eine seitdem in Manila errichtete Münzanstalt, die sich selbst erhält, wenn sie auch der Regierung keinen andern Nutzen abwirft, hat jenen Uebelstand gänzlich beseitigt. Die Chinesen pflegen das Silber und Gold gewöhnlich als Geld mit ausländischem Gepräge nach Manila zu bringen, indem sie Landesprodukte dafür kaufen, die einheimischen Kaufleute lassen es umprägen. Anfänglich waren in Manila fast nur Silberunzen vorhanden, Goldunzen äusserst selten. Das hohe Agio, das sie genossen, hatte eine so starke Einfuhr zur Folge, dass sich das Verhältniss umkehrte, in den Regierungskassen wurde aber die Goldunze immer der Silberunze gleich gerechnet.
[277] »Es haben vor der Zeit diese Insulen alle in gemein gehört vnder die kron China, sie haben sich aber umb gewisse vrsachen daruon abgesondert, Dannen her kein Regiment oder Policey ordnung vnder ihnen war, vnd diejenige welche am mächtigsten waren, behielten die Oberhandt, lebten vndereinander wie dz Viehe ... Die von China treiben in den Insuln gross Gewerb«. (J. H. Lindschotten 1596, deutsch Gebr. Brey Frkft. 1613 S. 58). Vergl. auch The Dutch memor. Embassies I. 140; Morga Hakl. 18, Anm.; Purchas 602; Don Juan Grav y Monfalcon Mem. al Rey No. 6; Calendar of State Papers, China & Japan No. 266; Manrique Itinerario de las Misiones, Roma 1653 S. 282.
[278] In den Philippinen werden die Chinesen gewöhnlich Sangleyes genannt. Nach Professor Schott: sang-lúi (im Süden szang-lói auch senng-lói) mercatorum ordo; sang heissen besonders die ambulanten Händler, im Gegensatz zu den Kù, tabernarii.
[279] .. Es ist ein schlechtes lasterhaftes Volk, .. und da ihrer so viele, und sie grosse Esser sind, so vertheuern sie die Lebensmittel und verzehren sie ... es ist wahr, dass die Stadt ohne die Chinesen nicht bestehn kann, denn sie sind die Arbeiter in allen Beschäftigungen, sie sind sehr fleissig und schaffen um geringen Lohn, aber dafür würde eine geringere Anzahl ausreichen. (Morga f. 349.)
[280] Recopilacion Lib. IV. Tit. XVIII. ley 1.
[281] Informe I, III. 73.
[282] Die Chinesen durften nicht in der Stadt, sondern nur in einem besondern Bezirk Parian wohnen.
[283] Velarde 274.
[284] s. folgendes Kapitel.
[285] Zuniga XVI.
[286] Autos acordados II. 272. 279.
[287] Kein einzelnes Volk in Europa kann sich auch nur entfernt mit der Bevölkerung Californiens messen, die aus allen Ländern auserlesen, in den ersten Jahren wenigstens nur aus strebsamsten Männern in der Fülle ihrer Kraft bestand, ohne Greise, ohne Weiber, ohne Kinder, -- deren Thätigkeit in einem Lande, wo alles geschaffen werden musste, (da auf hunderte von Meilen kein zivilisirter Nachbar wohnte) und wo alles Schaffen märchenhaften Gewinn brachte, auf die äusserste Grenze des Möglichen gesteigert war. Ohne hier auf Einzelheiten ihrer Leistungen einzugehn, mag nur daran erinnert werden, dass sie in 25 Jahren einen mächtigen Staat gegründet, dessen Ruf die ganze Welt erfüllt, an dessen Rändern ringsum junge Territorien kräftig aufsprossen, deren zwei schon zu Staaten herangewachsen sind. Nachdem die Californischen Goldgräber die Konfiguration des Bodens ganzer Provinzen geändert, indem sie mit Titanengewalt die Erdmassen ausgedehnter Hügellandschaften ins Meer schwemmten, um sich durch sinnreich ersonnene Vorrichtungen die feinsten darin enthaltenen Goldstäubchen anzueignen, setzen sie die Welt jetzt in Erstaunen als Ackerbauer, deren Erzeugnisse auf die fernsten Märkte gehn und überall unbestritten den ersten Rang einnehmen. So Grosses hat ein Volk geleistet, dessen Gesammtzahl heut wohl kaum eine halbe Million übersteigt, und dennoch wird es ihm nicht leicht, den Wettkampf mit den Chinesen zu bestehn.
[288] Sämmtliche Schienen in einer Gesammtlänge von fast 103,000 Fuss Rh. und von 20,000 Ztr. Gericht wurden von acht Chinesen gelegt, die in Gruppen von vier Mann einander ablösten. Aus zehntausend Arbeitern waren sie als die tüchtigsten ausgewählt.