Quer durch Uganda

Part 17

Chapter 172,901 wordsPublic domain

Am nächsten Tag erweitert sich der Nil fast zu einem See, und vor uns, an dem in der Ferne liegenden sandigen Ufer, erblicken wir die blechgedeckten Rohziegelbauten der Station Schambeh im Reservatgebiet. Bevor wir aber anlegten, wurde unsere Geduld noch auf eine harte Probe gestellt, denn wir fuhren mit Volldampf auf eine Sandbank auf, die in der Mitte des seeartigen Stromes lag, und sassen so fest, dass alles Manövrieren und Drehen nichts nützte. Erst als die ganze Besatzung und die Eingeborenen der dritten Klasse ins Wasser stiegen, um die Seitenschiffe zu schieben und zu ziehen und ausserdem noch mittels des weit vom Dampfer ausgeworfenen Ankers nachgeholfen wurde, gelang es nach anderthalbstündiger Arbeit, das Schiff in tieferes Wasser zu bringen. Der Nil ist hier ausserordentlich fischreich, und es wurden auch sofort zwei Leute, wie bisher immer, mit grossen Netzen auf den Fischfang geschickt, um frischen Vorrat für die Schiffsküche zu bekommen. Einige interessante Exemplare der Beute überliess mir der Kapitän für meine Fischsammlung.

Nun folgte eine 300 Meilen lange Fahrt ohne Aufenthalt, eintönig, immerfort durch die Papyrusstauden schaufelnd und walzertanzend. Am nächsten Tage begegneten wir einem grossen Baggerschiff, das unter Leitung zweier englischer Ingenieure durch die Papyruswirrnis einen neuen Kanal zu stechen hat, der viele Krümmungen des jetzigen Wasserweges abschneiden und damit eine wesentliche Verkürzung der Strecke herbeiführen wird. Unser Schiff brachte diesen beiden Männern, die hier in vollkommener Abgeschiedenheit von der Welt und ohne irgendwelche Abwechslung oder Anregung nur auf ihr Ziel losarbeiteten, Briefe und Zeitungen und fuhr nach kurzem Aufenthalte wieder weiter. Abends waren wir aus unmittelbarer Nähe Zeugen eines Papyrusbrandes, der einen grandiosen Anblick bot. Wo der Brand schon gewütet hatte und zum Stillstand gekommen war, erhob sich auf sumpfartigem Grunde ein endloses Durcheinander von den verkohlten Ueberresten der Stauden und ineinander verschlungenen Wurzeln, an dem man die Undurchdringlichkeit dieser Dickichte, wenn sie noch nicht vom Feuer verzehrt waren, wohl begriff.

Auch am nächsten Tage trafen wir wieder ein grosses Baggerschiff, das in voller Arbeit war und dem wir die Post abgaben. Der nächste kurze Aufenthalt war in +Tonga+, wo wir gerade knapp Zeit hatten, unsere Landsleute an der dortigen österreichischen Missionsstation zu begrüssen. Das Schiff fuhr nun mit 11 Meilen Geschwindigkeit, und das steigende Tempo, in Verbindung mit einer leichten Nordbrise machte den Aufenthalt auf dem Deck trotz einer Schattentemperatur von 38 °C recht angenehm. Photograph Schwarzer hatte sich seit Gondokoro ziemlich erholt, mit Dr. Stigler stand es aber nicht viel besser; er war noch immer mit verbundenen Augen in die dunkle Kabine gebannt, da ihm auch schon der geringste Schein des Sonnenlichtes Schmerzen verursachte.

Das Auffahren auf Sandbänke und das Walzertanzen des Schiffes hatten nun aufgehört, denn wir fuhren schon in acht Meter tiefem Wasser. In Tonga hatte auch das trostlos eintönige Bild der weiten Papyrusflächen endlich seine Grenze gefunden, an ihre Stelle war hügeliges Terrain mit grösseren Baumgruppen und vielen Dörfern getreten. Es waren die Siedelungen der Schilluks, schön gebauter, kräftiger Eingeborener von energischem Wesen. An den Haltestellen boten sie den Reisenden ihre Lanzen mit langer, breiter Schneide, auch geschmackvoll gearbeitete Fisch- und Hornspeere gegen gute Bezahlung zum Kaufe an. Unser Ugandageld, die Rupien und Cents, wurde aber zurückgewiesen, und wir mussten uns schon an die ägyptische Währung der Piaster und Sovereigns gewöhnen.

Der Nil erhält nun durch den Zufluss des Bahr el Ghasal und des Sobat eine grosse Breite, wir kamen an +Taufikia+ und +Malakal+ vorüber und trafen dort zwei Regierungsdampfer und das grosse Transportschiff „Egypt“, das mit Steinen und Kohlen stromaufwärts zog. Längs des Ufers sah man gepflegte Strassenanlagen mit Alleen, und das Wasser belebte sich mit vielen Nilpferden und Krokodilen, die an den sandigen Ufern ihren Schlaf hielten. In Renk, wohin wir nach Kodok, dem ehemaligen französischen +Faschoda+, +Melut+ und +Kaga+ gelangten, mussten wir das Segelboot eines jungen deutschen Jägers, der infolge des andauernden Nordwindes nicht stromabwärts konnte, mit nach Khartum nehmen. Dr. Müller -- so hiess er -- hatte aus Gesundheitsrücksichten afrikanisches Klima aufgesucht, in Khartum für 30 Pfund monatlich einen kleinen, hübsch ausgestatteten Segler mit der dazugehörigen Bemannung gechartert und machte nun, trotzdem er in seinem Leben noch niemals gejagt hatte, nilaufwärts Jagdausflüge. Er hatte eine für einen Anfänger ganz respektable Anzahl von Gazellen, Krokodilen und Flusspferden und sogar einen Löwen zur Strecke gebracht.

Bei Goz fuhren wir unter der grossen Eisenbahnbrücke der Linie Senaar-El Obeid (Kordofan) durch, mussten aber einige Stunden warten, da die Drehbrücke erst um sieben Uhr morgens die Durchfahrt freigab. Je mehr wir uns Khartum näherten, desto bevölkerter wurden die schönen, grünen Gelände des Nils, es reihte sich Dorf an Dorf, und dazwischen weideten grosse Viehherden. Eineinhalb Tagereisen vor Khartum gab es noch den letzten grossen Aufenthalt, da wir die Passagiere und das Gepäck eines schon seit 24 Stunden auf einer Sandbank festsitzenden Schiffes aufnahmen, während zur Flottmachung selbst ein Hilfsdampfer aus Khartum auf dem Wege war (Tafel 64).

_IN KHARTUM UND KAIRO._

_Wieder von Komfort umgeben / Bei Slatin Pascha / Ein Ausflug nach Omdurman / In Kairo / Genesung Dr. Stiglers / Abschied von Afrika._

In Khartum trafen wir infolge der grossen Verspätung unseres Dampfers am 17. März erst spät abends ein, weshalb es uns unmöglich war, unser umfangreiches Gepäck an Land zu schaffen und wir nur mit unseren Kleiderkoffern ins „Grand Hotel“ übersiedelten, ein erstklassiges, von einem tüchtigen Reichsdeutschen mit grosser Umsicht geleitetes Etablissement. Wir sahen uns nun wieder von dem Luxus eines modernen, mit allem Komfort versehenen Hotels umgeben, und der schöne, elegante Speisesaal, die kleinen, blumengeschmückten und elektrisch beleuchteten Tische bilden einen solchen Kontrast zu unserer bisherigen Lebensführung, dass wir ganz vergessen, immer noch einige Tausend Kilometer von der Heimat entfernt zu sein.

Am nächsten Morgen suchte ich mit Dr. Stigler, dessen Augen noch immer verbunden bleiben mussten, den Leiter des Hospitals auf, der leider erklärte, dass er in Anwendung des Augenspiegels nur wenig Praxis habe. Das Ergebnis der Untersuchung, die er trotzdem vornahm, war alles eher denn günstig, und ich verliess mit meinem Freunde in recht gedrückter Stimmung das Spital. Wir studierten sofort die Fahrpläne wegen einer möglichst raschen Verbindung nach Kairo, damit Dr. Stigler dort endlich in die Behandlung eines erfahrenen Augenarztes kommen konnte. Durch den Direktor unseres Hotels erfuhren wir, dass noch am selben Tage ein Expresszug nach Port Sudan mit direktem Schiffsanschluss nach Suez abgehe, auf welchem Wege man am raschesten nach Kairo gelangt. Dr. Stigler packte in grösster Eile die notwendigsten Koffer und fuhr um 2 Uhr nachmittags, begleitet von seinem Boy Kilimandscharo, nach Port Sudan ab.

Eine Stunde später machte ich meinen Besuch beim Generalinspektor Baron Slatin Pascha, der mich sofort nach meiner Ankunft in Khartum zu sich geladen hatte. Dieser bewunderungswürdige Gentleman, den ich schon von Wien aus kannte, empfing mich mit ausgesuchter Liebenswürdigkeit. In seinem entzückenden, mitten in einem Palmengarten liegenden Heim muss sich jeder, der die Ehre hat, von unserem berühmten Landsmann empfangen zu werden, auf das angenehmste berührt fühlen von der freundlichen und dabei bescheidenen Art, die diesen mutigen, von aller Welt hochverehrten Mann auszeichnet. Die Stunden, die ich dort verbrachte, verflossen rasch in angeregtestem Gespräch, und jeder von mir auch nur halbwegs angedeutete Wunsch wurde von Baron Slatin sofort aufgegriffen und erfüllt. Am nächsten Tage hatte ich bei einem grossen Diner, zu dem er mich lud, Gelegenheit, mit den ersten Persönlichkeiten Khartums bekannt zu werden, und am Abend darauf füllte das gastfreundliche Haus des Barons eine Gesellschaft distinguierter österreichischer Gäste. Einige Vertreter unseres Hochadels waren von einem erfolgreichen Jagdausflug am oberen Nil zurückgekehrt und als Freunde bei Slatin Pascha eingekehrt.

Untertags war ich eifrig mit der Umpackung meiner Sammlungen und mit den Vorbereitungen für meine Abreise nach Kairo beschäftigt, wo ich Dr. Stigler, um dessen Befinden ich begreiflicherweise sehr in Sorge war, sobald als möglich treffen wollte. Photograph Schwarzer war wieder ganz wohl, hatte aber auf der weiteren Reise und auch noch in Wien an Malaria-Rückfällen zu leiden, und Präparator Storch fühlte sich hier wie zu Hause und war herzlich froh, dass es keine anstrengenden Märsche mehr gab und die vielen Strapazen und Unbequemlichkeiten zu Ende waren. Während meines Aufenthaltes in Khartum besichtigte ich auch Omdurman, die interessante Eingeborenenstadt mit ihren primitiven Lehmhütten, mit dem Grabe des Mahdi und dem Hause, in dem Slatin Pascha jahrelang in Gefangenschaft schmachtete, wo er, in die schwersten Ketten geworfen, jeden Tag sein Todesurteil erwarten musste und trotzdem mit eiserner Ruhe und ungebrochenem Mute alle Grausamkeiten überstand. Heute gibt es in Omdurman schon viele europäische Geschäfte, eine Pferdebahn verbindet die weit auseinander liegenden Teile der Stadt, mächtige elektrische Bogenlampen werfen ihr Licht bis an die Ufer des blauen Nils, und nichts deutet mehr darauf hin, dass hier vor gar nicht allzulanger Zeit die blutigsten Kämpfe zwischen den Engländern und den tollkühnen Scharen des Mahdi ausgefochten wurden.

Khartum selbst macht den Eindruck einer vollkommen modernen Stadt. Neben den grossen schönen Regierungsbauten finden sich viele elegante Privathäuser, die breiten Strassen sind von schattigen Alleen umsäumt, und der Europäer vermisst sogar ein grosses Vergnügungslokal nicht, wie es jede Stadt seiner Heimat aufweist. Der längs dem Nil sich hinziehende Kai ist zum grössten Teil bereits ausgebaut, und am Ufer ankern jederzeit mehrere bequeme Dampfer, die den afrikanischen Nimrod in die Jagdgefilde des Sudan bringen.

Nach mehrtägigem Aufenthalte in Khartum entführte mich ein vollbesetzter Luxuszug nach Norden und brachte mich nach viertägiger Reise über Wadi Halfa, Assuan und Luxor in das prächtige +Kairo+. Am Bahnhof erwartete mich Dr. Stigler, und zu meiner grossen Freude sah ich ihn ohne Augenbinde. Er hatte hier die richtige Behandlung und Pflege gefunden, war in bester Stimmung und nur von dem einen Wunsche durchdrungen, jetzt nach der dreiwöchentlichen Sorge um sein Augenlicht sobald als möglich seine geliebte Mutter wiederzusehen. Er gab sich mit ihr telegraphisch in Italien ein Rendezvous, und schon nach zwei Tagen trennten wir uns mit einem „Auf Wiedersehen in Europa!“ Auf der sechsmonatlichen Expedition, während der Dr. Stigler alle Strapazen und Mühen mit mir teilte, war er mir ein guter, ehrlicher Freund geworden, dem ich für die grosse Unterstützung, die er mir in allem zuteil werden liess, sehr zu Dank verbunden war.

Entlastet von all den Mühsalen des beschwerlichen und doch so reizvollen Karawanenlebens verbrachte ich noch eine Woche in Kairo, dann reiste ich nach Alexandrien und winkte an Bord des prächtigen österreichischen Lloyddampfers „Wien“ tief ergriffen meine Abschiedsgrüsse dem dunklen Erdteile zu, mit dem mich nun so starke, unvergessliche Erinnerungen an die weite, schöne afrikanische Wildnis verknüpften, die ich lieb gewonnen hatte, wie jeder, der einmal in sie eingedrungen ist. La nature est une patrie sans frontières!

_METEOROLOGISCHE BEOBACHTUNGEN_

_Kmunkes in der Zeit vom 6. bis 21. Dezember 1911 auf der Strecke Mbale-Elgon-Mbale._

+----------------+--------+--------------+----------+-------------+ | +Ort+ | Tag |Schleuder- | Höhen- | Temperatur | | | |Thermometer | Barometer| | | | 1911 | früh| abends | Radau |Max. |Min. | | | | | | | +----------------+--------+-----+--------+----------+-------+-----+ |Mbale | 6.12. | | | 1208 m | 35,4 | 7,2| | +--------+-----+--------+----------+-------+-----+ | | 7.12. | -- | 18 | 1443 m | 34,5 | 6,2| | {+--------+-----+--------+----------+-------+-----+ |Bujobo {| 8.12. | 16 | 20 | -- | 35,2 | 5,6| | {+--------+-----+--------+----------+-------+-----+ | | 9.12. | 13,5| 26,5 | 1346 m | 37,1 | 6,0| | {+--------+-----+--------+----------+-------+-----+ |Buhugu {| 10.12. | 19,0| 24 | -- | 38,1 | 6,9| | {+--------+-----+--------+----------+-------+-----+ | | 11.12. | 19 | 15 | 2350 m | 37,6 | 6,8| |Obere Masoba {+--------+-----+--------+----------+-------+-----+ | | 12.12. | 9 | 5½ | -- | 34,3 | 0,3| |Ober dem Urwald{+--------+-----+--------+----------+-------+-----+ | | 13.12. | ½ | ½ | 3340 m | 28,0 | −3 | | {+--------+-----+--------+----------+-------+-----+ |Elgon {| 14.12 | −3 | 6 | 3826 m | 18,0 |−10,0| | {+--------+-----+--------+----------+-------+-----+ |Krater {| 15.12 | −3 | 5 | -- | 17,0 |−12,0| | {+--------+-----+--------+----------+-------+-----+ | | 16.12. | ½ | 6½ | 3340 m | 19,0 |−12,0| |Ober dem Urwald{+--------+-----+--------+----------+-------+-----+ | | 17.12.| 5 | 10 | 3000 m | 18,5 | −1 | |Urwald {+--------+-----+--------+----------+-------+-----+ | | 18.12 | 5,4| 20 | 1430 m | 13,5 | 6,2| |Untere Masoba {+--------+-----+--------+----------+-------+-----+ | | 19.12.| 15 | 26 | 1350 m | 27,0 | 19,5| |Buhugu {+--------+-----+--------+----------+-------+-----+ | | 20.12.| 20 | 21 | 1443 m | 26,2 | 18,5| |Bujobo {+--------+-----+--------+----------+-------+-----+ |Mbale {| 21.12.| 19,5| 19,1 | 1203 m | 26,3 | 9,8| +----------------+--------+-----+--------+----------+-------+-----+

+----------------+-----------------------------+----------+------------+ | +Ort+ | Assmanisches | Bewölkung|Niederschlag| | | Psychrometer | | | | | früh | abends |früh|abds.| | | |trock.|feucht| trock.| feucht| | | | +----------------+------+------+-------+-------+----+-----+------------+ |Mbale | 23,5 | 21,3 | 21,4 | 16,8 | 1 | 3 | -- | | +------+------+-------+-------+----+-----+------------| | | 18,2 | 18,1 | 15,6 | 15,7 | 0 | 2 | -- | | {+------+------+-------+-------+----+-----+------------| |Bujobo {| 19,6 | 16,3 | 18,8 | 15,2 | 3 | 2 | -- | | {+------+------+-------+-------+----+-----+------------| | | 24,0 | 14,8 | 20,4 | 14,0 | 2 | 2 | -- | | {+------+------+-------+-------+----+-----+------------| |Buhugu {| 24,2 | 19,2 | 19,5 | 18,3 | 2 | 5 | -- | | {+------+------+-------+-------+----+-----+------------| | | 19,5 | 14,8 | 16,2 | 13,2 | 2 | 5 | -- | |Obere Masoba {+------+------+-------+-------+----+-----+------------| | | 8,7 | 5,9 | 8,2 | 5,1 | 1 | 5 | -- | |Ober dem Urwald{+------+------+-------+-------+----+-----+------------| | | 4,7 | 3,0 | 5,1 | 4,0 | 0 | 2 | -- | | {+------+------+-------+-------+----+-----+------------| |Elgon {| 6,0 | 3,2 | 4,2 | 1,0 | 0 | 0 | -- | | {+------+------+-------+-------+----+-----+------------| |Krater {| 5,0 | 2,0 | 3,2 | −½ | 3 | 5 | -- | | {+------+------+-------+-------+----+-----+------------| | | 7,8 | 1,2 | 6,0 | ½ | 4 | 5 | -- | |Ober dem Urwald{+------+------+-------+-------+----+-----+------------| | | 10,2 | 8,6 | 8,0 | 6,0 | 6 | 3 | -- | |Urwald {+------+------+-------+-------+----+-----+------------| | | 6,6 | -- | 4,7 | -- | 6 | 0 | -- | |Untere Masoba {+------+------+-------+-------+----+-----+------------| | | 26,2 | 23,5 | 22,0 | 18,4 | 0 | 5 | -- | |Buhugu {+------+------+-------+-------+----+-----+------------| | | 26,1 | 21,1 | 21,3 | 18,0 | 2 | 2 | -- | |Bujobo {+------+------+-------+-------+----+-----+------------| |Mbale {| 32,8 | 18,2 | 19,2 | 16,8 | 2 | 2 | -- | +----------------+------+------+-------+-------+----+-----+----+-------+

_ORNITHOLOGISCHE ERGEBNISSE DER REISE RUDOLF KMUNKES VON DR. JULIUS VON MADARÁSZ_

Die Uganda-Reise Kmunkes, welche die Ersteigung des Elgon-Gebirges, sowie die Durchquerung der bisher grösstenteils unbekannten Gebiete nördlich und nordwestlich vom Salisburysee zu ihrer Aufgabe machte, hat ihre Aufmerksamkeit ausser auf geographische Studien auch auf die Ansammlung ethnographischer, botanischer und ornithologischer Gegenstände ausgedehnt.

Dieser Artikel will nun die Aufzählung jener Vögel in systematischer Reihenfolge geben, welche von der Expedition in gutem Zustande nach Hause transportiert werden konnten. Die Namen jener Vögel, welche wegen schlechter Präparation auf der langen Reise zugrunde gegangen sind und deren Zahl beinahe die Hälfte der Ausbeute machte, wurden in die Liste nicht aufgenommen. Die hier besprochenen Vögel gehören 109 Arten an und sind durch 188 Exemplare vertreten.

Obgleich an der Expedition kein Ornithologe teilnahm, glückte es Kmunke dennoch, diese sehr repräsentative Kollektion zusammenzubringen, in welcher auch neue Arten vertreten sind.

Die Vögel dieser Sammlung stammen von folgenden Fundorten: +Kampala+, +Mbale+, +Elgon+ (Urwald und Krater), Route zwischen +Mbale und Kumi, Salisburysee, Naqua-Toburberge, Acholi, Assuafluss, Nimule und Gondokoro+. Die von der Expedition heimgebrachten neuen Arten stammen teils aus dem Urwalde am Elgon, teils vom Krater des Elgon. Es sind folgende:

+Pinarochroa rudolfi Mad.+ +Cisticola Kmunkei Mad.+ +Cisticola elgonensis Mad.+ +Bradypterus elgonensis Mad.+

Schließlich halte ich es für interessant, zu bemerken, dass es Kmunke gelang, zwei Exemplare des +Balaeniceps rex Gould+ am Salisburysee zu erlegen, welcher Fundort meines Wissens nach einen neuen Beitrag zur Kenntnis der geographischen Verbreitung dieses interessanten Vogels bildet.

I. Fam. _=Psittacidae=_.

1. Poicephalus virescens, Rchw.

II. Fam. _=Coraciidae=_.

2. Coracias garrulus, L.

3. Coracias abyssinus, Bodd.

4. Coracias caudatus, L.

III. Fam. _=Alcedinidae=_.

5. Ceryle rudis (L.)

6. Ceryle maxima (Pall.)

7. Corythornis cyanostigma (Rüpp.)

8. Halcyon semicaerucleus (Forsk.)

9. Halcyon senegalensis (L.)

IV. Fam. _=Bucerotidae=_.

10. Lophoceros nasutus (L.)

11. Lophoceros melanoleucus (Lichst.)

12. Bycanistes subcylindricus (Sclt.)

13. Bucorvus abyssinicus (Bodd.)

V. Fam. _=Meropidae=_.

14. Melittophagus meridionalis, Sharpe

15. Dicrocercus furcatus (Stanl.)

16. Merops nubicus, Gm.

17. Merops persicus, Pall.

VI. Fam. =_Caprimulgidae_=.

18. Macrodipteryx macrodipterus (Afz.)

VII. Fam. _=Coliidae=_.

19. Colius affinis, Shell.

20. Colius pulcher, Neum.

VIII. Fam. _=Musophagidae=_.

21. Turacus leucolophus, Heugl.

22. Turacus hartlaubi (Fsch. & Rchw.)

23. Chizaerhis zonura, Rüpp.

IX. Fam. _=Cuculidae=_.

24. Cuculus solitarius, Steph.

25. Centropus fischeri, Rchw.

26. Coccystes glandarius (L.)

X. Fam. _=Capitonidae=_.

27. Lybius leucocephalus (Fil.)

28. Lybius aequatorialis (Shell.)

29. Trachylaemus elgonensis (Sharpe)

XI. Fam. _=Picidae=_.

30. Dendromus nubicus (Gm.)

31. Mesopicus centralis, Rchw.

XII. Fam. _=Muscicapidae=_.

32. Melanornis pammelaina (Stanl.)

33. Empidornis semipartitus (Rüpp.)

34. Tchitrea viridis (Müll.)

XIII. Fam. =_Campephagidae_=.

35. Coracina pectoralis (Jard.)

XIV. Fam. =_Pycnonotidae_=.

36. Pycnonotus minor, Heugl.

XV. Fam. =_Turdidae_=.

37. Crateropus cinereus, Heugl.

38. Turdus elgonensis (Sharpe)

39. Monticola saxatilis (L.)

40. Pinarochroa rudolphi Mad., +neu+ (s. Orn. Monatsb. 1912, p. 175)

XVI. Fam. =_Sylviidae_=.

41. Cisticola Kmunkei, Mad., +neu+ (s. Orn. Monatsb. 1912, p. 175)

42. Cisticola elgonensis, Mad., neu (s. Orn. Monatsb. 1913, p. 7)

43. Bradypterus cinnamomeus (Rüpp.)

44. Bradypterus elgonensis, Mad., +neu+ (s. Orn. Monatsb. 1912, p. 175)

45. Prinia reichenowi (Hartl.)

46. Prinia mystacea, Rüpp.

XVII. Fam. =_Motacillidae_=.

47. Budytes flavus (L.)

48. Macronyx croceus (Vieill)

XVIII. Fam. =_Zosteropidae_=.

49. Zosterops jacksoni, Neum.

XIX. Fam. =_Nectariniidae_=.

50. Cinnyris suachelicus, Rchw.

51. Cinnyris reichenowi, Sharpe.

52. Nectarinia kilimensis, Shell.

53. Chalcomitra viridisplendens (Rchw.)

54. Chalcomitra acik (Ant.)

XX. =_Ploceidae._=

55. Ploceus abyssinicus (Gm.)

56. Vidua serena (L.)

57. Quelea aethiopica (Sund.)

58. Uraeginthus bengalus (L.)

59. Estrelda paludicola (Heugl.)

XXI. Fam. =_Sturnidae_=.

60. Lamprotornis purpuropterus, Rüpp.

61. Lamprocolius splendidus (Vieill)

62. Lamprocolius amethystinus (Heugl.)

63. Lamprocolius chalcurus (Nordm.)

64. Lamprocolius chloropterus (Sw.)

XXII. Fam. =_Dicruridae_=.

65. Dicrurus afer (Lichst.)

XXIII. Fam. =_Corvidae_=.

66. Rhinocorax affinis (Rüpp.)

67. Cryptorhina afra (L.)

XIV. Fam. =_Laniidae_=.

68. Corvinella corvina (Shaw.)

69. Lanius excubitorius, Des Murs

70. Lanius humeralis, Stanl.

71. Laniarius major (Hattl.)

72. Laniarius chrysostictus Reichw.

73. Dryoscopus cinerascens, (Hartl.)

74. Prionops cristatus, Rüpp.

75. Pomatorhynchus orientalis, cab.

XXV. Fam. =_Falconidae_=.

76. Serpentarius serpentarius (Müll.)

77. Haliaetus vocifer (Daud.)

78. Lophoaetus occipitalis (Daud.)

79. Pernis apivorus (L.)

80. Melierax matabetes (Heugl.)

81. Butastur rufipennis (Sund.)

82. Elanus caeruleus (Delt.)

83. Micronisus niger (Vieill)

84. Falco biarmicus, Temm.

85. Falco ruficollis, Sur.

86. Cerchneis tinnuncula (L.)

87. Circus aeruginosus (L.)

88. Circus pygargus (L.)

XXVI. Fam. =_Phasianidae_=.

89. Philopachus fuscus (Vieill)

90. Coturnix coturnix (L.)

91. Francolinus elgonensis, Grant.

XXVII. Fam. =_Pteroclidae_=.

92. Pterocles quadricinctus, Temm.

XXVIII. Fam. =_Columbidae_=.

93. Vinago nudirostris, Sw.

94. Turtur semitorquatus, Rüpp.

XXIX. Fam. =_Ardeidae_=.

95. Ardea melanocephala, Vig.

96. Ardea goliath, Cretsm.

97. Bubulcus ibis (L.)

XXX. Fam. =_Balaenicipidae_=.

98. Balaeniceps rex, Gould.

XXXI. Fam. =_Ciconiidae_=.

99. Leptoptilus cruentifer (Less.)

100. Anastomus lamelligerus, Temm.

XXXII. Fam. =_Rallidae_=.

101. Limnocorax niger (Gm.)

XXXIII. Fam. =_Jacanidae_=.

102. Actophilus africanus (Gm.)

XXXIV. Fam. =_Gruidae_=.

103. Balearica pavonina (L.)

XXXV. Fam. =_Otididae_=.

104. Otis melanogaster, Rüpp.

XXXVI. Fam. =_Charadriidae_=.

105. Oedicnemus senegalensis, Sw.

106. Sarciophorus tectus (Bodd.)

107. Lobivanellus senegalus (L.)

XXXVII. Fam. =_Anatidae_=.

108. Chenalopex aegyptiacus (C.)

XXXVIII. =_Phalacrocoracidae_=.

109. Phalacrocorax africanus (Gm.)

_TAFEL 65–68_