Prophezeiungen

Part 28

Chapter 283,431 wordsPublic domain

Der gute Mann forderte Allwissenheit. Das war ein kleiner Irrtum. Er war ferner naiv genug, zu glauben, man erforsche die Natur, indem man ihr Bedingungen stelle, statt daß man sich den von ihr aufgestellten unterordnet.

Ärzte finden sich mit dem Problem auch sehr leicht ab. Wo sie mit dem Zufall nicht auskommen, nennen sie es Hysterie. Denn wo Begriffe fehlen, da stellt zur rechten Zeit ein Wort sich ein. Übrigens ist es ziemlich leicht, schon äußerlich den mit der Gabe des zeitlichen Fernsehens ausgestatteten zu erkennen. Man sieht es an den Augen. Ich habe mich fast nie geirrt.

Dagegen möchten wir darauf hinweisen, daß auch der beste Schütze Fehlschüsse tut, daß sogar ein Idealgewehr in gewissen Fällen nicht treffen =kann=, wenn nämlich der Streuungskegel größer ist als das Ziel (vgl. S. 153 f.).

Wir haben festgestellt, daß es eine Kraft der Prophetie gibt, ein zeitliches Fernsehen. Aufgabe der Wissenschaft muß es nun in Zukunft sein, aufzudecken, unter welchen Voraussetzungen diese Kraft in Wirksamkeit tritt, ihre Stärke zu ermitteln und ihren Streuungskegel zu berechnen. Ist das alles geschehen, dann mag sie mit Kant und Schopenhauer nach einer metaphysischen Erklärung suchen, aber sie nicht schon in der Leugnung der Realität der Zeit gefunden zu haben glauben.

Wir, die wir als Historiker die Frage prüften, müssen uns mit folgender Konstatierung begnügen:

=Der Glaube an Prophetie ist kein mittelalterlicher Aberglaube. Er ist eine neue Wahrheit, die wir erstmalig zwingend bewiesen.= Wir =wissen= nunmehr von der Existenz des zeitlichen Fernsehens.

Fußnoten:

[214] Gedruckt in der Ausgabe du Pin, Antwerpen 1706, I. Bd., Spalte 37 ff., der folgende Traktat eb. Sp. 43 ff.

[215] Übersetzung beider Traktate nach der Ausgabe von Hardt (Helmstädt 1692) von Johann Gabriel Süße, als Anhang der »Umständlichen Nachricht von dem sogenannten Prossner Manne. Christian Heerings ...« Dresden und Leipzig 1772.

[216] Spiritus Prophetarum non semper esse in potestate, vel distincta cogitatione Prophetarum.

[217] Die Geschichte des ganzen Streites ist eingehend von Süße behandelt unter dem Titel: »Historisch-Theologische Abhandlung über die Casual-Frage: Obs noch heut zu Tage neue Offenbarungen von wichtigen Revolutionen in dem Kirchen- und Weltlichen Staat, und von besondern Schicksalen einzelner Personen, gebe, und was von selbigen zu halten sey?« im Anhang der »Umständlichen Nachricht«, S. 49–124.

[218] Die wichtigste Literatur dieser Streitschriften dürfte nach Süße sein: =Jacob Stolterfoht=, »Schriftmäßiges Bedenken von Gesichten«, Lübeck 1632. =Jacob Fabricius=, »Probatio Visionum«, Nürnberg 1642 (von der theol. Fakultät zu Wittenberg in einem Gutachten zensuriert, vgl. Süße, S. 76 ff., gedruckt in den Consilia Theologica Wittenberg, p. 804–817). =Jacob Stolterfohts= Nothwendige Wahrheit- und Ehren-Rettung wider Fabricii Probationem Visionum invictam, Lübeck 1647. =Johann Wilhelm Petersen=, »Sendschreiben an einige Theologos und Gottesgelahrten, betreffend die Frage: Ob Gott nach der Auffahrt Christi nicht mehr heutiges Tages durch göttliche Erscheinung denen Menschen-Kindern sich offenbaren wolle, und sich dessen ganz begeben habe ...«, Lübeck 1691. (Petersen behauptet göttliche Offenbarung auch in Glaubensfragen) dagegen u. a.: =Valentin Ernst Löscher=, Repetitio orthodoxae doctrinae de Visionibus et Revelationibus«, Wittenberg 1692. =Caspar Löscher=, »de Visionibus«, eb. 1693. =Ph. Jac. Spener=, »Theologisches Bedenken usw.«, 1692 von einem Anonymus ohne Druckort herausg. Ders., »Theologisches Bedenken Herrn D. Speners über Heinr. Kratzenstein usw.«, 1693. Ohne Druckort. (Ohne Einwilligung Speners erschienen.) Neudruck im gleichen Jahre mit dem Zusatz »Erklärung über die Frage: Was von Gesichten und Erscheinungen zu halten sey?« Frankfurt a. O. Ein Auszug aus diesen Schriften bei Süße, »Umständliche Nachricht«, S. 165 bis 184. =Joh. Lysius=, »Schelwigische Synopsi controversiarum«, 1712. =Johann Mich. Heineccius=, »Schriftmäßige Prüfung der sogenannten neuen Propheten«, Halle 1715. =Joachim Lange=, »Nöthiger Unterricht von unmittelbaren Offenbarungen«, eb. 1715. =Joh. Porst=, »Verhalten derer Gläubigen bey denen außerordentlichen Bewegungen und Aussprachen«, 1715. =Joh. Lysius=, »Wahrhaftige Erzehlung dessen, was zu Berlin mit einigen sogenannten Inspirirten vorgegangen«, 1715. =Martin Chladenius=, »De Inspiratis sine Spiritu«, Wittenberg 1715. =Lysius=, »Schutzschrift wider die Beschuldigungen Chladenii«, 1715. =Christoph Ludwig Stieglitz=, »Nothwendige Erinnerung an Herrn Johann Lysium«, Naumburg 1716, dagegen Repliken von Lysius und »Gegenvorstellung« von Stieglitz.

[219] Joh. =Olearius=, Synopses Controversiarum, Synops. V. concern. Controversias cura Fanaticis, Thes. IX., Quartausg. p. 7, Oktavausg. p. 485.

[220] Zweite erweiterte Aufl. 1717. S. 4–25 der Schrift werden die Weissagungen der Reformation durch Johannes Hus, Hieronimus von Prag, Johann Wessel, Johann Keisersberg, Sebastian Brand, Johan Hilten, Andreas Proles und Johann Spangenberg angeführt. Sie beruhten zwar zum Teil auf Zufall oder Berechnung, doch leuchte auch aus vielen etwas Göttliches heraus.

[221] »Mein geistiges Schauen in die Zukunft«, S. 102.

[222] Horaz, Carm. I, 28.

[223] Zitiert nach Ferriëm, S. 108 Anm.

[224] Der Interessent sei nachstehend auf die wichtigste einschlägige Literatur, soweit wir sie nicht im Text nannten, verwiesen. Ihre Bekanntschaft verdanke ich der Liebenswürdigkeit des Grafen Karl von Klinkowström. Ich bemerke aber ausdrücklich, daß ich sie =nicht= studierte, da ich bewußt als =Historiker= an das Thema herantrat und mir meine Unbefangenheit bis zum Schluß bewahren wollte. E. Parish, Zur Kritik des telepathischen Beweismaterials, 1897; M. Dessoir, »Doppelich«; L. Loewenfeld, »Somnambulismus und Spiritismus«, 1907; N. Kotik, »Die Emanation der psychophysischen Energie«, Wiesbaden 1908.

Alphabetisches Verzeichnis der wichtigeren Personen und Sachen

Achilleus 44. Adelung 100 f., 192. Agrippa, Cornelius, 350. Aigospotamoi 40. Alexander 66, 72. Amos 26 f. Apollo 33, 35 f., 41. Arago 4. Argens, Marquis d’, 108 f., 172. Arnold 97 f. Assyrer 26 f., 28. Astrologie 70 f., 79 ff., 347 ff., 402. Athen 34 f. Atia 65 f. Aufklärung 8 f. Augustinus 2. Augustus 65 ff., 71 f. Automobil, vorhergesagt, 120. Autoritäten 3 f., 7.

Babylonisches Exil 28. Baid 10. Bailly 10, 299. Barry, du, 323. Barton, Elisabeth, 92. Bassompierre 91. Baudus, de, 116 ff. Bazarbrand in Paris, vorhergesagt, 122 ff., 333. Beauharnais 313. Beaumont, Frau von, 63 f. Beckmann 340. Bellini 143. Berechnung 141 f. Bernhard, hl., 407. Bertholon 3. Bessières, Marschall, 116 f. Biron, Herzog, 93 f. Bismarck 59 f., 372. Blake, W., 136. Blücher 273, 289. Böhm 61 f. Bormann, W., 307 ff., 313, 320 ff., 336 f., 339 f., 374 f., 378 f. Bouland 307. Bourbonen, Vorhersage des Unterganges, 96 f. Boussénard 64. Bouthors 53. Bose, General, 216. Brahe, Tycho de, 14, 84. Brand, Sebastian, 412. Brantôme 352. Brugsch, H., 56. Brühl, Graf, 213 f., 262, 264, 269 ff. Brunswig, Alfred, Vorwort. Brüx-Dux, Kohlenbergwerk, 334 ff. Buddha 72.

Caesar 41 ff., 60, 64 f., 67. Calpurnia 43. Campan 377, 388. Capelli, Bianca, 78. Capistrano 88 f. Capys 42. Cardanus 87 f. Cario, Joh., 100 f., 192. Carmine, Giuliano del, 106. Cassius, Dio, 70. Cazotte, 293, 296 ff., 306 ff. Chamfort 295, 298, 300 f. Chavigni 354 f. Chronogramme 396. Chrysippos 41. Cervoni 119. Cicero 2, 33, 69, 140. Clarence, Herzog von, 333. Clément 350, 364 f., 370. Clerepeyne 366 ff., 383 f. Coligny 358. Collinitius-Tannstetter 14. Comenius 192. Condorcet 297. Cornelius Balbus 42. Couédon 122 ff. Créqui, Marquise, 324.

Dariex 105. Davidson 49 ff. Davis, A. J., 119 ff. Davy 3.

Eduard VII., Vorhersage des Todes, 86. Ehrlich 279 ff., 289 ff. Eingeweideschau 44. Engel 123. England, Weltherrschaft, 390 f. Ennius 69. Erfurt, Vorhersage, 94 f. Ervieux, d’, 105. Eschenmayer 109 ff. Eugen, Papst, 78. Ezechiel 28 f.

Fage, Durand, 192 f. Faure, Felix, 86. Feldzug von 1805, Vorhersage, 287. Feldzug von 1815, Vorhersage, 281 ff. Ferdinand II., Kaiser, 413. Ferdinand III., Kaiser, 85. Fernsehen, räumliches, 54. Ferriëm, de, 325 ff., 415 f. Flammarion, Camille, 49, 52. Franklin 4. Frankreich, Niederlage u. a., 276 f., Revolution von 1789, Vorhersage, 80, 100, 320 ff. Franz II., Kaiser, 173. Franz II. von Frankreich 362. Franz von Assisi 29. Freys 380, 382. Fromm, A., 181 f. Friedrich von Württemberg, Vorhersage des Todes, 109 ff. Friedrich der Große 108 f., 171 f., 187, 219, 222. Friedrich I. von Preußen 170, 185 f. Friedrich III., deutscher Kaiser, 78. Friedrich III. von Preußen 170, 182. Friedrich August II. von Sachsen 219. Friedrich Wilhelm der Große Kurfürst 169, 182, 185 f. Friedrich Wilhelm I. von Preußen 171, 186. Friedrich Wilhelm II. von Preußen 173, 188. Friedrich Wilhelm III. von Preußen 174 f., 188, 259 ff., 273 ff., 288 f. Friedrich Wilhelm IV. von Preußen 175, 188, 273.

Galilei 6. Gallier, Vorhersage des Einfalls in Asien 40. Galvani 3. Gassendi 3. Gauricus, Lukas, 85, 192. Gedankenübertragung 419. Genlis, Gräfin, 310 f. Georg V. von England 86. Gerson 404 ff., 410. Giesebrecht 180 f. Gieseler 182 f. Gneisenau, Untergang des Kriegsschiffes, 339 f. Godefroy siehe Kerkau. Goethe 83, 130 ff. Goldmayer 85. Gramont, Herzogin, 301 ff., 323 f. Greulich 94 ff. Guhrauer 183. Guise, Herzog von, 362. Gustav Adolf von Schweden 84 f., 88 f. Guynaud 352.

Hansen 10. Hautz 241, 280. Heering 203 ff., 248. Hegel 3. Heiligenliteratur 19 f. Heinrich II. von Frankreich 85, 350 ff., 361, 397. Heinrich III. von Frankreich 352, 354, 361 f., 364 f. Heinrich IV. von Frankreich 90 ff., 354, 365. Heliopolis, Orakel, 33 ff. Helmolt, Dr. Hans F., Vorwort. Helmont, van, 6. Hennicke, Graf, 204 f. Hennig 357, 372. Hermann von Lehnin 157, 177 ff. Herodot 35. Hieronymus von Prag 412. Hilten, Joh., 412. Hiskija 27 f. Horoskop 14, vgl. auch Astrologie. Homer 44. Houdancaut, de la Motte, 323. Hübbe-Schleiden 304 f., 321, 323. Hufeland 112. Hungersnot, Vorhersage, 240. Hus, Joh., 412.

Jant, Chevalier de, 368. Jeremia 28. Jeremia, Deutero-, 29. Jerobeam II. 26. Jerusalem, Vorhersage, 27 f. Jesaia 28. Jesaia, Deutero-, 29. Jessenius 413. Joest, Wilhelm, 46 f. Johann Philipp von Mainz 95. Joubert 368. Juden 24 ff., 27, 29. Jung-Stilling 61, 294, 303 ff., 309 f. Justi 69 f.

Kaiserproklamation, Vorhersage, 175. Kalender, Einführung des revolutionären, 397 f. Kant 2, 427. Kara Mustapha 95. Karl von Bourbon 350. Karl V., Kaiser, 87, 350. Karl VI., Kaiser, 15. Karl von Savoyen 353 f. Karl IX. von Frankreich 353 f., 362. Keiserberg, Joh., 412. Kepler 82, 84 ff. Kerkau 327, 336. Kerner, Justinus, 45 f. Kesselsdorf, Vorhersage der Schlacht, 214. Kiesewetter 347, 353, 372, 376 f. Kirchenverfolgung 398 f. Klein 109 ff. Klinkowstroem, Graf, 380, 426. Kniepf 86, 356, 402. Kotter 192. Krämer 109 ff. Krösus 33. Kunnersdorf, Vorhersage der Schlacht, 230. Küstrin, Vorhersage der Schlacht, 108. Kurz, Isolde, 108.

Laharpe 294, 300 ff., 321. Lakedämonier 35 f. Langen 48. Lannes, General, 118. Lasalle, General, 118. Lehninsche Weissagung 156 ff. Leidinger, Georg, 380, 382. Leipzig, Schlachten, 274, 277. Leopold I. 95. Leovitius, Cyprianus, 81. Le Pelletier 356 ff. Leroy 10. Ligeritz 213. Lindemann, Ferdinand, Geheimrat, Vorwort. Liszt, Franz von, 138. Löscher 410. Ludwig XIII. von Frankreich 367 ff. Ludwig XIV. 395 f. Ludwig XV. 223. Ludwig XVI. 301 f., 374 ff., 388 f. Luftschiffahrt 121, 340 ff. Luise, Königin, 259 f., 273. Luther 87 f., 408, 411.

Macrobius 33. Maillé, Graf von, 122 ff. Majunke 186. Makedonier 41. Malesherbes 299. Marchandon 105. Margarete von Parma 107. Maria Feodorowna 315. Maria Theresia 171 f., 223. Marie Antoinette 374 ff., 388 f. Marie Luise 394. Martinique, Erdbeben, 329 f. Materialismus 10 f. Matthias, Kaiser, 84, 413. Maximilian I., Kaiser, 14. Mayer, Robert, 4. Medici: Alessandro 106 ff. Katharina 93, 350, 353 f., 362. Lorenzino 106 ff. Maria 20 f. Meinhold, W., 178. Melanchton 82. Melander 82 f. Merkt 29. Méry, Gaston, 124 f., 421. Mesmer 10. Messina, Vorhersage der Zerstörung, 128 f. Micha 27 f. Miller, J. A., 241 ff. Montgomery 351. Montmorency, Heinrich II., 366 ff., 383 f. Morgan-Dawson 52. Moskau, Vorhersage der Zerstörung, 84. Motret 368. Müller, Egbert, 419 f. Musaios 40.

Napoleon I. 118 f., 283 ff., 391 ff. Napoleon III. 356 f., 371 f. Napoleonische Kriege, Vorhersage, 400 f. Narbonne, Graf, 376 ff. Nebukadnezar 28. New-York, Vorhersage des Hafenbrandes, 327 f. Ney, Marschall, 117. Nick, Arzt, 110. Nicolai 299. Niederlande, Vorhersage ihrer Blüte, 89. Nigidius Figulus 66, 70. Nikolaus V., Parentucelli, Papst, 78. Nostradamus 346 ff. – gefälschte Quatrains 356 f.

Oberkirch, Baronin, 313 ff. Octavius 65 ff. Old Moore 332 f. Olearius, Joh., 409. Ölven, Rittmeister, 181. Orakel 33 ff., 66. Österreichisch-französisches Bündnis, Vorhersage, 222 f. Österreichisch-Preußischer Krieg 59 f. Otto Heinrich von der Pfalz 81.

Pallas 40. Papsttum, Beseitigung der weltlichen Herrschaft, 389 f. Paracelsus 6. Pausanias 40. Peare, A. J., 86. Pest, Vorhersage, 34 ff. Petrarcha 87. Phännis 40. Philibert Emanuel von Savoyen 352 f. Philippos 41. Piazzi 3. Pierre d’Ailly 79. Pius II., Piccolomini, Papst, 78. Planet, neunter, Vorhersage, 119. Plato, 2, 72. Plutarch 40. Poniatowssken 191 ff. Ponk-Knop 179. Prel, Du, 140. Preußen, Wiederaufrichtung, Vorhersage, 274, 276 f. etc. Pröhle, H., 182. Proles, Andreas, 412. Prophetie, Unmöglichkeit, 3 ff., 8 f., 16. – Allgemeines, 99 ff. Prophezeiungen, falsche, 153 f., Gründe dafür: 415 ff. Protestantismus, lange Dauer, Vorhersage, 88. Puységur, Marquis, 315, 318. Pyrrhus 33. Pythia 39 f.

Quincey 136.

Ravaillac 91. Reimann 270 f., 279 f. Reuß 111. Rizacasa 93. Roßbach, Schlacht, Vorhersage, 227. Roucher 299. Rüchel, General, 258 ff., 273. Rudolf II., Kaiser, 14.

Sarti 128 f. Sauce 377 ff., 384. Schoner, Joh., 82. Schopenhauer 2, 345, 427. Scott, W., 136. Schwedt, Markgraf von, 182. Sedan, Vorhersage, 371 f. Seidel, M. F., 180. Semmelweiß 4. Seyler 188. Shelley 136. Siebenjähriger Krieg, Vorhersage, 226. Simiane, de, 324. Simson, Geheimrat, 262 ff. Soliman II. 358. Spangenberg, Joh., 412. Speer 177. Spurinna 42 f., 44. Stainville, Marschall, 315 ff. Stieglitz 112. Stoffler, Joh., 81. Stromer-Reichenbach, Friedrich Frh. v., Vorwort. Sueton 41 ff., 65, 71 ff. Sully 90. Süße, Joh. G., 203 ff., 405, 408. Sybille 40. Symbol, Symbolismus 46, 70, 99 ff.

Tannstetter-Collinitius 81. Tessé, de, 324. Testament, Altes, 23 ff. Textor, J. W., 134 ff. Thebes, Mme., 86. Theogenes 71. Thilton 49 ff. Thomas 57. Thukydides 34 ff. Thurneyßer 78. Tragik 332. Trajan 34, 49 ff. Traum 78, 134. Siehe auch Doppeltraum. Traumsprache 253.

Vaudin 3. Vergil 44. Victor Emanuel 128 f. Villandry 93. Villani 107. Virchow 10. Visionen 337 f., 343 f, 420 ff. Vogtius 84 f. Vorahnungen 60 ff. Vogelgesang-Zipelius 58.

Wahrsagerinnen 407. Wahrsagung aus Kaffeesatz 101–106. Wahrscheinlichkeitsrechnung 146 ff., 383 ff. Wahrträume 45 ff. Siehe auch Traum. Wallenstein 82, 85, 199 ff. Wanner 109 f. Wernstorff 412 ff. Wessel, Joh., 412. Wien, Vorhersage von Belagerung und Pest, 95 f. Wilhelm I., Kaiser, 59, 175, 188, 372. Wilken 180. Willensfreiheit 12 f. Wittenbart 55 f. Wittig 121. Wolf, Fr., 183.

Zeitangaben 331 ff. Zeppelin, Graf, 340. Ziehen 82. Zipelius 58. Zitzwitz 182 f. Zufall 142 ff., 384 ff. Zweifel 22.

Dr. MAX KEMMERICH

Kultur-Kuriosa

Erster Band (10. Tausend) – Zweiter Band (6. Tausend)

Jeder Band geheftet 3 Mark 50 Pfg., gebunden 5 Mark

Münchner Neueste Nachrichten: Wenn ich den Verfasser recht verstanden habe, so hat er mit dieser Veröffentlichung von Kulturdokumenten aller Zeiten und Völker das ethische Ziel verfolgt, im Spiegel der Vergangenheit das Bild der Gegenwart zu zeigen und dadurch auch seinerseits dazu beizutragen, daß Leben, Ehre, Freiheit und fremde Überzeugung jene Achtung genieße, die er mit vollem Recht als das wichtigste Kulturkriterium betrachtet, wichtiger als alle technischen und wissenschaftlichen Fortschritte und alle künstlerischen Großtaten.

Der Tag, Berlin: Ein ganz verflixtes Buch. Vom Standpunkt der Orthodoxie aus – hüben wie drüben – höchst verwerflich nach Tendenz und Inhalt. Und nun gar: wenn man sich »Töchterschülerinnen« als seine ungebetenen Leserinnen vorstellen wollte – einfach Pfui Deibel! Und dennoch: recht zum Nachdenken bewegend, zur Einkehr stimmend, zur Umschau anregend. Notabene: Für solche, die ihr bißchen Spiritus gewöhnt sind nicht nach einem irgendwie vorgeschriebenen Schema F einzustellen. Bei allem Pessimismus, der daraus spricht, eine sinnige Gabe für geborene Optimisten .... Der wahre Satiriker will nicht nur bloßstellen, sondern auch bessern; so will auch dies Buch bei aller Boshaftigkeit oder doch Ungeschminktheit den unserer »Bildung« durchaus nicht überall adäquaten Stand unserer sogenannten Kultur heben. Möchte es vor allen Dingen unter die Augen der Männer geraten, die es namentlich angeht!

(Dr. Hans F. Helmolt.)

Generalanzeiger Mannheim: Solche Bücher sind selten. Denn zu gern verschließt sich der Mensch solch grassem Bekenntnis der Wahrheit. Aber sie haben eben dadurch doppelten Wert. Kemmerichs »Kultur-Kuriosa« sollte jeder besitzen, der Anteil nimmt an menschlicher Kultur, und es ist jedem von uns heilsam, mitunter in dem Buche zu blättern.

Neue Züricher Zeitung: Eine Sammlung drastischer Anekdoten aus dem weiten Reiche der Kulturgeschichte mit viel Geschick ausgewählt zum Behufe des Nachweises, »daß unsere Kultur, soweit sie auf Befreiung von Grausamkeit, Intoleranz und Borniertheit beruht, noch sehr jungen Datums ist«. In der Tat ist es unglaublich, von welcher Barbarei wir herkommen, und in welcher Barbarei wir vielfach heute noch stecken, auf dem Gebiete des Rechts, der Ehe, der Sittlichkeit, des Glaubenslebens usw. Manchmal traut man seinen Augen nicht; aber der Verfasser beruft sich in einem überaus reichen Literaturnachweis durchgängig auf die besten Quellen.

Liberales Wochenblatt Straßburg i. E.: So wirkt das Büchlein kulturkräftig, als eine Mahnung zur Offenheit und Freimütigkeit in dem Eintreten für ein wahrhaft humanes, sittliches Kulturideal.

Albert Langen, Verlag, München

Dr. MAX KEMMERICH

Dinge, die man nicht sagt

Siebentes Tausend

Geheftet 3 Mark 50 Pfg., gebunden 5 Mark

Straßburger Post: Mit diesem Bande ist uns ein ganz köstliches Buch geschenkt worden. Es handelt von allem, was das Leben an Erscheinungen und Fragen bringt, von Schule und Universität und von Nationalgefühl und Moral, von Kunst und Humanität und von Kritik und Polemik. Es wird keinen einzigen Leser finden – außer den Kritiklosen, die dies Buch nicht wert sind –, der mit einem einzigen seiner Aufsätze ganz einverstanden wäre. Aber auch keinen, der nicht gerade dort, wo er nicht zustimmt, über die rücksichtslose Offenherzigkeit und das fröhliche Draufgängertum sich freute, mit dem der Verfasser seine Meinung sagt. Dieser Mut zur Wahrhaftigkeit macht das Buch anziehend. Allerdings ist aber die besondere Gabe des Verfassers auf ein enges Gebiet begrenzt. Er ist ein überaus glücklicher Beobachter des bunten Treibens unserer »Gesellschaft«, das man in den beteiligten Kreisen als »unsere Kultur« bezeichnet. Aber zum tieferen Eindringen in die Probleme zeigt er hier entweder keine Lust oder kein Geschick. Darum sind die Abschnitte, deren Gegenstände am meisten ein Einsetzen der Kritik nicht an den Zweigen, sondern an der Wurzel erheischten, die unbefriedigendsten. Aber man soll sich durch die Gegenstände, deren Wahl ein Fehlgreifen ist, nicht den Genuß an dem andern, glücklich gewählten, verderben lassen.

Die Propyläen: Die »Kultur-Kuriosa« sind mehr als eine bloße Raritätensammlung, sie wollen den Nachweis führen, daß auch unser herrliches 20. Jahrhundert das dunkle Mittelalter noch immer nicht überwunden hat, während die »Dinge, die man nicht sagt« in systematischem Kriegsplan gegen die Gebrechen unserer Zeit vorgehen. Beide Bücher, insbesondere das zweite, das ich vorziehen möchte, müssen und wollen auf Schritt und Tritt anstoßen, aber sie enthalten eben doch einen wahren Kern, wie jeder zugeben muß, der sich von den Fesseln der Voreingenommenheit und der Phrase freimacht.

Niederschlesische Zeitung, Görlitz: Vielleicht ist man mit der Behandlung des einen oder anderen Themas nicht völlig einverstanden, aber in sehr vielen Punkten, ja man kann sagen in den meisten, muß man den Verfasser als einen grundgescheiten Menschen, der sich unter allen Umständen bestrebt, die Dinge ohne alle Schönfärberei zu betrachten, oder einfacher gesagt, der den Mut hat, vernünftig zu sein, recht geben. Wenn man ihm beispielsweise zuhört, wie er über »Wissensdurst und Universität« urteilt, wie er das zopfige Gelehrtentum herunterputzt, das an Stelle einer universellen lebendigen Darstellung stundenlanges trockenes Aufzählen der Quellen, der Werke, die der Darstellung zugrunde liegen, für die richtige geistige Kost hält, dann spricht einem der Verfasser aus dem Herzen! Nach dieser Richtung hin bietet das Buch eine Summe von Beobachtung aus dem täglichen Leben, und wenn nur die Hälfte von dem, was er sagt, Nachachtung fände, so würde es um vieles besser stehen um unsere Kultur.

Albert Langen, Verlag, München

Druck von Hesse & Becker in Leipzig Papier von Bohnenberger & Cie., Papierfabrik, Niefern bei Pforzheim Einbände von E. A. Enders, Großbuchbinderei, Leipzig

Liste korrigierter Druckfehler

Seite 24: „Assyrier“ ersetzt durch „Assyrer“: Wo sind die Babylonier, die Assyrer, die Griechen, Römer?

Seite 31: „eine“ ersetzt durch „ein“: ..., ein Phänomen, für das, wie für so manches andere, die heutige Wissenschaft noch keine ausreichende Erklärung hat.

Seite 32: „panegyrischen“ ersetzt durch „panegyrische“: ... soweit sie die tatsächlich unkritische und panegyrische religiöse Literatur betreffen ...

Seite 35: „Peleponnes“ ersetzt durch „Peloponnes“: ... und, was ein merkwürdiger Umstand war, die Peloponnes blieb gänzlich davon frei.

Seite 49: „ihnen“ ersetzt durch „Ihnen“: ..., daß ich von heute in sechs Wochen einer dringenden Einladung von Ihnen folgend Sie besuchte.

Seite 50: Fehlendes öffnendes Anführungszeichen ergänzt: ... fuhr die Dame fort, »daß ich beim Eintreten dieses Haus leer und verlassen fände ...

Seite 65: „konnten“ ersetzt durch „konnte“: ..., oder wenn starker Taufall seine Entscheidungen beeinflussen konnte.

Seite 70: „zweiflos“ ersetzt durch „zweifellos“: Es liegt hier zweifellos ein noch nicht näher ergründetes Phänomen der Prophetie vor.

Seite 81: „Konjunkturen“ ersetzt durch „Konjunktionen“: ..., jahrtausendelange Erfahrung ein Zusammentreffen gewisser Ereignisse und Schicksale mit bestimmten Konjunktionen der Gestirne ergeben habe.

Seite 101: „Das“ ersetzt durch „Daß“: Daß es sich nicht um einen der biblischen Engel handeln kann, ...

Seite 102: Einleitendes einfaches durch doppeltes Anführungszeichen ersetzt: »Eine Freundin von mir, Lady A., wohnte in den Champs-Elysées. ...

Seite 113: „Tatbeberichte“ ersetzt durch „Tatberichte“: ... das beweisen die zahlreichen von Flammarion veröffentlichten Tatberichte, ...