Plattdeutsche Briefe, Erzählungen und Gedichte mit besonderer Rücksicht auf Sprichwörter und eigenthümliche Redensarten des Landvolks in Westphalen

Part 7

Chapter 73,146 wordsPublic domain

Man nu gönk 't na 'r haugen Treppen[170] un daar wöörd den Jungen to erkinnet, dat he 't Lüüt alldach niemen moste. Dat gaf abers 'ne unsachte Liewerigge un se stönnen in saunen Unfriäen tohaupe, dat 't antleste an 't Knuffen un Buffen[171] gönk. Dau fönk de Fruwwe, de de haugen Treppen van tovüüren al wual kennde, an to klaagen un brachte vor, dat eer Mann se röökelause mishandelde. Se wöörden tohaupe vorbeschedt un as de Heerens den Manne dat Beschweer siiner Fruwwen vorhöölen, siä he: Miine Heerens, dat Wiif lügt alle wat 't seggt, dann ick bin de frömmste Minske van 'r Welt un hebbe 't siin Liewe up söcke Wiise nich trakteert. Man de Fruwwe nam dat Waart un siä: _Gatt's Wier un nich Eene! Begrüüßluusest[172] Du Dullbriägen mi nich Dag vor Dag met'r Knufffuust_[173] un hest du Leigheet[174] mi nich na van Muaren in de Trönjen schlaagen dat 't 'ne Aart harr un man sau schmackede? _De Augenschiin is aller Welt Tüüge_; seh't mi es hier nan Koppe! Is mi dat Schnatthüüsken nich nau sau dicke as 'n Püüster? _Dat wasket di de Rhiin nich af_ un de Heerens schiölet 'r di auck wual diin Genannt[175] vor to erkinnen, dann se miötet dach van Gatt un Rechtswiegen _den Unschülligen goot toschlaun_[176] un ick denke _dann schall'r't Dünnebeer wual achter nau loopen_. Nei siä he, blieken dull[177], _du löppst'r wual miie_[178]; ick hewwe di je man iewen met'n Schnuffdooke an e ticket. Dat schall wual wahr sienen, anwerde de Fruwwe; hest du siin Liewe auck wual 'n annern Wiskeldook e hatt as en düssen? un daar met nam se de Niäsen tüsken de Finger un Baats! schlöög se eeren Mann an 'n Hals dat 't quabbede[179], dat de Heerens auck sehnen mogten, wat he des Muarens vor 'n Schnufdook e bruuket harr. He wöörd to Verdriägsamkeet un Gemackhaulen an e wiesen un gönk wual met'n töörn'sken Koppe[180] met siinen Wiiwe na Huus.

Nu, waar 'n Paar Ehelüüe sick nich goot tohaupe verdriäget, hebb't se de meesten Tiidt van beeden Siien Schuld. t' is al'n ault van te Jahre: _Pack schlöög sick, Pack verdröög sick_; un sau schall't met de De, daar ick iewen van e küürt hebbe, antleste auck wual gaunen sienen, dann ick hewwe nau der Tiidt wual es häärt, et schiöle sick met de Beeden dach bietert hebben; dann as de Dokters un P'krauters met de Kreggenfööte van Rieknungen kuomen wöören, harr' he dach e ment, dat wöören düüre Schuffdooksdüffkes wiesen. Me plogde wual ehr auck wual es to seggen, me miöte sick eerst 'ne Tiidt lank beruuken un to 'm Minnsten 'n Schiepel Salt tohaupe up e tiärt hebben, ehr me sick nowwe kinnen leere un de meesten Tiidt is de Unverdrag tüsken Ehelüüen man 'ne inbellske[181] Krankheet, de sick met'n Jahren legt, wann sick de stiiwen Köppe bäuget; -- dann is 'r leider man Nicks mehr to beduuren, as dat me uäwer de Kortswiile sau ault e wooren is. Daarümme segg' ick:

»Wann twee sick maaken willt to Een, De maaken eerst't Gemöth gemeen. Denn uäwer Twas[182] to liggen in'n Sack, Is vor Elkeen 'n[183] 'n lästig Ungemack.«

Man dat segg 'k Ju, dat Ji mi, wann't met'n Anierwen sau wiet is, to 'r Hachtiidt nich vergietet; _dann will wi'r na es nütte wat achter bööten_[184] un ick mot aparte na ens in miinen aulen Daagen met Juuer Aulsken eenen aftriäen[185]. Wat meene Ji, wann Ji un ick un se un de, dann na es 'n aulen düütsken Menewett vordansseden? wi wollen eer aparte na wat van de echten ehrdaags'ken Tuuren vorföören, daar dat junge Volk Nicks mehr af n weet, un ick bin 'r vorwahr nich goot vor, dat'r dann antleste nich auck na'n Schienenstäuter, oder 'n annern Dullen achter up möste.

Man Een's woll'k mi dann dach wual geeren uutbidden, nämlick dat Ji nich togiewen schiölen, dat se, wann se den Bruutwaagen bringet, 'n Hahnen vorne up den eersten Waagen faste bäunen, den se dann, dat he stännig kreggen schiöle, vor Gewalt sauviel Brannewiin in 'n Hals geetet, dat em antleste de blaue Leuche uut'n Bille schleit un he up 'ne unbarmhartige Wiise verrecken mot. Düsse röökelause Bedriif woll mi, wannk't in miinen Kinnerjahren wual es met ansehnen moste, jedesmal al't Harte afbiiten[186] un ick mot liike uut[187] seggen, dat ick söckes wat vor 'n Düüwels Infall un vor 'ne unminsklicke un sündlicke Deerquielerigge haule, de, wo se nich al van sülwent af e bracht is, dann dach _van obrigkeitswiegen bi schwaarer Straffe verbuaen weeren scholl_. -- Niem 't'r leewer 'n Viggeliinstriiker un 'n Klar'nettenbiiter mehr vor, dann dat lut vor sinnige[188] Ahren vull bieter, as dat kläglicke Kreggen van'n besuapenen, stierwenden aulen Hahnen; un saviel will 'k Ju faarts bi Tiien wual wicken[189], dat, wann Ji de rööklause Saake nich naulauten schollen, ick vorwahr met'r Bruut auck nich 'n Trett to 'm Danssen ansette; dann de söcke lästerlicke Leigheet met Lusten ansehnen mag, kann na miiner Meenunge auck nin goot Gemöthe hebben un is sieker to annern Harthartigheeden tiigen Minskenkinner un 't aarme Vee auck nich to goot. »_Deerteschinner, Lüüefiller_.« -- Man 't gift leider unner de Vorneimen hen un wier auck Hartnacken noog[190]; dann dat mot dach vorwahr auck wual Eene sien, de den fiif of sess Müüsen, de he es in 'n 'ner Kruupfallen lebendig e fangen harr, vor Düüwelslust eerst de Steerte uutlauck[191], ehr he se den Teckels uäwerlööt. Daar kwam'k vor Kortens es up to -- man ick konn't dann dach nich ansehnen un de Traunen kweimen mi'r bi in de Augen, dat't in uusen _frommen_ Daagen na söcke unbarmhartige Lüüe gift, daar me se nich vermooen sien scholl.

_Den Düt juöcket_, wann he 't liäsen scholl, _de klegge sick_.

Nu Adjüs! _Gatt bewahre Ju vor Bissen un Wiepsteerten[192] un vor duusent Düüwel._ Giiwet 'n Ölsten 'n Kußhand van mi, man dooet nich as jener Junge, den de Aule torööp: _Gif den Heeren 'n Kußhändken un segge_: »=Gooen Dag, du Iisel.=«

Nauschrift.

Ji siäen mi wisse lest es, dat Ji Ju met'r Tiidt wual es 'n niggen Wuostekietel tüügen[193] wollen, wann Ji'r es sau jeewe[194] ankuomen konnen.

Nu bin'k düsser Daage es bi uusen Aksienaater[195] wiesen, dann 'k woll mi auck na wual een of anner Huusingedöönte[196] toleggen, dat me in der Huushällunge van doonen[197] heft un daar me in'r Aksione allmangsens wualfeiler anraaket, as wann me't sick nigges maaken lätt. Daar steht reefaarts auck 'n grauten kuapern'n Kietel, daar wual sachte 'n Stiige Emm'-vull[198] Waater in gaunen müüget un de na miiner Meenunge sau goot as nigge is. De werd bi'r neigsten Aksione met up e settet un ick mogte Ju wual anraaen, dat Ji'r dann hen kweimen, dann et konn sick dach schlumpen[199], dat Ji 'ne wual Schluur-Kaups[200] kreigen.

Ji schiölet den Aksienaater wisse al wual kinnen un auck wual wieten waar he wuohnet. Et is de De, de'r jümmeran allerhande putzige Infälle tüsken schmitt un de aulen Reetskuppen[201] manngsens söcke niggelke[202] Naamens gift, as t. B. »'ne Suppentarriine van Wassermanns Pozzeleen,« (Wassermann is 'n eeren Pöttker[203]) dat is: 'n eeren'n Nachtpott; »'n Treppenschäuner,« dat is 'n Striikbret, daar me de Mester un Gauweln uppe strickt, de se süß gemeeniglick up de Treppenpöste to schiärpen plieget; »'n kaupt 't in der Tiidt, dann he ji't in der Naut,« dat is 'ne Weege; »'n schmööen Fuulstool of 'ne eensittenne Schlaupstiie, met Pierehaare stoppet un as ji wual sehet met wackern, blöömeden Plüüs uäwertrocken, sünner Insatt[204];« daar ment he 'n Suargestool miie, un »sünner Insatt,« dat het saviele as sünner de aulen Upkäupersken, de meestig jümmeran de Eersten sind, de na de Aksionen loopet, dat se de besten Plätze kriiget un sick dann up't leeweste up eer beste Gemack in söcke Stööle faste settet. Wann de Stool dann up roopen werd, plegt he'r insgemeen to to setten »wann'k sau'n Ault van te Jahre as'r den heelen Namiddag inne sieten heft to brööen un to schnuarken, met in 'n Kaup geiwe, scholl'r mi wual nich Eene wat vor been, dann wel will söcke Fuulbrööerskens[205] wual vor Geld kaupen, de he ümmesüß to Danke noog kriigen kann, un auck al wual uäwerlästig satt in'n Huuse hebben mag.« Man 'ne Stülpe[206] of 'n Deckel is bi den Kietel nich biie, de mosten Ji aparte dach wual nigges maaken lauten, dann't is all'nhand gefährlick saunen grauten Pott sünner Deckel up'n Füüre to hebben. Daar weet ick Ju 'n Leedken van to singen, daar Ju alldach vor eesen[207] schall.

* * * * *

As ick na'n lüt'k Junge was, de in 'r Piiken lööp, harren se in uusen Huuse es 'n Paar Meifierskens schlachtet un'r auck Blootwuöste un Woppkenbraut van e maaket; dat mot dann wisse eerst e schrempet[208] weeren, ehr 't in 'n Keller of up de Schneisen[209] kriegen werd un in 'n Wiimen[210] kümmt, un dann dansset 't in den glöönigen Kietel wisse alle düür 'n eene up un daal. Dat woll P'stoors Willemken auck es geeren sehnen; un de Kuäckske nam mi in'n Backvull[211] un büürde[212] mi in te Häugte, dat ick in den Kietel kiiken konn. Man dat geföllt mi sau, dat mi alle in eene hen de Sinn'r na lüstede, dat'k't na wual ens wier sehnen woll. Nu harren wi bi'n Holtheerde unnern Boosen[213] na bito 'n Wiinduawen, de van Backsteenen up e müürt was. De Kuäckske was 'n Trett bi'r Siit gaunen un harr mi alleine bi 'n Heerde lauten; man wat harr'k to doonen? As'n Imme[214] kladderde ick buawen up dat Biheerd[215] un tratt up 'n Kantsteen, dat'k'r bieter in reckhalsen konn', man de Steen harr sick läs e giewen un kippede un p'rdoots! lag ick met ens uäwerto in den glöönigen Wuostekietel, un wann de Kuäckske 'r nich to'n Glücke jüst up to kuomen wööre un mi'r bi eenen Beene met'n Schnappe[216] wier uutrieten harr, as 'ne Pogge[217], harren se'r mi auck man faarts schrempet wier uutfisken un met de Wuöste togliiks priggen[218] konnt. 't is miin nowweste[219] Dencken, dat uuse Au'm-Hinnerk faarts Hals uäwer Kopps met 'n Piere na'r Stadt jaagen un 'n Dokter haalen moste. Unners de kwam, harren se mi al met Black[220], dat se bi Kannenswiise van 'n Köster haalt harren, beguaten, dat'k vorwahr wual uutsehnen hebben mag as 'n lütken Düüwel, un wual'n Schiepel Wuorteln un Eerdappel unner'n Stäuter kriigen, daar se mi eenen kaulen Pannekooken na'n annern van ümme't ganze Liif backeden un antleste dach met Gaddes un Dokters Hülpe na ens wier torechte kreigen.

Na dat Upkuäcksel, rieke ick, hebb'k de fiine Huut e kriegen, de de Wichter alltiidt sau feer[221] in de Augen stöök; man'k woll Ju dach wual wahrschuwwen, dat Ji'r bi Tiien bieter na wier sehnen mogten, dat'r Ju nich auck es 'ne Blaage in fällt, dann't mogt'r auck wual es leiger met uutkuomen un me süht hieruut, dat Eene de Kinner allmanngsens röökelause üm'n Hals kuomen kiönet, daar me nich de feerensten Gedachten[222] anne heft.

Ja, wann uuse leewe Herrgatt de nich bieter waarde, as de Minsken 't bii'n besten Willen kiönet, waviel schollen'r dann wual uäwerscheeten[223] un graut van weeren?

To'n Neigsten gift't'n Capittel uäwer ehrdaages un nu.

[1] _Iäten_: Essen.

[2] _Dööntekost_: Festgericht, Festtagsessen.

[3] _Priämt'roggen_: Präbendebrod von Roggenmehl.

[4] _sülbacken'n Braae_: selbst gebackenen Brode.

[5] _Tobiete_: Zubiß.

[6] _Genwern_: Ingwer.

[7] _lange Roggens_: ellenlange Weißbröde.

[8] _Weggen_: große, flache, kuchenartige Weißbröde, von feinem Mehl.

[9] _vor 'ne Aardigheet_: aus Freundlichkeit; hier, zum Zierrath.

[10] _Deftiges_: Tüchtiges, Kräftiges.

[11] _Wiise_: Sitte, Gebrauch.

[12] _liike uut_: grade aus.

[13] _Toreesels_: Zubereitungen.

[14] _reefaart_: jetzt, heutiges Tages.

[15] _Salsteriggen_: Brühen; von Salse: Brühe, Tunke.

[16] _vergiewet_: vergiften.

[17] _uurden_: wühlten.

[18] _piirkeden_: suchten.

[19] _vulldaun_: gesättigt.

[20] _eeslicke fuul_: gräulich schmutzig.

[21] _unnüüsel_: eckelhaft.

[22] _pänntkefett spielen_: lecker, fett essen.

[23] _Gemack_: Behaglichkeit, Bequemlichkeit.

[24] _Iäteldiske_: Speisetische.

[25] _Sapp_: Saft.

[26] _anners_: sonst.

[27] _Fliggebalg_: Pflegebauch, Fresser.

[28] _Vullkumst_: volles Maaß, Befriedigung, Genüge.

[29] _Fiäsen_: Fetzen.

[30] _Elt_: Schwielen.

[31] _verklichtede_: verstauchte.

[32] _krüüsk_: (von _krüüen_ ausjäten) eigen, lecker, der das Beste aussucht.

[33] _Wopkenbraud_: Wurstbrod.

[34] _hennige_: ziemlich, einigermaßen.

[35] _Sönndage_: Speckwürfel.

[36] _Steertrööwen_: Schwanzknorpel.

[37] _Schlüngesel_: Geschlinge, Sehnen.

[38] _Willwass_: s. g. wildes Fleisch.

[39] _Schliepkanne_: ein hölzernes Gefäß, worin den Arbeitern Bier auf den Acker zugeführt wird.

[40] _donne_: stramm, aufgedunsen.

[41] _Bolze_: Kater.

[42] _grummelt_: donnert.

[43] _farsse_: (~forçe~) starke.

[44] _Pütte_: Ziehbrunnen.

[45] _Dräugte_: dürre.

[46] _Saut_: Brunnen.

[47] _dat de Saut em 'n dräugen Ees tohöölt_: daß der Brunnen ihm den trockenen Boden zeigte.

[48] _Beertööte_: hölzernes Biergefäß.

[49] _lunkepankede_: schlenderte.

[50] _ankede_: ächzte.

[51] _Suugen_: Säue.

[52] _siölig_: schmutzig.

[53] _bifligget_: zu sich nehmen, beipacken.

[54] _Piirke-Jannöckel_: langsamer Esser, der sich das Beste auswählt.

[55] _Bultknoost_: Erdklumpen.

[56] _Wöösebraake_: Wüstling.

[57] _'n ichtens halfschlieten-ordentlick Minske_: ein nur irgend halbwege ordentlicher Mensch.

[58] _Geneet_: Genuß.

[59] _Oul_: aufgewühlter Schmutz.

[60] _Lillauf_: Epheu.

[61] _Schnüssel_: Schnautze.

[62] _Fuhr_: Fuhre, Graben.

[63] _verschraut_: schräg.

[64] _Bill_: Schnabel, Mund.

[65] _Tüsken_: zwischen.

[66] _Tant_: Zahn.

[67] _töörensk_: zornig, böse.

[68] _niederträchtig un gemeen_: herablassend und populär.

[69] _Büürbaum_: Hebebaum.

[70] _Schrautdüüre_: Seitenthür.

[71] _Wammen_: Wampe, der Magen des Rindviehes.

[72] _Müssen_: dicke Enddärme.

[73] _Balkenschlapp_: Bodenluke.

[74] _Bawwe_: Vater.

[75] _Mömme_: Mutter.

[76] _ruum_: raum, völlig.

[77] _Krüüsdriägers_: Krücken.

[78] _Biflootsschütte_: Umfluthsstaue.

[79] _liien_: zurückhalten, bergen.

[80] _kruusket_: geschaudert, Widerwillen empfunden.

[81] _Kantshaaken_: Arm.

[82] _wisse_: fest, kräftig.

[83] _tohüüet_: sorgfältig zugedeckt, eingepackt.

[84] _beliewet_: lebhaft, fröhlich.

[85] _der Naukumst_: der Nachkommenschaft.

[86] _Neigte_: Nähe.

[87] _eeget_: verdient.

[88] _beliikteeken_: nachweisen.

[89] _kummfaart_: vorwärts.

[90] _Helpup_: Bettquaste.

[91] _in de Hand raagen_: zulangen, in die Hand legen.

[92] _'n leepen Zissemänntken_: einen schlechten Streich.

[93] _Puckelribbas_: Prügel, Schläge.

[94] _Pinnsüwwel_: Pfriemen.

[95] _Hiile_: Unterboden.

[96] _tierget_: gezerrt, geneckt.

[97] _'n näut'lk un präutl'k Schuur_: ein verdrießliches Schauer, Mißlaune.

[98] _andöönt'lk_: empfindlich.

[99] _Amöör_: Humor, Laune.

[100] _entelne Keer_: einzelnes Mal.

[101] _'t in der Nüffen hebben_: es in der Nase haben; mißgestimmt sein.

[102] _lebendige Braudkuärwe_: lebendige Brodkörbe, Kinder.

[103] _Juue Et_: Eure Sie (Frau).

[104] _guölig_: ergiebig; _guölig Käären_: ergiebiges, gut ausfallendes Korn.

[105] _Dwasdriiwers_: Durchtreiber.

[106] _Mashacken_: rüstige Kinder, die Wind und Wetter nicht scheuen.

[107] _'n Paar Twiiskes_: Zwillinge (der Landmann setzt die Zahl hinzu) deshalb sagt er auch:

[108] _dree Driiskes_: Drillinge.

[109] _tosprieke_: besuche.

[110] _freese_: befürchte.

[111] _jobellen_: schreien vor Schmerz, jaulen.

[112] _uutlübbet_: verschnitten.

[113] _Haagetülße_: Mandelgeschwüre.

[114] _Kiwwen_: Kinnladen.

[115] _buawenbatt_: überdem.

[116] _Tönjesfüür_: St. Antonifeuer, die Rose.

[117] _lüchtern Schucht_: linken Schulter.

[118] _röggesk Pinnschwiär_: entzündetes Blutgeschwür.

[119] _Pliiten_: Ungemach, Beschädigungen.

[120] _Miskweim_: Mißbehagen, Mißgeschick.

[121] _sick striiwsk haulen_: sich hart halten; Widerstand entgegensetzen.

[122] _ichtens_: irgend.

[123] _wiis e wooren_: gewahr geworden; erfahren.

[124] _wier begriäse_: wieder erhole.

[125] _geiwe_: rüstig, kräftig.

[126] _Föögesmann_: Brautwerber.

[127] _Baas_: (holländ.) Meister.

[128] _in'n Küüre_: im Gerede.

[129] _Sinnigheet_: Gefallen, Behagen.

[130] _Aart Mööskekröömkes_: einiges Vermögen, gute Mitgift.

[131] _Bruutens_: Bräute.

[132] _bölken_: aufstossen, fig. großthun.

[133] _kortens_: kürzlich.

[134] _Kaff_: Abfall, Schmutz vom Korn.

[135] _eeg't_: verdient.

[136] _Stänkerees_: Zänkerin.

[137] _riigen_: in Ordnung kommen.

[138] _Ziiferblatt_: Gesicht.

[139] _begäusken_: verleiten.

[140] _Blindöökerigge_: Blendwerk.

[141] _rüünsken_: verstohlen zusagen.

[142] _'n schluuten Wiif_: eine eingezogen, still für sich lebende Frau.

[143] _'n kiiwen Wiif_: ein zanksüchtiges Weib.

[144] _wispeltüürigen_: flatterhaften.

[145] _gäwweligen_: tändelhaften.

[146] _auwiisigen_: eigensinnigen, verzogenen.

[147] _miikerigen_: albernen, kindischen.

[148] _Quaasketriine_: Salbaderin.

[149] _heerske_: herrische.

[150] _glubietske_: lauerbissige.

[151] _vor em hier schnawwet_: bissig vor ihm her spricht.

[152] _Bücksen_: Hosen.

[153] _Uphissers un Upstööperskens_: Aufhetzer und Aufstachlerinnen.

[154] _Hellenverniin_: Höllengift.

[155] _Leuchen_: Flammen.

[156] _wenner_: bald.

[157] _de Völker_: die Dienstboten, das Hausgesinde.

[158] _den dullbriägesken Bellhaamer_: die tollköpfige Haderkatze, Xantippe.

[159] _'n eeslings_: rückwärts.

[160] _unglückelk-bedaart_: übel-berathen, bethört.

[161] _Pundwäärde_: gewichtige Worte.

[162] _uut'r Keer_: aus der Richtung.

[163] _Jobellersken_: Bellhämmern.

[164] _Rögge_: Reue.

[165] _to erkinnet_: auferlegt.

[166] _in 'n Küüre_: im Gerede.

[167] _upbeen_: aufbieten.

[168] _van der Kanzeln schmieten harr_: proclamirt hatte.

[169] _lunkaarde hällekens bi'n P'stoor in't Huus_: frug heimlich, vorsichtig beim Pastor nach.

[170] _na'r haugen Treppen_: zum Gerichte, Consistorio.

[171] _Knuffen un Buffen_: Stoßen und Schlagen.

[172] _begrüüßluusest_: mißhandelst.

[173] _Knufffuust_: geballte Faust.

[174] _Leigheet_: Bösewicht.

[175] _diin Genannt_: dein Recht, deine gesetzliche Strafe.

[176] _goot toschlaun_: beistehen.

[177] _blieken dull_: bellend toll, wüthend.

[178] _du löppst'r wual miie_: du bist wohl verrückt.

[179] _quabbede_: quatschte.

[180] _met 'n töörn'sken Koppe_: mit zornigem Sinne.

[181] _inbellske_: eingebildete.

[182] _uäwer Twas_: quer.

[183] _vor Elkeen 'n_: für Jedermann.

[184] _'r nütte wat achterbööten_: tüchtig was beginnen, aufstellen.

[185] _eenen aftriäen_: tanzen.

[186] _'t Harte afbiiten_: das Herz zerreissen.

[187] _liike uut_: gerade heraus.

[188] _sinnige_: zarte.

[189] _wicken_: prophezeien.

[190] _noog_: genug.

[191] _uutlauk_: ausriß.

[192] _Bissen un Wiepsteerten_: Irrthum und Schwärmerei.

[193] _tüügen_: zeugen, anschaffen.

[194] _jeewe_: leidlich, billig.

[195] _Aksienaater_: Auctionator.

[196] _Huusingedöönte_: Hausgeräthe.

[197] _van doonen_: nöthig.

[198] _Emm'-vull_: Eimer voll.

[199] _schlumpen_: zufällig ereignen.

[200] _Schluur-Kaups_: guten Kaufs, billig.

[201] _Reetskuppen_: Geräthschaften.

[202] _niggelke_: seltsame.

[203] _'n eeren Pöttker_: ein Töpfer, der irdenes Geschirr macht.

[204] _sünner Insatt_: ohne was darin sitzt.

[205] _Fuulbrööerskens_: Faulsitzerinnen, Müssiggängerinnen.

[206] _'ne Stülpe_: eine Stürze, Deckel.

[207] _eesen_: grauen, schaudern.

[208] _schrempet_: übergekocht, gekrimpt.

[209] _Schneisen_: Knüttel zum Aufhängen der Würste etc.

[210] _Wiimen_: Rauchfang.

[211] _in'n Backvull_: in die vollen Arme.

[212] _büürde_: hob.

[213] _Boosen_: der hölzerne Rauchfang über dem Heerde.

[214] _Imme_: Biene.

[215] _Biheerd_: ausgemauerter Nebenheerd.

[216] _met 'n Schnappe_: augenblicklich, im Nu.

[217] _Pogge_: Frosch.

[218] _priggen_: mit Nadeln stechen, damit die Luft ausgeht.

[219] _nowweste_: äußerstes.

[220] _Black_: Dinte.

[221] _feer_: wahrscheinlich das englische ~fair~, hübsch, lockend, liebreich, kirre.

[222] _Gedachten_: Gedanken.

[223] _uäwerscheeten_: übrig bleiben.

[224] _Riöke_: Geruch, Witterung.

[225] _'n Bieten_: ein Bissen.

[A] Fricasse.

[B] Ragout.

[C] Dat is unner annern eene van de Wäärde, daar me, wenn me se richtig schriiwen will, vull mehr Bookstaawen anne verquackeln mot, as eegentlick behöeflick wööre; man dat heft siinen Grund daarinne, dat 't 'n franzöösk Waart is. Düt Waart boocksteweer't se: »~poupeteau~« (dat het up düütsk »Püppken« un bedut 'n Schmoorbrääeken van Kalffleesk, dat de Kuäckske tohaupe rullet, dat 't baule uutsüht, as 'n Wickelpüppken) un sprieket't kort af uut, as daar buawen steht. Man wat will me daar viele up seggen? Dooet 't dach -- as Ji in den sesten Breewe sehnen schölet -- de Düütsken hen un wier auck. Sa'n Pupeto is alldach al'n ault van to Jahre; in aulen Tiien hedde 't 'n Rülleken, un 't is man 'ne niggemoodske Abeligheet, jüst as sau viele Annere, wann se hüüte meenet, se miöten Eene de aulen Schnurrbraaens met nigge Wäärde anööwen, dann 'k segge Ju, 't schmicket hüüt to Daage na jüst nich anners as dautomaulen, as ick na man 'n upschuaten Jüngesken was; un wann miin siälge Bessevaar, de in siinen Lesten nich mehr sehnen konn, 'r man 'n Riöke[224] van in de Niäsen kreig, plogde he vor Wiäldaage met 'r Fuust up'n Disk to schlaunen un to seggen: Nu Hundsfott kumm 'r uut! dat is 'n Bieten[225] den de beste Domheere nich to verschmaaen höft.

[D] Fricandon.

[E] ~beefsteak.~

[F] ~Cotelet.~

[G] _Sebastian Brandt_ seggt:

»Höde di vor bösen olden Wiiwen, »Mit Bösheit se Alles mengen un drywen; »Dann wat de Düwel nich uthrichten kan, »Dar moth he ein oldt Wyff tho han.«

un

»Dörne un Disteln stecken seer, »Overst falsche Tungen noch veel mehr.«

Mogte dach 'n Jedder vor siiner eegenen Düüren kiiren un siin eegen Flass hiekeln. --

Veerde Breef.

»Uut der Sprauke, uut 'n Liewent »Sii dat Fruömde wier verbannt!«

De gemeene Mann seggt wual es: »_Hauge sprieken un wiit striien, helpet Manchen uäwer de Riien[1]_;« man ick meene dach, dat de Aulen met de Plattdüütsken Sprauke un met de Klapptuffeln[2] in eerer Aart iewen sau wiit kuomen siien, as wi met'n Haugdüütsken un met de Miilenstiiweln un Iisenbahnen; dann hüütiges Daages _bringet se in wat Deelen jüst sau goot Ziepeln weg un haalet Knufflauk wier_, as in aulen Tiien, met den alleinigen Unnerschee, dat't upstunds allens mutziger[3] un gawwer togeht.

»_Alles ~per~_ =Dampf=;« seggt de Haugmann; man _he geht_ auck allmanngsens _met'n Jiöcke[4] in't Bad un kümmt met'n Kleie[5] w'r wier_.