Plattdeutsche Briefe, Erzählungen und Gedichte mit besonderer Rücksicht auf Sprichwörter und eigenthümliche Redensarten des Landvolks in Westphalen

Part 5

Chapter 53,310 wordsPublic domain

Wann du wier in kümmst, kannst du diine Mutter wual seggen, tiigens Wihnachten woll'k uusen Priäm 'n[62] auck bringen un dann scholl'r auck 'ne Mettwuost bi sienen na der rechten aulen Maute, dat wann de Heere de Schnäppelende up 'n Kopp leggt, se bes up de Eeren daal hangen schall, dat he 'r met Gemack met'n Foote in triäen kann, un ick woll'r auck to'n neigesten de dicksten Diärme to uutsööken; un dat Priäm'n-Braud scholl auck bieter sienen, dann wi hebb't düt mal den Braudroggen nütte up'n Wegger[63] hat, dat'r gaaruut nich'n Spiir Raae[64] un Daspern[65] of Hiärk[66] manken bliewen is, un de Möller schall 't Miäl to'n neigsten bieter büülen, un dann schiöle't auck faartan siin richtige Gewicht van vertig Pund hebben. Dat vergit nich, Willemken, dann frögget sick diine Mutter. De Aule was altomits in wat Deelen wual 'n Gärtenteller[67] un föllt up Stiien wat nowwe[68] un plogde mi allmanngsens 's Muarens, wann ick fliitig uchtewierkede[69] un he na met'n fuulen Meese in 'n Piölen banklammerde[70], wual uut'r Butzen[71] to to roopen: Du undööf'lke Schlunßer[72], _sticke den Dag nich an_; doo de Lucht uut, sühst du nich, dat de Sünne al uäwer'n Tuun kickt? Man daarbi was he alldach na nich sau leige as 'r to[73], dann he woll't wual geeren bi Eene waaren, dat wi den Biedelsack nich up 'n Tuun to hangen bruukeden, un mende 't all'nhand bieter met mi, as 't lööt; dann van Harten harr he mi dach nütte leef un dää mi, as he nau konn[74], bi Dage un Nacht geeren Allens to Willen. »_Waaren is Hebben_« mende he wual, man he heft mi un annre gooe Lüüe düür siine Knappschoosterigge dann dach auck mannig Verdreet an e daun. Nu, ick will't, wann he mi nich mehr in 'n Wiege steht, met'r Gatteshülpe nau un nau Allens wual wier goot maaken un in de Riige bringen[75], waar he se met beknäppet het.

Mi kwam wat an un ick fröög de Aulsken, waar de Fruu Meggern wööre, dann sau hedde de Afoort in uusen Huuse; dat verstönd se anteerste nich, man as'k't eer düütlicker maakede, siä se: Met söcke Wiitlöftigheeden hält de Buur sick nich up, de dooet söckes wat alltiidt uut friier Hand uäwer de Hacken weg, un wi bringet 't meestig achter 't Backs[76] an de Müüren, of tüsken de Fiikesbaunen[77]; ick woll di den Weg wual wiisen, man ick rieke, du schast 'ne alleine wual fiinen, dann 'r staaet Wegwiisers e noog langes 'n Haagen, dat du nich betwielen[78] kannst. Wann du de Bücksen[79] wual[80] nich alleine wier to kriigen kannst, dann kumm man wier na mi, dann will 'k se di faste wier toknäupen.

Nin Minske fröggede sick abers mehr, wann de Daaenklokke gönk, as wi leigen Schooljungens, dann dat gaf allemal 'n fuulen Dag un'n fröödig Gelag. Wi göngen met 'n Köster na'n Daaenhuuse; man unnerweggens sogden wi auck wual bito Vuugelnester, de wi dann vertiggeden of uutneimen un de Jungen unner de Müssen up'n Koppe verhudden[81]. Dann gebüürde 't sick auck wual es, dat een of anner Junge 'r nich an dachte, dat he de Vüügel unner der Müssen verschulket[82] harr un wann wi us dann in 'n Daaenhuuse buawen an 'n Koppende der Daaenkiste in 'n halwen Kringe[83] upstelleden un eerst de schäune Daaenkroone van Klietergold[84] un Schmeltekrallen[85] un dat Hiemdekleid[86], dat met Liindschlööfen[87] van allerhande Klööre un met'n ganzen Haup schäune Bloomenstrüüser up e tämt[88] was, daar auck wier sau viel Klietergold tüsken glitzerde[89], dat't eene in de Augen funkelde as de Steeren an 'n Hiewen[90][B], bejahneden un de Müssen afniemen mosten, de Vüügel 'r uut turreden un de Jungens in vullen Singen uut'r Riige un de Vüügel nausprüngen un nauschnappeden.

Dann kwam de Daaenbittker met'n grauten Kuarwe, daar he lange Dreepenniges-Stuuten[91] inne harr, daar jeder Junge eenen van kreig un achterin haalde he 'ne graute steenerne Kruuken met Brannewiin un 'n paar Drinkgliäser un gaf jedern Jungen 'n Schluck un 'n Köster wual 'n Paar; dann wöörd gemeeniglick 'n Versk von den schäunen Daaenleede »Zwey Ort', o Mensch, hast du vor dir etc.« sungen, man de Meesten harren na noog an den dräugen Stuuten to knuuwen, un dachten auck wual mehr an twee Oort Brannewiin as an 'n Hiemel un de Hölle; deswiegen kann me sick sachte vorstellen, wo 't met 'n Singen gönk, aparte wann se de Wiise[92] nich recht n konnen un de Hauptsängers nich nauhelpen wollen; dann lööten se 'r den Köster allfaaken alleine up sitten, wat se uut Düüwelskeet auck wual es doonen wollen, wann de H'p'zepter[93], 's vorrigen Daages wual es kruusköpps'k e wiesen was; dann de Schooljungens düüget mangsens in 'n Felle nicks un böötet 't 'n Schoolmester meestig duwwelt wier in, wann he 'ne es de Maute up 'n Puckel nuamen heft. Daarup fönk de P'stoor siine Parentatione an un wann he 'r met ferrig n was, kwam de Bittker na ens met'r Brannewiins-Pullen un fröög wier ümme, af eenen nau wat lüstede. Unners dessen wöörd dat Liik[94] up 'n Waagen büürt, un de Troorwiiwer schmeiten de Hüllekens[95] uäwer 'n Kopp un setteden sick vorne up 'n Waagen, daar 'n schmööe[96] Strauküssen vor eer torechte maaket was un höölen de witten Schnuffdööker vor't Gesichte, as wann se wual Gauseegger griinen wollen; man dat was 'n de meesten Tiidt wual nich recht Bedacht, aparte wann't 'n junk Ehemann, of 'ne junge Fruwwe was, de wi wegsüngen; dann uäwerliäen se bi eerer Troor auck wual geeren al bi Tiien, wat He of Se wual vor Eene wier hebben mogte; dann se haulet'r vull van, »_friske Egger, gooe Egger_.« Wi Schöölers mosten bi twee un twee vorup un singen allewisseweg bes na'n Kierkhuawe: »Alle Menschen müssen sterben etc.« dat us de Struate[97] antleste ganz heeser wöörd, 't Wier mogte auck sienen sau leige as 't man woll.

Dann höölt de P'stoor wier 'n Sermoon bi 'n Graawe un wann't Graf tofüllet was, antleste nau 'n drüdden in der Kierken van'n Preddigestoole. Wann dat alle af e daun was, gönk't na Hierm Lährs Huuse un daar gaf 't wier lange Stuutens, Beer un Brannewiin un Piipen un T'back, sau viele eene man lüstede, un de gawwen Schöölers wöören alltiidt de Eersten un sochten sick de grätsten Stuuten uut, daar se sick faaken wunnerlick bi räupeden, zankeden un katzebalgeden, un den heelen Uänern herümme ränksterden as Hingsteföllens.

Dat was dann de ganze Troor- un Andachtserwekkunge, daar de leigen Schöölers to beroopen wöören.

Gatt Laf un Dank, dat de unkristlicke Misbruuk dach af e kuomen is!!!

Hüüte süßket se hen un wier up 'n Duärpern de Daaen auck al wual es met 'n veerstimmigen K'raule in 'n lesten Schlaup. Dat raaket auck den taubästigsten Hartnacken eher an 't Gemööte, un dat mag sieker uuse leewe Herrgatt sülwenst leewer anlustern, as de ehrdaagske unsachte Gröölerigge.

Söckes wat bringet alle de bietern Schoolinrichtungen to Wiege, daar wi de Obrigheit nich e noog vor danken kiönet, wann wi 't in 'n Allgemeenen man eerst recht insehnen wollen.

De Schooltwank un dat Schoolgeld schint der Mehrheit wual drückender un lästiger, aparte wann se viele Blaagen hebbet, de se nich mehr schooleschulken kiönet, as in aulen Tiien; man de Jüügde leert 'r upstunds auck eerlick wat vor, un wat is der Minskheet wual deenlicker un bieter, as gooe Lehre un Wiisheet! --

Wo mannig teggenjährig Hanfentken van 'n Jungen gift siinen Aulen hüutiges Daages al wual wat to raaen up, _daar he nine Mowwen antosetten weet un nine Melodigge up kann_, un dat he, wann he sick vor den rappschieterigen Bengel nich blaut giewen will, sick anners nich to helpen süht, as dat he em tostätt: Junge verpacke di un plauge mi nich, du sühst je wual, dat ick nine Tiidt hebbe, na alle diine Potthaaken wier to kiiken; ick weet 't jüst Alle wual un iewen sau goot as de Schoolmester, man 't sitt mi achter in der Kiipen; deswiegen kann ick di reefaarts nich e helpen. Un wat menst du auck wual: Scholl ick den Schoolmester na nauhelpen, de 'r siin gooe Geld vor krigt, dat he ju schnöpperigen Huukenackenjungens al wiiser maaken will, as de Aulen siin Liewe hebbt weeren konnt un wooren sind. Deswiegen schiere di weg un kumm mi met söcke Plaugerigge siin Liewe nich wier.

Wo regeert 't sick dann upstunds met Juuen Mäßigkeets-Vereene? Daar gift 't allmanngsens auck wual es wat bi to lachen un dat is je auck al goot, dann de Saake is 'r je nich to bewenn't, dat 'm 'r bi griinen schiöle. --

In eener Versammlunge wöörd de Frauge vor e legt, wo't wual togaunen mogte, dat de Fruuslüüe den Vereene sau minntallig[98] bitrööen.

De Eene mende düt, de Annere dat. Man antleste stönd 'r 'n grauten Wiisepint[99] up un siä: Miine Heerens, wann 'k 'r miine wahre Meenunge auck to seggen mag, sau is 'r miines Achtens nich to biister viele anne geliegen, of dat Wiiwervolk bitrett' of nich; ick vor miin Part doo'r to'm Minnsten nich grauts up uut. Ick mogte wual wünsken, dat se 'n aparten Vereen vor sick uprichteden, dann 'n ault Jeddewaart seggt all met Geschick: »_Buttke bi Buttke_,« un ick hewwe de Saake hen un wier all noog erfahren, de Fruuslüüe haulet us dach ninen Stich.

Vor'n paar Jahren harr'k auck es dat Anhäären van 'n raaren[100] Infalle. In der Stadt harren se sick eenerweggens vertellt, dat 'n Kaupmann, de bes daarto auck staark met Finkeljochen handelt harr, siinen ganzen Vorraut buuten de Paarten bringen un met ens upbrennen woll. Dat vertellde 'n Buur faarts as he inkam an siine Inliggers[101], man de konnen Söckes nich begriipen un menden 't wööre dann dach Jammer un Schaae un sündlick 'r to, dat se de leewe Gattesgauwe sau undööflick vernietigen[102] wollen; daar schollen se se dach leewer 'n aarmen Minsken vor tokuomen lauten. -- De harr van 'n _Caplaun Seling_ siine Leeder sieker na Nicks e häärt of sehnen.

Man, Spaaß bi Siite; wel der gooen Saake nich eerlick bitrett, de is vorwahr met Bliindheet e schlaagen, of will met hellen Augen nich sehnen un ment't nich eerlick met sick sülwenst, met de Siinen un de Minskheet in 'n Allgemeenen.

Met der Gatteshülpe beliewe wi 't abers nau, dat de unnüüsele, verniinige Drank heel wier uut'r Welt e preddiget werd; dann se sind'r je allerweggens, sagaar bi de wilden Hannaaken-Völker, al net met in 'n Tuage, dat se 'ne nau un nau dat Brannewiinssuupen towiiren maaket un afleeret un wann 't ichtens Gattes Wille is, dat wi Friäe un Eenigkeet in der Welt wier kriiget un behaulet, dann schiöl' Ji Ju alldach na es verniggen[103], met wat korte Stöcke sick alle de hartnackeden Tiigenstäuners[104] wiiren willt.

Dat me den Brannewiin nich missen un 'r met 'n Muttse[105] van afstaunen kiöne un drüüwe, is vorwahr man Daarheet un Ööwerigge[106]; dat weet 'k bi mi sülwenst, dann ick hewwe van jungen Jahren an al manigen Drüppen uäwerbüürt un, aparte met de ~Pique-forçers~[107][C] wual manig duwwelt Alexanderglas in 'n Daage van veeruntwintig Stunnen -- dann vor Brannewiinssuuperigge harren de in e felleden[108] Wöösebraaken[109] nine Nacht -- un in 'n Kriige van 1814/15 alleine däglicks wual 'ne Kanne van den äusigen Tüüge suapen, daar wi, Gatt si 'ne gnäidig! auk es gröönen Viktrill[110] inne fäunen; dann dautomaulen mende me dat hääre to de S'ldautenruuserigge met to, as de Düümlink to'n Handsken, oder as de Baart to 'n Bucke, un de't Meeste uäwerhaalen kiöne, harr auck de meeste Kurasie.

Man ick woll dach nich, dat miine Kinner o'r Kinnes-Kinner söckes nautodoonen Geliegenheet hebben mogden.

Nu willt sick de Wat na wiismaaken lauten, me miöte söcke lankjährige Gewuonten nich faarts up ens naulauten, wann me nich unners kort daut gaunen wille; man dat is, schlau mi de Dokter, man aabele Quaaskerigge[111] un Daarheet. Ick weet 't uut eegener Erfahrunge bieter; dann as ick mierkede dat sick de Niäsentippel[112] verklöörde un de Leers[113] anföngen to glemmen[114], lööt ick met ens stump af un bin 'r auck nich es 'n Knittsken piilck of quälck van e wooren un liewe, as Ji wual mierket, upstunds nau, un bin, wat dat anbelanget, Gatt si gedanket unwiise goot to friäe, un versimmeleere met den Witten Döörink[D] in Schlesigen, wo me de döstige Minskheet met 'n bietern Drunke an deenen kiöne, dann vor Nicks un wier Nicks het us uuse leewe Herrgatt den Trechter unner der Niäsen nich e giewen un sau leige is't alldach auck nich e ment, dat Ji vor'n Döst un to'n Verhaal na suurer Aarbeit nich wat Tungenkiddelsel behaulen miöten, un schiölen. Daar träustet Ju man miie un rieket es sülwent uut: »Alle Muaren 'n Oort, waviel Daalers gaaet daar wual met uäwer Boord?« Ick scholl meenen, 'n Jedder kiöne düt Exempel hennige an 'n Fingern nautellen un wann Ji dann tohaupe booksteweert, wat 'r uut kümmt, schiöle Ji de Brannewiinsbuddels vorwahr auck wual wenner na'n Düüwel schmiiten.

Haulet de Köppe risk. Uäwer 'n paar Daage schriiwe ick Ju wier to.

[1] _'n Praus_: eine Weile.

[2] _Schattsteen_: Schornstein.

[3] _grauts_: sonderlich, stark.

[4] _prussen_: niesen.

[5] _elenniget un iäckstert_: gepeinigt und gequält.

[6] _in 'n Gruwwelgrawwel schmiiten_: auswerfen, daß es hat wer es erhascht.

[7] _de De_: Derjenige, hier (_van de De_: von Denjenigen).

[8] _Finnenkiikers_: eigennützige, habsüchtige Spieler.

[9] _De Müggen biitet_: die Mücken stechen.

[10] _bipöttken_: beysetzen, in den pôt setzen.

[11] _schlichtens_: blos, allein.

[12] _schmächtig_: hungrig.

[13] _hällekens_: unvermerkt, sacht.

[14] _Poll_: Gipfel; fig. der Kopf.

[15] _bett_: (~bis~) einandermal, nächstens.

[16] _Luatelwaart_: Losungswort, Sprichwort.

[17] _de Huuk_: das Zäpfchen.

[18] _alle wisse weg_: immerfort, beständig.

[19] _Klokke_: Uhr.

[20] _allenhand_: nachgerade.

[21] _wenner_: bald.

[22] _Kasuchte_: der Frühgottesdienst am Weihnachtsmorgen; von _Kerzen_ und _Uchte_. _Uchte_ bedeutet den Tag in seiner Geburt, die Morgenfrühe.

[23] _in der höltenen Bücksen_: auf der Kanzel.

[24] _gawwe_: geschwind, schnell.

[25] _Weeme_: die Pfarre.

[26] _Beffkes_: aus dem holl.: ~bef~, der Zipfel des Halstuchs.

[27] _barmhartig_: gutherzig, ehrbar.

[28] _flöömet_: getrübt.

[29] _rieken_: gehörig, gebührender maßen.

[30] _dat gebüüret sick_: das ist der Fall, ereignet sich.

[31] _buutenwierken_: außer dem Hause arbeiten.

[32] _Uawenstanke_: Ofenqualm, Ofengestank.

[33] _uchtewierken_[A]: früh Morgens (bei Licht) arbeiten.

[34] _Piöle_: Pfühle, Kissen.

[35] _in bööten_: einheitzen.

[36] _dobbelt_: träufelt.

[37] _wisse_: stark, tüchtig.

[38] _Huasen_: Strümpfe.

[39] _Düürk_: Düttich, Alkofen.

[40] _hennige_: leicht, bald.

[41] _Trant_: Gewohnheit, hergebrachte Weise.

[42] _Bericht_: das Nachtmal eines Sterbenden, (weil dann Alles berichtigt wird).

[43] _as ...... tocket harren_: sprichwörtlich, als es seit kurzem viel geschneit hatte.

[44] _Au'm-Hinnerk_: Adam-Heinrich.

[45] »_De Attemstiidt_« oder »Af- un Togaunstiidt« ist die halbjährige Wechselungszeit der Dienstboten.

Obgleich ich nicht klüger sein will als _Klöntrup_, der keine Erklärung dieses Wortes anzugeben gewußt hat, so vermuthe ich doch, daß dasselbe sich aus dem lateinischen »~Admissio~« (Admissionszeit) gebildet habe. _Strodtmann_ faaselt so etwas über die Ableitung des Wortes von dem Bischofe _Amantins_, man dat mot'r sau goot wier in, as manges Annre.

_Der Verfasser._

[46] _'n Käären_: ein Wenig.

[47] _'n Gniist_: vertrockneter Schmutz.

[48] _balgen_: blähen.

[49] _verrenoveert_: gesäubert, gereinigt.

[50] _fuulen_: schmutzigen.

[51] _Baartfiere_: eine Feder mit dem Barte, statt eines Pinsels.

[52] _amböstig_: engbrüstig, asthmatisch.

[53] _'n Lütk_: ein Wenig.

[54] _Uprücksel_: Erholung, Besserung.

[55] _de Aum_: der Athem.

[56] _wenner_: bald.

[57] _aunde_: ahnte, merkte, empfand.

[58] _suur_: beschweerlich.

[59] _Bilaae_: Beylade im Koffer.

[60] _Kuusen_: Backenzähne.

[61] _elennige schrau un streffe_: sehr schneidend und stark; trocken und heftig.

[62] _Priäm 'n_: Präbende.

[63] _Wegger_: Fegemühle.

[64] _Raae_: Ral.

[65] _Daspern_: Drespe.

[66] _Hiärk_: Hederich.

[67] _Gärtenteller_: Grützezähler, Geizhals.

[68] _nowwe_: genau, geitzig.

[69] _uchte wierkede_: des Morgens vor Tagsanbruch, bei Lichte, arbeitete.

[70] _banklammerde_: faullenzte.

[71] _Butze_: Duttich.

[72] _undööflicke Schlunßer_: übermäßig verschwenderische Vettel.

[73] _as 'r to_: als möglich, überaus.

[74] _as he nau konn_: als er noch gesund (bei Kräften) war.

[75] _in de Riige bringen_: in Ordnung bringen.

[76] _Backs_: Backhaus.

[77] _Fiikesbaunen_: Vietsbohnen.

[78] _betwielen_: irren, irregehen.

[79] _Bückse_: Hose.

[80] _wual_: etwa, vielleicht.

[81] _verhudden_: verborgen.

[82] _verschulket_: versteckt.

[83] _Kring_: Kreis.

[84] _Klietergold_: Rauschgold.

[85] _Schmeltekrallen_: Schmelzperlen.

[86] _Hiemdekleid_: Todtenhemde.

[87] _Liindschlööfen_: Bandschleifen.

[88] _up e tämt_: ausstaffiert.

[89] _glitzerde_: glänzte.

[90] _Hiewen_: Himmel.

[91] _Stuuten_: feines Weitzenbrod, Semmel.

[92] _Wiise_: Melodie.

[93] _H'p'zepter_: Herr Präzeptor.

[94] _dat Liik_: die Leiche.

[95] _Hüllekens_: schwarze in Falten gelegte Trauertücher.

[96] _schmööe_: weich.

[97] _Struate_: Kehle.

[98] _minntallig_: in geringer Zahl.

[99] _Wiisepint_: Klugheitskrämer, Naseweis.

[100] _raaren_: schönen, hübschen.

[101] _Inliggers_: Miteinwohner.

[102] _undööflick vernietigen_: unnöthiger, verschwenderischer Weise vernichten.

[103] _verniggen_: wundern.

[104] _Tiigenstäuners_: Widersacher, Opponenten.

[105] _met 'n Muttse_: mit einem Male, plötzlich.

[106] _Ööwerigge_: Weismacherei.

[107] Russen.

[108] _in e felleden_: eingefleischten.

[109] _Wöösebraaken_: Wüstlinge.

[110] _Viktrill_: Vitriol.

[111] _aabele Quaaskerigge_: albernes Geschwätz.

[112] _Niäsentippel_: Nasenspitze.

[113] _Leers_: Wangen.

[114] _glemmen_: glühen, glänzen.

[A] die Eintheilung des Tages, oder der Arbeitszeit, ist folgende: _de Uchte_, diese währt bis zum _Imbt_ (Inbiß) Frühstück; dann folgt: _van 'r Imbtstiid bes Middag_ (12 Uhr); dann schlafen sie _Noone_, wozu eine bis zwei Stunden vergönnt sind, diese Zeit heißt _de Noone_, oder _in der Noone_; hierauf folgt: _tüsken Noone un Vesper_ (_Vespertiidt_, gewöhnlich eine halbe Stunde); auch heißt die Labung, welche es dann giebt: _'t Vesper_; ferner, _van'n Vesper bes to'r Affoorunge_, oder _bes to'm Auwendbraae_; endlich: _van der Affoorunge bes to'r Beddegaunenstiidt_.

[B] Hier ist die Rede von unverheiratheten Frauenzimmern, Jungfern oder Junggesellen. Die Leichen verheirathet gewesener Personen werden nicht so bunt ausgestattet, sondern ihre Mützen und Todtenhemde werden blos mit Schleifen von schwarzem Floorbande versehen.

[C] _Wer met 'n Wülwen is, mot auck met'n hüülen..._

Ick was daumauliger Tiidt Bistäuner der russ'ken Kummedanten, of todrepplicker to seggen, miiner schwaar bedrückeden Metbörgers, un mag driiste seggen, dat 'k wual mannig Austermaul met eegener Fährlickheet van de plaugede Minskheet afwiiret hewwe; dann met den unnüüseln Wöösebraakenvolke gaf't Dag un Nacht dulle Tiänegniiperigge un graute Unsachtichheet, dann de Kantschoo regeerde des Tiids na 'n Lüt'k mehr un deftiger in Düütskland as upstunds, daar he uuse Puckels Gattlaf! dach ~in natura~ nich aflangen kann. Vor de eersten Afwiir harr'k mi 'n paar Book dicke Mackeltuur tüsken Rock un Kamsool neggen lauten; man, o Herre! wat woll dat wual holpen hewwen, wann'k mi nich süß na sau jeewe goot met de Schwerenööters stallen konnt harr, dat se mi dach van'n Balge bleiwen. ~Dobrè wutki~ was uäwerall dat beste Versöhnungsmiddel un aparte wann m 'r 'n Gäpsenvull städden Pieper manken röörde.... Vor söcke Tiien müüge de Heere us un uuse Kinner un Kindeskinner in Gnaaden bewahren! --

[D] Der so thätige Beförderer der Mäßigkeitsangelegenheiten, Herr Gutsbesitzer _Wit von Döring_ zu Ratibor in Oberschlesien, ist mit anerkennungswürdigem Eifer darauf bedacht, einen möglichst entsprechenden und wohlfeilen Labetrunk, der den giftigen Branntwein und das zu theure, auch nicht überall fehlerfreie und gesunde Bier ersetzen könnte, herzustellen.

Drüdde Breef.

Nu woll'k auck wual es wieten, wo Ju dat Iäten[1] gefallen heft. Van de Saake konn' me alleine wual 'n ganz Book schriiwen. Saune rechte ehrdaagske Dööntekost[2], daar Eggersüppken, Stuutensappen van Priemt'roggen[3] un süllbacken 'n Brae[4], Bostkarren, Potthast, Ossentungen met K'rinten, Rösterbraaens, de sau müür un sappig wöören, dat se eene bi jeddern Tobiete[5] in 't Muul meigen; dicken Riis met Genwern[6], backede Pruumen, keerlslange Roggens[7] met Kiömel, bree Weggens[8] met Rosiinen un K'rinten, de vor 'ne Aardigheit[9] buawen met twee Hertkes, 'n Bloomenkranße un verziert wöören, un alle söckes Deftiges[10] up 'n Disk kwam, was 't na miinen Schmacke alldach nich.

Daar is auck 'ne ann're Wiise[11] unner up e kuomen, un ick mot Ju liike uut[12] seggen, dat mi de niggen Toreesels[13] un Bedenksels, daar se 't nu met to doonen hebbt un de se upstunds tohaupe rööret un schnurret un allerhande fruömde Naamens giiwet, asse Frikke-se[A], Raae-jud[B], Pupeto[C], Fri-kank't-don[D], Bi-steck[E], Korte-led[F] un wo se de leewe Gattesgauwe hüüt to Daage alle heetet, dat 'r nin eerlick Minske mehr klook uut weeren kann un se eenen auck lange sau goot nich mehr schmicket as vor'n düssen, nich to biister gefallen willt; dann ick vor miinen Mund, _hebb't alltiies met 'n resoluten, deftigen Kuäcksel haulen, daar 'n Liepel risk inne bestaunen blift_, un wann Ji segget: »_Wat de Buur nich kinnet, dat frett he nich_,« he Ji 'r vorwahr reefaart[14] in 't Geheel auck sau Unrecht nich anne; dann me mot hüütiges Daages weet Gatt! baule bange sien, dat se eene met de niggemoodsken Salsteriggen[15] heel verkliistert un vergiewet[16].

Nu, se uurden[17] un piirkeden[18] dann dach nau sau wat in de Schötteln herümme un wöören alldach antleste alle vulldaun[19], as se siäen.