Plattdeutsche Briefe, Erzählungen und Gedichte mit besonderer Rücksicht auf Sprichwörter und eigenthümliche Redensarten des Landvolks in Westphalen

Part 3

Chapter 33,553 wordsPublic domain

'N Buuren Schniider harr van den vielen Krummsitten, dat he kortens daun n harr, dann't gönk na Wihnachten to, dat he viel to doonen harr, saune unwiise Hartliiwigkeit e kriegen, dat'r vor alle Gewalt Nicks mehr rissen[79] woll un he gaar nich mehr achter der Nauteln sitten konn. An'tleste, as he sick vor Wehdaage un Kniipen in'n Kalduunen stump[80] nich mehr redden konn un alle in eene hen joolde as 'n Meybolze, siä siine Aulske, de 'ne al lange vergiiflick allerhande Huusmiddel, as Waarmölge[81], Tuunrööwen, Siemesbliär, Liinölge, un sagaar Piipenlüllsel[82] in e giewen harr: Ick haule'r vor, Jan-Hierm, dat du dach man na'n Dokter löppst un läst di wat upschriiwen, ehr dat du stump[83] van Unner to gehst.

Jan-Hierm nam den Raut an un as he bi 'n Dokter kwam, klaagede he em siine graute Naut un Unsachtigheet; man de mende, dat woll he na wual ens wier läs stuackern. Ich werde Euch Etwas aufsetzen, das laßt Euch auf der Apotheke geben und handelt genau nach der Vorschrift, wie es auf der Signatur zu lesen seyn wird. Ihr könnt doch lesen, sonst will ich Euch sagen, daß Ihr von der Mixtur, die Ihr bekommen werdet, alle zwei Stunden einen Eßlöffel voll nehmen und damit fortfahren sollt, bis Wirkung erfolgt. Seyd mäßig im Essen und haltet Euch warm. Nehmt allenfalls auch ein Pfund _Pflaumen_ mit, die machen Euch inwendig geschmeidig und helfen der Medizin in ihrer Wirkung nach. Habt Ihr mich wohl verstanden, so gehet mit Gott, ich hoffe dies Mittel werde Euch Erleichterung verschaffen; sollte es aber nicht der Fall seyn, so kommt nur wieder, dann werde ich Euch noch etwas Kräftigeres verordnen, denn ich kenne Eure Natur noch nicht genau.

Ganz goot, Heer Dokter, ick bedanke mi auck eerst, siä de Schniider; wann Se es wat to neggen hebbt, dann günnen Se mi dach auck es wat, ick will't Se jüst sau goot maaken, as de beste Arrewant van Pariis (~arrivant de Paris~), un gönk na'r Apteeken un lööt sick siine Meddeziin torechte röören. As de Pillendregger en afferriget harr, lööp he na'n Huäcker un födderde sick 'n Pund _Floomen_[84], dann dat harr he uut 'n Dokter siine Wäärde verstaunen un konn't je auck nich to bieter wieten, dat de Dokter 'r _Pruumen_[85] met e ment harr, as he siä, die machen Euch inwendig geschmeidig; daar moste he dach absluut wual Schmier af Fett unner verstaunen hebben, dann dat glitt goot un wat is 'r wual schmieriger un schmiidigender als Schwiinefloomen?

As he wier inne was, nam he faarts 'n grauten Liepel vull van der Meddeziin in, man de gönk em twas[86] düür'n Hals un he vertröck 't Gesichte, as wann he Raamenroot[87] in't Muul kriigen harre, man he fratt'r auck gliiks dat heele Pund Floomen achter nau. As he dat 'n Praus[88] bi sick hatt harr, fönk't em an to ramenten in'n Liiwe, as wann he'r 'n ganz Regement Poggen inne harre un met ens gaf sick de Natuur läs, dat he anners nich 'n wende, as de Dokter harrt 'r up an e leggt, dat he sick faarts ganz weg lasseeren schiöle; man 's annern Muarens was he wier up de aulen Hacken, dann he harr 'r Luft na kriigen un mende, dat si dann dach 'n heelen Meister van 'n Dokter, as 'r in ganz Engeland wual nin Bietern to fiinen sienen mogde. He lööt de Meddeziin staunen un dachte, de kanst'e in Fall der Naut, wann't di wual es wier sau tostäuten scholl, na wual ens wier bruuken.

Kort 'r nau kwam den Schmedt in 'n Duarpe auck saune Plauge up'n Balg. As den Schniider dat to Ahren kwam, siä he: Kasper, daar will 'k di wual gawwe[89] wier met torechte helpen. Kumm man met mi, ick hewwe na van der Meddeziin wat staunen, de mi de Dokter lest up e settet heft, as ick't jüst sau harr as du't nu hest; daar will'k di 'n Liep' vull[90] van doonen[91], mehr bruukest du nich; man du most di auck 'n Pund Floomen haalen lauten, de schluckst du'r dann faartsens achter in un dann schallt'r di uut gaunen as uut'r linnenen Schatthuasen[92], segg'k di man.

De Schmedt dää as em de Schniider seggt harr, man de wöörd na dat Middel sau unsachte un leige[93], dat se man Hals uäwer Kopps na'n Dokter loopen mosten. As de kwam, fröög he: Aber mein Gott! was geht hier vor, lieber Meister; was habt Ihr begonnen? Dau anwerde de Schmedt, he harr' man eenen Liepel vull van de Meddeziin nuamen, de lestens den Schniider faarts sau goot e holpen hewwe un dat Pund Floomen harr he 'r auck achter up e settet, man em wollt' aparte Nicks nich e helpen.

Was versteht Ihr unter Floomen, fröög de Dokter. De Schmedt tröck sick 'n paar Mal un harr jüst na saviel Tiidt, dat he 'n Dokter anwern konn: _Schwiinefett_. Dau jappede he na ens un Schnapps! was de leste Aum[94] 'r uute.

De Dokter schlöög de Hänne uäwer 'n Koppe tohaupe un rööp: Wie ist's möglich! Wie hat der Schneider mich so mißverstehen können, da ich ihm doch deutlich sagte, er möge sich ein Pfund Pflaumen kaufen. Man de Schniider, de'r just up to kuomen was, as de Schmedt verendede, moste sick na up't Meeste wünnern un as he den Dokter den T'saamenhank uut'n Eene[95] settet un em seggt harr dat he nich anners verstaunen hewwe, as dat he em Floomen verorneert hewwe, un dat Dat, wat he Pflaumen nömmt harr, bi eer Aart Lüüen _Pruumen_ hedde, siä he: Nu kann me dach seh'n, dat 'n Schniider, vor sau licht me 'n auck hält, alldach na 'ne taubästigere[96] Natuur n heft, as 'n Iisenfriäter van 'n Schmedt.

Düsse Dokter gönk in sick un leerde na up siinen aulen Dag Plattdüütsk un bestönd'r auck uppe, dat alle siine Kinner 't auck leeren mosten, dann he mende, me kiöne nich wieten, in wat vor Ümmestände de in eeren Liiwen kuomen kiönen un sint dessen is em sau'n bedrööwet Misverständniß auck nich wier vor e kuomen.

Leeret dach Alle Plattdüütsk, de Ji van 'n Buuren liiwen, of'r tüsken wanken un waagen[97] miötet; dann daar vergiewe Ji Ju na Nicks miie un kiönet 't met Rechte un gooen Gewieten auck wual nich es verlangen, dat se Ju to Gefallen Haugdüütsk leeren schiölen, daar 'n aparte van Natuur de Bill[98] nich na steht, un giiwen Ju 'r na wual Geld to, wann se Ju nich es verstaunen konnt hebbet.

De siälige graute Twankmester, Keiser Napoligum, de Förstenkinner böstede un Böstenbiiner förstede, konnt' je nich es ree[99] kriigen, dat de Buuren met siine S'ldauten fransk sprööken, un he most'r sick kristlick in e giiwen, dat wi vor as nau bi uuser eerlicken plattdüütsken Moorsprauke bleiwen. Man wat se hebben wollen, wüsten se alldach wual to kriigen un wollen 't Eene auck wual baule begriip'lk maaken. Wann se tom Bispell 'n wacker Wicht säugen, siäen se man »vor di vor mi« un faarts was de Putze ree; abers't gaf hen un wier dach auck wual es 'n Misverstand.

Eenerwieges födderden se es ~soupe de poules~. Man de Weert de siinen schwarten Puudel, den he siine leewen Wüörmkes to'n Vermaak[100] un vor Tiidtverdriif sau bito allerhande Kunststückskes leert harr, vor 'n Düüwel nich geeren missen woll, mende, 't wööre'r wual liike nau[101] un se schiölen't sau baule wual nich mierken, wann se den aulen Spitz bi'n Hals kreigen un'r _Puudelsuppen_ van kuakeden. As se de Suppen vor sick harren, föngen se an to tuutertaatern un to fuutern, dat de Aulske sau'n Eesen[102] un Hartebiiten[103] kreig, dat se eeren Mann rööp un grein[104] un siä: Wi aarmen, unglücksken Kinners, nu will't us grundlause leige gaunen, dat wi de Keerels sau bedruagen hebbt; wel scholl sick daar auck wual vor höt hebben, dat se söcke fiine Tungen harren, dat se't faarts schmicken konnen, dat 't man 'ne Suppe van 'n witten Spitze si; me scholl dach seggen, 'n Rüüe si 'n Rüüe un de schmickeden wual sachte auck uäwer eene. Du most den Puudel auck man to'r Läär[105] e giewen, sau nääe[106] du 'ne auck wual missen wullt, dat de vergrelleden Kerrels sick man wier togiiewet, süß sin wi'r na wual unglückelk met in 'n Huuse, dann se roopet ganz düütelk, dat 'k't goot verstaunen kann:

~Madame! bien vite, des épices à la soupe. Hola, vilain~ Verdammt! 'n witten Spitz in der Suppen. Hallo, wi willt'n ~bougre d'hote, cela va sans dire: point de repas sans~ Buuren daut schlaun, dat Zankdier . . . . . du Riepaus van 'n ~beurre et fromage. Mort de m'amie! de la vieille bière~ Buuren eegest wat in to Maarse un de Moor miie. Wi willt den Bäär ~lucide encore et puis-ça de l'eau de vie. Avez vous~ de Ahren luusen un pisacken'n met Luaaen[107] un Wiien[108]. Begriipe ji ~compris icelles?~ dat, ji Iisels?

Vor de Schniiders haule ick 't met 'n Dokter L . . . . . goot, dat se meestig all tohaupe graute Leefhebbers van 'n Danssen sind; dann van de Bucksprünge, de se daar bi maaken miötet, gaaet 'n de tohaupe kniäeden Kalduunen af un an dach es wier uut'n Eene.

* * * * *

In der Rankordnunge kümmt № 6 de Baa'moor[109] vor. Daar fällt mi auck wat bi in.

Miinen eersten Vadderstand[110] most' ick miinen F'rier[111] to Gefallen doonen, de, as wi uut Franckriik wier trügge kuomen wöören, gliiks, as Viele Annere auck, siine aule Bruut wier upsogte, de em trüü e bliewen was, in 'r Wiil eer unnersdessen nin Anner'r kuomen was.

Se kräupen auck baule bi eene, un as de eerste Junge kwam, harr de F'rier de Leewde to mi, dat he mi to'n Vadder bidden lööt.

De Baa'moor siä mi de Frööde an, man ick was ganz unerfahren unner söcke Saaken, dessenthalwen fröög ick dat aule Wiif, wat ick'r eegentlick bi wahrtoniemen harre? Dau kreig ick to'r Antwoort: Dat is sau lästig nich, Heer Lüütenant, un 'r sind nich sauviele Ummestände bi, as de wat[112] wual meenet. Kuomen Se man 'n Sönndaage Muaren bi[113] elwen Uhren na'r Kierken, dann willk'r mi na inrichten dat 'ck'r 'n Trett eher met'n Kiinde un met'n Steertvadder[114] auck bin un will Se vor der Klocktaarens-Düüren afwachten. Den P'stooren hebb 'k all Bescheed to stüürt, dat'k geeren 'n Kiind kasselt[115] hebben woll un 'n vorneimen Vadder metbrachte; dann wann dat de Fall is, mot'k't em alltiidt tovüüren to wieten doonen, dat he'r sick 'n bieten anners met siine Wäärde na inrichten kann, as 't bi'n gemeenen Manne näudig is. De schall'r dann auck wual to rechter Tiidt sienen. Dann triäe wi tohaupe in die Kierken na'n Füntelsteene[116] un wann de P'stoor 't Teeken gift, dat de hillige Handelunge läs gaunen schall, dooe ick Se dat Kiind up de Aarm's, dat Se 't 'n P'stoor tohaulet. Man Se schiölet sick jau nich verfehren[117] wann 't vellichte an to schreggen un to spalkern[118] fänkt, wann't sick dat Suckerpüppken wual uut'n Munde mümmeln mogte, of wann 'k em dat Müssken van den naakeden Koppe riite un de P'stoor 'r em dat kaule Waater up güt, dann 'k hewwe faarts wual mierket, dat 't 'n kritzigen, gnatzigen[119] Soldauten-Jungen is, daar de Aulen na wat met to beliewen kriigen kiönet.

Man dat was 't eegentlick nich wat 'k geeren van den aulen Wiiwe wieten woll, deswiegen fröög ick wiider, af ick nich auck Geld wieten möste? Dat schiölet Se je wual sachte to bieter kinnen, siä de riäterige Saabeltriine[120], dat de Geestlicken Nicks ümmesüß n dooet un dat'r nin Minske sünner Betaalen up of van der Welt kümmt. Ick dachte se scholl mi faarts düütlicker bescheen, wat ick to offern harr, man daar woll se van sick sülwenst nich recht met vor 'n Dag; deswiegen bat ick se, se mogte 't mi dach met'n paar Wäärden Riige bi Riige toseggen, dann woll 'k 't mi upschriiwen, dat 'k 't nich vergeite. Dau kreig ick abers wat to häären, dat 'k'r mi baule vor verfehrt harre. Se un de P'stoor siä dat unnewietene[121] Wiif, göngen in eenen Rank un dann de Köster un 't Aarmenbecken, un wann'k eer un den P'stoor jedder'n wual 'n Spetzigesdaaler geiwe un den Köster un 'n Aarmenbecken jidder 'n halwen Kroondaaler, dann konn 'k'r wual sau schickelk met bestaunen, un dann kreige ick van Uänern in'n Dööpelhuuse auck 'n lecker Schäulken Kaffe, daar nine Sigurgen to wöören, met Suckerkringels un Krintenstuuten, saviel as mi man lüstede, un wat 'k daar dann der jungen Kraummoor[122] vor verehren woll, dat stönne ganz in miinen Gefallen.

Gatt's duusend Süüke! dacht ick in miinen Sinne, dat is de Dokter schlau, dann dach wual 'ne uutverschiämde, inbellske[123] aule Hexe van'r Baamoor, de wo nich mehr, to'm minnsten dach jüst sau viel sien will, as de P'stoor. Man 't kostede mi alldach miin Geld, nett[124] as se 't mi vor seggt harr, dann 'k woll mi van der leigmuul'den Flaarschnuuten nich geeren wat nau driiwen lauten; un 't Leigeste was na buawen batt[125], dat 'k 't vor düsse eene Keer[126] faarts sau goot inerichtet harr, dat de grappsgierige[127] Draake mi nau den düssen, alle Niäsenlank in'n Huuse leig un mi to'n Vadderstande näudigede, bes 'k'r dann dach an'tleste 'n resoluten Grentel[128] vorschauf, dat se mi nich bett kuomen doste[129], dann 't aunde mi, dat se't'r nett up an e legt harr, dat se mi met anner Lüüe Blaagen alle miine Kroondaalers afgäusken[130] woll, dat 'k to leste man met'n Stanke rüümen[131] un met'n witten Stocke uut'n Lanne loopen konnt harre.

Der Kraummoor gaf ick auck 't Eere[132] un luawede[133] bito vor den Jungen bes 'n Uutspriöke[134] alle Jahr to Wihnachten 'n K'rintenstuuten uut, daar 'n dicken Daaler in e backet sien schiöle, daar ick auck eerlick Waart unner haulen hebbe; dann miin Luatelwaart is alltiidt wiesen: _Metdeelen un Baate giewen aarmet nich_[135].

_'N Schwiin knüffket[136] na wual, wann me em entmodt of vorbigeht_; man de unbeschufte[137] Junge heft 't mi van siin Liewedaages nich es met 'n bittersten[138] Waarde Dank e wüst. Je nu! Lat 'ne 'r met loopen; he schall de Welt na wual es kennen leeren.

_Jan, wult du düür de Welt, most du di schmiigen un büügen._

[1] _dwaalen_: irren, umherirren.

[2] _leige_: schlecht.

[3] _Aart_: Etwas, einigermaaßen.

[4] _deftig_: kräftig, stark, heftig.

[5] _elennigen_: elend machen, abquälen.

[6] _quaasken_: läppisch, ungereimt reden.

[7] _lut_: lautet.

[8] _Anlustern_: Anhören.

[9] _Schmüüstern_: Lächeln.

[10] _faaken_: oft.

[11] _niggelken Wäärde_: sonderbaren Worten.

[12] _Ick rieke_: ich denke, halte dafür.

[13] _nett_: ganz, eben, genau, gerade.

[14] _Huusingedöönte_: Hausgeräth.

[15] _Hööken_: Ecken, Winkeln.

[16] _Stiie_: Stätte, Bauergut.

[17] _man_: aber, doch.

[18] _Fuulstööle_: Lehnstühle.

[19] _'t liik't_: es paßt.

[20] _halfböördig_: unächt, verbastardet, unvollkommen.

[21] _bidoon'ske_: zutrauliche, anschmiegende.

[22] _nütte_: nützlich.

[23] _liike uut_: gerade heraus.

[24] _verfumfeyede_: vernachlässigte, verdorbene.

[25] _grätts'k doonen_: großthun, prahlen.

[26] Das gewohnte »_he_« verleitet den Landmann, wenn er hochdeutsch sprechen will, dazu, dem »_er_« ein h vorzusetzen.

[27] _Paul_: Pfahl.

[28] _Geerkaamer_: (Geräthekammer) Sakristey.

[29] _kiddelig Aus_: kitzliches Aas.

[30] _Achterbeene_: Hinterbeine.

[31] _Tüs, tüs!_: ruhig, stille, sachte!

[32] _(züüf) tööf_: warte.

[33] _Verwank_: Gelegenheit.

[34] _daskete_: drosch.

[35] _Tag_: Zug.

[36] _daal_: herunter.

[37] _lu't_: lautet.

[38] _tüsken_: zwischen.

[39] _A jas, a jas!_: Pfui, Pfui!

[40] _Moorsprauke_: Muttersprache.

[41] _Niggelaut_: das Neue, Ungewöhnliche.

[42] _stump_: gänzlich.

[43] _Bibärigheeden_: Albernheiten, Fratzen.

[44] _Tuäge_: Aufzüge.

[45] _beschonken_: berauscht, angetrunken.

[46] _putzig_: schnurrig, lustig, possierlich.

[47] _allewisse weg_: in einem fort, beständig.

[48] _Tieckebaunen Miäl_: Pferdebohnen-Mehl.

[49] _nietske_: sehr, tüchtig.

[50] _Mest_: Messer.

[51] _'n farssen Keerl_: ein starker Kerl.

[52] _'n Palten_: ein Fetzen, Schnitte.

[53] _de Beckens vull schleit_: die Näpfe füllt.

[54] _lüchtern_: linken.

[55] _'n twas un wisse_: queer und fest.

[56] _talldicke_: zolldicke.

[57] _'n biilings_: der Reihe nach.

[58] _lüstet_: beliebt, gefällt.

[59] _'n Schlart_: ein Klacks, Haufen.

[60] _vulldaun_: satt, gesättigt.

[61] _unseligen_: schmutzigen.

[62] _Inschläunerske_: Aufgeberin.

[63] _drock'_: eilig.

[64] _Bessemoor_: Großmutter.

[65] _Lickmäutigste_: was weich, zum Lecken ist.

[66] _breetpanzede_: breitbauchige.

[67] _Ütze_: Kröte.

[68] _Veerhachtiidds Gasteriggen_: vier hohen Festtags-Schmäuse.

[69] _Prie'mt'roggens_: Präbendebrod, eine Art weißes Roggenbrod in Westphalen.

[70] _Kurreln_: Rollen, Scheiben.

[71] _Antkevaar_: Urgroßvater.

[72] _hartkösterig_: hart von Rinde.

[73] _siin Mest nütte to wettet_: sein Messer tüchtig dazu geschärft.

[74] _Fäskegrund_: Riegel- (Gitter) Grund -- (Faschinen).

[75] _in eenen Rattse_: mit einem Risse.

[76] _tiärgeden_: zerrten, neckten.

[77] _toproostede_: zutrank.

[78] _kibbelkawweln_: widersprechen, zanken.

[79] _rissen_: rutschen, fortgehen.

[80] _stump_: durchaus, gar.

[81] _Waarmölge_: Wermuth.

[82] _Piipenlüllsel_: Tabacks-Pfeifenjauche.

[83] _stump_: ganz und gar.

[84] _Floomen_: Schweinefett.

[85] _Pruumen_: Pflaumen, Zwetschen.

[86] _twas_: queer.

[87] _Raamenroot_: Ruß aus dem Schornstein.

[88] _'n Praus_: eine Weile.

[89] _gawwe_: geschwind.

[90] _'n Liep' vull_: einen Löffel voll.

[91] _doonen_: geben.

[92] _Schatthuasen_: Strümpfe ohne Fußende.

[93] _leige_: schlimm, elend.

[94] _Aum_: Athem.

[95] _uut'n Eene_: aus einander.

[96] _taubästig_: zähe; eigentlich hart von Rinde.

[97] _wanken un waagen_: verkehren.

[98] _Bill_: Schnabel.

[99] _ree_: fertig.

[100] _siine leewen Wüörmkes to'n Vermaak_: seinen lieben Kinderchen zum Vergnügen.

[101] _'t wööre'r wual liike nau_: es wäre wohl einerlei.

[102] _Eesen_: Grauen, Furcht, Entsetzen.

[103] _Hartebiiten_: Gewissensangst.

[104] _grein_: weinte.

[105] _to'r Läär giewen_: zum Besten geben.

[106] _nääe_: ungern.

[107] _Luaaen_: Loden, Zweige.

[108] _Wiien_: Weiden.

[109] _Baa'moor_: Hebamme.

[110] _Vadderstand_: Gevatterstand.

[111] _F'rier_: Fourier.

[112] _as de wat_: als Einige.

[113] _bi_: gegen.

[114] _Steertvadder_: Nebenpathe.

[115] _kasselt_: getauft.

[116] _Füntelsteen_: Taufstein.

[117] _verfehren_: erschrecken.

[118] _spalkern_: zappeln, trampeln.

[119] _gnatzig_: grämlich.

[120] _de riäterige Saabeltriine_: die rappelige Schwätzerin, die geschwätzige Plaudertasche.

[121] _unnewieten_: unbescheiden, zudringlich.

[122] _Kraummoor_: Wöchnerin.

[123] _inbellske_: eingebildete, stolze.

[124] _nett_: gerade.

[125] _buawen batt_: überdem.

[126] _vor düsse eene Keer_: mit diesem einen Male.

[127] _grappsgierige_: habsüchtige.

[128] _Grentel_: Riegel, Vorreiber.

[129] _doste_: durfte.

[130] _afgäusken_: ablocken, abzwacken; eigentlich: Jemandes Gutmüthigkeit benutzen.

[131] _met'n Stanke rüümen_: einen Quark zurücklassen, kahl abziehen.

[132] _'t Eere_: das Ihrige.

[133] _uutluawen_: vermachen, zusagen.

[134] _Uutspriöcke_: Confirmation.

[135] _aarmet nich_: macht nicht arm.

[136] _knüffket_: grunzt.

[137] _unbeschuft_: unmanierlich, unbehobelt.

[138] _bittersten_: geringsten, kleinsten.

[A] bi mi to Lanne is de Rankornunge ungefeer de Düsse:

1. de Heer B'stoor; 2. de Heer Vuaget; 3. de Schoolmester; 4. de Kierken P'rviiser's; 5. de Unnervuaget, of de Twankmester, as se 'ne auck wual heetet; 6. de Baaemoor; 7. de Schniider; 8. de Schwiinehee'r, met'n grauten Häären; 9. de Baartschräpper un Haarkläuwer; 10. de Bittker; 11. de Nachtwiäker met'r Riätern.

An miinen Landsmann N. N.

Eerste Breef.

As ick Ju vergaunen Meitiidt tospröök, leigen Ji mi an, dat 'k Ju dach af un an es wier saunen aarigen Breef up Plattdüütsk to schriiwen mogte, dann Juue Ölste harr 'sick an den vorrigen elennige[1] ergetzet un 'r mächtige nau verlanget, dat 'k dach bi Tiidt un Geliegenheet es wier 'n Paar Riige uut'r Fieren loopen lauten mogte. Den Gefallen will 'k Ju geeren doonen, dann de eene Leefde is wisse der Annern werth un wi sind je auck sin Liewe,[2] van Schöölers Tiien an, dicke Fründe wiesen un de Ölste was aparte alltiidt sau 'n leeflicken[3] Kinnergeck, dat 'k 't em nau na Dank weet, wo he us jümmeran Allens geern to Willen dää, daar he van wüste, dat 't us man ichtens[4] vergnöögen konn. Nu bin 'k 'r faarts'n Sönndage Uänern[5] bi an e fangen un schicke Ju hier den eersten Breef, daar, wann uuse leewe Herrgatt Liewen un Gesundheet lät, na wual 'n Paar achter nau kuomen kiönet.

Bi der lesten Dansserigge, waar se sick alltohaupe sau elennige goot[6] verlusteert harren un bes up den bedrööweden Hiilenkiiker[7] van 'n Wichte, dat'r den ganzen uutspiirigen[8] Auwend in eene hen sau betüntelt[9] un piilik[10] 'n hier satt, _as 'ne Uule in Stierwensnääen, dat van Teewes un Meewes Nicks n wüste_ un p'rfass nich uptodeggen was, me mogt'r auck met anstellen wat me woll, sau seelenvergnööget wöören, -- nu, daar was et je auck schlichtens[11] up an e legt und en Jedereene dröög'r je auck't Siine geeren to bi, -- menden de Fruuslüüe, daar ick aparte van all' miin Liewe lank geeren met schnacket un hanteert hebbe, dat ick et Plattdüütske dann dach na nich heel verleert harre un et duchte mi auck, as wann se miine Naaskerigge na wual sau jeewe[12] geeren anlustern mogten.

Miin beste Vermaak harr'k alldach met Juuer Aulsken, dann _de was_ den ganzen Auwend _sau küürsk, und harr't alle in eene hen sau drock un hille[13], as 'ne Katte de siewen Pötte met ens to licken het_. Se was alltiidt all'n ranketank, beliewet Wicht, as wi na tohaupe in'n Kergissem[14] wöören un et gefällt eene, wann me Söcke na der Hand es wier n süht un sick uäwertüüget, dat de fröhlicke Sinn'r dach na sau wat inne bekliiwen bliewen is. Mi is't up'n Handvull Nooten sin Liewe auck nich an e kuomen, wiete Ji wual, un ick gläuwe vorwahr, wann wi auck de heele Nacht düür e daasket[15] un rawawwet[16] harren, wi wöören't aparte na nich mööe wooren. _Putzen[17] un Kortswiile miötet 'r af un an driiwen weeren, harr jener Mann wisse auck seggt, un harr siine Fruwwen met'r Meßfuarken kiddelt_; man ganz _sau butt streiken wi den Baß dach nich_, dat schall us nin Minske nauseggen; dann wann ick'r es Eenen tüsken schmeit, _wöören Ji'r auck faarts met allerhande aardige Aepsen un Himphamperiggen[18] uut'r Ölgemiölen achter inne_, dat't alle man in eenen Vergnöögen togaunen moste.

Wat harren sick de Wichter abers auck up e tämt un wacker maaket[19]! _Se stööken eene vorwahr in de Augen, as Wihnachtspuppen un Pauskegger_ un _säugen se nich alltohaupe uut, as wann se uut Hengelspötten drunken harren_? Man _de fiinen Stadtheerens wöören'r auck alle in eene hen ümme to to klucken, as de Hahnens ümme de Leggehööntkes_, un mi ducht de Aulen dääen'r auck wual sau ganz unrecht nicht anne, wann se af un an es na der Jügde ümme keiken, dann de is unerfahren un däärlik, un 't is wual 'n wahr Luatelwaart[20], dat'r seggt: »_Wann de Voss anfänkt to preddigen, mot me de Gauseküüken in Achte niemen._«