Part 16
Giewe Gatt, dat'r an'tleste man nich auck 'n Deel _~Missmus~_ manken loope, de se up Ööwelwiege vertocket[7], daar se heel uppe verdwaalet un _dat se nich met'n Jiöcke in 't Bad gaaet un'r met'n Kleye wier uut kuomet_. --
Je nu, laut't schlüüren! Wen't alle nich ansteht, wat sick upstunds gebüüret, de träuste sick met: ~Visito, visitas!~ Dat het up Düütsk:
Un thüüt auck alle Welt to Feile, De Welt blift alldach as se was.
Wat't'n auck hier un daar unnern Steerte jiöcken mag un wat se auck all'nhand vor Tolööpe niemen müüget, lautet se man bissen hott un haae[8], un gift't auck wual es'n Ruck un'n Riete, 't kümmt alldach met'r Tiidt Allens wier in de aulen Truaaen.
»Viele Köppe viele Sinne,« siä jener Knecht, as he 'n Föör Kumstköppe[9] ümmeschmieten harr un de Eene hier, un de Annre daar hen turrelde. Man afgliiks he'r siinen grauten Verdreet uäwer kreig un'r'n ganzen Haup resolute Donnerwiers bi flokde, gaf he sick dach an'tleste kristlick to un raakede se ganz gedüldig wier bi eene. Sau, rieke ick, schiöl't sick met de hüütigen Twasjahners uäwer kort of lank auck gebüüren ...
'N ault Jeddewaart seggt: _De Jiwer heft as de Haasens, siewen Hüüe, man he leggt'r alle Daage eene van af._ Dat is de Welt Loop van Anbeginn e wiesen un schall auck wual sau bliiwen, süß moste uuse Herrgatt an'tleste na wual't Regiment verloopen; man de sitt faste in den aulen Saadel un schall sick van däärlicke Minskenkinners vorwahr vor't Eerste na wual nich begäusken lauten. Is he dach na vor as nau de sülweste gooe aule Gatt des Friedens un der Liebe, de geeren'n Auge to drücket, sau lange et ichtens geht, de'r abers auck wual tüsken triäen un'n Insehn to doonen schall, wann't Tiidt is; dann sau as de Verloop nu is, kann't alldach up de Duur nich bestaunen. --
_Wann de Apteekerbüssen klappert, is'r vull Leigheet un Süüke, un wann't Käären wuorpet werd, blift't Kaff vor to liegen._ 'T mag wual Tiidt un auck wual goot sienen, dat Allens rägt un fiäget werd. -- Dan schiölet de Saaken auck wual wenner 'n annern Drei[10] wier kriigen. De gedüldige, kneeseilde, uäwerto in Lankmoot un Löösigheet begrauede un begriisede düütske Michel werd alle Daage insichtiger un wo mehr em de langen, rööterigen aulen Zopphaare tostutzet un stüüwet weeret, wo heller't em in'n Koppe werd. Münnert sick de lögge Siewenschläuper man eerst recht uut'n riekeligen Dutte un Draume un wisket sick de blääen Augen met de Hiemdsmowwen ordentlick klaar, dann schall he sick auck wual met Andacht un Gemack to Sinne griipen, wo't ümme em to geht un dann schall he sick wual recken un räugen un in de elteriggen Füüste spiggen un up den düür un düür verralterden un vertalterden Kloddenprüük in tasten un tocken wat he tocken kann, dat he in glatte Töppe un Fissen reet werd, dat uuse leewe Herrgatt ginte buawen siine Lust un Frööde an siine nigges upfliggeden Kinnerkes hier up'r Eerden heft, de in Eenverstand un Friäe bi elkander un düür malkander liewet un wiewet ...
De siälige ~Asmus~, -- wann ick unner den Naamen nich riewele[11] -- sünk je auck al vor langen Jahren: »Es kann schon nicht immer so bleiben etc.« Sint der Tiidt is'r wahrhaftig e noog vorgaunen, daar de gooe Mann sick wual Nicks van dräumen lauten harr un de Welt heft sint dessen Rücke un Stäute kriigen, dat se'r faarts 'n paar hunnert Jahre up ens van vuörwes triifelt is.
Wel in der Schlummertiidt vor der Revolution to'r Welt e kuomen un up e wuossen is un't sau advenant alle met düür e maaket heft, de weet'r van nau to seggen, wo't'r bi togaunen un de Welt in de hüütige Gestalt kuomen is; man'n junge Kiik in de Welt, de't eerst uut Böökern liäsen mot, wann he'r Aart van wieten will, kann't alldach sau vullstännig nich begriipen, as de De, de't met eegenen Augen an e sehn hebbet.
Uuse siälige Kanter, ('t was auck sau'n Stücke van'n ~Asmus~,) konn af un an auck wual es sa'n Simmeleerschuur up't Liif kriigen, dat he geeren in de Feerne keik un uäwerliä, wo't na wual es kuomen kiöne un miöte, un dann plogde he achternau de Aarm's unner to schlaun as de graute Feerenkiiker un Twankmester Napoligum, wann he sick de nigge Inrichtunge der Welt düür'n Kopp gaunen lööt, un vor sick hen to miimern un to söchten: »'t is hart, wat Bieters ruuken un't nich schnappen kiönen. -- Alle Wiisheet in Ehren, man wann me 'n augenverkäüchelsken[12] Kladderbaum met aller Mööte up e riepet is un iewen de Hand na der blanken Taskenuhr uutstrecken will, glisket me schnupps 'n eeslings[13] wier an de Grund un heft't bedrööwede Nausehn un Verhäununge un Uutschliipen in'n Kaup.«
Lautet us abers man nich verzaagen! Vellichte konn't sick dach gebüüren, dat se van den ~Patriotismus, Socialismus, Pietismus, Communismus~ un wat't na süß alle vor _~is-~_ un _~cis-~_ un _~dismus~_ sienen mag, de der Minskheet upstunds in'n Köppen spockt un se rappelköppsk un schullahrig[14] maaket un uut'n eene ritt, as de Wahrwulf 'ne freedsaame Schaupedrift, auck bito na wual es wier up den aulen =bidoonsken= _~Westphalicismus~_ verföllen.... Gatt giewe't! Dann Trühartigkeet, Verdriägsamkeet un Eenigheet, _met eenen Waarde_: =de aule ehrlicke Bidoonskeet=, sind heel uut'r Welt e wieken, un de miötet'r alldach tohaupe eerst wier in, süß blift't apartig met allen ~ismus~sen 'n tüdderiggen Kraum, daar se sick dann an'tleste na wual sau inne to vermusselt, dat't'r _heel_ met belemmert un bedaun is. -- -- --
_Dat is_, ducht mi, _'n Satz un auck 'n =Muß=_. --
~Pauperismus~ wille de Herre in Gnaaden van us afwiiren, vor den ~Nihilismus~ abers de heele Minskheet bewaaren.
Un scholl't dann met'r Tiidt de Fall weeren, dat uut alle den Kriwwelkrawwel toleste wat Bieters gröonede un blöggede, dann wi-wi uusen Kinnern un Kindeskinnern wünsken, dat se't waaren müügen un'n dat Geneet 'r van uut Hartensgrunde günnet sien.
Wann us Aalen =de Tiien= auck wul es an lachet as Fierkenschnüütkes in'n Suurkaule, sau schall =de Pott= vor us alldach wual nich mehr gaar weeren; wi schiölet wual in der bedrööweden Musseligge vordan begriisen un'r uäwer wegstierwen, ehr dat nigge Festdaagesgericht up'n Disk kümmt. --
Nu Adjüüs! vor düsse Keer... Wann'k de Frööde na beliewen scholl, dat düt Bööksken, dat ick vor Nicks mehr un Nicks Bieteres uuttogiewen dacht hebbe, as vor'n lütken Bidrag to'r Kenntniß uuser _unverfälskeden_, gooen aulen Moorsprauke un to'n Gedenkbooke der Eenfalt in Waard un Sitte uuser rechtschaffenen Vorfahren, met Bifall up e nuamen werd, kuome ick vellichte na wual ens met allerhande Schnacken un Schnurren _uut der gooen aulen Tiidt, as de Düüwel na'n lütk Fentken was un Himmännken hedde_, wier vor'n Dag; dann ick heww'r, nett as miin Fründ Seling, na'n ganzen Haup unner in der Kiipen liggen. De Tiidt mot't nauwiisen. 'N ault Jeddewaart seggt: »_De sick anbaut, dessen Laun was nich graut._« Scholl't'r mi auck sau met gaunen, dann mot'k'r mi met träusten, dat'k't'r to'm Minnsten dach goot met e ment hewwe.
_Elk Vuugel singt, daarnau he becket is._ 'T gaae Ju tohaupe wual![B]
[1] _enkel_: blos, nur.
[2] _verliienen_: vergangenen.
[3] _laage_: flache, niedrige.
[4] _Verspackungen_: Risse, Zerrissenheiten.
[5] _schalüünske_: (~jaloux~) eifersüchtige.
[6] _schamper_: scharf, tüchtig.
[7] _vertocket_: verlockt.
[8] _hott un haae_: links und rechts.
[9] _Kumstköppe_: Kabusköpfe.
[10] _Drei_: Dreh, Wendung.
[11] _riewele_: irre.
[12] _augenverkäüchelsken_: verblendenden, gauklerischen.
[13] _'n eeslings_: rückwärts.
[14] _schullahrig_: hängeohrig.
[A] »_Kloppen_« waren bei den Katholiken an den Orten, wo sie ihren Gottesdienst nicht halten durften, solche Weibspersonen, welche an den Kirchenthüren sitzen und der versammelten Gemeinde mit Klopfen (daher der Name) ein Zeichen geben mußten, wenn die Gerichtsdiener kamen und den Gottesdienst stören wollten. Sie thaten kein Gelübde und konnten sich verheirathen, wiewohl solches selten geschah.
Andere behaupten, sie wären verpflichtet gewesen, die Geistlichen zum Frühgottesdienste durch Klopfen an den Kammerthüren zu wecken.
[B] Durch den vorstehenden, vor dem Abdrucke uns mitgetheilten, sehr lesenswerthen Auszug, fühlen wir uns -- nachdem wir zugleich von vorn herein erklären, kein kopfhängerischer Freudenstörer und Feind des Frohsinnes zu sein, vielmehr dem, durch die vielfältigen Trübsale und Zerwürfnisse unserer Tage gebeugten Volke gern vergönnen, mit den Fröhlichen froh zu sein, insofern ihr Frohsinn sich nur in den rechten Schranken hält, -- veranlaßt, einer uns mehrfältig aufgefallenen Unstatthaftigkeit zu erwähnen, die uns der Abhülfe wohl bedürftig erscheint.
Es ist dies nämlich das häufige und wie es scheint immer mehr zunehmende Umhertreiben von Knaben und Mädchen, die oft wohl noch der Kleinkinderschule angehören möchten, auf Jahrmärkten und Kirchmessen, welche dem Volke allerlei obscöne Lieder vorplärren und dieselben hinterher wohl gar auch noch gedruckt zum Verkaufe ausbieten. Namentlich hat ein dahin gehörendes Schandlied, das, soviel wir meinen, so anfängt: »Use Knächt het et sägt« etc. seit Kurzem eine solche Verbreitung im Volke gefunden, daß man kaum eine kleine Strecke Weges zurücklegen kann, ohne beständig, selbst von Schul- und noch jüngern Kindern, die hinter den Kühen und Gänsen laufen, diesen ekelhaften Gesang, dem gleichwol eine nicht schlecht tönende, zu einem besseren Volksliede wohl zu verwenden gewesene Weise gewidmet ist, anhören zu müssen.
Die Verbreitung solcher Lieder kann offenbar nur höchst sittenverderbend und gefährlich auf junge Gemüther einwirken. --
Möchten daher die Behörden, die ja sonst bemüht sind, gute Zucht und Sitten nach allen Richtungen hin zu befördern und aufrecht zu erhalten, ein schärferes Augenmerk auf solche Unschicklichkeiten richten und namentlich dem herumziehenden Gesindel, ganz insbesondere aber den vielen kleinen Kindern, das Betteln und Gelderpressen mittelst dergleichen, gegen alle Gesittung anstoßenden Lieder streng verbieten und ihnen statt dessen ihren rechten und bessern Platz in den Schulen anweisen lassen wollen.
(Aus der Mittheilung eines Freundes.)
Wörter die beim Flachsbau, Spinnen und Weben vorkommen.
Aus dem Anhange zu dem ~Idioticon osnabrugense~ des Rectors _Strodtmann_.
Wenn de Buur syn Land wennegraven heft; so harked he't mit der Harken. Is dat Lyn loopen, un is nich twylöpsk, of al to fuhl; so gevet sick de Weers ant Ween, dat et juchet: to malen, wenn't nich grovstakerig is. He lett et luken un föhret de Knott-Bünne na Huus. Dann geiht et ant Reepen up der Knotten Delle, oer up den Balken un dasket se mit den Knotten-Krans[A]. Dann swinget he't, dat dat Knotten-Kaf vam Lyne geiht. Darna binnet he't in Water-Boten, bringt et in de Reute-Kuhlen, dyket et in, un lett et reuten. Dann kümt et in de Spree, bet et Knaken dröge is. War se nyne Bokemöllen hebbet, dar werd et met der Treuten boked. Darup weret de Ryßen int veerkantige üm den Wocken legt, un et geiht an't Braken; de Brak-Flegel geiht so lange, bet dat Böcksel full is.
Na der Hand kumt dat Schwingen up dem Schwingelblock, dat Schläbraken, dat Ribben, dat Hekkeln. De Hee werd uppeheget tom Spinnen, un de Leege tom Schüren; man de Schäve werd up den Fahld e smeten. De Möhme maked de Ryßens in Dyßen, un legt se weg, bet dat de Tyd kümt, dat de Wehrt mit Knechten un Mägden, jedder syne Dyßen anlegd un tokked ut den Spinne-Wokken, de eene drall, de anner fläge Garen. Gladde Wichters hebbet gladde Wokken-Bläer, un spinnet niene Krallen. Is de End verlahren, so werd he van frisken van der Spole över de Flucht dür de Büßen tagen. Elk' Bind werd mit der Fißen alleene bunnen, bet dat ganße Stücke fißet is. Dat Gaaren werd e kaket unne büket. Van der Garwinne kumt't up de Spillen. De et schyren schall, mot dat Läsen verstahn; de't up't Stell krygen will, mot en Kamm van teinen, van ölven of van twölven un mehren hebben, un en Hyvelt un en Drömmel, dat he't andrömmeln kan. Up den Spool-Rae werd de Inslag up Spolen wunnen, dat de Schöttspole in den Gange blyvt. Destomehr Gink settet weret, desto bredder werd dat Werk. Is dat Garen schyr Fleßen, de Egge goot un dichte un even wörket; so gelt de Stock all en Jöhstken mehr. De wat spinnet Maltgaren, de wat maket Lewwend, un verkopet se. Man de dat nich nödig heft, de hechtet dat Linnen, bleket, büket un wacket et, un wenn et ree is, so leggt de Moor et in't Schreen, det se't nödig heft, sick Hemde un so wat darvan to tügen.
Die Relation bei _Strodtmann_ ist mangelhaft, deshalb habe ich zu beliebiger Vergleichung (auch der Orthographie) eine vollständigere neben Jener abdrucken lassen.
Wann de Buur 't Liinsautsland wennegraawen heft, harket he't met'r Eggen of met'r Harken, segget dat Liin 'r in, un lätt de Walten 'r uäwer gaunen. Is dat Liin goot loopen un nich twiilööpsk af allstofuul, sau giewet sick de Weers an't Ween, dat't juuchet, tomaul wannt nich graffstaakerig is. Wann't sau wiit is, lätt he't luuken un föhrt de Knüttlinge of Knuttenbünne na Huus. Dann geht't an't Riepen; de Knutten de'r van kuomet, lätt he up der Knuttenbahn of up'n Balken dräuge weeren. De Knutten, daar na Stengels anne besitten bliiwen sind, dregget se tohaupe un dat het dann'n Knuttenkranz. De Knuttenkränße hanget se meestig an'n Huuse in de Lucht, un wann se dräuge noog sind, weeret se met de annern Knutten tohaupe bedierwe met'n Friegel uut e duosken; dann wuorpet se dat Diösksel met'r Wuorpschüppen, dat't Knuttenkaff van'n Liine geht. Daarnau kümmt't Liin up de Fiägemiölen; dat beste Liin blift buawen up'n Siefte un werd deels to'r neigesten Insaut up e raaget, deels met den verquiinden, dat'r unner düür fällt, tohaupe na'r Ölgemiölen schicket, dat'r Ölge van schlaagen un Ölgekooken vor't Vee van e maaket weeret.
Dat riepede Flass biinet se in Waaterbauten bringet't na der Röötekuhlen, diiket't in un lautet et rööten, bes't breckt, of röötegaar is. Dann kümmt't in de Spree, bes't knuackendräuge is un goot schillet. Waar se nine Buokemiölen hebbet, daar buocket se't met'r Trööten. Darup werd't bi Rissens in't Veerkant ümme den Flasswocken[B] (Staapelstool) leggt un dann geht't an't Braaken. (Bi de Braakeriggen, daar se sick 'n anner helpet un allmanngsens uut'r ganzen Buurskup bi eene kuomet, geht't meestig lustig hier.) De Brakenschliägel geht sau lange, bes dat Biöcksel alle is. Na der Hand kümmt dat Schwingen up'n Schwingelblocke, dat Schliepbraaken, dat Ribben up'n Ribbelappen un dat Hiekeln. De beste Hee werd to'm Spinnen up e hieget un dat Gaaren dat se daar van spinnet, het Heengaaren, waar 'n tiigen dat uut schiiren Flasse spunnene Flässen- of Schiir-Gaaren het. De leigen Heen bruuket se to'n Schüüren, of maaket'r Flassseile van, man de Schiewe werd up'n Fahl e schmieten of up e raaget, dann se is auck up vull annre Wiise na goot to bruuken, t. B. to'n Füüranbööten, Egger intopacken etc. De Mömme dregget de uut e hiekelden Rissen in Kluawen ('n Kluawen heft teggen Rissens) reet de Heen in Diißens un leggt se weg bes de Tiidt kümmt, dat de Weerth met Knechten un Miägeden jedder siine Diißen anleggt un uut den Spinnewocken de Eene drall, de Annre flaige Gaaren tocket.
Riekene Wichter hebb't glatte Wockenbliä'r; se singet achter'n Driibeen 'n lustig Leedken un spinnet nine Krallen. Is de End verluaren, sau werd he met'n Drauthaaken van frisken van der Spoolen uäwer de Flucht düür de Büssen tuagen. Sind de Spoolen vull, dann weeret se af e haspelt. Elk Biind ('n Biind heft mehr of minner füftig Haspelfiäme) werd met'r Fissen af e delt un alleine buunen, bes dat ganze Stücke fisset is. 'n Stücke Gaaren heft gemeen hen veeruntwintig bes dartig Biind. Dat Gaaren werd erst e kuacket, büüket un bleeket, bes't witt is. Van der Gaaremwiine of'n Kröönken kümmt't up de Spillen. De't up'n Schiirraamen schiiren will, mot't Liäsen verstaunen; De't up't Stell kriigen schall, mot, wann se Läwwentlinnen[C] wuörken lauten willt, 'n Reelkamm, 'n Hiiwelt un'n Kamm van fiif un twintig Gingen, 'n Paar Gaarenscheen un Driömelsk satt hebben, dat he't Gaaren wier andriömeln kann, wann't ritt, wat sick lichtfärrig gebüüret, wann me de leigen Jungens 'r nich vor möötet, dat se de Wichter in'n Wuörkestelle tiepket un tierget. De Inschlag werd up'n Spoolraae up Spoolen wuunen, dat de Schattspoole in'n Gange blift. Wo mehr Ginge settet weeret, wo breer dat Wierk werd. Bi'n Wuörkestelle mot auck 'n Becken met Schmittebrii un Schmittebösten staunen, daar de Wuörkerske dat Wierk met schmittet, dat de Kamm bieter glitt, dat Gaaren nich to viele ritt un Schiersel un Inschlag sick bieter packet un bi eene hält. Wann de Wuörkerske de Speerrooen versettet, nimmt se't Gnittelbeen un glättet de Buawensiit un de Kanten, dat de Kantläcker sick tosettet. Is dat Gaaren schier flässen, de Egge goot, un dichte un iewen wuörket, sau gell't de Stock al'n Jöösken (ehemals 5¼ Pfennig) mehr. De wat spinnet Maltgaaren[D] de wat maaket Lewwende un verkaupet se up'r Legge, daar't leider Gattes hüütiges Daages man nich viele Pennige mehr gift... Man de dat nich will, of nich näudig heft, de hechtet dat Linnen, büüket, wacket un bleeket't un wann't an'tleste ree is, leggt de Moor't in't Schreen un lätt't liggen bes se't van doonen heft sick Schliitelwierk, dat is Hiemde, Beddelaakens of Sökes, wat de Huushällunge behoeft'r van to tüügen, of bes de Dächters frigget un de Kistenfüllunge 'r 'n Schliete in maaket.
[A] Dies ist unrichtig; denn der »_Knuttenkranz_« ist nicht das Instrument, womit die Fruchtknoten des Flachses »_de Knutten_« ausgedroschen werden, sondern ein kranzförmiges Geflecht aus den Stengelchen, die beim Reepen des Flachses an den Knoten sitzen bleiben.
[B] Der _Wocken_ schlichtweg, ist der Spinnrocken; die zum Braaken abgetheilten Flachsrissen werden dagegen in's Vierkant um den »_Flasswocken_« oder Staapelstool übereinander gelegt.
[C] Diese Benennung stammt ohne Zweifel aus dem Holländischen ab, nämlich von dem Worte: »~loven~« loben, preisen, rühmen; _Waaren auf den Preis setzen_. -- »_~Hoe veel looft gij dat linnen?~_« Wie hoch haltet Ihr das Linnen? »_~Linnenlovery~_:« öffentliche Linnenverkaufsanstalt.
Da nun die Holländer vermuthlich die ersten Abnehmer und die Begründer unsers Leinwandhandels gewesen; so läßt es sich sehr wohl erklären, daß sie uns auch die obige Benennung zugebracht haben, bey der es später verblieben ist.
Die Annahme, das Löwend-Linnen habe von der ursprünglichen Bezeichnung mit einem _Löwen_ seine Benennung erhalten, ist eine Fabel.
[D] von _Malter_: ein Dutzend oder 12 Stück. Das Maltgarn wurde gewöhnlich bei 12 Stücken verhandelt.
Zum Schlusse theile ich den Lesern einen Auszug aus dem Schreiben eines gelehrten Freundes mit und bitte Jedermann, der sich für Sammlungen von Volkssagen, Volksliedern, Sprichwörtern, Inschriften und was sonst dahin gehört, interessirt, um gütige Mittheilungen.
»Als einen schwachen Beweis, wie gern ich Ihr schönes, verdienstliches Vorhaben unterstützen möchte, sende ich Ihnen einliegendes Gedicht. Sollte es noch nicht in Ihrer Sammlung sein, so glaube ich, daß Sie es als einen Gewinn ansehen können.
»Die beste Fundgrube für dergleichen Sachen, _=wie sie im Munde des Volkes leben= und das ist die Hauptsache_, sind unsere Spinnstuben. Diese würde man am besten ausbeuten können, wenn Prediger, Schulmänner, Förster etc. auf dem Lande diesen oder jenen verständigen Bauern, dessen Schulbildung etwas über das Gewöhnliche hinausginge, für die Sache interessiren und gewinnen könnten.
»Da diese Lieder meistens gesungen werden, auch in der Regel durch characteristische Melodieen sich auszeichnen, so wäre es gewiß sehr interessant, diese soviel möglich mittheilen zu können. Der Bauer müßte sich dazu verstehen, das Lied, oder das Mährchen aufzuschreiben, so gut er's kann, gleichviel ob vollständig oder mangelhaft. Hat man nur erst Schwarz auf Weiß, dann läßt sich der Sache leichter nachspüren; eben so auch den verschiedenen Lesarten. Wir haben im Volke einige Melodieen, die unbedingt den schönsten des südlichen Frankreichs und des schottischen Hochlandes an die Seite gestellt werden können.
»Im Osnabrückschen lebt im Munde des Volks eine Ballade, welche anfängt:
»»Et rees'de 'n Junker wual uäwer den Rhin, »»Na eenes Graafen Schwesterlin; etc. (darin kommt vor:) »»Ick wickle di hen, ick wickle di hier »»Un wickle di nu un nimmermehr. (und endigt sich:) »»Dem Brooer folgede Rawengesank, »»Der Süster folgede Klockenklank; »»Dem Brooer folg'den de Raawen nau, »»Der Süster folg'den de Schöölers nau.
»Man sieht aus den Bruchstücken, wie vielversprechend das Ganze ist, das ich leider nicht vollständig habe auftreiben können.«
Den Freunden, welche mir auf meine in verschiedenen Nummern der Osnabrückschen Anzeigen vom Jahre 1842 enthaltene Bitten so manche schätzenswerthe Beiträge bereits zusandten, statte ich meinen verbindlichsten Dank ab und hoffe, daß dieselben fortfahren werden, mich mit ferneren Mittheilungen zu erfreuen. Abers ji Antkevaars un Bessemöörs, vertellet, wann ji innehööen miötet, of süß nich recht mehr kummfaart kiönet, den Kinnern dach af un an wat van de aulen Määrkes un Dööntkes, de ji van juue Antkeaulen hier na wietet, un ji fründlicken Buurenwichter, singet den Jungens achter'n Spinnraae un in de Wuörkekaamern dach manngsens söcke aule Leederkes vor; de schriiwet se dann up un schicket se mi, as ick wual wisse weet, geeren to, dat ick se drücken lauten un Jedereene se d'rnau auck liäsen un van buuten leeren kiöne, dat se nich heel verluaren gaaet un Kinnerskinner 'r auck na Geneet van hebben un'r van nauseggen kiönet. De mi Söckes toschicket, 't si auck wat't si, schall vorwahr auck fründlick van mi bedanket sien un' n Küßhändken to hebben.
Anmerkungen zur Transkription:
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