Plattdeutsche Briefe, Erzählungen und Gedichte mit besonderer Rücksicht auf Sprichwörter und eigenthümliche Redensarten des Landvolks in Westphalen

Part 13

Chapter 133,815 wordsPublic domain

In der Tiidt as de lesten Franzoosen uut Hamborg aftröcken, was ick Adgedante bi'n Platzkummedanten to Ossenbrügge, den gooen aulen Obersten v. D., de in siinen jungen Jahren de Welt auck sau wat ümme de Ahren schlaagen harr un nu as Kummedante up 'r schmööen[6] Liiftucht satt. Eenes Daages kwam 'r 'ne Riige K'rnoonen un Pulwerwaagens, de nich in der Stadt bliiwen droften un 'ne Verrelstunne buutens der Paarten trecken mosten. De Kummedante woll de uut allen Lännern tohaupe haalden fransken K'rnoonen bekiiken un ick un de däg'lke Or'nanz mosten miie; dann he höölt streff un faste bi den aulen Trante un gönk nich'n Trett in der Muldeerunge uut'n Huuse, of de Or'nanz moste achter em an, un wann 't auck man in't neigeste Nauberhuus, of na'n Klubb was. As wi uut'r Stadt wöören, tratt de Or'nanz met jeddern Trette hällekens[7] 'n Lütk rüümer uut, dat he't baule wünn, dat he met us in eener Riige gönk, dann he was niisgierig un woll to siiner Belehrunge auck wual geeren lustern, wat wi us 'n anner van de Ümmestände, de wi bekiiken göngen, to vertellen harren. As de Oberste dat mierkede, fröög he 'ne: Was ist er? »'n Kleidermacher,« anwerde der verfehrde S'ldaute. So, so, siä de Oberste, also ein Schneider nach meiner Mundart; ich weiß es wohl, daß die gern vornehm thun und es lieben, sich über ihren Stand zu erheben; da er aber jetzt gemeiner Soldat ist und nicht bei seiner Nadel und seinen Mitgesellen, so bleibt er reglementsmäßig sechs Schritte hinter uns. Verstanden?.. Dat harr he wiege un most'r sick in e giewen, af he gliik wual bi sick denken mogte, »_Hauffarth mot Twank liien_;« man mi duchte faarts, uut den Keerl scholl na wual wat weeren, dann'r sitte dach 'ne haugstriiwske Natuur inne.

De Schniider regeerde sick auck nütte goot un bedachte den Spriöke:

»Hest 't man eerst bes to 'n Kapraul e bracht, Stehst 'e up'r Treppen to'r häug'sten Macht. --«

un bi siiner Anstelligheet hölp he sick auck wenner sau faart, dat he baule bes to 'n Schersanten upsteig.

[1] _Hartegelag_: Herzeleid.

[2] _nett_: eben.

[3] _Putze_: Spaß, Posse.

[4] _Laaken_: Tuch.

[5] _tämmt_: brüstet.

[6] _schmööen_: gemächlichen.

[7] _hällekens_: unvermerkt.

Bekümmernisse un Traust der Schniiders.

'n Schniider, de auck up siine Wiise aart[1] schriftgeleert was, un af un an in der Uulenflucht de Schnüüfkenniäsen wual es in Bööker, Zeitungen un't Pariiser Moode Journal stöök un't herneigest achter der blanken Scheeren wiider versimmeleerde, harr up siiner Kaamern 'ne Afbeldunge Sünte Peters, des Hiemelspäärtners hangen, daar schreif he unner:

Sintdeß se met'r Haagenschiär'[2], Beschnii't de Schriften un de Leer', Darmet de Welt nich to geleert Un de Bööker nich to dicke weer't, -- Un alle Mauten krempet in, Is up'r Welt nich mehr goot sien; Drüm kehr' ick aarme Schniiderken Miin Harte na den Hiemel hen, Daar schiöl't, na allen Augenschien, -- Na wual de aulen Mooden sien; Dann Petrus drägt na jüst sau'n Kleid, As ehrdaags un van Ewigkeit, Van achter[3] ruum, un auck van vüür[4] In Faulen; -- siinen Casimir. -- In'n Hiemel ding't s' auck wual nich sehr Up eene Iäle minn of mehr; Bruukt se to saunen Rock twuälf Stock[5], Is een' vor 'n Meister Ziegenbock; Daar kann me na 'n eerlick Mann Bi sien, un sülw'st wat trecken an.

[1] _aart_: einigermaaßen.

[2] _Haagenschiäre_: Heckenscheere.

[3] _achter_: hinten.

[4] _vüür_: vorn.

[5] _Stock_: Elle.

Trügge Schütt[1]![2] d. i. Berichtigung.

In der eersten Nummer der »Erholungsstunden« van düssen Jahre liäse wi 'ne Legende[3] met der Uäwerschrift: »_de Bestor to Achelrien_,« de up düsse Gemeente abers nich n liiket[4].

De evangeel'ske Kierkengemeente to Bistrup (Bissendorff) is unner der Regeerunge des Biskups Franz Wilhelm stiftet wooren, un scholl in Folge der ümmerwährenden Capitulation den Katholiken de Kierke to Bistrup, den Evangeel'sken daar 'n tiigen de Kapelle to Stockum in e rüümet weeren. Wiilen abers de v. Wenge un v. Fullen to Stockum den Evangeeel'sken de Kapelle nich uutkeeren wollen, de auck to lütk was, sau wöörd düssen verstaadet, to'r Achelrieen, tüsken Bistrup un Stockum, up Markengründen, de to düssen Behoef deels an e kaft, deels schonken, deels uut e tuusket wöören, ene nigge Kierke, Pastoraut un Kösterigge up eere eegenen Kösten to bowwen. Eerst wöörd'r vor 'n Nautbehelp 'ne lütke Kapelle up e richtet un to Anfange des 18den Jahrhunderts, unner der Regeerunge des Förstbiskups Eernst August ~II.~, de jetzige schäune Kierke bowwet.

Et is nowwe nautowiisen, dat to'r Achelrieen bes up'n hüütigen Dag man teggen P'stööre wiesen sind, nämlick:

1. Christoph Wöbeking[A], van 1628 bes 1688; de siiner lütken Heerde in den Verfolgungsjahren van 1628 bes 1631 dat Waart des Heeren 's Nachts in Wäldern un Feldern trüülicke verkündigede, wat auck unner siiner Afbeldunge, de in der Kierken bi'n Preddigestoole hänkt, to liäsen is.

2. Hermann Christian Wöbeking, (des eersten Suöhne) van 1688-1708.

3. Christoph Heinrich Dunker, van 1709-1711. (daarup was'r 'ne sessjährige Vacanz).

4. Heinrich Gottfried Braune, 1717.

5. Friedrich Heinrich Henzen, van 1718-1731. (dankede friiwillig af.)

6. Hermann Heinrich Sextro, van 1731-1746. Düsse Heere wöörd den 7den September 1746 bi hellen Daage in der Pastoraut van eenen dungenen Meuchelmäärner daut e schuaten, wat auck up eenen in der Kierken bi'n Altaare up e richteden Denksteene to liäsen is.

7. Johann Heye[B], van 1747-1791.

8. Heinrich Wilhelm Lyra[C], van 1792--1806.

9. Gottlieb Leberecht Schledehaus, van 1807--1821.

10. Joh. Arn. Christ. Heinr. Varenhorst, sint 1818 Cooperator, un na den Afliewen des Vorgaunden, P'stoor bes up den hüütigen Dag; man daar is nich eene manken, de met'n Draakel, of met'n ††† in'n Bunde staun, of en ichtens wat to danken hatt harre. Auck sind düsse Heerens alltohaupe met Uutnahme des 6ten[D] un des Lesten, de nau in'n Liewen is, eenes sanft un siäligen natüürlicken Daaes stuorwen.

De Legende passet deswiegen nich up de Achelrieesken P'stöörs.

[1] _'n Schütt_: ein junges Rind.

[2] _Trügge Schütt_: (Sprichw.) Zurück du Rindvieh; ~retrocede~.

[3] Die Legende lautete folgendermaaßen: »_De Bestor to Achelrien_.« Et was der eenmal en Bestor in Achelrien, de was man ganz arm, as he nach Achelrien henkam. Aber dat dürde nich lange, da wörd he mechtige riek. Dat kam sau. He stellde des Dönnerdaages Aubens enen Pott up dat Für unner den Schattsteen -- aber nich anners, as des Donnersdaages Aubens --, un det annern Muarens was de Pott ganz vull Gold. Dat schall em en fürger Drakel bracht hebben, de des Nachts ganz schlie, schlie dür den Schattsteen kweim, un ut sienen Halse dat Gold in den Pott spiede. Ens woll de Bestor et sehn, wau de Drakel dat makede, un he keik dür de Stuabendür. Dat sag aber de Drakel, un spiede em twee glöönige Kugeln in de Bost. De Lüe fünen em det annern Muarens daut in de Stuaben liggen, un em was dat Knick bruaken.

Wie die Erzählung selbst, sind auch die Construction und Orthographie falsch. Ich würde etwa so geschrieben haben:

'r was es'n P'stoor to'r Achelrieen, de was bloodske aarm, as he na'r Achelrieen kwam; man et duurde nich lange, dat he mächtige riik wöörd. Dat schall sau togaunen sien: He settede's Dönnerdaages Auwends 'n Pott up't Füürheerd unner'n Schattsteen, -- man, wual to begriipen, schlichtens's Dönnerdaages Auwends --, dann was's annern Muarens de Pott heel vull van Golde. Dat schall em 'n füürig Draakel e bracht (todriegen) hebben, de's Nachtens ganz schliie, schliie düür den Schattsteen kwam, un dat Gold uut siinen Halse in den Pott spiggede. Ens woll de P'stoor auck es seh'n, wo de Draakel dat bedriewe un keik düür de Stuawendüüre. Man de Draakel saug et un spiggede em twee glöönige Kuugeln in de Bost. Des annern Muarens fäunen de Lüüe den P'stooren daut in'r Stuawen liggen; dat Knick was em awe.

[4] _liiket_: paßt, zutrifft.

[5] _niederträchtigen_: herablassenden.

[6] _allerwelts-fründlicken_: gegen Jedermann freundlichen.

[A] ~fundator et pastor prim. ecclesiae A. C. Bissendorpensis.~

[B] De P'stoor Heye was eene van de aulen niederträchtigen[5], allerwelts-fründlicken[6] Schnackegeeren, daar se na maanig Dööntken van to vertellen wietet.

Een's Uänerns lag he es in Hiemdsmowwen up'r Schrautdüüren, as'r jüst 'n wacker Lüüt vorbi kwam, dat 'ne Ziegen in'n Stricke achter sick an tröck.

Tri-M'ri-Liesken, fröög he, waar biste met diiner Ziegen hen e wiesen? Na'n Bucke, Heere, siä et. Wat hest du daarvor uutdoonen most, fröög de P'stoor wiider. 'n halwen Oortsdaaler, siä dat Wicht. Ei, vor'n Düüwel, dat is je wual 'ne lästerlicke Bedreegerigge, mende de P'stoor; wann wi met uuser grauten Koh na'n Bullen leeet, dat kostet je man achteggen Penn'ge, wo kann dat Bücken dann 'n halwen Oortsdaaler geelen? Dat kann wual sienen, siä dat Lüüt, man up de Aart Saaken versteht he sick, ducht mi, wual nich allstobiister, Heere; düt is auck 'ne fiinere Aarbeit.

[C] Mein Vater.

[D] _Sextro_ wurde, wie vorbemerkt, meuchlerisch erschossen.

Emancipation der Wiiwer.

Mi is'n Oort bekannt, daar vor'n Stiige Jahren baule alle Bedeenungen in Fruuslüüe Händen wöören, un't gönk, de Dokter schmiite! sau goot as'r to[1].

De Amtsbuaae was'n Fruusminske un hedde Buaaen-Engel. De Baartputzer was'n Lüüt; et dröög siine Waarmwaaterbüssen un de annern Reetskuppen unner der Schlippen un schrappede Eene den Baart vorwahr bedierwer af, as wual mannig geleert Baartschräpper, un hedde Putz-Katrine. De Breefdrieger un Daaenbidder was'n Fruusminske un hedde Elsebeen. De Kuulengriäwer[2] was'n aunmächtigen Spucht un harr'n Uuthelper, dat was siine Fruwwe. De Amtsfüürbööter was'n Fruusminske un hedde Rudolphiske, un de aule Beckerske was Baaemoor un Wuöstestöpperske togliik un verstönd eer Handwierk in allen Deelen sau goot as ichtens Eene. De Nachtwiäker was stuorwen un harr'n junk Wiif naulauten, dat'ne Tiidtlank na des Mannes Daae den Denst versaug. Man as't kort'r nau wier friggede, most't de Bedeenunge upgiewen; dann de junge Keerl woll's Nachts nich alleine in'n Bedde liggen un mogte auck wual bange sienen, dat de Wahrwulf se es to packen kreige un in't Been beite.

Ick hewwe vor'n Düssen auck 'ne Fruwwe kinnet, de met allerhande Iisenwaare handelde, un eere Geschäftsreesen alle veer Jahrstiien sülwenst maakede. Dat dää se to Pierde af, daar se sick nich't Minnste ümme Gaddes Wier af Unnewier bi kümmerde; dann't was'n rechten Draguuner un konn ju dat rechte Been jüst sau goot uäwer den haugen Mantelsack schlaunen, as de beste lanksplietene Gar'rüüter.

Un waviele hebb't'r sick nich auck in'n lesten Kriige met herümme katzebalget? Allen Respect vor de!..

Kurzum, de Wiiwer sind begriipsamer van Natuur as'n de inbellsken, verbolgenen Männer geeren togestönnen.

Unner de Saake deelet se't sülweste Geschick met de aarmen verfolgeden Juden, de na miiner Meenunge jüst sau goot van uusen leewen Herrngatt to Gnaaden beroopen un schlichtens daarümme vor leiger gellet un leiger sien müüget, wiilens se van je hier van de Kristen bedrücket, un sau e stellet wiesen sind, dat se sick stännig 't Leigste in te Mööte to sehnen hatt hebbet, un dat settet uäwerall leige Bloot ... De Wiiwer hebb't vorwahr wual to mehr Geschick, as to fittken un to fiägen, wann wi misgünnigen Mannslüüe se'r man bifälliger met gewehren lauten un vull vor ansehnen wollen; se willt vorwahr wual tiigen us an striiwen un ankeffen un hebb't us van aulen Tiien hier al wual in vielen Deelen mehr up'n Stock doonen un to raaen un to verknuusen upgiewen konnt, as us lüstede un leef was; deswiegen segge mi es Eene, dat se nich vullenkuomen riip to'r Emancipation e sieen.

* * * * *

Wiiwer un Gäuse hebb't eeren eegenen Kopp; se richtet almangsens wat uut, dat de Düüwel sick nich getrüwwet.

(_Sprw._)

[1] _sau goot as'r to_: sehr gut.

[2] _Kuulengriäwer_: Todtengräber.

Pracher-Hauffarth.

'N'er bloodsk'aarmen Buurenfruwwe was de Mann af e stuorwen un se woll'ne dach auck geeren sau goot in der Daaenkisten upfliggen[1] as se ichtens konn. Se raakede eere aulen Klüngeln un Fudden uut'n eene un funßelde sick de besten Plünnen'r uut, man daar was leider Gattes nich Eeene manken, de'r graut e noog to was, dat se'r'n _ganz_ Hiemdekleid[2] vor eeren Siäligen uut to kriigen sag. Bi söcke Ümmestände helpet sick de Aarmoot'r miie, dat se man'n half Hiemdekleid torechte schniidert, dat den Liichnam in der Daaenkisten man blauts van Buawen to bedecket, unners[3] he van Achter to[4] naaket blift. Dat aarme Biedelwiif richtede't auck sau in un eer Siälige schall'r auck wual nett sau goot un gerüst ümme schlaupen bes de hiemelske Trumpette bläst, as wann he den fiinsten heelen[5] Daaenkittel an e kriigen harre.

's Sönndaages na der Bestaaunge[6] gönk de Wettfruwwe na'r Gatteskierken, daar de Heere jüst't Capittel van der Auferstehung der Todten vor harr. As de P'stoor up'n Stool[7] kwam un siine Schäupkes uäwerkeik, föllt em de Aulske, de van tovüüren[8] nich allsto kiärksk wiesen was[9], in'r Wiilen se nich allsto goot up'n Fööten was, dann se harr sint'n lesten Kraume de Duuren[10] an'n Beenen behaulen, un scholl auck wual met'n Sönndaagestüüge nich to biister[11] bestellt sienen, faarts in de Augen, un he fröggede sick, dat se sau andächtig un wehmödig up siine Wäärde lusterde, dat se'r an't Leste bi an to griinen fönk. Dat gönk den Heeren sau an't Harte, dat he as he in kwam faarts na der bedrööweden Leiddriägersken schickede un eer seggen lööt, se mogte em dach es tosprieken.

De Aulske, de wual mende, de P'stoor woll eer in eerer Aarmoot 'ne Frööde maaken un eer de Bestaaungesgebühren schenken, lööp saufaarts na'r Weeme[12]; man na Söckes wat, daar se an e dachte, schlöögen em alldach in 't Geheel de Audern nich, dann't was auck Eeene van de De, daar dat aule Gesegg up liiket[13]: Paapen Gierigkeit un Gattes Barmhartigkeit de duuret bes in Ewigkeit, un de sick daarvor dann auck allmanngsens de Ehrentiitels uutleggen lauten miötet. Dat raakede en abers wiider nich un wann he bi söcke Geliegenheeden de bedrööwesten Wehklagten lange noog met Gedult, as he siä, anelustert harr, was gemeeniglick siin leste Waart: Nöömet mi wo ji willt, un wann ji mi auck Pott heetet, man bliiwet mi met'n Liepel uut'n Meese, segg'k ju!

As he se vor sick lööt, sprack he se fründlick an un siä: Liebe Frau, aus eurer Andacht und sichtbaren Betrübniß habe ich zu meiner größten Freude wahrgenommen, daß ihr euern verstorbenen Mann doch recht lieb gehabt haben müßet und daß euch sein Hinscheiden in große Kümmerniß versetzt. Betrübt euch ferner nicht; es war Gottes Fügung und sein Wille. Ihm ist jetzt wohl in den Wohnungen der Seligen, wo kein Schmerz und keine Trübsal ihn mehr treffen. So arm er hier auch war, so reich wird Gott ihn dort machen, denn er war ein frommer Christ. Ich hoffe, daß meine heutige Predigt euch Trost und Beruhigung gewährt haben werde. Wenn die Seligen dereinst erwachen, werdet ihr ihn da wiederfinden, wo das verlockende irdische Traumbild, der wahre lautere _Communismus_ verwirklicht und wir Alle gleich sein werden; u. s. w.

Dat was't jüst, entmodde em de Aulske, wat mi sau an't Harte beit, dat dat wual nich sau uutkuomen schall; dann wann miin siälge Jürgen nur siiner Kuulen wier vor'n Dag kümmt un heft man 'n half Hiemdekleid anne un de Kohklittesken, de dach wual iewen sau aarm sienen mag as icke, eer Joost'r met'n heelen uutkrupt, wat willt dann de Lüüe wual seggen. Ick mot mi baule daut schiämen, wann'k'r an denke; man wann mi uuse Herrgatt 't Liiwent sau lange günnen scholl un ick 'n dann met miine lammen Schuacken[14] man ichtens to packen kriigen kann, will'k em dach sachte in't Ahr flispern: Jürgen, sabaule du in'n Hiemel kümmst, daar wual al Viel uuser Aart Lüüe sienen schiölet un se di, wann't wahr is, wat uuse Heer P'stoor mi'n Sönndaage na diiner Bestaaunge siä: »_Aarm odder riik, in'n Hiemel is Alles gliik_,« -- un daar harr he sa'n niggelk Waart bi, dat na miinen Begriepe up Platt wual saviel heeten scholl as: »_Kumm un ett met us_« -- dann auck an'n Disk roopet, dann doo di man fründlick bedanken un segge du harrest Liifpiine un mogtest van Daage Nicks, ick will di dann in uusen eeren'n Hengelspotte, unnern Füürdooke wual stillkens wat to schulken[15] dat du nich verschmachtest; man den Schimp doo mi dach nich an, segg'k di, dat se sehet, dat du man 'n half Hiemdekleid anne hest. Du bist je all' siin Liewe 'n klooken Fent e wiesen un hest di jümmeran na wual to dreggen wüst, ick rieke met Gatt, du läst di daar buawen auck nich heel verblüffen; schliik di man all' in eene hen sau donne as du ichtens kannst met 'n Rüggen an de Müüren hier un wann se di segget, dat du Halt maaken schast, bliif'r dach met'n naakeden Meese faste anne staunen un dregge di man nich; dann schall'r met Gatt nin Minske wat van mierken, dat du man'n half Hiemdekleid anne hest un van achter to naaked bist; uuse leewe Herrgatt un siine Ümmelööpers mogden süß man ganz töörensk weeren un jaagen di'r stump uut; dann du weest wisse na wual uut'n Kinnerleersjahren, dat'r schriiwen steht: wel nin hachtiid'lk Kleid anne heft, de mag daar nich kuomen.

De P'stoor schleik sick hällekens van dannen, dann he woll der aulen Saabeltriine siin Lachen nich sehn lauten. Man ick segge: dat mag me wual Pracherhauffarth, of »_praule wi nich miie, sin wi aarme Lüüe_« heeten.

[1] _upfliggen_: ausstaffiren.

[2] _Hiemdekleid_: Todtenhemde.

[3] _unners_: während, indeß.

[4] _van Achter to_: hinten.

[5] _heelen_: ganzen, vollständigen.

[6] _Bestaaunge_: Beerdigung.

[7] _Stool_: Kanzel.

[8] _van tovüüren_: sonst.

[9] _nich allsto kiärks wiesen was_: eben keine fleißige Kirchenbesucherin gewesen war.

[10] _Duuren_: Adergeschwülste.

[11] _nich to biister_: nicht sonderlich.

[12] _Weeme_: Pfarrerei, Wedum.

[13] _liiket_: zutrifft.

[14] _Schuaken_: Schenkel.

[15] _to schulken_: heimlich zu tragen.

Se sind sau dumm nich mehr.

Wual ehrdaages kreigen wi faaken to häären, Dat de Schöppenstiäer dwaasige[1] Lüüe wöören, Man is'r eerst Eene en paarmal uptuagen[2], Gliiks werd'r auck allfaartan[3] en Huupen toluagen.

Dach upstunds werd mählick[4] de Minskheet wat klööker Dat dooet de gooen Lehrmesters un Bööker, De uäwerall wanket[5] un allwerts inkehret Un Aulen un Jungen de Wietenskup lehret.

Sintdessen passeer't daar auck diig're[6] Geschichten[7]; Ick will ju van Daage man Eene berichten, Dann schiöl' ji dach seggen, dat harr'k nich e ment, Dat's' in Schöppenstädt sauwiet al raaket[8] send.

Wann me dat van'n Windbüül vertellen häärde, Scholl me meenen dat't auch wual sau'n Daamelschnack[9] wööre; Dach is et verweums[10] un wahrhaftig e scheenen, Miin Suöh'n heft't met eegenen Augen ansehnen[A].

»Een Buur harr sess Gäuse, de woll he sick fetten[11], Drüm lööt he se in siinen Gausestall setten, Dann woll he se schlachten un räukern un salten Un ankuomen Winter den Kaul 'r met schmalten.

Se wöören nagraae al nett in 'n Tuage[12], Süh daar harr't den Buuren alldach[13] baul' bedruagen Un wöör' em apartige leig'r[14] met gaunen, Harr he'r nin vernüftiget Insehn to daunen.

Een's Auwends siä d'Aulske: Ann'-M'rigge-Cathrine, Wann du de Kohbeester hest foort un de Schwiine, Dann gif auck den Gäusen wat in eeren Trag, Uut'r ächtersten Balgen[15], dat weest du dach.

Man neffens[16] der Balgen, bi'n Waskelsteene[17], Daar stönd nau 'ne andre, dat was jüst sau eene, Darin harren se Kliggen[18] un Brannewiensdrank Vor de Fierken-Suuge[19] tosett't[20], dann de was krank.

Des Naubers Jan-Hinnerk stönd achter[21] der Düüren, De harr wat met Anne-M'ri-Triine to küüren[22]; Se schnack'den en Präusken[23] van düt un van dat, Met des greip dat Lüüt[24] in et unrechte Fatt.

De Gäuse de lööten't sick nütte goot[25] schmecken, Man baul' föngen s'an sick in'n Ströggsel to strecken, Se tück'den[26] of wegg'den[27] nich Kopp un nich Been, Dann se wöören verrecket, dat konn' me wual sehn. --

Et sprünk wier na'n Driibeen[28] un tröck siine Fissen[29], Man Mooder de lüünsk'de[30] un fönk an to gissen[31] Un konn sick nich biergen vor Niggelaut[32] un Niid, Dann se dacht' manchs[33] nau geeren der aulen Tiid.

Wat woll di Jan-Hinnerk, ick konn't nich verstaunen? De scholl mi de afschliet'nen Holsk'[34] wier upklaunen[35]. Föllt'r nich auck sau'n Käärn van Sünt-Annen bito[36]? Tüs[37], hööt di vor de Jungens, et is na to froh!

Dat Lüüt harr's Muarens de Diösken toreet[38]. Un'n uutspier'gen[39] Namiddag Brauddeege[40] kniäet, Daarvan was et möö, 't konn Nicks mehr beschicken Un fönk achter'n Wocken[41] all'batt[42] an to nicken.

Un haujahnd'[43], un söcht'de[44]: O Jees, wat bin'k mööe! Na'n Bedde gaun wöör' wual't Beste wat'k dääe; Wat meene ji, Mooder, mogt' ick wual faarts[45] gaunen? Dann konn'k Muaren froh saviel ehr wier upstaunen.

De Aulske siä: Jau Lüüt, 't schleit wiss'[46] gliiks niigen, Du magst wual voran gaun, ick hebb'r Nicks tiigen; Dach kiek eerst na ens na de Kögge un Schwiine, Dann bist'e auck goot ... Gooe Nacht, Ann'-M'ri-Triine!

De Kögge un Schwiine de harr'n eer Genöögen, Man bi den sess Gäusen daar gaf't wat to schwöögen[47]: Wi bloodsk'aarmen Kinner, wau kuom' wi to Maute[48]! O Jees-M'rigge-Joseph, de Gäuse sind daute. --

Dat gönk uuser Aulsken düür Marck un düür Knuacken, Se harr sick wual leewer de Haare uutluacken[49]; Hier is niine Hülpe mehr, schregg'de de Fruu, Wan kann't Een'n dach gaunen, wat maake wi nu?

Ach, Anne-M'ri-Triine, wann Vaader dat hääret, Dann sin wi unglückelck, dann werd he verkehret, Du weest wual, in'n Twiedunkeln nimmt he sick Eenen, Wo he us dann todrink't, dat miöte wi sehnen.

Dat Wicht siä: Ick will s'in'n Messe tokleggen[50], Dann schall'r nin Hahne of Hoon wier na kreggen, Dann kiön' wi je seggen, de Voss harr' se haalt Un wöör'r met ginten[51] to Bierge in dwaalt[52].

Dat gawwe[53] Bedenksel geföllt wual der Aulen, Dach woll se auck geeren de Fieren behaulen; Kumm to Lüüt, un spööt di[54], wi plückt' se eerst kahl Un dann schmiit' wi se achter'et Huus in'n Aal[55].

Met 'n Ümmesehn's harr'n se'r de Fieren afrieten Un de Gäuse na'r Riige in de Meßkuhlen schmieten; Dach harrt' eer de Schreck af dat Waater e daunen, De Daaen wöör'n baul' alle sess' wier upstaunen.

Un mööken sau'n unwiis Spektaakel d'r buuten. Dat de Huusheere upstönd un keik düür de Ruuten[56]: O Mooder, kumm kiek es, de Droos schla' mi daut, Daar stahet sess Gäuse splint'r naaked un blaut!

He harr'r nau nin Arg van, he harr nau nich spruaken: Wer Düüwel heft den wual de Fieren uutluacken? Stönd d'Aulske un M'ri-Triin' al bi em met Traunen Un siäen, se woll'n man faarts Allens gestaunen.

Geerd gaf sick up christlicke Wiise tofriäe Un uäwerlegd' 'et sanftmöödig un siäe: Schiöl't de naakeden Gäuse alldach nich verrecken Miöt' wi'n wual tohaupe en'n Uäwr'rock antrecken.

He lööp na'n Wandriiter[57] un haald'n End Laaken[58], Daar lööt he se Jacken un Bücksens[59] van maaken; Daar pattket[60] se nu met un riiret[61] un schrewwet[62], Bes dat s'eere eegne Muldeerung wier hewwet.«

[1] _dwaasige_: einfältige, närrische.

[2] _uptuagen_: aufgezogen.

[3] _allfaartan_: ferner.

[4] _mählick_: allmählich.

[5] _wanket_: umhergehen, anzutreffen.

[6] _diig're_: gedeihliche, vernünftige.

[7] _Geschichten_: Handlungen, Ereignisse.

[8] _raaket_: gekommen, vorgeschritten.

[9] _Daamelschnack_: Narrenschnack, Träumerei.

[10] _verweums_: fürwahr.

[11] _fetten_: fett machen, mästen.

[12] _in'n Tuage_: im Zuge, auf dem Wege.

[13] _alldach_: dennoch.

[14] _leige_: schlecht.

[15] _Uut'r ächtersten Balgen_: aus der hintersten Kufe, Zuber.

[16] _neffens_: neben.

[17] _Waskelsteen_: Gossenstein.

[18] _Kliggen_: Kleie.

[19] _Fierkensuuge_: Mutterschwein.