Part 10
[24] _Magsachten_: grobe Leinwandstücke, welche zur Ersparung von Tuch etc. an der Stelle in die Weiberröcke eingesetzt werden, wo die Schürze herüberhängt. Dies Wort hat sich aus der Redensart: »_dat mag't sachte doon_« das kann's wohl gut machen, wohl thun, gebildet.
[25] _Kniepe_: Taille.
[26] _Lowwen_: Krausen, Handkrausen.
[27] _Luurkenlack_: eine Öffnung im Camisole, in der Gegend der Brüste, um die Säuglinge bequemer anlegen zu können.
[28] _Böskes_: Brustlatze.
[29] _dat Kamsoolsfoor_: fig. die Brüste.
[30] _Fluötekrallen_: große Bernsteinperlen, welche die Flüsse ausziehen oder vertreiben sollen.
[31] _Hiermkenfelle_: Hermelin.
[32] _Füürdööker_: (nicht von _Feuer_ sondern von _vor_ abzuleiten) Schürzen.
[33] _Wentken_: schlechte leinene Überwurfröcke, zur Schonung der bessern.
[34] _Schlippen_: kleine Schürzen.
[35] _eerene Beckens_: irdene Näpfe.
[36] _de Denste_: die Dienstboten.
[37] _Möösken_: Suppe von Milch und Mehl.
[38] _Imb't_: Inbiß, Frühstück.
[39] _Raamenroot_: Rauchfangsruß.
[40] _balgschlächtig_: bauchschlägig, (Colik).
[41] _lankings Bücksen_: Nanquin-Hosen.
[42] _Präumkes_: Kautaback.
[43] _Karmielks-Waarmbeer_: Buttermilchsuppe.
[44] _Schmittsel_: Topfschwärze.
[45] _Bibäärigheeden_: Grimassen, üble Angewohnheiten.
[46] _bedrüüßelde_: betäubte.
[47] _triiseln_: rollen, kreiseln.
[48] _in 'n Dutte_: im Halbschlafe, Traume.
[49] _na'r Fissen_: nach der Schnur, nach Wunsch.
[50] _wuormäuterig_: wurmstichig.
[51] _blesset_: gezeichnet. So sagt man: _'n Baum blessen_: einen Baum auszeichnen.
[52] _Parremitenhelden_: Pyramidenhelden.
[53] _bedwelt_: verirrt.
[54] _Piik_: Mark.
[55] _weghoosten_: weghusten.
[56] _Sielen_: Siehlen, (Zuggeschirr der Pferde).
[57] _Jöcke un Sielen_: Joche und Siehlen.
[58] _Willebreewe_: Danksagungsschreiben, Zeugnisse.
[59] _de Niggelaut_: das Neue, der Glanz der Neuheit.
[60] _hierriätern_: herrasseln, herschnacken.
[61] _mannigen Breef T'back_: manches Packet Taback.
[62] _gäpsvullswiise_: was man in beiden offen gegen einander gelegten Händen halten kann.
[63] _an'n Knappe_: am Haken.
[64] _'n Äumerken_: ein kleines Fünkchen.
[65] _fliggen_: hervorsuchen.
[66] _'n Käären letten_: ein wenig warten.
[67] _jeewe_: reichlich, völlig.
[68] _fläige_: feige, nachgiebig, kleinmüthig.
[69] _Iärften_: Erbsen.
[70] _Gnawwels_: von _gnagen_: nagen. So nannten unsere Soldaten den harten Schiffszwieback.
[71] _geesigen_: blassen, schwächlich aussehenden.
[72] _Kuusen_: Backenzähne.
[73] _Schmachtrüüens_: ausgehungerte Hunde.
[74] _gneeseden_: grinseten.
[75] _Bäär_: Eber.
[76] _Eene_: Jemand, Jedermann.
[77] _ault' Mass_: altes Moos.
[78] _en_: ihnen.
[79] _wat_: einige.
[80] _doste_: durfte.
[81] _iilig_: eilig, mit Geschäften überhäuft; _de iilige Tiidt_: die Aerntezeit.
[82] _as 'r to_: als nur möglich.
[83] _Gedachten_: Gedanken.
[84] _un düt un dat'r wual wier in moste_: und Dies und Jenes als unrichtig wohl wieder zurückgenommen werden müßte.
[85] _Bäärbiiterigge_: Sauhetze.
[86] _gluursken_: lauernden, tückischen.
[87] _met Leiwe_: mit Ruhe.
[88] _Füürbööter_: Einheitzer.
[89] _sünner Wierkiiken_: ohne daß man sich darnach umzusehen hat.
[90] _Bollen_: Keulen.
[91] _ree_: fertig.
[92] _toreet_: bereitet.
[93] _Kunfertanßigge_: ~Confortantia.~
[94] _Düügte_: Tugend, Tüchtigkeit.
[95] _verschüttket_: verschüttet, verloren.
[96] _van doon'n hebbet_: nöthig haben.
[97] _riigen_: ordnen, fügen.
[98] _striiwsken_: bestrebsamen.
[99] _achter'n Gluurbuske_: im Hinterhalte, auf der Lauer.
[100] _Schlüürtuffeln_: Schlurren.
[101] _bi'n Flässen_: bei der Flachsbereitung.
[102] _Schliitelwierk_: was zum eigenen Gebrauch, Verschleiß, bestimmt ist.
[103] _verschliiten_: gebrauchen, verwenden.
[104] _'n Knitzken_: ein Wenig.
[105] _de Schwollst_: die Geschwulst, das Anschwellen, der Andrang.
[106] _Bistrup_: Bissendorf.
[107] _'n Ittelke_: Einige.
[108] _Bruns'm_: Brunsmann.
[109] _Upstiäkerske_: Putzmacherin.
[110] _sittsamen_: sitzenden.
[111] _Maschiene_: hier Knipp- oder Kräusel-Maschine.
[112] _Wiepsen_: Wippen.
[113] _hüüte_: jetzt.
[114] _Anlaut_: Anschein, Aussicht.
[115] _Tostäuners_: ungefügige, unanstellige Menschen.
[116] _Bisselschillingstiär_: ein Fest, welches die Landleute von dem Ertrage der Conventional-Strafgelder für gegenseitig gepfändetes Weidevieh veranstalten.
[A] hüütiges Daages süht me se vorwahr auck wual al met krüllede Haare loopen. Wüst'n Buur vor'n Düssen auck wual wat van 'n Haarkläuwer? Nu mot'r in jeddern Duarpe to'm Minnsten een Kloddendokter sien, süß is't nich vullständig, un de Bedeenunge heft hen un wier de Köster bito.
[B] Düsser Daage höölt ick auck es Eenen vor, dat he dach leewer bi'r Piipen af bi'n Präumken bliiwen scholl; man de mende, wat daar wual graut's up to seggen wööre: Met de Segarren harr he't faarts duwwelt, an'n eenen Ende 't Präumken un an 'n annern den Damp. Daar konn 'k dach nich tiigen an ... 'T is de Welt! Allens man duwwelt up, eewelt[D] geht't alldach nich mehr. --
Futikant! de 't bieter wietet, Un alldach den Taback _friätet_.
[C] Das ist schon ein alter Erb-Schaden; denn Bartholomäus Ringwald sagt in seiner »_Lauteren Wahrheit_« (1585):
Ich lob die Pol'n in ihrer Zier, Die bleibn bei der alten Manier, Bekleiden sich nach Landesbrauch, Wie Türken und Musewiter auch. Aber die Leut im deutschen Land In Kleidung halten kein Bestand Daran man sie mit wahrem Grund, Wie andre Landschaft kennen kunnt; Sondern sie seind gleich wie die Affn, Nach Welschen und Franzosen gaffn, So wol nach Böhmen und dergleichen, Die ihrer Lande Gränz erreichen: Was die an Rüstung, Roß und Wagn Gebrauchen und am Leibe tragn, Das müssen Jungfrau, Mann und Knabn Auch allenthalben um sich habn. Mit welcher Tracht und losen Dingn Sie sich nur um die Heller bringn Und machen (wie mans wol erfindt), Daß alles Geld im Land verschwindt. Ja, wenn sie noch bei Einem bliebn Und nicht so leichten Wechsel triebn In Röcken, Wämsen, Stiefeln, Hut, So ging es hin und wär noch gut! Aber ehe denn man dargesicht, So wird was Neues aufgericht Darauf so fallen sie insgemein, Wie sollen sie denn vermüglich sein? Und weil die Kinder Israel, Mann, Weiber, Jungfrau und Gesell, Sich der verfluchten Hoffahrt fleißn, Gehn schwänzen und für Schminke gleißn, Darzu köstliche Schuh antragn, So wird sie Gott (das mag ich sagn) Mit Pestilenz darnieder schlagn Oder den Türken lassen plagn Oder wird ihre Marderschaubn[E], Gezogne Borten, Flitterhaubn Lan in die Schul der Jüden gehn, Daß sie darnach kein deutsch verstehn.
[D] _eewelt_: einfach.
[E] _Marderschauben_: Röcke mit Marderfell besetzt.
[F] Die »Herrenreste« ist 2 Stunden von Osnabrück entfernt und es führte ehemals ein sehr schlechter stets bergan steigender Weg dahin.
[G] Die Uhr, nebst daran hängendem Petschaft, dieses tapfern Pyramidenhelden, beide mit den demselben vom Kaiser Napoleon verliehenen Wappen -- ein aufrechtstehender Löwe, umgeben von 9 brennenden Granaten, in blauem Felde; im Ehrenschilde, rechts, ein Ehrendegen; Schilddecke, eine Krone; Einfassung, Decoration der Ehrenlegion -- versehen, sind mein wohlerworbenes Eigenthum, in welchem ich eine der interessantesten Reliquien des großen Schlachttages von Waterloo zu besitzen glaube.
[H] Der Bauer sagt nicht: de Schwalwe flügt düür de Luft; sondern.... schnitt (schneidet) düür de Luft.
[I] Met Vergnöögen heww' ick e häärt, dat sick hier un daar up'n Lande Vereine bildet, de dr'up afgaaet, dat se in Platz van den dünnen kattuunen Tüüge faartan nicks anners as Drücksel van sülwest tüügeden Linnen driägen willt. Dat is recht un nütte to luawen un se schiölet auck baule to der Insicht kuomen, dat se'r bieter anne dooet; dann söckes wat hält teggenmal länger, mag ick wual seggen, un 'n Jeddereene kann 't sick je auck sau fiin spinnen un wuörken as he will un 'r Musters und K'löre ganz na siinen Gefallen, sau bunt as'n Distelfinke, van 'n Drücker upsetten lauten: Mochten söcke Vereine uäwerall tohaupe triäen. _Alle Baate helpet_; un wat kleed un rekummedeert aparte 'n junk Wicht wual bieter as dat, daar 't van seggen kann, dat heww' ick mi sülwent toreet. Dann kann uuse Linnen auck wier in'n Priis kuomen un wann se fiin Drücksel hebben willt un miötet, leeret he bito auck wual fiiner un glattfiämiger Gaaren spinnen.
[J] Die Tage der Charwoche heißen: Palm'n Sönndag; Gooen Maundag; Schellen Dingsdag; Asker Middewieken, (auch wohl stille Gooensdag); grööne Dönnerdag; stillen Friidag; Pausk' Auwend.
Füfde Breef.
Ick hewwe al sint en Paar Jahren sau hier un daar herümme lunkahret un prachert[1], dat 'k geeren _aule plattdüütske Vertellsels, Luatel-Spriöke, Pundwäärde un Leeder_ hebben woll, _up't leeweste söcke, de se sick uut'n Gedächtnisse vertellet un van de gooen Aulen häärt hebbet_; man söckes wat kann me reefaarts al gaar nich lichtferrig mehr andriepen, dann de sind meestig auck na uut der aulen _Tiidt, as se sick de Niäsen na up de Mowwen wiskeden un de Düüwel na in der Piiken an 'n Leebande[2] gönk, un uuse leewe Herrgatt Heer un Mester was_, un de Aulen, de se van 'n Antkevaar af van de Bessemoor na wual häärt harren un wüßten, sind grätsten Deels daute un de 'r nau in'n Liiwen sind, müüget söckes wat wual nich to biister geeren up 't Papier bringen un wann se Eenen auck wual es wat tosegg't hebb't, _bliiwet se dach meestig bi eeren Wäärden as de Haase bi der Trummeln_; to'm Minnsten lautet se sick'r eerst elendige lange to näudigen: deels uut Oorsaaken dat se 't nich sau hennige bookstaweeren kiönet, deels halwens auck meenen müüget, me woll se 'r bi Geliegenheit es wat met ööwen. Man van söcken Lüüen bin ick nich; dessentwiegen bidde ick Ju, wann Ji Aart van söcke Dööntkes of Leeder wieten schollen, of uphäären konnen, dat Ji mi de Fründskup doonen mogten, Allens wat man ichtens daarvan to kriigen is, 't sii kort of lank, reggen un zierlick of unnüüsel un eesk[3], vor mi uptoraagen; _dann de geleerden Niggeläute[4] willt't jüstemente geeren =sau butt un platt= hewwen, as 't de Lüüe unner sick natüürlick un gemeen hen to sprieken plieget_. Dann werd't Aarigste[5] un Deftigste 'r uut e sogt un na Berlin in de Bookdrückerigge schicket, daar se alle _Völkerstimmen_ nau maaket, un wat'r dann van afdrücket werd, kiöne Ji un Juue Kinner un Kinnes-Kinner na vielen Jahren dann auck na wual es to liäsen kriigen.
Elendige leef scholl 't mi siinen, wann Ji mi an en ault Leed helpen konnen, dat ick in miinen jungen Jahren faaken singen häärt hebbe, man nu nich mehr tohaupe kriigen kann. Et was 'n Spottleed up 'n verleiweden Junker, de achter'n wackern Buurenwiiwe hier was, un wann he wüßte, dat de Buur up 'n Feile dagwierkede, na der jungen Fruwwen schleik. Man de Buur mierkede antleste Müüse un drööp 'n es unvermoodlick an. He fröög en, wo he to düsser Daagestiidt to der Ehre keime un wat siines Sinnes wööre? Da anwerde em de verfehrde[6] Junker met'n Muttse[7]:
»Ick woll Juuer Fruwwen 'n Leedken leeren »Un eer't 'n paarmal uäwerhäären, etc.«
Man de Baur fackelde nich lange un siä:
»Wost du miinen Wiiwe wat Nigges leeren? etc.«
un
»Dau nam de Baur dat Giewelspet »Un schlöög den Juncker, dat he etc.«
Et is mi eegentlick man ümme dat _Giewelspet_ to doonen, dann de Geleerden hebb't sick'r al lange de Köppe uäwer terbruaken un kiönet 'r nau bes up'n hüütigen Dag nich recht achter raaken, wat'n Giewelspet wual vor'n Dink si. De Eene ment 't si en Nauthaaken, de Andre hält 't vor' ne Fleeskgaffel, de Drüdde vor ne Schattfuarke[8], of sau'n Aart Dink, un lestens mende vorwahr sau gaar Eene, et konn wual de Geck[9] buawen up'n vörnsten Giewel sien. Man antleste heft 'r in 't Geheel na wual nich Eene Recht van; dann na miinen Gissen[10] most't dach wual sau 'n hennig Dingent siin, dat den Buuren faarts to'n Griepe leig of stönd un dat dooet de Nauthaaken, Fleeskgaffeln un söcke Reetskuppen insgemeen, un aparte de Geck up'n Faste[11] nich.
Ick, vor miin Part, rieke, dat 't de iiserne Fleeskfuarke sien miöte, daar se dat Fleesk in'n Kietel met ümmedregget un dat se an'n Längehaule[12] hangen hebbet.
Wann ick dat Leed man harre, dann kweime ick'r vellichte düür den T'saamenhank un Waartsinn na wual achter[A].
Dat was gistern Auwend dann dach 'n grüwwelsk Unnewier[13]. Harren de aarmen Steertenbrincks Kuatenlüüe[14] dach man uut der rechten Huuspostillen biäet, dann harr uuse Herrgatt se wual sau nich bedrööwet un 't wööre in den Kuaten wual nich in e schlaagen. Leider weet ick den Tiitel man nich nowwe, süß schollen Ji Ju dat Book dach auck anschaffen, dann se haulet'r vor, dat't 'n unfehlsamen Wiirbiete[15] sii, daar se up wat Stiien mehr up uutdooet, as up al ander Hilligedom[16].
To Jahr[17] um düsse Tiidt was'r wisse auck sa'n staark Grummelwier, dat't lüchtede un kniäterde, as wann de Welt vergaunen scholl. Kort'r nau kwam ick bi Schiäwentruppe vorbi. Paarten-Klaus[18] stönd jüst met'r Siekeln[19] an'n Huusgraawen un woll'n bieten Gress vor de Ziegen schniien. Ick baut em 'n gooen Dag un fröög'n, af he lest Auwends bi den gefährlicken Unnewiere auck bange wiesen wööre. Je-nei[20], siä he, bange bin 'k sau baule jüst nich, man des Auwends gönkt'r dach hellske hart un eesig[21] hier un raakede mi alldach sau wat an 't Gemööte, dat ick dach Aart in't Freesen[22] un up fromme Gedachten kwam. Wodann? fröög ick. Dau siä he: t' is bi us de Bruuk, dat, wann 'r 'n Grummelschuur[23] upstigt un 't sau misfährlick lüchtet[24], as 't dautomaulen dää, de Kinner de aulen Huusp'stillen vor de Niäsen kriigen un 'r 'n nütte[25] Gebät uut liäsen miötet. Nu was 't 'n Sööken un Schwöögen[26] in'n Huuse, dat se de rööteriggen[27] P'stillen nich e fiinen konnen, dat ick antleste fröög: M'ri-Triine, waar he ji se dann hen e drawwelt? Dat anwerde mi ganz verbaaselt: Klaus, nu fällt mi't wier in, se liggt in der Kierken. Dau siä 'k, dann nimm't Gesankbook man; man dat harr't Lüüt in der Schoole liggen lauten un dau was'r anners nin Raut, as dat wie us met'n himmelsken Wegwiiser behelpen mosten.
As se'r nu'n Paar Verske hierrietert harren, de nich allstobiister lank un auck jüst wual nich hauptsächlik up de Saake in e richtet wören, un de Kniäterigge[28] an 'n Hiäwen[29] na nich naulauten woll, fönk uuse Aulske antleste an, 'r 'n half Stiige Au-M'rigge[30] un 'n Vater Unser achter nau to muormeln; man dau wöörd ick di sau töörnsk in der Platten, dat 'k mi nich biergen konn, un siä: Du menst wual, uuse Herrgatt si'n aulen Joost-Hierm. Af du dat 'r hier schnaaterst, af hoostest'r vor, dat is'r liike nau[31]; dann daar steht je nich'n Tittelken van'n Unnewiere inne. Wann wi de P'stillen nich n hebbet, is 't dach alle man vergiiflicke Saabeligge, daar uuse Herrgatt wual nich es 't Bitterste na lustert; un dau moste 't Lüüt düür 't rööklause Wier, dann 't riegnede as wann 't met Maulen gäut, dat'r wual ne Sündfloot[D] harr uut e weeren konnt, un haalen de Huusp'stillen uut'r Kierken. Man sau as wi de auck man upschlöögen, was 't as wann't uusen leewen Herrgatt auck mutts an't Harte kwam, dann he lööt't na ens nütte lüchten un kniätern un dau was 't auck faarts met Ens stump alle[32].
Wat dach't rechte Gebetbook nich'n dööt!
Gatt Laf! dat den Lüüen dach allnagraae de Augen upgaaet, as den niigendaagsken Teckels[33], un dergliiken abele Bigläuwskhet, de sick na uut der dummen Tiidt hierschrift, daar allens up Augenverkäucheligge[34] un Blindöökerigge berieket, un an e legt was, nau un nau uut'r Welt kümmt, af 'r gliik in uusen Daagen leider na Manges vorkümmt un schüüt, dat se de Upkläärunge met Gewalt trügge haulen un de Minskheet, de dach eegentlick van Gatts un Rechts wiegen alle gliike Berechtigunge to _vernünftige_ Belehrunge un Uutbellunge heft, blixke geeren wier bliinddööken mogden. Man met den Handwierke schall't sick wual wenner wier leggen, dann 't werd hen un wier dann dach auck alls to butt e driewen un se weeret Ju alldach to klook, dat se allnhand wual begriipet, dat Gliikheet un Friiheet in Lehr un Verkehr 'ne hillige Saate vor de heele Minskheet is un dat 't met'r Wiismaakerigge van Wunnern, Hillgedoom un Hexeriggen 'n Ende heft. Dat is de Baas[35], wat me met Vernunft un met Füüsten griipen kann... Wel dat erkinnet, de lät sick je auck wual hüütiges Daages met geestlicke un weltlicke Ummetuäge un Lipplapperiggen, nich mehr beööwen un begäusken.
Bes to'n Neigsten. Bliiwet Alle gesund.
[1] _prachert_: gebettelt.
[2] _Leeband_: Gängelband.
[3] _eesk_: häßlich, schmutzig.
[4] _de geleerden Niggeläute_: die wißbegierigen Gelehrten.
[5] _'t Aarigste_: das Artigste, das Schönste.
[6] _verfehrde_: erschrockene.
[7] _met'n Muttse_: in Eile, rasch.
[8] _Schattfuarke_: zweizähnige Forke zum Auflangen der Garben etc.
[9] _Geck_: Zierrath auf den Giebeln der Bauerhäuser; Hampelmann.
[10] _Gissen_: Vermuthung.
[11] _Fast_: Forst, Dachrücken.
[12] _Längehaul_: Hahl, woran der Topf über dem Feuer hängt.
[13] _Unnewier_: Gewitter.
[14] _Kuatenlüüe_: Kottenbewohner, Heuerleute.
[15] _Wiirbiete_: Nothwehrbiß.
[16] _Hilligedom_: Heiligthum, Amulet, Reliquien.
[17] _To Jahr_: vorig Jahr.
[18] _Paarten-Klaus_: heisst nicht der Pförtner Klaus, sondern der im Pforthause wohnende Klaus.
[19] _met'r Siekeln_: mit der Sichel.
[20] _Je-nei_: heißt eigentlich nicht ja und nicht nein, läßt vielmehr die Bejahung oder Verneinung im Zweifel.
[21] _eesig_: grauenhaft.
[22] _Freesen_: Furcht.
[23] _Grummelschuur_: Gewitterschauer.
[24] _lüchtet_: blitzt.
[25] _nütte_: kräftiges.
[26] _Schwöögen_: Lamentiren.
[27] _rööterig_: von Rauch braun geworden, rußig.
[28] _de Kniäterigge_: das Prasseln.
[29] _Hiäwen_: Himmel.
[30] _'n Au-M'rigge_: ein ~Ave Maria~.
[31] _dat is'r liike nau_: das ist einerlei.
[32] _stump alle_: ganz vorbei.
[33] _as den niigendaagsken Teckels_: als den neuntägigen Dachshunden.
[34] _Augenverkäucheligge_: Blendwerk, Täuschung.
[35] _de Baas_: das Beste.
[A] Na langen vergiiflicken Wreesken[B] heww' ick endlick uut e funnen, dat »Giiwelspett« 'n Schriiffehler is, statts dessen et »_Kniwelspett_«[C] heeten mot, dat 'n Jedder wual sachte kinnen schall.
[B] _Wreesken_: Forschen.
[C] _Kniiwel_: Knebel. _Kniiwelspett_: die Knebelstange; der Drehstock.
☞ Herrn Professor _Kosegarten_ zu Erledigung der Anfrage und beliebiger Berücksichtigung in dessen allgemeinen Wörterbuche der plattdeutschen Sprache.
[D] Sündflut; richtiger _Sindflut_; d. h. _große Flut_.
Seste Breef.
Daar bin 'k nu na ens. Ji Wiisepint[1] _tämden Ju[2] lesten, as wann Ji de Wiisheet alle alleine schluaken harren_, un wollen mi wisse wual up'n Tant föölen, af ick den Unnerscheed tüsken Fospern[3] un Truaen[4] wual wüste. Daar menden Ji mi wual 'n rechten Damp met antodoonen, un _'ne Luus unner'n Prüück to setten_, dann Ji belden Ju wual in: _dat miine Gäuse sau wiet nich n göngen; man dat fällt weg as den Kapziener de Haarbüül. Söcke Knuäkskes kann 'k na wual sachte begnaagen_[5] un daar verspee[6] Ji mi vorwahr na nich miie. Ick harr'r Ju auck faarts wual up deenen wollt, wann 'r us nich jüst wat tüsken kuomen wööre, dat wi datomaulen den Verwank nich kriigen konnen, dat wi'r met to Gange kweimen. Dat ick 't alldach wual weet, will 'k Ju dann allnu beliikteeken[7].
De Fospern sind de Footspuuren van hännigen[8] Deerden, de met blauten Fööten, oder as de Landmann seggt »baarf'sk«[9] loopet; t. B. Kreggensfospern, Haasenfospern etc. -- Truaen deerentiigen sind de Stappen van grauten Schepsels[10] aparte van söcken de 'r wat an'n Fööten hebbet; t. B. Pierdetruaen, (me seggt auck wual es statts dessen Pierdehööwe) Kohtruaen -- dann de Kögge hebbt je auck Footwierk anne, dat'n antleste de Schlächters uuttrecket. -- Wann 'n Minske baarf'sk geht, seggt me iewenwual Fospern; t. B. siine Fospern nau to rieken, de ick in'n Schneie nauspüürt hebbe, schal he wual to Bierge in mashakket[11] sien. Het 'n Minske abers Footwierk anne, dann seggt me Truaen: t. B. Holsketruaen. (Ick gläuwe du hest diine Holskeklaunen[12] verluaren, dat seh 'k an de Truaen.) Süss heetet auck de Spuuren de de Waagenriäer achtet sick lautet, »Waagentruaen.« Man de Trette van Gäusen un Iänden heetet »Pattken« Gäuse- of Iände-Pattken. Wat segge Ji nu? Mi ducht Ji schiölt wual begriipen miöten, _dat Ji daar aparte 'ne aule Ratten up 't Speck buunen harren_. Wi küüret na wual es bett to haupe, dann will wi mehr van söckes wat naasken, man dann schall't Ju auck duwwelt wier ümmekuomen, dat Ji Ju alldach wat verniggen[13] schiölet, dann _miine Müüse wietet vorwahr na mehr Läcker as eene_ un ick weet na'n heelen Bras[14] van de Aart Uutdrücke, daar schwaare Wiisen up gahet, de de Duusendste nich n weet, un ick will Ju auck wual wicken, dat Ji'r wat anne to knuustern[15] kriigen schiölet.
Sin Ji auk wual es in Haagen wiesen, of he Ji wual es 'n Buuren uut'n Kaspel Haagen küüren häärt? De hebbt 'ne ganz andre Uutsprauke as wi Beeden un as andre Lüüe.
Et lut alle sau singerig wat se'r hier kriiget un is röökelause leige to schriiwen; dann daar segget se: »Bieaounen;« »Trieaounen,« »Prioumen,« »Ierftebriaken,« »Schieaou,« »Pantiouffeln,« »de Kieou,« »Hious,« »Aeaoulske,« un hebbet grieaute Tiäsken, daar geiht 'n Dieouk un 'n Bieouk un 'n Stiuten in, un wann se Jau seggen willt, segget se _Jeaou_; dat kann dach de heilste Meister nich anners as met alle fiif Klinkerbookstaawen schriiwen. Wat mot me söcke Wäärde eerst lange achter 'n Tiänen herümme schliepen, ehr me se 'r uut krigt. Wo lichtferrig konnen se't hebben, wann se sprööken as andre ehrlicke Lüüe un kort af siäen: Jau[A].
Bi Haagen fällt mi nau in, dat'k Ju wual anraaen mogde, de Geeterigge[16] to Bieckeroode, dat man en Paar Schiöte Wieges van Haagen is, to bekiiken; dann ick weet aparte wual, dat Ji auck sau 'n _Niggelaut[17] in allen Ecken_ siid. Dat is 'ne Anlaage daar eene Respekt vor hebben mot un ick versiekere Ju, dat Ji de Augen hauge upriiten willt, wann Ji'r es kuomet. Me kann nich bedenken, wat se daar alle vor Saaken uut Iisen geeten kiönet, van 'n Gröttsten bes to'n Lütkesten un de sind alle tohaupe sau rieken un sau glatt, as wann se de fiinste Schatillger[18] maaket un met'n Gnittelsteene[19] afpoleert harr.