Pflanzenleben in Feld und Garten
Part 4
Man kann manchmal eine Pflanze veranlassen, Nahrung aufzuspeichern. Wenn man einige Reseda in einen Topf pflanzt und fortwährend die Knospen abkneift, so daß sie keinen Samen bilden kann, so wird sie zu einem kleinen Strauch heranwachsen und zwei oder drei Jahre lang blühen.
Verschiedene Pflanzen speichern ihre Nahrung in verschiedenen Teilen auf. Die wilde Mohrrübe und die Eiche speichern die ihrige in der Wurzel auf. Die Mohrrübe ist fleischig und dauert nur zwei Jahre; aber die Wurzel der Eiche ist holzig und lebt lange.
Das Scharbockskraut speichert, wie ihr euch erinnern werdet, ihre Nahrung in weißen Knollen auf; diese entstehen aus Knospen, die mit so viel Nahrung versehen sind, daß sie dadurch stark verdickt werden. Die Sumpfdotterblume und die schöne gelbe Schwertlilie, die am Flusse wächst, brauchen den unterirdischen Stamm als Speicher. Man muß den Stamm der Sumpfdotterblume verfolgen, bis man bis dicht an die Wurzeln kommt, und dort wird man den dicken Knoten finden, der durch den ganzen Winter hindurch weiterlebt und im Frühling frische Blätter treibt.
Wenn man ein langes Stück von dem kriechenden Wurzelstock der gelben Schwertlilie bekommen kann, so wird man leicht die Stellen erkennen können, wo die Blütenstengel in jedem Jahre ausgetrieben sind. Man kann sie am Stocke entlang verfolgen, bis man zum diesjährigen Stengelansatze kommt. Und weiter hin sitzt die Knospe für das nächste Jahr.
Es gibt eine andere sehr hübsche Pflanze, Salomonssiegel oder vielblumige Maiblume genannt, die einen hohen Blütenstengel mit ziemlich schmalen Blättern und lieblichen, weißen, mit grünen Zipfeln versehenen Blüten hat. Die letzteren hängen alle auf einer Seite des Stengels. Wenn man den Wurzelstock dieser Pflanze durchschneidet, so wird man große Narben finden, die wie ein Siegel aussehen. Das sind die Stellen, wo die Blütenstengel Jahr für Jahr getrieben worden sind, und deshalb hat die Pflanze den Namen Salomonssiegel.
Du kannst selbst untersuchen, daß auch am Wurzelstock der Schlüsselblume Knospen für das nächste Jahr sitzen. Ich will euch jetzt auf eine andere unterirdische Knospe oder Knolle aufmerksam machen. Grabt eine Hyazinthe aus. Ihr werdet finden, daß sie unten einen dicken Knoten hat, aus dem kleine Wurzeln hervorwachsen. Schneidet diesen Knoten entzwei, und ihr werdet sehen, daß es eine Zwiebel ist, die aus schuppigen, übereinanderliegenden Blättern besteht, genau wie bei einer Küchenzwiebel.
Wenn man diese Zwiebel im Frühling ausgräbt, steht der Blütenstengel aus deren Mitte hervor, und wenn man die schuppigen Blätter fortnimmt, so wird man noch eine sehr kleine Knospe dicht unten am Blütenstengel finden. Wenn man eine andere Zwiebel im Herbst ausgräbt, so ist der Blütenstengel verwelkt, und die kleine Knospe sieht aus der Spitze der Zwiebel hervor.
Nachdem nämlich die Hyazinthe zu blühen aufgehört hat, werden die Blätter lang, bereiten Nahrung und senden diese zu den schuppigen Blättern unter der Erde hinab. Die Zwiebel wird dadurch dick und kräftig, und auch die kleine Knospe im Innern wird größer. Dann liegt sie den ganzen Winter hindurch ruhig, und wenn nun der Frühling kommt, wird die kleine Knospe aus den dicken schuppenförmigen Blättern Nahrung nehmen und zu einer neuen Pflanze heranwachsen.
Suche sechs Pflanzen, zwei, die Nahrung in der Wurzel, zwei, die Nahrung im Wurzelstock und zwei, die solche in Knollen aufspeichern.
Lektion 15.
Unterirdische Gemüse.
(Achtes Vollbild.)
Nun werdet ihr imstande sein zu verstehen, wie es kommt, daß wir solche nahrhaften Gemüse aus dem Küchengarten erhalten. Die Bienen nehmen Honig und Blütenstaub aus den Blüten der Pflanzen. Wir nehmen den Zucker und die Stärke und andere Nahrung, die sie in ihren Blättern, Wurzelstöcken und Stengeln aufspeichern.
Die Mohrrübe, die Pastinake und die Rübenarten sind Pflanzen, die im ersten Jahre Nahrung in ihren Wurzeln aufhäufen und im zweiten Jahre blühen. Deshalb säen wir sie im ersten Jahre in fruchtbares Erdreich, und wenn sie dann einen ordentlichen Vorrat von süßer Nahrung aufgespeichert haben, ziehen wir sie aus und essen sie, ehe sie blühen können.
Wenn man eine dieser Pflanzen bis zum zweiten Jahre im Boden ließe, so würde sie blühen und Samen bilden. Aber eine Kohlrübe wird im ersten Jahre blühen, wenn man sie ganz früh im Frühling sät und den ganzen Sommer über stehen läßt. Deshalb säen wir unseren größten Vorrat von Kohlrüben im Juni und Juli, so daß sie nicht blühen, bevor wir sie im Winter gebrauchen.
Da höre ich jemand sagen: „Weshalb wird hier die Kartoffel nicht genannt?“ Aber Kartoffeln sind keine Wurzeln wie Mohrrüben und Rüben. Wenn man eine Kartoffel genau ansieht, so wird man einige vertiefte Stellen in der Schale finden, die „Augen“ genannt werden. Besonders deutlich treten sie hervor, wenn man die Kartoffel wäscht und sorgfältig betrachtet.
Jedes dieser Augen ist ein kleiner Keim mit einer wachsenden Spitze und den Anlagen zu Blättern. Nun wißt ihr aber, daß eine Wurzel keine Blätter tragen kann. Sie kann nur eine Knospe auf der Spitze haben, wo der Stengel beginnt. Die Kartoffel kann also keine Wurzel sein.
Wenn ihr einige Kartoffeln ausgrabt und die Wurzeln sorgfältig betrachtet, so werdet ihr sehen, daß jede einzelne am Ende eines weißen Stengels wächst, der von den Wurzeln sehr verschieden ist. Eine Kartoffel ist eine Verdickung am Ende eines Stengels, der unter dem Boden wächst. Sie ist ein Knollengewächs.
Wenn ihr entweder eine Kartoffel oder eine Batate in Stücken schneidet und an jedem eine „Augenknospe“ laßt, so wird jedes dieser Stücke zu einer neuen Pflanze heranwachsen, die Nahrung in den unterirdischen Stamm heruntersendet und weitere Knollen bildet. Jährlich blüht die Kartoffel und bildet Samen in weißlichen Beeren, die wie die ganze Pflanze anderer Nachtschattengewächse giftig sind. Der sehr giftige schwarze Nachtschatten mit seinen schwarzen Beeren gehört auch dazu. Man sollte niemals Beeren oder andere Früchte essen, die man nicht kennt, denn selbst viele Beeren, welche von Vögeln gefressen werden, sind für andere Tiere und für den Menschen giftig. Die Kartoffel speichert ihr Gift nur in ihrer grünen Beere auf, die Knolle selbst ist nicht giftig. Die Kartoffelkrankheit, die uns so viele Sorgen bereitet, wird verursacht durch eine kleine Pflanze, die dem Schimmel auf Eingemachtem gleicht. Sie zerstört die Kartoffel vollständig.
Beim Sellerie essen wir die knollenartig verdickten Stengel, die über der Erde wachsen. Aber wir bedecken sie mit Erde, um sie weiß zu halten, denn im Sonnenlichte würden sie grün werden. Beim Spargel essen wir die Stengel mit der Knospe an der Spitze. Diejenigen, welche wir nicht verzehren, wachsen im Sommer heran und haben nadelförmige, schöne Blätter und glänzende, rote Beeren.
Bei der Zwiebel, beim Lauch und bei den Schalotten endlich essen wir die Zwiebel. Sie hat in den schuppigen Blättern eine Menge guter Nahrung aufgespeichert.
Nun laßt einmal sehen, was man tun muß, um möglichst gute Rüben, Zwiebeln und Spargel zu ziehen. Erstens muß man den Boden trocken legen, wenn es nötig ist, und ihn tief umgraben, so daß den Wurzeln keine harten Erdklumpen im Wege sind, damit sie gerade und kräftig werden können. Dann muß man düngen. Sei sorgfältig und grabe den Dünger recht tief ein, denn Larven und Maden mögen Wurzeln und Zwiebeln ebenso gern wie wir. Die Schädlinge liegen nun im Herbst und Frühling, wenn man den Garten umgräbt, in ihren Kokons überall umher. Gräbt man sie nun mit dem Dünger tief in den Boden ein, so können sie, wenn sie sich in Insekten verwandeln, nicht heraus, um Eier zu legen.
Es gibt noch ein anderes Mittel, diese Larven und Maden unschädlich zu machen. Jede Pflanze hat ihre besonderen Feinde, die sich von ihr nähren. Als solche kennen wir die Larven der Zwiebelfliege, der Mohrrübenfliege und mancher anderen. Wenn man nun bei der Aussaat die Mohrrüben dahin sät, wo im vorigen Jahre die Zwiebeln standen, und die Zwiebeln in das Pastinakenbeet, so findet das Insekt, wenn es ausgekrochen ist, die Blätter für seine Eier nicht unmittelbar in der Nähe, und man kann auf diese Weise manche Pflanze retten.
Dann muß man bei Pflanzen, wie Zwiebeln und Mohrrüben die Zwiebeln und Wurzeln gut mit Erde bedeckt halten und wenn man solche herauszieht, muß man den Erdboden wieder festdrücken. Denn die Insekten legen ihre Eier auf den unter dem Boden befindlichen Teil der Pflanze, und wenn sie nicht in den Erdboden hinein kommen können, ist die Wurzel in Sicherheit.
Endlich kennt ihr wohl den schädlichen Drahtwurm, der sich dicht unter dem Boden hinwindet und alles frißt, was er findet. Um ihn zu beseitigen, muß man den Boden sehr rein halten, denn er liebt es, sich in allen möglichen Abfällen zu verstecken. Man tut auch gut, etwas Kali oder Kalk unter die Erde zu mischen. Wenn es auch sehr mühsam ist, so kann man auch einige Kartoffelscheiben dicht unter die Erde legen und einen kleinen Zweig hineinstecken, um zu zeigen, wo sie zu finden sind; der Wurm wird dann am frühen Morgen leicht unter diesen zu fangen sein.
Suche Gemüse mit: 1. einer Wurzel, 2. einer Zwiebel, 3. einem Stengel, 4. einer Knolle.
Lektion 16.
Wie der Samen wandert.
Im Herbst, wenn die Pflanzen aufgehört haben zu blühen, haben wir genug zu tun, um die Früchte zu betrachten und zu untersuchen, wie sie ihre Samen verbreiten.
Einige streuen sie ganz in ihrer Nähe aus. Die Klatschrose hat, wie wir sahen, eine harte Frucht mit kleinen Öffnungen unter dem Deckel. Wenn sich der Stengel biegt, so fällt der Samen durch dieselben hindurch und keimt auf dem Boden ringsherum.
Wenn man die trockenen Samenkapseln des wilden Storchschnabels betrachtet, so wird man finden, daß jede derselben sich von unten auf zusammengerollt hat. Dann lösen sich die fünf kleinen Röllchen von dem Stab in der Mitte, und die Samen wandern weg.
Auch das gelbblühende Springkraut, das in ganz Deutschland wild wächst, und von dem man eine ausländische Art, die vielfarbige Balsamine, sehr häufig in unseren Gärten findet, hat eine besonders interessante Samenkapsel. Wenn sie reif ist, springt sie auf und schleudert den Samen umher. Man kann sich einen hübschen Scherz machen, wenn man jemand veranlaßt, eine reife Kapsel zu berühren, und dieser plötzlich zurückfährt, wenn sie mit einem kleinen Knall in seiner Hand zerspringt. Deshalb wird die Pflanze oft „Rührmichnichtan“ genannt.
Aber manche Pflanzen haben das Bedürfnis, ihre Samen noch weiter fortzutragen, als es auf diese Weise geschehen kann. Denkt nur daran, wie viele Blumen an einer Hecke zusammengedrängt stehen. Wenn die Samen alle dicht um sie her fielen, so würden sie einander ersticken. Deshalb versuchen die Pflanzen ihre Samen auf alle mögliche Art und Weise zu zerstreuen.
Sicher habt ihr schon die federartigen Kronen, „Laternen“, des Löwenzahns ausgeblasen, wenn ihr von der Schule nach Hause gingt. Wenn ihr es das nächste Mal wieder tut, so seht euch einmal eine der kleinen dahinschwebenden Früchte näher an. Wir haben früher darüber gesprochen, daß der Löwenzahn einen Blütenkopf mit Hunderten von winzigen Blüten, und daß jede Blüte unten eine ovale Samenkapsel hat mit einer Menge von feinen Haaren auf ihrer oberen Seite und eine gelbe Blumenkrone mit einer langen Zunge.
Diese gelbe Blumenkrone ist nun verwelkt und der obere Teil der Samenkapsel ist zu einem langen Halse ausgewachsen, auf dem die behaarten Kelchblätter sitzen (siehe Bild Seite 24). Und wenn der Wind diese Haare faßt, so trägt er die winzige Frucht fort, manchmal meilenweit, und läßt sie dann auf den Boden sinken.
Disteln, Kreuzkraut, Löwenzahn und eine Anzahl anderer Blumen haben diese federartigen Früchte. Wenn man sie also auf eigenem Boden wachsen läßt, so schadet man auch dem anderer Leute.
Auf diese Weise trägt der +Wind+ den Samen fort.
Andere Samenarten werden von Flüssen fortgespült und auf deren Ufern zurückgelassen. Andere wieder werden oft mit dem Schmutz fortgetragen, der an den Füßen der Vögel haftet.
An anderen Samen wachsen kleine Häkchen, so daß die +Tiere+ und +Menschen+ sie forttragen. Dies ist z. B. der Fall beim klebrigen Labkraut. Wir sahen auf Seite 53, daß sein Stamm und seine Blätter mit kleinen Häkchen bedeckt sind, die es zum Klettern gebraucht. Dieselben Häkchen hat es an seinen Früchten. Wenn man eine derartige Pflanze in die Hand nimmt, so werden eine Menge der sehr kleinen Samenkapseln daran hängen bleiben.
Aber welch merkwürdiges Gewächs ist das da! Es ist die Samenkapsel der gemeinen Klette, die überall in den Hecken wächst. Es ist eine stattliche Pflanze mit sehr großen herzförmigen Blättern und roten Blütenköpfen, die denen der Distel ähnlich sehen. Man bringt oft Kletten mit nach Hause in den Kleidern, Hunde tragen sie im Fell und Schafe in der Wolle. Jede dieser Kletten ist ein aus einzelnen röhrenartigen Blüten zusammengesetztes, kugeliges Köpfchen, deren Kelche aus einer großen Menge schuppiger Blättchen mit Häkchen bestehen. Wenn man eine reife Klette öffnet, wird man die winzigen Samen im Inneren finden.
So tragen also Menschen und Tiere die Samen für die Pflanzen in die Weite.
Ganz eigenartig wird der Fall, wenn der Fruchtknoten sich zu einer Schlehe oder Kirsche oder einer anderen glänzenden Beere auswächst, wie es bei den Beeren des Schwarzdorns und des Geißblatts der Fall ist. Denn die Vögel kommen, um die hübsche Frucht zu fressen, und wenn sie dieselbe dann auf irgend einen Baum in der Nähe tragen, so lassen sie den Stein, d. h. also den Samen, an einem anderen Platze fallen. Oder sie fressen die Beere, und die harten Samen gehen durch den Körper und werden irgendwo in weiter Entfernung wieder ausgeschieden.
Nun seht ihr auch, weshalb die Brombeere und die Himbeere ein fleischiges Mark um ihre Samen herum bilden, und weshalb die kleinen harten Samenkörner der Erdbeere in der saftigen Erhöhung stecken. Alles dies geschieht, um die Vögel anzulocken, die Samen zu fressen und sie fortzutragen.
So wird auch bei der Hagebutte der wilden Rose der grüne Blütenboden groß und weich und färbt sich glänzend rot, gerade wenn der Winter kommt, und es nicht viele Nahrung mehr gibt. Die Vögel kommen und picken daran, und die Früchte in ihrem Innern hängen sich an ihre Schnäbel oder werden mit gefressen und so fortgetragen.
Ihr wißt, daß in einem harten Winter die Beeren der Eberesche und der Mistel, die Hagebutten und die Mehlbeeren und selbst die Beeren der Eibe und des Geißblattes schon vor Weihnachten verschwunden sind. Aber vermutlich wußtet ihr nicht, daß die Vögel den Samen umhertragen, so daß er im nächsten Jahre anderswo wächst.
Aber wenn ihr die Augen offen haltet, so könnt ihr noch viele ähnliche Dinge wie diese lernen, die Kinder, welche in Städten eingeschlossen sind, gar nicht zu sehen bekommen. Ihr könnt euch glücklich schätzen, daß ihr auf dem Lande zwischen Vögeln und Blumen lebt. Ihr atmet die frische Luft, die von Blumenduft erfüllt ist, ihr pflückt eure eigenen Blumen und zieht eure eigenen Gemüse und Früchte und könnt beobachten, wie die Pflanzen in eurem Garten unter eurer Pflege in jedem Jahre schöner werden.
Suche die Früchte des wilden Storchschnabels, des Springkrautes, des Löwenzahns, der verschiedenen Distelarten, des Klebekrauts, der Klette, der Rose, des Weißdorns, des Geißblatts, der Eibe und anderer Pflanzen.
Kinderaugen in der Natur
Erstes Buch Tiere und Pflanzen in Wald und Feld
Zweites Buch Am Teich- und Flußufer
Drittes Buch Pflanzenleben in Feld und Garten
Viertes Buch Aus dem Leben unserer Vögel
Fünftes Buch Bäume und Sträucher
Sechstes Buch Aus dem Leben der Insekten
Bisheriger Absatz ungefähr 50000 Stück
Verlag von Hermann Gesenius in Halle (Saale)
Von 8 bis 10 Jahren.
~Dr.~ Hartmanns Jungmädchenbücher:
Band 1. =Rotschwanz und Büschelohr=, verfaßt von +Magda Schelling+. Gebunden M. 1.20.
Band 2. =Kriemhilds Rosengarten.= Alten Volkssagen nacherzählt von +Ilse Treu+. Gebunden M. 1.20.
Band 3. =Walhall.= Alten Volkssagen nacherzählt von +Ilse Treu+. Gebunden M. 1.20.
Band 4. =Vogelgesellschaft bei Buchfinks=, verfaßt von +Magda Schelling+. Gebunden M. 1.20.
Band 5. =Das Stuttgarter Hutzelmännlein.= +Eduard Mörike+ nacherzählt von +Elfriede Kittelmann+. Gebunden M. 1.20.
=Die höheren Mädchenschulen=: Die Bücher wollen dem Mangel an gediegenem Lesestoff für Mädchen von 8 bis 10 Jahren abhelfen. Sie erfüllen ihren Zweck in jeder Weise aufs beste. Die äußere Ausstattung mit dem Buntbild der zwei lesenden Mädchen ist sehr gefällig und lockt die Kinder; Papier und Druck sind sehr gut und die Einteilung in kurze Geschichten oder Kapitel für dieses Alter sehr glücklich. Die Stoffe sind aufs günstigste gewählt. Band 1 und 4 bieten Naturwissenschaftliches. Die Erzählungen sind so lebendig, daß man fast menschlichen Anteil an dem Schicksal der Tiere und Pflanzen nimmt. Dabei lernen die Kinder eine Menge, ohne die Absicht irgendwie zu merken. Die Geschichten sind in hohem Maße geeignet, Anteil und Liebe an der Natur bei den Kindern zu wecken. In Band 2 und 3 werden in ebenso ansprechender Weise altdeutsche und nordische Sagen erzählt. Der Heldenkreis um Dietrich von Bern und die Götter Walhalls treten den Kindern nahe. In Band 5 wird die allerliebste Erzählung vom Stuttgarter Hutzelmännchen nacherzählt. All die krausen Ranken in Stil und Erzählweise sind abgeschnitten, die für die Kinder -- und nicht nur für diese -- das reizende Märchen so schlimm verwirren, so daß sich alle an seinem humorvollen Kern freuen können. Für Schülerinnen-Büchereien sind die Bändchen eine wertvolle Bereicherung. Für den Familienkreis haben sie noch den Vorzug, daß Knaben sie ebenso gern lesen, und daß sie sich vorzüglich zum Vorlesen eignen, so daß sie recht zum Handbuch geeignet sind.
J. L.
Verlag von Hermann Gesenius in Halle.
Nützliche und schädliche Insekten in Garten und Feld
von =+Kuno Lohrenz+=.
Mit 250 Abbildungen auf 16 nach der Natur gezeichneten kolor. Tafeln. +Anhang+: Gesetz, betreffend die Bekämpfung der Reblaus vom Juli 1904. In Pappband gebunden M. 3.50.
Das Land. Das Buch wendet sich ganz besonders an den Landmann, Gärtner, an Obst- und Gemüsezüchter usw. Es legt in anschaulicher Weise dar, welche Art Nutzen viele Insekten bringen, und wie diese zu schützen und zu hegen sind, anderseits, welche Schäden und Gefahren der Landwirtschaft von den Insekten drohen, und mit welchen Mitteln die Gefahren bekämpft und beseitigt werden können. Die bunten Tafeln sind in Zeichnung und Farbengebung mit der größten Naturtreue hergestellt und stellen die Insekten in ihrer ganzen Entwickelung dar, meist sind auch Blatt-, Rinden- oder Fruchtstücke, in denen sich das Insekt entwickelt, beigegeben. Wegen seiner hervorragenden Nützlichkeit sollte das Buch in keiner ländlichen Fortbildungsschul- und Dorfbibliothek fehlen.
=Lohrenz=, Kuno, =Nützliche und schädliche Insekten im Walde=.
Mit 194 Abbildungen auf 16 nach der Natur gezeichneten kolorierten Tafeln. In Pappband gebunden M. 3.50.
Aus =Landwirtschaftlicher Wochenschrift f. d. Provinz Sachsen=. Besonders günstig und empfehlenswert wirkt das Buch durch die dem Texte beigegebenen reichlichen und gut ausgeführten farbig hergestellten Tafeln, nach deren Besichtigung ein im Walde gefundenes Insekt leicht bestimmt und dann das Erforderliche nachgelesen werden kann. Durch den billigen Preis von M. 3,50 ist somit jedermann, der Interesse für den Wald und die in ihm lebenden Insekten hat, und der nicht nur immer Erträge aus demselben herausnehmen, sondern ihn auch schützen und pflegen will, sehr gute Gelegenheit geboten, sich Unterweisung und guten Rat zu holen.
=_Lorentz, R._=, Direktor des Technikums in Stargard i. Meckl., =Rätsel im Obstbau=. Praktisch wissenschaftliche Erklärung der natürlichen Ursachen früher Tragbarkeit, sowie der künstlichen Mittel zur Erzielung derselben, des Nichtwachsens von Veredlungen usw., mit besonderer Berücksichtigung des Erwerbs-Obstbaues.
Brosch. M. 1.50, geb. M. 2.20.
Völlig neue Methode, auf wissenschaftlicher Grundlage beruhend, praktische Durchführbarkeit erprobt und erwiesen, schnellen und reichen Gewinn verheißend.
=_Stefan, Theodor_=, Lehrer, =Obstbaumzucht=. Eine leicht verständliche, kurze Anleitung über =Obstbaumpflege=. In steifem Umschlag geheftet M. 0.40.
+Mitteilungen über Bienen- und Geflügelzucht, Gartenbau und Fischerei.+ Stefans Obstbaumzucht ist ein kleines, aber sehr gutes Büchlein, das jeder, der nur ein Fleckchen Erde sein eigen nennt, sich beschaffen sollte. Am Schlusse ist ein Arbeitskalender für die einzelnen Monate des Jahres angefügt.