Minna von Barnhelm

Chapter 7

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Fräulein (die ihre Hand zurückzieht). Nicht so, mein Herr!--(Wie auf einmal so verändert?--Ist dieser schmeichelnde, stürmische Liebhaber der kalte Tellheim?--Konnte nur sein wiederkehrendes Glück ihn in dieses Feuer setzen?--Er erlaube mir, daß ich bei seiner fliegenden Hitze für uns beide Überlegung behalte.--Als er selbst überlegen konnte, hörte ich ihn sagen, es sei eine nichtswürdige Liebe, die kein Bedenken trage, ihren Gegenstand der Verachtung auszusetzen.--Recht, aber ich bestrebe mich einer ebenso reinen und edeln Liebe als er.--Jetzt, da ihn die Ehre ruft, da sich ein großer Monarch um ihn bewirbt, sollte ich zugeben, daß er sich verliebten Träumereien mit mir überließe? daß der ruhmvolle Krieger in einen tändelnden Schäfer ausarte?--Nein, Herr Major, folgen Sie dem Wink Ihres bessern Schicksals--)

Tellheim Nun wohl! Wenn Ihnen die große Welt reizender ist, Minna--wohl! so behalte uns die große Welt!--Wie klein, wie armselig ist diese große Welt!--Sie kennen sie nur erst von ihrer Flitterseite. Aber gewiß, Minna, Sie werden--Es sei! Bis dahin, wohl! Es soll Ihren Vollkommenheiten nicht an Bewundrern fehlen, und meinem Glücke wird es nicht an Neidern gebrechen.

Fräulein Nein, Tellheim, so ist es nicht gemeint! Ich weise Sie in die große Welt, auf die Bahn der Ehre zurück, ohne Ihnen dahin folgen zu wollen. --Dort braucht Tellheim eine unbescholtene Gattin! Ein sächsisches verlaufenes Fräulein, das sich ihm an den Kopf geworfen--

Tellheim (auffahrend und wild um sich sehend). Wer darf so sprechen?--Ah, Minna, ich erschrecke vor mir selbst, wenn ich mir vorstelle, daß jemand anders dieses gesagt hätte als Sie. Meine Wut gegen ihn würde ohne Grenzen sein.

Fräulein Nun da! Das eben besorge ich. Sie würden nicht die geringste Spötterei über mich dulden, und doch würden Sie täglich die bittersten einzunehmen haben.--Kurz, hören Sie also, Tellheim, was ich fest beschlossen, wovon mich nichts in der Welt abbringen soll--

Tellheim Ehe Sie ausreden, Fräulein--ich beschwöre Sie, Minna!--überlegen Sie es noch einen Augenblick, daß Sie mir das Urteil über Leben und Tod sprechen!--

Fräulein Ohne weitere Überlegung!--So gewiß ich Ihnen den Ring zurückgegeben, mit welchem Sie mir ehemals Ihre Treue verpflichtet, so gewiß Sie diesen nämlichen Ring zurückgenommen: so gewiß soll die unglückliche Barnhelm die Gattin des glücklichern Tellheims nie werden!

Tellheim Und hiermit brechen Sie den Stab, Fräulein?

Fräulein Gleichheit ist allein das feste Band der Liebe.--Die glückliche Barnhelm wünschte, nur für den glücklichen Tellheim zu leben. Auch die unglückliche Minna hätte sich endlich überreden lassen, das Unglück ihres Freundes durch sich, es sei zu vermehren oder zu lindern. --Er bemerkte es ja wohl, ehe dieser Brief ankam, der alle Gleichheit zwischen uns wieder aufhebt, wie sehr zum Schein ich mich nur noch weigerte.

Tellheim Ist das wahr, mein Fräulein?--Ich danke Ihnen, Minna, daß Sie den Stab noch nicht gebrochen.--Sie wollen nur den unglücklichen Tellheim? Er ist zu haben. (Kalt.) Ich empfinde eben, daß es mir unanständig ist, diese späte Gerechtigkeit anzunehmen, daß es besser sein wird, wenn ich das, was man durch einen so schimpflichen Verdacht entehrt hat, gar nicht wiederverlange.--Ja, ich will den Brief nicht bekommen haben. Das sei alles, was ich darauf antworte und tue! (Im Begriffe, ihn zu zerreißen.)

Fräulein (das ihm in die Hände greift). Was wollen Sie, Tellheim?

Tellheim Sie besitzen.

Fräulein Halten Sie!

Tellheim Fräulein, er ist unfehlbar zerrissen, wenn Sie nicht bald sich anders erklären.--Alsdann wollen wir doch sehen, was Sie noch wider mich einzuwenden haben!

Fräulein Wie? In diesem Tone?--So soll ich, so muß ich in meinen eigenen Augen verächtlich werden? Nimmermehr! Es ist eine nichtswürdige Kreatur, die sich nicht schämet, ihr ganzes Glück der blinden Zärtlichkeit eines Mannes zu verdanken!

Tellheim Falsch, grundfalsch!

Fräulein Wollen Sie es wagen, Ihre eigene Rede in meinem Munde zu schelten?

Tellheim Sophistin! So entehrt sich das schwächere Geschlecht durch alles, was dem stärkern nicht ansteht? So soll sich der Mann alles erlauben, was dem Weibe geziemet? Welches bestimmte die Natur zur Stütze des andern?

Fräulein Beruhigen Sie sich, Tellheim!--Ich werde nicht ganz ohne Schutz sein, wenn ich schon die Ehre des Ihrigen ausschlagen muß. So viel muß mir immer noch werden, als die Not erfordert. Ich habe mich bei unserm Gesandten melden lassen. Er will mich noch heute sprechen. Hoffentlich wird er sich meiner annehmen. Die Zeit verfließt. Erlauben Sie, Herr Major--

Tellheim Ich werde Sie begleiten, gnädiges Fräulein.--

Fräulein Nicht doch, Herr Major, lassen Sie mich--

Tellheim Eher soll Ihr Schatten Sie verlassen! Kommen Sie nur, mein Fräulein, wohin Sie wollen, zu wem Sie wollen. Überall, an Bekannte und Unbekannte, will ich es erzählen, in Ihrer Gegenwart des Tages hundertmal erzählen, welche Bande Sie an mich verknüpfen, aus welchem grausamen Eigensinne Sie diese Bande trennen wollen--

10. Szene

(Just. Die Vorigen.)

Just (mit Ungestüm). Herr Major! Herr Major!

Tellheim Nun?

Just Kommen Sie doch geschwind, geschwind!

Tellheim Was soll ich? Zu mir her! Sprich, was ist's?

Just Hören Sie nur--(Redet ihm heimlich ins Ohr.)

Fräulein (indes beiseite zur Franziska). Merkst du was, Franziska?

Franziska Oh, Sie Unbarmherzige! Ich habe hier gestanden wie auf Kohlen!

Tellheim (zu Justen). Was sagst du?--Das ist nicht möglich!--Sie? (Indem er das Fräulein wild anblickt.)--sag es laut; sag es ihr ins Gesicht!-- Hören Sie doch, mein Fräulein!--

Just Der Wirt sagt, das Fräulein von Barnhelm habe den Ring, welchen ich bei ihm versetzt, zu sich genommen; sie habe ihn für den ihrigen erkannt und wolle ihn nicht wieder herausgeben.--

Tellheim Ist das wahr, mein Fräulein?--Nein, das kann nicht wahr sein!

Fräulein (lächelnd). Und warum nicht, Tellheim?--Warum kann es nicht wahr sein?

Tellheim (heftig). Nun, so sei es wahr!--Welch schreckliches Licht, das mir auf einmal aufgegangen!--Nun erkenne ich Sie, die Falsche, die Ungetreue!

Fräulein (erschrocken). Wer? wer ist diese Ungetreue?

Tellheim Sie, die ich nicht mehr nennen will!

Fräulein Tellheim!

Tellheim Vergessen Sie meinen Namen!--Sie kamen hierher, mit mir zu brechen. Es ist klar!--Daß der Zufall so gern dem Treulosen zustatten kömmt! Er führte Ihnen Ihren Ring in die Hände. Ihre Arglist wußte mir den meinigen zuzuschanzen.

Fräulein Tellheim, was für Gespenster sehen Sie! Fassen Sie sich doch, und hören Sie mich.

Franziska (vor sich). Nun mag sie es haben!

11. Szene

(Werner mit einem Beutel Gold. v. Tellheim. (Das Fräulein. Franziska. Just.)

Werner Hier bin ich schon, Herr Major!--

Tellheim (ohne ihn anzusehen). Wer verlangt dich?--

Werner Hier ist Geld! tausend Pistolen!

Tellheim Ich will sie nicht!

Werner Morgen können Sie, Herr Major, über noch einmal so viel befehlen.

Tellheim Behalte dein Geld!

Werner Es ist ja Ihr Geld, Herr Major.--Ich glaube, Sie sehen nicht, mit wem Sie sprechen?

Tellheim Weg damit! sag ich.

Werner Was fehlt Ihnen?--Ich bin Werner.

Tellheim Alle Güte ist Verstellung, alle Dienstfertigkeit Betrug.

Werner Gilt das mir?

Tellheim Wie du willst!

Werner Ich habe ja nur Ihren Befehl vollzogen.--

Tellheim So vollziehe auch den und packe dich!

Werner Herr Major! (ärgerlich) ich bin ein Mensch--

Tellheim Da bist du was Rechts!

Werner Der auch Galle hat--

Tellheim Gut! Galle ist noch das Beste, was wir haben.

Werner Ich bitte Sie, Herr Major--

Tellheim Wievielmal soll ich dir es sagen? Ich brauche dein Geld nicht!

Werner (zornig). Nun, so brauch es, wer da will! (Indem er ihm den Beutel vor die Füße wirft und beiseite geht.)

Fräulein (zur Franziska). Ah, liebe Franziska, ich hätte dir folgen sollen. Ich habe den Scherz zu weit getrieben.--Doch er darf mich ja nur hören --(Auf ihn zugehend.)

Franziska (die, ohne dem Fräulein zu antworten, sich Wernern nähert). Herr Wachtmeister!--

Werner (mürrisch). Geh Sie!--

Franziska Hu! was sind das für Männer!

Fräulein Tellheim!--Tellheim! (Der vor Wut an den Fingern naget, das Gesicht wegwendet und nichts höret.)--Nein, das ist zu arg!--Hören Sie mich doch!--Sie betrügen sich!--Ein bloßes Mißverständnis--Tellheim!--Sie wollen Ihre Minna nicht hören?--Können Sie einen solchen Verdacht fassen?--Ich mit Ihnen brechen wollen?--Ich darum hergekommen?-- Tellheim!

12. Szene

(Zwei Bediente nacheinander, von verschiedenen Seiten über den Saal laufend. Die Vorigen.)

eine Bediente Gnädiges Fräulein, Ihro Exzellenz, der Graf!--

andere Bediente Er kömmt, gnädiges Fräulein!--

Franziska (die ans Fenster gelaufen). Er ist es! er ist es!

Fräulein Ist er's?--Oh, nun geschwind, Tellheim--

Tellheim (auf einmal zu sich selbst kommend). Wer? wer kömmt? Ihr Oheim, Fräulein? dieser grausame Oheim?--Lassen Sie ihn nur kommen, lassen Sie ihn nur kommen!--Fürchten Sie nichts! Er soll Sie mit keinem Blicke beleidigen dürfen! Er hat es mit mir zu tun.--Zwar verdienen Sie es um mich nicht--

Fräulein Geschwind umarmen Sie mich, Tellheim, und vergessen Sie alles--

Tellheim Ha, wenn ich wüßte, daß Sie es bereuen könnten!--

Fräulein Nein, ich kann es nicht bereuen, mir den Anblick Ihres ganzen Herzens verschafft zu haben!--Ah, was sind Sie für ein Mann!--Umarmen Sie Ihre Minna, Ihre glückliche Minna; aber durch nichts glücklicher als durch Sie! (Sie fällt ihm in die Arme.) Und nun, ihm entgegen!--

Tellheim Wem entgegen?

Fräulein Dem besten Ihrer unbekannten Freunde.

Tellheim Wie?

Fräulein Dem Grafen, meinem Oheim, meinem Vater, Ihrem Vater--Meine Flucht, sein Unwille, meine Enterbung--hören Sie denn nicht, daß alles erdichtet ist?--Leichtgläubiger Ritter!

Tellheim Erdichtet?--Aber der Ring? der Ring?

Fräulein Wo haben Sie den Ring, den ich Ihnen zurückgegeben?

Tellheim Sie nehmen ihn wieder?--Oh, so bin ich glücklich!--Hier, Minna!--(Ihn herausziehend.)

Fräulein So besehen Sie ihn doch erst!--Oh, über die Blinden, die nicht sehen wollen!--Welcher Ring ist es denn? Den ich von Ihnen habe, oder den Sie von mir?--Ist es denn nicht eben der, den ich in den Händen des Wirts nicht lassen wollen?

Tellheim Gott! was seh ich? was hör ich?

Fräulein Soll ich ihn nun wiedernehmen? soll ich?--Geben Sie her, geben Sie her! (Reißt ihn ihm aus der Hand und steckt ihn ihm selbst an den Finger.) Nun? ist alles richtig?

Tellheim Wo bin ich?--(Ihre Hand küssend.) O boshafter Engel!--mich so zu quälen!

Fräulein Dieses zur Probe, mein lieber Gemahl, daß Sie mir nie einen Streich spielen sollen, ohne daß ich Ihnen nicht gleich darauf wieder einen spiele.--Denken Sie, daß Sie mich nicht auch gequälet hatten?

Tellheim O Komödiantinnen, ich hätte euch doch kennen sollen.

Franziska Nein, wahrhaftig; ich bin zur Komödiantin verdorben. Ich habe gezittert und gebebt und mir mit der Hand das Maul zuhalten müssen.

Fräulein Leicht ist mir meine Rolle auch nicht geworden.--Aber so kommen Sie doch!

Tellheim Noch kann ich mich nicht erholen.--Wie wohl, wie ängstlich ist mir! So erwacht man plötzlich aus einem schreckhaften Traume!

Fräulein Wir zaudern.--Ich höre ihn schon.

13. Szene

(Der Graf von Bruchsall, von verschiedenen Bedienten und dem Wirte begleitet. Die Vorigen.)

Graf (im Hereintreten). Sie ist doch glücklich angelangt?

Fräulein (die ihm entgegenspringt). Ah, mein Vater!--

Graf Da bin ich, liebe Minna! (Sie umarmend.) Aber was, Mädchen? (Indem er den Tellheim gewahr wird.) Vierundzwanzig Stunden erst hier und schon Bekanntschaft und schon Gesellschaft?

Fräulein Raten Sie, wer es ist?--

Graf Doch nicht dein Tellheim?

Fräulein Wer sonst als er?--Kommen Sie, Tellheim! (Ihn dem Grafen zuführend.)

Graf Mein Herr, wir haben uns nie gesehen, aber bei dem ersten Anblicke glaubte ich, Sie zu erkennen. Ich wünschte, daß Sie es sein möchten.-- Umarmen Sie mich.--Sie haben meine völlige Hochachtung. Ich bitte um Ihre Freundschaft.--Meine Nichte, meine Tochter liebet Sie.--

Fräulein Das wissen Sie, mein Vater!--Und ist sie blind, meine Liebe?

Graf Nein, Minna, deine Liebe ist nicht blind, aber dein Liebhaber--ist stumm.

Tellheim (sich ihm in die Arme werfend). Lassen Sie mich zu mir selbst kommen, mein Vater!--

Graf So recht, mein Sohn! Ich höre es; wenn dein Mund nicht plaudern kann, so kann dein Herz doch reden.--Ich bin sonst den Offizieren von dieser Farbe (auf Tellheims Uniform weisend) eben nicht gut. Doch Sie sind ein ehrlicher Mann, Tellheim; und ein ehrlicher Mann mag stecken, in welchem Kleide er will, man muß ihn lieben.

Fräulein Oh, wenn Sie alles wüßten!--

Graf Was hindert's, daß ich nicht alles erfahre?--Wo sind meine Zimmer, Herr Wirt?

Wirt Wollen Ihro Exzellenz nur die Gnade haben, hier hereinzutreten.

Graf Komm, Minna! Kommen Sie, Herr Major! (Geht mit dem Wirte und den Bedienten ab.)

Fräulein Kommen Sie, Tellheim!

Tellheim Ich folge Ihnen den Augenblick, mein Fräulein. Nur noch ein Wort mit diesem Manne! (Gegen Wernern sich wendend.)

Fräulein Und ja ein recht gutes; mich dünkt, Sie haben es nötig.--Franziska, nicht wahr? (Dem Grafen nach.)

14. Szene

(v. Tellheim. Werner. Just. Franziska.)

Tellheim (auf den Beutel weisend, den Werner weggeworfen). Hier, Just!--Hebe den Beutel auf, und trage ihn nach Hause. Geh!--(Just damit ab.)

Werner (der noch immer mürrisch im Winkel gestanden und an nichts teilzunehmen geschienen, indem er das hört). Ja, nun!

Tellheim (vertraulich auf ihn zugehend). Werner, wann kann ich die andern tausend Pistolen haben?

Werner (auf einmal wieder in seiner guten Laune). Morgen, Herr Major, morgen. --

Tellheim Ich brauche dein Schuldner nicht zu werden, aber ich will dein Rentmeister sein. Euch gutherzigen Leuten sollte man allen einen Vormund setzen. Ihr seid eine Art Verschwender.--Ich habe dich vorhin erzürnt, Werner!--

Werner Bei meiner armen Seele, ja!--Ich hätte aber doch so ein Tölpel nicht sein sollen. Nun seh ich's wohl. Ich verdiente hundert Fuchtel. Lassen Sie mir sie auch schon geben; nur weiter Keinen Groll, lieber Major!--

Tellheim Groll?--(Ihm die Hand drückend.) Lies es in meinen Augen, was ich dir nicht alles sagen kann.--Ha! wer ein besseres Mädchen und einen redlichern Freund hat als ich, den will ich sehen!--Franziska, nicht wahr? (Geht ab.)

15. Szene

(Werner. Franziska)

Franziska (vor sich). Ja gewiß, es ist ein gar zu guter Mann!--So einer kömmt mir nicht wieder vor.--Es muß heraus! (Schüchtern und verschämt sich Wernern nähernd.) Herr Wachtmeister!--

Werner (der sich die Augen wischt). Nu?--

Franziska Herr Wachtmeister--

Werner Was will Sie denn, Frauenzimmerchen?

Franziska Seh Er mich einmal an, Herr Wachtmeister.--

Werner Ich kann noch nicht; ich weiß nicht, was mir in die Augen gekommen.

Franziska So seh Er mich doch an!

Werner Ich fürchte, ich habe Sie schon zuviel angesehen, Frauenzimmerchen!-- Nun, da seh ich Sie ja! Was gibt's denn?

Franziska Herr Wachtmeister--braucht Er keine Frau Wachtmeisterin?

Werner Ist das Ihr Ernst, Frauenzimmerchen?

Franziska Mein völliger!

Werner Zöge Sie wohl auch mit nach Persien?

Franziska Wohin Er will!

Werner Gewiß?--Holla! Herr Major! nicht groß getan! Nun habe ich wenigstens ein ebenso gutes Mädchen und einen ebenso redlichen Freund als Sie!--Geben Sie mir Ihre Hand, Frauenzimmerchen! Topp!--Über zehn Jahr' ist Sie Frau Generalin oder Witwe!

Ende dieses Projekt Gutenberg Etextes Minna von Barnhelm, von Gotthold Ephraim Lessing.

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