Mineralogia Polyglotta

Chapter 3

Chapter 331,433 wordsPublic domain

gezählt wurden, und hieran sich schliessende Gebirgsarten.

1. _Alabaster, alabastrites_, s. Gyps.

2. _Serpentin_ (s. oben beym Talk);--verde ranocchia der Künstler. Ist der _ophites_ der Römer, _[Greek: lithos ophitês]_ der Griechen, welcher Name wahrscheinlich nicht von ophis die Schlange herstammt, sondern von der Insel Ophiusa (später Tenos, jetzo Tinos), wo seit ältesten Zeiten Serpentinbrüche betrieben wurden, wie auch noch gegenwärtig; das Gestein heisst: [Greek: marmaron prasion] im Neugriechischen, und es ist wohl möglich, dass es diesen Namen schon im Alt-Griechischen führte, da [Greek: prasion] in Verbindung mit andern Wörtern grüne Steine bezeichnet;--Serpent in ininniger [inniger] Verbindung mit Kalkstein, kommt in Italien mehrfach vor, wie bey Genua, der bekannte marmo della Polcevera und pietra l'Avezzara, war den Alten ohne Zweifel bekannt, wir wissen aber nicht, unter welchem Namen. Zu unserm Serpentin gehört grossentheils der gabbro der Italiener, auch der marmor de Valerano, der verde di prato u.s.w.

3. _Grünporphyr_, verde antico der Künstler. Eine Grundmasse von grünem, dichtem Feldstein, mit Einmengungen von Feldspath und mehr oder weniger Hornblende; ein sehr zähes Gestein, das aber häufig zu Werken der Kunst im Alterthume diente.--Der _marmor lacedaemonicus_ und _crociacus_, _[Greek: lithos krokiatês]_, ist ein schöner, ausgezeichneter Grünporphyr, der bey dem alten Crocos in Laconien gebrochen wurde (s. Expedition scientifique de Morée pag. 131). Der _marmor augustum_ und _tiberium_ wird der ägyptische Grünporphyr seyn, von dem sich mehrere Kunstwerke erhalten haben, der in Oberägypten bey Syene häufig vorkommt, die Künstler nennen ihn verde ranochia.

4. _Grünstein, diabase_, besteht aus Feldspath und Hornblende, wird oft feinkörnig bis zum Dichten, findet sich häufig in Oberägypten, ist der granitello verde d'Egitto, und bey feinerem Korn basalt vert oriental der Künstler. Zuweilen hat die Grünsteinmasse Trümmer von Granit und Porphyr eingemengt, das Gestein ist dann bekannt als Breccia d'Egitto. Viele ägyptische Kunstwerke bestehen aus diesen Gesteinen; wir kennen den speciellen Namen im Alterthume nicht; wahrscheinlich wurde sie wohl zu dem basanites gerechnet.

5. _Hornblendgestein; melampyre, amphibolite, aphanit_ im Französischen; _basalte nero_ der Künstler und Archäologen. Ist ein dunkelgrünes, fast schwarzes Gestein aus vorwaltender Hornblende, der mehr oder weniger schwarzer Glimmer, Feldspath und Quarz beygemengt seyn kann, bildet mit ähnlichen Trappgesteinen, besonders in Aegypten mächtige Einlagerungen im granitischen Gebirge. Es ist ein höchst zähes, ungemein schwer zu bearbeitendes Gestein; gleichwohl verarbeiteten es vorzugsweise die Aegypter zu Statuen und andern Kunstwerken.--Wenn sich in die ziemlich reine Hornblendmasse viel Feldspath einmengt, gehet das Gestein in Grünstein, und wenn Glimmer dazu tritt, in Syenit über, der dem Granite verwandt ist, welchem aber eigentlich die Hornblende fehlt. Um Syene im Nilthale bilden rother Granit und Syenit grosse Gebirgszüge, ihnen zur Seite stehen Felsen von dunkelm Ansehn, reich an Hornblende, in denen bedeutende Lager von rabenschwarzer, harter, zäher Hornblende vorkommen. Diese war der

_[Greek: lithos basanitos]_ der Griechen, der _basanites_ der Römer, welcher Name mehrfach erwähnt wird. Nur einmal in der alten Litteratur, bey Plin. 36. 11. kommt das Wort _basaltes_ vor, aber bey Vergleichung der hierher gehörigen Stellen kann man nicht im geringsten zweifeln, dass der Name basaltes bloss durch einen Schreibfehler für basanites stehet. Den Namen basaltes kannte das Alterthum gewiss gar nicht. Den fehlerhaften Namen basaltes übertrug Georg Agricola (der die neuere Mineralogie begründete) auf unsern Basalt, der von dem basanites der Alten wesentlich verschieden ist, in Aegypten gar nicht vorkommt. Aus dem Basanit (basalte nero) wurden Statuen, auch sehr grosse gefertiget, wozu unser Basalt gar nicht geeignet ist.

Der [Greek: lithos melanos], oder der schwarze äthiopische Stein der Griechen und Römer, wurde unterschieden von dem basanites und von dem bunten äthiopischen Stein, unserm Syenit. Man wendete ihn an zu Reibsteinen, besonders zu Platten, mit denen auch der untere Theil der sogenannten dritten Pyramide belegt war. Diese Platten sind zum Theil noch vorhanden, bestehen meist aus Granit, theils aus dunkler Hornblende mit Quarz (s. v. Moll's Annalen I. v.J. 1802, Pag. 165), welches Gestein sich ganz wohl zu Reibsteinen eignet.

6. _Granit, Syenit_. Das körnige Gemenge von Feldspath, Quarz und Glimmer oder Hornblende, nannte man sonst Syenites, später Granit; Werner unterschied von dem eigentlichen Granit, der Glimmer (und keine Hornblende) führt, den Syenit, der Hornblende (und keinen Glimmer) enthält, aber in der Natur gehen beide Gesteinarten ohne Abschnitt oft in einander über, und da der Glimmer oft auch schwarz ist, sieht er der Hornblende sehr ähnlich. Je nachdem grauer Quarz, rother Feldspath, schwarzer Glimmer oder Hornblende, mehr vorwaltend wird, erhält das Gestein ein anderes Ansehen; die italienischen Künstler unterscheiden granito rosso,--bigio und--nero, der viel schwarzen Glimmer oder dunkle Hornblende enthält, und indem diese vorwaltender wird, bildet sich der Uebergang in den basalte nero. Die Uebergänge von Granit, Syenit, Grünstein, Hornblendgestein in einander sind sehr häufig in Oberägypten und Aethiopien. Das granitische Gestein nimmt eine sehr schöne Politur an, aber wegen seiner Härte sind Kunstwerke daraus in der neuern Zeit höchst selten, im Alterthume, besonders in Aegypten, waren sie äusserst häufig, zum Theil höchst colossal, wie z.B. die Obelisken, auch die Grösse der Steinbrüche setzt uns in Erstaunen.

_syenites_ der Griechen und Römer war der ägyptische Granit und Syenit, der Name ist ein ägyptischer, hängt zusammen mit der Stadt Syene in der Thebaide, wo die wichtigsten Brüche waren. Nach Plin. 36. 13 trug das Gestein auch den griechischen Namen _pyropaecilon_, Herodot II. 137 bezeichnet es als bunten äthiopischen Stein. Diess Gestein, aus dem die Obelisken bestehen, kennen wir sehr gut, es ist ein wahrer Granit aus vorwaltendem rothem Feldspath, grauem Quarz und etwas schwarzem Glimmer, doch kommt wirklicher Syenit, mit viel Hornblende, auch im dortigen Gebirge vor.

Der Name _Granit_, mit dem man fälschlicherweise den syenites der Alten bezeichnet, stammt aus neuerer Zeit, hängt wohl mit granosus zusammen, wie man den Stein seines körnigen Gefüges wegen genannt haben mag; im mittelalterlichen Latein wird ein marmor granitum, quasi granis conspersum erwähnt. In der alten Bergwerkssprache heisst _grintstein_ ein schlechter Stein, der aus verschiedenen Materien bestehet, woraus vielleicht Granit geworden seyn kann.

Der Name _Granit_ ist in die wissenschaftliche Sprache der Völker übergegangen, übrigens heisst er: _bato betul_ im Malaiischen;--_[Greek: lybikos]_ oder _[Greek: noumikos lithos]_ im Neugriechischen;--_graberg_ im Schwedischen;--_schpatowoi dekoi kamene_ im Russischen;--_zula_ im Böhmischen.

7. _Gneiss, Gneus_, dem Granit geognostisch sehr verwandt, ebenfalls aus Quarz, Glimmer und Feldspath bestehend, aber in fasrigem halbschiefrigem Gefüge, der keine Politur annimmt, im Alterthume nicht beachtet seyn mag. Der Name ist neuern, aber unbekannten Ursprunges; der Bergmann in Böhmen und Sachsen braucht häufig die Worte: Kneis, Geneis, Ginest, Gniest, Kniest, Knaust für hartes Gestein, auch gneisig für fest; sie mögen wohl slawischen Ursprunges seyn. Im Böhmischen heisst er übrigens _rula_, im Schwedischen _mark groesten_.

8. _Porphyr_. Porphyrartig nennen wir ein Gestein, wenn es aus einer vorherrschenden Grundmasse bestehet, in der krystallinische Mineralien eingemengt sind. Bey dem eigentlichen Porphyr bestehet die Grundmasse aus Feldstein, in welchem Feldspath, Quarz, etwas Glimmer oder Hornblende liegen. Am gewöhnlichsten ist das Gestein roth, zeigt sich aber auch grün oder schwarz. Das Gestein ist, besonders in manchen Abänderungen, sehr politurfähig; das Alterthum verarbeitete besonders den ägyptischen (aus den grossen Brüchen zwischen Berenice und Coptos, in dem mons porphyrites, jetzo Dschebel dochan, wo die ausgedehntesten Steinbrüche noch vorhanden sind). Jetzo sind grosse Schleifereien in Elfdalen (Schweden) und im Altai. Dieser, wie der antike Porphyr (porfido rosso der Künstler), hat eine bräunlich rothe Grundmasse, in welcher kleine röthliche Krystalle von Feldspath (Albit), von Glimmer oder Hornblende, auch wohl kleine Flitterchen von Eisenglanz, selten Quarzkörner liegen.

Es ist diess der _[Greek: porphyritês], porphyrites_ der Griechen und Römer (der den Namen von _[Greek: porphyra]_, die Purpurfarbe, hat), der auch _leptosephos_ oder _leucostinctus_ hiess. Der Name Porphyr ist in die wissenschaftliche Sprache aller Völker übergegangen. Im Türkischen heisst er sumaki oder sumaki mermer.

Anhangsweise mögen hier noch ein Paar ägyptische Gesteine erwähnt werden, die zwar nicht politurfähig sind, aber im Alterthume erwähnt werden.

_[Greek: lithos troikon], lapis troicus_ ist der in Unterägypten verbreitete, zur Kreideformation gehörige Nummulitenkalk, reich an Petrefacten, besonders Nummuliten, die man im Alterthume, wegen ihrer Form mit Linsen verglich, wie Strabo und Plinius erwähnen. Dieser Kalkstein lieferte das Hauptmaterial zu den Pyramiden und andern grossen Bauwerken. Der _[Greek: lithos poros]_, den Theophrast §. 15 erwähnt, mag auch hierher gehören.

Der _lapis thebaicus_, auch _psarronium_ ist der, durch die Thebaide, über Aegypten, Abessinien, Syrien u.s.w. verbreitete Flötzsandstein, der hier mächtige Felsgebilde darstellt, auch zur Kreideformation gehören wird. Er ist meist ziemlich feinkörnig, manche Schichten sind grobkörnig und ausserordentlich fest (breche silicieuse); manche sind grobe Breccien, die zuweilen eine grüne Farbe haben (breccia verde d'Egitto). In diesem Sandstein liegen die Grabkammern der Aegypter, zuweilen ganze unterirdische Paläste, aus demselben bestehen die meisten grossen Bauwerke und Monolithen.

E. _Kreide_.

Ist ein weisser, erdiger, lockerer, schreibender Kalkstein; dient als Poliermittel, vorzugsweise als Farbe; besonders fein präparirt heisst sie: blanc d'Espagne, blanc de Bougival. Geognostisch bedeutet das Wort die, zur Kreideformation gehörigen Flötze, meist harter Kalk- und Sandstein.

_kin_ im Chinesischen (ist auch Thon);--_sadagara_ (weisse Erde) im Tibetanischen;--_dhavalamrittika_ (weisse Erde), aus _khati_ im Sanscrit;--_khatika, khadimati_ im Bengalischen;--_simie-chunamboo_ im Hindu.

_kavidsch_ im Armenischen;--_law, akuan, chack_ im Persischen;--_hawwara, debesur_ im Arabischen;--_tebaschyr_ im Türkischen;--_maret tzaoda_ im Abessinischen.

_criadh, cailc_ im Gälschen;--_creye, cleiz_ im Bretonischen;--_marm_ im Wälschen;--_krida, creta_ im Walachischen.

_[Greek: krithê, leukogea]_ (weisse Erde), _[Greek: leukographis]_ im Griechischen; _[Greek: krêda, asprochôma]_ im Neugriechischen;--_creta argentaria_, auch _-eretria, -melia, -selinusia, pnigitis_ und _paraelonium_ im Lateinischen;--_kreta_ im Magyarischen;--_krita_ im Schwedischen;--_kryt_ im Isländischen und Holländischen;--_kridt_ im Dänischen;--_kride_ im Plattteutschen;--_kryda_ im Polnischen, Czechischen, Windischen, Slowakischen;--_krayda_ in Coatien, Krain u.s.w.;--_krihte_ im Lettischen;--_creta_ im Italienischen;--_greda_ im Spanischen und Portugiesischen;--_craie_ im Französischen;--_chak_ im Englischen.

_clera_ im Baskischen;--_mehl_ im Russischen;--_parmi_ in der Zigeunersprache.

F. _Stinkstein_.

Ein meist bituminöser Kalkstein, der gerieben stinkt. Man kannte im Alterthume diese Eigenschaft mancher Kalksteine ganz wohl, besondere Namen dafür finde ich nicht erwähnt.

_lapis suillus_ im neuem Latein;--_pierre de porc,--puante,--fetide_ im Französischen;--_fötid stone, stinkstone_ im Englischen;--_pietra fetida_ im Italienischen;--_wonjutschü kamenj_ im Russischen;--_bar puturos_ im Walachischen;--_orsten_ im Schwedischen.

G. _Kalktuff, Tuffkalk_.

Ein kalkiger Absatz von Gewässern, theils grob, dann oft röhrenförmig von incrustirten Gewächsen (Osteocolla, Beinbruch u.s.w. genannt), theils auch feinkörnig, selbst politurfähig, dann von den Antiquaren meist alabastre Orientale genannt. Dient häufig als Baustein. Manche Gewässer setzen sehr viel und rasch Kalktuff ab, so der Anio oder Teveron bey Tivoli (dem alten Tibur) ohnweit Rom, und einige Gewässer in Persien.

_choüe-ty-che_ im Chinesischen;--_oufouhon-ouche_ im Mandschu;--_bato-ajehr_ im Malaiischen.

_balghami_ im Persischen ist der berühmte schöne Tuffkalk von Schiramin, olmweit Tabritz in Persien, der zum Theil in dünnen Blättern bricht, höchst durchscheinend ist, eine vortreffliche Politur annimmt, sehr allgemein als Marmor angewendet wird, den aber die Antiquare Alabaster nennen.

_ajag tasch_ im Türkischen;--_hirsemm_ im Arabischen, _rokham alabiad_ ist der erwähnte persische Kalktuff.

_[Greek: pôros, pôrinos lithos]_, gehört zum Theil hierher, ist ein leichter, aber fester Kalktuff, der häufig, auch bey dem olympischen und delphischen Tempel als Baustein angewendet wurde, daher auch porus, porus lapis bey den Römern.

_lapis tiburtinus_ der Römer, ist der travertino der jetzigen Italiener, der Tuffkalk des Anio, auf dem vorzüglich ohnweit Tivoli (dem alten Tibur) sehr grosse Brüche stets umgingen. Er diente zu allen Zeiten als ein wichtiges Material für die Prachtgebäude von Rom, wurde schon in den allerältesten Zeiten angewendet, da die uralten Ruinen von Pestum daraus bestehen. Den Kalkbrennern diente er als lapis albus; zur Tünche brauchte man besonders den fistulosus, der voll Röhren ist.--_tofus, tophus_ bezeichnete lockere Gesteine, theils Tuffkalk, theils vulkanisehen, etwas verhärteten Tuff (jetzo peperino).

_tufus, tophus_ im Mittelalter;--_bartuf_ im Walachischen;--_tuf_ im Bretonischen;--_rusg, comhdach_ im Gälschen, sind die kalkigen Incrustationen;--_tufa_ im Portugiesischen;--_toba, piedra tosca_ im Spanischen;--_tuf, tufeau_ im Französischen;--_tuff, duckstein_ im Teutschen;--_duifsteen_ im Holländischen;--_ducksten, vattensten_ im Schwedischen;--_tof, dziar_ im Polnischen.

_travertino_ im Italienischen, zu dem auch gehört der pietra forte, tartari, osteocolla, confetti de Tivoli;--_hassock_ im Englischen heisst auch Tuffkalk.

_zemnity_ im Czechischen;--_mesz rosda_ im Magyarischen.

H. _Tropfstein, Sinter, Kalksinter_.

Ein Kalkstein, der sich in den Höhlen bildet aus sickernden Wassertropfen, besonders in Zapfen, die theils nach unten, theils nach oben wachsen, die man sonst als Stalactiten und Stalagmiten hiernach unterschied. Zuweilen bildet er ein Gewebe von feinen, glänzenden Fäden, heisst dann Eisenblüth (weil diese meist in Eisenbergwerken gefunden werden), jernblom im Schwedischen, flores ferri. Bey den Autoren wird zwar der Tropfstein mehrfach erwähnt, aber ohne besondern Namen.

_chy-tschoung-sju_ und _tsing-tsuen-chy_ im Chinesischen.

_stalagtites, stalagmites_ im neuern Latein, von stalagma, [Greek: stalagmos] der Tropfen, also Tropfstein im Teutschen, welches Wort wieder zusammenhängen wird mit driog, der Tropfen, im Gälischen;--_stalactide_ im Französischen;--_stalactiti, stalagmiti_ im Italienischen;--_dropsteen, leckstein_ im Holländischen, Schwedischen, Dänischen;--_sopleniec_ (von sopel der Zapfen) im Polnischen;--_lodowiec_ (von lod das Eis), _topienec, naciec_ im Czechischen, auch _wapenek krapnikowity_.

I. _Roggenstein, Oolit, Erbsenstein_.

Ein dichter, oft mergliger Kalkstein von körniger Form, theils feinkörnig, dem Fischroggen ähnlich, theils grosskörnig, wie die Erbsen.

Der _Hammitis_ der Römer wird hierher gehören, von dem Plin. 37. 60 erwähnt: er sey dem Fischroggen ähnlich.

_pisolithus_ im neuern Latein;--_pisolite, oolite_ im Französischen;--_oolit, roesstone_ im Englischen;--_rämsten_ im Schwedischen;--_borsokö, ikrakö_ im Magyarischen.

K. _Faserkalk_.

Ein Kalkstein von fasrigem Gefüge, zuweilen sehr fein, und Politur annehmend; er wird dann convex geschliffen, hat ein Schillern wie Faserkiesel (Katzenauge) und Fasergyps, heisst dann wohl Atlasspath.

_tsing-tsuen-chy_;--_choui-tshong-pe-chy_ im Chinesischen.

Beachtete man das Gestein im Oriente und Alterthume, so wird man es wahrscheinlich zum Katzenauge gerechnet haben.

_satin spar_ im Englischen;--_chanx fibreuse_ im Französischen.

_shilnowaloi iswestnoi kamen_ im Russischen;--_weglan wapna wtoknisty_ im Polnischen;--_wlaknowity_ im Czechischen;--_bar fibros_ im Walachischen.

L. _Kalkspath, Arragonit_.

Ausgezeichnet durch spathige Struktur und Krystallform, aber ohne technische Anwendung. Der vollkommen durchsichtige Kalkspath, der besonders ausgezeichnet in Island vorkommt, hat die Eigentümlichkeit, dass er vollkommner und stärker als die andern Mineralien, beym Durchsehen nach gewissen Richtungen die Gegenstände verdoppelt, heisst daher _Doppelspath, Isländischer Spath, dubbelsten_ im Schwedischen, welche Eigenschaft zuerst Erasmus Bartholini 1670 beachtete.

Dem Kalkspathe sehr verwandt ist der _Braunspath_ (chaux carbonté magnesifère), der Talkerde enthält, und der _Arragonit_, der Strontianerde enthält, 1788 von Werner und Klaproth bekannt wurde, in welchem erst Stromeyer 1812 die Strontianerde nachwies.

Der Name _Spath_ bedeutet bey uns blättriges Gefüge, mit dem aber sehr häufig Krystallform verbunden ist; er ist _spath_ im Französischen, Schwedischen, Dänischen;--_spar_ im Englischen;--_espato_ im Spanischen und Portugiesischen;--_schpat_ im Russischen;--_szpat_ im Polnischen, welche Worte zunächst zusammenhängen mögen mit ysparth im Wälschen, theilen, spalten, entfernter mit spatika im Sanscrit, d.i. Krystall.

Die krystallinischen Fossilien der Kalkreihe, als Kalk-, Gyps-, Flussspath und andere, unterschied man früher nicht gehörig, konnte es auch kaum, da chemische Analysen fehlten, man begriff sie im Allgemeinen unter Spath und unter den fluoribus, wie Agricola, Boetius de Boot u.s.w.; erst seit Cronstedt (1758) wurde der Kalkspath näher fixirt. Nach der Form bekam er besondere Namen, als Schweinszahn, Nagelkopf, Hahnenkamm und viele andere.

Mit welchem Namen man ihn im classischen Alterthume bezeichnete, ist unbekannt, die von Plinius erwähnten: pangonius, ceponius, leucochrysos, melichrysos u.s.w. können hierher gehören.

Die Orientalen werden ihn unter den Namen für Krystall begriffen haben (s. diesen).--

_spath culcaire_ im Französischen;--_lime spar_ im Englischen;--_meszkovalz_ im Magyarischen;--_wapanec, uhlan wapnicity_ im Czechischen;--_weglan wapna blaskowy_ im Polnischen.

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#§. 5. Flussspath-Gruppe.#

Flusssaurer Kalk, theils derb, meist krystallisirt. Die Krystalle, meist ziemlich durchsichtig, sind verschieden, oft schön gefärbt, grün, gelb, roth, blau, daher man sie früher als falschen, unächten Smaragd, Amethyst, Sapphir u.s.w. bezeichnete, auch Topasfluss, Smaragdfluss u.s.w. nannte (fausse emeraude,--amethyste u.s.w. emeraudes morillon;--fluor viridis,--caeruleus u.s.w.). Der Androdamas von Agricola (1550) und Scheuchzer (1718) war in Würfeln krystallisirter Flussspath. Die Krystalle, als solche, können ihrer wenigen Härte wegen nicht zu Schmucksteinen angewendet werden, aber Flussspath kommt auch in grossen, hübsch gefärbten krystallinischen Massen vor, solche werden vorzüglich in England (in Derbishire und Buxton seit 1765) zu Gefässen, Vasen und dergleichen verarbeitet, die sich ganz hübsch ausnehmen, aber nur in geringem Werthe stehen. Auch im alten Aegypten hatte man schon Gefässe von Flussspath, von denen einige auf uns gekommen sind.

Manche Abänderungen phosphoresciren (d.h. eine Zeitlang dem Sonnenlichte ausgesetzt, leuchten sie im Dunkeln) von allen Mineralien am stärksten, diese kommen jetzo besonders und am schönsten in Siberien vor, heissen Chlorophan (früher spathum lucens, spath phosphorique). Diese Eigenschaft war schon dem Alterthume bekannt, und der pazon, topazion der Alten wird ein solcher Chlorophan von der ägyptischen Insel ophiodes gewesen seyn, woher unser Name Topas stammt. Die Phosphorescenz des Flussspathes überhaupt, in der neuern Zeit wird von Beckmann 1676 entdeckt seyn, er hiess daher auch phosphorus smaragdinus, hesperus, vesperugo.

Der krystallisirte und derbe (der ganze Felsmassen bildet) ist sehr leichtflüssig, wesshalb man ihn häufig beym Schmelzen des Eisens, Kupfers, als Flussmittel (flux, fondant, erbue, castine im Französischen) zusetzt, während man anderntheils hierzu auch Kalk, Thon--herbue--u.s.w. anwendet); desshalb bezeichnet ihn der teutsche Bergmann als Flösse, woher er lateinisch fluor, fluores genannt wurde; dieser Name ging in die Mineralogie über, und die Gattung fluores begriff, wie der basaltes, sehr verschiedene Gesteine. Als Scheele 1771 den Flussspath zerlegte, und die Flusssäure zuerst darstellte, wurde die Gattung speciell fixirt. Praktisch kannte man die Flusssäure bereits früher; schon Schwanhard 1670 ätzte damit auf Glas, und 1725 wurde bekannt: dass man dieses Aetzwasser aus böhmischem Smaragd oder Hesborus bereite.

_tse-chy-yng_ im Chinesischen, ist blauer Flussspath; _lou-fou-chy_ ist grüner.

_[Greek: pazion, topazion]_ der Griechen, von gelber und grüner Farbe, welcher, der Sonne ausgesetzt, stark im Dunkeln leuchtet, massig und glasähnlich auf der ägyptischen Insel Ophiodes vorkam, war gewiss ein Chlorophan oder Flussspath.

_topazius_ der Römer, von theils goldgelber, theils grüner Farbe, daher unterschied man mehrere Arten: a) _prasoides_ den grünen (von [Greek: prason] Lauch, [Greek: prasinos] lauchgrün), b) den _chrysopteros_ wohl goldgelb; hierher dürfte gehören c) der _chrysoprasius_ (wohl verschieden von chrysoprasus, eine Art Beryll), der gelbgrün war, und in grossen Stücken brach, wie d) der _chrysopastus_ und _chrysolampes_, auch wohl der _chrysolithus_ der Römer und Griechen (s. oben unter Chrysolith), _chryselectrum_ und _xanthus_. Zu den phosphorescierenden Steinen dürfte auch wohl die _Ceraunia_ gehört haben.--belur (d.i. Krystall) und _seberget_. (d.i. wahrscheinlich Chrysolith) nennen die jetzigen Einwohner von Aegypten den Stein der Insel topaze, welcher unser Flussspath seyn wird.

_paz_ im Hebräischen, und _tuphasjon_ im Syrischen, wird mi [mit] [Greek: pazion] und [Greek: topazion] im Griechischen zusammenhängen.

_ssila_ im Persischen, heisst jetzo (nach Ebersmann Reise nach Buchara 1823 Pag. 74) auf dem Edelsteinmarkte von Buchara, der ungeschliffene Flussspath, _finussa_ der geschliffene, der mit Lasurstein ans Badakschan kommt.

_fzazejon_ im Aethiopischen, wird mit äthiopischem Topas übersetzt, so auch _Warawere_ (von warek das Gold) und _tankar_ (von tankara das Gold im Abessinischen);--_zahebem wareke_ ist im Amharischen ein Stein von Goldfarbe mit Topas übersetzt; wohin diese Steine gehören, muss ganz dahin gestellt bleiben.

Als man in der neuern Zeit gelbe Edelsteine (besonders unsern Topas in Sachsen) kennen lernte, suchte man nach einem etwa passenden Namen im Alterthume, nannte sie erst Chrysolithe, dann Topase, wendete freilich, wie so häufig, fälschlich den alten Namen auf den neuen Stein an.

Der practische Bergmann benutzte als gutes Flussmittel ein Gestein, das er daher _Flösse, Flüsse_ nannte, bey dem oft hübsche gefärbte Krystalle einbrachen, die man _Flussspath_ nannte; im Lateinischen _fluores_, die Agricola (im Bermannus 1546) als eigne Gattung heraus hob und deutlich charakterisirt, und die Mineralogen der spätem Zeit setzten in die Gatten der _Flüsse_ oder _Fluores_ vielerley ähnliche Gesteine.

_fluor_ in England, auch fusible spath, sparry fluor, der Bergmann nennt ihn sugary spar (wohl Zuckerspath), in Cornwall auch kand. In Derbishire kommt er häufig und schön gefärbt vor, wird zu Gefässen verarbeitet, heisst bey den Arbeitern blue John, blueston, im gemeinen Leben Derbystone.

_fluor_ im Französischen, auch spath fluor, flux, spath vitreux und --phosphorique; der Hüttenmann nennt ihn _castine_, auch _erbue_, wenn er als Zuschlag, d.i. Flussmittel dient.

_fluor, espato fluor, espalto_ im Spanischen, auch _castina_, was überhaupt Zuschlag, oder Flussmittel ist;--_fluor_ im Portugiesischen;--_fluor, spato fluore_ im Italienischen.

_flusspath_ im Schwedischen, auch _oakte rubin, sapphir fluss_ u.s.w.;--_flussjord_ im Dänischen.

_plawik, plawnik_ im Russischen, topidlo rozdopidlo ist das Flussmittel beym Schmelzen; der Chlorophan heisst: isum-rudistoi [or: isumrudistoi] kamenj;--_kaziwil_ im Czechischen;--_szpat_ im Polnischen, auch _roztop_ (das Flussmittel beym Schmelzen).

_folyo_ im Magyarischen;--_folyo kovacs_ ist Flussspath.

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#§. 6. Phosphorsaurer Kalk#.

Der _Apatit_ ist den Gemmen verwandt, krystallisirt, schön, meist grün, auch blau gefärbt, nimmt Politur an, wird wohl zu Schmucksteinen geschliffen, wurde früher meist Chrysolith genannt (Chrysolithe ordinaire von Romé de l'Isle); er ist weich, phosphoresciert stark, wie der Flussspath, bestehet aus phosphorsaurem Kalk, findet sich in Sachsen, Spanien, hat seinen Namen durch Werner erhalten, der ihn aus dem griechischen Worte [Greek: apataô] (decipio) bildete, ihn als eigne Gattung (1788) fixirte, die in demselben Jahre von Klaproth chemisch festgestellt wurde. Eine Art hiess früher _Spargelstein_ und _Moroxit_, die unkrystallisirte Art ist der _Phosphorit_, in welchem Proust 1788 die phosphorsaure Kalkerde nachwies.

Dem Alterthume kann der Apatit, vorzüglich der spanische, wohl bekannt gewesen seyn, wir wissen aber nicht, unter welchem Namen, vielleicht wurde er zu prasoides u.s.w. gerechnet.

_apalite, chaux phosphatée_ im Französischen;--_apalit, phosphate of lime_ im Englischen, ähnlich in der wissenschaftlichen Sprache aller Zungen.

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#§. 7. Gyps oder schwefelsaurer Kalk#.

Der Gyps ist zu allen Zeiten bekannt gewesen und angewendet worden, dass es aber Schwefelsäure ist, die ihn characterisirt, hat erst die neuere Chemie ermittelt. Der gewöhnliche Gyps ist ein wasserhaltiger, schwefelsaurer Kalk; der sehr häufig vorkommende wasserfreie heisst _anhydrit_, der einen etwas andern Charakter trägt; zu diesem gehört der marmo bardiglio di Bergamo der Künstler, welche Abänderung von den Mineralogen lange als Vulpinit bezeichnet wurde.

A. _Gyps im Allgemeinen und der gemeine dichte Gypsstein_.

Er ist unkrystallisirt, kommt in ganzen Bergmassen vor, gebrannt wird er mit Wasser plastisch, erhärtet dann bald, wird zu Fussboden, Stuckatur-Verzierungen, Bildwerken, auch als Düngmittel verwendet.

_altschi, alci_ im Türkischen;--_gadsch, gidg, pur_ im Armenischen, prel ist begypsen;--_ghiez_ im Kurdischen.

_dschibs, tschesspin, giaru_ im Persischen, dschespiden ist gypsen;--_giebsin, gyss, giaess, cepsin_, auch _ciared, kaermed, scharuk_ im Arabischen; gabbasch ist Gypsofen;--_gebsus_ im Abessinischen;--_gubassus_ im Syrischen;--_gubsin, gubsis, guphis_ im Chaldäischen.

_gipsu, ipsos_ im Walachischen;--_altsi_ (aus dem Türkischen) im Albanischen;--_gyp_ im Bretonischen;--_aol geal_ im Gälischen;--_[Greek: gypson, gypos, skiros, latypê]_ (beide Worte haben keinen Anklang in den andern Sprachen) im Griechischen und Neugriechischen;--_gyps, plaisterstone, parget_ im Englischen;--_gypse_ im Französischen, platre ist der gemeine dichte Gyps (wird zusammenhängen mit Glas, plas im Keltischen--weiss, blass und tre Stein);--_gesso_ im Portugiesischen;--_yeso, yezgo_ im Spanischen;--_yesso_ im Italienischen;--_gips_ im Schwedischen, Dänischen.

_ghipse_ im Russischen;--_gips, siarczan wapna_ im Polnischen;--_sadra, sadrowec, siran wapnicily_ im Czechischen, wodnaty ist der dichte Gyps;--_ges, kamen bjeli_ in Bosnien;--_bjelokan_ im Ragusanischen;--_sirgu akmins_ im Lettischen.

_maz, gipsz, gyantakö_ im Magyarischen;--_gybs_ im Maltesischen.

_hvit_ im Isländischen;--_spaerstan, spaeran_ im Angelsächsischen.

B. _Der gebrannte Gyps--Sparkalk--und der Gypsmörtel_.

Er wurde auch im Alterthume vielfach angewendet, zum Estrich (pavimentum), zu Figuren, Modellen, Stuckaturarbeit (sigilla aedificiorum, coronae u.s.w.), welche unter der caelatura begriffen wurden.

_ajend_ im Türkischen;--_gief_, auch _ajende_ im Arabischen, _sywa balzighy_ ist auch Gyps;--_[Greek: gypson]_ der Griechen;--_gypsum_ der Römer;--_[Greek: pasaleiphar]_ im Mittelalter;--_aol, phlasd_ im Gälischen.

_parget_ im Englischen; _pleister_ ist der Mörtel von Gyps und Kalk;--_pleister_ im Holländischen;--_yesso mate_ im Spanischen;--_stucco_ im Italienischen.

_Sparkalk_ im gemeinen Teutsch, wird aus dem Angelsächsischen herkommen, wo der Gyps Spaerstein, das Marienglas spaerglass heisst, was mit lapis specularis zusammenhängen wird.

C. _Alabaster_.

Der Alabaster ist ein weisser auch hübsch gefärbter dichter Gyps oder Anhydrit (wasserloser Gyps, bardiglione im Italienischen), zum Theil durchscheinend, der stets viel zu Kunstwerken verarbeitet, im Alterthume unter die Marmorarten gezählt wurde. Was aber die italienischen Künstler und Archäologen jetzo orientalischen Alabaster nennen, ist meist ein schöner dichter Tuffkalk. Aegypten lieferte besonders schönen Alabaster; es sind Sarcophage auf uns gekommen, deren Gestein fast durchsichtig ist, und einen Silberklang giebt.

_rdo-manyina_, auch _ka-ma-ru_ (d.i. weicher Stein) im Tibetanischen;--_pualam_ im Malaiischen (ist auch Marmor);--_obesiksak_ im Grönländischen (ist auch Marmor);--_su mermer_ im Türkischen;--_aghabast_ im Armenischen.

_peka_ im Aethiopischen (ist auch weisser Stein);--_schatiphto, schotiphjotho, dagugitho, bistho_ im Syrischen, was sowohl Alabaster, als eine Salbenbüchse bedeutet.

_al-bassrah_ (d.i. weisser Stein), auch _su mermeri_ im Arabischen; ballat ist ein dem Marmor ähnlicher, aber weicherer Stein, dschodsdsam ist der Name eines weichen Steines, lachfat ein dünner weicher Stein, ob aber diese Steine zum Gyps gehören, muss ganz dahin gestellt bleiben;--rokham alabid wird mit orientalischer Alabaster übersetzt, wird aber wohl der persische, alabaster-ähnliche Tuffkalk seyn.

_unch, uncha_ im Chaldäischen;--_ount_ in der ägyptischen Hieroglyphensprache;--_ount_ im Koptischen, ist eigentlich Onyx, wird auch mit Marmor übersetzt, kann auch den mehrfarbigen Alabaster bezeichnet haben.

_[Greek: onyx]_ im Griechischen, ist unser Onyx, aber auch der mehrfarbige Alabaster (s. oben bey Onyx);--auch, besonders in der spätern Zeit, _[Greek: alabastros]_ (was auch Salbengefäss bedeutet), _[Greek: alabastritês]_. Ob dieser Name von der Stadt Alabastron in der Thebaide herstammt, oder (wie vielleicht wahrscheinlicher) vom semitischen al bassrah, muss ich dahin gestellt seyn lassen, immer wird er semitischen Ursprunges seyn, wie auch Plinius 37. 18 bemerkt.

_[Greek: alabastron]_ im Neugriechischen.

_alabastrites_ der Römer, der vorzüglich zu Salbenbüchsen, auch zu Säulen verwendet wurde, auch _[Greek: chertritês], chermites_, der zu Sarcophagen diente; ein sehr durchscheinender Alabaster, wird der _phengites_ gewesen seyn, aus dem kleine Tempel und Hallen construirt wurden, der aus Cappadocien in Kleinasien kam.

_clach-eiting_ im Gälschen (vielleicht von eith das Eis);--_alabastro_ im Bretonischen (wohl aus dem Lateinischen).

_alabatre_ im Französischen;--_alabastro_ im Spanischen, Italienischen und Portugiesischen, wo effingites ein durchscheinender Stein ist, der hierher gehören wird;--_alabast_ im Holländischen und Dänischen;--_alabastursteiern_ im Isländischen;--_alabastr_ im Englischen, Polnischen, Czechischen (hier auch sadrowec zrnaty) und Windischen;--_alabastri kiwwi_ im Esthnischen;--_alabastron-kö_ im Magyarischen.

D. _Gypsspath, Marienglas_.

Der Gyps erscheint häufig in Krystallen; diese sowohl, als grosse krystallinische Massen sind sehr ausgezeichnet spätig, oft sehr gross und dünnblättrig, liefern grosse, sehr dünne, ganz durchsichtige Blätter, die hierin dem grossblättrigen Glimmer sehr ähnlich sind, welcher aber derartig fast nur in Russland vorkommt, daher man ihn russisches Glas nennt, den Gyps im gemeinen Leben als _Fraueneis_ bezeichnet. Da man die Heiligenbilder sonst häufig mit Fraueneis oder mit Glimmer bedeckte, so nennt man beide,--meist aber ersteres--_Marienglas_. Wie den Glimmer braucht man auch zuweilen das Fraueneis als Glas, was aber hierzu weniger geeignet ist. In den Apotheken nannte man früher das Fraueneis: alumen scagliclae oder scagliosum.

_pe-ky-chy, huen-tsing-chy_ im Chinesischen;--_keblekajak_ im Grönländischen (wie auch das russische Glas heisst);--_hajelakhar_ im Armenischen;--_büsakil-kaemer_ im Türkischen;--_batzeka_ im Aethiopischen, selenites oder lapis albus splendens Arabiae kann hierher gehören;--_ajarisum_ im Arabischen ist lapis specularis; _locats_ oder _lucats_ ist lapis resplendens in gypso, also Gypsspath; die arabischen Aerzte übersetzen selenites mit bozak lkamari und [Greek: petroselinon] mit batrasalijun.

_[Greek: lithos speklarou]_ der Griechen. Herodot III. 17. erwähnt: die äthiopischen Völker stellen ihre einbalsamirten Leichen unter ein Gehäuse von [Greek: hyalos] (Glas), das man bey ihnen in Menge und sehr schön gräbt;--dieses hyalos (Glas) wird wahrscheinlich Fraueneis gewesen seyn, doch war diess wohl nicht der wissenschaftliche Name.

_lapis specularis_ der Römer, aber nur die weisse Art gehört hierher, die schwarze wird russisches Glas gewesen seyn; selenites war Fasergyps;--_lapis specularis_ im Mittelalter, auch _lapis arabicus_, auch _gypsum_, den man auch zu Fenstern brauchte.

_pierre speculaire, selenite_ im Französischen;--_piedra espejuelo_ im Spanischen;--_scajola, selenite_ im Italienischen;--_selenite, spar, icing glas_ im Englischen;--_spegelsten, selenit, gyps cristaller_ im Schwedischen;--_spar, sperglas, unser frawn Eyss_ im Altteutschen;--_ipsos spat_ im Walachischen.

_selenit_ im Russischen;--_sklo kamienne_ im Polnischen;--_satrowec lupenaty_ im Böhmischen;--_tükörkö_ im Magyarischen.

E. _Strahl- und Fasergyps_.

Der Gyps erscheint häufig ausgezeichnet strahlig und fasrig; der Fasergyps ist zuweilen so fein und hart, dass er zu Schmuckgegenständen, vorzüglich zu grossen Perlen für Halsbänder u.s.w. verarbeitet wird, die einen eigenthümlichen, schönen, wandelnden Lichtschein geben, wie das Katzenauge (Faserquarz), solche Sachen werden viel in China, auch in England gemacht. Dieses ausgezeichnete Schillern scheint im Alterthume vorzüglich die Aufmerksamkeit erweckt zu haben.

_chy-kao, dshugan_ im Chinesischen.

_hagiar alchamar_ im Arabischen, kann hierher gehören;--_aphrus lainum_ im Syrischen, übersetzt mit talcum lapis ist offenbar das [Greek: aphrosselênos] der Griechen, welche ihr Wort wahrscheinlich aus der semitischen Sprache entlehnten.

_[Greek: selenitês, aphroselênos]_ der Griechen; Dioscorides sagt: er stellt das Bild des Mondes dar (schillert), ist weiss, durchscheinend, leicht, wird in Arabien gefunden. Galen sagt: der aphroselenites kommt aus Aegypten; göttlicher Thau in die Helligkeit des Mondes gesetzt, coagulirt sich zu diesem Stein, der dem Specularstein ähnlich ist, daher auch der Name.

_selenites, aphroselenites_ der Römer. Der Name selenites ging in das neuere Latein über, womit man den Gypsspath, auch die ganze Gattung Gyps bezeichnete, kam so auch in die neuern Sprachen.

_fibrous gyps_ im Englischen;--_gypse fibreux_ im Französischen;--_stralgips_ im Schwedischen;--_gyantokö szalas_ im Magyarischen;--_sadrowec wlaknowity_ im Czechischen.

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#§. 8. Baryt-Gruppe.#

A. _Schwefelsaurer Baryt, Schwerspath_.

Der schwefelsaure Baryt ist ein häufiges Fossil in den Erzgängen, es zeichnet sich aus durch grosse Schwere, blättrige Structur und schöne Krystalle, die aber nicht geschliffen werden können, auch giebt es derbe, strahlige, fasrige und körnige Abänderungen. Der teutsche Bergmann kannte das Fossil stets, nannte es _schwerer Spath_, bey den Mineralogen hiess es gypsum ponderosum, marmor metallicum. Da fand der Chemiker Bergmann (um 1780), dass dieses Gestein eine eigenthümliche Erde enthalte, die er Baryt (von [Greek: baros], schwer) nannte, welcher Name in die wissenschaftliche Sprache aller Völker überging.

Aller Schwerspath phosphorescirt, leuchtet, wenn er erhitzt wird, in besonders hohem Grade ist diess der Fall bey Schwerspathknollen, die sich bey Bologna im Thon finden, was 1630 durch Vincent Cascarialo gefunden wurde; seit der Zeit kennt man diess Fossil als lapis illuminabilis und lucifer, pietra de Bologna, Bologneser Spath, phosphor de Bologne, phosphorus bononiensis.

In den Gewerben findet der Schwerspath manche Anwendung, zu Pastellstiften, weisser Farbe u.s.w.

Die Chinesen brauchen ihn zur Porzellanfabrikation, nennen ihn _chekao_.

Das Alterthum mag ihn gekannt haben, wir wissen aber nicht unter welchem Namen.

_barytes_ im Englischen; beym Bergmanne heisst besonders der dichte: _caulc, kauck, chaulk_;--_baryte, spath pesant_ im Französischen;--_espajo pesanto_ im Spanischen;--_baryte, barote_ im Italienischen;--_barit, lysesten, tungspath_ (verschieden von tungsten, d.i. Schelerz) im Schwedischen.

_tàscheloi schpat_ im Russischen;--_siarkan baryty_ im Polnischen;--_merotec_ im Czechischen;--_nehez_ im Magyarischen.

B. _Witherit_.

Kohlensaure Baryterde, die nicht häufig, besonders in England, auch an einigen andern Punkten vorkommt. Sie ist ein starkes Gift, und schon lange wurde das Fossil als Rattengift in England gebraucht und Ratzenstein genannt. Der englische Chemiker Dr. Withering in Birmingham ermittelte zuerst (1784) die wahren chemischen Bestandteile, worauf ihm Werner den Namen Witherit gab, der in die wissenschaftliche Sprache überging. Das Alterthum und der Orient haben ihn schwerlich gekannt.

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#§. 9. Strontian-Gruppe.#

A. _Strontianit_.

Dem Schwerspathe in mancher Hinsicht ähnlich, chemisch ganz verschieden, aus Kohlensäure und einer eigenthümlichen Erde--der Strontianerde--bestehend, wie besonders durch Klaproth dargelegt wurde. Wurde zuerst bekannt aus den Gängen von Strontian in Schottland, weshalb Sulzer und Werner (1791) ihm den Namen Strontianit gaben, der in die wissenschaftliche Sprache aller Völker überging, neben welchem auch die chemische Bezeichnung sehr üblich ist: schwefelsaurer Strontian, sulfate of Strontian, Strontiane sulfaté u.s.w.

B. _Zölestin_.

Der Zölestin ist schwefelsaurer Strontian, hat manche Analogie mit Gyps, zeigt sich krystallisirt fasrig und derb, kommt an vielen Punkten, aber nicht häufig vor; der krystallinische wurde für Schwerspath, der fasrige für Gyps gehalten. Der Chemiker Clayfield fand zuerst, dass die Krystalle von Bristol, und Klaproth (1797), dass der blaue sogenannte Fasergyps aus schwefelsaurem Strontian beständen, wegen der meist himmelblauen Farbe wurde ihm der Name Zoelestin gegeben, den Werner in sein System aufnahm, der in die wissenschaftliche Sprache überging, doch braucht man meist den chemischen Namen: schwefelsaurer Strontian, strontiane sulfaté, sulfate of Strontian u.s.w.

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#§. 10. Borax-Gruppe.#

A. _Borazit_.

Der Borazit ist ein seltenes Fossil, das an wenigen Orten vorkommt, ausgezeichnet in dem Gypse bey Lüneburg. Die dessfalsigen Krystalle waren längst unter dem Namen Würfelstein bekannt; Lasius machte 1787 zuerst durch eine Notiz auf sie aufmerksam, nannte sie kubischer Quarz, dann wurden sie Würfelspath und Sedativspath genannt. Westrumbs entdeckte den Gehalt an Boraxsäure (1788), worauf ihm Werner den Namen Borazit gab (1789), der in alle Sprachen überging, aber häufig bezeichnet man auch das Fossil chemisch, als boraxsaure Kalkerde, Magnesie boraté, borate of magnesia u.s.w.

B. _Datolith_.

Der Datolith ist ein seltenes Fossil, welches ausgezeichnet in Norwegen vorkommt. Esmark in Schweden gab den Namen, fixirte die Gattung. Klaproth fand als chemische Bestandtheile Kieselerde, Kalkerde und Boraxsäure, man bezeichnet den Datolith auch meist chemisch als chaux boratée silicieuse, siliceous borate of lime u.s.w. Werner nahm ihm 1807 in das Mineralsystem auf.

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Viertes Kapitel. #Salze und Verwandtes#.

#§. 1. Kochsalz#.

A. _Kochsalz und Salz im Allgemeinen_.

Das Kochsalz ist chemisch ein Chlornatron oder salzsaures Natron, zusammengesetztes Natron und Salzsäure oder Chlor; es bildet das Steinsalz, wird aber am meisten gewonnen aus dem Meerwasser, aus salzigen Quellen oder Soolen, aus Salzseen u.s.w., dient vorzugsweise zur Würze der Speisen. Der Name des Kochsalzes bedeutet auch in fast allen Sprachen das Salz im Allgemeinen.

_lou, pe-tsai_ im Chinesischen, hien ist salzig;--_tsha, za, tscha, charuza_ im Tibetanischen, lana-tsha ist die Soole;--_hvyah_ im Javanischen;--_ouppu_ im Tamulischen;--_siwo, siro_ im Japanischen;--_maschu_ auf den japanischen Inseln;--_dabasu, tabassu, tabass_ im Mongolischen;--_dabsum, tapsoun, nasan_ im Tartarisch-Mandschu;--_da-wuszum_ [or: _dawuszum_] im Tungusischen.

_tos, tus_ im Tartarischen;--_tus, tuz_ im Türkischen, taslisu ist die Salzsoole;--_tuss_ im Kirgisischen;--_tus, tur_, auch _tschak, sirro, sak, ser, sir_ in den samojedischen Sprachen.

_tus_ im Jacutischen;--_tuch, tuchi_, auch _tschag, psu, zam, zon, sio_ in den kaukasischen Sprachen;--_chuch, schugh_, im Tscherkessischen;--_chu, khu, choi, kohhe_ im Kurdischen;--_mirilli, gim_ im Georgischen;--_guimu_ im Lesgischen;--_jumi_ im Mingrelischen;--_tegjio, yamgan_ im Korjakischen.

_tarrajok_ im Grönländischen;--_turruka_ im Tungusischen;--_teguin_ im Tschudischen;--_tak_ im Lamutischen;--_peipiem_ in Kamtschatka.

_zach, zauche_ im Ossetischen. _malahi_, auch _kemtcha_ im Pehlvi (Alt-Persischen);--_malga_ im Afghanischen;--_melach_ im Hebräischen;--_melcho_ im Syrischen;--_melcha, melach_ im Chaldäischen;--_mihl, mehl_ im Arabischen;--_mell_ im Maltesischen, mellyha ist Saline.

_tshawe_ im Amharischen;--_tzewe_ im Aethiopischen;--_tzew_ im Abessinischen.

_hmu_ im Koptischen;--_umbuttk_ im Dongolischen (Nordafrika);--_imitta_ im Berberischen;--_orot_ in Darfur (Nordafrika).

_sara_ im Sanscrit, auch _lawana_ (der gewöhnlichste Ausdruck für Salz in Indien), _dschalarasa, kschara_ (ist im Bengalischen eigentlich das Natron); waridsha ist das aus dem Wasser erzeugte Salz; wasira und kadaka ist Seesalz; _cjama, kshardtshtsha_ ist das schwarze Salz.

_sira_ auf Sumbava;--_garan_ im Malaiischen;--_cha_ in der indischen Provinz Tenasserin;--_jot_ in der Kaffersprache und in Afghanistan.

_nimaka, nuna, lona_ in Bengalen (samudra ist das Meersalz);--_nemek_ im Persischen;--_namek_ im Bucharischen;--_sare_ im Walachischen (wie im Sanscrit), saratu ist gesalzen, ockna die Salzgrube.

_cripa, criupa_ im Albanischen; cripesoig ist salzen, benticripes die Salzgrube.

_salann, sal_ im Gälischen, slochd-shalainn ist Saline;--_hal, halen_ im Wälschen, halenu ist salzen, halwyn die Salzsoole, hallu salzsieden;--_halein, haloin_ im Bretonischen, haloiner, halenner ist Salzsieder;--_halinn, holin, hol_ im Cornischen.

_salt_ im Gothischen.

_[Greek: hals, halos, halas]_ im Griechischen, [Greek: halmiria] ist die Saline, [Greek: achme] war wohl der zerfliessliche salzsaure Kalk und die Mutterlauge, die im Mittelalter [Greek: salamoura, halmouris, taricheia] hiess;--_[Greek: halas]_ im Neugriechischen.

_sal_ im Lateinischen, sal e puteis war das Salz aus Quellen; sal marinum Meersalz, salina die Meersaline, spuma maris was das Meer unmittelbar absetzte; sal coctus, auch favilla salis, das abgeknisterte, gebrannte Salz, ramentum salis wohl dasselbe; flos salis aus Aegypten war wohl Natron, rubigo salis vielleicht die Mutterlauge, salsugo wohl der zerfliessliche, salzsaure Kalk.

_alos_ bey den Alchemikern, auch alic, esebom, alsebon, almene, ansirato, alcali.

_sal_ im Portugiesischen und Spanischen;--_salt_ im Isländischen, Dänischen, Angelsächsischen;--_sale_ im Italienischen;--_sel_ im Französischen;--_salt_ im Englischen;_seat_ im Schwedischen;--_solt_ im Niederteutschen;--_sout_ im Holländischen.

_sel, salno, saline_ im Ostiakischen;--_slal_ im Wotjakischen;--_sahis_ im Lettischen;--_salz_ im Krimm-Tartarischen.

_sole_ im Russischen (wie im Teutschen das Salzwasser--Soole--heisst);--_sol_ im Polnischen, zol, zola, surowika ist die Salzsoole, gora solnia ist Salzwerk;--_sol_ im Slowakischen, Krainschen, Illyrischen; solina ist Salzwerk;--_sol, su_ im Wendischen; murska sou ist Meersalz;--_sool, sal, sula_ im Finnischen und Esthnischen;--_szol_ im Croatischen und Sorbischen;--_soo_ im Ragusanischen;--_sul, soli_ im Czechischen, slany ist gesalzen, solni do Salzgrube;--_ssel_ im Wendischen, szelowy ist salzig.

_sow, sol_ im Permischen;--_so, sukan_ auf Korea;--_so, sou_ im Magyarischen, sobonya ist Salzwerk.

_agh_ im Armenischen;--_gatza_ im Baskischen;--_druska mica_ im Litthauischen;--_lohn_ in der Zigeunersprache.

B. _Steinsalz_.

Das Steinsalz ist ein natürliches, festes, meist ziemlich reines Kochsalz, welches in der Erde bedeutende Massen bildet, in vielen Ländern vorkommt.

_yen_ im Chinesischen;--_ouche-tapsoun_ im Tartarischen;--_rdo-tsha, lgyama-tsha, rgyama-tsha_ im Tibetanischen;--_airina_ im Sanscrit, auch _tarkshja, manibandha, sindhudscha_ (d.i. in Sindhu erzeugt);--_teberzin_ im Arabischen.

_[Greek: halos orykton]_ (das gegrabene) im Griechischen, [Greek: ammoniakon] war das Steinsalz aus der ägyptischen Wüste (aber auch unser gummi ammoniacum);--_[Greek: salgemma, gangrinon, halisachê]_ der spätern Griechen;--_[Greek: skaphton halas]_ im Neugriechischen.

_sal montanus_ und _nativus_ der Römer, _mica_ hiessen in Cappadocien die grossen, ganz durchsichtigen Stücke (woher der Name mica später auf unsern, zum Theil durchsichtigen Glimmer übertragen seyn wird);--_andran, sal adron, sendar, sabachi_ im Mittelalter.

_sal gema_ im Portugiesischen;--_sal gemme_ im Französischen;--_salpedres_ im Spanischen;--_sal di pietra_ im Italienischen;--_saltrock_ im Englischen;--_steensalt_ im Dänischen;--_bergsalt_ im Isländischen und Schwedischen;--_bergzout_ im Holländischen.

_kamenay_ und _honaya sole_ im Russischen;--_sül kamene_ und _kopana_ im Czechischen;--_sol kamiene_ oder _kopalna_ (das gegrabene) im Polnischen, in Wielitzka heisst das reinste Steinsalz schibika, das mit Thon gemengte spica, welches man in den teutsch-österreichischen Salinen halda und hasselgebirge nennt;--_kamenska sou_ im Wendischen;--_leddaina sals_ im Lettischen.

_köso_ im Magyarischen;--_manda_ im Burnu (Nordafrika).

C. _Chlor- oder Salzsäure_.

Der Chlor ist nach der neuern Chemie ein eigenthümlicher, noch unzerlegter Körper, der in Verbindung mit Wasserstoff die Chlor- oder bisher sogenannte Salzsäure bildet, welche mit Natron das Kochsalz, mit andern Basen verschiedene Salze bildet.

_sanmdramla_ (d.i. Säure aus dem Meere) im Bengalischen;--_rkyana-tshahi-skyura-rtsi_ im Tibetanischen;--_kwas solny_ im Polnischen.

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#§. 2. Salpeter#.

A. _Salpeter im Allgemeinen_.

Der Salpeter ist ein salpetersaures Kaly, dem Kochsalze im Geschmacke ähnlich, es kommt nicht in festen Felsmassen vor, wie das Steinsalz, auch nur höchst selten in Quellen, wenigstens in der Menge, dass es aus diesen zu technischen Zwecken gewonnen werden könnte. Manche Gesteine, besonders manche Höhlen im Kalkgebirge effloresciren viel und fortwährend Salpeter; vorzüglich sind es manche Erdstraten, die Salpeter effloresciren, sehr reich an Salpeter sind; vor allen ist diess in Indien der Fall, auch in Kleinasien (wie bey Eregli, dem alten Heraklea) und in Spanien, auch erzeugt man Salpetererde, indem man animalische und vegetabilische Theile kalkigen Letten beymischt. Der Salpeter wird vielfach angewendet, vorzüglich aber zur Fabrication des Schiesspulvers (welches in Teutschland 1330 von B. Schwarz erfunden wurde), welches man im Alterthume, wenn auch wohl kannte, aber nicht derartig anwendete als jetzo; auch zur Gewinnung der Salpetersäure.

_siao, mang-siao_ im Chinesischen.

_jawakshare_ im Sanscrit, auch _jawadsha, jawanaladsha, jawagrudsha, jawalasa, jawasuca, tarshya_;--_yan zein_ in der indischen Provinz Tenasserin.

_shora_, auch _jawak shora_ im Hindu;--_sora_ im Bengalischen;--_shora_ im Afghanischen;--_schur_ im Bucharischen;--_schore_ im Persischen;--_schire_ im Koptischen.

_sandawa, mesiyu-mantan_ im Malaiischen;--_gin-schugh_ im Tscherkessischen (heisst Pulversalz);--_tschamsa, shanzau, tschek, pscha_ in den kaukasischen Sprachen;--_tachs_ im Ossetischen;--_jetso_ auf Korea;--_alteri, altri, nitrum_ im Syrischen;--_giöwertschile, gewhercile_ im Türkischen.

_barud_ im Arabischen (wie jetzo auch das Schiesspulver heisst), ferner _sure_ (wie im Hindu), mella hai, asijus, häufig auch _telg-sini_ (chinesischer Schnee); bey den ägyptischen Aerzten barud und balachu lzini, d.i. dactylus sinensis;--_boro_ im Burnu (Nordafrika);--_schentsborak, aghborak_ im Armenischen.

_[Greek: lithos assios]_ der Griechen, _lapis assius_ der Römer kann hierher gehören, da der Araber Ibn Baithar dieses Wort mit barud übersetzt, das auch bey den Arabern asijus heisst (ob diess aus dem Griechischen entnommen, oder das griechische aus dem Arabischen, muss ich dahin gestellt lassen).

Das _sal chaonicum_ der Römer mag hierher gehören, auch das _nitrum chalastrium_, von dem Plin. 31. 46 sagt: dass man es wie Salz zum Brodte essen könne.

_[Greek: salnitron]_ im Neugriechischen, wird slawischen Ursprunges seyn, wie [Greek: salonitron] im Mittelalter, hier auch [Greek: sametrion], salpetra, salpeta.

_salitra, senitra_ im Russischen;--_saletra, salitra_ im Polnischen;--_sanytr, saneyter, salitr_ im Czechischen;--_shaliter, shaniter_ im Wendischen;--_salnitra_ im Illyrischen;--_saliter, szalniter, szolnitra_ im Croatischen;--_salnitar_ in Dalmatien;--_shalintra_ im Slawonischen;--_sanitra_ im Ragusanischen;--_sejalitar_ in Bosnien;--_saletran, saletron_ im Magyarischen;--_salitre, salitrul_ im Walachischen.

_natar_ im Gälischen, eigentlich _salann ro ghear_ (scharfes Salz);--_salpaestre_ im Bretonischen; salpestrereach ist Salpetergrube;--_salpeter_ im Teutschen (was man mit Unrecht aus dem Lateinischen von sal und petra der Fels ableiten würde), salitter der teutschen Bergleute (aus dem Slawischen);--_zalpeter_ im Holländischen;--_salpetur_ im Isländischen;--_salpeteries_ im Lettischen;--_salitre_ im Spanischen; salitral die Salpetergrube.

_niter, salpetre_ im Englischen;--_nitro, salnitre_ im Italienischen;--_nitro_ im Portugiesischen;--_nitre_ im Französischen; nitrière die Salpetergrube;--_niter_ im Schwedischen und Dänischen.

B. _Salpetersäure, Königswasser_.

Aus dem Salpeter wird mittelst Schwefelsäure leicht die _Salpetersäure_ gewonnen, die--nicht gehörig gereinigt--gelbe Dämpfe ausstösst, dann Vitriolöl, spiritus nitri fumans heisst; gereinigt, mit etwas Wasser verdünnt, heisst sie Scheidewasser; mit 1/3 Salzsäure giebt sie das _Königswasser_, Goldscheidewasser, aqua regis, welche das Gold auflöst, von dessen Verfertigung wohl zuerst in dem Curriculo triumphalis antimonio die Rede ist, das man einem Basilius Valentin zuschreibt, der um 1500 verfasst seyn kann. Den Hindu war die Salpetersäure seit den ältesten Zeilen bekannt; ihren Namen habe ich noch nicht ermitteln können.

_tinschnarasa_ im Sanscrit (d.i. die scharfe Essenz), mit Salpeter übersetzt, mag wohl hierher gehören.

_ze-tshihi-skrura-rtsi, ze-tshahi-skyura-rtsi_, auch _sho-rahi_ [or: _shorahi_] im Tibetanischen.

Die Araber kannten diese Säuren ganz wohl, den Namen habe ich noch nicht ermitteln können.

_[Greek: asêmoneron]_ im Neugriechischen;--_aqua nitri_, aqua stygia der Alchemiker.

_aqua fuerte_ im Spanischen;--_eau forte, esprit de nitre_ im Französischen.

_szedwasser, serwasser, kwas salitri_ im Polnischen;--_ssedwasser, lucewka_ im Czechischen;--_lozhidna woda_ im Windischen;--_ostrogrizna voda_ in Croatien.

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#§. 3. Glaubersalz#.

Schwefelsaures Natron, ein sehr allgemeines Purgiersalz, welches einige Landseen absetzen, theils rein, theils in Verbindung mit Koch- und Bittersalz.

_charee-muttee, chara-nun, khara-noon_ im Hindu;--_daru_ im Bucharischen;--_dermane-spi_ im Kurdischen (d.h. weisse Medicin) ist ein Salz, das mit sal nitron übersetzt wird, aber hierher gehören kann.

_[Greek: alkyonion]_ der Griechen (worunter man auch Bittersalz begriffen haben kann), auch wohl _[Greek: melesion]_ und _[Greek: halos achên]_;--_alcyonium_ und _melesion_ der Römer.

_[Greek: phokioskaton]_ im Mittelalter.

_guphradino_ im Syrischen ist mit alcyonium übersetzt.

_tsudaso, termesz-saletrom_ im Magyarischen;--_sjran sodicity_ im Czechischen;--_glauberowa sole_ im Russischen; _sulfate of soda_ im Englischen, und ähnlich in den andern Sprachen, sind die neuern wissenschaftlichen Bezeichnungen.

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#§. 4. Bittersalz#.

Schwefelsaure Magnesia oder Talkerde ist ein bekanntes bitterlich schmeckendes Purgiersalz, das einige Quellen und Seen enthalten, auch absetzen, das dem Meerwasser den unangenehmen bittern Geschmack giebt. Berühmt sind die Quellen von Seidlitz in Böhmen, Epsom in England, Hignero in Spanien, woher die Namen: Seidlitzer-, Epsomer-, Higuernosalz. Im innern Asien sind eine Menge Seen, die Bittersalz absetzen, theils rein, theils mit Glauber- und Kochsalz.

_[Greek: aphrolitron]_ der Griechen, _aphrolithron_ der Römer kann hierher gehören. Oefter erwähnen die Autoren das bittre Salz der Seen, ohne dafür einen besondern Namen zu nennen;--_sal Sodomae_ (aus dem todten Meere) im Mittelalter, _sal amarum_ im neuern Latein;--_sal amare_ im Italienischen;--_sal amer_ im Französischen;--_sal cataractica_ im Spanischen;--_bittersalt_ im Englischen;--_suursalt_ im Dänischen.

_gorjkaja_ im Russischen;--_horcen, sul horca_ im Czechischen;--_sol horska, siarkan magnezyi_ im Polnischen;--_keserü-so_ im Magyarischen.

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#§. 5. Alaun#.

Der Alaun ist chemisch eine schwefelsaure Thonerde von bekanntem Geschmack, die aber nicht für sich, sondern nur mit Zusatz von etwas Kali krystallisirt. Er findet sich nicht häufig in der Natur, nur in einigen vulkanischen Gegenden, wird meist künstlich aus alaunhaltigen Gesteinen bereitet, was schon seit ältester Zeit geschehen ist. Der Alaunstein (s. oben), dem Feldstein verwandt, liefert nach heftigem Brennen, beym Auslaugen viel Alaun, der früher, auch im Mittelalter, vorzüglich in Kleinasien fabricirt wurde. Grosse Fabriken waren bey der Stadt Roche jetzo Edessa in Syrien wurde. Schon im 13. Jahrh. bestanden Alaunwerke bey Neapel, im 15. Jahrh. entstanden die grossen Alaunwerke bey Rom, und der römische Alaun ist auch jetzo noch sehr geschätzt. Manche Schiefer--Alaunschiefer--geben ebenfalls Alaun, so auch manche kohlige Straten der Braunkohlenformation--Alaunerde. Bey Friesdorf ohnweit Bonn am Rheine benutzt man gegenwärtig solche Alaunerde, und hat dabey die deutlichsten Reste einer Alaunfabrik gefunden, die hier zur Römerzeit von den Germanen betrieben wurde.

Der Alaun hat jetzo, und hatte stets und bey allen cultivirten Völkern, eine grosse technische Anwendung, besonders in der Färberey, auch zur Bereitung der Lackfarben, in der Medicin u.s.w.

_pe-fan, hong-fan_ im Chinesischen; fan ist Alaun und Vitriol;--_nü-pan_ auf Korea;--_miobare_ im Japanischen; _yatchin fekchoun_ im Tartarischen;--_changuien-fe-choun_ [or: _changuien-fechoun_] im Tartarisch-Mandschu;--_tawas_ im Malaiischen; _poghljegh_ im Armenischen.

_phitkara_, auch _spatika_ im Sanscrit;--_phitkaree, phitkari_ im Hindu;--_phatkiri_ im Bengalischen.

_sak_ im Persischen;--_schab_ im Türkischen;--_schebba-spi_ [or: _schebbaspi_] im Kurdischen;--_seb, schabbak, shub, zeme_ im Arabischen;--_scebbo yl gmyl_ im Maltesischen:--_[Greek: sep], sebo, asep_ im Mittelalter;--_alsech_ bey den Alchemikern, auch _achachi, altach, azub, azama, calis, alume_.

_oben_ im Koptischen;--_adlo_ im Syrischen;--_timso, temso_ im Magyarischen, timso-föld ist Alaunwerk, timsokö Alaunstein.

_stips_ im Albanischen;--_stipse_, auch _petra acra_ im Walachischen;--_stipsa_ im Illyrischen;--_[Greek: stypsê]_ im Neugriechischen;--_[Greek: styptêria]_ im Griechischen ([Greek: stypsis] ist das Zusammenziehende, Herbe, auch die Beize der Färber, [Greek: stypsein] zusammenziehen).

_alm, ailm_ im Gälischen;--_allawg_ im Wälschen;--_alum_ im Bretonischen;--_alumen_ der Römer, auch _melinum_ (von der Insel Melos), der haarförmige (unser natürlicher Federalaun) war trichites, der feste strongyle, der flüssige phorimon, puraphoron, welche Arten häufig auf der Insel Melos sind;--_alun_ im Französischen, Isländischen, Schwedischen, Dänischen;--_alun_, auch _alumbre_ im Spanischen, auch _xebe_ (aus dem Arabischen);--_alum, allon_ im Englischen;--_alumen_ im Portugiesischen;--_aluin_ im Holländischen und Belgischen;--_alun, halun_ im Polnischen;--_galum_ im Windischen;--_jelun_ im Illyrischen;--_aluna, alun kedke_ im Lappländischen;--_aluna_ im Finnländischen;--_aluns, alluhns_ im Lettischen;--_alet_ im Schweizerischen;--_efne_ im Angelsächsischen.

_kwastzy_ im Russischen;--_kamenec, kameinjek, ledek_ im Czechischen.

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#§. 6. Mineralalkali, Natron, Soda#.

Das Mineralalkali, oder das reine kaustische Natron, ist ein eigenthümlicher Stoff, ein chemisches Element, das als solches nicht natürlich vorkommt, aber mit Säuren mannichfaltige Verbindungen eingehet, von denen einige sehr häufig sich finden. Die Verbindung mit Chlor bildet das Kochsalz, mit Schwefelsäure das Glaubersalz, mit Kohlensäure das gewöhnliche Natron, dessen wahre Natur zuerst Hiorne 1712 ermittelt haben wird. Das (kohlensaure) Natron, das vorzugsweise und zu allen Zeiten zur Fabrication des Glases und der Seife verwendet wurde, gewinnt man theils durch Verbrennung gewisser Pflanzen, und heisst dann _Soda_, theils erscheint es als Ausblühung gewisser Straten, wie in Indien, Aegypten u.s.w., dieses bezeichnet man gewöhnlich als _Natron_; in der Berberey, vorzüglich bey Tripolis findet sich sehr häufig ein solches Natron, welches aber etwas weniger Wasser enthält, unter dem Namen _Trona_ bekannt ist. Alle diese 3 Modificationen sind nicht wesentlich verschieden.

A. _Das Natron_.

Es blühet theils aus der Erde, wie besonders in Indien, und wird so direct eingesammelt, oder es wird von vorhandenem Wasser, in Landseen aufgelöst, und aus diesen gewonnen, wie besonders in Aegypten (aus dem Natron-See), Ungarn u.s.w.;--den alten Aegyptern diente es zum Einbalsamiren der Leichen, die 70 Tage in [Greek: litron] eingesalzen wurden, wurde überhaupt viel zur Färberey, zu Glas, Seife u.s.w. angewendet.

_kien_ im Chinesischen, und _siao_ (wie auch der Salpeter heisst);--_sedgy, sejji_ und _miltee_ im Hindu;--_sorjica_ im Sanscrit, auch _sardshi, sajika, sardshika_ und _saridshikashara, wadshraka, kapota, crughnikab, kschara_ (ist wohl Soda);--_kschara_ in Bengalen (ist wohl Soda);--_cudshiri_ im Mongolischen;--_agh jegipto_ im Armenischen (d.i. ägyptisches Salz), auch _wir_ und _paragay_ wird mit _nitrum_ übersetzt.

_hasm, hosem, hasem_ in der ägyptischen Hieroglyphensprache nach Champollion;--_hasm, hosm_ im Koptischen, hosm eftresthrosoch ist die röthliche Abänderung;--_isar_ im Türkischen;--_nusadir_ im Persischen.

_nitrum, natrum_ im Arabischen, wo man rothes, weisses und graues unterscheidet;--_nether_ im Hebräischen und Chaldäischen;--_nitro_ im Syrischen;--_[Greek: nitron, litron]_ im Griechischen, [Greek: nitron erythron] war das röthliche;--_nitron, lithron_ der Römer; commune war das unreine, wie es aus den Natron-Seen kommt, halmyrhaga das reine, ausgeblühete Salz, spuma nitri, [Greek: aphronitron] der Griechen ([Greek: axillêsion] in späterer Zeit), das ausgeblühete mehlartige Salz; ammonitron war ein mit Sand zusammengeschmolzenes, eine Art rohes Glas, agrium war auch ein unreines Natron (könnte zusammenhängen mit agrum, wie im Türkischen die Trona heisst); nitrum ustum war das reine ätzende Natron. Die Schwefelleber, hepar sulphuris (durch Zusammenschmelzen von Natron und Schwefel) kannte man ganz gut, wie aus Plinius erhellet, doch wird kein Name dafür angegeben.--_natar_ im Gälischen;--_natron, sal vitri_ im neuern Latein;--_natron_ in den neuern Sprachen;--_glassalz_ im Altteutschen.

_gatzua_ im Baskischen; gatzastea ist Alkali im Allgemeinen, gatza ist Salz;--_szekisso_, auch _termesz szik so_ im Magyarischen.

_stennaya sole_ im Russischen;--_uhlan sodicity_ im Czechischen.

B. _Die Trona_.

Dasjenige kohlensaure Natron, welches in der Berberey, besonders in der tripolitanischen Provinz Suckena ausblühet, hier viel gesammelt und versendet wird, enthält etwas weniger Wasser als das ägyptische und indische, ist aber diesem sonst höchst ähnlich, bildet aber meist eine eigene Gattung oder Art in der Mineralogie.

_trona_ in der Berberey.

_borech_ im Persischen;--_bouro, bure_ im Türkischen, auch _agrum_ (woher vielleicht das vorher erwähnte agrium der Römer stammen könnte);--_borak_ im Kurdischen;--_borak_ im Arabischen, auch _bora, baurach, burak_ (woher [Greek: borakê] im Mittelalter, das Glas);--_burao_ im Maltesischen;--_barakon, baraka_ im Koptischen;--_burko_ im Syrischen;--_borith_ im Hebräischen, borith mechabsim ist das mit Oel verbundene Natron, das beym Walken statt Seife angewendet wurde.

C. _Soda_.

Viele Pflanzen, besonders am Meere wachsende, liefern beym Verbrennen viel kohlensaures Natron, welches gereinigt, dem mineralischen ganz ähnlich ist, unter dem Namen Soda sehr bekannt. In Spanien vorzüglich, auch in Frankreich, Aegypten u.s.w. wird sehr viel davon gewonnen, theils aus Arten von fucus (in Frankreich als varech, in England als kelp, in Teutschland als Tang bekannt), theils aus den Gattungen salicornia (in Frankreich soda genannt), salsola (in Frankreich salicoi), borago (boraggine im Italienischen, borretsch im Teutschen; bourache im Französischen, was offenbar mit borak zusammenhängt). Besonders geschätzt wird die spanische soda de barille, weniger die französische soda de varech.

_kien_ im Chinesischen;--_katshasauwartshala_ im Sanscrit, d.i. aus Asche--katscha--gewonnen, auch kshara, k'har, k'hari (wird unser Kali seyn);--_garan alkali_ im Malaiischen (wird auch unser Kali seyn).

_usne_ im Türkischen, ist eigentlich das Salzkraut, aus dem Soda gewonnen wird;--_usham_, auch _kali_ im Persischen;--_kali_ im Hebräischen (d.i. was gebrannt ist); das hierbey erwähnte borith wird unsere salicornia gewesen seyn;--_kali_ im Arabischen, ist eigentlich das Salzkraut, das verbrannt wird (meist salsola), ähnliche hierzu dienende Pflanzen heissen oschnan (usne im Türkischen), hurz, huruz, chordat u.s.w.; das bey der Verbrennung gewonnene Salz, die Soda, heisst eigentlich _safargel_, das weiter gereinigte _rob_, auch wird hierher gehören: _el-baki_ [or: _elbaki_], _atharachic, adarachi_. Von diesem Kraut kali mit dem Artikel al, stammt unser Wort Alkali, alkalisch u.s.w., das in alle neuere Sprachen überging.

_[Greek: antharkos, antharkê]_ der Griechen, _andarca, anderces_, auch _calomochus_ der Römer, es ist wahrscheinlich, dass jene griechischen Wörter aus dem Semitischen stammen, aber auch möglich, dass die ähnlich klingenden arabischen aus dem Griechischen entlehnt sind.

_scebb_ im Maltesischen, ist die Soda und das Salzkraut, erinnert an das arabische seb (Alaun).

_[Greek: alkalê], alchali_ im Mittelalter und bey den Alchemikern, auch _alaurat, acusto, atai, cabulator_ (worunter auch Natron begriffen ist).

_almajo, barilla, tequesquite_ im Spanischen; sosa ist die Salzpflanze und daher wird unser Soda stammen.

_soude_ im Französischen;--_soda_ im Englischen und den neuern Sprachen;--_solda_ im Portugiesischen;--_solianua_ im Russischen;--_solz-sody_ im Polnischen.

D. _Das Glas_.

Am häufigsten ist, und zu allen Zeiten das Natron verwendet zur Glasfabrication, wobey es mit Sand, oder überhaupt Quarz zusammengeschmolzen wird, im Alterthume, besonders in Aegypten, stand die Glasfabrication auf einer Stufe der Entwickelung, die wir in mancher Hinsicht noch nicht erreicht haben mögen, auch die keltischen Völker scheinen viel Glaswerk gehabt zu haben.

_po_, auch _siao-tseu_ im Chinesischen;--_kshara_ im Sanscrit, und _katscha_ (was auch Krystall heisst);--_kacha_ im Malaiischen;--_shela_ im Tibetanischen (heisst auch Krystall).

_abaki_ im Armenischen;--_abajeini, abeseein_ im Koptischen;--_abgine, dschesch, syrce_ im Persischen;--_abgine, eser_ im Türkischen;--_giag, zügiag, sadschdsch_ im Arabischen, zagiag ist der Glashändler.

_segugitho, sechuchith, sgugitta_ im Chaldäischen;--_sagugitho, saphungo, rugag_ im Syrischen;--_mahewe_ im Abessinischen;--_kesasa, chesaska_ in Darfur (Nordafrica).

_kelke, kelkie_ im Albanischen;--_stikla_ im Walachischen;--_steklu_ im Windischen;--_staklu, sklem, sklyn_ im Krainschen;--_staklo_ im Bosnischen, Illyrischen, Slowakischen, auch _serska_;--_zteklo, zklo, zaklo_ in Croatien;--_zaklo_ im Ragusanischen;--_sklo_ im Polnischen und Czechischen;--_cmeklo_ im Russischen;--_schklenza_ im Wendischen.

_gwydr_ im Gälischen, gwydredd und gwydraue ist glasig (glas ist blass, grau, blau);--_guitr_ im Bretonischen; guitreri ist Glashütte, guezrer Glasblaser;--_gloine, glain_ im Gälschen.

_[Greek: hyalos]_ im Griechischen; _[Greek: gyali]_ im Neugriechischen; _[Greek: gialê, gyalia]_ im Mittelalter (welche Worte aus dem Gälschen stammen mögen);--_vitrum_ im Lateinischen (aus dem Wälischen);--_vitro_ im Italienischen;--_vitrio_ im Spanischen;--_vedro_ im Portugiesischen.

_vidrioa, beira, beiraquia_ im Baskischen;--_iiveg_ im Magyarischen;--_wahlin_ in der Zigeunersprache;--_liaegnak_, auch _glas_ im Lappländischen.

_glas, gler_ im Isländischen;--_glaes_ im Angelsächsischen und Alemannischen;--_glas, gleez_ im Friesischen;--_glass_ im Englischen, glassy, auch vitreous ist gläsern;--_glas_ im Schwedischen, Dänischen, Holländischen.

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#§. 7. Kali, Potasche und Verwandtes#.

A. _Kali, Gewächsalkali, Potasche im Allgemeinen_.

Das Kali, dem Natron sehr verwandt, ist in seinem reinen Zustande, in dem es in der Natur nicht vorkommt, ein chemisches Element, aus der Classe der Alkalier, von sehr ätzender Qualität (ätzendes Kali, kali causticum, pierre de cauterre); in Verbindung mit Säuren giebt es vielfache Salze, die von den Natronsalzen wesentlich verschieden sind. Das gemeinste von diesen Salzen, welches am meisten technisch verwendet wird, ist das _kohlensaure Natron_, zu dem die Potasche gehört. Dieses kommt im Mineralreiche wenig, nur als Bestandtheil einiger Mineralien vor, aber ausserordentlich verbreitet ist es im Pflanzenreiche. Die Asche der meisten Pflanzen, besonders des harten Holzes, der ästigen Farrenkräuter (pteris aquilina u.s.w.), der Weintrester u.s.w. enthält viel kohlensaures Kali, der Weinstein bestehet aus weinsteinsaurem Kali, beide Gegenstände werden vorzugsweise auf Kali benutzt. Die Asche wird ausgelaugt, enthält nur das unreine kohlensaure Kali oder Potaschesalz, das durch Abdampfung gewonnen und gereinigt werden kann. Dieses Salz wird vielfach, vorzüglich zur Seife verwendet, wozu aber auch kohlensaures Natron dient.

_kien_ im Chinesischen, wird Soda und Potasche seyn;--_k'har, k'hari_ im Sanscrit;--_garan alkali_ im Malaiischen, wird auch hierher gehören;--_scebbo_ im Maltesischen; wie man in den semitischen Sprachen das kohlensaure Kali von dem kohlensauren Natron unterschied, muss ich dahin gestellt seyn lassen.

[Greek: atispodon] (von [Greek: spodos], Asche) der Griechen, [Greek: trix oinouontê] war das aus Weinstein gewonnene Salz, das auch [Greek: pheklê] und [Greek: pephrygmenê] hiess;--_antispodon_ und _empireume_ der Römer; das künstlich fabricirte _nitron agrium_, aus verbranntem Eichenholz, war offenbar Kali; die Lauge machte man--wie bey uns--durch gebrannten Kalk ätzend (da dieser sich mit der Kohlensäure verbindet und das reine ätzende Kali frei wird), dieses hiess [Greek: protastakton];--[Greek: alkalê] im Mittelalter;--_alcali_ im Spanischen und den neuern Sprachen, was das Alkali überhaupt bedeutet.

_luath rainich_ im Galischen; _salann na groide_ ist das Alkali im Allgemeinen.

_potasche_ im Teutschen, vielleicht aus dem gemeinen Leben entnommen, weil die Lauge in einem Topfe--Pot--abgedampft und geschmolzen wird, oder mit [Greek: spodos] im Griechischen zusammenhängend;--_potasse, sel lixiviel_ im Französischen, sal tartre ist das aus Weinstein bereitete;--_potasse_ im Italienischen;--_potashes_ im Englischen;--_potaske_ im Dänischen;--_potasz, sol lugowa_ im Polnischen;--_potas, draslo_ im Czechischen;--_potaschnajo soli, schtschelotschn ja soli_ im Russischen;--_erusol_ in Krain;--_hamuzser szalajka_ im Magyarischen.

B. _Der Weinstein_.

Aus dem Weine sondert sich der Weinstein (tartarus crudus) ab, der sich als eine krystallinische Cruste an die Fässer legt, ans weinsteinsaurem Kali bestehet (wie 1770 zuerst Scheele zeigte, der die Weinsteinsäure darstellte). Man benutzt den Weinstein viel, theils auf Kali, theils auf Weinsteinsäure (acidum tartaricum), die in der Medicin Anwendung findet.

_samech_ im Arabischen.

_[Greek: tryx]_ der Griechen, _[Greek: pheklê]_ (faecula im Lateinischen), _[Greek: pephrygninê]_ war das Kali aus dem gebrannten Weinstein;--_[Greek: tartaron, skandyx]_ im Mittelalter.

_chwigl_ im Wälschen;--_fion dheasgann_ im Gälschen (von fion Wein).

_orchal, orgal, dregges_ im Englischen;--_draegg_ im Schwedischen.

_tartaro_ im Italienischen;--_tartar_ im Französischen.

C. _Die kalihaltige Asche der Pflanzen, welche durch Auslaugen die Potasche giebt_.

_tsin, yao_ im Chinesischen;--_foulengui_ im Tartarisch-Mandschu;--_katscho, tatsha, parghata_ im Sanscrit;--_tschhai_ im Bengalischen;--_adschium, moschir_ im Armenischen;--_kuna_ im Lappländischen;--_as, kakesther_ im Persischen;--_ermida, kiuk_ im Türkischen.

_ramel, rmyd_ im Arabischen, auch _zana, bitsan, bils_, ist vorzüglich die, welche auf Kali benutzt wird;--_remmadij_ in Darfur (Nordafrika);--_ramag_ der Alchemiker;--_kerme, kürmi_ im Koptischen.

_epher_ im Hebräischen;--_ephra, dischun, ketam_ im Chaldäischen;--_[Greek: tephra, konia, spothos, axilia]_ im Griechischen;--_[Greek: staktê]_ im Mittelalter und Neugriechischen.

_luath, luaitthre_ im Gälischen;--_ludu, isque_ im Bretonischen;--_lliudw_ im Wälschen.

_cenuça_ im Walachischen;--_chi_ im Albanischen;--_cinis_ im Lateinischen;--_ceniza_ im Spanischen;--_cinza_ im Portugiesischen;--_cenere_ im Italienischen;--_cendre_ im Französischen.

_autsa, ausa, auscua, errautsa_ im Baskischen;--_asja, azo_ im Gothischen;--_asca, ahsa_ im Angelsächsischen;--_aksa, eysa_ im Isländischen;--_esk_ im Friesischen;--_asko_ im Schwedischen;--_ashes_ im Englischen;--_as_ im Holländischen;--_popiol, luzyna, machluga_ im Polnischen;--_popel, luscja_ im Czechischen;--_luxniza_ im Ragusanischen;--_popel_ im Sorbischen;--_pepel_ im Krainschen und Croatischen;--_pepeu_ im Windischen;--_pepeo_ im Bosnischen und Slowakischen;--_parlug_ im Magyarischen.

D. _Die kalihaltige Lauge_; wird sie mit ätzendem Kalk verbunden, wie sie zur Seifenfabrication u.s.w. dient, so heisst sie _Aescher_.

_sychar_ im Arabischen (woher der Name Aescher kommen soll);--_kuna tjatse_ im Lappländischen;--_ehea_ im Baskischen.

_alsibe_ im Albanischen;--_lesie_ im Walachischen (lesiu ist auslaugen);--_lleisw_ im Wälschen, lleisw coed ist Lauge aus Holzasche von coed Holz, lleiswaw ist laugen;--_leisu, licion, leisio_ im Bretonischen, coaeret ist die ausgelaugte Asche, charrée im Französischen;--_[Greek: alisia, antispodos]_ im Griechischen;--_[Greek: lêsiba, ligda]_ im Mittelalter;--_[Greek: alousia, alybisa]_ im Neugriechischen;--_lix, lixivium_ der Römer;--_lye, lie_ im Englischen; buck ist die Lauge zum Waschen, die Beuche;--_lisciva_ im Italienischen, bucata die Lauge zum Waschen;--_lessive_ im Französischen, auch lotion, boué, buguee, bugade die Beuche;--_lixia, colada_ im Spanischen, bugelada die Beuche;--_leah, laag_ im Angelsächsischen;--_lud_ im Dänischen;--_lut_ im Schwedischen.

_lug_ im Polnischen, Krainschen, Croatischen, Bosnischen, Slowakischen;--_lauh_ im Czechischen;--_lun_ im Windischen;--_lugh_ im Ragusanischen;--_lungh_ in Dalmatien;--_luygh_ im Magyarischen.

E. _Die Seife_.

Seife ist die Verbindung der Alkalien mit Oel, Talg u.s.w. Die Kaliseifen werden nicht fest, sind Schmierseifen.

_saboon, savin_ in Indien;--_sabum_ im Malaiischen;--_sabon, savaun, odscharr_ im Armenischen;--_sabon_ im Persischen;--_sabun, saban_ im Arabischen;--_sapon, ahala_ im Chaldäischen;--_sapun_ im Maltesischen;--_zub_ im Hebräischen;--_samegma_ im Amharischen.

_sapoun_ im Albanischen;--_sapune_ im Walachischen;--_siabunn, sebon_ im Gälschen;--_sebon_ im Wälschen;--_suan, suaon_ im Bretonischen;--_[Greek: sapôn, saponion, sapoynin]_ im Griechischen;--_[Greek: sapouni]_ im Neugriechischen;--_sapo_ im Lateinischen (die Römer und Griechen zogen ihre Seife meist aus Gallien und Germanien);--_savon_ im Französischen;--_sabon, xabon, azabon_ im Spanischen;--_soap_ im Englischen;--_sapa_ im Isländischen;--_sape, saepe_ im Angelsächsischen;--_sepe_ im Niedersächsischen;--_saepa_ im Schwedischen;--_saebe_ im Dänischen;--_saape_ im Norwegischen;--_zaepe_ im Belgischen;--_zeep_ im Holländischen;--_siep_ im Friesischen;--_seife_ im Hochteutschen;--_shefa, sopum_ im Windischen;--_shaifo_ im Krainschen;--_szapun_ im Dalmatischen;--_saplun_ im Ragusanischen;--_szopun_ im Croatischen;--_szappan_ im Magyarischen;--_chuboa_ im Baskischen.

_meiydo, mydlo_ im Czechischen;--_meydo_ im Polnischen;--_midlo_ im Bosnischen und Slowakischen;--_modioo_ im Sorbischen.

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#§. 8. Borax, Tinkal#.

Der gewöhnliche Borax, wie er in Handel kommt, bestehet aus Boraxsäure (der ein eigenes chemisches Element zu Grunde liegt) und etwas Natron. Er kommt seit alter Zeit aus Indien, Tibet, China und Persien, wo er aus einer damit geschwängerten Erde gezogen und meist in Krystallen versendet wird, die unter den Namen _Tinkal_ oder _Swaja_ bekannt sind. In einigen Quellen von Italien hat man neuerlich Borax gefunden, auch sollen bey Babylon dergleichen seyn. Der Borax ist ausserordentlich leichtflüssig, befördert den Fluss der Metalle; vorzugsweise dient er zum Löthen des Goldes (heisst auch Goldloth), zum Zusammenschmelzen und Reinigen der Metalle, zur Fabrication feiner Gläser u.s.w. Die reine Boraxsäure war sonst unter den Namen Sedativsalz, sal sedatif bekannt.

_pong, poun_ im Chinesischen, pon-che, poun-xa ist die Erde, aus welcher der Tinkal gezogen wird; bey letzterm unterscheidet man; pin-poun, die grössten Krystalle, my-poun, die kleinen Bohnen, noui-poun, die kleinen Körner.

_tincar, tancar, tankana, tagara suhaya_ im Sanscrit, auch: malatitirandsha (d.i. von Malatiufer), dhatumarani (Metall flüssig machend), lohadrawin (Metallschmelzer), rasasodhana (Metallreiniger);--_tankana, sohaya_ in Bengalen;--_tinkal_ im Hindu;--_tingkal, patari, pateri_ im Malaiischen;--_tincal, tencal, borech_ im Persischen;--_tingar, tancar, tengar_ im Arabischen.

_swago, zala, tsha-le_ im Tibetanischen, tsha-lehi-sky-ura-rtsi ist die Boraxsäure.

In der griechischen und römischen Litteratur scheint diess Salz nicht erwähnt zu seyn; was von der [Greek: chrysokolla], chrysocolla (d.i. Goldloth) gesagt wird, passt nicht wohl darauf, diese war vielmehr theils ein Kupferoxyd, theils ein leichtflüssiges Metallgemisch.

_anticar, ancinar, attincar_ bey den Alchemikern, auch _alinzadir, anucar, anatron, denoquor_.

_burak_ im Armenischen, auch _oskjeborak_ (d.i. Goldborak); _burak_ im Turkischen;--_burach_ im Syrischen;--_borax, atincar, crisocola_ im Spanischen;--_borax, tincal_ im Portugiesischen;--_borace, tincal_ im Französischen;--_borace, colla d'ora_ im Italienischen;--_borace, tincal_ im Englischen;--_borax, guldlun_ (Goldloth) im Dänischen;--_boras, tincar_ im Holländischen;--_bura, byra_ im Russischen;--_olvaszioso_ im Magyarischen.

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#§. 9. Ammonium#.

Das Ammonium hielt man für einen eigenthümlichen chemischen Grundstoff aus der Classe der Alkalien, der in reinem Zustande nur gasförmig erscheint, ausgezeichnet durch seine grosse Flüchtigkeit, stechenden Geruch und scharfen Geschmack, das sich rein nicht natürlich findet, in Verbindungen häufig im Thierreiche, auch im Pflanzenreiche, selten im Mineralreiche findet, vorzüglich in den Excrementen der Thiere. Berthollet zerlegte zuerst 1785 dieses Alkali in Stick- und Wasserstoff, neuerlich hat man, bey anderer Behandlung, daraus einen metallischen Körper reducirt, der daher ein chemisch componirter ist. Das Ammonium gehet mit den verschiedenen Säuren Verbindungen ein; mit Kohlensäure bildet es das Riechsalz, mit Chlor- oder Salzsäure den Salmiak, mit Schwefelsäure den Maskagnin, der sich bey einigen Laven als Ausblühung findet.

Nicht zu verwechseln mit Ammoniak ist unser gummi ammoniacum, ein Schleimharz, [Greek: ammoniakon] der Griechen, hammoniacum, auch metopium der Römer, oshac und calai der Araber. Das sal ammoniacum der Römer ist Steinsalz.

A. _Kohlensaures Ammoniak, Riechsalz_.

Das kohlens. Ammoniak ist das bekannte Riechsalz, theils fest, theils in Wasser aufgelöst (Salmiakgeist), theils mit öligen Substanzen verbunden (Hirschhorngeist), das in der Medicin ein altes, wichtiges Reizmittel ist.

_nao-cha, naoch_ im Chinesischen; besondere Arten sind: yen-nao-cha, che-nao-cha, ta-hong, fan-nao-cha;--_rgya--tsha_ im Tibetanischen;--_navagura acranum_, auch _soongneh_ (d.i. Riechsalz, von coogna riechen) der Hindu, die es seit den ältesten Zeiten durch Erhitzung von Salmiak und Kreide bereiteten.

In der Litteratur der Griechen und Römer finde ich keinen Namen dafür, gleichwohl kannten sie wohl das Ammoniak, wendeten den Urin mehrfach auch in der Medicin an; die künstliche [Greek: chrysokolla] wurde mit Urin bereitet, und die fullones in Rom hatten überall Urinfässer stehen.

_taejr, taejrul-chorasani_ im Arabischen, batachijum wird auch mit ammoniacum übersetzt.

_alacal_ der Alchemiker, auch alfatide, alfoi, alcocar, alemzadar, alisteles, ocoo, racri.

B. _Salmiak_.

Der Salmiak ist chlor- oder salzsaures Ammonium; findet sich natürlich in den Laven mehrerer Vulkane, wird bey Kutsche in Turkistan in Höhlen gewonnen, ist ein Handelsartikel der Kalmücken, unter dem Namen tartarisches Salz, sel de Tartarie. Grösstentheils wird er künstlich gewonnen, besonders in Aegypten aus dem Miste der Kamele, sonst auch aus Urin u.s.w. Er dient vorzüglich der Färberey und Medizin.

_nao-cha_ im Chinesischen, wie Riechsalz;--_schoza, schaza_ im Tibetanischen.

_nuosadur_ im Sanscrit;--_nuoschadur, nosader_ im Hindu, auch _nova-charum_, alles wohl aus dem Chinesischen;--_nuschader, koh-nuoschadur_ im Persischen;--_naschatyre, naschatürj_ im Russischen;--_misader, amizadir hasacium_ der Alchemiker.

_[Greek: miax]_ im Mittelalter;--_szalamia_ im Magyarischen;--_tepe-rigu_ [or: _teperigu_] im Walachischen.

_salmiak_ in den neuern und wissenschaftlichen Sprachen.

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#§. 10. Vitriol#.

A. _Vitriol im Allgemeinen_.

Der Vitriol ist die Verbindung der Metalle mit Schwefelsäure, es giebt daher so viele Arten von Vitriol als Metalle. Kupfer-, Eisen- und Zinkvitriol finden die allgemeinste Anwendung, finden sich natürlich wieder im Grossen künstlich bereitet. Bis ins 16. Jahrh. kam fast aller Vitriol durch die Venetianer besonders aus Cypern nach Teutschland.

_fan_ im Chinesischen;--_tutia_ im Hindu, worunter man auch das Zinkoxyd begreift;--_trausi_ im Malaiischen;--_ardschasp_ im Armenischen; _kankanton_ im Chaldäischen;--

_schechiro, surto_ im Syrischen; mit diesem oder einem ähnlichen semitischen Worte könnte vielleicht sory im Griechischen zusammenhängen.

_zadsch_ im Türkischen, zadshi kybrys ist cyprischer Vitriol;--_zadsch_, auch _sak, resker_ im Persischen, _sadsch, schabb, sech, zech, gez_ im Arabischen, auch resger, resgez, siprè;--_zegi_ der Alchemiker, auch azegi, azig, asagi, zet, alech, zoroba, sactin, altinuaraun.

_sory_ der Römer und Griechen könnten hierher gehören, doch lässt sich mit Sicherheit über einen allgemeinen Namen derselben nichts bestimmen.

_uisge nimhe, uisge loisgeach_ im Gälschen (d.i. giftiges, brennendes Wasser).

_coupross_ im Bretonischen;--_couperrosce, couperouse_ im Altfranzösischen;--_coparrosa, caparrosa_ im Spanischen, auch cabarros, was eigentlich Eisenvitriol ist;--_copperas, scoperas_ im Altenglischen;--_kopporök_ im Schwedischen;--_kouporos, kyporoch_, auch witriol im Russischen;--_koperwas, koperwaser, siarkan_ im Polnischen, auch wytryol;--_coperwater_ im Holländischen;--_kupferwasser_ im Altteutschen (kommt wohl nicht mit Kupfer und Wasser zusammen, bedeutet nicht Kupfer-oder Cementwasser, stehet wohl mit den erwähnten Namen, vielleicht auch mit kubreet Schwefel im Semitischen in Zusammenhang). Die unreinen Vitriolerze heissen in Goslar Tintenerze (vielleicht wegen des Tintengeschmacks, daher im Englischen auch inkstone). Man unterscheidet grünes, gelbes, weisses Kupferwasser oder Atrament.

_calacan, calacana_ im Walachischen;--_skalice_, auch _zmyda_ im Czechischen;--_galic_ im Illyrischen;--_galiska_ in Bosnien;--_galiz, galitzkö_ im Magyarischen; auch jetzo nennt der Bergmann das unreine Vitriolerz Galitzienstein, was aus dem Slawischen stammen wird.

_gökel_ ist der altteutsche Name, der sich auch in Ungarn findet; jetzo noch heisst bey dem teutschen Berg- und Hüttenmann der unreine Vitriol _gökelguth, gogkelguth_, hängt wohl mit galic zusammen, nicht mit joküll der Eisberg im Isländischen, isgökil der Eiszapfen im Niedersächsischen.

_[Greek: bentriolon]_ im Mittelalter;--_[Greek: bitriolon]_ im Neugriechischen;--_witryol_ im Russischen;--_witrolym, gitrolyn_ im Czechischen;--_fitriol_ im Windischen;--_vitrill, victrol_ im Altteutschen;--_victril_ im Schwedischen;--_vitriolo_ im Italienischen;--_vitriola_ im Spanischen;--_vitriol_ im Englischen, Französischen, Teutschen u.s.w. ist der neuere Name statt des alten coupe rosce u.s.w.; woher derselbe stammen mag, erscheint noch ganz zweifelhaft.

B. _Kupfervitriol_.

Schwefelsaures Kupfer, meist von blauer Farbe, daher auch blauer Vitriol. Er findet sich natürlich in einigen Kupferbergwerken, hier auch in den Cementwassern, aus denen er durch Abdampfung gewonnen wird; meist erzeugt man ihn künstlich aus Kupferkies. Er wird vielfach, besonders in der Färberey angewendet.

_tan-fan, tsing-fan_ im Chinesischen;--_spana-ma_ im Tibetanischen;--_tutya_ im Bengalischen;--_nila-tutia_ (d.i. die blaue) im Sanscrit, auch nilaka, nilandshana, tutaka, _tutha, tutthaka_ (in medicinischer Anwendung) tamra-garba (d.i. aus Kupfer entstanden), _sikhigrtwa_ (pfauenhalsig), mrita, mada.

_kalkant_ im Arabischen war eigentlich der grüne Eisenvitriol, _zeg_ der blaue;--_kalkantos, kanston_ im Syrischen, von kalkitis das Kupfer;--_kankanton_ im Chaldäischen;--_[Greek: chalkalthon, chalkitis, styptêria]_ im Griechischen; [Greek: chalkitis] war der zu weissem Pulver zerfallene Vitriol, überhaupt der weisse, wie auch mysi und sory; [Greek: lonchoton] war der natürliche tropfsteinartige, [Greek: promalakteria] war das natürliche Cementwasser; die Griechen und Römer zogen den Vitriol vorzugsweise aus der Insel Cypern, deren Kupferbergwerke bis ins 17. Jahrhundert betrieben wurden;--_chalcanthum_ der Römer, lonchotos war das natürliche stalactitische, pecton das aus Cementwasser abgesetzte, coctile das durch Abdampfung gewonnene;--_calacanu_ im Walachischen; _alcaranum_ bey den Alchemikern, auch _dehenz_, duenec viride.

_glas faen_ (blauer Stein) im Wälschen.

_kek-galiz_ im Magyarischen;--_kada_ im Czechischen;--_koperwas miedzi, siarkan miedzi_ im Polnischen (woda koperwassowa ist Cementwasser);--_kouperosa mednoi_ und _senei_ im Russischen; _blau kuperwasser_ im Altteutschen;--_copperosa turchina, vitriolo di cipro_ im Italienischen;--_couperose bleu, vitriol di chypre_ im Französischen;--_azigue, vitriol azul_ im Spanischen;--_aziche_ im Portugiesischen wird hierher gehören;--_blösten bloe viktril_ im Schwedischen;--_blue vitriol_ im Englischen.

C. _Eisenvitriol_.

Das schwefelsaure Eisen ist frisch, schön grün (daher grüner Vitriol, grüner Chalitzenstein), wird an der Luft leicht gelb, färbt mit Galläpfel schwarz (daher die Farbe unserer Tinte). Er findet sich an manchen Punkten natürlich, zum Theil tropfsteinartig, ist dann meist unrein (Atramentstein), wird meist künstlich, aus Eisenkies (Schwefeleisen) bereitet, wird vielfach, besonders in der Färberey angewendet.

_hei-fan, tsao-fan, lou-fan_ im Chinesischen;--_kasis_, _kusees_ im Hindu, auch _mis-si_ (ganz wie im Griechischen), _hura-tutia_, d.i. die grüne;--_kasisa_ im Bengalischen, _dhatu-kasisa_ ist der röthliche;--_kasisa_ im Sanscrit, _kasara_ ist der haarförmige, _lomasi_ (auch haarig), wishada, dhatumansika, dhaturasita (wird mit Rotheisenvitriol übersetzt);--_trusi_ im Malaiischen;--_anikan_ im Koptischen.

_zech_ und zwar die grüne Art im Arabischen, kalkant ist auch grün, cocathar ist der gelbe Eisenvitriol, alsura ist roth und schwer auflöslich, mag Kobaltvitriol oder Atramentstein seyn, colcathor, cholchofar ist der gebrannte Vitriol, der Schwefelsäure beraubt, ein rothes Eisenoxyd, das wir noch jetzo Colcothar nennen;--_zadsch, satsch_ (und zwar die grüne Art davon) im Türkischen.

_[Greek: melanteria]_ im Griechischen, von [Greek: melainein] schwarz färben (nämlich mit Galläpfel);--[Greek: missi], missy der Griechen und Römer (ganz wie missi im Hindu) war Eisenvitriol, auch Vitriolerz im Allgemeinen;--_[Greek: sori], sory_ der Griechen und Römer (vielleicht zusammenhängend mit schechiro, surto im Syrischen, oder al sura im Arabischen), war auch zum Theil wenigstens Eisenvitriol, immer wohl ein unreines Vitriolerz, der Name hat sich lange, bis in die neuern Zeiten, für haarförmige vitriolische Ausblühungen erhalten, _atramentum_ (sutorium) der Römer, nicht zu verwechseln mit atramentum librarium, unsere Tusche und atramentum sepiae, der schwarze Saft des Tintenfisches;--_leo viridis_ die Alchemiker, auch duenege, alec, alegh, adraries, altinuraum, elaquir.

_kouperose schelesnoi_ im Russischen;--_siarczam zelaza, siarkan zeleza_ im Polnischen;--_niekamine zeleny_, skalice, zmido im Czechischen;--_zöldgaliz_ im Magyarischen.

_grün gökelgut, jokel_, die teutschen und ungarischen Bergleute.

_caparrosa_ im Portugiesischen;--_capperosa verde_ im Spanischen;--_copporosa di verde, vitriolo di marte_ im Italienischen;--_couperose, vitriol verd_ im Französischen; mordans, magmas ist ein Gemenge von Vitriol und Alaun;--_copperas, iron vitriol_ im Englischen;--_jarv vitriol_ im Schwedischen.

D. _Zinkvitriol_

Der schwefelsaure Zink zeichnet sich durch seine weisse Farbe aus, heisst daher weisser Vitriol, früher nannte man ihn auch Augenstein (der Eisen-, selbst der Kupfervitriol bekommt durch die Verwitterung eine ähnliche helle Farbe). Er kommt hier und da in Kupferwerken, wo Zinkerze mit vorkommen, natürlich vor, wie sonst künstlich fabricirt, hat mancherley technische Anwendung.

_suffed tutia_ (d.i. die weisse) im Hindu; _al calcadis_ im Arabischen;--scheint bey den Griechen und Römern mit unter [Greek: chalkitis, missi, sori] begriffen;--_[Greek: bitriolon aspron]_ im Neugriechischen.

_coparrosa bianca_ im Spanischen und Italienischen;--_couperose blanche, vitriol blanc_ im Französischen;--_coperwas cynku_ im Polnischen;--_koprwas bjely_ im Polnischen;--_kuporros zinkowoi_ im Russischen;--_skalice bila_ im Böhmischen.

_feger galicz_ im Magyarischen;--_weisser gallitzenstein_ und _weiss göckelguth_ beym teutschen und ungrischen Bergmanne, der verwitterte, halb flüssige heisst bergunschlitt;--_galitzenstein, hvit victriol_ im Schwedischen;--_white vitriol_ im Englischen.

E. _Kobaltvitriol_.

Schwefelsaurer Kobalt, ausgezeichnet durch eine schöne rothe Farbe, daher auch rother Vitriol, kommt zuweilen natürlich vor, hat fast gar keine technische Anwendung.

_dhaturasita_ im Sanscrit, von rother Farbe, schwer auflöslich, mag hieher gehören;--_alsura_ im Arabischen, desgl.;--_red vitriol_, sulfate of cobalt im Englischen;--_cobalt sulfaté_ im Französischen, ähnlich in den neuern Sprachen.

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Fünftes Kapitel. #Brennliche Mineralien, d.i. die kohligen und überhaupt diejenigen, welche man unter diesem Namen gewöhnlich verstehet.#

#§. 1. Bergbalsam#.

Ein noch wenig bekannter, sehr seltener mineralischer Körper, der nur im Kaukasus und benachbarten Gebirgen vorkommt, sehr kostbar und selten ist, beym Verbrennen einen Wohlgeruch verbreitet, bey äussern Schäden, auch innerlich höchst wohlthätig wirken soll.

Man hat davon im Oriente mehrere Arten: a) _scheben-naad_ [or: _schebennaad_] im Persischen, schwitzt auf dem höchsten Gebirge aus, wird meist mit Pfeilen herabgeschossen, mit Silber aufgewogen;--b) _tsjampeh_ oder _tsjempeh_ (vom Orte tsjenpeh genannt), riecht fast wie Bernstein, der Preis soll viermal höher als Silber seyn;--c) _kodreti benni_ im Persischen, auch aus der Provinz Darab, findet sich nur in einer Höhle des Berges Benna, ist ein Regal des Chanes. _muminahi_ im Persischen soll auch hieher gehören.

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#§. 2. Naphtha#.

Eine ganz flüssige, weisse, höchst flüchtige (sich in Gas verwandelnde) und leicht brennbare Mineralsubstanz, die an vielen Punkten des Orientes, aus der Erde, meist mit Wasserquellen hervortritt.

_nathiyataila_ (Erdöl) im Bengalischen;--_mitti-tel, mitee-tel_ im Hindu;--_ahrem_ im Türkischen;--_schulhojo_ im Syrischen (heisst auch die Flamme).

_navth_, auch _tsiuth_ im Armenischen;--_nafta_ im Kurdischen;--_naft, neft_ im Persischen;--_neft, nafeth_ im Arabischen;--_napht_ im Chaldäischen;--_naphta_ im Hebräischen;--_[Greek: naphtha]_ der Griechen;--_naphtha_ der Römer und in den neuern Sprachen;--_nephtj_ im Russischen;--_nefte_ im Polnischen und anderen, slawischen Dialecten.

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#§. 3. Erdöl#.

Der Naphtha sehr verwandt, aber weniger flüchtig, halb flüssig, ölig, schwarz, auch im Oriente heimisch.

_nathiyataila_ im Bengalischen (wie Naphtha);--_miniak tanah_ im Malaiischen;--_ahzem, ehzem_ im Türkischen.

_affaltos, affalito_ im Aethiopischen;--_[Greek: asphaltos]_ im Griechischen; _[Greek: petrelaion, hygropissên]_ im Mittelalter;--_[Greek: petroleion]_ im Neugriechischen.

_asphaltum, bitumen liquidum_ im Lateinischen;--_betuna_, arrioliola im Baskischen;--_bitume_ am Bretonischen;--_bigh thalmhainn_ im Gälschen;--_betun, petrolio_ im Spanischen;--_betume_ im Portugiesischen;--_bitume, petrole_ im Englischen;--_petrole_ im Französischen;--_petroleo_ im Italienischen;--_bergolja, bergtjàra_ im Schwedischen;--_jordolie_ im Dänischen;--_steenöli_ im Holländischen;--_lym_ im Isländischen.

_földolaj, küoloj_ im Magyarischen;--_gornoe maslo_ im Russischen;--_oley ziemny_ im Polnischen;--_skalkny oley, ohnivy kleg_ im Czechischen;--_pethi olei, ogrilza, hhtanovez_ im Windischen;--_ropa_ in mehreren Districten der Karpathen.

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#§. 4. Erdpech#.

Ein mehr oder weniger verhärtetes Erdöl von schwarzer Farbe, hart, oft dem Gagat sehr ähnlich, das sich in mehreren Gegenden findet.

_gairega_ im Sanscrit, auch giripushpaka, asmadshatuka; siladshatu, silawjadhi, siladadru, siladshit;--_kupr, goubr, kepratsiuth_ im Armenischen;--_chefer alihead, kufr-al-ga-goodu_ im Armenischen;--_rhadinake_ soll der Name im Altpersischen gewesen seyn;--_amrihe, mbrehi_ im Koptischen;--_chemara_ im Chaldäischen;--_chemar_ im Hebräischen (womit wohl gema im mittelalterigen Latein, und geme im Altfranzösischen für pix, das Pech, zusammenhängen könnte). _[Greek: pisasphalton]_ im Griechischen; auch [Greek: gagatês] zum Theil, das verdickte, halb feste Erdöl war [Greek: ampelitês], auch [Greek: pharmakitês];--_[Greek: asphaltos]_, auch _[Greek: katras, knas]_ im Neugriechischen.

_betuna, glydiog_ im Baskischen;--_couiltron_ im Bretonischen;--_bitumen durum, pisasphaltum, pix fossilis, maltha_ im Lateinischen;--_bitume, poix minerale_ im Französischen;--_bitumen, jais, affalto_ im Spanischen;--_asphalto_ im Portugiesischen;--_affalto_ im Italienischen;--_bitumen, jews pitch_ im Englischen;--_bergbech_ im Schwedischen;--_jordlym_, im Isländischen;--_joodlym_ im Dänischen;--_hornoi jire_ im Russischen, das sehr verhärtete ist _jornaja smola_;--_smola ziemma_ im Polnischen, auch _zidoweka ropa, kleynaksztalt smoty_;--_zemsly kleg, lepka zeme, pruzimec_ im Czechischen;--_foldszurok, ennyü, köviass, suken_ im Magyarischen;--_badak_ im Lappländischen.

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#§. 5. Gagat#.

Der Gagat ist eine schön schwarze, feste, glänzende, erdpechartige Braunkohle, meist aus fossilem Holze bestehend, die, vorzüglich im südlichen Frankreich, viel zu Bijouterie-Waaren, Knöpfen u.s.w. verarbeitet wird, früher auch schwarzer Bernstein oder Agtstein genannt. Hieher gehört auch ein Theil der englischen cannel-coal.

_[Greek: gagatês]_ der Griechen mag zum Theil hieher gehören, wie der _gagates_ der Römer.

_jais_ im Spanischen, auch _azeyte de montana, azabache_ (azabaches sind die Bijouterie-Waaren daraus);--_gagata, azeviche_ im Portugiesischen;--_jais, jaget_ im Französischen;--_jet, pitch-coal_ im Englischen;--_git_ im Holländischen;--_gagate_ im Italienischen;--_gagas_ im Schwedischen, Polnischen, Russischen u.s.w.;--_gagetstein, agentstein, agtstein_ im Altteutschen.

_arbalcha, arbeicha_ im Baskischen (von ar Stein, balcha schwarz);--_muchudd_ im Wälschen (von much schwarz);--_finiche, clach dhubh_ im Gälschen.

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#§. 6. Kohle#.

A. _Kohle im Allgemeinen_.

Holzkohle wurde wohl zu allen Zeiten und von allen Völkern verwendet; Mineralkohle wird auch jetzo noch im Oriente und den heissen Ländern sehr wenig benutzt, wohl aber in den kalten.

_tan, sin_ im Chinesischen;--_angar_ im Sanscrit;--_angara_ in Bengalen;--_janger_ in der Zigeunersprache;--_gasola, solaba, sola_ im Tibetanischen.

_chual, sughal, seghal, wegal_ im Persischen;--_kiul, kor, alas_ im Türkischen;--_socham, zughare, jukak_ im Arabischen;--_fahham_ im Maltesischen (gamar ist glühende Kohle);--_uluth_ im Dongalischen (Nordafrika);--_girgit_ im Berberischen (desgleichen);--_gumra, schigurin_ im Chaldäischen (pecham ist glühende Kohle);--_gehal, gechel, pecham_ im Hebräischen;--_kasale_ im Amharischen (fehem ist glühende Kohle);--_kasal, fehem_ im Aethiopischen.

_[Greek: anthrax, anthrakas, anthrakis]_ im Griechischen, ist eigentlich Holzkohle, [Greek: anthrakeus] der Kohlenbrenner; [Greek: gaiôdês] oder [Greek: geôdês anthrax] ist die Steinkohle.

_karbunja_ im Syrischen;--_carbune_ im Walachischen (carbunario ist Kohlenbrenner);--_carbo_ der Römer (pruna ist glühende Kohle);--_carbone_ im Italienischen;--_carbon_ im Spanischen (carbon de lena ist Holzkohle);--_carvao_ im Portugiesischen; _charbon_ im Französischen (braise ist glühende Kohle; houille Steinkohle, wohl von goul im Gälschen).

_gual_ im Gälschen, auch _airis, aithine_ im Irischen;--_glo_ im Wälschen, glöaid ist kohlig, globwll die Kohlengrube;--_goul, gleucenn_ im Bretonischen;--glaouaur ist der Kohlenbrenner;--_coal_ im Englischen (charcoal ist Holzkohle, coak abgeschwefelte Kohle); _koal, kol_ im Schwedischen;--_koal, koele_ im Altniedersächsischen;--_kole, koole_, im Holländischen;--_kol, chol_ im Altteutschen, Isländischen, Angelsächsischen;--_coele_ im Altfriesischen, glede ist glimmende Kohle;--_kul_ im Dänischen und Norwegischen.

_ouehe_ im Tartarischen (gaha ist Holzkohle);--_oughli, ugol_ im Russischen;--_uhli, uhel_ im Czechischen;--_wegle, wegiel, wagl_ im Polnischen (weglarz ist Kohlenbrenner, prysk, zar ist glühende Kohle);--_wuhel_ im Sorbischen und Wendischen;--_uhel_ im Slowakischen;--_ogl_ in Krain;--_ughglenak_ im Ragusanischen;--_vuglen_ in Croatien;--_uglyen_ in Dalmatien;--_ughgljen_ in Bosnien; _ohgle_ im Lettischen;--_vogel, vogle_ im Windischen;--_wsal_ im Ossetischen.

_icatza, iguetza_ im Baskischen;--_diggil, phaggil_ im Albanischen;--_szen, holt_ im Magyarischen;--_anglis_ im Litthauischen (zariga ist glühende Kohle);--sööd, _süssi ha_ Esthuischen;--_sysi_ im Finnländischen;--_pradde_ im Lappländischen;--_aluma, auma_ im Grönländischen.

B. _Torf_.

Der Torf ist ein wichtiges Brennmaterial der nordischen Länder, das sich gegenwärtig fortbildet, und aus ähnlichen Bildungen früherer Epochen wird die Braun- und Steinkohle entstanden seyn. Man unterscheidet vorzüglich: a) Baggertorf, ein fetter, sehr brennbarer Schlamm, bey dem vegetabilische Theile kaum zu erkennen sind, b) Stechtorf, der gestochen wird, aus deutlichen, mehr oder weniger veränderten Vegetabilien bestehend; die oberste, jüngste, ganz vegetabilische Schicht heisst Moostorf.

_lutul_ im Walachischen;--_lutum_ und _terra_ der Römer begriff auch unsern Torf, dessen Verwendung ihnen sehr fremd war.

_fod, foid_ im Gälschen, auch _sgrad_ und _tota_, was eigentlich Rasen ist; mointeach, sliabh, boglach ist das Moor;--_tawarchin_ im Bretagnischen ist Torf, eigentlich Rasen.

_turfe, tyrb_ im Finnischen; ayde ist Raasentorf, tarrig, targ, terg, darg ist Schlyck oder Baggertorf, der auch klun, kleen heisst; moos ist das Torfmoor;--_torf, darris, svarta_ im Schwedischen; _torv_ im Dänischen, klyn ist der fette Baggertorf;--_torf_ im Isländischen und Niedersächsischen;--_turfe, tyrf, tyrb_ im Angelsächsischen;--_turf_ im Englischen;--_tourbe_ im Französischen;--_torba_ im Italienischen;--_turba_ im Spanischen;--_turba_ im Altteutschen, moos ist Torfmoor;--_turba_, auch _curffodi_ im mittelalterigen Latein (wohl mit fod im Gälschen zusammenhängend), blastia war der Moostorf;--_[Greek: tourpha]_ im Neugriechischen;--_loh_ in der Lausitz.

_torf_, auch _pewna, ziemia tlusta_ im Polnischen;--_turph_ im Russischen;--_zib, raselina_ im Czechischen;--_rushina, sushik_ im Windischen;--_gyeptözeg_ im Magyarischen.

C. _Braunkohle_.

Die Braun- oder Erdkohle, stehet zwischen Torf und Steinkohle in der Mitte, ist meist erdig und braun, zum Theil mit Holzstructur, enthält viel fossiles Holz (Lignit), sie dient, doch fast nur in Teutschland, jetzo sehr allgemein zur Feuerung, die festen Stücke (Knorpel) werden unmittelbar verbrannt, die erdige Masse wird meist erst mit Wasser geknetet und geformt. Die allgemeine Verwendung als Brennmaterial fällt meist erst in die aller jüngste Zeit, wurde durch den allgemeinen Holzmangel bedingt, aber manche alaunhaltige Straten (Alaunerde, s. oben) wurden schon früher, zum Theil seit alter Zeit, auf Alaun benutzt.

_[Greek: euthos anthrax]_ (mit erdigem Bruche) der Griechen kann hierher gehören;--_suturbrand_ im Isländischen ist meist fossiles Holz;--_jordkul_ im Dänischen;--_bárgbecksjord_ im Schwedischen;--_browncoal, bovay-coal, lignite_ im Englischen;--_charbon de terre, houille terreuse, cendres pyriteuses, lignite_ im Französischen;--_litantrace bruno, lignoso terroso_ im Italienischen;--_hnedouhli_ im Czechischen;--_barna köszim_ im Magyarischen;--enyvesfa ist bituminöses Holz.

D. _Steinkohle_.

Schwarze glänzende, feste, steinige Kohle, ohne deutliche Holzstructur, den ältesten Flötzstraten untergeordnet, hat erst im Laufe des letzten Jahrhunderts die ausgedehnte Anwendung gefunden, und die Kohlenwerke Englands werden auf die colossalste Art bebauet.

_mey, chy-mey_ im Chinesischen;--_rdo-gasola, rdo-sola_ im Tibetanischen;--_maden kiöniurü_ im Türkischen.

_traskias_ (thracius lapis) im Syrischen;--_[Greek: lithos thrakios]_ der Griechen, auch _[Greek: spinos, anthrax gaiôdês, = ek tês gês]_; _lapis thracius, lapis binae_ der Römer, gagates zum Theil _[Greek: petra karbounon]_ im Neugriechischen.

_ouehe-yaha_ im Tartarisch-Mandschu;--_ouehe tapsoun_ im Tartarischen;--_wegle, wegiel ziemme = kamiene_ im Polnischen;--_ugoli, kamennyie ougli_ im Russischen;--_uhlot_ im Böhmischen;--_köszin_ im Magyarischen.

_gual_ im Gälschen; sloc gueil ist Kohlengrube;--_glo careg_ im Wälschen;--_coal, pit coal_ im Englischen, mit den Arten black-slaty-glance coal,--caking-binding coal ist die fette Kohle, delph das Steinkohlenflötz, coaks sind die abgeschwefelten Kohlen;--_houille_ im Französischen (von gual);--_hulla, hornaguera_ im Spanischen;--_steenkole_ im Dänischen und Holländischen;--_stenkol_ im Schwedischen und Isländischen;--_carbone de pietra_ im Italienischen;--_carvao de pedre_ im Portugiesischen.

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#§. 7. Graphit#.

Eine aus Kohle und Eisen bestehende Mineralsubstanz, stark abfärbend und schreibend, die im gemeinen Leben verschiedene technische Namen hat, als Bleierz, Töpferblei Löschblei, schwarze Kreide, Eisenschwärze, plumbago; aber nicht zu verwechseln ist mit Wasserblei oder Molybdän, das ein eignes Metall enthält. Es kommt in verschiedenen Ländern vor, sehr ausgezeichnet in England; der Graphit findet vielfache Anwendung, vorzüglich zu Blei- und Zeichenstiften (wovon die wichtigsten Fabriken zu Resswick in Cumberland sind), zum Schwärzen der Oefen, in Verbindung mit Thon zu feuerfesten Schmelztiegeln (Ypser-Tiegel) u.s.w.

_dubh_ (d.i. schwarz), _ball dabh_ im Gälschen;--_bruis dreachaid_ ist Bleistift;--_black_ (d.i. schwarz), _blacklead_ (Schwarzblei), _lead stone_ (Bleistein) im Englischen; pencil of blacklead ist Bleistift; _kellu, kellon_ heisst das Mineral in Cumberland;--_plombagine, potelot, ceruse noir, graphit_ im Französischen, crayon de mine,--de plomb ist Bleistift;--_piombo nero, plombagine mica de pittori_ im Italienischen;--_lapis negro_ im Spanischen und Portugiesischen;--_plumbago, blyerts, skif versvarta, svart krita_ im Schwedischen;--_loot kryt_ (Bleikreide), _tekenloot, koolkrit_ im Holländischen;--_tschernoi krandasch_, auch _nastojaschtschu karandasch_ im Russischen;--_wuk_ im Polnischen, auch _olowek_ (ist eigentlich Bleistift);--_tuha_ im Czechischen;--_cerusa_ im Walachischen ist Bleistift.

_plumbago_ im neueren Latein, auch _lapis flandricus_, da das Material der Bleistifte über Holland kam;--_kohsi gabarjeag_ im Armenischen wird mit plumbago übersetzt;--

_gagates_ der Römer und Griechen kann auch den Graphit mit begriffen haben; _[Greek: molybdos]_ der Griechen, wie auch die Bleistifte hiessen.

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#§. 8. Schwefel#.

Ein sehr bekanntes Mineral, das vielfach technisch benutzt wird, von allen Völkern und zu allen Zeiten Anwendung fand.

_lieu, lieu-chuang, siao-hoang_ im Chinesischen;--_liu-cheang_ auf Korea;--_iguath_ auf Kamtschatka;--_ikuel-leksaut_ [or: _ikuelleksaut_] im Grönländischen;--_es_ im Jakutischen;--_mia zi_ im Tibetanischen.

_gandhana, gandhaka_ im Sanscrit, auch _gandhasman, gandhapaschana_ (d.i. Geruchsstein), _gundhamsdana, culwari_;--_gandhac, gundhuc_ im Hindu;--_gandhaka_ in Bengalen;--_kan_ in der indischen Provinz Tenassarim;--_balirang, belarang, biram, tjollok_ im Malaiischen.

_kokurt, kjukjurt_ im Tartarischen;--_kokurt_ im Kirgisischen;--_kokurt_ im Afghanischen;--_kokurt, kibrit_ im Kurdischen;--_kukurd, kiükürt_ im Türkischen;--_kükird, chibrit, gogurt_ im Persischen;--_khougourt, d*jedsoun_ [?*] im Armenischen;--_altun gugurt_ im Bucharischen;--_gogirdi, zalzuba_ im Georgischen;--_gögird_ in den kaukasischen Sprachen, auch _tschabat, tschogot, sangal, sengol, alt_;--_gophrit_ im Hebräischen;--_kubrith_ im Chaldäischen, _kebrit, kubreet, bubric, kibrit, rabric_ im Arabischen;--_kybrit_ im Maltesischen;--_kebrith, kirko_ im Syrischen;--_aphrum_ ist sulphur viride, wohl natürlich gediegener Schwefel;--_kibbrit_ in Darfur (Nordafrika);--_tok-kubreh_ im Szauakischen (daselbst); _dir_ im Tigrisischen (desgleichen).

_taj_ im Aethiopischen;--_theih_ im Koptischen;--_[Greek: theion]_ im Griechischen;--_[Greek: theiphi, theiaphi]_ im Neugriechischen, _[Greek: theaphê]_ im Mittelalter, auch _[Greek: teaphin, soulphara, chêbour]_.

_alcubret_ bey den Alchemikern, auch _quebrit, akibot, alchibit, alchimit, alcebris, alazer, olzur, averich, chybur, aphebrio, scorith, tin, tifaltum, tumbala_.

_prvnasg_ im Gälischen, _ufelin, llosgfaen_ (Brennstein), _mygfaen_ (Rauchstein) im Wälschen;--_chouffre_ im Bretonischen;--_sufrea_ im Baskischen;--_sufre_ im Altspanischen, später _cufre, zoufre, azufre_;--_soufre_ im Französischen;--_enxofre_ im Portugiesischen.

_skiufur_ im Albanischen;--_skillphura_ im Walachischen;--_sulfurre_ im Epirotischen;--_sulphur_ im Lateinischen;--_solfo_ im Italienischen;--_sumpor, xveplo_ im Illyrischen;--_sumpor, szumpor_ in Dalmatien.

_brennesteiern_ im Isländischen;--_bränstein_ im Schwedischen;--_brimstone_, auch _sulphur_ im Englischen;--_swibla, svibls_ im Gothischen;--_suebel_ im Altteutschen;--_swevel_ im Plattteutschen;--_swafwel, svafvel_ im Schwedischen;--_svovl_ im Dänischen;--_swefl, swefyl, suffl, swicfer_ im Angelsächsischen;--_zwavel, zwevel_ im Holländischen;--_schwabel_ im Wendischen;--_sueplo, schoeplu_ in Krain;--_webel, weebli, teru_ im Esthnischen;--_chuebe_ im Altlothringischen;--_suadon_ im Ossetischen.

sera im Russischen, Schamaitischen, Litthauischen;--_sehr, sehwels_ im Lettischen;--_syra, syrka_ im Czechischen;--_siarka_ im Polnischen;--_sirko_ im Slowakischen;--_soreli_ in der Zigeunersprache.

_tuli-kiwi_ im Finnländischen;--_kenkö, büdeskö_ im Magyarischen;--_bissja_ im Lappländischen;--_onch_ im Ostiakischen.

Anhang.

_Schwefelsäure_.

Die bekannte flüssige Verbindung von Schwefel und Sauerstoff. Durch die einfache Destillation des Vitrioles wird eine unreine Art gewonnen, Vitriolol [Vitriolöl] genannt, das an der Luft Dämpfe ausstösst. Jetzo wird diese Säure sehr viel in den Gewerben verwendet, viel mehr, wie sonst.

_muazi-skyura-rtsi_ im Tibetanischen, auch _mu-zihi-kkyuartsi_ (die Säure überhaupt heisst skyura-pa und skvura-rtsi).

Wenn auch nicht Griechen und Römer, so werden doch die Araber und andere orientalische Völker die Schwefelsäure gekannt und verwendet haben; das Nähere ist mir noch nicht bekannt geworden.

Die neuere Litteratur wird mit Basilius Valentin beginnen (um 1500), der von der Bereitung des Vitriolols handelt.

* * * * *

Sechstes Kapitel. #Metalle und Verwandtes#.

#§. 1. Metall, Erz, Erzstufe#.

Metall, Erz im Allgemeinen, als Gesammtbegriff von allen Metallen, ist häufig von der Bezeichnung desjenigen Metalles hergenommen, welches am meisten verwendet wurde, diess war bey manchen Völkern das Kupfer,--oder vielmehr die gehärtete Bronce, wie in Aegypten, Griechenland u.s.w., bey andern das Eisen, wie in Indien, Persien u.s.w., auch wohl das Gold.

_kin, kong_ im Chinesischen, heisst auch Gold;--_ganni_ im Japanischen.

_habyuna-khunasa-kui-kamasa_ im Tibetanischen, heisst auch Mineral. _aisin_ im Mandschu.

_ayas, aras_ im Sanscrit;--_amyüjoung_ in der Provinz Tenassarim in Indien;--_wadas, labur-an_ im Malaiischen;--_jes_ im Afghanischen.

_iekhtchteschtche_ im Zend;--_iokschest_ im Pehlvi;--_as, alzene_, meist _ehen_ (d.i. Eisen) und _edrsch_, auch _meden_ (Metall); _aheni_ und _kaskan_ ist ehern.

_karkoma_ im Chaldäischen;--_chalikin_ im Koptischen;--_[Greek: chalkos]_ (eigentlich Bronce), _[Greek: chalkôma]_, auch _[Greek: metallon]_ im Griechischen, ebenso im Neugriechischen, _beret_ im Aethiopischen; --_berete_ im Amharischen;--_metchaphrono_ im Syrischen;--_ophereth_ im Hebräischen.

_moeden, moedeni, mohl, minerecz, zaidam, ajar_ im Arabischen, _mätala_ ist schmelzen, schmieden.

_madenler, medan, mille, bacher, ajar, ejar_ im Türkischen; maden ist Erz und Grube; maden-tschi-Pascha ist der Vorsteher der Grube.

_mjelagh_ im Armenischen.

_arambrea, menaska_ im Baskischen;--_mantene, metalu_ im Walachischen, arama ist Erz;--_manten, madem_, auch _siche, ziche_ im Albanischen.

_mantale, arem, arain, aour_ im Bretonischen;--_meatailte, miotal, miodaelt, ais_ (Erz, Münze) im Gälschen;--_air, aire, ayr, ar, ure_ im Schottischen;--_iris, mionach_ im Irischen;--_mein_ im Gälschen ist Erz und Erzgang oder Mine; mein oir, Golderz und Goldmine, mein airgid Silbererz und Silbermine, mein iariein Eisenerz;--_mettel_ im Wälschen auch _mwn_, was Erz und Mine ist, daher mwn aur Golderz und Goldgrube, mwn arian Silbergrube, mwnai, wie moneta im Lateinischen, Geld;--_moina_ im Cornischen ist Mine.

_metallum_ im Lateinischen, heisst auch das Gegrabene überhaupt und Bergwerk (metallici sind die Bergleute), auch _aes_.

_metallo, rame_ (wohl von ar, arem u.s.w. im Keltischen) im Italienischen;--_metall_ im Französischen, auch _er, arain, airain_ (Erz), mine ist Mine, Bergwerk, auch Stufe, wie minerai;--_metal_ im Englischen, auch _ore_ (Erz); der englische Bergmann nennt metal auch das Gebirgsgestein, besonders die thonigen Gesteine des Kohlengebirges;--_metal_ im Spanischen, frutos, pinta azogues ist Erz, xabones buenos ist reiches Erz, mogrollo, molonquez ist reiches Erz.

_metall_ im Teutschen und den nordischen Sprachen, auch _eyr, aar_ (Erz) im Isländischen;--_ar, er, artz, aruz_ im Altteutschen;--_arz, arzetum_ im Alttyrolschen (daher Arzberg, d.i. Erzberg);--_ar, aer, are_ im Angelsächsischen;--_erts, eyr, aer_ im Schwedischen (malm ist Erzstufe);--_acrts, erz_ im Holländischen (malm, myn ist Erzstufe);--_erts_ im Dänischen (malm ist Erzstufe, im Isländischen malmur, malgraf).

_melm_ im Finnischen.

_air, ais, aiz_ im Gothischen ist Erz;--_air_ im Lappländischen;--_ercz, rez, bangassma banyaszat_ im Magyarischen;--_waras_ im Litthauischen;--_warsch_ im Lettischen.

_metall_ im Russischen; ruda ist das Erz (von ruitj graben).

_kow_ im Czechischen ist Metall, ruda, kruch, krussec ist Erz;--_kow_ im Slowakischen, ruda ist Erz;--_lesken_, auch _metal_ im Polnischen, ruda, kruszec, kruszczyzna ist Erz;--_worzel, wozel_ im Wendischen.

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#§. 2. Gold#.

A. _Gold im Allgemeinen_.

_kin, kim, kun, yun, wang, dsü, paguin, hoang-kin_ im Chinesischen; kin-po und fei-kin ist Gold in Blättchen; koueng das Gold in den Erzen;--_ko-gane_ (gelbes Metall) im Japanischen;--_tsching_ auf den Lieukien und Japanischen Inseln;--_hun, ton_ in Siam;--_kun, keum, kating, nalüng_ auf Korea.

_altyn, alta, altan_ im Mongolischen;--_altun, altyn_, auch _kiszul, kjumsan_ im Tartarischen;--_altun, altyn, alton_, auch _gosel_ im Türkischen;--_antschun_ im Tartarisch-Mandschu (feikin und aptaha aisin sind Goldblättchen);--_kuisuil, kjumüs_ im Jakutischen;--_altu_, auch _soltosse_ und _nenei_ im Samojedischen;--_altun_, auch _zasgarin_ im Ossetischen;--_altan_, auch _mungimo_ im Tungusischen;--_yltan, yltin_ im Tschuwassischen an der Wolga;--_olnipelwuntin, elnipelvuitinn_ im Korjakischen.

_svarna, souvarna, hirania, hiranan, bharma, bharu, hema_ im Sanscrit, auch _tarisha, lawisha, abhra, agribha, agrividsha, agrivirjja, avaschtamoha, kakanda, rukma_ (glänzend), _dipta_ (glanzvoll) und mehrere dichterische Namen;--_swarna_ im Bengalischen, auch _sona, sona, rukma, maharadschatu_ (d.i. grosses Silber);--_sona_ im Multanischen (westliches Indien);--_sone_ in der Kaffersprache in Afghanistan;--_sonegai, sonkai_ in der Zigeunersprache;--_amas, mas, mahs, kanchana_ im Malaiischen, tambang amas ist Goldmine.

_zer, ser, sar, dseheb_ im Persischen; zerrin ist golden, zerger Goldschmidt, zerkesch Goldspinner; tenken ist Gold als Geld überhaupt, tila ist edles Metall, was im Zend kipa heisst;--_zer, ser_ im Kurdischen;--_gser, gasera_ im Tibetanischen, auch rina-chhina-dana-po d.i. edelstes Metall; gasera-kyi ist golden, gasera-rdo ist Golderz;--_gser, ser_ im Bucharischen;--_sar, sirazar_ im Afghanischen;--_sarne_ im Permischen, Syranischen, Morduinischen;--_sarni_ in [im] Wodjäkischen; --_serne_, auch _tschortna_ bey den wolgischen Finnen;--_sornich_ bey den wogulischen Finnen;--_sorna, sarni, sorni_ im Ostiakischen.

_oski, woski, wusgi_ im Armenischen;--_oko, okero, mokto_ im Georgischen;--_oker, ukru_ in den kaukasischen Sprachen, auch _murhe, murie, maesed, misidi, acheche, deschan, deschi dische, dischschah_ (so im Tscherkessischen).

_arany, arang_ im Magyarischen; termesz arany ist gediegenes Gold; arany ercz Golderz, arany banya Golderz.

_nub, nuf_ im Koptischen, _nub_ in der aegyptischen Hieroglyphensprache nach Champollion; nubrokhi das reine Gold.

_warek_ im Aethiopischen und Amharischen, wareke ist vergolden;--_tankara_, auch _sason_ im Abessinischen;--_ararg_ im Berberischen und Amazirghischen.

_dahab_ (der arabische Name) in Darfur, in den andern nordafrikanischen Sprachen heisst es: _dinar_ in Burnu;--_dim-mara_ [or: _dimmara_] im Szauakischen (tibbaro ist Goldstaub);--_nau-brigge_ [or: _naubrigge_] im Dungalischen (naubreneskitta ist Goldstaub);--_wurky_ im Tigrisischen.

_sahab_ (gelb) im Hebräischen; auch _ophaz_ und _kethem_ (kostbar); pass ist das gediegene, gereinigte Gold, bezer ist Gold- und Silbererz;--_dahab_ im Arabischen, auch _dschanan, zeheb, zibrig_;--_ikjam, ekia_ ist das natürlich baumförmig gediegene Gold; scodhur das körnig gediegene; tibr und altabar der Goldstaub; chuzejbet die Goldmine, sofalet die Goldgrube, sam, samat der Gold- und Silbergang; sirma ist aurum ductile;--nuzar, nasic ist edles Metall, Gold und Silber;--_deheb_ im Maltesischen, tydhib ist die Vergoldung, dehhyb der Goldschmidt;--_dabho_ im Syrischen, auch _vusuro_; saminos und senaino ist das reine Gold;--_dhehab, dhahaba_, auch, _krison, kerison_ im Chaldäischen; mla, melala ist das rohe Gold, pissus ein Goldklumpen, masnan das ganz reine Gold, kinai der Goldschmidt.

_[Greek: chryson]_ im Griechischen (hängt wohl zusammen mit krison im Chaldäischen oder einem ähnlichen Worte im Phönizischen); von einem Worte [Greek: auros]; (wie aur im Walachischen) mag wohl herkommen: [Greek: auros] reich, [Greek: thêsauros] der Schatz, [Greek: palais] ist das gediegene, reine Gold;--_[Greek: chrysos, chrysaphi]_ im Neugriechischen, gewöhnlich aber [Greek: malagma, malama] (wohl von amalooma im Walachischen, oder von [Greek: malagma] und [Greek: malassô] erweichen, schmelzen, im Gegensatze von [Greek: apyron] das natürliche, [Greek: katharon malama] ist das natürliche Gold);--_[Greek: chrysaphê, chrysaphi]_ auch [Greek: malama] im Mittelalter.

_urre_ im Baskischen.

_aur, auru_ im Walachischen; aur natek gediegenes Gold, slatariu (aus dem Slawischen) ist Goldschmidt;--_arr_ im Albanischen, arte ist golden.

_aur, atr, oyr_ im Wälischen (eurydd ist Goldschmidt);--_our_ in Cornwallis;--_aur, aour, eur_ im Bretonischen (eurof, euraid ist Goldschmidt);--_or, oir, aur, afort_ im Gälschen (aurich ist Goldschmidt, aurglawd Golderz).

_aurum_ im Lateinischen, aureus golden, statt dessen auch wohl chysus, chryseus aus dem Griechischen.

_or_ im Französischen (aour im Altfranzösischen), dorure Vergoldung, orfeore Goldschmidt;--_oro_ im Italienischen;--_oro_ im Spanischen, oro de tibar reines Gold, oro ganin legirtes, orine, urine der Goldschmidt, sobredorar vergolden, atauxio mit Gold eingelegt, empolvado Goldstaub, baluka Goldbarren (balux war nach Plinius im Altiberischen Goldsand, Goldkorn);--_ouro, oiro_ im Portugiesischen.

_zoloto, dsolot_ im Russischen;--_zloto_ im Polnischen, zlota ruda ist Golderz;--_zlato_ im Czechischen, ryzs zlato gediegenes, zlata ruda Golderz;--_zlato_ im Slowakischen;--_sloto_ im Serbischen;--_slato, zlato_ im Illyrischen;--_sloto_ im Wendischen, slotnik ist Goldschmidt;--_slatu_ im Windischen und Crainischen.

_auksas, selts_ im Litthauischen;--_selts_ im Lettischen;--_auksus_ im Schamaitischen;--_ausin_ in der ausgestorbenen Sprache der alten Preussen.

_kuld, kuldu, kulta_ im Finnischen;--_kuld_ im Esthnischen;--_gulle, golle, galle_ im Lappländischen.

_gull_ im Isländischen und Schwedischen;--_guld_ im Dänischen und Plattteutschen;--_guld, gold, guod, kost_ im Altteutschen;--_goud_ im Holländischen.

_gulths_, auch _aur_ im Gothischen. _gold_ im Angelsächsischen, Englischen und Hochteutschen (das Wort kann mit den erwähnten zusammenhängen, auch mit _golud_ im Wälschen, was Geld, Reichthum bezeichnet, _goud_ im Schottischen soll dasselbe bedeuten).

_sol_ bey den Alchemikern, auch _les, edes, seb, secur, orogamo_ [?*], _thimianthus, tricor, zaras_.

B. _Das reinste, feinste Gold_.

_ibris_ im Persischen;--_ibritz_ im Türkischen;--_ibris, abris, bükni, chylas_ im Arabischen;--_obrisin, masenana_ im Chaldäischen;--_[Greek: obryzon]_ im Griechischen;--_obryzon, obrussum_ (aurum) im Lateinischen;--_[Greek: obryza], aurizum_ im Mittelalter;--_oro obrizo_ im Spanischen;--_ofare_ im Aethiopischen;--_ofarete wareke_ im Amharischen;--_abazjeai_, auch _osgi anhour_ im Armenischen;--_pass_ im Hebräischen;--_pass, passa, pissa masnan_ im Chaldäischen;--_aur dilir_ im Wälschen, ist das reine, natürliche Gold.

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#§. 3. Silber#.

A. _Silber im Allgemeinen_.

_bak, yn, jin, gin, un, gnnn, ling, ouo, pe-kin, pe-kiang_ im Chinesischen; _yn-tse_ ist die gewöhnliche Bezeichnung im gemeinen Leben; _leao_ ist das feinste Silber; _yuan-bao_ ist Silberbarre;--_bak_ im Tunkin;--_sirokane_ im Japanischen;--_gun, un_ auf Korea, auch _han-sug_ (d.i. weisses Eisen);--_gnun_ in Siam;--_gnui_ auf Awa (fast wie gnul im Tibetanischen).

_dadula, danula_ im Tibetanischen, auch _negoul_ (nul gesprochen), _ngul_, auch _rina-chhena-garnyisa-po_ (d.i. das zweite edelste Metall).

_munggon, menggun_ im Tungusischen;--_munggun, möggun, mongol, münggu_ im Mongolischen;--_munggu, mengoun_ im Tartarisch-Mandschu, yuambou und ambaschoge ist Silberbarre.

_kümusch_ im Tartarischen;--_kümis, kumusch, gümisch, kiumych_ im Türkischen; kujumtschi ist der Goldschmidt;--_kumisch_ in den samojedischen Sprachen, auch _komde, menei, nemei_ und _serembire_ (aus dem Russischen);--_imwoch_ im Ostiakischen;--_olnipelwychtin_, auch _elnipelvuitin_ im Korjäkischen.

_rupia, ardjuna, arjuna_ im Sanscrit, auch _rafat, rajata, schveta, çveta, kumuda, radshala, loharad chata_ (mit Metallglanz), _kharadschura, kharadschdschura, radscharanga_ und andere dichterische Namen;--_rupa_ in Bengalen;--_ruppa_ in Hindostan und Multan, daher rupeya d.i. Rupie, Silbermünze;--_rupa_ in der Zigeunersprache;--_ripa_ in Pehlvi (ist auch edles Metall).

_perak_ im Malaiischen und Malabarischen;--_chitta_ in der Kaffersprache in Afghanistan.

_tschie, sya_ bey den wogulischen Finnen;--_esys, osys_ bey den permischen Finnen;--_awsis, awsist, ajuesta_ im Ossetischen;--_eszys_ im Szirjanischen;--_ezust_ im Magyarischen, termesz ezüst ist gediegenes Silber;--_oln, alna_ bey den wogulischen Finnen;--_kiumel_ im Tschuwaschischen.

_hopia, höbbe, gobja_ im Finnischen;--_höbbe_ im Esthnischen.

_hat, het_ im Koptischen; referhat ist Goldschmidt;--_hat_ in der ägyptischen Hieroglyphensprache nach Champollion.

_fiddat, fadda, fyzza_ im Arabischen; tibr ist das gediegene Silber und Gold; kaeseb Drath aus Silber und Gold;--_fyddae_ im Maltesischen; fyddit ist Silberarbeiter, tyfdid die Versilberung, mfyddet übersilbert;--_fadda_ und _schongirka_ im Berberischen (Nordafrika);--_fodda_ in Darfur und Mobba (daselbst);--_foddaga_, auch _mahallagat_ und _dungigge_ im Dungalischen (daselbst);--_taschleh_ im Szaukischen (daselbst);--_phila_ in Burun (daselbst).

_berur_ im Aethiopischen;--_bere, berure_ im Amharischen;--_berrur_ [im] Tigrisischen;--_met, meto_ in der Gallasprache.

_keseph, cheseph_ (das Weisse) im Hebräischen;--_keseph, kespo_ im Syrischen, auch _sina_, wie im Persischen;--_ksaph, keseph_ im Chaldäischen, auch _chaspah, usman, sima_ (wie im Persischen), _sama, seam, sanja, sanaja_.

_serebro_ im Russischen; denga ist das natürlich gediegene;--_srebro, szreblo, szrzebro_ im Polnischen;--_strjbro_ im Czechischen; ryzj srebro ist das natürlich gediegene;--_strjbro_ im Slowakischen;--_szrebro_ in Croatien und Dalmatien;--_szljebro, szlobro_ im Serbischen;--_ssljebro_ im Wendischen;--_srebru_ im Windischen und Krainerischen;--_srebro_ im Illyrischen und Bosnischen, srebernar ist Silberarbeiter;--_sirablan_ in der Sprache der ausgestorbenen Preussen;--_sidabras_ im Litthauischen und Schamaitischen.

_ardsath_ im Armenischen; ardsathe ist silbern.

_aratz, arsi, arz, orsi_ in den kaukasischen Sprachen, auch _deti, dateb, mitchir, kumisch_ (ist türkisch);--_dschin, dteshin_ im Tscherkessischen;--_werzchi, werzchle, kwartschili_ im Georgischen.

_ergent, argiant, erzend, ersend_ im Albanischen; _ergentezire_ ist Silberzeug;--_argent_ im Walachischen, auch _asime_; quel de argent ist silbern; argent natek gediegenes Silber.

_archant, ariant, argand_ im Bretonischen (von ar dem Artikel und gand weiss), argandein ist versilbern;--_arian, ariant_ im Wälschen (von air die helle Farbe), ariannaid ist silbern, arianniad die Versilberung, arianof der Silberarbeiter;--_airgiod_ im Gälschen, airgiodach ist silbern;--_airgad_ im Schottischen.

_[Greek: argyrion, argyros]_ im Griechischen; [Greek: arg. asêmon] (von [Greek: sêma], das Zeichen, Gepräge) ist ungeprägtes,--[Greek: episêmon] geprägtes.

_[Greek: asêmi]_ im Neugriechischen, _[Greek: asêmin, asimen]_ im Mittelalter, (wohl von [Greek: asêmon] im Altgriechischen, könnte auch zusammenhängen mit awsis, esys u.s.w., wie im Finnischen das Silber heisst).

_argentum_ im Lateinischen;--pustulatum ist das ganz gereinigte; scintillae argenti ist das natürlich gediegene; argenteus silbern.

_argento_ im Italienischen; nativo ist das gediegene;--_argent_, auch _argant_ im Französischen.

_argen_, meist _plata_ im Spanischen; plata centrata oder de ley ist das feinste,--blanca das gediegene; platero der Silberarbeiter, plateado oder argentado versilbert, argentar versilbern.

_prata_ im Portugiesischen. (Woher dieses prata und plata im Spanischen stammen mögen, habe ich noch nicht ermitteln können. Ob vielleicht phönizisch?)

_cillara, cillaresco_, auch _chocoan_ im Baskischen; _luna_ der Alchemiker, auch _camel, cames, camor, mambruk, fida_ (aus dem Arabischen) _fermentum album_.

_sim_ im Persischen, auch _nogra_, simmineh ist silbern, direm ist Silbermünze;--_aschrepe, speencar_ im Afghanischen;--_sif, zif, zioo_ im Kurdischen;--_sif, sav_ im Bucharischen.

_silb, silba_ im Lappländischen;--_silvir_ im Krimmisch-Tartarischen;--_silfr, sylfur_ im Isländischen;--_selver, selvir, seloer_ im Altfriesischen;--_sölv_ im Norwegischen;--_sölf_ im Dänischen.

_silubr_ im Gothischen und Angelsächsischen, auch _sulver, seolfr_;--_silbar, silabar, silubr_ im Althochteutschen;--_sülwer_ im Plattteutschen;--_silfver_ im Schwedischen;--_silubr_ im Gothländischen;--_sulver, zulver_ im Niedersächsischen, _silver_ im Englischen; _zilver_ im Holländischen.

B. _Silbererz im Allgemeinen_.

_danulu-rdo_ im Tibetanischen;--_bezer_ im Hebräischen;--_arian garwch, arian clawd_ im Wälschen;--_meinn airgid_ im Gälschen;--_molongues_ im Spanischen sind reiche, krystallinische Silbererze, so auch _petlanques_ und _polvillos_; polvorilla ist eigentlich Silberschwärze;--_mine d'argent_ im Französischen;--_silver ore_ im Englischen;--_silvermalm_ im Schwedischen;--_Silbererz_ im Teutschen, hierzu rechneten die alten Bergleute, ausser den gleich anzuführenden Arten auch _gilbe, swerze, glantz, kiss, wismat_; bauern erz hiess das natürlich gediegene Silber;--_stribrna ruda_ im Czechischen;--_srebernica, srebrna ruda_ im Polnischen und ähnlich in den übrigen slawischen Dialecten;--_ezustroig_ im Magyarischen;--_[Greek: miniera asêmion]_ im Neugriechischen.

C. _Rothgültigerz_.

Ein Schwefelsilber mit Arsenik, oft krystallisirt, von schön brennend rother Farbe, in den Silbergängen ziemlich häufig, ein reiches Erz, welches wohl zu allen Zeiten dem Bergmann bekannt war.

_terra rufa_ der Römer;--_argentum rude rubrum_ im neuern Latein.

_rosicler, rossi clero, petlanque roxo_ im Spanischen;--_rossicler_ im Altfranzösischen, später argent rouge;--_red silver ore_ im Englischen;--_minera di argento rosso_ im Italienischen;--_rothgilden_ bey dem teutschen, schwedischen und ungarischen Bergmann:--_veres ezust ercz_ im Magyarischen,--homalyos ist das dunkle,--villagos das lichte;--_krashaja screbra cervena_ im Russischen;--_cerwenek, gasnorudek_ im Czechischen;--_cserwono krusz_ im Polnischen.

D. _Glaserz, Silberglanz_.

Ein bleigraues Schwefelsilber, ganz geschmeidig und biegsam, so, dass es sich selbst prägen lässt, auch ein sehr reiches Erz.

_terra cinerea_ der Römer; argentum rude plumbei coloris im neuern Latein.

_glasserz, glaaserz, gewachs, weichgewachs_ bey dem teutschen und ungarischen Bergmann, in Ungarn auch _blachman_ (blachmal ist der goldhaltige Schwefelkies, auch das geschwefelte Silber, das bey der Scheidung des Goldes und Silbers durch Schwefel erhalten wird);--_silfwerglas_ im Schwedischen.

_azul plumilosa, plata agria, plata azul acerada_ im Spanischen;--_argent vitreuse_ und _--sulfureuse_ im Französischen;--_silverglance_ im Englischen;--_steklowataja ruda_ im Russischen;--_krusec, sjricnjk stribrity_ im Czechischen;--_kruszec sklenisty srebra, siarcryk srebra_ im Polnischen.

E. _Sprödglaserz, Schwarzgülden_.

Ein Schwefelsilber mit Spiesglanz, etwas Eisen und Kupfer, schwarz, weich, milde, reich.

_Scharzgülden [Schwarzgülden]_ des teutschen Bergmannes, auch _Röscherz, Röschgewächs_, besonders in Ungarn;--_ezustercz kemeny_ im Magyarischen;--_azul acerado petlanque negro, plata azul plomilloso_ im Spanischen; _brittle silver glance_ im Englischen;--_argent antimonié sufuré noir_ im Französischen;--_argento fragile_ im Italienischen;--_chrupkaja steklowataja ruda_ im Russischen.

F. _Hornerz, Hornsilber_.

Chlor- oder salzsaures Silber; grau, weich, biegsam, vollkommen geschmeidig, schon in der Flamme eines Lichtes schmelzbar. Ein seltenes Erz, nur in sehr kleinen Massen vorkommend. Das Wort Horn wird öfter vom teutschen Bergmanne gebraucht, ohne dass es von Horn (cornu) entlehnt zu seyn scheint, wie Hornblende, Hornstein, Hornflötz (harter Kalkstein), ist vermuthlich slawischen Ursprunges, hängt zusammen mit hor, hory der Berg.

_hornfarb silber, hornerz_ der teutschen Bergleute; das mehr erdige heisst _buttermilcherz_;--_plata pardu azale, parda y verde, copalillo_ im Spanischen;--_corneus silver ore_ im Englischen;--_argent cornée_ im Französischen;--_miniera cornea_ im Italienischen;--_ezüst szaru_ im Magyarischen;--_rogowoc zerebro_ im Russischen.

G. _Mit Silber legirtes Gold_.

_[Greek: Êlektron], electrum_ der Römer war das Gold, welches 1/5 Silber enthielt. Das _electrum nativum_, das natürliche, wird unsere Gattung Tellur gewesen seyn (s. weiter unten), da hier nur solch eine Legierung vorkommt, nicht aber bey dem gediegenen Gold und Silber. Auf jeden Fall hatte das Wort [Greek: êlektron] mehrere Bedeutungen, bezeichnete auch den Bernstein.

H. _Niello, Silber mit Schwefel_.

Das Niello ist eine Legierung, die im Alterthume, auch im Mittelaller, häufig angewendet wurde, dann für Europa verloren ging, nur in Russland, besonders in Tula, auch in Siberien gemacht wurde, erst in allerjüngster Zeit wieder in Europa heimisch wurde. Durch das Schmelzen des Schwefels mit Silber, unter Zusatz von etwas Kupfer entstehet das schwarze Niello, das besonders zu Zierathen auf Silber, wie zu eingelegter Arbeit verwendet wird, sich auf dem weissen Grunde schön ausnimmt.

_argentum excoecatum_ der Römer;--_kezzef_ im Arabischen;--_nigellum_ im Mittelalter;--_niello_ im Italienischen und andern neuern Sprachen.

I. _Höllenstein_.

Ist ein künstlich bereitetes salpetersaures Silber, sehr corrosiv, welches die Haut, Haar u.s.w. schwarz färbt.

_lapis infernalis_ im neuern Latein.

_charanakhar, kisanogh-khar_ im Armenischen.

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#§. 4. Quecksilber#.

A. _Das metallische Quecksilber_.

Es findet sich theils natürlich, gediegen, heisst dann meist Jungfernquecksilber, wird anderntheils künstlich, aus den Quecksilbererzen durch Sublimation gewonnen, hat vielfache Anwendung, auch in hüttenmännischer Hinsicht, um Silber und Gold aus den Erzen durch Amalgamation zu gewinnen (anzuquicken). Die Quecksilbererze kommen nicht häufig vor, werden vorzüglich und seit urältester Zeit in Spanien gewonnen.

_chouy-yn_ (Wassersilber), auch _hong_ im Chinesischen;--_chouy-yn, dannla-chhu, chugultschu_ (Silberwasser) im Tibetanischen;--_para, siwa, rasa_ (das flüssige) im Sanscrit, auch _paratra, siwawidsha, diwjarasa, rasadhata, rasindra, rhalamurtti, tshapala_ (das zitternde), _açora, mukunda, dehada_ (rasakarpura ist weisser Quecksilber-Sublimat);--_parada, rasaltpura_ im Bengalischen;--_rasa_ im Hindu (rascapur ist Sublimat);--_rasa_ im Malabarischen, auch _ayer perak_ im Malabarischen;--_ajehr-perak_ im Malaiischen;--_dschindorup_ in der Zigeunersprache (d.i. lebendiges Silber, von rup in Indien das Silber).

_sentik_ im Armenischen;--_doschass_ im Tscherkessischen; _awsiss-don_ im Ossetischen;--_gumisch-ssu_ im Tartarischen;--_toholon mouke_ im Tartarisch-Mandschu (toholon ist Zinn).

_giwa_ im Türkischen (aus dem Sanscrit), auch _shuwa, dgeva, abuk_;--_giwe, ciwe_ im Arabischen, auch _sibik, sibak, sovak, savuk, zaibar, zebere, zembe_;--_sivah_ im Persischen; auch _simab_ (Silberwasser), _sindji, senden, jawesh, zawasch_;--_zeiback, dschuna_ im Kurdischen;--_seibak_ in Darfur (Nordafrica);--_bazeka_ im Amharischen;--_thrin_ im Koptischen;--_sejug_ im Syrischen, auch _aro, arco, chalbo, dabktulto, laohsiro, darnicko_ und _puritisi_ (die alchemische Benennung).

_rtoute, rtutj_ im Russischen,--samorodnaja ist das natürlich gediegene;--_rtut, rtuc_ im Czechischen;--_rtec, trtec_, auch _zijwe srebro_ im Polnischen;--_sgiuua sgiuo srebro_ in Bosnien;--_koshubarg, kosherbas, shivu srebru_ im Windischen;--_xivo szrebro_ in Dalmatien;--_ziwe sribro_ im Slowakischen;--_gyws sidabras_ im Litthauischen.

_ellaw höbbe_ im Esthnischen;--_kenesö, termesz keneso_ im Magyarischen;--_gkizapsoui_ im Albanischen;--_azogueo_ im Baskischen;--_azougue_ im Portugiesischen;--_azogue, argento vivo_ im Spanischen, azog. virgin ist das Jungfernquecksilber, az. muerto das oxydirte, azoguero das Amalgam, azogar amalgamiren; azogue heisst auch das, zur Amalgamation geeignete Erz, az. apowilado ist vorzüglich reiches Erz, az. ordinario das gewöhnliche.

_airgiod beo, bi chearb_ im Gälischen (d.i. lebendes Silber);--_arian byw_ im Wälschen;--_lihue argantt_ im Bretonischen;--_[Greek: argyron chyton]_ im Griechischen (d.i. flüssiges Silber), auch _[Greek: hydargyros]_ (flüssiges Silber) und zwar [Greek: kathautos], wenn es natürlich gediegen ist;--_[Greek: adiargyros, hydrargyros]_ im Neugriechischen und im Mittelalter, auch _[Greek: trechôn]_;--_argentum vivum_ der Römer war das natürlich gediegene, _hydrargyrum_ das künstlich bereitete;--_vif argent, mercure_ im Französischen;--_argento vivo, mercurio_ im Italienischen;--_cwic seolver_ im Angelsächsischen (von cwic, cwich lebendig, was zusammenhängen kann mit chwai im Wälschen, daher auch quicken im Belgischen beleben, und die teutschen Worte: Quickerz, Quickmühle, anquicken;--_quicksilber_ im Englischen, von quick lebend, to quicken beleben);--_quicksoelv_ im Plattteutschen (von quick Leben, daher auch erquicken);--_quehsipar, höchsilber_ im Altteutschen;--_quicksoelv_ im Isländischen;--_quicksilver_ im Schwedischen;--_quegsölv_ im Dänischen;--_quickzilber_ im Holländischen.

_mercur_ bey den Alchemikern, auch _ansir, adibar, alborca, alecharit, alembic, anatris, aludit, alozet, alkaut, altaris, antaris, azon, azomses, gumatifacoum, marthath, ruscias, segil, sernech, sebar, tarith, vener, zaaibac, zeida_.

B. _Zinnober_.

Zinnober ist Schwefelquecksilber, von hochrother Farbe, das theils natürlich vorkommt (nur prapärirt zu werden braucht), theils auch künstlich zusammengesetzt wird. Seit ältester Zeit ist es eine sehr wichtige Farbe in der Malerei. Ein feiner, zur Malerfarbe besonders präparirter Zinnober heisst vermeillon, doch belegt man auch fein präparirte rothe Mennige (Bleioxyd) mit diesem Namen. Seit urältester Zeit liefert Spanien Zinnober, aber unter römischer Herrschaft wurde die Zinnoberfabrication für ein Regale erklärt, und nach Rom verlegt.

_dsu, tchu-cha, yn-tchou, theout-chou, tan, tancha, hong_ im Chinesischen;--_tchin-ouhoun_ im Tartarisch-Mandschu;--_tsial-ghö_ im Tibetanischen.

_rasagarbha_ im Sanscrit, auch _rasasthana, kapisirvaka, chinavari_ (sindura ist nicht Zinnober, sondern Mennige), rasafindura ist ein Zinnober-Präparat, das als Pflaster gebraucht wird;--_rasagarbha_ im Bengalischen;--_schengerf_ im Hindu.

_sindschefr, sinkarf, kinbar_ im Persischen;--_sindscharf, sindschafr, zingefr, kynjar_ im Arabischen;--_kinnabaris, tinnabaris_ im Armenischen;--_chinovariu, cinabor_ im Walachischen;--_[Greek: kinnabaris]_ im Griechischen, auch _[Greek: ammion, autophoes]_ war der natürliche, [Greek: ergation] der künstlich bereitete (der [Greek: kinnabaris indikê], oft auch bloss [Greek: kinnabaris] genannt), war unser officinelles Drachenblut, von den Früch [Früchten] des calamus draco, eines ostindischen Strauches;--_[Greek: kinnabri]_ im Neugriechischen;--_[Greek: synabri]_ im Mittelalter.

_cinnabre_ im Französischen;--_cinnabar, cinoper_ im Englischen;--_cinabrio_, auch _azarcon_ im Spanischen;--_cinabrio_ im Portugiesischen, ist eigentlich der natürliche, vermelhao der künstlich bereitete;--_cinabro_ im Italienischen;--_cinnaber_ im Isländischen;--_cinnober_ im Schwedischen, Dänischen, Altteutschen, Holländischen.

_czinnober_ im Magyarischen;--_kinovare_ im Russischen;--_cynobr_ im Polnischen;--_cynobr, mednomodr_ im Czechischen;--_czinober_ im Windischen;--_czinaber_ in Croatien;--_cinaber_ im Bosnien;--_rumenicza_ im Dalmatischen und Ragusanischen.

_bascart_ im Gälischen (von basc roth); basg-luaidh ist Vermillion, Scharlach, schön roth; _mwycoch_ im Wälschen (d.h. zartes Roth);--_minea_ im Baskischen, auch, _arminea_ (mit dem Artikel ar);--_minium_ der Römer (wohl aus dem Baskischen, da die Römer allen Zinnober aus Spanien zogen); daher vielleicht _[Greek: ammion]_ im Griechischen;--_minium, mino_ im Mittelalter war der natürliche, _cinnobrio_ der künstliche;--_alzemasor, affrengi_ der Alchemiker.

_süligen_ im Türkischen;--_schascher_ (?) im Hebräischen;--_sikra_ (?) im Chaldäischen, ist auch Bolus.

C. _Lebererz, Quecksilberlebererz_.

Dies ist meist ein dunkler, bituminöser Schiefer, mit kaum sichtbar eingemengtem Zinnober, und das gewöhnlichste, am meisten verbreitete Quecksilbererz; die andern Erze, die in den Mineralogien aufgeführt werden, kommen so unbedeutend und selten vor, dass sie hier zu übergehen sind.

_anthrax_ der Römer;--_Lebererz_ in Idria (Krain), bey dem man Stahl-, Korallen-, Branderz unterscheidet;--_mednomodr, rumelka_ im Czechischen;--_krusz cynowego, ruda cynobra_ im Polnischen;--_kenesömay_ im Magyarischen;--_mercure hepatique_ und ähnlich in den neuern, wissenschaftlichen Sprachen.

D. _Chiops mineralis, mineralischer Moor_.

Ist die Verbindung von Quecksilber und Schwefel.

_kandschali_ in Bengalen.

E. _Amalgam_.

Ist die Verbindung des Quecksilbers mit Silber (auch mit Gold); sie kommt zuweilen natürlich, auch krystallisirt vor, wird aber meist technisch, durch Hüttenprozess gewonnen, indem auf den Quick- oder Amalgamir-Mühlen die gepochten Erze mit Quecksilber in Verbindung gebracht werden, welches sich mit dem Silber verbindet, von dem es leicht zu trennen ist.

Im Alterthume und Oriente kannte man das Amalgam sehr wohl, es ist mir aber kein Name bekannt, erst im Mittelalter kommt der Name amalgama vor; ob er aus dem Griechischen stammt von [Greek: ama] und [Greek: gamein]--zusammen sich verbinden--lasse ich ganz dahin gestellt seyn.

Ein keltisches Wort scheint nicht vorhanden zu seyn, im Gälischen nennt man das Amalgam _aonachadh_ (Vereinigung) und _co-mheasgachadh_ (die Zusammenmischung), diess werden keine alten Volksnamen seyn.

_azoguero, azogue en pella_ im Spanischen, ist offenbar aus dem Baskischen; arrastre, tahona ist die Quickmühle; beneficio por azogue ist der Amalgamationsprozess;--_amalgam_ in allen neuern Sprachen.

_rtuticnik stribrily_ im Czechischen; sertutowani ist amalgamiren;--_kenesö-ezüstetegy_ im Magyarischen.

F. _Sublimat_.

Ist chlor- oder salzsaures Quecksilber, ein künstliches Salz, für sich ein heftiges Gift.

_hiong-fen, fen-chouang_ im Chinesischen; _soliman_ im Spanischen.

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#§. 5. Platina nebst den verwandten damit vorkommenden Metallen, Palladium, Rhodium, Osmium, Iridium.#

Platina kommt bekanntlich bloss gediegen in Körnern vor, die zuerst in den Goldwäschereien des südlichen Amerika beachtet wurden. Die Spanier nannten dieses Metall platinja, oder platina (d.i. silberähnlich, von plata Silber), daher das Substantiv Platina, welcher Name in die wissenschaftliche Sprache aller Völker überging, daneben machte sich früher auch der Name Weissgold, or blanc. Später wurden die Platinakörner auch in den Goldwäschen von Siberien gefunden. Da das Platina mit gewöhnlichem Feuer nicht geschmolzen werden kann, es nur geschweisst und gehämmert wird, so ist die Anwendung sehr beschränkt, dient vorzüglich zu chemischen Gefässen. In Russland prägte man eine Zeit lang Münzen daraus.

Das siberische Platina könnte möglicherweise dem Alterthume und Oriente bekannt gewesen seyn, aber schwerlich wurde es technisch zu Prunkgefässen u.s.w. verwendet. Neuerlich hat Prof. Schweigger über das electron der Alten, (Greifswalde 1848) das [Greek: êlektron] der Griechen für unser Platina angesprochen, doch scheint mir die Durchführung dieser Behauptung wenig schlagend.

In und mit dem Platina kommen nur in höchst kleiner Quantität andere metallische Körper vor, welche die neuere Chemie entdeckt hat, als Palladium, Rhodium, Osmium, Iridium, die nur ein chemisches Interesse haben, früher gewiss stets unbeachtet blieben.

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#§. 6. Tellur oder Silvan#.

Die Tellurerze kommen fast nur in Siebenbürgen, vorzüglich bey Nagyag aber in beträchtlichen Massen vor, wurden hier als reiche Golderze wohl seit den ältesten Zeiten gewonnen, man bezeichnete sie als antimonialische Erze, als aurum paradoxum-album, problematicum, Klaproth entdeckte in denselben ein eigenes Metall, das er Tellur nannte, von tellus die Erde; fast gleichzeitig auch Kirwan, der es Silvan nannte (von Transsilvania, Siebenbürgen). Selten ist das gediegene, fast reine Tellur, ein flüchtiges Metall, dem Antimon und Arsenik verwandt, viel häufiger sind die Legierungen mit silberhaltigem Golde, die verschiedene Namen haben, und eine verschiedene chemische Zusammensetzung, wie Blättertellur, das mir etwa 10prct. Gold enthält, Schrifttellur, mit etwa 30prct. Gold und 10prct. Silber, Weisstellur mit 27prct. Gold und 9prct. Silber.

Der Bergbau in Siebenbürgen ist offenbar seit ältester, selbst vorgriechischer Zeit, wohl von keltischen Völkern betrieben, stets wird man diese silberhaltigen Golderze gewonnen haben. Nur hier, sonst in keinen andern Erzen finden wir das Gold mit 1/3 oder 1/5 Silber legiert, und es ist möglich, dass man dieses silberhaltige Gold, ohne es zu scheiden, in Handel gebracht haben kann. Dieses Golderz, was nicht das Ansehen von andern Golderzen hat, wie das daraus gewonnene silberhaltige Gold, kann man im Alterthume--wie die künstliche Legierung des Goldes mit 1/5 Silber--[Greek: êlektron] genannt haben.

Bey fast allen griechischen Lexicographen findet sich die Glosse: [Greek: êlektron allotypon chrysion], d.i. Electron ist Gold in anderer Gestalt. Das Tellurerz, auch das daraus gewonnene Metall ist wirklich Gold in anderer Gestalt, als der gewöhnlichen.

Die Kelten trieben überall Bergbau, waren vorzügliche Metallurgen, besassen wahrscheinlich auch tüchtige mineralogische Kenntnisse, die Tellurerze und ihr Ausbringen kann den damaligen Mineralogen so merkwürdig gewesen seyn, als es den jetzigen ist.

Die hier gewagte Conjectur, das (nicht künstlich zusammengesetzte) electrum für Tellurerz und dessen Product zu halten, scheint mir natürlicher, als es für Platina anzusprechen.

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#§. 7. Kupfer#.

A. _Das metallische Kupfer_.

_tung, tong, lou_ im Chinesischen;--_tse-lay-tong_ ist das natürlich gediegene, cheng-tung das Rohkupfer, hong-tung das rothe reine Kupfer;--_tong_ in Siam;--_tung, thoung, dsi_ auf Korea;--_zansa, zadasa_, auch _kharva, horwa_ im Tibetanischen;--_awo, aka-gane_ im Japanischen;--_aku-ganni_ auf den japanischen und Lieukieu-Inseln.

_tamra, tamraka_ im Sanscrit, auch _rata_ (das rothe), _culwa, ambaka, kantjasa, kanijasa, udumbura, audumbura, dwjashta, warishtha, lahitajas, markatasja_ und andere, mehr dichterische Benennungen;--_tamra, tama, tamba_ in Bengalen;--_tamba, tambaja_ im Hindu (woher Tombak stammt);--_tambaja, tombaja_ im Malaiischen;--_chembou_ im Tamulischen (Indien).

_kie_ auf Awa;--_kiuen_ im Tartarisch-Mandschu;--_djäss, djes, djet_ im Mongolischen;--_dseddjunah, tschütsch-gnnan_ [or: _tschütschgnnan_], _tscherikda, tschiret, trikokta_ in den tungusischen Sprachen;--_goli_ im Kalmückischen.

_kangusak_ im Grönländischen;--_huräh-gahmah_ (Rotheisen) auf Kamtschatka;--_huräh-gahnäh,_ auch _furikane_ im Kurilischen;--_tähro-polgonton_ bey den Korjaken (Samojeden);--_padaroch_ im Ostjakischen.

_bakyr, mirs, küssülmischi_ im Tartarischen, sirin ist das Rothkupfer;--_bakir, bökyr, bagir_ im Türkischen, auch _piring_, was meist Messing bedeutet;--_bagir_, auch _mio_ im Afghanischen;--_bagyr_ am Jenisey;--_bagir_ in den samojedischen Sprachen, auch _nerowo, njarane, kidde, ürrü, tula, paterge_;--_pakur_, auch _safer, sitel_ im Kurdischen;--_pkhyr_ im Tschuwassischen an der Wolga;--_paker_ im Albanischen (aus dem Türkischen);--_bakar_ im Illyrischen (desgl.);--_pach_ in den kaukasischen Sprachen, auch _bach, hir, hiroz, dupsi, zaste_;-_goaptleh_ im Tscherkessischen;--_spilendsi, spilens, lindje_ im Georgischen;--_pghints_, auch _arwis_ im Armenischen, pghndsi ist kupfern;--_archwi_ im Ossetischen.

_vaski, was, kasari_ im Finnischen (daher wohl wask das Kupfererz im Altschwedischen);--_wask_ im Livländischen, und Esthnischen;--_waski, waskoi_ im Finnländischen;--_wosh_ im Wotjakischen;--_wesk, urgor_ im Permischen;--_vergene_ im Tscheremissischen;--_herren_ und _arren_ im Wogulischen (Finnischen);--air im Lappländischen, auch _kuoppar_;--_irgon, argon_ im Wotjakischen (Finnischen);--_wara, warch_ im Lettischen;--_waras_ im Litthauischen;--_rez, rezedeny_ im Magyarischen; rez termes ist das gediegene Kupfer, rez banya das Kupferbergwerk.

_mis_ im Persischen, auch _berintsch_ (eigentlich vielleicht Bronce), eine im Oriente sehr verbreitete Benennung; suffar ist der Kupferschmelzer; kaskan ist ehern, kase ist Kessel;--_mis_ im Bucharischen.

_medi, mjed_, auch _krasnaja_ im Russischen, medi samorodnaja ist das selbsterzeugte, gediegene Kupfer;--_mjed_, auch _svakka_ in Bosnien;--_mido_ in Dalmatien, auch _bakar_ (aus dem Türkischen);--_miedz_ im Polnischen (kotlarz ist der Kupfer- und Kesselschmidt);--_med_ im Czechischen (medenj dol ist das Kupferbergwerk, cernomed Schwarzkupfer, surowa med der Kupferstein vom ersten Schmelzen, doprawena med das Gaarkupfer);--_med_ im Krainschen und Slowakischen;--_medz_, auch _khopar, kuppor_ im Sorbischen;--_kotlowina_ im Windischen und Illyrischen (das was zu Kesseln gebraucht wird, kotlina ist Kessel), auch _kufer_, kotlovinast ist kupferig, kotlovinskaposoda ist Kupfergeschirr, kotlovinar Kupferschmidt.

_nhas, nahas_, auch _suffar, soffar_ im Arabischen, nahhas und el nahhasyn ist der Kupferschmelzer;--_nhhaas_ im Maltesischen, nhhaasa ist kupfernes Geschirr;--_nahassy_ im Tigrisischen und _nahas_ in Darfur und Dongola (Nordafrika);--_onnas_, auch _tonghul_ im Berberischen (desgl.);--_gurgemeh_ in Burnu (desgl.).

_mfr_ in der ägyptischen Hieroglyphen-Sprache, nach Champollion;--_homnt_ im Koptischen, referhomnt, auch basnit ist kupfern, sanhomnt der Kupferschmidt; joi und chalin (wohl mit [Greek: chalkos] zusammenhängend), ist kupfernes Geschirr, auch Erz im Allgemeinen;--_talekalame, kajehe-gnahese_ im Amharischen.

_nechasch, nechoscheth_ im Chaldäischen (wie nahas im Arabischen), nechuschtan ist kupfern, nechoscheth der Kupferrost, tusigim, auch karkoma (wie [Greek: chalkôma] im Griechischen, kupfernes Geräth) der Kupferschmidt;--_nechuscha, nechoscheth_ im Hebräischen, nachusch ist kupfern, ehern;--_kalkitis_ im Syrischen, seruch ist das reine Kupfer, molscho, magschotho ist kupfernes Geschirr.

_[Greek: chalkos, chalkeion]_ im Griechischen (wie im Syrischen, wie chalikin im Koptischen, Erz, ehernes Geschirr), [Greek: chalkosmelas] ist unser Schwarzkupfer, auch [Greek: chyton] und [Greek: trochion] (wegen der runden Gestalt der Scheiben), [Greek: chalkos kyprios] ist das cyprische, gereinigte Kupfer, das auch [Greek: elaton] (gestreckt, gehämmert) hiess, (ganz verwandt damit ist das arabische alaton, Messing, ob dies aus dem Griechischen stamme, oder umgekehrt, lasse ich dahin gestellt seyn), [Greek: chalkrês, chalkourgos] ist der Kupferschmidt;--_[Greek: chalkos, chalkôma, mpariki]_ im Neugriechischen.

_aren, alambrea_, auch _cobra_ im Baskischen, ist eigentlich Erz, wie _arain, airan_ im Bretonischen und _air_ im Gälischen;--_arama_ im Walachischen, auch _arams, amale_, de arama ist kupfern, mesceru de arama der Kupferschmidt, caldare der Kessel; ([Greek: rhama], aeramentum ist im Mittelalter die Bronce, aeramen, Kupfergeschirr);--_rame_ im Italienischen, raminie ist kupfernes Geschirr, calderaio der Kupferschmidt, von caldara der Kessel.

_copar, umha_ im Gälschen (copur im Irländischen), umhach ist kupferig, umhadaireachd ist Kupferwerk, ceard umha Kupferschmidt, coire der Kessel;--_efydd_ im Wälschen, efyddaid ist kupfrig, efyddwaith das Kupferwerk, effyddyn der Kessel;--_kober_ im Cornischen;--_coeufr, coeur, cuefr_ im Bretonischen.

_aes_ im Lateinischen, bedeutet wie [Greek: chalkos] auch Erz im Allgemeinen, der gewöhnliche Ausdruck für Kupfer war _cyprium_ (cyprisches Erz); besondere Arten waren aes salustium, livianum, marianum, cordubense u.s.w.; aes caldarium war das Schwarz- oder Rohkupfer; aes regulare oder ductile das gereinigte, das auch panis aerei hiess (wegen der runden Form), aeneus, ahenius, aenus ist kupfern, aeneum, ahenum (sc. vas) ist kupfernes Geräthe.

_cuper, cuprum_ im mittelalterlichen Latein (wohl nicht von cyprium, sondern von copar);--_cobre, cobrea_ im Spanischen, auch _arambre, alambre_ (aus dem Baskischen), cobre bruta ist Rohkupfer, cobre dirosetta das gereinigte;--_cobre_ im Portugiesischen, cobre vermelho das reine Kupfer; ereo ist kupfern, von Erz, arame ist Bronce;--_cuivre_ im Französischen, cuivre noir das Schwarzkupfer, cuivre de rosettes das reine Kupfer;--_coper_ im Angelsächsischen;--_copper_ im Englischen, black copper ist Schwarz- oder Rohkupfer, red copper das gereinigte, copper work das Kupferwerk;--_kobber_ im Dänischen und Norwegischen;--_koppar_ im Schwedischen, rokoppar, schwarz koppar das Roh- und Schwarzkupfer, im Altschwedischen nannte man die Kupfererze wask (aus dem Finnischen);--_kopar_ im Isländischen;--_copher_ im Alamannischen;--_kuphar_ im Althochteutschen (das Wort Kupfer mit seinen Modificationen in den verschiedenen Idiomen scheint keltischen Ursprunges zu seyn).

_venus_ bey den Alchemikern, auch _brachium, calcocos, halimar, michach, meliboeum, murpur, thebayco, silipit_ u.s.w.

B. _Die Bronce_.

Die Bronce, wozu auch Glockenmetall, Kanonenmetall u.s.w. gehört, bestehet aus einer Legierung des Kupfers mit Zinn; und je nach Verschiedenheit des Zweckes, verändert man das Verhältniss dieser Metalle gegen einander. Die Bronce ist nicht strengflüssig und hart, eignet sich vorzugsweise zu metallenen Gusswerken, ist aber weich, bedeckt sich durch die Zeit mit grauem, grünspanartigem Roste. Im Alterthume, besonders in Aegypten und bey den keltischen Völkern verstand man eine edle Bronce zu bereiten, die sich härten liess, zu schneidenden Werkzeugen diente, sich mit dem edlen, malachitartigen, glänzenden Roste bedeckte, der die Gegenstände eher verschönerte als verunzierte. Solche Bronce findet sich häufig in den keltischen Gräbern. Schon die Griechen und Römer scheinen, ohne Zusatz antiker Bronce, jene edle Bronce nicht haben fertigen zu können, was auch der neuern Zeit noch nicht gelungen ist. Die gehärtete Bronce konnte zu schneidenden Instrumenten wie unser Stahl verwendet werden, hatte aber den grossen Vorzug vor demselben, dass sie viel schwerer rostete, das Eisen war daher wohl weniger im Gebrauche als jetzo, obwohl man es sehr wohl kannte, daher wohl bezeichnete man in vielen alten Sprachen die Bronce als das Erz im Allgemeinen.

_kansa_, auch _pitala_ (von pita gelb) und _ajas_ (d.i. Erz) im Sanscrit;--_pitala_, auch _wingapitala_ in Bengalen.

_hkro, hakhro, hakhara_ im Tibetanischen;--_goli, bacholi, tschara-gooli, nogon_ im Mongolischen;--_teichoun_ im Tartarisch-Mandschu.

_jes_ im Afghanischen;--_ges, djies_ in den kaukasischen Sprachen.

_bghints_ im Armenischen;--_berintsch, pirindsh, pirink_ im Persischen;--_pirintch, tutch_ im Türkischen, auch _ejar_ d.i. Erz;--_berace, gnahese_ im Amharischen;--_tug, tibr_ im Arabischen, ajar ist Erz;--_opheret_ im Hebräischen.

_karkoma_ im Chaldäischen, _[Greek: chalkôma, chalkos kekrymmenos]_ (von [Greek: pryptein] verhüllen) im Griechischen.

_prais, preiseach_ im Gälischen, letzteres Wort heisst auch Kessel, Topf; praisiche ist Kupferschmidt;--_bresych_ im Wälschen (doch finde ich dieses Wort nicht bey Owen);--_arain_ im Bretonischen, eigentlich Erz;--_arama_ im Walachsichen [Walachischen];--_kipre_ im Albanischen.

_aes, aeramen_ der Römer.

_[Greek: mprontzo]_ im Neugriechischen;--_[Greek: mprounzo, emproutzo, pronzines]_ im Mittelalter, auch _[Greek: rhama], bronzinum_, auch _aerimea, aerimen_.

_bronz, bronc_ im Polnischen, auch _spiza, spiz_ (woher wohl beym alten sächsischen Bergmanne das Wort Speise für broncefarbiges Erz, als Kobaltspeise, Glockenspeise u.s.w.);--_bronz_ im Czechischen, zwonowina ist Glockenmetall;--_bronz_ im Windischen;--_bron_ in Krain;--_bronze_ im Englischen, eigentlich _brass_ (wohl von prais im Gälischen), was auch jede Kupferlegierung bedeutet;--_bronze_ im Portugiesischen, auch _arame, erame_ (wohl aus dem baskischen aren Kupfer, oder dem bretonischen arain Erz);--_bronzo_ im Italienischen, auch _rame_;--_bronce_ im Französischen, auch _airin_, d.i. Erz;--_bronce_ im Spanischen;--_bronse_ im Dänischen. (Aus welcher Sprache das Wort Bronce stammt, scheint mir noch sehr dunkel, fast sollte man glauben, es sey slawischen Ursprunges, doch soll diess ganz dahin gestellt bleiben.)

C. _Der Messing_.

Der Messing ist ein durch Zink legiertes Kupfer, von der bekannten goldgelben Farbe. Das Kupfer wird dazu gewöhnlich mit Galmey (Zinkoxyd) zusammengeschmolzen, da das regulinische Zink und die Zinkblende (Schwefelzink) hierzu schwer anwendbar sind. Zu den sehr ähnlichen Compositionen (wo aber beide Metalle in verschiedenen Proportionen verbunden sind, gehören Tombak, Semilor, pinsbek, prinzmetall, Tutenag, hartmetall oder potin der Franzosen.

_hoang-tung_ oder _uong-tong_ im Chinesischen;--_tus, tudsch_ im Tartarischen;--_goli_ im Mongolischen.

_kansya_ in Bengalen;--_kansasthi_ im Sanscrit (ist eigentlich der Tutenag), auch werden hierher gehören: pitan (das gelbe), pitalaka, pittala, pitaloha, pitakawera, sulchaka, rawana;--_kuning_ im Malaiischen, ist, wie das englische brass, auch jede Kupferlegierung.

_karbit_ in den kaukasischen Sprachen, auch _borsam, dukni, macch_;--_ges, djies_ im Tscherkessischen;--_titberi, titbern, tutber_ im Georgischen.

_zyad_ im Afghanischen;--_bur, bor_ im Ossetischen;--_tsirokta, geginma_ im Tungusischen;--_kangusak kakkokton_ im Grönländischen;--_weike_ im Lappländischen.

_aruir_, auch _pghints phailum_ (glänzendes Kupfer) im Armenischen, auch _phints dsachial_ (geräuchertes Kupfer), oskiepghints (Goldkupfer);--_pirindsch_, auch _tombak, ejur_ im Türkischen;--_pirinos_ im Slowakischen.

_homat enbarot_ im Koptischen;--_bagogesa_ im Amharischen;--_temisse_ in Burnu (Nordafrica);--_kajen duggigh_ im Dungalischen (desgl.);--_schebeh, mes_ im Persischen, auch _talicum_ (d.i. gemischtes Metall);--_schebbo, schibe_ im Kurdischen.

_gistron, palisa_ im Chaldäischen.

_alaton_ im Arabischen, auch _zifs, zofr_ (gelbes Metall), _bettru, rüwis, ajar_, der Messingarbeiter ist nachchas (von nhas das Kupfer);--_alato, lato_ im Mittelalter; daher unser latum, d.i. dünnes Messingblech, Latunhämmer, Latunhütte, Latunschläger u.s.w., auch ist das Wort in die meisten neuern Sprachen übergegangen.

_orchal, alcan_ im Bretonischen, daher _archal_ im Altfranzösischen, noch jetzo ist fild'archal der Draht, der nicht von Gold und Silber ist;--_orikalk_ im Albanischen, ist auch Metall überhaupt.--Im Gälischen finde ich keinen Namen, als umha (Kupfer), prais (Bronce und jede Kupferlegierung), im Wälschen ist mir auch kein Name bekannt geworden.

[Greek: orichalkon, oreichalkon] im Griechischen (was gewiss nicht Bergerz bedeutet);--[Greek: orichalkos] im Neugriechischen, auch [Greek: kiternos chalkos, mpaphtos] und [Greek: laiton] (aus dem Arabischen);--[Greek: lekos chalkos] im Mittelalter;--_aurichalcum_ der Römer (Festus, de verborum significatione sagt: cadmea terra (Zinkoxyd), quae in aes conjicitur, ut fiat orichalcum);--_oricalco_ im Italienischen, auch _ottone, lattone_ (aus dem Arabischen);--_oricalco_ im Spanischen, auch _azofar, laton, allaton_ (aus dem Arabischen;--_orchal, orchale, orcholi_ ist der Messing im Althochteutschen, womit wohl zusammenhängt: _arco_ im Teutschen und Schwedischen, _arcot_ im Französischen, wie der unreine Messing heisst, der beym Schmelzen zurückbleibt. Wenn die hier erwähnten Namen nicht aus dem Keltischen stammen, so könnten sie vielleicht der baskischen Sprache entnommen seyn.

_alcone, accatum, azog_ der Alchemiker.

_laton_ im Spanischen, _lattone_ im Italienischen (aus dem Arabischen) neben _oricalco_;--_latao, cobre amarello_ im Portugiesischen;--_laiton_ im Französischen, _arcot_ ist der unreine Messing, der beym Schmelzen zurückbleibt; die Messingwaaren hiessen dinanderie, von der Stadt dinant, wo sie vorzüglich verfertiget werden;--_latten_ im Englischen, meist auch brass und yellow copper.

_zlatonedo_ in Croatien;--_mjed xuuti_ im Ragusanischen.

_mosiads_ im Polnischen;--_mossas_ im Wendischen;--_mosadsz_ im Slowakischen;--_nossacz_ im Sorbischen;--_mosaz_ im Czechischen (zusammenhängend mit mosec, mesce, d.i. Mischung), daher wohl das teutsche mösch, moeslen, messing, das nicht von miscere oder mischen abstammen wird, wie Adelung meint;--_mösch_ im Altteutschen;--_moeslen, maestlen_ im Angelsächsischen;--_missins_ im Lettischen, auch _seltans warsch_ (d.i. Gelbkupfer);--_mösch, meisch, messing_ im Plattteutschen;--_moesching, missing_ im Schwedischen, arco ist das unreine Messing;--_messing_ im Dänischen und Teutschen.

_sararez_ im Magyarischen, auch velentzel-rez (d.i. venetianisches Kupfer);--_arams galennz_ im Walachischen, auch _arama galbina_ (Gelbkupfer).

D. _Flittergold, Rauschgold_.

So heisst das ganz dünn, zu feinen Blättchen geschlagene Messing.

_auripellum_ im mittelalterlichen Latein (wohl aus den folgenden Wörtern entstanden);--_oropel_ im Spanischen (ob vielleicht aus dem Baskischen?);--_oripeau, auripeau_ und _clinquant_ im Französischen;--_orpello_ im Italienischen (daher orpellare unächt vergolden);--_alcan_ (wie Messing) im Bretonischen;--_tinsel_ im Englischen (ist überhaupt Flitter);--_bladgull_ im Schwedischen;--_blattergold_ im Holländischen;--_skahrdeles, wissoule_ im Lettischen;--_zarklett_ im Illyrischen;--[Greek: malamato phylla] im Neugriechischen.

E. _Weisskupfer, Neusilber, pakfong_.

Es ist diess eine Legierung des Kupfers mit Nickel, die ein weisses ganz silberartiges Metall giebt, welches den Chinesen stets bekannt war. In Europa hat man erst in der jüngsten Zeit dieses Metall fabriciren lernen, oder ist wenigstens die Fabrications-Methode bekannt geworden, und jetzo ist dessen Verwendung sehr allgemein.

_pak-tong_ im Chinesischen;--_pe-tung_ in der Madarinensprache (woraus tombak entstanden seyn wird), nicht pakfong, wie man gewöhnlich liest; er besteht aus 40 prct. Kupfer, 35 prct. Nickel und 25 prct. Zink;--_changuien-teichoun_ im Tartarisch-Mandschu.

Im römischen und griechischen Alterthume kannte man ein Weisskupfer, aber wahrscheinlich war es das weisse Tombak.

F. _Weisser Tombak, Weisskupfer_.

Es ist diess die Legierung des Kupfers mit Arsenik; diese bildet auch ein weisses, dem Silber ähnliches Metall, es ist aber hart, bald anlaufend, kann beym Gebrauch den Menschen schädlich werden, stehet in der Anwendung dem pakfong sehr nach, war stets bekannter als dieser, wurde auch von den Chinesen fabricirt.

_kansya_ im Sanscrit, auch _kansa, kansjaka_ (von sanchya der Arsenik).

[Greek: chalkos mossinoikos] der Griechen kann vielleicht hierher gehören. Indische Gefässe aus Weisskupfer scheinen den Griechen wohl bekannt gewesen zu seyn, da es von diesen heisst: [Greek: chalkeon argyreeô paneikelon, indikon ergon].

_cuprum album, orichalcum album_ der Römer, auch wohl aes candidum zum Theil der Römer wird hierher gehören.

G. _Kanchan_.

In Indien soll aus 8 Theilen Kupfer und 2 Theilen Zinn, ein weisses, silberartiges Metall zu Speise-Geschirr gemacht werden, das _kanchan_, auch _wongolan_ heisst, das wir in dieser Art nicht zu fabriciren verstehen.

H. _Mit Kupfer legiertes Gold und Silber, das Karat_.

Karat (carat, caract im Englischen, carat im Französischen) bezeichnet theils ein kleines Gewicht für Gold und Edelsteine, theils die Löthigkeit oder Feinheit des Goldes und Silbers, die gewöhnlich, besonders bey den Münzen, mit Kupfer legiert werden.

Die Legierung des Silbers mit Kupfer--die _weisse Karatirung_--ist sehr allgemein, zu allen Zeiten und bey allen Völkern angewendet, besonders bey den Münzen; der Name Karat wird aus dem Oriente stammen, heisst im Arabischen _alkerat, caracta_ im mittlern Latein, _carato_ im Italienischen, _quilate_ im Spanischen.

Die Legierung der Bronce mit Silber, die zu gewissen Zwecken, z.B. bey musicalischen Instrumenten wohl angewendet wird, war bey den Griechen und Römern, wohl auch im Oriente gebräuchlich, hierher wird das aes candidum mit gehört haben, vielleicht auch das aes corinthium, zu dem man aber auch antike (keltische) Bronce genommen zu haben scheint.

Die Legierung des Goldes mit Kupfer--die _rothe Karatirung_--war stets wohl bey allen Völkern bekannt, besonders bey den Münzen gebräuchlich (obwohl die keltischen Münzen aus dem reinsten Golde bestehen), auch giebt diese Legierung das _Goldschlageloth_, zum Löthen des Goldes und Silbers.

_pyropus_ der Römer gehört hierher, daher wohl [Greek: pyropos] im Giiechischen;--_chasmal_ der Hebräer vielleicht;--_sonen_ in Japan.

I. _Kupferrost, Kupferoxyd im Allgemeinen, Kupferhammerschlag, Kupferasche_.

Das rothe Kupfer bedeckt sich leicht mit Oxyd, von graugrüner Farbe, so auch die Bronce, nur die edle, antike Bronce hat das Eigenthümliche, dass sie einen grünen, schon glänzenden, malachitartigen Ueberzug erhält--den edlen Rost, patine im Französischen--der ein kohlensaures Kupferoxyd ist, den Gegenstand eher verschönert als verschlechtert.

_tong-tsing_ im Chinesischen;--_tai-tambaja_ im Malaiischen;--_riti, ritika, retja_ im Sanscrit, vielleicht auch _pushpara, çenhara_;--_zangar_ im Hindu;--_cenjar, genkar_ (wie im Hindu), _jenk, schen_ im Persischen;--_cengar, sindchar, azzengar_, auch _zeralnhas, touban, anarin_ im Arabischen;--_zenk, zienk_ im Kurdischen;--_zank, shang, tzjetz_ im Armenischen;--_anarin_ im Türkischen;--_sodid_ im Maltesischen;--_kime_ im Lappländischen;--_schibe, scheibi_ im Koptischen.

_nechoscheth, sakkaah_, auch _chaledutha, chalduta_ im Chaldäischen;--_ithus-katki_ (von kalkitis Kupfer) und _zedgo_ im Syrischen;--[Greek: ios chalkos] im Griechischen (wie ithus-kalki im Syrischen), auch [Greek: ion] war überhaupt das Kupferoxyd, natürlich oder künstlich; [Greek: chalkos anthos] und [Greek: lepis chalkon] war der Kupferhammerschlag.

[Greek: iarin], _iarin_ im Mittelalter (wohl von anarim im Arabischen); [Greek: rhasouchthê] (wohl aus dem Slawischen), auch [Greek: mpatityra], batitura ist der Kupferhammerschlag.

_zingar_ der Alchemiker, auch _zynser, altingar, altimar, elizimar, afragar, auxanthi, alselat, aycupher, arcos, eliz_.

_rdza, rdza miedziana_ im Polnischen;--_rez, rezna medi_ im Czechischen;--_rozda_ im Magyarischen;--_ruoste_ im Finnischen;--_ruos_ im Lappländischen.

_rhwd, rhydni_ im Wälschen;--_meirg_ im Galischen;--_rugina_ im Walachischen.

_aerugo, rubigo, robigo_ der Römer (wohl aus dem Keltischen), ist der Rost überhaupt; flos, squama, lepisaeris ist der Kupferhammerschlag, favilla aeris das Oxyd, das durch Brennen des Grünspans erhalten wurde;--_ruggine, verderame_ im Italienischen;--_rouille de cuivre, verdet_ im Französischen, in älterer Zeit auch _airin_; patine ist der edle Rost, batiture de cuivre der Hammerschlag;--_rust, copperrust_ im Englischen;--_ragu, rust, cyper rost_ im Angelsächsischen;--_kobberrust_ im Dänischen;--_koperroest_ im Holländischen;--_kupferrost_ im Alt-Hochteutschen, kuperasch, kupferschlag ist Hammerschlag;--_rost, rid_ im Isländischen;--_eirrid, eirrost, kopparergen_ im Schwedischen.

_verdete_ im Spanischen, auch _cardenillo_ (ob aus dem Baskischen?);--_cardenilho_, auch _azenhavre_ im Portugiesischen.

K. _Grünspan, Spangrün_.

Ein kohlen- und essigsaures grünes Kupferoxyd, das seit den ältesten Zeiten als Farbe-Material benutzt, gewöhnlich mittelst Essig oder Weintrester und Kupfer künstlich bereitet wird.

_tung-zing_ oder _tong-zang_ (d.i. des Kupfers Grün) im Chinesischen, auch _touglou_;--_tounglou_ im Tartarisch-Mandschu;--_zandasa--gayaha_ im Tibetanischen.

_pitala, çekhara_ im Sanscrit;--_pitrac, zangar_ im Hindu;--_cengar, zenigar_ im Arabischen, althecheregi ist die feinste Art;--_jengar_ im Persischen;--_schenkiar_ im Türkischen.

_schuchto, schechuto_ im Syrischen;--[Greek: ion xyston] im Griechischen (gewiss semitischen Ursprunges), auch [Greek: ion skolêx] (wohl auch semitisch);--[Greek: chalkos kouria] im Neugriechischen;--[Greek: berderamê] im Mittelalter (ist grünes Kupfer, von arama im Walachischen), auch [Greek: berdermon, skoulikê, giarin].

_asingar_ bey den Alchemikern, auch _almizadir, almechafule, asugar, asigi, yos, yoma_.

_aeruca, aerugo, scoletia_ der Römer.

_meirg praise_ im Gälischen;--_ferdigres_ (?) im Bretonischen;--_vert de gris_ im Französischen (gris kann hier nicht wohl grau bedeuten, wird fremden Ursprunges seyn); _verdigrease, verdigris_ im Englischen (grease kann hier nicht Fett bedeuten);--_verdegris_ im Spanischen.

_grinspan_ im Walachischen;--_grünspan_ im Teutschen (hier stehet Span wohl nicht in seiner gewöhnlichen Bedeutung);--_spansgröna, koppargon_ im Schwedischen;--_spansgrönt, koppergrönt_ im Dänischen;--_spansgrön_ im Holländischen (ist das vielleicht spanisch-grün?);--_gryszpan, snieds, rdzamiedziana_ im Polnischen;--_grynsspan, rez zelena_ im Czechischen;--_grienspet_, auch _selenina is bronza_ im Windischen (d.i. das Grün von Kupfer).

_fior di rame_ im Italienischen;--_azinhavre_ im Portugiesischen.

L. _Berggrün, Kupfergrün_.

Ein grünes, erdiges Kupferoxyd, oft auch thonig, findet sich in Gängen, Lagern als Absatz von Gewässern, wird auch künstlich gemacht, dient als Farbe der Maler (Schiefergrün, Berggrün), auch zum Löthen des Goldes, ist dem Grünspan, der Grünerde, dem Kupferoxyd und Malachit verwandt (s. diese).

_lou-tsing-chi_ im Chinesischen;--_zadasa-gayaha_ im Tibetanischen;--_zenegar, sindschar_, auch _lezach oldeb_ im Arabischen, zilchu 'lzaghati, wird mit chrysocolla, vulgo borax übersetzt, gehört wohl auch hierher.

[Greek: chrysokolla] (d.i. Goldloth) der Griechen, das theils natürlich--[Greek: akedon]--theils künstlich war, auch verstand man darunter ein leichtflüssiges Metallgemisch, das im Mittelalter [Greek: molibdochalkos] hiess;--_chrysocolla nativa_ der Römer, das daraus bereitete Goldloth hiess _santerra_.

_hornaya zelene_ (Berggrün) im Russischen, auch _mednaya seleni_ (wie die Kupferlasur);--_zielonokrusz_ (Grünerz) im Polnischen;--_medanka_ im Czechischen;--_kotlouno selen_ im Windischen;--_rezmesz zöld_ im Magyarischen.

_aur dyivod_ (?) im Wälschen;--_verdemontana_ im Spanischen; atincar ist löthen, atincatura die Löthung mit Berggrün;--_verdemontanha_ im Portugiesischen;--_verde di montagna_ im Italienischen;--_verd di montagne, cuivre verd_ im Französischen;--_mountain green_ im Englischen;--_bergkgrün, steingrün_ im Altteutschen;--_bierggrönt, köbbergrönt_ im Dänischen;--_koppargrönt_ im Schwedischen.

M. _Kupfererz im Allgemeinen_.

_zandasa-sa_ im Tibetanischen;--_lapis aerosus_, auch _cadmia aeraria_ der Römer;--_mwn cfydd_ im Wälschen;--_mine de cuivre_, auch _airin_ im Französischen;--_quixo de cobre_ im Spanischen;--_copper ore_ im Englischen;--_kobbererts_ im Dänischen;--_kopper malm_ im Schwedischen, auch _wask_ (aus dem Finnischen);--_ruda miedzianna, -gornikow_ im Polnischen;--_medienka, medina ruda, rudomedek_ im Czechischen.

N. _Rothkupfererz, Ziegelerz_.

Das Rothkupfererz ist ein, meist krystallinisches, schön rothes Kupferoxyd, von nicht häufigem Vorkommen; in erdigem, unreinem Zustande heisst es Ziegelerz.

_red copper ore_, auch _glass-copper ore_ im Englischen; _cuivre oxydulée_ im Französischen;--_redercz veres_ im Magyarischen, auch _rezvirag_;--_kransnaja mednaja ruda_ im Russischen, _rjawtschina_ ist Ziegelerz.

O. _Fahlerz, Kupferfahlerz_.

Ein sehr häufiges Erz, Schwefelkupfer mit Arsenik und Eisen, von grauer Farbe, oft silberhaltig, dann _Grau-_ oder _Weissgiltig_ genannt.

_cadmia aeraria_ der Römer, war vorzugsweise unser Fahlerz;--_gray copper ore_ im Englischen;--_cuivre gris_ im Französischen;--_grä kuppermalm_ im Schwedischen;--_nigrillo_ im Spanischen;--_plachmahl, plachmann_ beym ungarischen Bergmann;--_szürke ercz, osz czüstercz_ im Magyarischen;--_panabus_ im Polnischen;--_burokrusec_ im Czechischen;--_seraja mednaja ruda_ im Russischen;--_ruda scricbra ocelnasta_ im Serbischen.

P. _Kupferglanz, Kupferglas_.

Ein häufiges Schwefelkupfer, von grauer Farbe, weich, milde, selten krystallisirt.

_kopper glas_ im Schwedischen;--_vitreous copperore, black copper ore_ im Englischen;--_cuivre vitreuse, galéne de cuivre_ im Französischen;--_cobre vidrioso, cobre en pasta, azul plomillosa_ im Spanischen;--_rame sulfureo_ im Italienischen;--_gelff_ beym ungarischen Bergmanne;--_üvegrezercz, rezercz ueveg_ im Magyarischen;--_steklowalaja mednaja ruda_ im Russischen;--_siarezyn miedzi_ im Polnischen;--_rezek, sjricnjk mednaty_ im Czechischen.

Q. _Kupferkies_.

Ein häufiges Erz, kupferhaltiges Schwefeleisen, von goldgelber Farbe, häufig krystallisirt, dem Eisenkies (Schwefeleisen) ähnlich, weniger hart. Wird theils auf Kupfer, theils auf Vitriol benutzt. Auf den Lagern von Kupferkies kommt häufig auch Vitriol von Schwefelkupfer, Schwefeleisen und verwandte Mineralien begreift der Bergmann unter den gemeinschaftlichen Namen _Kies_ und _Markassit_.

_makshika_ im Sanscrit und im Bengalischen, hier auch _swarna makshika_;--_margasita_ im Arabischen;--_markassit_ im Persischen, ist der krystalliuische abrendsche wird mit Goldmarkasit übersetzt, von dem man einen Kupfermarkasit unterscheidet, der alrusenai gehört wahrscheinlich zum Schwefelkies;--_markeschüho_ im Syrischen, wird auch hierher gehören (soll eigentlich Zinnkies seyn), auch _kanston, kanseton_, vielleicht auch _surlo_ (mit chalcitis übersetzt), _pieritos_ ist wohl mehr Schwefelkies;--_byritaes_ im Türkischen ist Kies im Allgemeinen;--_[Greek: pyritês]_ (aber nur der goldfarbige) der Griechen;--_pyrites_ (aber nur der goldfarbige) der Römer, chalcitis aeraria der Römer und Griechen, war wohl ein gemengtes kiesliges Kupfererz;--_pyrite cuivreuse, markassite, mine jaune de cuivre_ im Französischen;--_pirita cobriza_ im Spanischen, auch _magistral, bronce dorado_; chino beym spanischen Bergmanne, worunter man auch den Magnetkies begreift;--_rame piritoso_ im Italienischen;--_pyrites, yellow copper ore_ im Englischen, podar beym englischen Bergmann.

_kyss, goldkyss, gelber kyss_ beym teutschen Bergmann;--_kies, gelf, gelfärtzt, lecherz_ beym teutschen Bergmann in Ungarn;--_koppar kies, lefverslag, gul kopparmulm_ im Schwedischen;--_kuoppar kjes_ im Lappländischen.

_mesec, med kys_ im Czechischen;--_zolto krusz, siarezyk miedzi i zelaza_ im Polnischen;--_mednoi kultschedan_ [?*], _ruda surkowna medi, ieltaya mednaga ruda_ im Russischen;--_rez könkeves, sarga rez-ercz_ im Magyarischen.

R. _Kupferlasur_.

Ein schön lasurblaues kohlensaures Kupferoxyd (chemisch, auch mineralogisch dem grünen, bey den Gemmen erwähnten Malachit sehr verwandt), theils fest, oft krystallisirt, theils erdig, wo es _Bergblau_ heisst. Dient als Erz, zum Verschmelzen, auch fein gemahlen und präparirt, als Farbe (Bergblau im Handel).

_pien tsing_ im Chinesischen;--_lasurd_ im Persischen;--_hagiar armeni_ im Arabischen.

_[Greek: kyanos lithos]_, auch _[Greek: lithos armenios]_ der Griechen;--_cyanos_ der Römer, auch _caeruleum nativum; armenium_ war theils erdige Kupferlasur, theils eine daraus bereitete Farbe;--_cuprum caeruleum_ im neuern Latein.

_azul, azul de montana, cenizas_ im Spanischen;--_rame azurri_ im Italienischen;--_azur de cuivre, bleu de montagne_ im Französischen;--_azure, capper lasur_ im Englischen;--_berglazur, schieferblau_ im Altteutschen;--_koppar lazur, bergblätt_ im Schwedischen;--_berglauw_ im Holländischen;--_lasura_ im Windischen;--_lazurok-rusz_ [or: _lazurokrusz_], _miedz lazurawa_ im Polnischen;--_mednaya lasuri, hornaya_ im Russischen;--_holubec, ogr modry_ im Czechischen.

S. _Künstliche Kupferlasur, die aus Kupfer bereitete blaue Farbe der Alten_.

Das Alterthum, besonders Aegypter und Römer, verstand die Kunst, das Glas durch Kupfer blau zu färben, und durch weitere Präparation eine köstliche blaue Farbe zu bereiten, die nie verbleichte, viel in der Malerei verwendet wurde, in hohem Ansehn stand, die neben unserm Ultramarin (s. Lasurstein) und unserer Schmalte (s. Kobaltglas) häufig zur Verzierung der öffentlichen Gebäude diente. Die Kunst, das Glas durch Kupfer blau zu färben, war gänzlich verloren gegangen, man kannte nur Kobaltglas (Schmalte), erst in den letzten Jahren haben einige Porzellanfabriken diese Kunst wieder erfunden und wenden das blaue Kupferglas in der Porzellanmalerei an.

_caeruleum factitivum_ der Römer war diese Farbe. Das mit Kupfer zusammengeschmolzene und dadurch blau gefärbte Glas (die Fritte), hiess _coelon_, diese wurde gemahlen, hiess dann _lomentum_, woraus dann die verschiedenen Farben durch Schlemmen u.s.w. (wie bey unserer Schmalte) bereitet wurden, als das _vestorianum, pulcolanum_ u.s.w.

* * * * *

#§. 8. Nickel.#

Das Nickelmetall lernten wir erst in neuerer Zeit, 1751 durch Klaproth kennen, es hatte aber gar keine Anwendung, bis man es ganz neuerlich (etwa 1820) mit Kupfer legieren und hierdurch das Weisskupfer oder Neusilber machen lernte (s. oben beym Kupfer), welches jetzo viel Anwendung findet, von den Chinesen aber schon seit alten Zeiten unter dem Namen pak-fong fabricirt wurde, die daher auch von jeher das Nickelerz gekannt haben, wir wissen aber nicht unter welchem Namen.

Die Nickelerze, die sich in vielen Gegenden finden, waren dem Bergmanne und Mineralogen lange bekannt. Sparsam, nur als mineralogische Seltenheit findet sich in zarten Nadeln der gediegene Nickel (Haarkies, nickel natif), ferner das Nickel-Spiesglanzerz (nickel antimonian, antimoine nickellifère) und einige andere Nickelverbindungen.

Häufig und verbreitet, besonders in Sachsen, ist der _Kupfernickel_, der stets bekannt war, aber als unnütz weggeworfen wurde. Er bricht mit Kupfer und Silbererzen, hat eine kupferrothe Farbe, enthält weder Kupfer noch Silber, sondern nur Nickel, etwas Spiesglänz und Arsenik, er war dem Bergmanne ein unnützes, unerfreuliches Erz.

In der gemeinen teutschen Sprache bedeutet Nickel ein schlechtes Ding, ein schlechtes Pferd, ein schlechter Mensch, daher mag es auch ein schlechtes Erz bedeutet haben. Woher das Wort eigentlich stamme, ist sehr zweifelhaft. Im Keltischen finde ich kein ähnliches Wort, im Schwedischen ist Nyckel der Nagel, im Arabischen ist nykl ein zerrissener Schuh, im Persischen ist nikl ein starker Mann, alles dieses hat auf seine Bedeutung im Teutschen keinen Bezug.

_kupfernickel_ im Teutschen, daher: _kopparnikel_ im Schwedischen;--_coppernikell_ im Englischen;--_kupfernickel_, oder _nickel arsenical_ im Französischen;--_nicel_ im Italienischen;--_nikiel_ im Polnischen;--_nikkelj_ im Russischen.

_mamilec_ im Czechischen;--_fattyurezercz_ im Magyarischen.

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#§. 9. Eisen#.

A. _Das metallische Eisen_.

Das Eisen, wie es aus den Erzen kommt, ist theils _Gusseisen_ (was meist gleich seine Form erhält), theils _Roheisen_, welches auf den Eisenhämmern (Frischheerden) wieder geschmolzen oder erweicht, und durch den Hammer in geschmeidiges _Schmiede-_ oder _Stabeisen_ verwandelt wird. Man unterscheidet viele Sorten, wie zähes und weiches (Osmundseisen), zähes und hartes (das gewöhnliche Stabeisen), rothbrüchiges (das sich nur beym Weissglühen schmieden lasst), kaltbrüchiges (das sich leicht schmieden lässt, aber kalt leicht bricht). Aus dem weichsten und zähesten Eisen wird Draht gezogen und Blech geschlagen.

Die Eisenerze sind überall verbreitet, liegen zum Theil ganz zu Tage, wie das Morast- und Sumpferz, das sich sehr leicht verschmelzen lässt, während das Kupfererz stets einem schwierigen Hüttenprozesse unterliegt, daher auch sehr rohe Völker Eisen producieren. Das metallische Eisen ist wohl allen, nicht ganz rohen Völkern bekannt gewesen, und es dürfte ein Irrthum seyn, zu glauben, dass viele alte Völker Kupfer und Bronce, aber kein Eisen gekannt hätten. Die Völker des Alterthums, welche die edle Bronce zu machen und zu bereiten verstanden, wendeten allerdings diese häufig statt unsers Stahls, an, was wir auch thun würden, wenn wir jene Kunst verstünden.

_tie, tit, tschiae, tek, pati_ im Chinesischen, ting ist Roheisen; ty-tie-tsiang ist der Schmidt;--_tizi_ auf den Linnkin- und den Japanischen Inseln;--_lchagasa, schddjags_ (nach Klaproth) im Tibetanischen, pho-lcha-gasa ist eine schlechtere Sorte.

_loha_ im Hindu und Bengalischen;--_loha_ im Sanscrit, meist aber _ghana,_ auch _ayas_ (d.i. Erz, wie in vielen Sprachen), ferner kapiloha, ajasa, kalajasa, kalauha (Schwarzmetall), khadga, çastra, atrisara, asmasara, krischamischa, krischnajasch (schwarze Masse);--_parriar_ in Madras und Manawanlu, in der Telinga-Sprache ist das Product, wie es durch Schmelzen aus dem dortigen schwarzen Eisensande gewonnen wird, woraus man dann den trefflichsten Stahl bereitet;--_than_ in der indischen Provinz Tenassarim.

_ganah_, auch _kani_ auf Kamtschatka und den Kurilen;--_kurre-gane_ (Schwarzmetall) im Japanischen;--_suy, soy_ auf Korea;--_sat_ in Tunkin;--_lek, irek_ in Siam, sam auf Awa;--_savi_ im Grönländischen;--polgonton im Korjäkischen;--_ospana_ im Afghanischen;--_chima_ in der Kaffernsprache von Afghanistan.

_besi, bezel_ im Malaiischen;--_bese, bezer, boase, lesce, kuos, ur_ in den samojedischen Sprachen;--_affeinach, awsainak_ im Ossetischen;--_karti, kardui_ im Ostiakischen;--_kort_ im Wortjäkischen (Finnischen);--_ker_ im Wogulischen;--_keere_ im Altfinnischen;--_route_ im Lappländischen;--_routa_ im Finnländischen;--_raut_ im Esthnischen;--_rauda, rouonde_ im russisch Kardelischen (rut in benachbarten Dialecten, daher wohl ryta im Slavonischen und raudi im Isländischen);--_vas, vaserez_ im Magyarischen; rudvas ist Stabeisen.

_ger_ in den kaukasischen Sprachen, auch maach, aik, _icha, atschik_;--_hgutsch_ im Tscherkessischen, _kina, berensch_ im Georgischen; _erkina_ im Leskischen und Lasischen.

_tümir, temur, tomor, dach_ im Mongolischen;--_tamir, timur_ im Tartarischen;--_temir, tumir_ im Kalmückischen;--_temir, ahan_ im Bucharischen;--_timir_ im Jakutischen;--_timer_ im Tschuwaschischen an der Wolga;--_demir, timir, temür_ im Türkischen, demirti ist eisern, demirgi der Schmidt, teneke das Blech;--_demyr, demrs_ im Arabischen, weniger, gebräuchlich ist _haddit, haelit_; saburcam oder seneburicam wird Roheisen, licremehem Stabeisen seyn;--_hhadit_ im Maltesischen; hhadyt ist der Schmidt.

_benipi, benipe, pepipe_ im Koptischen; _benibe_ in der ägyptischen Hieroglyphensprache;--_barsel_ im Hebräischen;--_barsla, barsel, parsel_ im Chaldäischen;--_parselo_ im Syrischen, sethmaluth ist eine mehr alchemische Benennung;--_baratti_ im Tygrisischen (Nordafrika), auch harrar, hurrar, atchim, hattim (aus dem Arabischen);--_tonda_ im Szauakischen (desgl.);--_trisseja, ouzzal, wazal_ im Berberischen (desgl.);--_külluch, tschartig_ im Dongola (desgl.);--_daura_ in Darfur (desgl.);--_le_ in Burnu (desgl.)

_sele, szele_ im tartarischen Mandschu;--_schele, schelle, schella_ im Tungusischen;--_dsesse_ im Lettischen;--_gellezis_ im Litthauischen;--_scheljasa, scheleso_ im Russischen; ieleso tschugun, auch cuchyn ist Roheisen, kuznec der Schmidt, kuzne die Schmiede;--_zelazo_ im im Polnischen [im Polnischen], surowier, zelazo surowe ist Roheisen, zelazo kute Stabeisen, kowal, kuzman der Schmidt;--_zelezo_ im Czechischen, zelezo surowe ist Roheisen, = nowane Stabeisen, _cany_ ist Zaineisen; kowars der Schmidt;--_zelezo_ im Slowakischen und Sorbischen, zelezo walasske ist Roheisen;--_schelazo_ in Illyrien, kovacs ist Schmidt.

_se'eso, schelesu_ in Krain (im Windischen), wallosch, heisst in Krain und Kärnthen das Roheisen, welches in den Walloss- oder Wallabshämmern (d.i. Frischhämmern) weiter verarbeitet wird; _zagel, jackal_ ist Zaineisen;--_xegliezo_, auch _grozdie_ im Ragusanischen;--_sgegljezo, sgeglizo_ in Bosnien;--_gvozdje_ im Dalmatischen und Illyrischen, gvozdovit ist eisern.

[Greek: sidêros, sidaros] im Griechischen, im Altgriechischen auch [Greek: arês], das Roheisen scheint [Greek: stagôma] genannt zu seyn. Das Wort [Greek: sidêros] stehet ganz isolirt, ob vielleicht aus dem Phönizischen? das [Greek: arês] scheint mit dem keltischen aern vielleicht im Zusammenhange stehen zu können;--[Greek: sidêron] im Neugriechischen.

_ergard, ergath, uarn_ im Armenischen.

_ahen_ im Persischen (heisst auch Erz wie ayas im Sanscrit), auch _ehren_ (wie im Teutschen und jern im Schwedischen); aheni ist eisern (erinnert an aheneus im Lateinischen); aheni nerm ist weiches Eisen;--_ahan_ im Bucharischen;--_asen, assin, hasin_ im Kurdischen; _hazim, hadada, basal_ im Aethiopischen;--hatzine im Amharischen.

_feru_ im Walachischen, ferariu der Schmidt;--_chekure_ im Albanischen, chekurte ist eisern, kobatz der Schmidt;--_hecure_ im Epirotischen;--_hajarn_ im Wälschen, hajamaidd ist eisern, gof ist Schmidt;--fferis (von ffer hart), ist hartes Metall, Stahl (kommt mit ferrum im Lateinischen überein); _hoarn_ im Cornischen;--_houarn, hoarn_, auch _ferr_ im Bretonischen, farga ist der Eisenhammer, calouez ist der Eisenarbeiter;--_iarunn, cabhron_ im Gälschen, iarruin, iarnach ist eisern, gobha, ceard ist Schmidt;--_jara_ im Cimbrischen;--_jarrun, cabradh_ im Irischen;--_airn, yrn, irne_ im Schottischen;--_yiarn_ im Manxischen.

_ferrum_ im Lateinischen, spongia, nucleus ferri Roheisen, strictura gestricktes, gehämmertes Eisen, faber ist Schmidt, ferraria die Sehmiede;--_ferrum_ im Mittelalter; man unterschied ferrum deandelum oder delandelum das weiche Eisen, aldeva oder alidena das Roheisen, acerium, aciarium das harte, indicum, indanicum, endanicum das stahlartige;--_fer_ im Französischen; mazerie, fonte cru ist Roheisen, fer en barers ist Stabeisen, fer forgé geschmiedetes Eisen, fer aigre sprödes Eisen; forgeùr der Schmidt, forge die Schmiede;--_ferro_ im Italienischen und Portugiesischen;--_hierro, fierro_ im Spanischen, hierro colada ist Roheisen--labrado Stabeisen, herrero, forjador der Schmidt, forjado, fragua die Schmiede.

_iron_ (sprich _airen_) im Englischen, iron bak und -in bars ist Stabeisen, forger ist Schmidt, forge die Schmiede;--_iren, iron, isarn, ison, cren_ im Angelsächsischen;--_jarn_ im Isländischen (woher Harnisch), auch _isarn_ und _raudi_ (aus dem Finnischen);--_joarn_ im Friesischen;--_järn, jarn_ im Schwedischen (doch von jarunn im Gälischen), takjärn ist Roheisen, stangjärn Stangeneisen;--_jern_, auch _ese, yse_ im Dänischen, jerngös ist die Eisengans, Roheisen; _yrsa, yrsen, ysen_ im Altfriesischen;--_isera, isen_ im Altsächsischen;--_isarn, eisarn, isan_ im Altfränkischen und Althochteutschen;--_isen_ im Platteutschen;--_ijzer, yzer, yser_ im Holländischen;--_eisarn, iern_ im Gothischen; _yrsa, yrsen, ysen, yser_ im Altfinnischen.

_burdina, burnia_ im Baskischen;--_sarfar, sarca, sayrsa, sarta_ der Alchemiker;--_saster, tzaster, saltra_ in der Zigeanersprache.

B. _Der Stahl_.

Der Stahl ist ein Eisen, das mit Beybehaltung seiner Geschmeidigkeit viel härter, auch schmelzbarer und luftbeständiger als das gewöhnliche Eisen geworden ist, welche Eigenschaften durch Beymengung von Kohle erhalten werden. Gewisse Erze (z.B. manche Spatheisensteine) liefern gleich beym ersten Schmelzen ein stahlartiges Eisen (Rohstahl, _acier naturel,--de fonte)_ dessen Stäbe meist ein- oder mehrmals zusammengeschweisst oder gegerbt werden; sonst glühet man das Eisen mit Kohle, erzeugt hiermit den Cementstahl, _l'acier de cementation_, oder Blasenstahl, _l'acier à boursouffle_, der ausgeschmiedet auch Blätterstahl (_l'acier à poule_) heisst. Beide Arten von Stahl wieder geschmolzen geben den Gussstahl (_l'acier fondu_). Besonders berühmt ist seit ältester Zeit der _wootz_, der von Bombay in Indien kommt, aus einem schwarzen Eisensand gewonnen wird, reich an magnetischem Eisenstein. Der schöne damascirte Stahl, vorzüglich zu Säbeln geschätzt, ist figurirt durch das Zusammenschweissen verschiedener Stücke, ausserordentlich zähe und hart. In Europa liefert seit ältester Zeit den meisten und trefflichsten Stahl Krain (wo man _azzalon_ und _brescian stahl_ unterscheidet) und Steiermark (wo der grobe _muck_ [?*], der feinste Stahl _scharsachstahl_ heisst).

_kang, leou, chu-kan, touan-kan_ im Chinesischen;--_kan_ im tartarischen Mandschu;--_djiagh, mo-lcha-gasa_ im Tibetanischen;--_baja, beji, malella, khersani, kaluli_ im Malaiischen;--_maach, mech_ im Leskischen.

_andun_ im Ossetischen;--_andan_ im Wotjäkischen (Finnischen);--_andun djan_ im Tscherkessischen. (Im Mittelalter hiess ein aus dem Oriente eingeführter Stahl, der sich schmelzen und giessen liess, _andena, andenon_, welche Worte vielleicht aus dem Finnischen stammen).

_sara_ im Sanscrit, auch _tikshnajasa, aiassa_ und _nila loha_ (d.i. blaues Eisen);--_kantalauha_ im Bengalischen;--_wutz, wootz, wuce, vuc_ im Hindostanischen, auch _phulaat_.

_pulad_ im Tartarischen, auch _churtsch_;--_poghpat, poghowatik_ im Armenischen;--_bolot_ im Mongolischen;--_bolat, burtik, tscheran, tschandan_ in den kaukasischen Sprachen;--_pola, pila_, auch _asen_ im Kurdischen;--_pulad_, auch _setti_ im Persischen, _ruhen_ ist der indische Stahl, _giohar, gauherdar_ ist der blumige, damascirte Stahl der Säbelklingen;--_pulad, fulads, faluds_ im Arabischen, auch _jeleb, celik_ (womit vielleicht _chalybs_ im Griechischen zusammenhängen könnte), _setti_ (wie im Persischen), _haedidi efreng_, der indische Stahl ist _ruhen_ wie im Persischen;--_bolat_ im Türkischen, auch _aheni gerb, aheni ner, tscheluk, tschelik_;--_bülat_ im Buriätischen;--_bulad_ im Tygrischen und Darfur (Nordafrica); _züllub bülad_ im Szauakischen (desgl.);--_lelmesarik_ in Burnu (desgl.);--_dkir_ im Berberischen (desgl.);--_bulade_ im Amharischen;--_bylad_, auch _stalj_ im Russischen;--_bulat, stal_ im Polnischen, _masat, musatek_ ist der Wetzstahl, _demesz_ der damascirte Stahl;--_pold_, auch _scheburkan_ im Syrischen;--_palda_ im Hebräischen.

_istem, istema_ im Chaldäischen;--[Greek: stomôna] im Griechischen (von [Greek: stomoein] schärfen, härten), auch [Greek: sidêron stomôna, akê] (wie acer im Bretonischen und Lateinischen) [Greek: chalyps] (vielleicht zusammenhängend mit celik im Persischen), [Greek: sidêron ioenta] (das blaue), in alter Zeit auch [Greek: adamas sidêros, adamas] (welches Wort schwerlich mit Diamant zusammenhängt, vielleicht in--damascirtem Stahl--nachklingt);--[Greek: treliki] im Neugriechischen, aus [Greek: astali];--_[Greek: atzalon, atzalin]_ im Mittelalter (von azzalon in Krain);--_chalybs_ im Lateinischen, chalybaeus ist stählern.

_atzel, aczel_ im Magyarischen;--_ozel, wozel_ im Polnischen;--_oczel, oczely_, auch _nado, naddo stala_ in Croatien;--_ocal, gvozdje izbrano_ im Illyrischen;--_osigl_, auch _naddlo, bliznisa_ in Bosnien;--_jeklu, heklu, sheteklu_, auch _jequo, kresalu azzalon_ im Windischen oder Krainischen, jeklen ist stählern, jeklati stählen;--_tehrauds_ im Lettischen.

_crita, amnaria_ im Walachischen.

_stailinn_ im Gälschen, auch _cruaidh_ (was auch hart heisst), stailinneach ist stählern;--_dur, hajarnddur_ (Harteisen), _fferis_ im Wälschen, (fferis dan ist der Feuerstahl, von ffer hart), auch wohl _malan, balaen_; duraid ist stählern, duraw stählen, härten; _dir, diren_ im Bretonischen, auch _acer, aceir, altzairua_; altzairuguillea sind Stahlarbeiten, altzairuquintza eine Arbeit von Stahl, aceries ist eine Art Beil.

_acarium, acerium, aczarium_ im Mittelalter, auch _caliba, calibs, stalum_; acuarius ist der Schmidt; _acier_ im Französischen;--_aço_ im Portugiesischen;--_aciajo_ im Italienischen;--_steel_ im Englischen;--_stahl_ im Isländischen;--_stähl, steel_ im Friesischen;--_stahel, stehel_ im Altteutschen;--_staal_ im Platteutschen, Dänischen, Norwegischen;--_stäl, estal_ im Schwedischen;--_stal_ im Sorbischen;--_stali_ im Koptischen.

_faulex_ bey den Alchemikern;--_abein_ in der Zigeunersprache (erinnert an au beji, baja im Malaiischen).

C. _Blech_.

_Blech_ überhaupt ist dünn gewalztes oder geschlagenes Metall; man hat daher Eisen-, Kupfer-, Messing-, Zinkblech u.s.w. Das gewöhnlichste ist das Eisenblech, welches _Schwarzblech_ heisst; zu vielen Gegenständen wird verzinntes Blech--das _Weissblech_--angewendet; das zuerst in Böhmen fabricirt wurde, von wo es nach Teutschland und seit 1670 auch nach England kam. Gefertiget wird das Blech auf dem Blechhammer und der Blechschmiede.

_plech_ im Czechischen (von placha die Fläche, bili plech ist Weissblech, plecharma ist der Blechhammer, plechar der Blechschmidt);--_blach, blaeba_ im Polnischen, blaebarnia der Blechhammer;--_pleh, plah, platha_ im Windischen oder Krainerischen, plahokovazh ist Blechschmidt;--_plassa_ in Bosnien;--_pleh_ im Magyarischen;--_svartar_ im Schwedischen ist Blech im Allgemeinen, plåtar Schwarzblech, plåtar bleck Weissblech;--_plader_ im Norwegischen, pladar bleck Weissblech;--_blick_ im Dänischen;--_plate_ im Englischen, tin plata, white plate Weissblech.

_tole, plaque_ im Französischen, fer blanc, fer etamé ist Weissblech, etamer verzinnen (von etain das Zinn im Französischen, estan im Provençalischen), platineur, ferblantier ist Blechschmidt, marteau à platiner Blechhammer.

_laun, leac_ im Gälschen, leannaich ist zu Blech schlagen; _lainne_ im Wälschen;--_lamina_ im Lateinischen;--_[Greek: elasmos]_ im Griechischen;--_[Greek: paphoulas]_ im Neugriechischen;--_teneke_ im Türkischen.

D. _Draht_.

_Draht_ ist in Fäden gezogenes Metall, daher Eisen-, Kupfer-, Messingdraht; die Fabrikation geschieht auf dem Drahtzuge oder der Drahtmühle durch den Drahtzieher.

_drat_ im Czechischen; zeleny drat Eisendraht, tazeni dratu der Drahtzug;--_dratwa, drut_ im Polnischen;--_drot_ im Magyarischen;--_tråd_ im Schwedischen, tråddragning der Drahtzug, tråddrager der Drahtzieher;--_troad_ im Norwegischen, traaddragerie Drahtzieher.

_zhubeshen_ im Windischen (Krain);--_sirma_ im Walachischen;--_[Greek: syrma]_ im Neugriechischen.

_cord iaruinn, tend iaruinn_ im Gälischen.

_wire_ im Englischen, to wiredraw Draht ziehen, wire drawer der Drahtzieher.

_fil_ (d.i. Faden) im Französischen; fil de fer Eisendraht, fil d'archal Messingdraht, trefilerie die Drahtzieherei, degrossir ist Draht ziehen.

E. _Nagel, Zwecke_.

_Nagel_ ist ein spitzes Stück Metall, auch wohl Holz, was meist oben einen breiten Theil oder _Kopf_ hat, gewöhnlich aus Eisen bestehet. Kleine Nägel heissen _Zwecken_. Die Fabrication geschiehet durch die Nagelschmiede.

_nagl_ im Isländischen;--_naegl_ im Angelsächsischen;--_narghel_ im Belgischen;--_nail_, auch _peg, pin_ im Englischen, forge a nails ist Nagelschmidt.

_spik_, auch _negel_ im Schwedischen; skiksmide ist Nagelschmiede;--_spiger_ im Norwegischen, spiegersmedning ist Nagelschmiede.

_cwieczek, gwozdz_ im Polnischen;--_hreb_ im Czechischen, auch _cwok_ (woher wohl Zwecke); hrebar, cwokar ist Nagelschmidt;--_shrebel_ im Windischen (Krain), shreblar ist Nagelschmidt.

_perone, göschde_ im Albanischen;--_tarrang, tarunn_ im Gälischen;--_cethr_ im Wälschen ist langer Nagel;--_clo_ im Irischen;--_claw_ im Bretonischen;--_clavus_ im Lateinischen, faber clavarius der Nagelschmidt;--_clou_ im Französischen; clouterie ist Nadelschmiede, cloutier der Nagelschmidt;--_chiavo_ im Italienischen;--_[Greek: êgos, gomphos]_ im Griechischen.

F. _Schmelzen_.

_smälta, amelta_ im Schwedischen; _smelter_ im Dänischen und Norwegischen;--_smelten_ im Belgischen;--_smultin_ im Alt-Niedersächsischen;--_mylzan_ im Angelsächsischen;--_to milt, meltan, myltan_ im Englischen.

_tawiti, lestibi, roztopiti_ im Czechischen, auch smelcovati (wohl aus dem Teutschen); _topic_ im Polnischen, auch _szmelcowai_; wytaplanie ist die Schmelzung;--_topescu_ im Walachischen;--_spushati, variti, restajati_ im Windischen, spushavez ist der Schmelzer;--_schkrjecz_ im Windischen.

_leagh_ im Gälschen, leaghadair ist Schmelzer;--_fornacire_ im Bretonischon;--_fondre, liquefier_ im Französischen, fonte das Geschmolzene, fondage die Schmelzung;--_fondere, maltare_ im Italienischen;--_fundir_ im Spanischen, fundidor der Schmelzer, fundition die Schmelzung, hundir giessen, hundidor der Giesser;--_liquescere_ der Römer, excoquere im neuern Latein;--_[Greek: meldein]_ (??), _[Greek: êkomai, têkein, cheein]_ im Griechischen.

G. _Der Ofen, Schmelzofen_.

_piec, smelcowy_ im Polnischen;--_pec, lizofom, taunice, smelcowna_ im Czechischen;--_pezh, plaush_ im Windischen (Krain);--_topnice_ im Slowakischen.

_fuirneix, fuirneis_ im Gälschen;--_onin, oyne_ im Schottischen;--_ffwrn, ffoc, odyn_ im Wälschen;--_forn, fourneze_ im Bretonischen;--_furre_ im Albanischen;--_cuptoriul_ im Walachischen;--_forneis_ im Flammländischen;--_fornace_ im Englischen;--_four, fournaise, fourneau de fusion_ im Französischen;--_fornace, forro_ im Italienischen; _fogon, horno de fundicion_ im Spanischen;--_fornax, furnus, caminus_ im Lateinischen;--_forn_ im Arabischen;--_[Greek: kaminos]_ im Griechischen.

_ofn_ im Isländischen;--_ofen_ im Angelsächsischen.

_ovn, smelteovn_ im Norwegischen;--_ugn, smaltugn_ im Schwedischen;--_[Greek: chôneutêrion, kaminos, baunos]_ im Griechischen.

H. _Schlacken, Eisenschlacken_.

_askurum_ im Türkischen;--_eskiros, genabro_ im Syrischen;--_sig_ im Hebräischen;--_tubal, sajed, chabl, resad_ im Arabischen;--_tubal_ im Persischen;--_salek_ im Magyarischen.

_slaoit, smuir, smurach, duis, salchar_ im Gälischen;--_sindw_ im Wälschen, sindr sind Eisenschlacken;--_sgura, zgkurree_ im Walachischen;--_zgkiura_ im Albanischen;--_scoria_ im Lateinischen;--_[Greek: skoria]_ im Griechischen;--_skuria_ im Neugriechischen;--_escoria_, auch grassas, natas im Spanischen;--_scorie, crasse, giasse_ im Französischen;--_scoria, bava_ im Italienischen;--_scoria, slag, dross, skales, flakes_ im Englischen;--_slag_ im Schwedischen.

_slaky, trusca, okuge, sskwary, rosswarky_ im Czechischen;--_zuzel, zidra, zyndra_ im Polnischen;--_zorizna_ im Sorbischen.

I. _Rost, Eisenrost, Eisenoxyd_.

Die erdige Masse, mit welcher sich das Eisen an der Luft und im Wasser bedeckt, die aus einer Verbindung desselben mit Sauerstoff besteht.

_riti_ im Sanscrit, auch krischnatchurna, asomala, lohakitta, patratira, sulaghatana;--_zangar_ im Hindu;--_karat-an-besi_ im Malaiischen;--_mangertonek_ im Grönländischen;--_zank, shank, thrthour_ im Armenischen;--_zenk_ im Kurdischen;--_jenk_, auch zingiarül-hae-did [or: zingiarül-haedid] im Persischen;--_sindschar_, eigentlich sindscharulhadidi, auch sahal, sühekel, zebret im Arabischen, cholifar und colcathar ist das durch Brennen des Vitriols erhaltene rothe Eisenoxyd (sogenannter calcinirter Vitriol), das auch jetzo noch colcothar heisst; in der alten Bergwerkssprache heisst es: rother Heinz, bey den Alchemikern alcabrusy, alcaladim;--_sadid_ im Maltesischen;--_kiüf, enarim_ im Türkischen;--_zaege_ im Amharischen;--_haluda_ im Chaldäischen;--_zedjo, ithus_ im Syrischen;--_[Greek: ios, sidêros]_ im Griechischen.

_skouri_ im Albanischen, _[Greek: skoura]_ im Mittelalter, _[Greek: sidêroskoyra]_ im Neugriechischen.

_rdza_ im Polnischen, rdzawy ist rostig;--_rez_ im Czechischen und Slowakischen, rezawj ist rostig; _zra_ im Sorbischen;--_ergya_ im Illyrischen;--_arja, erja_ im Windischen (Krain);--_argya_ in Croatien, Dalmatien, Bosnien;--_sersaw_ im Wendischen;--_rozda_ im Magyarischen, roszdas ist rostig;--_rugina, fagaru_ im Walachischen;--_meirg_ im Gälischen;--_rhwd_ im Wälischen, rhwdawg ist rostig, _rhwd haiarn_ Eisenrost;--_rubigo, ferrugo_ im Lateinischen;--_robin_ im Spanischen, auch _herrin, herrumbre, aherrumbramiento_ (von hierro das Eisen), aherrumbrar ist rostig werden;--_ruggine, rubigine_ im Italienischen;--_rouille_ im Französischen, rouiller ist rosten;--_ferrugem_ im Portugiesischen;--_rust_ im Englischen, rusty ist rostig, to rust rosten;--_rust, iaern raest_ im Dänischen;--_roest, ijzerroest_ im Holländischen;--_rost_, _rid, järnrid_ im Schwedischen;--_rid, jarnrid_ im Isländischen;--_rusa_ im Lettischen; --_ruoste_ im Finnischen (ob daher das teutsche Rust?);--_ruos_ im Lappländischen.

K. _Eisenerz im Allgemeinen_.

_lchagasa-sa, tho-phou_ im Tibetanischen;--_bato wadas_ im Malaiischen;--_aduru çallu, cany-çallu, ipanada_ im Hindu;--_nalla isaca_ in der Telingasprache;--_cari usa_ in der Carnatacasprache;--_manul_ in dem Dialecte von Tamul;--_timur tasch_ im Türkischen;--_zeleznice, zelezna ruda_ im Czechischen;--_zelazna ruda_ im Polnischen;--_shelesja ruda_ im Windischen;--_vasercz_ im Magyarischen;--_[Greek: gês sidêritidos]_ im Griechischen;--_vena ferrea_ im Lateinischen;--_ferri vena_ im neuern Latein;--_mine de fer, galine_ im Französischen;--_iron ore_ im Englischen, gubbin nennt der englische Bergmann das kohlensaure Eisenerz der Steinkohlenformation, das vorzugsweise verschmolzen wird;----_jarn malmur_ im Isländischen;--_jarn malm_ im Schwedischen;--_jernerts_ im Dänischen;--_iizermyn_ im Holländischen;--_clach-jarum_ im Gälischen.

L. _Kies, Eisenkies, Schwefelkies, Markasit_.

Gewisse Verbindungen der Metalle mit Schwefel heissen Kies, und wenn sie krystallisirt sind, Markasit. Am häufigsten, fast überall verbreitet ist das Schwefeleisen, der Eisen-oder Schwefelkies, bey welchem der Mineralog viele Arten unterscheidet, als Leber-, Speer-, Magnetkies u.s.w., der dem Kupferkies (s. diesen) in der Farbe ähnlich ist. Indem in das Schwefeleisen andere Metalle mit eintreten, erscheint Kupfer-, Arsenik-, Kobaltkies u.s.w. Manche Arten von Schwefelkies sind so hart, dass sie Feuer schlagen und in früherer Zeit wurde der Schwefelkies ziemlich allgemein als Feuerstein benutzt. Was die Anwendung betrifft, so wird der Schwefelkies gewöhnlich nicht auf Eisen benutzt, häufig aber auf Schwefel, Vitriol u.s.w. In früherer Zeit (auch im Alterthume) schliff man manchen Schwefel-und Arsenikkies, nannte diese Stücke Elementar- oder Gesundheitssteine und schrieb ihnen medicinische oder magische Wirkungen zu. Die alten Einwohner von Peru fertigten Spiegel daraus (miroirs des Incas).

_chi-tchong-hoang_ im Chinesischen, auch _tang-chi_ (d.i. cubischer Stein);--_mas_ im Malaiischen (wie der zum Theil ähnlich krystallisirte Diamant), auch _amas, orang_. _markshika_ im Bengalischen und im Sanscrit, auch _tarri_, der gelbe ist _nilamrittika_, auch _madhudhatu_ (honiggelber Stein);--_markassit_ im Persischen, wobey man unterscheidet: a) den Goldmarkasit oder abrendsche, der zum Polieren der Edelsteine gebraucht wird, wohl nicht hieher gehört; b) der Silber-, Kupfer- und Eisenmarkasit; ob der miskal hieher gehört, ist zweifelhaft;--_marchasita_ im Arabischen (ist wohl eigentlich der krystallisirte), auch _schaghharat, buritasch_ (mit pyrites zusammenhängend) und _alrusenat_, der harte, feuerschlagende Kies.

_byritaes_ im Türkischen;--_puritos_ im Syrischen, auch _markeschito_, was eigentlich Zinnkies seyn soll;--_[Greek: pyritês]_ im Griechischen, auch _[Greek: pyrimachos]_ (wenn auch der letztere Name mit [Greek: pyr] das Feuer zusammenhängen wird, so stammt ersterer doch gewiss aus dem Oriente);--_pirites_ der Römer;--_pyrites, iron pyrites_ im Englischen (der dortige Bergmann nennt den Kies meist mundic, wohl von mwn im Wälschen d.i. Erz--in Schottland auch dogger);--_pirites_ im Portugiesischen, auch _markasita_, wenn er krystallisirt ist;--_pirita_ im Spanischen, auch _marquesita_, in der Bergwerkssprache: cascajo, marquesitas mundic, bronce margaritoso (bronce dorado ist Kupferkies, bronce bianco Arsenikkies); magistral ist eine Verbindung von Schwefel- und Kupferkies, die zur Amalgamationsbeschickung benutzt wird;--_pirite_ im Italienischen;--_pirite_ im Französischen.

_kjes_ im Lappländischen, auch _swfwelkjes_;--_kyss, kenkovecs, vasercz kenköves_ im Magyarischen;--_kys, kyz, sjriccnjk zelezicny_ im Czechischen;--_kyss, wasserkys_ beym teutschen Bergmanne, in Ungarn ist gelf der bleiche, blachmal der goldhaltige; _kies_ im Schwedischen, auch svafvelkies, jernkies, fyrsten (Feuerstein), marchasister ist der krystallisirte;--_küs_ im Dänischen, jernküs, ildstein.

_kaltschedan_ im Russischen;--_chidsch_ im Armenischen.

M. _Magneteisenstein, Magnet_.

Der Magneteisenstein ist ein fast reines Eisenoxydul von schwarzer Farbe und grosser Härte, theils octaedrisch krystallisirt, theils derb, theils in Körnern, dann häufig ein Gemengtheil des Sandes, in welchem die Edelsteine gefunden werden. Er ist magnetisch, aber nur attractorisch; bestreicht man aber damit einen Eisenstab, so wird er attractorisch und retractorisch, zur Magnetnadel, die beweglich, sich in die nordsüdliche Linie stellt, das wesentlichste Erforderniss des Compasses und der Boussole oder des See-Compasses bildet. Diesen hatten die Chinesen seit ältester Zeit, von ihnen wird er nach Europa gekommen seyn; den Magnetismus aber kannte ganz gut das Alterthum wie der Orient. In vielen Sprachen stehen die Namen von Magneteisenstein und Diamant in genauem Connex, beide Mineralien haben aber auch manche Analogien, wie gleiche Krystallform, grosse Härte, und es giebt schwarze Diamanten, die dem krystallisirten Magneteisenstein sehr ähnlich sind.

_tse_ im Chinesischen, auch _tse-chy; y-tie-chy_ (d.i. Stein, der Eisen anzieht); kouei-ku ist der Compass (dessen Name aus dem Chinesischen zu stammen scheint); thou-kouei-tchin ist die Magnetnadel;--_khaba-lena-do_ im Tibetanischen;--_touroun kemoun_ im Tartarischen, wie auch der Compass heisst;--_batu-barami, besi-barani_ im Malaiischen;--_tshumbaka-patthara_ im Hindu;--_tschum-ba-kapathara_ im Bengalischen, auch _lohakanta_ (d.i. Eisengeliebt);--_krisch-naloha_ im Sanscrit (d.i. Eisenzieher), auch _akarchaka, ajaskanta_ (d.i. von Eisen geliebt).

_magnatis, myknatys_ im Persischen (bey dem man Eisen-, Gold-, Silbermagnet unterscheidet), auch _ahen ruba_ (d.i. Eisenräuber) und _ahenkes_ (der magnina gehört nicht hieher, sondern ist Braunstein);--_magnatis, maeghnytys_ im Arabischen, auch _hadschar aldschadheb_ (d.i. anziehender Stein) und _demyr kapan_ (was auch Compass heisst); den Goldmagnet erwähnt Taifaschi nur nach Aristoteles, nicht nach eigner Kenntniss;--_myknatys_ im Türkischen, auch _mailati_ oder _megladez tasch_ (kabala heisst bey den Türken und allen Muhammedanern eine herzförmige, silberne Büchse mit einer Magnetnadel, die ihnen zu den Gebeten die Richtung nach Mekka andeutet);--_makind, magnis, atamant_ im Armenischen;--_maknatis_ im Kurdischen;--_magnises_ im Chaldäischen, auch _eben schöebeth_ (d.i. anziehender Stein) und _calamites_ und _calamita_ (wohl eigentlich die Magnetnadel);--_magnitos_ im Syrischen, auch _kognatis, harklojo_ und _harkelo_ (woher wohl [Greek: hêrakleia] im Griechischen);--_[Greek: magnêtis]_ der Griechen, aber nur die männliche Art (die weibliche war theils Braunstein, theils Arsenikkies), auch _[Greek: lithos antiphysôn]_ (der anziehende Stein) und besonders in älterer Zeit _[Greek: hêrakleia]_ (was aus dem Syrischen stammt, nicht herkulischer Stein heissen wird);--_[Greek: mantitês, kalamita, lapis kalamitaros]_ im Mittelalter, [Greek: belonion] war die Magnetnadel;--_[Greek: magnêtês]_, auch _[Greek: kalamita]_ im Neugriechischen;--_magnes_ der Römer, aber nur die männliche Art, war Magneteisenstein (die weibliche war Braunstein), auch _adamas_ (wie im Armenischen), aber nur die Arten arabicus, cenchron, macedonicus cyprius sind unser krystallisirter Magneteisenstein (der adamas indicus war Diamant), der siderites und lapis theamidis können auch hieher gehören.

_magnet_ im Englischen, auch _loadstone_ (wohl von load im Angelsächsischen, lod, lodail im Gälschen schwer), magnetisch heisst magnetical, zuweilen auch adamantine; der englische Bergmann nennt den Compass dial, was sonst der Zeiger der Sonnenuhr, auch das Zifferblatt der Uhr heisst;--_magnet_ im Schwedischen, auch _segelsten, quicksten_;--_magnetsteen, seilsteen_ im Dänischen;--_magnetsteen, zeilsteen_ im Holländischen;--_magnetstein_ im Teutschen, der krystallisirte hiess bey den alten Bergleuten swarzer kies;--_segulsteinn_ im Isländischen;--_segelstein_ im Altsächsischen;--_magnite, magnithoi, kamenj_ im Russischen;--_magnes_ im Polnischen, auch _zelezo magnetyerne_, zelazociag ist der Magnet;--_magnet, dralowec_ im Czechischen, banska strelka ist der Berg-Compass;--_magnes-kö, magnes vas ercz_ im Magyarischen.

_calamita_ im Italienischen (wie im Chaldäischen und Neugriechischen, ähnlich mag auch der Name im Albanischen und Walachischen lauten, den ich nicht in den Wörterbüchern finde);--_kalamita_ in Krain, Croatien, Bosnien, auch _selezovlek_ im Windischen, und _magnet_;--_kalamit_, auch _gvozdoteg_ in Illyrien (von gvozdje das Eisen), sivernica ist die Boussole, von siver der Nordwind;--_guozdotegh_ im Ragusanischen.

_imana, arriman_ im Baskischen;--_iman_, auch _pedra de cevar_ im Portugiesischen;--_iman, yman, piedra iman_ im Spanischen, auch _piedra de cevar, magnete, calamita_; ahuja, ahujon, auch bruxula ist der Berg-Compass. Der Bergmann nennt den Magnetkies chino wie den Kupferkies;--_aimant_ im Französischen, _pierre d'aimant_, daher l'aiguille aimantée die Magnetnadel, _calamite_ ist der Magnetstein, auch der Compass;--_azimant_ im Altfranzösischen.

_mein aiman_ im Bretonischen;--_maen ehed, maen-tynu, ehedfaen_ im Wälschen, _tryawch_ ist Anziehung, Magnetismus;--_clach-iuil_ im Gälischen (von iul der Leiter, Führer, daher iulach der Compass, der im Irischen auch combaiste heisst), auch _clach tharruing, clach tairnich_; tarrang ist die Nadel, auch der Compass, tarruingeach, dlu-thairneach, auch sreangtar ist magnetisch.

N. _Spatheisenstein_.

Ein kohlensaures Eisenoxyd mit spathiger Structur, dem Kalkspathe ähnlich; verwittert leicht zu Brauneisenstein, wird dabey dunkel gefärbt und erdiger. Er ist ein häufiges, reiches Eisenerz, das meist ein stahlartiges Eisen und vorzüglichen Stahl liefert. Er findet sich in vielen Gebirgen; der schöne Stahl aus Steiermark und Kärnthen, der seit ältester Zeit, auch unter keltischer und römischer Herrschaft gewonnen wurde, ist das Product von Spatheisenstein, der daher von jeher bekannt war, doch findet sich kein Name dafür in der classischen und orientalischen Litteratur.

_kit'h_ im Hindu (übersetzt mit carbonate of iron) wird hieher gehören;--_manhura, sinhara_ im Sanscrit.

_plin, eisenärzt_ in Kärnthen;--_spath_ in Steiermark heisst der frische, braun-, blau-, ockererz der mehr verwitterte, glimmer der glimmrige, kleesch der quarzige;--_pflinz, flinz_ beym teutschen Bergmanne, auch _stahlerz, stahlstein, weiss eisenstein_;--_hwit jernmalm_ im Schwedischen;--_sparry ironstone_ im Englischen;--_fer blanche, mine d'acier, spath martial_ im Französischen; der Bergmann um Grenoble nennt ihn maillat, rives, rives orgueil, leux, wenn er zersetzt ist mines douces;--_minera de ferro bianco, = spatico_ im Italienischen.

_schelesnoi schpat_ im Russischen;--_weglan zelaza_ im Polnischen;--_ocelek, uhlan zelecity_ im Czechischen;--_vasas nekez kovats_ im Magyarischen.

_minera chalybis_ im neuern Latein, auch _minera ferri alba, minera martis spatosa_.

O. _Eisenglanz_.

Ein weiches, häufiges, durch schöne Krystalle ausgezeichnetes Eisenerz. Die ungeheure Erzniederlage auf der Insel Elba (Athalia der Alten) bey Italien bestehet fast allein aus Eisenglanz, der kaum an irgend einem andern Punkte so schön als hier vorkommt, der seit den ältesten Zeiten von den Karthagern, Kelten und Römern hier gewonnen wurde, um Italien mit Eisen zu versehen. Man kannte daher im Alterthume und Oriente dieses Erz sehr gut, es wird häufig von den Autoren erwähnt, aber kein bestimmter Name genannt.

_androdamanta niger_ der Römer kann vielleicht hieher gehören;--_ferrum mineralisatum niger_ im neuern Latein;--_minera di acciajo_ im Italienischen;--_fer speculaire, mine de fer grise_ im Französischen;--_iron glance_ im Englischen;--_jern glands_ im Schwedischen und Dänischen;--_spiegelstein, spiegelglanz_ beym teutschen Bergmanne.

_schelesnoi blesie_ im Russischen;--_kieslienjk zcleziny_ im Czechischen;--_blyskawka, niedokwas zelaza_ im Polnischen;--_üveg tasercz_ im Magyarischen.

P. _Rotheisenstein_.

Ein rothes Eisenoxyd, sehr häufig, fast überall verbreitet, dadurch vorzüglich ausgezeichnet, dass es einen rothen Strich giebt, meist stark und blutroth abfärbt, daher auch blutstein genannt. Das Erz ist theils erdig wie der eisenrahm, eisenschaum, theils dicht, theils fasrig, dabey oft rundförmig abgesondert, und besondere rundliche Gestalten zeigend, bekannt unter dem Namen glaskopf, wohl corrumpirt aus Glattkopf wegen der glatten rundlichen Oberfläche.

_chin-tan, tai-tche-chy, ting-teou-tchi_ im Chinesischen;--_geri_ im Bengalischen, auch _gerimali_ (ist eigentlich rother Eisenocker);--_dhatukascia_ im Sanscrit (eigentlich das rothe Eisenoxyd);--_aduru callu, cany callu, ipanada_ im Hindu;--_sadenegi, scedigi_ im Arabischen, vielleicht gehört hieher auch der hagiar salchus oder scheithus (wie [Greek: schistos] klingend);--_schadno_ im Syrischen.

_[Greek: haimatitê]_ im Griechischen, von [Greek: haima] das Blut; [Greek: lithos schistos] war wohl die erdige Abänderung, unser Eisenrahm;--_[Greek: haimatitês]_ im Neugriechischen, auch _[Greek: haimatos]_;--_haematites_ der Römer; hatte mehrere Arten als: xanthos menui der Indier und lapis schiston, der die erdige Art gewesen seyn wird;--_hematide, sanguine_, auch _fer oligiste_ im Französischen;--_hematite roxo_ (der rothe), _harderic, albin, sanguina piedra_ im Spanischen (almagre, rubrica ist der Röthel zum Rothanstreichen);--_amatita_ im Italienischen.

_clach-fhola_ im Galischen (von fuil das Blut);--_blodstein, glaskopt, torsten_ im Schwedischen;--_blodstone_ im Englischen;--_blutstein, glaskoph_ beym teutschen Bergmanne.

_krowawick, krasnoi schelesnoi kamenj_ im Russischen;--_krwowawnik, niedokwas zeleza ezerwony_ im Polnischen;--_krewel, krwawnick_ (Glaskopf), _zebirjcek_, auch _kyslicnjk zelezicny_ im Czechischen;--_kryvnek, krawne kamen_ in Krain;--_reres vasercz_ im Magyarischen.

Q. _Braun- und Schwarzeisenstein_.

Eisenoxyd von brauner und schwarzer Farbe und einem gleichfarbigen, nicht rothen Striche, übrigens dem Rotheisensteine in Form und Structur ganz ähnlich, von diesem nur oryctognostisch verschieden; der Techniker macht keinen wesentlichen Unterschied, weshalb auch kaum bestimmte trivielle Namen bekannt sind.

_brown iron stone_ im Englischen;--_buroi schelesnoi kameni_ im Russischen;--_hnedel_ im Czechischen;--_barna vasercz_ im Magyarischen.

R. _Ocker, Eisenocker_.

Eisenoxydul-Hydrat, von rother oder gelber Farbe, theils erdig, theils schmierig, als Absatz von Gewässer, bald rein, bald unrein, bildet in Verbindung mit Thon, den Bolus und Röthel, auch die Gelberde und das Ockergelb, die als Farbe benutzt werden, s. diese Artikel bey den Erden.

Das Wort ocker, das ähnlich in den neuern Sprachen, auch im Lateinischen und Griechischen vorkommt, wird aus dem Keltischen stammen, zusammenhängen mit odhar im Gälschen, fahl, dunkel, daher [Greek: ôchros] im Griechischen, pallidus, ochre im Englischen u.s.w.

S. _Thoneisenstein, Adlerstein_.

Ein Eisenoxyd, roth oder gelb, mehr oder weniger sandig oder thonig, das oft in besondern Formen oder Concretionen erscheint, aber selten technischen Nutzen gewährt. Manche dieser Concretionen sind geodenförmig, rund, im Innern hohl, enthalten Sand oder Steine, klappern beym Schütteln, erregten seit alten Zeiten Aufmerksamkeit, gaben zu verschiedenen Conjecturen Aulass, waren unter dem Namen Adlersteine bekannt.

_go-ho-ky, yu-yu-linang, yu-liang-chy, nieou-hoang_ im Chinesischen;--_ardsuakhar_ im Armenischen;--_iktamakt_ im Arabischen;--_iktemet_ im Türkischen;--_itubhnon_ im Syrischen.

_[Greek: lithos aetitês]_ im Griechischen (von [Greek: aetos] der Adler);--_lapis aetites, geodes gungites_ der Römer;--_[Greek: kratêtêra]_ im Neugriechischen;--_etites, piedra del agula_ im Spanischen, auch im Portugiesischen;--_aetide, pierre d'aigle_ im Französischen;--_eagle stone_ im Schwedischen, ljusgrä jernmalm ist Thoneisenstein;--_clach iolaire_ [?*] im Gälschen (von iolair der Adler);--_arrandaria_ im Baskischen.

_orlü kamen, bolatnaja_ im Russischen, glinistoi schelesnoi kameni ist Thoneisenstein;--_orli kamieni, zelaze itowe_ im Polnischen;--_orlici kamen_ im Czechischen;--_sasko_ im Magyarischen.

T. _Bohnerz, Linsenerz_.

Ein körniger Thoneisenstein, auch linsen- und bohnenförmig, der nicht selten, besonders in der Juraformation vorkommt, auch verschmolzen wird, dem Alterthume wohl bekannt gewesen seyn mag, wenn wir auch den Namen nicht kennen.

_tching-to-ta-chy_ im Chinesischen;--_bohnerz, linsenerz, hirseerz, zieselerz_ beym teutschen Bergmanne;--_pea iron ore_ im Englischen.

U. _Raaseneisenstein, Morasterz, Sumpferz_.

Ein, meist phosphorsaures Eisenoxydul, das sich in Seen, Sümpfen, Mooren fortwährend bildet (meist aus den Panzern einiger microscopischen Infusorien), häufig in knolligen, rundlichen Formen; da es an der Oberfläche liegt, ist es sehr leicht zu gewinnen, wird in vielen, besonders in den nördlichen Gegenden als Eisenerz verschmolzen. In den südlichem Gegenden, auch in Griechenland und Italien ist es wenig heimisch, im classischen Alterthume kommt dafür kein Name vor. Im neuern Latein heisst es ferrum limosum, tophus ferri.

_che-han-chy_ im Chinesischen.

_wiensenerz_ [_wiesenerz_] im Teutschen, auch _sumpferz, morasterz, seeerz, modererz, pfennigerz, lindstein, ortstein, heidstein, raudenstein_; --_sjömalm_ im Schwedischen (Seeerz), _skraggmalm, myrmalmer_ (Moorerz), _pennigsmalm, purlemalm; brandörke, grönörke; örke_ heissen, besonders in Dalekarlien, diese Erze im Allgemeinen, osmund ist das daraus geschmolzene Eisen;--_fer limoneux, mine de marais_ im Französischen;--_swampy argillaceous ore_ im Englischen.

_bahnak_ im Czechischen;--_ruda blothna, rudwodna_ (Seeerz), _zelazo darniowe_ im Polnischen;--_dernowoi schelesnoi kamenj_ im Russischen;--_vasagyagborso-vizi, = toi_ im Magyarischen.

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#§. 10. Mangan, Braunstein#.

A. _Manganmetall_.

Das regulinische Mangan oder Manganmetall, welches zur Zeit keine technische Anwendung findet, ist sehr schwer aus den Erzen zu reducieren, wurde erst in neuerer Zeit durch Kaim (1770), sowie durch Scheel (1774) und durch Bergmann (1774) dargestellt oder vielmehr als eignes Metall erkannt, welches vom Eisen verschieden sey, für welches Buttmann den Namen Mangan vorschlug, den Karsten (1808) in das Mineralsystem einführte. Das Manganerz kannte man stets, benutzte es technisch.

B. _Graubraunsteinerz_.

Ist das häufigste Manganerz, das in vielen Gegenden gefunden wird, ein schwarzes, meist krystallinisches Manganoxyd, das früher stets zu den Eisenerzen gerechnet wurde, obwohl es kein Eisen enthält. Es hat und hatte von je her mehrfache technische Anwendung, dient zur Glasur des Töpfergeschirrs, vorzüglich aber in den Glashütten zum Entfärben und Reinigen der Glasmasse (hiess Glasseife), zugleich, in anderen Verhältnissen zugesetzt, auch zum Färben der violetten, braunen und schwarzen Gläser, die im Alterthume häufig zu Spiegeln angewendet wurden, hiess früher magnesia vitriariorum.

_wou-ming-y_ im Chinesischen.

_manganesa_ im Bengalischen;--_magnina_ im Persischen;--_[Greek: magnêtis lithos]_ im Griechischen, aber nur die weibliche Art (die männliche war Magneteisenstein), auch der [Greek: anthrakion] von Orchomenos;--_magnes lapis_ im Lateinischen, aber nur die weibliche Art (die männliche war Magneteisenstein), auch der _alabandicus lapis_;--_manganesia, alabandina_ im Spanischen;--_manganesia_ im Portugiesischen;--_manganese_ im Italienischen;--_manganese_ im Französischen; auch _perigord, pierre de perigeux_ (weil es bey dieser Stadt viel gegraben wurde), auch _savon de verreries_ (Glasseife);--_manganesia, oxyde of manganese, grey mangansian ore_ im Englischen;--_maghnisia, marganez_ im Russischen;--_manganez, niedokwas manganezu_ im Polnischen;--_burel_ im Czechischen.

_braunstein_ der teutschen Bergleute;--_brunsteen_ im Schwedischen und Dänischen;--_bruinsten, manganesia_ im Holländischen.

_chambar, chucef_ der Alchemiker kann hierher gehören.

C. _Rothbraunsteinerz, Maganspath_.

Ist ein Manganoxyd mit Kieselerde, oft auch mit Kohlensäure verbunden, meist von schön rother Farbe (daher auch Rothstein genannt), hat nicht das Ansehn eines Erzes, dient auch nicht als solches, sondern eines Kieselfossils, kommt vorzüglich schön in Sibirien und Siebenbürgen vor, wo die schon gefärbten Stücke zu Werken der Kunst verwendet werden. Diess wird wahrscheinlich auch im Alterthume geschehen und der Stein--nicht mit Unrecht--zu den rothen Gemmen gezählt seyn, wir wissen aber nicht unter welchem Namen. Die verschiedenen Namen, die man jetzo mineralogisch unterscheidet, haben kein allgemeines Interesse, brauchen hier nicht erwähnt zu werden.

_festöercz_ im Magyarischen;--_krasnoi marganez_ im Russischen;--_red mangnesian ore_ im Englischen;--_manganese carbonaté_ im Französischen.

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#§. 11. Chrom#.

A. _Chrommetall_.

Das Chrommetall ist schwer darstellbar, erst in neuerer Zeit aus den Chromerzen, die nur an wenigen Punkten gefunden werden, reducirt. Es wird eben so wenig benutzt, als die Chromerze an sich; aber das Chromoxyd, das man aus dem Chromeisenstein gewinnt, hat in jüngster Zeit eine wichtige Anwendung in der Porzellanmalerei erhalten. Das Alterthum, wie der Orient werden das Metall nicht gekannt, die Erze nicht benutzt haben.

B. _Chromeisenstein_.

Es ist dies Magneteisenstein mit mehr oder weniger Chromoxyd, das im Serpentin vorkommt, der auch vom Chrome seine Färbung haben wird; es ist dem reinen Magneteisensteine höchst ähnlich, wurde von diesem früher nicht unterschieden.

_fer chromaté_ im Französischen;--_chromate of iron_ im Englischen.

C. _Chromsaures Blei_.

Es ist ein chromsaurcs Bleioxyd, ein Bleispath von schön rother Farbe, das fast nur in Sibirien, auch hier nur sparsam vorkommt, von wo es 1766 durch Lehmann zuerst bekannt wurde, aber erst Vaukelin wiess die Chromsäure nach.

_rothbleierz_ im Teutschen;--_plomb chromatée_ im Französischen;--_chromate of lead_ im Englischen.

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#§. 12. Titan#.

Das Titan ist ein seltenes, schwer darstellbares, erst neuerlich reducirtes Metall, das wie seine Erze, die nur sparsam vorkommen, keine technische Anwendung findet. Titansäure und Zirkonerde stehen sich chemisch sehr nahe. Erst Klaproth fixirte das Titanoxyd.

A. _Titaneisen_.

Eisenoxyd mit mehr oder weniger Eisenoxyd, dem Magneteisenstein sehr ähnlich, meist in Körnern vorkommend, auch bekannt unter den Namen Iserin, Nigrin, Menakan.

_titane oxydé ferrifère_ im Französischen;--_ferrougineous oxyde of titanium_ im Englischen.

B. _Rutil_.

Titanoxyd, mit etwas Eisen, meist krystallisirt, von röthlicher Farbe, daher Werner den Namen von rutilus (röthlich) entlehnte; Klaproth wies die Zirkonerde nach, früher stellte man es zum Schörl.

_titane oxydé_ im Französischen;--_red oxyd of titanium_ im Englischen.

C. _Anatase_.

Ein octaedrisch krystallisirtes braunes Titanoxyd mit etwas Kieselerde, wurde von Saussüre octaedrit, von Hauy anatase genannt, von Klaproth als Titanoxyd erkannt.

_titane oxydée, anatase, oisonite, octacdrite_ im Französischen;--_red oxyde of titanium, octaedrit_ im Englischen;--_sorlo rosso_ im Italienischen.

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#§. 13. Wolfram oder Scheel#.

Das Metall ist aus dem Wolfram erst neuerlich (1781) durch Scheel dargestellt, hat dadurch seinen Namen erhalten, hat keine technische Anwendung, doch dient das gelbe Scheeloxyd zu mehreren schönen gelben Farben. Die Erze kommen nicht häufig, fast nur in den nördlichen Gegenden vor, sie waren seit alter Zeit dem Bergmanne bekannt, aber unnütz.

A. _Wolfram_.

Scheelsaures Eisen, eisenschwarz, krystallisirt, wurde früher den Eisenerzen beygezählt, bis man das Scheelmetall entdeckte, hiess in der lateinischen Terminologie spuma lupi (wohl Uebersetzung von Wolf-ram), magnesia, suma jovis.

_woltschez_ im Russischen;--_chorec_ im Czechischen;--_wolfram_ im Polnischen;--_wolfram_ der alten Böhmischen und teutschen Bergleute, oder _wolfrumb, wolfart, wolfert, wolfruss_ (welche Worte unbekannten, wahrscheinlich aber czechischen Ursprunges sind), auch _saissbickel_ und _schurell_; der Bergmann begriff darunter auch unsern Schörl, und ähnliche, ihm unnütze Gesteine;--_wolfram_ im Schwedischen, Dänischen, Französischen und Englischen, _cal_ beym englischen Bergmanne in Cornwall, wohl aus dem Keltischen, wo das Wort hart und Stein heisst.

B. _Tungstein, Schwerstein, Scheelit_.

Es ist scheel- oder wolframsaurer Kalk von weisser oder gelber Farbe, spathiger Textur, häufig krystallisirt, sehr schwer, kommt besonders in Sachsen und Schweden mit Zinnstein vor, war dem Bergmann immer bekannt, der ihn in Schweden tungstein (d.i. Schwerstein), in Sachsen weissen zinnstein nannte, bis Scheele (1781) die Tungsteinsäure nachwies.

_tungsteen_ im Schwedischen, von tung, d.i. schwer, daher gab ihm Werner den Namen Schwerstein, für welche viele Mineralogen den Namen Scheelit substituirten, Scheele, dem Entdecker der Scheelsäure, zu Ehren;--_weisse zinngraupen, weisser zinnstein, zinnspath, weisser misspickel_ der alten sächsischen und böhmischen Bergleute;--_gossan_ der Bergleute in Cornwall;--_tungstène blanc_ im Französischen;--_tungstena_ im Spanischen;--_tungstate of lime_ im Englischen;--_farkaskyal_ im Magyarischen;--_belaja woltschezovaja ruda_ und _täschelüj kameni_ im Russischen.

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#§. 14. Molybdän, Wasserblei#.

Das Wasserblei, der Molybdänglanz der Mineralogen, ist eine Verbindung von Schwefel und Molybdänmetall, meist in bleigrauen glänzenden Blättchen oder Täfelchen, sehr weich und etwas abfärbend, hat Aehnlichkeit mit Reissblei oder Graphit, auch mit Glimmer, wurde bald mit letzterm (wie von Rome de l'Isle) bald mit ersterm vereiniget, bis Scheele (um 1780) hierin die Molybdänsäure entdeckte, und Lampadius in Freiberg das Wasserblei für eine Zusammensetzung von Molybdänmetall und Schwefel erkannte. Das Wasserblei, das nur sparsam meist im granitischen Gebirge vorkommt, gewährt kaum technischen Nutzen; zusammengeschmolzen mit Schwefel liefert es sehr schlechte Bleistifte; das molybdänsaure Zinnoxyd giebt eine Farbe, den blauen Karmin.

_wasserblei_ im Teutschen;--_blyerz_ im Schwedischen;--_zeslec_ im Czechischen;--_kïllow_, auch _wadd_ im Altenglischen;--_potelot, galene sterile_ im Altfranzösischen.

[Greek: molybdoides] im Griechischen, erwähnt von Dioskorides, kann hieher gehören, daher ist der neuere Name entlehnt;--_molybdaena, sulfuret of molybdaena_ im Englischen;--_molybdène sulfuré_ im Französischen;--_molybdena, lapis plomo_ im Spanischen;--_molibdena_ im Russischen und Polnischen;--_malibda, malibdika_ im Bengalischen, übersetzt mit molybdate, molilybdic, ist wohl neuern, europäischen Ursprunges.

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#§. 15. Kobalt#.

Das Kobaltmetall kommt nicht gediegen vor, lässt sich schwer aus den Erzen reducieren, gewährt keinen technischen Nutzen. Am häufigsten findet sich der Schwefelkobalt oder Kobaltkies (Glanz- und Speiskobalt), der zur Smalte verwendet wird, unbedeutender das Kobaltoxyd, mit verschiedener Färbung, als schwarzer und rother Erdkobalt, Kobaltblüthe u.s.w. Das Wort kobalt wird slawischen Ursprunges seyn, zusammenhängend mit kow d.i. Erz, kowalti erzartig, daher kobolt, kobelt, womit der Hüttenmann die unreinen Metallgemische bezeichnet, die beym ersten Schmelzen der Kiese u.s.w. fallen, der Bergmann aber vorzüglich die Erze, die arsenikalische Dämpfe im Feuer ausstossen wie Arsenik- und Kobaltkies, daher er auch den gediegenen, scherbenförmigen Arsenik scherbenkobalt nennt. Wissenschaftlich ist der Name Kobalt auf das eigentümliche Metall beschränkt, auf den Kobalt, der im Czecishchen [Czechischen] dasik heisst.

Die Chinesen kannten seit ältester Zeit das blaue Kobaltglas, daher auch die Kobalterze; ans dem römischen und griechischen Alterthume ist blaues Kobaltglas (Smalte) auf uns gekommen, man muss daher auch damals die Kobalterze gekannt haben, wir wissen aber nicht mit Gewissheit, wo dasselbe bereitet wurde, wie die Erze hiessen, aber wahrscheinlich begriff man sie unter androdamas und argyrodamas (s. Arsenikkies).

A. _Speiskobalt_.

Das häufigste Kobalterz, eine Verbindung von Kobalt, vielem Arsenik und Eisen, entwickelt daher auf glühenden Kohlen starke Arsenikdämpfe. Ist von weisser und grauer Farbe, häufig krystallisirt. Behufs der Smalte-Fabrikation wird das Erz geröstet, um den Schwefel und Arsenik zu verdampfen, dann mit Quarz und Pottasche zusammengeschmolzen, dabey scheidet sich eine metallische Verbindung aus, die Nickel, Wissmuth, Silber u.s.w. enthält und _Speise_ heisst. Das Wort Speise, woher Speiskobalt, ist in der sächsisch-böhmischen Bergwerkssprache ziemlich verbreitet, wird slawischen Ursprunges seyn, zusammenhängen mit _spitz, spiza_ im Czechischen, was Bronce oder Broncefarbe bedeutet, daher nennt man Speise, Glockenspeise das Glockenmetall, Speise heisst der gelbe Kobaltkönig, den man beym Probieren kobalthaltiger Erze erhält, bleispeise ist beym Bleischmelzen das gelbe Gemisch von Kobalt, Kupfer und Schwefel, das im Ofen über dem Werke stehet; kobaltspeise ist der unreine gelbe Kobalt, der sich beym Schmelzen kobalthaltiger Silbererze, auch beym Schmelzen des Kobaltglases bildet, speisiges erz ist gelbes, kiesiges u.s.w.

_koboljt_ im Russischen;--_kobalt_ im Polnischen;--_kobalt_, auch _dasik_ im Czechischen;--_kobold, kobelt, graupenkobelt, kobaltspiegel_, auch _speise_ der sächsischen und böhmischen Bergleute;--_koboltercz szörke_ im Magyarischen;--_kobolt_ im Schwedischen;--_cobaltgris-arsenical_ im Französischen;--_arsenical cobalt_ im Englischen.

B. _Kobaltglanz, Glanzkobalt_.

Kobaltmetall mit Eisen und wenigerm Arsenik als der Speiskobalt, röthlich weisser Farbe, meist krystallisirt, besonders häufig in Schweden.

_koboltglantz, koboltmalm_ im Schwedischen;--_koboljt loskowoi_ im Russischen;--_saudasec_ im Czechischen;--_oright, white kobalt, kobaltglance_ im Englischen;--_zaffera_ im mittlern Latein.

C. _Erdkobalt, Kobaltblüthe_.

Kobaltoxyd, mehr oder weniger rein, von schwarzer, auch von rother Farbe, erdig, ohne technische Anwendung, dient nur selten zur Smaltefabrication.

_schlackenkobold, koboldblüthe_ der teutschen Bergleute;--_cobalt oxydé_ im Französischen;--_cobalt ochre_ im Französischen.

D. _Smalte_.

Blaues Kobaltglas, gemahlen, geschlemmt und weiter zu verschiedenen blauen Farben präparirt ist die Smalte; escher, eschel ist eine blasse Smalte; zaffer heisst im gemeinen Leben das geröstete Kobaltoxyd mit Kieselpulver vermengt, das zur blauen Töpferglasur dient. Obwohl das Alterthum die Smalte kannte, so war doch die Kunst sie zu bereiten gänzlich verloren gegangen; erst um 1540 erfand wahrscheinlich Ch. Schürer, ein böhmischer Glasmacher sie wieder und bereits um 1570 bestanden mehrere Smalte-Fabriken in Böhmen und Sachsen, bald bemächtigten sich die Holländer dieses Handelsartikels, der als azura del alemagna nach Italien ging. Der Name smalte wird slawischen Ursprunges seyn, heisst smele, szalc im Slawischen.

_pe-tsing_ im Chinesischen.

_smele_ im Czechischen;--_szmalc_ im Polnischen;--_smolcz_ im Croatischen;--_spushanstvu, svaritge_ im Windischen;--_smalts, blästarkelse_ im Schwedischen;--_smaltum_ im Mittelalter, auch _azura del alemagna_ in Italien (d.h. teutsches Ultramarin); ferner _zaffera_ (wie damals auch die Kobalterze hiessen) wahrscheinlich von [Greek: sapheiros], d.i. Lasurstein; daraus bildete sich safflor, wie man noch jetzo die rohe nicht gehörig präparirte Smalte nennt;--_safr_, auch _azur sacado de cobalto_ im Spanischen;--_zaffer_ im Englischen;--_esmalte_ im Portugiesischen;--_smalt_ im Französischen.

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#§. 16. Wissmuth#.

A. _Das metallische Wissmuth_.

Der gediegene Wissmuth findet sich von den Wissmutherzen am häufigsten, ist aber doch ein seltenes Metall, das nur in Sachsen im Grossen ausgebracht wird, sparsamer findet sich der geschwefelte Wissmuth oder Wissmuthglanz und das erdige Oxyd, der Wissmuthocker. Das Metall wird vorzugsweise characterisirt durch seine ausserordentliche Leichtflüssigkeit, es schmelzt an der Flamme des Lichtes, schon auf einem heissen Ofen. Mit Spiesglanz giebt es das Metall zu den Buchdrucker-Lettern;--mit Zinn und Blei versetzt giebt es ein besonders leichtflüssiges Metall, welches bey gewissen Verhältnissen schon im siedenden Wasser schmilzt, das vorzüglich zum Löthen des Zinnes und Bleies dient. Das Zink wird durch Wissmuth härter und diese Legierung hiess sonst conterfait, guntelfer (wie man auch den Zink nannte), und ein solches Metall bezog man sonst aus Indien, wo der Wissmuth stets bekannt gewesen seyn wird. Die Römer und Griechen haben das Metall vielleicht gekannt und es unter plumbum begriffen, doch stehet darüber nichts fest. In den Apotheken hiess es sonst: margasita officinalis, aschblei, plumbum cinereum, stannum cinereum. Der Name mag aus dem Slawischen stammen, wenn er nicht indischen Ursprunges ist.

_wismata_ (gesprochen bismuta) in Bengalen (ob vielleicht aus den europäischen Sprachen?);--_vismouth, wismut_ im Russischen;--_vizmunt, biszmut_ im Polnischen;--_wyzmut_ im Czechischen;--_biszmot_ im Magyarischen;--_vissmut, askbly_ im Schwedischen und Dänischen;--_bismuth_ im Holländischen;--_tinglas_, auch _bismuth_ im Englischen;--_bismute, etain de glace_ im Französischen;--_bismute_ im Italienischen, Spanischen, Portugiesischen.

Die Alchemiker erwähnen zuerst den _wismut_; als ziemlich synonym nennen sie conterfayn und mythan (wohl ein orientalisches Wort, dessen Bedeutung dunkel ist), scheinen unter wismat auch wohl Schwefelkies verstanden zu haben;--Albert der Grosse (um 1250) begreift den Wissmuth unter marchasita, Basilius Valentin (um 1500) erwähnt wismut und bismuth.

B. _Wissmuthglanz_.

Ein Schwefelwissmuth, von grauer Farbe.

_bismuth sulfuré_ im Französischen, ähnlich in den neuern Sprachen.

C. _Wissmuthocker_.

Ein gelbes Wissmuthoxyd, von gelber Farbe, erdig, von seltenem Vorkommen.

_wismatblüet_ der sächsischen und böhmischen Bergleute;--_bismuth oxydé_ im Französischen und ähnlich in den übrigen Sprachen.

D. _Weisses Wissmuthoxyd_.

Dieses chemische Präparat bildet den Grund zur meisten weissen Schminke.

_magisterium vismuti_ oder _marcasittae_ der ältern Schriftsteller;--_blanc d'Espagne_ im Französischen;--_schminkweiss, spanisch weiss_ im Teutschen;--_hwit smink_ im Schwedischen.

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#§. 17. Blei#.

A. _Das metallische Blei_.

Blei, Zinn und Zink haben in ihrem metallischen Zustande grosse Aehnlichkeit mit einander, führen auch in mehreren Sprachen einen gemeinschaftlichen Namen, wie plumbum im Lateinischen, on im Magyarischen u.s.w., werden dann durch Beyworte unterschieden.

_sié, tsien, tschjän, kien, jen, jan, gouen, he-youen_ im Chinesischen;--_ien_, auch _mamari_ im Japanischen;--_jen_ auf Korea;--_ke_ auf Awa;--_tschi_ in Tunkin und Siam;--_timah_ im Malaiischen, ist Blei und Zinn, _timah itan_ oder _etan_ (d.i. das weisse) ist unser Blei, timahputi unser Zinn;--_tudja_ im Tungusischen;--_mane_ im Tibetanischen (nach Klaproth), auch _zah-nye_ oder _shane_ (nach Wilson), _zha-rnye-zha-nyè, dnage-po, ra-nya, ra-rnyie_, auch mit Blei übersetzt, wird Zinn seyn, von ranga im Sanscrit;--_chorgoldsi_ und _togolcha_ im Mongolischen, auch _chara-chorgoltsch, chara togolga, bugonai-tulga, ukyr-tulga_ (tulga scheint Zink zu seyn);--_churguschin_, auch _kargaschin_ im Tartarischen;--_tartchan_ im Tartarisch-Mandschu;--_akerlok_ in Grönland bey den Eskimo's (bedeutet auch Zinn).

_kurchan, kargaschin_ (aus dem Tartarischen), _kursun_ im Türkischen, auch _on_ (wie im Magyarischen);--_kurgusch, kurguschun_ im Kurdischen, auch _resas, erssas_ (aus dem Arabischen);--_churguldschim_ im Kalmückischen.

_korhaschin, tschuti, tuschi_ im Lesgischen;--_tkue, tkut, tqwia_ im Georgischen;--_phaabpsah_ im Tscherkessischen;--_desch_ in andern kaukasischen Sprachen.

_sisa, seesa_ im Hindu;--_sisa, sisaka_ im Bengalischen und Sanscrit, hier auch _alinuka, naga_, dichterisch auch _gandupa-dabhara, çwetarandschana, tschina, tamara pischta_ (wanga wird Zink seyn);--_sika, sikir_ im Afghanischen, auch _sürp_ (wie im Persischen);--_mulva_ soll das Blei auch im Indischen heissen, ich weiss aber nicht, in welcher Sprache.

_sürb, üsrüb, osrob, usrub_ im Persischen;--_surb, scurb_ im Bucharischen;--_idsi, ischdi_ im Ossetischen.

_rasas, rassas, raesas, rafas, russas_ im Arabischen, bezeichnet Blei und überhaupt die leichtflüssigen Metalle;--_russas-aswad_ (Schwarzblei) ist unser Blei, das auch _surb, osrob_ (wie im Persischen) heisst; russas abiad (Weissblei) ist Zinn und Zink; saerfan ist ein nicht näher bekanntes bleiartiges Metall;--_rsas_ im Maltesischen;--_rassas_, auch _orszaska_ im Berberischen;--_orszas_ im Dungalischen, Szauakischen und Darfur (Nordafrika).

_kapar, gabar, dsar_ im Armenischen;--_abar_ im Chaldäischen, auch _abra, abara, abas, kuni, kunja, karkumischa, karkemisch_ (wie im Tartarischen);--_arar_ im Abessinischen;--_arare_ im Amharischen;--_arar_ im Tigrysischen (Nordafrika).

_laht_ im Koptischen;--_lath_ in der ägyptischen Hieroglyphensprache nach Champollion;--_espeduljon_ im Syrischen, auch kann _onco_ hieher gehören, gewöhnlich durch Zinn übersetzt; psimuthjon, auch durch Blei übersetzt, ist wohl Bleiweiss, das psimithium der Griechen.

_swinetz_ im Russischen;--_swins_ im Lettischen;--_swinas_ im Schamitischen;--_svinz, svinitz_ im Windischen (Krain);--_schiroi_ im Permischen (Finnischen).

_olom, oon_ im Magyarischen, auch _on_ (wie im Türkischen) bezeichnet Blei und überhaupt die leichtflüssigen Metalle;--_olow, olowin_ im Polnischen;--_olowo, wolowa_ im Czechischen (das gleichklingende olowa im Russischen ist Zinn, nicht Blei, was swinetz heisst);--_olowo_ im Illyrischen, Slowakischen, Bosnischen, Ragusanischen, Croatischen;--_olobo, woloi_ im Serbischen;--_woloi, wolüi, wowoy_ im Sorbischen und Windischen (Krain);--_oliovo, cliowo_ in den samojedischen Sprachen, auch _nourgos, niurgul, kupt, chupt_.

[Greek: molybos, molybdos] im Griechischen (ein Wort unbekannten Ursprunges, das mit den erwähnten slawischen Worten noch die meiste Analogie hat, doch will ich damit nicht behaupten, dass es aus dem Slawischen entnommen sey; ich weiss nicht, wie das Blei im Phönizischen hiess);--[Greek: molybi] im Neugriechischen;--[Greek: molybos, molybê, ploumos, ploumaton] im Mittelalter;--_moliwo_ in der Zigeunersprache, auch _artschitsch_ und _swinzi_ (wie im Windischen).

_saturnus_ bey den Alchemikern, auch _osrob, ursub_ (wie im Persischen), _uzuruo, aaban, afrob, alabari_.

_plumbu_ im Walachischen;--_mpliumt_ im Albanischen;--_plumb_ im Epirotischen;--_plonn_, _plomm_ im Bretonischen;--_plwn_ im Wälschen (wwn plwn ist Bleierz, plymen das Bleiloth, plymlyd ist bleiern);--_blobm_ im Cornischen;--_plumbum_ der Römer, waren die leichtflüssigen Metalle, _plumbum nigrum_ war unser Blei (plumbum album Zinn);--_plomb_ im Französischen, in alter Zeit kommt auch _accil_ vor;--_piombo_ im Italienischen;--_plomo_ im Spanischen (plomar ist mit Blei überziehen, plomero der Bleigiesser);--_chumbo_ im Portugiesischen, adjectiv braucht man auch _plumbeo_;--_plun_ im Allemannischen.

_bli, blijo, blyso_ im Lappländischen;--_blyiy_ im Finnländischen;--_bly_ im Isländischen, Schwedischen, Dänischen;--_bli_ im Platteutschen; blijern ist bleiern;--_bli_ im Altfränkischen;--_blei_ im Hochteutschen.

_luaidh_ im Gälschen; _luaidh dhub_ (Schwarzblei) ist eigentlich unser Blei (luaidh gheal--Weissblei--ist Bleiweiss), luaidhe ist bleiern;--_lead_ im Englischen; leaden ist bleiern, to lead mit Blei überziehen (daher wohl das teutsche: löthen, Loth u.s.w.);--_lead_ im Angelsächsischen;--_lood_ im Holländischen;--_hetlod_ im Belgischen.

_beruna_ im Baskischen.

B. _Bleioxyd im Allgemeinen_.

Das Blei oxydirt sich leicht, giebt mit dem Sauerstoffe verschiedene Oxyde, als: a) zuerst und schon durch Einwirkung der athmosphärischen Luft, bildet sich das graue Oxyd oder die Bleiasche, auch das weisse Oxyd; b) vermittelst Feuer bildet sich zuerst das gelbe Oxyd oder der massicot, der zum Glasiren der Töpfe gebraucht wird, c) dieser schmilzt leicht zusammen zu einer glimmerigen Substanz, der Bleiglötte, die theils gold-, theils silberfarbig ist, gold- silberglötte; d) diese weiter zusammengeschmolzen giebt das bleiglas;--e) aus dem gelben Oxyd bereitet man durch weitere Behandlung das rothe Oxyd, die mennige, die als Malerfarbe dient.

C. _Das graue und weisse Bleioxyd und die Bleiasche_.

_safeda_ im Hindu;--_alaunoch, alahabar_ im Arabischen;--_onmesz_ im Magyarischen;--_olowinka_ im Czechischen;--_[Greek: molybdos peplaumenos, = kekaumenos]_ im Griechischen;--_spodium plumbi, plumbum elotum_ der Römer;_plumbagin_ im Englischen;--_cendre de plomb_ im Französischen;--_alvaiade_ im Portugiesischen;--_bliaska, blygelbe_ im Schwedischen;--_bleyasch_ im Teutschen;--_alumboti_ der Alchemiker, auch _botanum melisodium_.

D. _Glötte, Bleiglötte_.

Das im Feuer zu einer glimmerartigen Masse zusammengeschmolzene Bleioxyd, von silberweisser und goldgelber Farbe, daher: silberglötte, goldglötte.

_mordar seng_ im Hindu;--_murdesenk_ im Türkischen;--_mürdasenk_ im Persischen, eigentlich wohl _kilimia_ auch _altum tewali; schacht_ übersetzt mit scoria auri ist wohl Goldglötte wie saecht im Arabischen;--_murtek_ im Arabischen, eigentlich wohl _climia_ (wie kilimia im Persischen), auch _almaric_ und _saecht_, _climia alsoda_ ist Silberglötte, _climia alheb_ Goldglötte;--_[Greek: mourtasanki]_ im Neugriechischen, auch _[Greek: lithargyron]_ und _[Greek: aphros apo molybi]_;--_madro, madreco_ im Syrischen;--_kharmartzana_ im Armenischen;--_aliji_ im Koptischen, übersetzt mit spuma metallorum könnte hieher gehören.

_molybdites_, auch _spuma argenti_ der Römer, _chrysites_ ist Goldglötte; _argirites_ Silberglötte (aus dem Griechischen);--_[Greek: molybdoteon, molybdokteon]_ im Mittelalter.

_[Greek: lythargyros]_ der Griechen und zwar [Greek: chrysitês] und [Greek: argyritês], Gold- und Silberglötte;--_litargiris_ im Spanischen, auch _almartogo_ und _greta_;--_lithargyrio_ im Portugiesischen;--_litharge_ im Französischen;--_litharge_ im Englischen (in allen diesen Sprachen ist das Wort wohl nicht aus dem Griechischen, sondern aus dem Keltischen entlehnt).

_pena_ im Windischen (Krain), auch _smet_, slatna pena die Goldglötte, sreberna pena oder smet Silberglötte.

_gleyta, glita_ im Polnischen, auch _piana olowna_ und _bialo krusz_;--_glet, kleyt_ im Czechischen, auch _kyslicnjk olowaty_;--_gloette_ im Norwegischen;--_glete, glit_ im Schwedischen, silberglitt, blygült;--_glit, glöd_ im Dänischen, blyglöd, silberglöd;--_gelit_ im Holländischen, goudgelit ist Goldglötte;--_glette, silberglette, guldglett_ beym teutschen Bergmanne.

_ezüst tajter_ (Silberschaum), auch _ontajtek_ im Magyarischen.

E. _Bleiglas_.

Die zu einem gelben, glasartigen Körper zusammengeschmolzene Glötte.

_[Greek: ilkysma, ilkasma]_ der Griechen (könnte vielleicht zusammenhängen mit kilimia im Persischen, cliinia im Arabischen,--die Namen der Glötte--oder einem ähnlichen semitischen Worte);--_helcisma_ der Römer, auch _scoria plumbi_;--_scoria argenti_ war ein bleiischer Ofenbruch von zusammengeschmolzener Glötte;--_verre de plomb_, _oxide de plomb vitreux_ im Französischen und ähnlich in den verwandten Sprachen.

F. _Massicot, Masticot, Bleigelb_.

Das gelbe Bleioxyd, das vermittelst Feuer erhalten wird, es dient zu gelben Wasserfarben, zur Glasur der Töpfe u.s.w.

_abar_ im Arabischen, übersetzt durch plumbum ustum, kann hieher gehören;--_massicol_ im Englischen und Französischen;--_blegelb_ im Teutschen;--_blygelbe_ im Schwedischen;--_playgeel_ im Altteutschen;--_zestam olowity_ im Czechischen.

G. _Mennige_.

Das rothe Bleioxyd--die Mennige--ist dem Zinnober ähnlich (der damit auch häufig verfälscht wird), eine geschätzte Malerfarbe, die feiner zubereitet Vermillion heisst. Der Name kann von minium im Lateinischen, minea im Baskischen d.i. Zinnober herstammen, hängt aber vielleicht zusammen mit mwyn im Wälschen, was zart, lieblich heisst, da mwyn coch (d.i. roth) eine zarte rothe Farbe heisst.

_tan_ im Chinesischen;--_sindur, naga_ im Hindu;--_sindura_ im Bengalischen;--_sindura_ im Sanscrit, auch _tschinpischta, nagasambhawa_ (aus Blei hervorgegangen), _nagarakta_ (d.i. rothes Blei, von rakta roth), _nagarenu, raktarenu_ (d.i. rother Staub), _raktabaluko_(d.i. rother Sand);--_sidilinggan, sadalinggan_ im Malaiischen;--_siring_ im Arabischen, auch _arandsch, ascrengu, tezri_;--_isreng, sulgun_ im Türkischen;--_esrench, zarkum_ im Arabischen, auch _salikum, sidufos_;--_affrengi, azemafor, acartum_ der Alchemiker.

_persch, pirch_ im Koptischen, ist auch Bolus oder Röthel;--_mnis, menis_ im Syrischen;--_zericum_ (wie zarkum im Arabischen) im Kurdischen ist auch Bleiweiss; _serkon, serak_ im Chaldäischen (eigentlich eine aus Mennige und Röthel präparirte Farbe).

_[Greek: sandix]_ oder _[Greek: sandyx]_ im Griechischen (wohl gewiss semitischen Ursprunges), [Greek: sirikon] war die aus Mennige und Röthel präparirte Farbe (wie sirkon im Chaldäischen, zarkum im Arabischen);--_sandyx_ der Römer, auch _cerussa usta_ und _sandaracha factitia_ (nicht zu verwechseln mit dem natürlichen sandarak-sandarus im Persischen--der das Gummi von einer Art Wachholderbaum ist und zum Firniss dient), _siricum_ war die daraus präparirte Farbe.

_mwyn coch_ im Wälschen (von mwyn zart und coch roth) bedeutet Mennige, auch Zinnober (jede zarte rothe Farbe);--_minium_ im Englischen, was doch vielleicht eher mit diesem mwyn zusammenhängt, als minium im Lateinischen, das Zinnober bedeutet;--_minium_ im Französischen, auch _uzefur, oxide de plomb rouge_;--_minio_ im Portugiesischen, im gemeinen Leben auch _azarcas, zarcao_, auch _vermilhao_;--_menie_ im Holländischen;--_mönja, brandt, blywitt_ im Schwedischen;--_minien, mingen_ im Altteutschen;--_miniom_ im Magyarischen;--_miniia_ im Polnischen;--_minyum, surik_ im Czechischen;--_meneka_ im Windischen.

H. _Bleiweiss_.

Es ist ein kohlensaures Bleioxyd, meist durch Essig bereitet, von schön weisser Farbe, ein sehr bekanntes und verbreitetes Färbematerial. Hiervon wesentlich verschieden ist das reine essigsaure Bleioxyd, der bleizucker, sucre de saturn, ein süsses Salz, das vorzüglich in der Färberey benutzt wird.

_hou-mien_ im Chinesischen;--_zha-nye-dakara-po_ im Tibetanischen;--_zerikum_ im Kurdischen, was auch Mennige ist;--_isfidach, sepidach, sipilab_ im Arabischen, auch _alseregi, baruch_; der aspideg und asidagi ist das mehr zubereitete Bleiweiss;--_buruk_ im Maltesischen (wie baruch im Arabischen);--_iistibach, irreg, issreny_ im Türkischen;--_spitakagjegh, spitakutz, kapari_ im Armenischen;--_psimutijon_ im Syrischen (wird öfter auch durch Blei übersetzt);--_[Greek: psimmithion, psimythos]_ im Griechischen (wohl offenbar semitischen Ursprunges);--_[Greek: empiaka, mplaeto, rhoupô, spintazê]_ im Mittelalter;--_[Greek: mpianka]_ im Neugriechischen;--_alfidus_ bey den Alchemikern, auch _balae, albotar, gersa, arfiora, presmucum, pynkis, alkarat, almachabat, biarchetunsin_.

_cerussa_, auch _psimithium_ im Lateinischen;--_ceruse, wheite lead_ im Englischen;--_ceruse_ im Französischen, auch _abit, aboit_ im Altfranzösischen;--_albayalde, albayaque, blenqueta_ im Spanischen.

_gwyn blwm_ (Weissblei) im Wälschen;--_guen pariss_ im Bretonischen;--_luaidhe gheal_ (Weissblei) im Gälschen;--_blyhvidt_ im Schwedischen, Dänischen, Isländischen;--_blywit_ im Platteutschen und Holländischen;--_olowenka, plewey_ im Czechischen;--_biel olowa, bleywais_ im Polnischen;--_foiora, pleibes_ im Walachischen;--_jörogfeger_ (Griechisch Weiss), _plairaisz_ im Magyarischen;--_svinzhna bieloba_ im Windischen:--_parno_ in der Zigeunersprache.

I. _Bleiglanz_.

Ist Schwefelblei, meist krystallisirt, ein überall verbreitetes Erz, aus dem fast alles gewonnen wird, da die übrigen Bleierze nur sparsam vorkommen. So lange daher metallisches Blei verwendet wurde, dürfte auch der Bleiglanz bekannt seyn.

_kalu miniram_ im Ceylonischen;--_sürmeh_ soll man den Bleiglanz in Indien nennen, so heisst aber Spiesglanz;--_zha-nye-rdo_ im Tibetanischen (d.i. Bleistein);--_gaburaran, koshi gabarjeay_ im Armenischen (von gaba Blei).

[Greek: molibdites, molibdoeidês] im Griechischen;--[Greek: molybochôra, molybi skaphton] im Neugriechischen;--_molibdites_ der Römer (galena und molybdaena waren wohl nicht Bleiglanz, sondern Zinkblende).

_alchohol_ (?) im Arabischen (alcohol ist die Spiesglanzsalbe, s. unten);--_alcohol, alquirol_, auch _zofre_ im Spanischen, _galena_ (jetzo der gebräuchlichste Name) und _columbina_; alcol ist der Bleiglanz, der als Schlich von den Töpfern zur Glasur gebraucht wird; saroche nennt der Bergmann bleiglanzhaltige Erze;--_alquifoux, archifow_ im Altfranzösischen (ein Name, den man noch jetzo in Teutschland am Rheine dem feinkörnigen Bleiglanz giebt, der gemahlen und zubereitet zur Glasur der Töpfer dient; übrigens ist jetzo in Frankreich _galéne_ die allgemein gebräuchliche Benennung;--_galene_ im Englischen, auch _plumbagine_ und _lead glance_; der englische Bergmann nennt den Bleiglanz meist pee, das mulmige Bleierz belland, das gewonnene Bleierz im Allgemeinen bowse;--_biombo galenico_ im Italienischen.

_mwn plwn_ im Wälschen (d.i. Bleierz);--_blymalm, blyglants, terninge malm_ im Schwedischen;--_blyerts_ im Dänischen, Holländischen;--_glantz_ beym teutschen Bergmanne, bleyglantz; die dichte Abänderung ist bleyschweiss, bleyschweif, bleyschuss.

_swinzowoi blesk, vataya ruda_ im Russischen;--_olowice, olowiany kruszec, krostokrusz_ im Polnischen;--_olowina, cestinec, lestenec_ im Czechischen;--_olobo_ im Serbischen;--_onercz, onasercz, fenyes onercz_ im Magyarischen.

K. _Bleispath_.

Man begreift hierunter die Verbindung von Bleioxyd mit verschiedenen Säuren, die dessfalsigen Mineralgattungen sind verschieden, meist prismatisch krystallisirt, kommen im Ganzen nur sparsam vor, haben nur ein mineralogisches Interesse. Man unterscheidet besonders a) kohlensaures Bleioxyd von weisser Farbe--Weissbleierz--öfter auch durch Kohle schwarz gefärbt--Schwarzbleierz;--b) phosphor- und arseniksaures Bleioxyd von meist grüner Farbe--Grünbleierz;--chromsaures Bleioxyd von meist rother Farbe, das fast nur in Siberien vorkommt--rothes bleierz.

_plombe spatique_ im Französischen und zwar: _blanc-, verd-, rouge_, auch _carboné-, phosphaté-, chromaté_;--im Englischen _white-, green-, red lead ore_, auch _carbone, phosphate, chromate of lead_;--_blyspath_ im Schwedischen, _hoit blymalm, grön blyspat_;--_szpat olowiang_ im Polnischen;--_swinzowaja ruda_ im Russischen, und zwar: _belaja-, selenaja-, krasnaja_ das weisse, grüne, rothe;--_onmesz_ im Magyarischen, und zwar: _fejer-, zäl-, veres_, das weisse, grüne, rothe.

L. _Bleierde_.

Derbes und erdiges kohlensaures Bleioxyd.

_bly-jord_ im Schwedischen;--_lead earth_ im Englischen, belland beym Bergmanne;--_plombe carbonaté terreux_ im Französischen;--_belowa_ im Czechischen;--_swinzowaja iswesti_ im Russischen;--_onmesz_ im Magyarischen.

* * * * *

#§. 18. Zinn#.

A. _Das metallische Zinn_.

Ein bekanntes leichtflüssiges Metall, welches vorzugsweise aus Indien, England und dem böhmisch-sächsischen Erzgebirge kommt. Es dient besonders zu zinnernem Geschirr, zum Verzinnen von Kupfer und Eisen, zur Fertigung der Bronce u.s.w. Es stehet dem Blei und Zink sehr nahe, daher in mehreren Sprachen diese 3 Metalle durch denselben Gattungsnamen bezeichnet werden. Das in sehr feine Blattchen [Blättchen] geschlagene Zinn heisst stanniol, stagniol, sagnol.

_sy, la-sy, ting, sik, tschilja_ im Chinesischen; _teou-sy_ ist Zinn aus Malacca;--_muk_ in Siam;--_sik_ in Japan;--_nap_ auf Korea;--_tocholcha, dogolgan_ im Mongolischen, auch _tulga_ und _tschagan-gorold-dsin_; --_toholon_ im Tartarisch-Mandschu;--_todjah, tudjla_ im Tungusischen; --_chorgol, dogum_ im Jakutischen;--_akerlok_ im Grönländischen bey den Eskimo's (bedeutet auch Blei);--_tlai_ in Tunkin;--_bulai_ auf Awa; --_lolpi_ im Ostjäkischen (Samojedischen);--_hattusch_ im Wogulischen.

_kalang_ (von der Insel Kalah im indischen Meerbusen) im Malaiischen, ein durch ganz Asien verbreiteter Name, auch _kalah, tinah-putih, mipis_ und _mimpis_;--_kelley_ in Hindostan;--_k'hé_ in der indischen Provinz Tenasserim;--_ckalai_ im Tartarischen, auch _ackkorgasch_ und _korgoschik_;--_kalai_ im Türkischen, auch _korgot, enück_;--_kalai, kale, quale_ im Georgischen;--_galai_, auch _such, sachu_ im Tscherkessischen und den kaukasischen Sprachen;--_kala_ im Ossetischen;--_kalai_ im Arabischen;--_kalay, qualay_ im Kurdischen;--_qualat_ im Persischen, auch _arsis, arzihz_ (wie _arzihz_ im Sanscrit);--_arsis_ im Bucharischen;--_osis_ im Permischen;--_[Greek: kalai, kalagi]_ im Neugriechischen.

_anak, anag_ im Armenischen (anaki ist zinnern) auch _glajek, galajek; nak_ im Aethiopischen;--_gnaek_ im Abessinischen;--_thran_ im Koptischen (anin ist zinnernes Geschirr), basnes, basns, auch durch Zinn übersetzt, ist wohl ehern;--_bdil, bedil_ im Hebräischen;--_cheseth_ im Altägyptischen;--_djaurigge_ im Dungalischen;--_drina nobürde_ in Burnu (Nordafrika);--_korekone_ im Amharischen, auch _arare_ (wie Blei), makebate ja arare ist verzinnen.

_olowo, olobo, lova_ im Russischen (in den übrigen slawischen Sprachen ist olowo das Blei, kositer das Zinn);--_on, olom_ im Magyarischen, eigentlich _foger-on_ (d.i. Weissblei).

_kastira, kastra_ im Sanscrit, auch _rangu, arzihz trapu_, ferner: _trapula, trapusha, apusha, pattra, barbatira, surebha, nagadschirana, hima, alinaka, gurupatra, singata_ (aus Ceylon), _banja_ (aus Bengalen);--_rân, ranga, swarnadscha_ im Bengalischen;--_ranga_ im Hindu;--_ra-nya_ im Tibetanischen (rarnye und zan-nye mit Blei übersetzt kann hieher gehören).

_kasdir_ im Arabischen; auch _kalai, qualui_ (wie im Tartarischen, ein durch Asien verbreitetes Wort) und russas abead (Weissblei), russas, ryssas, raesus ist der gemeinschaftliche Name für Blei, Zinn, Zink (wie rsas im Maltesischen), übrigens heisst althe oder calhi die beste Sorte von Zinn, cerab ist eine schlechtere Art, inoe oder unot hat eine dunklere Färbung und keinen Klang (wohl ein legirtes Zinn), calicon ist strengflüssiger, wohl unser Zink, semkary ist verzinnen;--_kastir_ in Darfur und im Szauakischen (Nordafrika);--_kastira, kistara_ im Chaldäischen, auch _abaz, abza, biz, pathkith, bdil, bedil_ (wie im Hebräischen);--_kasdrin_ im Syrischen (onco wird auch mit staunum, kerutinon mit plumbum album übersetzt);--_kastora, kistira_ im Phönizischen;--_kositorin_ im Walachischen (kositar ist Zinngiesser);--_[Greek: kassiteron]_ und _[Greek: kattiteron]_ im Griechischen ([Greek: geganômena] war verzinntes Geschirr); _cassiteron_ der Römer, auch plumbum album (Weissblei), ihr stannum war aber--wenn man die auf uns gekommenen Stellen der Classiker prüft--nicht Zinn, sondern unser Zink, obwohl das lateinische Wort stannum von stan im Gälschen herkommt, was allerdings Zinn heisst; Zinnerze fehlen in Italien und Griechenland, aber aus zinkischen Kupfererzen wurde auch in Cypern stannum, d.i. Zink gewonnen;--_kositer_ im Illyrischen, kositeritti ist verzinnen;--_kositer_ im Windischen (Krain), obkositerati ist verzinnen;--_kositer_ im Slowakischen, auch _kalai_, daher kalayscar der Zinngiesser;--_kositer_ in Bosnien;--_kossiter_ im Ragusanischen;--_kosziter_, auch _czing_ in Croatien;--_kaster_ im Altnordischen.

_tina_ im Altfinnischen und Finnländischen (vielleicht mit ting im Chinesischen zusammenhängend):--_tinna_ im Ehstnischen;--_tidne, tadne_ im Lappländischen;--_tenn_ im Schwedischen;--_tin_ im Dänischen und Holländischen;--_tin_ im Isländischen, tinna ist verzinnen;--_tinn_ im Platteutschen;--_tin_ im Angelsächsischen, tinnan ist verzinnen;--_tin_ im Englischen, to tin ist verzinnen; block tin ist sehr reines Zinn in Blöcken; streamtin ist das aus den Seifenerzen geschmolzene Zinn, dieses durch ein Umschmelzen gereinigt giebt das reine grain tin, Kornzinn. tin in England wird nicht einheimischen, keltischen Ursprunges seyn, sondern ein fremdes Wort; in Cornwall, wo seit den ältesten Zeiten Zinnbergbau war, heisst das Zinn staern, stan (wie stan, staoin im Gälischen), stannary laws ist die Bergordnung für den Zinnbergbau, stan nary court ist das dasige Ober-Bergamt; pol stean ist ein Zinnsteinschacht, huel stean die Zinngrube; spalliard heisst der Zinnbergmann, flooran ist fein eingesprengter Zinnstein, pillion ist Zinn, welches nach der ersten Schmelzung noch in den Schlacken zurückbleibt;--_pewtur_ ist legiertes Zinn, auch zinnernes und überzinntes Geschirr; dieses Wort ist auch keltischen Ursprunges, ist das gälsche peotar, feodar, das bretonische fewtur.

_cyn, ceyn_ im Czechischen; cynugi, po cynowati ist verzinnen, cynar, konwar der Zinngiesser (dieses cyn, woher das teutsche zihn, zinn, scheint nicht sowohl slawischen, als finnischen Ursprunges, da bey den meisten slawischen Stämmen das Zinn kositer oder olowa heisst);--_cyna_ im Polnischen, cynowy ist zinnern;--_cin_ im Slowakischen;--_czin-edeny_ im Magyarischen.

_stan, staoin_ im Gälischen, auch _feodar, peotar_ ist auch das legirte Zinn zu Geschirr (wie pewter im Englischen, peltre im Spanischen);--_slian_ im Cornischen;--_ystaen_ im Wälschen (auch _alcan_, von can weiss), ystaeniaw ist überzinnen, ystenawr der Zinngiesser;--_sten, stean, steinn_ im Bretonischen, steinage ist Zinngeschirr, steinnein ist verzinnen;--_feutur_, auch _fitur_, und gloan ist (wie pewter im Englischen) zinnernes oder verzinntes Geschirr;--_estan_ im Provenzalischen;--_etain_ im Französischen, auch _estain_; etamer ist verzinnen, etamage ist Verzinnung;--_estain_ im Altfränkischen;--_estanno_ im Spanischen; sita heisst das feine chinesische Zinn (wohl von tschitja im Chinesischen), peltre, pêlterria ist das überzinnte oder zinnerne Geschirr (wie pewter im Englischen);--_estanho_ im Portugiesischen; das feine indische heisst calain (der asiatische Name), eine andere Sorte ist tutanaga, wird aber wohl Zink seyn, von tutanag im Indischen.

_stagnum, stannum celtiberium_, auch _cositerium_ im Mittelalter, ferner _[Greek: stagnon, staktimolybdon, stannion]_; daher [Greek: stanniazein] und [Greek: stanniarein] verzinnen;--_Jupiter_ bey den Alchemikern, auch _alnec, alenel, alkalap, aleth, asabum, almiba, caldar, cardir, feruzegi, kaufor, razdir, laos, meselrabira, rasar, zarfu, elkaley_;--_plumbum candidum_ im neuern Latein.

B. _Zinnlegierungen_.

a) Zinn und Kupfer giebt die Bronce, die schon erwähnt ist.

b) Zinn mit wenig Blei giebt das Metall zu dem Zinngeschirr, ist das coarse pewter der Engländer, feodar im Gälschen.

c) Zinn mit gleichem Theil Blei giebt das bekannte Schnellloth, Schlagloth, argentarium tertiarium der Römer.

d) Zinn und Wissmuth giebt ein höchst leichtflüssiges Metall, das Zinnloth, das besonders zum Zusammenschmelzen des Zinnes gebraucht wird; ist das eigentliche pewter der Engländer (aus 9 Theilen Zinn und 1 Theil Wissmuth).

e) Zinn und Schwefel giebt das Musiv- oder Muschelgold von schön goldgelber Farbe;--(_or mussiv, or de mosaique_ im Französischen);--_malare gull_ im Schwedischen.

C. _Zinnerz, Zinnstein_.

Der Zinnstein ist Zinnoxyd und meist krystallisirt, der sich meist in Gängen, auch in Seifen findet, aber bauwürdig nur an wenigen Punkten, besonders in Indien, England, Böhmen und Sachsen. Die wenigen andern Zinnerze sind so selten, dass der Zinnstein das einzige Erz ist, aus dem Zinn geschmolzen wird, und er muss überall bekannt seyn, wo Zinn gewonnen wird.

_kalin_ soll in Indien der Name seyn;--_marchasita_ im Arabischen begreift auch den Zinnstein, so auch _markeschitto_ im Syrischen;--_ibn-gnaek_ im Abessinischen (d.i. Zinnstein);--_tinstone, tinore_ im Englischen; flooran ist eingesprengtes Zinnerz, scove ist Stuferz in den Zinnsteingängen, aber scovan ist Granit der Zinnsteingänge;--_tinberg, tinmalm_ im Schwedischen;--_tinerz_ im Dänischen;--_zihnstein_ der teutschen und böhmischen Bergleute; graupen, graupel, zihngraupen, als rothe, gelbe, weisse sind die grössern reinern Krystalle (wohl von kraupi im Czechischen das Korn, der Hagel), keffer, rammel, plautze, zihnkeffer heisst das graupige Zinnerz aus den Zinnseifen, zwitter, zytter ist das Zinnerz im Allgemeinen, daher Zwittergänge, Zwitterpocher, Zwitterheerde u.s.w. und hängt dieses Wort offenbar mit kositer (s. oben) zusammen.

_ruda cinowa_ im Czechischen;--_cynowy kruszel, ruda cynowa_ im Polnischen;--_olowännoi ruda_ im Russischen;--_czin-erez_ im Magyarischen.

_stagno nerato_ im Italienischen;--_estanno vidrioso_ im Spanischen;--_etain oxide_ im Französischen.

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#§. 19. Zink#.

A. _Zinkmetall_.

Der metallische Zink ist in seinem Aeussern dem Blei und Zinne ähnlich, ist ein leicht flüssiges Metall, welches sich aber an der Luft nicht oxydirt, leicht mit grünlicher Flamme brennt, indem weisser Rauch (Oxyd) aufsteigt. Die Zinkerze (Blende und Galmey) sind nicht allgemein verbreitet, erscheinen nur an wenigen Punkten bauwürdig, aber manche Kupfererze sind zinkhaltig, und dann wird in der Kupferhütte der Zink beyläufig (durch einen Zinkstuhl) gewonnen, wie es auch im Alterthume in den Kupferhütten von Cypern u.s.w. der Fall war. Eine wichtige Anwendung des Zinkes oder vielmehr des Galmey war stets die zur Fabrication des Messings, wozu es mit Kupfer zusammengeschmolzen wird. Das metallische Zink wird jetzo viel häufiger als früher zu Röhren, zum Decken der Dächer u.s.w. angewendet; Teller und Geschirr wird nicht daraus gemacht, aber kupfernes Geschirr kann man sowohl verzinnen, als verzinken, und letzteres war im griechischen Alterthume der Fall.

_ya-yan_ im Chinesischen (d.i. das zweite Blei) auch _tutenag_ (wie auch der Galmey heisst); _kalin_ ist das Metall, womit die Chinesen ihre Dächer decken, wohl Zink, der in China seit den ältesten Zeiten bekannt war, als Handelsartikel besonders nach Ostindien ausgeführt wurde;--_tutenach_ in Indien (aus dem Chinesischen);--_dasta_ in Bengalen (wie der Galmey);--_ditscha_ im Tibetanischen;--_wanga_ im Sanscrit, auch _tshinawanga_ (d.i. chinesisches Zinn), _kuwanga_;--_kartschini_ im Persischen (d.i. chinesisches Eisen), nach einer wohl irrigen Conjectur von Hammer-Purgstall soll von der letzten Silbe dieses Wortes der Name Zink herstammen, der erst im 16. Jahrh. von Paracelsus zuerst erwähnt wird;--_kalijon, kalicon, talicon_ im Arabischen (ist wohl das chinesische kalin), auch _rhouh tutia_ (d.i. der Geist, das Metall von tutia Galmey), auch _dschöst_ (was zusammenhängen kann mit dasta in Bengalen, oder ditscha im Tibetanischen);--_arare_ im Amharischen (ist auch Zinn).

_[Greek: pseudargyron]_ der Griechen (d.i. Lugsilber);--_stannum_ der Römer. Der Name ist offenbar keltisch, hängt zusammen mit stan im Gälschen, ystaen im Wälschen, d.i. Zinn, welches aber die Römer mit cassiteron und plumbum album bezeichneten. Was in den Autoren über stannum gesagt wird, passt nur auf unsern Zink, der in den cyprischen Kupferhütten beyläufig aus den zinkhaltigen Kupfererzen gewonnen wurde. Erst im Mittelalter brauchte man stannum für Zinn; hier und bey den Alchemikern scheint für Zink kein bestimmter Name vorzukommen.

_zynek_ im Polnischen, auch _schpiaotor_;--_zinek_ im Czechischen; wohl ein slawisches Wort, zusammenhängend mit zuna, zunek, zinek, was Aftermetall, Unerz, Unkraut bedeutet, daher wohl _zinchum_ im neuern Latein, seit dem 16. Jahrh. und zink im Teutschen, Schwedischen, Englischen, Französischen, Spanischen, zinko im Italienischen und Portugiesischen, _[Greek: tzinkon]_, auch _[Greek: kigtos]_ im Neugriechischen.

_konterfay, conterfeyt, conterfey_ der alten teutschen Bergleute scheint vorzüglich der Zink gewesen zu seyn, der in den Kupferhütten beyläufig im Zinkstuhle gewonnen wurde; woher der Name stammt, ist unbekannt, aber ein aus Indien bezogenes Metallgemisch aus Zink und Wissmuth soll conterfay oder guntelfer geheissen haben.

_spelter_ im Englischen, in der neuern Zeit auch _zink_;--_speauter, sputer_ im Französischen, neuerlich auch _zinc_;--_speauter, peauter_ im Belgischen;--_peltre_ im Spanischen, neuerlich auch _zink_;--_peltro_ im Italienischen (heisst auch, wie pewter im Englischen, das überzinnte Geschirr);--_schpiator_ im Russischen, neuerlich auch _zink_;--_spiauter_ im Polnischen, auch _contryfall, zynk, polkuszeca_;--_splauter_ der alten böhmischen und sächsischen Bergleute, ist eigentlich der Galmey, auch das Zinkmetall;--_fattyu, fattyn on_ im Magyarischen.

B. _Zinkblende_.

Ein Schwefelzink von rother, gelber, grauer Farbe, meist krystallisirt, dem Granit und Zinnstein ähnlich; ein sehr verbreitetes Erz, das gewöhnlich mit Kupfer- und Bleierzen einbricht, aber nur selten auf Zink benutzt wird (den man meist aus Galmey zieht), daher es der Bergmann gewöhnlich als unnütz über die Halde wirft.

_[Greek: molybdaina]_ der Griechen; derjenige _[Greek: pyritês]_, aus dem man Zinkoxyd und Ofengalmey gewann, wird blendereicher Kupferkiess gewesen seyn;--_molybdaena_, auch _galena_ der Römer;--_alrusenai_ im Persischen, aber nur die rothe Art;--_marchosita_ im Arabischen, aber nur die rothe Art; _margasita aurea_ bey Albert dem Grossen, auch im neuern Latein, hier auch _plumbago sterilis, sterile nitidum, granata zinchini_.

_plent_ im Czechischen, auch _perestek_;--_blenda_, auch _obwanka_ im Russischen;--_blende, pechblende, speisige blende_ beym sächsischen und böhmischen Bergmanne, wohl nicht vom teutschen blenden, sondern vom czechischen plent; _blände, rödslag, schörlblende, hornblaede_ im Schwedischen;--_blende_ im Spanischen, _estoraque_, auch _viboria_ beym Bergmanne;--_blende, zink sulfuré_ im Französischen;--_blenda_ im Italienischen;--_fattyuerz_ im Magyarischen, und zwar _-barma, -fekete, -sarga_ das braune, gelbe, rothe, auch _fallyu on feny_.

C. _Zinkoxyd, Galmey_.

Das Zinkoxyd ist theils ein natürliches, theils ein künstliches, die nicht wesentlich von einander verschieden sind und vorzugsweise zur Messingfabrikation dienen.

a) Das natürliche Zinkoxyd oder der Galmey ist meist weiss, derb oder erdig, häufig durch Eisen verunreinigt, findet sich nur in wenigen Gegenden. Ihm verwandt ist der zinkspath, ein kohlensaures, meist krystallisirtes Zinkoxyd, das nur sparsam als mineralogische Merkwürdigkeit vorkommt.

b) Beym Verschmelzen von zinkhaltigen Erzen, besonders Kupfererzen, verbrennt der Zink, und setzt sich als feine, weisse Flocken oder Blumen an die Decke der Hütte, oder in gewisse Vorrichtungen, ist bekannt unter den Namen: Hüttennichts, Hüttenrauch, tutia, im Englischen zink putti, im Französischen fleurs de zinc (auch wird in manchen Hütten durch gewisse Vorrichtungen metallischer Zink gewonnen); die Ofenbrüche sind dann auch zinkhaltig und geben den Ofengalmey, der in verschiedenen Formen erscheint.

_packy-yn_, auch _tutenag_ im Chinesischen, lou-kan-chi ist das künstliche Zinkoxyd, die Tutia;--_dasta_ im Bengalischen;--_tutia, tutti_ in Indien (im Sanscrit ist tutia eigentlich Vitriol, man scheint das Zinkoxyd zu den Metallsalzen zu rechnen, übrigens mag tutia mit tutenag zusammenhängen);--_tutia_ ist das Hüttennichts im Arabischen, Kurdischen, Persischen, Neugriechischen;--_tutia, tutinegra_ im Portugiesischen;--_tuthie_ im Fianzösischen;--_tutty_ im Englischen;--_uphumaphlus_ im Syrischen.

_iklimia, sengi tutija_ im Persischen ist der natürliche Galmey;--_yklimia_ im Türkischen;--_klimia_ im Arabischen, auch _acecon, aleron, azarem, azauene_, der Ofengalmey ist deschudium;--_[Greek: kadmeia, kadmia]_ der Griechen ist der natürliche, meist aber der Ofengalmey, man unterschied: _[Greek: bootriitês]_ den flockigen (das Hüttennichts), _[Greek: prakoidês]_ den rindenförmigen, _[Greek: onichytês]_ den onyxartigen mit verschieden gefärbten Lagen, _[Greek: pompholyx]_ war das reine weisse Zinkoxyd, das man in eigenen Oefen aus Galmey gewann, nicht zufällig in den Kupferhütten, wie die _[Greek: kapnitês]_; _[Greek: spothion]_ war das unreine Zinkoxyd, Ofengalmey, zinkische Ofenbrüche;--_cadmia_ der Römer; cadmia lapis der natürliche Galmey; cadmia botriites, placitis, onichitis; auch pompholix und spodium das künstliche Zinkoxyd, wie bey den Griechen;--_calamina_ im mittelalterlichen Latein, auch calia, ymia, terra tinea der natürliche Galmey, tutia der künstliche;--_calamina, cadaria, alfusa_ der Alchemiker.

_galimei, galmeyi_ im Russischen, zinkowümi zwetani sind die Zinkblumen, das Hüttennichts;--_galman, galemon, galmaia_ im Polnischen (daher mögen wir den Namen Galmey erhalten haben, da in dem polnischen Theil von Schlesien seit ältester Zeit die wichtigsten Galmeygruben waren), auch _popiolek_ von popiol die Asche; hutnych, urewieg, mosiezny ist unser Hüttennichts;--_kolmai_, auch _hobresch_ im Windischen (Krain);--_kalmey_ im Holländischen;--_galmei_ im Dänischen;--_calamina_ im Spanischen und Portugiesischen;--_calamine_ im Englischen und Französischen;--_giallomina, gellamira_ im Italienischen;--_gallemeja, gallmej-jord_ im Schwedischen;--_litunar malmur_ im Isländischen;--_spiauter_ der alten teutschen Bergleute (wie auch der Zink hiess);--_fattyn onmesz_ im Magyarischen.

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#§. 20. Spiesglanz oder Antimon#.

A. _Antimon im Allgemeinen und das regulinische Metall_.

Antimon ist ein sehr leicht flüssiges Metall, das sich nur selten gediegen findet, häufig aber geschwefelt--grau spiesglanzerz--aus welchem Erze es leicht ausgesaigert wird; die andern Antimonerze sind bloss mineralogische Seltenheiten, gewähren keinen technischen Nutzen. Das Metall dient zur Reinigung des Goldes von andern Metallen, macht weiche Metalle härter, dient mit Blei legiert zu Buchdrucker-Lettern u.s.w.; das Oxyd--spiesglanzweiss--giebt eine gute Malerfarbe; wichtig ist der medicinische Gebrauch, als goldschwefel, mineralischer kermes u.s.w. Das natürliche Grauspiesglanzerz wenden wir als solches kaum an, aber im Oriente dient es von jeher zum Schwärzen der Augenbraunen.

Das Spiesglanz war wohl stets bekannt; die wissenschaftliche Litteratur desselben und verwandter Körper in neuerer Zeit beginnt mit dem curriculum triumphalis Antimonii oder dem Triumphwagen des Antimons, welches Buch dem Basilius Valentin zugeschrieben wird, aber erst um 1500 verfasst seyn mag, wo zuerst eine Menge chemische Präparate gehörig beschrieben sind, wie Antimonial-, Zink- und Wissmuthverbindungen, arsenige Säure, Salzsäure u.s.w., welches Buch von spätern Schriftstellern viel benutzt wurde.

_plumbum_ der Römer, erst in späterer Zeit bedeutete plumbum ohne Beisatz unser Blei. Welchen Namen die alten Griechen dafür hatten, wissen wir nicht, aber [Greek: stimmi] war das Spiesglanzerz;--im Mittelalter nannte man es [Greek: arês pyrreps] (weil es den Fluss des Eisens beförderte), [Greek: hermê hepera] (wegen seiner Verbindung mit Quecksilber), [Greek: hermê stilbôn phôsphoros], auch [Greek: kochlos] (von cochl im Arabischen;--bey den Alchemikern heisst es _plumbum sacrum_ oder _philosophorum_, rother Löwe, Wolff, luenech, alcohol (von cohol im Arabischen), alcofol, alciamat, alcafiel (welche letztere Namen auch das Erz bedeuten).

_kochala_ im Chaldäischen;--_surme_ im Persischen (was eigentlich die Augensalbe aus Grauspiesglanzerz ist);--_surma_ im Russischen:--_surmik_ im Czechischen, auch _sspikat, sspisglas_ (was eigentlich das Erz ist);--_pisgoltz_ im Magyarischen.

_anthimon_ im Armenischen;--_antimunya_, auch _rasuch_ im Arabischen (algaroth ist das weisse Spiesglanzoxyd);--_antimonium, antimonio_ in den meisten neuern Sprachen;--_stimme_. Ein keltischer Name dafür scheint nicht vorhanden, im Gälschen bezeichnet man es wohl als lethmheinn d.i. Halbmetall.

B. _Grauspiesglanzerz_.

Ein Schwefelantimon von grauer Farbe, meist in spiessigen Prismen krystallisirt, findet sich in vielen Ländern, besonders in Persien. Im ganzen Oriente dient es fein gepulvert seit ältester Zeit als Augensalbe, daher der Name beider oft gleich ist.

_saubira, sauwira_ im Sanscrit, auch _parwateja, jamuna_ (vom Jamunaflusse), _andschana, andischana, adschalambana_, welche letzteren Namen auch die Salbe bezeichnen;--_srotcandschana_ im Bengalischen;--_surmeh, soormu_ im Hindu (wie auch die Salbe heisst);--_sürme_, eigentlich _surme-lasi_ (Spiesglanzstein) im Persischen;--_surma_, eigentlich _seraja surma noja ruda_ (grau Spiesglanzerz).

_ithmid, itsmid_ im Arabischen, auch _rasuch, rusteng, aitmed, atmad, otsmod, athiamd_; antimunya ist das metallische, wohin auch wohl al-lazif gehört; al-garoth ist das Oxyd, rashit die Salbe; Taifaschi in seinem Buche über die Edelsteine hat ein Capitel von saudsch, das mit Antimon übersetzt ist; ob dieser hierher gehört, weiss ich nicht;--_rastik-tashi_ im Türkischen;--_onkur_ im Armenischen, auch _humakhar, junakhar_; dsaris ist das präparirte Erz, auch antimon wie das metallische heisst;--

_puch_ im Hebräischen;--_tu_, auch _sematos_ im Syrischen;--_zedid_ im Chaldäischen, auch _kochala_, wie auch das metallische heisst, cahal ist mit Spiesglanz färben;--_ibn fau es_ im Aethiopischen.

_stim, sthim_ in der ägyptischen Hieroglyphensprache nach Champollion;--_stim, sthim_ im Koptischen;--[Greek: stibi, stimmi] der Griechen, [Greek: chrysaina] und [Greek: phaethô] können vielleicht hierher gehören;--[Greek: stimmi], auch [Greek: antimonion] im Neugriechischen;--_stibium, stibi_ der Römer, auch _alabastron_ (wohl fehlerhaft geschrieben) und _larbason_, was wohl die Salbe ist;--_stibia, stimme_ im Spanischen, auch _alcohol_ (aus dem Arabischen);--[Greek: cholan] im Mittelalter (wohl von cohol);--_laumuna sale_ im Lettischen (d.i. Arzney gegen das Uebel).

_sklenjk, sspikate, sklo_ im Czechischen, auch _surma_ (wie im Persischen);--_szpiglas_ im Polnischen;--_steklenina, steklenos_ im Windischen;--_spisklo z, piskoltz_ im Magyarischen;--_spitsglas_ im Schwedischen (mag aus dem Slawischen, vielleicht aus dem Finnischen entnommen seyn, in welchem ich den Namen nicht kenne);--_spidsglands_ im Dänischen und Holländischen;--_spiesglas, spitzglas, spiesglanz_ im Teutschen;--_alcofor_ im Portugiesischen;--_antimoine grise_ im Französischen;--_gray antimony ore_ im Englischen;--_antimonio_ im Italienischen.

C. _Die Augensalbe von Spiesglanz_.

Seit den ältesten Zeiten braucht man durch den ganzen Orient das zum feinsten Staube gemahlene und dann weiter präparirte Grauspiesglanzerz zum Schwärzen der Augenbraunen. Das beste, im ganzen Oriente berühmteste Präparat wird zu Hamadan in Persien gemacht, daher die Augensalbe meistens sürmeh hamadani heisst. Mit gewissen Zusätzen benutzt man sie auch zu einer Salbe gegen böse Augen.

_sürmeh_ im Persischen, welcher Name durch den ganzen Orient verbreitet ist;--_sürma_ im Bengalischen;--_sormi_ in Hindu;--_andschana_ im Sanscrit, auch _papotandschana, iamuna_.

_cohol_ in der ägyptischen Hieroglyphensprache;--_cohol_ im Chaldäischen;--_cohal_, auch _sürma_ im Hebräischen;--_chul_ im Abessinischen;--_kuhel_ im Aethiopischen;--_kuhele_ im Amharischen;--_cohel_ im Türkischen;--_cohol, col_ im Arabischen (nicht zu verwechselu mit cohl, was ein Harz, die sarcocolla ist), auch _rashyt_;--_cazol_ im Portugiesischen.

_dsarir_ im Armenischen;--_larbason_ im Lateinischen kann hierher gehören;--_[Greek: larbatos]_, auch _[Greek: latiophthalmon]_ im Mittelalter;--_[Greek: platiophthalmon, emmatographon]_ bey den Griechen.

D. _Antimonoxyd, Spiesglasweiss_.

Das weisse Oxyd, was besonders als Malerfarbe angewendet wird.

_sroteandschana chupsma_ im Bengalischen;--_algaroth_ im Arabischen;--_flos stibii_ der Römer;--_antimoine oxydé_ im Französischen und ähnlich in den neuern Sprachen.

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#§. 21. Arsenik#.

A. _Arsenik im Allgemeinen_.

Die arsenikalischen Erze sind ziemlich verbreitet, wenn wohl das gediegene Arsenik nicht häufig ist. Das Arsenikmetall ist sehr spröde, für sich nicht anwendbar; es verflüchtiget sich sehr leicht mit Knoblauchgeruch zu weissem Arsenik (giftmehl) und besonders in diesem Zustande ist es ein sehr heftiges Gift. Der Arsenik dient in der Metallurgie, in der Färberey und Medicin. Das Arrenikmetall [Arsenikmetall] wird meist nur beyläufig gewonnen aus den arsenikhaltigen Erzen als schwarzer Arsenik oder Fliegenstein; aus diesen und den arsenikalischen Erzen wird durch Rosten im Giftfange das Oxyd oder Giftmehl gewonnen, durch dessen Schmelzung der weisse Arsenik und durch das Schmelzen mit Schwefel der gelbe und rothe Arsenik erlangt wird.

_sin-py_ im Chinesischen;--_byi_ im Tibetanischen;--_warangan_ im Malaiischen;--_sanchia_ in Sanscrit (ist eigentlich wohl Arsenikoxyd);--_sambalak-sharika_ im Bengalischen;--_zarnich, sernidsch_ im Persischen (zeher ist Gift);--_sirnich, zerne_ im Arabischen, auch _alzaraich, sülimen_;--_sernick_ im Türkischen;--_zernick_ im Kurdischen;--_sernek_ im Windischen (Kärnthen und Krain);--_sarrik, sarrjek_ im Armenischen;--_airsneag_ im Gälischen (was neuern Ursprunges seyn wird);--_arcenisse_ im Bretonischen;--_[Greek: arsenikon]_ im Griechischen, auch im Neugriechischen;--_arsenico_ im Spanischen, Portugiesischen, Italienischen;--_arsenik_ im Englischen, Französischen, Schwedischen, Teutschen;--_arzenik_ im Polnischen;--_cerwena, sitanik_ im Czechischen, burinec ist der Scherbenkobalt oder gediegene Arsenik;--_zericum, sericiacum_ der Alchemiker, auch _arsar, arsach, ozo, quebricum_.

_arbotzoga_ im Baskischen;--_siam_ im Chaldäischen;--_tetago_ im Syrischen;--_smuntor_ im Maltesischen;--_egerkö maszlay_ (Rattengift) auch _rosnika_ im Magyarischen;--_siogam_ im Ragusanischen;--_müschjak_ (Mausepulver) im Russischen.

B. _Gediegener Arsenik, Scherbenkobalt_.

Der Arsenik kommt nicht selten natürlich gediegen vor, ist dann grau, metallisch glänzend, aber äusserlich schwarz angelaufen, hat meist eine scherbenförmige Gestalt und wirkt als heftiges Gift. Die mit Wasser gefüllten Scherben benutzt der Bergmann zur Tödtung der Fliegen, Ratten u.s.w., daher der Name scherbenkobalt, fliegenkobelt u.s.w. Da die Kobalterze meist sehr arsenikhaltig sind, aus diesen vorzugsweise das Arsenikoxyd (Giftmehl) gewonnen wird, so rechnet der Bergmann den gediegenen Arsenik auch zu den Kobalterzen; kobelt ist dem sächsisch-böhmischen Bergmanne überhaupt das Erz, welches arsenikalische Dämpfe ausstösst.

_bui-rdo_ im Tibetanischen;--_burinec, sitanjk-cerwena ryzi_ im Czechischen;--_müschjak sammorrodnoi_ im Russischen;--_zugelokrwsz_ im Polnischen;--_termesz egerkö_ im Magyarischen:--_scherben-, schlacken-, fliegenkobelt_ des sächsischen Bergmannes;--_svartarsenik, schirlkobolt, arsenikstein_ im Schwedischen;--_arsenic natif-testacé_ im Französischen;--_arsenik natif-crusted_ im Englischen;--_arsenico nativo_ im Italienischen, Spanischen, Portugiesischen;--_argentaria_ heisst das Fossil bey Imperati (1595).

C. _Arsenikoxyd, Arsenikglas, weisser Arsenik_.

Indem der Arsenik verbrennt, sublimirt er sich, legt sich in weissen Flocken und Blumen an als Arsenikoxyd. Beym Rosten arsenikhaltiger Erze sublimirt sich sehr viel Arsenik und wird in eigenen Vorrichtungen, den Giftfängen, gewonnen (Giftmehl), dann aber weiter raffinirt zu weissem Arsenik, Arsenikglas u.s.w. Er ist das heftigste Gift, als Rattengift besonders bekannt.

_py-choang, pe-yu-chy, pe-py-chy_ im Chinesischen;--_hatara_ in Tartarisch-Mandschu (ähnlich mit hartala im Sanscrit, das Rauschgelb);--_baranjar-buti_ im Malaiischen; _samul-k'har, sum-col-khar_ im Hindu;--_sanchya_ im Sanscrit;--_zarnich_ im Persischen, auch _merki müsch_ und _sitcham oli_ (Rattengift);--_sitchian olü_ im Türkischen (wie im Persischen);--_alzaraich_ im Arabischen, auch _albucasem_ und _sammel-far_ (Rattengift).

_mekndjegh_ im Armenischen;--_merghamus_ im Kurdischen;--_müschjak_ im Russischen (Mäusepulver);--_mishenza_ im Windischen;--_miscja stuppa_ in Bosnien;--_eger malzlag_ im Magyarischen (Mäusegift);--_utreych_ im Czechischen;--_otraw_ im Polnischen.

_giftmehl, hüttenrauch, rattenpulver_ der teutschen Bergleute;--_rottpulver, hvit arsenik_ im Schwedischen;--_white arsenik_ im Englischen,--_arsenik blanc_ im Französischen;--_arsenico bianco_ im Italienischen.

D. _Künstlicher Schwefelarsenik, Arsenikrubin_.

Die künstliche Verbindung von Arsenik und Schwefel, die viel in der Medicin dient, ist theils roth (Arsenik- oder Schwefelrubin), theils gelb, im neuern Latein rubinus sulphuris und risigallum pellucidum.

_py-chy_ im Chinesischen;--_mana-sila_ im Bengalischen (heisst auch das natürliche Rothrauschgelb);--_kulati_ und _nagadschihvika_ im Sanscrit, durch rothen Arsenik übersetzt, wird wohl hierher gehören;--_sulphur arsenicum_ der Alchemiker;--_röd arsenik, svafvel blandad arsenik_ im Schwedischen;--_rubune d'arsenic, arsenic jaune et rouge_ im Französischen.

E. _Arsenikkies, Arsenikalkies_.

Er ist das häufigste Arsenikerz, ein Schwefeleisen (d.i. Eisenkies) mit Arsenikgehalt, von silberweisser Farbe, meist krystallisirt. Er gehört mineralogisch zur Sippschaft der Schwefelkiese, wird aber technisch auf Arsenik benutzt, indem man daraus durch Rosten Giftmehl gewinnt.

_[Greek: androdamas, argirodamas]_ der Griechen, _androdamas, argirodamas_ der Römer (du Fresne, glossarium I. 75. führt an: _[Greek: androdamas estin pyritês kai arsenikon]_), auch die _magnetis_ der Römer und Griechen, aber nur die weibliche silberweisse Art; auch der Stein von magnesia.

_marchasita_ im Arabischen, aber nur die silberweisse Art;--_markessit_ im Persischen, aber nur die silberweisse Art, auch _miskal_ und _alrusenai_ werden hierher gehören:--_müschjatschnoi koltschedan_ im Russischen;--_dumawec, dymawec_ im Czechischen;--_rodzay-trucizny_ im Polnischen;--_közönseges, egerköercz_ im Magyarischen.

_mispickel, misspüll_ der teutschen und schwedischen Bergleute (ob dies Wort zusammenhängen könnte mit müsschjack, d.i. Mäusepulver im Russischen oder mit mis, d.i. schlecht im Gothischen, oder ob es vielleicht aus dem Finnischen stammt, muss ganz dahingestellt bleiben), übrigens nennt der teutsche Bergmann das Fossil auch _giftkies, wismat, wasserkies_, der schwedische: _vattenkies, hvitkies, tärnblenda_;--_arsenikerts_ im Dänischen;--_arsenical iron_ im Englischen, arsen-mundick des Bergmanns in England;--_pirite blanche, fer arsenical_ im Französischen;--_arsenico pyriticoso_ im Italienischen;--_bronce blanco_ im Spanischen, auch gehört hierher der piedro del Inca, Incastein, ein geschliffener Arsenikkies, der häufig in den Gräbern der Inca's in Südamerika angetroffen wird.

F. _Rauschgelb, Realgar im Allgemeinen_.

Der natürliche Schwefelarsenik oder das Rauschgelb dient theils als Medicament, theils als Farbe. Er erscheint in zwei Abänderungen a) von rother Farbe, der realgar oder sandarach; b) von gelber Farbe, der operment oder auripigment. Beide gehen in einander über, bilden nur Eine Mineralgattung, daher auch die Namen in einander überspielen. Der allgemeine Name ist: _rossgehl, rauschgelb_ im Teutschen;--_rauschgelb_ im Schwedischen;--_rossogello_ im Italienischen;--_risigallum_ im neuern Latein.

G. _Rothrauschgelb, Sandarach, Realgar_.

Von fast scharlachrother Farbe, ist sehr weich.

_py, hiong-hoang, chi-hiong-hoang, tse-hoang_ im Chinesischen (man fertiget daraus Tassen, in welchen man eine Flüssigkeit zeitweise stehen lässt, die dann als Purgirmittel dient;--_don-roi_ im Tibetanischen;--_brangan, barangan_ im Malaiischen;--_mansil_ im Hindu;--_manasila_ in Bengalen;--_manasila_ und _sindurika_ im Sanscrit, auch kann hierher gehören: _rakta-dhatu, kaljanika, rasanetrica, naipala, hariwidsha, manocha_.

_sinderos, sendere_ im Persischen (aus dem Sanscrit), auch _zarnich_;--_sandaruch, zarnach_ im Arabischen;--_sandaraka_ im Russischen;--_zarnck_ im Czechischen;--_[Greek: sandarakê]_ im Griechischen (_[Greek: xeris]_ war ein Medicament, das viel sandaraka enthielt);--_[Greek: sandrakê]_ im Neugriechischen;--_sandaracha_ im Lateinischen;--_sandarac_, auch _red orpiment_ im Englischen;--_sandaraque, realgar natif_ im Französischen.

_sam_ im Chaldäischen;--_tetago_ im Syrischen;--_kyrmyzi sitscham otu_ im Türkischen (d.i. rothes Rattenkraut);--_mekndjegh karmir_ im Armenischen (d.i. rother Arsenik);--_aranymaz veres_ im Magyarischen.

_rossgehl, reussgelb, rüstgäll, reelgar_ beym teutschen Bergmanne (woher diese Namen stammen mögen, die sich auch in andern Sprachen finden, weiss ich nicht, ob vielleicht aus dem Finnischen oder Baskischen? Im Gälschen und Wälschen finde ich keine eigenen Namen für die Arsenikerze);--_mörkrod, rauschgelb_ im Schwedischen;--_rossogello, resegel, resigallum_ im Italienischen, auch _realgar, orpimento resigallo_;--_rejalgar, sandaraca_ im Spanischen;--_rosalgar_ im Portugiesischen;--_risigallum_ im neuern Latein;--_rottekrud, sandarak_ im Dänischen.

H. _Operment, Gelbrauschgelb_.

Von citronengelber Farbe, findet sich seltener in Erzgängen als die vorige Art, kommt nur unbedeutend in unsern Gegenden vor, aber häufig in jungen thonigen Straten, besonders in Indien, der Türkey u.s.w.; dient präparirt als Farbe (orpin, königsgelb), im Oriente zu einer Salbe, welche die Haare wegnimmt.

_chi-hoang, tse-hoang, hiong-hoang-tse_ im Chinesischen; _ata, hartala_ im Bengalischen;--_harta, harital_ im Hindu;--_tala, hartala, hurtal_ im Sanscrit, auch _talaka, vidalaka, pita_ (gelb), _pitaka, pitana, pingata_.

_sarrjek, sarrik_ im Armenischen, auch _menkdjegh oskjeguin_ (d.i. goldfarbiger Arsenik);--_sernidsch, zarnich, zernc_ im Persischen;--_sernik, altunto_ im Türkischen;--_zarnach_ im Arabischen;--_zernik_ im Kurdischen;--_sarnich_ im Chaldäischen;--_[Greek: arsenikon, arrhenikon]_ im Griechischen, im Neugriechischen und im Mittelalter, hier auch _[Greek: auriopigmenton]_.

_aurpiment_ und _ararcoria_ im Baskischen;--_aurpiment_ im Bretonischen;--_aurbibau_ im Wälschen (doch finde ich dies Wort nicht in Owen's Wörterbuche);--_auripigmentum_, auch _arsenikon_ im Lateinischen;--_oropimente_ im Spanischen und Portugiesischen;--_orpimento_ im Italienischen;--_orpiment_ im Französischen und Englischen (orpin ist die daraus bereitete Malerfarbe);--_operment_ im Dänischen, Holländischen und Schwedischen;--_orgiment_ im Altteutschen;--_smuntor_ im Maltesischen (smura ist gelb).

_kamenka, siricnik sitanicity, operment_ im Czechischen; _czerwony-zlotokost, operment_ im Polnischen;--_operment nastojaschtschü_ im Russischen;--_arany sarga_ im Magyarischen, auch _aranysz_ (Goldfarbe);--_missnicza, missy chemer_ im Croatischen;--_slatosviet lassta lepoja_ im Windischen.

I. _Arseniksalbe_.

Seit ältester Zeit wird im Oriente eine Salbe, besonders in den Schwitzbädern angewendet, um die Haare an gewissen Stellen des Körpers, vorzugsweise bey Frauenzimmern fortzuschaffen. Sie bestehet meist aus 2 Thl. Operment, 8 Thl. ätzendem Kalk, 1 Thl. Walkerde, Spicköhl u.s.w. und nach kurzem Auflegen werden die Haare mit der Wurzel ausgehoben, wachsen nicht wieder.

_tensue_ im Chinesischen;--_lohmarit_ im Sanscrit (d.i. Haare wegnehmend);--_gilsu_ im Persischen;--_zarudsch, nevers_ im Arabischen;--_rusma, lusma, herisme_ im Türkischen;--_rusma_ im Russischen.