Chapter 2
badensch, madensch im Persischen.
_bidschade_ im Persischen ist ein rother indischer Edelstein, der erst durch den Schnitt Glanz und Durchsichtigkeit erhält (daher wohl im mittelalterlichen Griechischen [Greek: pezepos, pezepota] wahrscheinlich Karfunkel, d.i. Granat);--
_betschate_ im Amharischen ist ein Edelstein, der nicht näher bezeichnet wird, aber wohl derselbe seyn dürfte.
_badensch_ im Persischen, auch _madensch_ und _madebensch_ ist dem bischade sehr ähnlich, aber lichter, das Roth spielt mehr ins Schwarze; der Stein erhält erst Glanz, wenn er von unten tief ausgeschliffen wird.
_badschadi, basadi, baradi_ im Arabischen, wohin auch der _madisch_ gehört, von sehr dunkelrother Farbe, der weniger geschätzt wird als die andern Arten von baschadi, weil er unten tief ausgehöhlt werden muss, wenn er Feuer zeigen soll. Taifaschi sagt: der basadi oder bagiadi, der von der Insel Ceylon kommt, ist von rother Farbe mit Violblau oder Pfaublau, von schönem Wasser und Feuer; die weniger schönen müssen unten hohl geschliffen werden um zu glänzen. Er hat auch die Eigenschaft, dass er, gegen Haare gerieben, leichte Körper anziehet (also electrisch ist);--_bidschadet, bigiad, bigiade_ im Türkischen.
Aehnliche Namen finde ich nicht weiter in der orientalischen Litteratur, sind auch nicht in die neuern Sprachen übergegangen; Hammer von Purgstall (in seiner Uebersetzung von Ben Manssur) meint zwar, unser Wort Granat komme von bidschade her, doch dürfte man es wohl natürlicher von granatus ableiten.
Die starke electrische Eigenschaft, die Taifaschi anführt, passt nur auf unsern Turmalin, der häufig zwar roth, doch auch anders gefärbt vorkommt. Von allen rothen Edelsteinen ist es bey uns der edle Granat, besonders der ceylonesische, der unten ausgehöhlt oder, wie wir sagen, en cabouchon geschliffen wird, um den Glanz zu erhöhen, ihn durchsichtiger zu machen, was dafür sprechen dürfte: dass der bidschade unser edler Granat oder Almandin war, zu dem man auch wohl den ähnlich gefärbten Turmalin rechnete.
d. Der Kerkend.
_kerkend_ im Persischen ist ein jakutartiger Edelstein von dunkelrother Farbe, der von Taifaschi in seiner arabischen Mineralogie nicht erwähnt wird, gleichwohl kommen sehr ähnliche Namen in mehreren semitischen und andern orientalischen Sprachen vor.
_karkand, karkenad_ im Arabischen (übersetzt mit gemma similis rubino), auch _karkedno karkodno_ (übersetzt mit carchedonia gemma);--_karkedno_ im Syrischen und _kokkenen_ (übersetzt mit calcedonia gemma, onyx) und _kelidon_ (chalcedonius), kanire, kincire, _kancerinum_ (mit lygurios übersetzt);--_karkeden_ im Aethiopischen (carchedonius carbunculus), auch _karkadam_ und _ke'kedon_ (blutrother calcedonius);--_kankire_ im Chaldäischen, auch _kankine, kankerin, kadkedan_, (alles mit lapis pretiosus übersetzt), _kadkodin_;--_kadkor, cadcod_ im Hebräischen (meist mit carchedonius, chalcedonius übersetzt), _karchuchum, carcheduchim_;--_karkehan_ im Armenischen (durch Karfunkel übersetzt), wohl nicht verschieden von _gargékan_;--_karketana_ im Tibetanischen, auch _ketaka, kekeru_ hat zwar eine Namens-Aehnlichkeit, soll aber ein Edelstein von weisser Farbe seyn.
Von diesem Steine wissen wir nichts, als dass er dem rothen Jakut verwandt seyn wird; ein diesem ähnlicher Stein ist unser Zirkon, der cerkon, gargum auf Ceylon, cerkars in Indien heisst, also eine gewisse Namens-Aehnlichkeit hat. Soll man eine Conjectur wagen, so könnte man wohl die erwähnten Steine auf unsern Zirkon beziehen.
Die griechischen und römischen Schriftsteller erwähnen die _[Greek: karchêdona], carchedon_, als dem carbunculus (Granat) verwandt, oder Art desselben, und dieser Name scheint weit eher mit den erwähnten semitischen Namen, als mit Carthago zusammen zu hängen. Nach Plin. 37. 30. soll der Carchedonius Spreu anziehen, aber viel schwächer als die Ionia; der Zirkon wird durch das Reiben electrisch, konnte daher auch wohl leichte Körper anziehen.
e. Der Kerkin.
_kerkin_ ist im Persischen nach Ben Manssur ein schwarzrother, in der Sonne durchsichtiger Edelstein, der weder von Taifaschi noch sonst erwähnt wird, über dessen Verschiedenheit von kerkend sich keine Conjectur machen lässt.
f. Der Kuser.
_kuser_ ist im Persischen nach Ben Manssur ein Edelstein, der alle Farben der verschiedenen Arten des Jakut hat (also roth, blau, grün, gelb, weiss). In keiner andern Sprache habe ich diesen oder einen ähnlichen Namen finden können.
Nur unser Turmalin hat eine so umfassende Farbensuite, als der Korund oder Jakut, er findet sich roth, blau, grün, hell, ist in Indien ein häufiger Edelstein, den man auch in Persien kennen musste, doch finde ich im Persischen keinen Namen dafür. Soll man eine Conjectur wagen, so könnte man den Kuser für Turmalin halten, obwohl es auffällig ist, dass seine bekannte electrische Eigenschaft nicht bemerkt ist.
g. Der Chamachan.
_chamachan_ im Persischen, der mit senbade d.i. Diamantspath in Verbindung gesetzt ist, war ein sehr harter Stein, der nur durch Diamant gebohrt werden konnte.
_chamachan, khamahan_ im Arabischen, ist nach den Wörterbüchern ein sehr harter Stein; Taifaschi sagt nur von ihm: er sey ein Stein für die Maler, von der Natur und Qualität des Eisens, komme von Carac und sey röthlich schwarz. Wein aus demselben getrunken schade der Gesundheit nichts.
_chacamcam_ im Samaritanischen, auch _chamcam, chacun_ (womit der Stein nophec im Hebräischen übersetzt wird), kann hieher gehören.
_komedegun_ im Ceylonesischen, hat Namens-Aehnlickeit [Aehnlichkeit], soll Granat oder Zimmetstein seyn.
Man übersetzt den Chamachan meist durch haematites, d.i. Rotheisenstein, was jedoch sehr zweifelhaft seyn möchte; die grosse Härte und die Verbindung mit Diamantspath (sembade) machen es wahrscheinlich, dass man damit unsern Kaneelstein (Essonit) bezeichnete, der ein derber Hyacinth oder Zirkon ist (s. diesen).
h. Der Ebrendsche.
_ebrendsche, abrendsche_ im Persischen, war ebenfalls ein sehr harter Stein, da man den laal nur damit schliff. Er wird mit Goldmarkasit (Eisenkies) wohl fälschlich übersetzt. In keiner andern Sprache finde ich einen ähnlichen Namen. Auf jeden Fall lieferte der Stein wohl ein sehr hartes Schleifpulver, gehörte wohl in die Nähe von Diamantspath, Korund, Smirgel.
i. Der Jarakan.
_Jarakan_ im Persischen war ein Stein mit rothen und gelben Punkten, so hart, dass er nur vom Diamant gebohrt wird; die Schwalben tragen den kleinen schwarzen Stein in ihr Nest, um die Jungen von der Gelbsucht zu heilen.
In andern Sprachen finde ich keinen ähnlichen Namen; der Stein selbst scheint nur ein fabelhafter, magischer gewesen zu seyn.
C. _Unsere Gattung Spinell_.
Unser Spinell ist der erwähnten Gattung Korund (Jakut) sehr verwandt, besonders dem Rubine, aber weniger hart und edel; er unterscheidet sich durch etwas andere chemische Bestandtheile, ein etwas specifisch geringeres Gewicht, vorzüglich durch die Krystallform, denn er findet sich in Octaedern mit scharfen Spitzen, der Korund in Säulen. Beide Gattungen hat man erst neuerlich (seit Romé de l'Isle, Werner und Hauy) mineralogisch unterschieden und fixirt; aber die Juweliere kennen diese Gattung in technischer Hinsicht noch nicht, sondern belegen die hieher gehörigen Steine mit andern Namen, begreifen sie meist unter den balais. In Hinsicht der Farbe unterscheidet man:
a) den rothen, dem Rubin ähnlichen, nur ist die Farbe meist schmutziger, hat einen Stich ins Gelbe. Die Juweliere nennen diesen: Rubin-Spinell, rubis spinelle, wenn er dunkelroth ist; Rubin balais, Balas rubin, (rubis balais, balai ruby), wenn er blassroth oder rosenroth ist, goutte de sang, wenn er ganz blutroth ist; b) den blauen oder blaurothen, der am häufigsten und der gemeinste ist, bezeichnen die Juweliere meist als Almandin, almandine ruby; c) den seltnern gelben oder gelbrothen, als Rubicell, auch topaze orientale; d) der grüne von schmutziger Farbe ist sehr selten, findet kaum Anwendung; e) der sehr dunkle, fast schwarze ist den Mineralogen als Zeilanit oder Pleonast bekannt, wird selten technisch verwendet.
Der Spinell findet sich häufig in Indien, besonders in Ceylon und Pegu, war daher im Oriente gewiss stets bekannt; seltener und weniger schön kommt er auch in Europa vor.
Der oben erwähnte benefsch im Persischen und banfasch im Arabischen, der nicht vom laal verschieden seyn wird, könnte unser Spinell seyn, denn was davon gesagt wird, und die Arten, die davon aufgestellt sind, passen auf diesen ganz wohl, und wenn gesagt wird: das Rothe steche mehr ins Violette, als beym Rubin, so ist dies gerade bey dem Spinell wirklich der Fall, nicht aber beym Zirkon.
Wie der Stein in den indischen Sprachen heissen mag, habe ich noch nicht ermitteln können, ich weiss nicht, ob und in wie fern man ihn vom Rubin trennte.
Im Mittelalter erscheint der Name _spinula, spinla, spinellus_ für Edelsteine, die nicht so dunkel sind als die Rubine, und nicht so hell als die balagii; wahrscheinlich ist er von spina, espina, die Spitze, entlehnt, wohl wegen der mit scharfen Spitzen versehenen Octaedern; der Name ging in die neuern Sprachen über und wurde dann mineralogisch auf unsere Gattung Spinell beschränkt, die von Romé de l'Isle_ und Werner (1790) fixirt, vom Rubin getrennt wurde.
_espinella_, auch _rubicelo_ im Spanischen;--_espinel_ im Portugiesischen;--_spinelle_ im Französischen, eigentlich rubin spinel octaedre; _spinel_ im Holländischen, Dänischen, Schwedischen;--_rubino-spinello_ im Italienischen.
Im Russischen rechnet man ihn meist zum laal.
D. _Unsere Gattung Zirkon und Hyacinth_.
Diese Gattung stehet in Hinsicht ihres Glanzes dem Demant am nächsten, ähnelt auch sehr der Gattung Korund und Spinell, unterscheidet sich aber durch Krystallform, Härte, Schwere, chemische Bestandtheile, besonders durch weniger reine und schöne Farben.
Man unterscheidet: a) den _rothen Zirkon_, er ist seltener tief roth, häufig gelbroth, und heisst dann _Hyacinth_; dieser findet sich meist säulenförmig krystallisirt, während der Zirkon grösstentheils in Körnern vorkommt, und die Juweliere betrachten diesen gelbrothen, krystallinischen Zirkon als eine eigene Edelstein-Gattung unter dem Namen Hyacinth; auch Werner trennte ihn vom Zirkon, erst später ist er mit diesem mineralogisch ganz verbunden. Der Hyacinth dient häufig als Ringstein, wahrend [während] die übrigen Arten des Zirkons mehr zur Garnirung angewendet werden, da ihre Farbe meist ins Graue sticht; b) der _gelbe Zirkon_; c) der _blaue Zirkon_, meist dunkel gefärbt; d) der _grüne Zirkon_; e) der _graue, weisse_ oder _wasserhelle_; dieser ist am häufigsten, wird sehr allgemein statt Diamant, und unter dessen Namen zur Garnirung angewendet; die gefärbten Arten brennt (glühet) man häufig, um sie zu entfärben.
Der Zirkon wie der Hyacinth sind häufig in Ceylon, finden sich auch in Europa, aber weniger schön.
Der Name Hyacinth stammt aus dem Oriente und Alterthume von hyacinthos im Griechischen, jakinth im Armenischen, jakut im Arabischen u.s.w., wo er aber den Rubin und Korund bezeichnete (s. oben), und fälschlich hat man diesen Namen auf den rothen Zirkon übertragen, der aber jetzo in allen neuern Sprachen denselben führt, als jacintho im Spanischen und Portugiesischen; giancinto im Italienischen, hyacinthe im Französischen, hyacinth im Englischen, Teutschen.
Der Name Zirkon ist indischen Ursprunges, _cercars_ heisst der Stein in Indien, _cerkon_ oder _gargum_ auf Ceylon.
Die Zirkone waren den Juwelieren längst bekannt, als jargon de Ceylon im Französischen, sargone im Italienischen, circone, giargone im Englischen, cerconier im Teutschen; in die wissenschaftliche Mineralogie aller Sprachen ist der Name Zirkon übergegangen.
Wie der Stein in den orientalischen, besonders den semitischen Sprachen heisst, ist noch nicht ermittelt, obwohl man ihn gut gekannt haben muss. Der oben erwähnte kerkend im Persischen mit karkand, karkeden u.s.w., hat eine Namens-Aehnlichkeit mit cerkon; da er aber nur von dunkelrother Farbe angegeben wird, so ist darauf nicht viel zu geben. Der laal im Persischen, der balchasch hat eine Farbensuite wie der Zirkon, es wäre möglich, dass man unter diesem Namen den Zirkon begriffen hätte.
_gargchhkan_ im Armenischen heisst ein Stein, der mit carbunculus übersetzt wird und eine Namens-Aehnlichkeit mit gargum hat.
_zumbel_ im Türkischen wird mit hyacinthus orientalis übersetzt; ob er aber hierher gehört, muss ganz dahin gestellt bleiben.
_[Greek: lichnitês], lichnis, lichnitis_ der Griechen und Römer, mag vielleicht hierher gehört haben.
Die Jargons von Ceylon rechnete man früher stets zu dem Hyacinth; Werner fixirte sie 1783 als Gattung Zirkon, in welcher Klaproth 1789 die Zirkonerde entdeckte, die er auch bald im Hyacinthe nachwiess.
E. _Unsere Gattung Kaneelstein oder Essonit_.
Er ist dem Hyacinthe sehr verwandt, gelbroth, von meist unreinen Farben, findet sich nicht in vollkommnen Krystallen oder Körnern, sondern als krystallinische, eingewachsene Masse in granitischem Gesteine, ziemlich häufig auf Ceylon, auch in Indien, selten in Europa. Er wird wenig als Schmuckstein verarbeitet, häufiger dient er als Schleifpulver. Er scheint vom Hyacinthe nicht specifisch verschieden, sich zu diesem zu verhalten, wie der Diamantspath zum Korund.
Seit längerer Zeit ist er den Juwelieren bekannt als Zimmtstein, wegen seiner rothbraunen Farbe, cinnamon stone im Englischen, hyacinth brun im Französischen.
Im Oriente hat man ihn gewiss stets gekannt. _komedegan_ im Ceylonesischen soll Zimmtstein oder Granat seyn. _chamachan_ im Persischen und Arabischen kann hierher gehören, s. oben.
Hauy gab dem Steine den Namen Essonit von _[Greek: hêsson]_ im Griechischen, d.i. geringer.
F. _Unsere Gattung Granat_.
Der edle Granat ist ein geschätzter Edelstein, doch von weniger Härte und geringerem Feuer als die erwähnten Edelsteine, der sehr häufig auf Ceylon, in Indien, auch in Europa ist, öfter von bedeutender Grösse, und in deutlichen Rhomboedern, am häufigsten in Körnern vorkommt. Er hat meist dunkelrothe Farben, gewöhnlich mit einem Stich ins Bläuliche, die mehr beym Durchsehen, als beym Daraufsehen hervortreten; man benutzt die Granaten daher mehr zu Ohr- und Halsschmuck als zu Ringsteinen, die dunkelrothen werden häufig en cabouchon geschliffen, d.i. halbrund und unten hohl, die dann auch Granatschalen heissen. Zu unterscheiden sind 2 Hauptarten:
a) der pyrop, granat pyrop oder rouge, von blutrother Farbe, der öfter einen Stich ins Gelbe hat, dem Hyacinthe sich nähert, dann vermeille im Französischen, giacinto gnarnecino im Italienischen heisst; seltener in Indien, häufiger in Europa, besonders in Böhmen vorkommt, als böhmischer Granat sehr bekannt ist;
b) der eigentliche Granat oder Carfunkel von sehr dunkelrother Farbe, die ins Blaue fällt, sich besonders beim Durchsehen schön ausnimmt. Dieser ist in Indien (bey Salem, Nellore) in Pegu, besonders auf Ceylon heimisch, als orientalischer Granat sehr bekannt, heisst carbuncle, oder rubino dirocco im Italienischen, escarboncle, grenat syrien (von einer zerstörten Stadt Sirian in Pegu) oder de sorane im Französischen, syrischer Granat, Karfunkel, Almadin im Teutschen.
_rawa_ im Ceylonesischen;--_rauwa_ im Malaiischen; auch wird pusma ragam hierher gehören.
_badensch, madensch, madebensch_ im Persischen, der en cabouchon geschliffen wurde, wird hierher gehören;--
_badschadi, basadi, baradi_ und besonders der _madisch_ im Arabischen, von sehr dunkelrother Farbe, mit einem Stich ins Blaue, der meist en cabuchon geschliffen wurde, wird hierher gehören, doch kann man auch hierunter dunkele Turmaline mit begriffen haben (s. Turmalin);--_betschate_ im Amharischen;--_bidschadet, bigiad, bigiade_ im Türkischen (woher bigiazaek, was überhaupt Edelstein heisst).
_sejlan, seljan lascht, hadschr seilan_ (d.i. Stein von Ceylon) sollen die türkischen Juweliere den Stein meistens nennen.
_sumaki_ heisst jetzo der Granat im Allgemeinen, im Türkischen und Arabischen (nach einer gefälligen Notiz des Hrn. Dr. Rohrig in Constantinopel). Ben Manssur hat im Persischen einen jakut sumaki, d.i. einen porphyrrothen.
_basch_ in der aegyptischen Hieroglyphen-Sprache übersetzt Champollion mit Basalt; im Klange des Namens scheint Aehnlichkeit zu seyn mit basadi im Arabischen.
_spu_ in der aegyptischen Hieroglyphen-Sprache übersetzt Champollion mit Granat, aber in keiner andern Sprache finde ich einen ähnlich klingenden Namen.
_nopek, nophech_ im Hebräischen, wird mit carbunculus übersetzt (hängt wohl zusammen mit pechan d.i. glühende Kohle);--im Samaritanischen ist nopeck mit chacum, chacan, chacamcam gegeben, was ganz mit dem arabischen chamachan übereinkommt (s. oben), der ein härterer Stein, vielleicht Kaneelstein gewesen seyn kann;--_karkehan_ im Armenischen wird mit Carfunkel übersetzt, _mjeghjesik_ mit Granat.
_fehen_ im Aethiopischen ist carbunculus, auch carbo (die Kohle).
_kebnoni_ im Koptischen (von jebs die Kohle, und one Stein), auch _jebbes, jebs, jaibes, dschebbes_ und _anthrax_, ist carbunculus, anthrax.
[Greek: anthrax] im Griechischen ist Kohle und carbunculus (Granat), (wohl entlehnt und übersetzt aus dem Koptischen).
[Greek: anthraka] im mittelalterlichen Griechisch auch [Greek: pezepos, pezepota], Worte welche mit bitschade, betschate (s. oben) sehr verwandt zu seyn scheinen;--[Greek: anthrax], auch [Greek: geranata] im Neugriechischen;--_anthrax_ der Römer, nach dem Griechischen, eigentlich im Lateinischen carbunculus (von carbo die Kohle), wohl Uebersetzung aus dem Koptischen, mit den Abänderungen: a) indicus, b) garamanticus oder carchedonius, c) alabandicus. In Hinsicht der Farbe unterschied man: a) amethystizontae (bläuliche), b) lithezontae (blasse), c) sititae (dunkle). Der hier (sub b.) erwähnte carchedonius hat seinen Namen von dem oben erwähnten kerkend, dem karkeden im Aethiopischen, karkedno im Syrischen.
Im Mittelalter begriff man unter Carbunculus sehr verschiedene rothe Edelsteine; als Art auch die granati, und da unsere Granaten häufig in rundlichen Körnern vorkommen, so scheint man diesen Ausdruck allmählig auf die Granatkörner beschränkt zu haben; ich muss dahin gestellt seyn lassen, ob Hammer von Purgstall Recht hat, dass granate von bidschade herkomme.
Granatus kommt gar nicht im Alterthume vor; zuerst erwähnt Marbodeus (um 1100) einen hyacinthus granatus, also eine Art Rubin, wohl wegen der Form in Körnern. Auch pyropus, woher unser Pyrop, findet sich nicht im Alterthume.
_carbunculus_, auch _alabandina, alamandina, alavanus_ im Mittelalter.
_winussa, wenisa_ im Russischen, auch granat;--_uhlik_ im Czechischen, auch karbunkut, granat;--_oglik_ im Krainischen;--_dragi_, auch _svietlikamen_ im Windischen;--_amaursak_ im Grönländischen.
_karfunkel_ im Altteutschen, auch _granaat_, welcher Name in die wissenschaftliche Sprache der neuern Völker übergegangen ist;--_escarboncle, grenat, almandine_ im Französischen;--_carbuncle, granato, guarnaccio_ imItalienischen;--_carbuncle, garnet_ im Englischen;--_carbunculo, granato, piropo_ im Spanischen und Portugiesischen;--_karbonkle, granaat_ im Holländischen;--_granat_ im Schwedischen, Dänischen, Norwegischen.
Anhang.
Der _gemeine, unedle Granat_ ist undurchsichtig, nicht schön gefärbt, dient nicht als Schmuckstein, kommt meist in derben Massen, selbst als Gebirgsgestein vor, ist theils schwarz (_Menalith_), theils roth und manganhaltig (_Mangangranat_), theils braun, gelb, grün und so eisenhaltig, dass er als Eisenerz verschmolzen wird.
Ich finde hierher gehörige Fossilien weder in der römischen und griechischen, noch in der orientalischen Litteratur erwähnt.
In der Krystallform ähnlich dem Granat, ist der _Leucit_ der Mineralogen, der anfänglich vulkanischer, auch weisser Granat oder Schörl genannt wurde, bis ihn Werner 1791 als eigne Gattung aufstellte und Leucit (von [Greek: leykos], weiss) nannte, der aber Hauy den Namen Amphigene (d.i. von zweifachem Ursprunge) gab. Er findet sich häufig in den vulkanischen, Gesteinen, besonders in der Gegend von Rom, konnte kaum der Aufmerksamkeit des Alterthumes entgehen. Gleichwohl finde ich nirgends eine Notiz über denselben.
granato bianco im Italienischen; leucit in den neuern Sprachen; leizit, belaja wenisa im Russischen.
G. _Unsere Gattung Turmalin und Schörl_.
Der _Turmalin_ oder edle Schörl ist am häufigsten roth und braun, seltener grün und blau, zuweilen mehrfarbig in demselben Krystall, mehr oder weniger durchsichtig, und in dieser Hinsicht der Gattung Korund ähnlich, aber weniger hart. Characteristisch ist seine starke electrische Eigenschaft (die hier mehr als bey allen andern Steinen hervortritt), am stärksten bei der nelkenbraunen Abänderung aus Ceylon gefunden wird, da er erwärmt, auf der einen Seite leichte Körper anziehet, auf der andern abstösst, wesshalb er auch früher Aschenzieher oder Aschendrecker hiess.
In Ceylon kommt er meist braun und hyacinthroth, selten nur gelb und grün vor, in Siberien auch karmesinroth (edler Apyrit, Siberit, Rubellit), in Brasilien grün und blau (die anfänglich für Smaragde und Sapphire gehalten wurden), in Europa meist braun und schwarz, selten roth, aber undurchsichtig.
Er gehört zu den Edelsteinen, dient als Schmuckstein, ist jedoch wegen der dunkeln Farben nicht sehr geschätzt.
Die Juweliere nennen diesen Stein meist--seiner Farbe nach--sehr verschieden; den dunkelrothen: siberischen Rubin; den rosenrothen: Siberit, Rubellit; den blauen: Sapphir oder Indicolith; den grünen: Smaragd, emeraude de Bresil, esmeralda, auch Chrysolith; die indischen Smaragde gehören meist in diese Gattung.
In Asien war dieser Stein und seine Electricität seit alter Zeit bekannt, in Europa erhielt man erst seit etwa 1700 Kenntniss davon, nannte ihn Turmalin, Aschendrecker, auch borax electricus (seit 1768 durch Linné); Rinnmann entdeckte ihn 1766 in Schweden; allmählig wurde er an mehreren Orten gefunden; früher wurde er meist unter die Eisenerze gestellt, Rinnmann stellte ihn 1770 unter die Zeolithe, Romé de l'Isle 1771 unter Schörl, von dem ihn Werner 1780 als eigene Gattung trennte. Erst später erkannte man die Relation zu dem gemeinen Schörl.
_trip_ soll er auf Ceylon heissen; aber Thunberg (Abhandlungen der schwedischen Akademie v.J. 1784) bemerkt: dass der elektrische Turmalin im Ceylonesischen _kalla-palingu,_ im Malaiischen _karte palingu_ (d.h. dunkler Krystall) heisse; was man dort aber _turemali_ nenne, sey röthlicher oder bläulicher Quarz.
_trinagraphin_ (d.i. Gras anziehend) im Sanscrit und _trinamani_ (d.i. Grasstein) mag hierher gehören.
_tournamal_ im Hindu; _turnamali_ im Malabarischen;--_turmala_, auch _hadschar albuzedi_ im Arabischen (den Serapio um 1080 ganz gut beschreibt), auch wohl der electrische _basadi, bagiadi_ (s. oben bey Granat), die Wörter albuzedi und basadi sind wohl sehr verwandt.
_kuser_ im Persischen gehört vielleicht hierher (s. oben).
_lygirion_ im Koptischen;--_[Greek: ligyrion, aigyrion]_ im Griechischen;--_lincurios_ der Römer wird der rothbraune, _ionia_ der blaue Turmalin seyn; der _carchedon_ der Römer, _[Greek: karchêdon]_ der Griechen war auch electrisch, aber schwächer als die ionia scheint Zirkon gewesen zu seyn, doch kann man auch Turmalin darunter begriffen haben; der Name wird zusammenhängen mit kankire im Chaldäischen und Syrischen, der auch öfter durch lincurios übersetzt wird.
_leschem_ im Hebräischen, meist mit _[Greek: ligyrion]_ übersetzt, kann hierher gehören.
_turmalin_ in allen neuern Sprachen.
Der _Schörl_ oder gemeine Turmalin ist ein sehr häufiges, überall verbreitetes, krystallinisches Mineral, von meist dunkelschwarzer Farbe, und undurchsichtig. Er findet keine technische Anwendung und wird im Alterthume und Oriente wohl nicht näher berücksichtiget seyn. Als die neuere Mineralogie sich zu bilden begann, wurde er basaltes und schörl genannt; aber unter diesen Namen begriff man eine grosse Menge von verschiedenen dunkelgefärbten Mineralien, in welche erst Romé de l'Isle und Werner einige Ordnung brachten. Henkel (1727) nennt den Schörl: Wolfram von Altenberg, Linné, Cronstaedt u.s.w. nennen ihn basaltes.
Woher der Name Schörl stammt, ist sehr zweifelhaft; Henkel leitet ihn daher, weil das Gestein in Wasser (bey der Erzwäsche) mit aufschörlt oder aufquillt (im Wendischen ist zorlo die Quelle, zorlin quellen), auch leitet man ihn von schor im Altteutschen, das Unreine, von skiörl im Schwedischen, das Zerbrechliche, von tscherd im Persischen, d.i. schwarz her. Wenn er im Czechischen skoryl heisst, so kann daher der Name entlehnt seyn, denn beim Bergbau sind viele Ausdrücke slawischen Ursprunges.
_schörl, schurel, schürl, schrul_ in ältern teutschen Schriften;--_skjorl_ im Schwedischen; _chorlo_ im Spanischen; _schörl, cokle_ im Englischen; _schörl_ im Französischen; _skoryl_ im Czechischen; _scherl_ im Russischen.
H. _Der Sard_.
Der ächte, wahre Sard ist ein edler, schöner, unkrystallisirter Stein, der nur im Oriente vorkommt, in bedeutendem Werthe stehet, im Alterthume häufiger war, als er bey uns ist, und das Material lieferte, welches vorzugsweise von den Steinschneidern des Alterthumes zu den vollendetsten Werken der Kunst verwendet wurde. Aehnlich sind ihm unser Carneol, Calcedon, Achat und Onyx, die überall, auch in Europa häufig vorkommen, aber dem Sard an Schönheit der Farben, wie an Feinheit des Korns weit nachstehen, auch sonst verschieden sind. Im natürlichen Zustande findet sich der indische Sard nicht roth (wie unser Carneol), sondern weiss (milchfarbig) grünlich und schwarz; erst durch ein starkes Glühen oder Brennen erhalten die schwärzlichen Abänderungen das schöne Carminroth, welches den Sard vorzugsweise auszeichnet. Er ist theils einfarbig, theils mehrfarbig, heisst dann Sardonyx oder edler Onyx, der mit unsem Agath-Onyx nicht zu verwechseln ist.
Der ächte Sard erscheint gegen das Licht gehalten völlig klar und durchsichtig, nicht trübe und wolkig, hat ein gewisses Feuer, eine grosse Politurfähigkeit und eine solche Feinheit des Korns, dass er auf das zarteste geschnitten werden kann.
Die ausgezeichneten Sarden, die beym Durchsehen ganz blutroth, beym Daraufsehen mehr schwarzroth sind, das Hauptmaterial der antiken Gemmen, kannte man nur durch Stücke aus dem Alterthume, oder die einzeln aus Indien kamen; über den Fundort haben wir erst in der neuern Zeit bestimmte Nachricht erhalten, durch Copland: account of the Cornelian mines of Baroach (in den Transact. of the Bombay Soc. 4. I. 289) und Kennedy: of Boroda and the Cornelians of Guzurate (Transact. of the med. and phys. Soc. of Calcutta III. 1827. 428), auch ist zu vergleichen Ritter's Erdkunde VI. 1836. Pag. 603. In Ostasien liegt am Nerbudaflusse der District Turcasier, an der Grenze von Guzurate, eine der wildesten Berggegenden, und hier wird seit den ältesten Zeiten der Sard (wie es scheint, in Geschieben) erbeutet, 10 Stunden von Baroach, man legt ihn 1 bis 2 Jahre in die Sonne, und brennt ihn dann durch Ziegenmist, wodurch erst die schönen Farben hervortreten. Bey Kompurwunye und Ratampur in Guzurate wird auch Sard gewonnen und gebrannt. Ob in andern Gegenden der wirkliche Sard vorkommt, ist sehr zweifelhaft; nach Taifaschi soll er aus Arabien, besonders aus Jemen kommen, wenn das kein Irrthum ist (der Stein nur durch den Handel dahin kam), so werden vielleicht die dortigen Gruben noch aufgefunden.
Wir haben als Abänderungen zu unterscheiden: a) den rothen Sard (der durch Brennen aus dem schwarzen entstehet), bekannt den Steinschneidern als carniola nobile, cornaline de vielle roche; b) den milchfarbigen kacholong oder edlen Calcedon; c) den grünlichen, der selten angewendet wird.
_kasch-tschilon_ (gesprochen dscholon), d.i. schöner Stein im Kalmückischen und Tartarischen, woher unser Name kascholong, auch wohl joholom im Hebräischen.
_akika_ im Bengalischen. In den indischen Sprachen habe ich sonst keinen Namen auffinden können; im Sanscrit kommt dugdhakscha als milchfarbener Stein vor; ob er hierher gehört, muss ganz dahin gestellt bleiben. In Kaschmir heisst essm oder sank essen der Calcedon, der bey Iskordu in Stücken his zu einem Centner schwer gefunden wird, er scheint aber nicht der ächte Sard zu seyn.
_akik_ im Persischen, mit den Abänderungen: a) leberroth, b) rosenroth, c) gelbroth, _serd_ genannt (woher sardum in [im] Syrischen, [Greek: sardion] im Griechischen, sarda im Lateinischen), d) weiss (unser Kascholong), e) schwarz, f) bläulich, g) zweyfarbig;--_akyk_ im Türkischen; _balghami_ scheint der weisse Sard zu seyn;--_akik_ im Arabischen, mit den Arten: a) roth, b) fleischroth, c) bläulich, d) schwarz, e) weiss; besondere Abänderungen sind: jana, jemani, dschesi (unser Onyx);--_akik_ im Chaldäischen (gewiss fehlerhaft mit topazius übersetzt); ob der arkin hierher gehört, ist zweifelhaft; samkan wird auch mit sardius übersetzt, kann mit sammok d.i. roth zusammenhängen;--_akat_ im Armenischen, auch _agathes_ (meist mit Achat übersetzt) wird hierher gehören;--_agagi_ im Georgischen;--_akates_ im Aethiopischen.
_jakolom_ im Hebräischen, meist mit jaspis übersetzt, klingt ganz wie dscholon im Kalmückischen, kann hierher gehören; _oden_, d.i. roth im Hebräischen, meist mit sardius übersetzt, hat übrigens keine Relation mit den orientalischen Namen dieses Steines.
In der alten ägyptischen Hieroglyphen-Sprache übersetzt Champollion: ammhet (amamhit) mit gemme de coeur, cornaline (von aham Edelstein und hit);--hms durch gemme rouge sombre;--schnm durch jaspe rouge (hat mit schoham und jaholon im Hebräischen Aehnlichkeit), das an dscholon im Tartarischen erinnert.
_sardinon_ im Koptischen;--_sardum, saridum_ im Syrischen, auch mag _sordon_ hierher gehören, was mit hyacinthus übersetzt wird;--_ethkjo, ethk jo_ (übersetzt mit alabandicus niger) scheint eine gewisse Aehnlichkeit mit akik zu haben, auch mit eskto im Syrischen, iska im Chaldäischen, was Siegelring heisst (der meist aus Sard bestand);--_[Greek: sardion]_ der Griechen, auch _[Greek: sarx]_, welcher Name von serd im Persischen (s. oben), sered, d.i. roth im Hebräischen, stammen wird;--_[Greek: sardion]_ im Neugriechischen;--_sarda_ der Römer, besonders die männliche Art. Plinius 37. 31 irrt gewiss sehr, wenn er meint: der Name stamme von Sardes her, wo der Stein zuerst gefunden sey; man unterschied 3 Abänderungen bey dem indischen: a) den rothen, b) den dionum oder demium (was mit odem, d.i. roth im Hebräischen, zusammenhängen könnte) c) und eine Art, unter welche Silberfolie gelegt wird. Die weiblichen sind trübe und nicht hell;--_sardion_ im Wlachischen;--_serdolik, golgasch, kascholong_ im Russischen;--_sardyk_ im Polnischen.
In den neuern Sprachen und Mineralogien unterscheidet man nicht gehörig den Sard von dem unedlern Carneol, fasst beide zusammen (s. diesen).
I. _Der Sardonyx und Onyx_.
Der ächte Onyx im Oriente und Alterthume war wohl nur ein Sarder, von verschieden gefärbten regelmässigen Lagen, während wir unter Onyx meist nur einen ähnlich gefärbten Agath verstehen, der viel unedler ist, als der orientalische Sardonyx. Dieser, der gegenwärtig nur selten zu uns kommt, war vorzugsweise das Material, welches den Steinschneidern im Oriente und Alterthume diente zu den vollendetsten Werken der Kunst, zu Schmuck- und Siegelringsteinen. Am meisten liebte man die Abänderung, die aus einer schwarzen, weissen und rothen Lage bestand, welche scharf von einander geschieden waren; diese bezeichnete man vorzugsweise als Sardonyx. Wurde der Stein erhaben geschnitten, so bildete die Tornatur daraus unsere _Cameen_; wurde er vertieft geschnitten, so bildete die Sculptur daraus unsere _Intaglien_. Die untere dunkele Schicht diente meist als Grund, die mittlere, weisse Lage zur Figur, die obere, meist rothe Schicht zu Ornamenten der Figur. Aus den weniger regelmässig gezeichneten, meist mit concentrischen Lagen versehenen Onyxen arbeitete man vorzugsweise die kostbarsten Gefässe. Im ganzen Alterthume verstand man auch die Kunst, den Onyx auf das täuschendste nachzumachen, und mehrere berühmte antike Onyxe sind Glasflüsse.
Ob im Sanscrit und in den indischen Sprachen der Onyx einen besondern Namen hat, oder etwa unter anina (Sard) begriffen wird, habe ich noch nicht ermitteln können.
_dschesi_ im Persischen, mit den Abänderungen: a) bakrawi (wohl von Boka in der Bucharei), b) habeschi (wohl von Abessinien), c) canebi, nach Verschiedenheit der Farben, welche die Sarden-Lagen haben;--_dschez_ im Türkischen, auch _sulimani, süleimani, baelghoemi_, jetzo heisst in Constantinopel balghami der weisse Sard, _balghami jesin_ der Onyx;--_djisg_ im Bulgarischen;--_dschede_ im Tartarischen wird hierher gehören;--_jeghungen, jeghjen, jeghengnakhar_ im Armenischen (was auch der Nagel heisst);--_dschas_ im Arabischen, auch _gieza, gisch_ in der vulgären Sprache; als Abänderungen nennt Taifaschi: a) bokaravino (von Bokara), b) garavino oder gauri (vielleicht von der Stadt Gaur in Asien), c) persiano, d) abessinio, e) asal oder asale, f) iraki, d.i. persischen;--_schesch, schaisch, schajich_ im Hebräischen, wird gewöhnlich mit Marmor oder Alabaster übersetzt, doch unverkennbar ist die Aehnlichkeit mit dschesi und den andern eben erwähnten Namen; aber diesen Namen des Onyx mag man auf streifigen Marmor und Alabaster übertragen haben, da auch im Griechischen [Greek: onyx] sowohl Alabaster als Onyx heisst;--_jaholon, schoham_ wird gewöhnlich mit Onyx übersetzt und erinnert ganz an dscholon im Tartarischen.
_som, jawen_ im Aethiopischen;--_ount_ in der ägyptischen Hieroglyphen-Sprache wird durch Champollion mit pierre de couleur jaune übersetzt, ist aber wohl, wie das koptische ount, der Onyx; das hebräische oden kann hiermit zusammenhängen;--_ount, onixon_ im Koptischen;--_unch, uncha_ im Chaldäischen, auch schubl, schubla, mribach, meribagh; _schajisch_, schajerca, meist mit Marmor übersetzt, wird, wie das hebräische schesch wohl hierher gehören;--_onektho, neketho_ im Syrischen, auch mag ethkjo hierher gehören;--_[Greek: onyx]_ im Griechischen ist der Sardonyx, auch der durchscheinende, mehrfarbige Alabaster; aber es heisst so auch der Nagel. Der arabische Onyx wird Alabaster gewesen seyn;--_[Greek: sardonyx]_ im Neugriechischen;--_onyx_, eigentlich _sardonyx_ der Römer, begriff auch Onyx und Alabaster, der Jasponyx oder Onychipuncta war ein grünes Plasma mit weissen Punkten oder Kreisen.
_belchurica_ im Gälischen soll hierher gehören, hat eine gewisse Aehnlichkeit mit boelghoemi im Türkischen.
_serdolik, golisch, oniske_ im Russischen;--_sardonik, onich_ im Polnischen;--_xyon_ soll der Name im Krainschen seyn.
_camaeus_ im mittelalterlichen Latein, woher unser Name _Cameen_ für die erhaben geschnittenen Onyxe. Das Wort hängt vielleicht zusammen mit camahu im Gälischen, das mit Email übersetzt wird;--_camayen_ und _camasil_ im Alt-Französischen;--_camofeo_ im Alt-Spanischen;--_camafeu_ im Portugiesischen;--_comeo_ im Italienischen.
_onyx_ im Teutschen und den neueren europäischen Sprachen, neben den erwähnten Namen.
K. _Der unedle Sard, unser Carneol, Calcedon und Agath_.
Der Calcedon ist ein unedler, weisser Sard, der Carneol ein unedler rother, der Agath ein unedler mehrfarbiger. Diese Steine gehören zur Mineralgattung des Quarzes, sind amorph (unkrystallinisch), nicht so fein, durchsichtig und politurfähig als der Sard, nähern sich theils dieser, gehen theils in die noch grobern Quarzarten, Jaspis, Hornstein, Feuerstein über. Viel häufiger als die einfarbigen Arten, ist der mehrfarbige, verschieden gezeichnete und vermengte Agath, der nach Farbe, Zeichnung u.s.w. sehr verschiedene Namen hat, als: Onyx-, Band-, Kreis-, Wolken-, Rohren-, Trümmerachat. Besonders der Agath wird sehr häufig zum Schmuck verarbeitet, hat aber nur geringen Werth. Der Agath kommt theils auf Gängen, meist in Agathkugeln oder Mandeln in Mandelstein vor, wie bey Oberstein am Rheine.
a. Unser _Carneol_ wurde im Alterthume als unedler, weiblicher Sard bezeichnet; es scheint nicht, dass man dafür einen eigenen Gattungsnamen hatte.
_clach-luchmhor, send dhath_ im Gälischen; _serdolik_ im Russischen; _krwawnik, karneol_ im Polnischen; _scsiroh, karnyol_ im Czechischen.
Der Name Carniol, der in alle neuere Sprachen und ihre wissenschaftlichen Werke übergegangen ist, stammt aus dem Mittelalter, nicht von caro das Fleisch (wie man wohl wegen der fleischrothen Farbe des Steines gemeint hat), sondern von cornelius oder corneolus, wie man die seit langen Zeiten bekannten Agathkugeln, besonders von Oberstein nannte, welcher Name wohl eher zusammenhängt mit cor im Lateinischen, das Herz (wegen der herzförmigen Gestalt der Agathmandeln) als von cornaillen (im Bretonischen die Arterie), eher mag ein Zusammenhang Statt finden mit carnaid im Gälschen, was roth bedeutet; daher _corneol_ im Altteutschen, _cornuille, cornaline_ im Französischen, _cornelian_ im Englischen, _corniola_ im Italienischen, _cornalina, corneria_ im Spanischen, _cornelina_ im Portugiesischen;--_karnyol_ im Magyarischen und in den slawischen Sprachen.
b. Unser _Calcedon_ oder _Chalcedon_ wird von den Orientalen als weisser Sard oder Akik, von den Römern und Griechen als weiblicher Sard bezeichnet seyn, auch kann vielleicht der hyaloides (Glasstein) und der exebenus hierher gehören.
_sank essm_ in Kaschemir;--_belghaemi, baelghoeme_ im Türkischen;--_pepelnphmb, chalkidon_ im Russischen;--_sipobled_ im Czechischen.
Der Name Chalcedon wurde vorzüglich durch Werner für diesen Stein eingeführt und aus dem Alterthume genommen, wo er aber eine ganz andere Bedeutung hatte; eine Gattung calcedonius kannte man nicht, der smaragdus calcedonius war unser Malachit; der carchedonius aber wird der kerkend der Orientalen gewesen seyn (s. diesen), unser Zirkon, Granat, Turmalin.--Daher in den neuern Sprachen: calcedoni im Italienischen, calcedoine im Französischen u.s.w.
Bey Verona in Oberitalien finden sich Calcedonkugeln, die einen Wassertropfen enthalten, die nach Plinius 37, 73 enhydri hiessen, welcher Name in die neuern Sprachen übergegangen ist. Mancher Calcedon hat feine concentrischen Streifen; wird dieser quer durchschnitten, so irisirt er, gegen das Licht gehalten, mit schwachen, aber schönen Regenbogenfarben, heisst dann Regenbogen-Calcedon; Plin. 37, 23 führt diese Abänderung bey Beschreibung des indischen Sarder an, und bemerkt die wie hingehauchten Regenbogenfarben (quaedam in iis caelestis arcus anhelatia est).
Nicht selten enthält der Calcedon feine baumförmige Zeichnungen, die theils Dentriten, theils wirkliche moosartige Vegetabilien seyn werden; man sieht diese häufig geschliffen, auch als Ringsteine, nennt sie Mochastein, Mokkastein, Cambaystein; nur Orpheus besingt den [Greek: dendrophytos] und [Greek: achatês dendrêeis], Plinius nennt ihn Dendrachates.
c. Unser _Agath_ hat seinen Namen aus dem Oriente, von akika im Bengalischen, akat im Armenischen u.s.w. (s. oben), was unser Sard war, daher
[Greek: achatês] im Griechischen, für unsern Agath (da der mehrfarbige Sarder [Greek: onyx] hiess). Offenbar irrthümlich leiten Theophrast und nach ihm Plinius dieses Wort von einem Flusse gleiches Namens in Sicilien her, besonders, da Sicilien gar keine schönen Agathe hat; wohl aber enthält der dortige Alpenkalk Knollen und Lagen von Feuerstein, Hornstein und Jaspis, öfter in bunter Färbung;--_achates_ der Römer mit sehr verschiedenen Abänderungen, als: jasp-, cer-, haem-, sard-, leu-dendr-, aut-, corallachates; hierher gehören auch wohl viele Steine mit besonderer Farbenzeichnung und manche figurirte Steine, als ophthalmos, triophthalmos, leucophthalmos, aegophthalmos (Augenachate), policonos, baropterus oder barippe, cepites, cenopatites, cepocapites, cepocatoprites, ceporamenes, myrmecia, mesoleucos, mesomales, bucardia, encardia, ariste und andere; auch pontia gemma mag hierher gehören, wie leoutios und pantera, von der Farbe des Löwen und Panther entlehnt (im Chaldäischen ist ein mehr erwähnter Edelstein panterin und aphantor, die zum Jaspis gerechnet werden).
_agat_ im Gälischen, auch gaing, clachluachmhor, clachtheine;--_agaet_ im Isländischen; _agat_ im Altteutschen, Dänischen, Englischen; _agaat_ im Holländischen;--_agathe_ im Französischen, Italienischen;--_agata_ im Portugiesischen; _agater_ im Schwedischen; _azavaje, azavache_ im Spanischen;--_akatas_ im Litthauischen; _akates, ayat_ im Magyarischen;--_agatek_ im Polnischen; _ahat_ im Cärnthischen.
Zum Agath wird gehören:
_widuri, biduri_ im Malaiischen und auf Java;--_bela_ im Sinesischen;--_zi_ im Tibetanischen;--_molo-kla-li_ im Chinesischen;--_fiahan_ im Tartarischen;--_djisg_ im Bulgarischen;--_golysch_ im Russischen (wohl von dscholon im Kalmückischen; s. oben), auch achamb, agate;--_bezdrak_ im Czechischen;--_rakan, frengiräkam, baba kuri_ im Türkischen;--_schebo_ im Hebräischen, durch achates übersetzt;--_scheber_ im Persischen;--_sebog, sebu, sabah, schavah_ im Arabischen;--_abatim_ im Chaldäischen, wird mit achates übersetzt;--_checlivaru_ im Wlachischen, ist Agtstein, ich weiss nicht, ob Agath oder Gagat.
L. _Die rothe Koralle, Isis nobilis_.
Wissenschaftlich genommen gehört zwar die Koralle nicht in das Stein-, sondern Thierreich, aber der Korallenstock von Isis nobilis wird technisch als Edelstein betrachtet, hat stets als Schmuckstein gedient, wurde stets zu den Juwelen gerechnet. Die Korallengattung Isis hat mehrere Arten, manche, wie die Isis hippuris oder Königskoralle, wohnen im indischen Meere; aber nur die Isis nobilis oder Blutkoralle dient als Schmuckstein, findet sich allein im Mittelmeere, vorzüglich an der afrikanischen Küste, wo sie seit ältester Zeit gefischt wird und von hier viel in den Orient gehet, theils zum Schmuck, theils als Arzneimittel. Sie hat eine schöne blutrothe Farbe, die aber durch Kochen mit Milch weiss wird.
_mürgjan_ in Nord-Afrika, im Szauekischen und Tigryschen, auch _messigo_ im Burnu;--_murdsjan, merdscham, margiam_ im Arabischen, auch _almargen_ und _based_, was Koralle im Allgemeinen seyn mag;--_merdschon_ im Persischen, auch _büsed, bessed_ und _kurul_, was Koralle im Allgemeinen ist, mit chouru im Tartarisch-Mandschu zusammenhängen mag;--_kroll_ im Maltesischen.
_kurlon_ im Syrischen, auch _keslo, belure_;--_kurlin_ im Chaldäischen; sandalchin, sanedalchin wird durch corallio und sandastros übersetzt;--_coireal_ im Gälschen, auch _croimheal, coradhan, groidheall_;--_gwylar, luchochr_ im Wälschen;--_corail_ im Bretonischen;--_[Greek: korallion, kourallion, kôrallion]_ im Griechischen;--_[Greek: kourali]_ im Neugriechischen;--_coralium, corallium, corallum, curali_ im Lateinischen, ist die rothe Koralle, zu der auch der syrtites, wohl auch gorgonia gehören werden; der Astrios gehörte vermuthlich zur Sternkoralle. Als von sandaresus verschieden, aber dem Namen, nach ähnlich führt Plin. 37, 28 an: den sandasel oder sandaresion, sandastron, ohne etwas Näheres über diese zu sagen; eine ohngefähre Namensähnlichkeit mit dem erwähnten sandalchin im Chaldäischen scheint vorhanden zu seyn.
_coral_ im Polnischen, Czechischen, Slowakischen;--_koravda_ im Krainischen; _koraglia_ im Bosnischen;--_klariss_ im Croatischen;--_kalaris_ im Magyarischen;--_coral_ im Englischen, Spanischen; _corallo_ im Italienischen;--_corail_ im Französischen (corallain korallroth);--_koral_ im Dänischen; _koraal_ im Holländischen; _coraller_ im Schwedischen.
_balaradscha, prabala, angmarakamani_ im Sanscrit;--_bala, ratnakandala_ im Bengalischen;--_karang_ im Malaiischen; kalbahaar-pute-parampuam ist die Königskoralle, gelage der Korallenkörper überhaupt;--_bjhi-ru_, auch _byi-ru, byui-ru_ im Tibetanischen;--_chouru_ im Tartarisch-Mandschu (hängt wohl mit kurul im Persischen zusammen);--_chan, chan-hout, lang-chan_ im Chinesischen; _marmennils smide_ im Isländischen;--_ramota_, auch _pennina_ (was eigentlich Zweig heisst), im Hebräischen, haben keine Beziehung zu den Namen in den andern Sprachen;--_sarpargausaet_ im Grönländischen ist die Königskoralle.
* * * * *
#§. 4. Grüne Gemmen und verwandte Gesteine#.
A. _Unsere Gattung Smaragd_.
Die Mineralgattung Smaragd ist im Allgemeinen schön grün gefärbt, hat prismatische Krystalle, starken Glanz; aber die Härte ist wenig stärker, als beim Quarz. Zu derselben gehört a) der eigentliche, edle Smaragd, b) der Beryll oder gestreifte Smaragd (s. weiter unten) und c) der gemeine, der derb, undurchsichtig ist und keine technische Anwendung hat.
Der (edle) Smaragd, von jeher ein sehr geschätzter Schmuckstein, findet sich nicht in Indien (die sogenannten indischen Smaragde sind meist Chrysolithe); wir bezogen ihn seit der Entdeckung von Amerika nur aus Peru, kannten keinen andern Fundort, gleichwohl stand nicht zu leugnen, dass man im Oriente stets, auch vor der Entdeckung von Amerika, Smaragden gehabt hatte, von denen auch die römischen und griechischen Autoren reden, die aegyptische, wie scythische erwähnen, und mehrere arabische Schriftsteller sprechen von Smaragdgruben in Aegypten, von denen aber jede Spur verloren war, da sie seit 1358 ganz eingingen. Erst 1816 entdeckte der französische Reisende Cailliaud zwischen den ehemaligen Städten Berenice und Koptos die grossartigen Spuren der alten Smaragdgruben am Saburah im chloritischen Glimmerschiefer, und man überzeugte sich seitdem, dass hier wirklich edler Smaragd gewonnen wurde, welcher dann durch ganz Asien ging.
In der neuern Zeit haben die Russen bedeutende Smaragdgruben in Siberien, im Irkutzker und uralischen Erzgebirge eröffnet, die ausser grünen, auch blaue und gelbe Smaragde, neben Topasen liefern. Diese Gruben waren viele Jahrhunderte verlassen, werden aber schon im grauen Alterthume betrieben worden seyn und den smaragdus scythicus geliefert haben. Den smaragdhaltigen Berg im nertschiuskschen Gebirge nennen die Tungusen Tut-chaltui.
Der Juwelier begreift unter Smaragd meist alle smaragdgrünen schönen Edelsteine, wie den grünen Diamant, Sapphir und Turmalin (der in Ceylon, wie in Brasilien ziemlich häufig ist), die sich aber mineralogisch wesentlich unterscheiden. Wenn Taifaschi sagt: dass zu den wesentlichsten Eigenschaften des Smaragdes seine Theilbarkeit in glänzende Blättchen gehöre, so scheint diess mehr auf Beryll als Smaragd zu passen.
Weil Indien keine Smaragde hat, das Alterthum diese vorzugsweise aus Aegypten zog, so wird auch der Name daher stammen.
_maragd, zamaragd_ im Aethiopischen;--_smaragdos_ im Koptischen;--pauannese und pauappesse wird auch durch smaragdus übersetzt.
_bareketh, barkat, barekat_ im Hebräischen, die Namen scheinen zusammen zu hängen mit barak, was in den semitischen Sprachen blitzen, glänzen heisst, womit maragd wieder in Verbindung stehet;--_barkta, barkan, berakta_ im Chaldäischen, auch _ismaragda, ismoradh, semargad_;--_borko_ im Syrischen, auch _smargdo, semargedo_;--_samurod_ im Arabischen, auch _sümrid, sommorod, semerid, somorods, sbaragd_ und _salaki_, mit den Abänderungen; a) dabbahni, zobabi, dsobab (von dabban, zabab oder dsobab die Canthariden, Fliegen mit schön grünen Flügeln), von dunkelm, reinstem Grün und schönstem Wasser; b) raichanijj (rihani), basiliengrün, lichtgrün;--c) silkijj und selongi, blattgrün, wie Grünkraut;--d) sabouni, zabunijj, seifengrün, auch arabijj, die arabischen genannt, die aus dem peträischen Arabien stammen, von ganz heller Farbe sind;--auch unterscheidet man: faz, fozz, fozzon, die aus dem Sande gewaschenen Smaragdkörner, und f[e]) kazab, den krystallinischen im Muttergestein;--_zemerud_ im Türkischen, auch zümürid, zümird, zimbrut, samurat;--_zmerud_ im Persischen, gewöhnlich zemeroud mesri (d.i. der ägyptische), auch semerud, mit den Abänderungen: a) subabi, hellgrasgrün, b) ribani, basiliumgrün, c) saluki blattgrün, d) sindschari, grünspanartig, e) kerasi, eiforbiumgrün, f) assi, myrtengrün, g) sabuni, seifengrün, auch der arabische, h) saikali, der helle, durchsichtige, i) sulmani, der undurchsichtige, k) kasaba (der Stab), der krystallisirte, l) astar, der zusammengehäufte.
_marakta_ im Sanskrit (ganz wie maragd im Aethiopischen), auch asmagarba, asmajoni, apanica, lomasarara, haritasman (der grüne Stein), harinmani.--_garuda_ im Sanscrit scheint ein sehr edler Stein gewesen zu seyn, da man ihn auch als the bird and vehicle of Vishnu bezeichnet; Wilson übersetzt ihn in seinem Wörterbuche mit emerald (Smaragd), so auch garudmata, garudottirna, garudaçmen; ob er hierher gehört, bleibt zweifelhaft, das Wort hat Aehnlichkeit mit jakut, auch mit zmerud;--_marakata_ im Bengalischen, auch tsuni und harinmani (d.i. grüner Edelstein);--_pachee_ soll er im Hindu heissen. In Peru (Südamerika) heisst der Smaragd pachel, pacha, was ein höchst merkwürdiges Zusammentreffen mit dem indischen Namen seyn würde. (pinga ist der gewöhnliche Name in Brasilien);--_zemcrud, zamrud_ im Malaiischen;--_smrucht_ im Armenischen, auch _zmrroud, zmroukt_;--_[Greek: smaragdos, maragdos]_ der Griechen (zunächst wohl nach dem Armenischen und Aethiopischen);--_smaragdus_ der Römer, aber nur zum Theil; der aegypticus ist der ägyptische, der scythicus der siberische (wenn er nicht Malachit ist); der bactrianus kann auch Smaragd seyn, die andern Arten waren Malachit oder chalcosmaragdus, der prasinus könnte vielleicht hierher gehören;--_smiraldus_ und _esmaraldus_ im Mittelalter;--_smarag_ im Gälischen (Schottischen); amerand oder ameraud ist grün, woher vielleicht _emeraude_ und _emerald_ stammt, wie der Smaragd im Französischen und Englischen heisst;--_smaragdu_ im Wlachischen;--_isumrud_ im Russischen, auch _isoumrode, zmeroud, szmaragd_ im Polnischen;--_smerald_ im Dalmatischen und Wendischen;--_smaragd_ im Böhmischen, Magyarischen, Schwedischen, Dänischen;--_smeraldo_ im Italienischen;--_esmeroud, amarantsteen, smaragd_ im Holländischen;--_esmeralda_ im Spanischen; _esmaragdo, esmeraldo_ im Portugiesischen; _emerald_ im Englischen;--_emeraude_ im Französischen (wohl von emeraud, d.i. grün im Gälischen).
Anhang. Die von den orientalischen Schriftstellern angeführten, dem Smaragde ähnlichen Steine.
a) _elmazat_ im Arabischen. Taifaschi bemerkt: dass man ihn auch in den Smaragdgruben von Aegypten finde; er habe die Farbe, Schwere und Härte des Diamantes, unterscheide sich von ihm aber durch folgende Eigenschaft: stellt man ihn auf (lorsque il est monté sur le ventre), so erscheint er schwärzlich oder gelblich, während der Smaragd in dieser Lage das schönste Wasser hat.
Mehrere Steine haben die optische Eigenschaft, dass sie nach gewissen Axen mehr als nach andern durchsichtig sind. Es wäre möglich, dass der elmazat zum grünen Turmaline gehörte, der im Darauf- und Durchsehen verschiedene Farben hat, er ist aber in Härte und Schwere wesentlich vom Diamanten verschieden.
_elmasat_ wird der Pluralis von elmas, d.i. Diamant seyn, und unter elmazat können grüne, überhaupt gefärbte Diamanten verstanden seyn, die oben beym elmas nicht erwähnt sind; dann aber kann er nicht in Aegypten gefunden werden, diese Angabe ist vielleicht eine irrige.
b) _yebb_ und c) _yesem_. Die Uebersetzer erwähnen nichts darüber; aber vielleicht wird der Stein zu dem jaschb im Arabischen, unserm Plasma (s. dieses) gehört haben, das Taifaschi nicht besonders erwähnt.
d) _zeberjed, sabardschad_ im Arabischen. Taifaschi bemerkt: er sey weniger schön als der Smaragd, komme aus den ägyptischen Smaragdgruben; da diese aber zu seiner Zeit (640 der Hedgira) nicht mehr zugänglich wären, so finde man ihn nur noch als kleine Ringsteine in den Ruinen des alten Alexandriens. Er sey theils von tiefer, theils von lebhafter Farbe, theils von einem klaren Grün, dann von schönem Wasser, aber geringer Durchsichtigkeit, doch dem Auge sehr wohlthätig.
_seberdsched_ im Persischen, Ben Manssur bemerkt: man halte ihn meist für eine Art des Smaragdes, er sey zuweilen selbst reiner und anmuthiger als dieser, komme aus den Minen des Smaragdes; er scheine aus gleichem Stoff, aber minder vollendet. Man unterscheide einen stark-, mittel- und schwachgrünen;--_seberdsched_ im Türkischen, ist ein Stein von grüner und gelber Farbe;--_siberget_, auch _bellur_ (d.i. Krystall) nennen--nach Bruce (Reise nach Abessinien), die jetzigen Einwohner von Aegypten den Stein der Insel topaze, welcher der topazion der Alten--wahrscheinlich unser Flussspath--gewesen seyn wird.
_zabergad_ im Hindu, wird meist mit Chrysolith übersetzt.
_taperzeta_ kommt mehrmals in den Schriften des Mittelalters vor, wird mit smeraldus übersetzt.
Zu welcher Mineralgattung dieser Stein gehöre, darüber sind verschiedene Ansichten ausgesprochen. Rozier (description de l'Egypte) hält ihn für Beryll; Raineri (Uebersetzung von Taifaschi) für Topas; Hammer (Fundgruben des Orients) für Chrysolith, und diess scheint richtig zu seyn.
Der seberdsched war offenbar ein grüner Schmuckstein, dem Smaragd ähnlich, aber weniger edel, und ein solcher ist unser Chrysolith, der von den Juwelieren auch zu den Smaragden gerechnet wird, theils in Indien, theils in einigen Küstengegenden des rothen Meeres vorkommt.
B. _Unser Beryll und Aquamarin_.
Mineralogisch ist unser Beryll nur eine Art des Smaragdes, aber in technischer Beziehung betrachtet man ihn als einen eigenthümlichen Edelstein. Er ist nicht so edel als dieser, lange nicht so hart, wird weniger zu Ring- als sonstigen Schmucksteinen verarbeitet, hat nie die dunkelgrüne Farbe des Smaragdes, ist blassgrün, auch blau, gelb und ganz wasserhell, findet sich in langen, durchsichtigen 6seitigen, meist der Länge nach gestreiften Säulen, die häufig mehrere Zoll, zuweilen bis gegen einen Fuss Länge und eine ansehnliche Dimension haben; er besitzt einen blattreichen Bruch und lässt sich erwärmt leicht der Quere nach in durchsichtige Blätter spalten, die concav-convex sind, daher als Brenn- und Augengläser dienen können. Er findet sich nicht in Indien, vorzugsweise in Siberien, hier in grosser Menge, besonders bey Nertschinsk, wo der Berg Odontschelon fast daraus bestehet, auch bey Mursinsk, wo die weingelbe Abänderung vorkommt. Diese Beryllgruben betrieb schon das hohe Alterthum, sie blieben dann liegen, wurden in der neuern Zeit wieder von den Russen aufgenommen. Als man diese Steine kennen lernte, nannte man sie anfangs Chrysolithe und Aquamarine, akwamarin im Russischen, im System stellte man sie zum Topas oder zum Schörl, bis Werner um 1788 sie als eigne Gattung unter dem Namen Beryll fixirte.
_[Greek: bêrillos]_ der Griechen ist offenbar unser Beryll, wie der _berillus_ der Römer. Man unterschied hier: a) die meergrünen, qui viriditatem puri maris imitantes (unsere eigentlichen Aquamarine), b) chrysoberylli, die blässern goldgelben, c) chrysoprasi, blass grasgrünen, d) hyacinthizontes, e) aëroides, f) cerini, g) oleageni, von der Farbe des Oehles, (vielleicht unser Chrysolith), h) die dem Bergkrystall ähnlichen, wohl unsere wasserhellen. Die smaragdenen Augengläser des Nero, die Plin. 37. 16. erwähnt, können aus diesem Stein bestanden haben; wie man Augengläser aus Glas schliff, übertrug man auf diese den Namen beryllum, daher wohl das Wort Brille, brillier, brillare u.s.w.
Die analogen Namen in den orientalischen Sprachen werden denselben Stein bedeuten, wie _berel_ im Aethiopischen;--_beryllion_ im Koptischen, (woher der griechische Name stammen mag).
_brulo, berulo, burlo_ im Syrischen;--_birula_ im Chaldäischen, auch _birla, burla, burl_, auch könnte birselin hierher gehören, was mit topazius übersetzt wird; kerum jamma, wird mit beryllus oder chrysolithus übersetzt, mag aber nicht hierher gehören;--_büregh_ im Armenischen.
Im Arabischen wird _ballur, bilaur_ wohl mit beryllus übersetzt, aber die Richtigkeit dürfte zweifelhaft seyn, die Namen hängen wahrscheinlich mit belur (Bergkrystall), ballariji (krystallinisch) zusammen. Taifaschi erwähnt diese Namen nicht, überhaupt, wie es scheint, gar nicht den Beryll; wenn er aber bey dem Smaragde sagt: zu dessen Eigenschaften gehöre die Theilbarkeit in glänzende Blättchen, so passt diess auf den Beryll, nicht auf den Smaragd, vielleicht betrachtete man schon damals, wie jetzo, den Beryll nur als eine Art des Smaragdes.
Im Hebräischen wird _schohan_ mit beryllus übersetzt.
Im Persischen soll der Beryll _besady_, auch _ballur_ heissen, was ich ganz dahin gestellt seyn lasse; bey Ben Manssur finde ich, weder diese Namen, noch einen andern, der sich auf Beryll beziehen möchte.
In den indischen Sprachen ist mir auch kein hierher gehöriger Name vorgekommen.
_akwamarin_ im Russischen. Es ist mir unbekannt, was dieses Wort bedeutet, und ob daher der Name Aquamarin stammt.
_aquamarine, aigue marine de Siberie, beril_ im Französischen;--_aquemarine, beril_ im Englischen;--_aquamarina, beril_ im Italienischen;--_agoas marinhas_ im Spanischen.
C. _Unsere Gattung Chrysolith oder Peridot und Olivin_.
Der eigentliche, _edle Chrysolith_ oder _Peridot_ der französischen Mineralogen, zeichnet sich durch seine schön pistazien-oder olivengrüne Farbe aus, die bey keinem andern Steine so rein vorkommt, ist durchsichtig, nicht sehr hart, findet sich meist in Geschieben, selten in Krystallen, in Indien, Syrien und Aegypten, aber nicht sehr häufig, dient als Schmuckstein, bekommt gewöhnlich eine Goldfolie, die einen angenehmen grünen Goldglanz ertheilt.
Eine unedle körnige Abänderung ist der _Olivin_, der in gelbgrünen, körnigen Massen häufig in unserm Basalte erscheint, aber nicht technisch benutzt werden kann, nur ein mineralogisches Interesse hat.
Wie vorher bemerkt ist, wird unser Chrysolith der _zeberjed_ der Orientalen seyn, der _zabergad_ im Hindu, _zeberjed_ im Arabischen;--_seberdsched_ im Persischen und Türkischen.
Dieser Name ist nicht in das Griechische und Lateinische übergegangen; aber der smaragdus olearius, d.i. der öhlgrüne, mag unser Chrysolith gewesen seyn, der sich eben durch diese Farbe auszeichnet.
Als die neuere Mineralogie sich wissenschaftlich begründete, begriff man unter Chrysolithus verschiedene grüne Steine, Werner beschränkte (1790) diesen Namen auf unsern Chrysolith, den er Krisolith nannte; die französischen Mineralogen nannten ihn aber _Peridot_, welcher Name hergenommen ist von peridot, peradota, pelidor, wie in den Schriften des Mittelalters ein grüner kostbarer Edelstein genannt wird, von dem wir aber nichts weiter wissen, den wir nicht zu deuten vermögen.
Der Olivin wurde früher meist mit Chrysolith verbunden; Werner stellte ihn als eigne Gattung auf, entlehnte den Namen von der olivengrünen Farbe; Hauy verband ihn mit peridot.
_D. Der tharschisch der Hebräer und der Chrysolithos_.
Einer der 12 Edelsteine im hohenpriesterlichen Schmucke der Hebräer war der _tharschisch_, den die meisten Bibelübersetzer mit _[Greek: chrysolithos]_ geben, auch mit _[Greek: tharseis, tharsis]_.
_thorschisch_ im Syrischen; auch crum jamma (nach Onkelos), nach einer Vermuthung [Greek: chrôma thalassês], Meerfarbe; und crum jamma raba (nach Jonathan), das Köstlichste des grossen Meeres;--_tarschin, tarsin_ im Chaldäischen, übersetzt mit lapides acuti, duri, kann hiermit in Verbindung stehen.
Wir wissen von diesem Schmucksteine nichts, als dass er mit [Greek: chrysolithos] übersetzt ist, was entweder Goldstein bedeutet, oder die Gattung [Greek: chrysolithos].
* * * * *
_kerosotholos_ im Syrischen, auch _krosotholos_, wird mit chrysolithus übersetzt;--_kerosotolobi, kerelosotobe_ im Aethiopischen wird mit Chrysolithos übersetzt, der auch zobhera warek (von warek das Gold) heisst;--_[Greek: chrysolithos]_ kommt, so viel ich weiss, bey den griechischen Autoren nicht vor; [Greek: chrysos] ist Gold;--_chrysolithos_ der Römer, kann mit kerosotholos, auch mit [Greek: chrysos] zusammenhängen; Plinius 37. 42 spricht ausführlich über ihn, aber so confus, dass gar nichts Bestimmtes aus seiner Nachricht zu entnehmen ist; er redet von indischen, äthiopischen (aureo fulgore translucens), pontischen, arabischen, die alle als Ringsteine dienten, theils hart, theils weich und röthlich wären, in Spanien habe man sie bis zu 12 pondus Schwere gefunden; zum Theil hiessen sie auch Chryselectri, Leucochrysi, Melichrysi, Xanthi oder Xystion;--_[Greek: chrysolithos]_ im Mittelalter, wohin auch gerechnet wird _[Greek: etêsios, aitêsios]_, etesius lapis.
Es scheint, dass unter Chrysolithus verschiedene gelbe, politurfähige Steine zusammengefasst sind. Die gelbe Farbe ist bey den Edelsteinen eine seltene. Der einzige eigentlich gelbe Edelstein, den wir haben, ist der Topas, der kommt nicht in Indien vor; wir erhalten ihn aus Brasilien, Sachsen, neuerlich auch aus Siberien; aber der Diamant und andere Edelsteine kommen zuweilen gelblich vor. Der Flussspath ist wohl der einzige gelbe politurfähige Stein, der sich in Massen findet. Der Bernstein ist eine Gemme von goldgelber Farbe; aber auf diesen passt nicht, was Plin. vom Chrysolithos sagt; er heisst im Arabischen karabe, ähnlich in andern orientalischen Sprachen; ein Zusammenhang mit kerosotolobi wäre vielleicht möglich.
Ueber den tarschisch herrschen sehr verschiedene Meinungen; Luther hat ihn mit Türkis übersetzt, dem ich nicht beypflichten möchte; Bellermann (Urim und Thumim), mit Chrysolith; Bredow (historische Untersuchungen II. 295) mit Bernstein; soll eine Conjectur gemacht werden, möchte ich diesem beypflichten.
E. _Unsere Gattung Chrysoberyll oder Cymophane_.
Diess ist ein gelbgrüner Edelstein, der meist einen eigenthümlichen, bläulichen Lichtschein hat, weshalb ihn die französischen Mineralogen cymophan, d.i. wogendes Licht, nennen. Er ist ein nicht geschätzter Edelstein, der wenig in Handel kommt, sich nicht häufig in Ceylon, Pegu und Siberien findet, meist aus Brasilien kommt. Man nannte ihn früher Chrysolith und Beryll. Werner fixirte den Stein als eigne Gattung, und entlehnte den Namen von Chrysoberyllus, der ein gelber Beryll gewesen seyn wird. In Brasilien nennt man die Steine agoas marinhas, auch Chrysolithas; im Russischen solotozwetnoi kamenj, auch Chrysoberyll.
Im Oriente und Alterthume dürfte er nicht unbekannt seyn; aber schwerlich hat man ihn als eigne Gattung herausgehoben, ihn vielleicht zum seberdsched (Chrysolith) oder zum Katzenauge gerechnet.
Plin. 37. 18 sagt: Zu den ägyptischen Smaragden rechnet man auch den _hermeos_, den man den Löwen-Statuen als Augen einsetzt und die persischen Smaragde; jene haben ein aufgeschwollenes Ansehn, diese sind nicht durchsichtig, doch von angenehmer Farbe, ähneln den Augen der Katzen und Panther. Der hermeos war daher ein grüner Stein, mit schillerndem Lichtschein, diess passt vollkommen auf unsern Chrysoberyll, weniger auf das Katzenauge, das nicht grün ist.
F. _Unser Katzenauge_.
Dieser Stein gehört zwar mineralogisch zur Gattung Quarz, technisch zu den weissen Gemmen; da er aber ein Schillern wie der Chrysoberyll hat, mag er hier folgen.
Unser Katzenauge, auch wohl gunuko genannt, ist ein höchst feinfasriger Quarz, von meist grauer, auch rother oder gelber Farbe, der, besonders convex geschliffen, einen eignen wandelnden Lichtschein hat, dadurch dem Auge der Katzen ähnelt. Er kommt schön und nicht selten in Indien und Ceylon vor, war den Orientalen stets bekannt, wird auch von Ben Manssur sehr richtig beschrieben.
_mao-tsing_ im Chinesischen;--_patamra-kaonywen_ auf Awa;--_billi-ke-ankk_ im Hindu;--_ainol-hur_, auch _mithrax_ im Persischen; sebedsch ist Augenstein, gehört wohl nicht hierher;--_ain al hirch, ainu 'ihirri_ (Katzenauge) im Arabischen. Ob das Türkische ainischenes Teufelsauge hierher gehört, weiss ich nicht. Im Alt-Griechischen ist kein Name bekannt. _Asteria_ der Römer, auch wohl der _belioculus_, so wie der _astrolobon_, den Augen der Fische ähnlich; der _mithrax_, der mit mehreren Farben glänzte, wird hierher gehören, wenn es richtig ist, dass der mithrax im Persischen unser Katzenauge ist. _koschetschei glas, kosetchetscheg_ im Russischen;--_kamin bialy_ im Polnischen;--_matskaszem_ im Magyarischen;--_oeil de chat_ im Französischen;--_ojo de gato_ im Spanischen;--_occhio di gatto_ im Italienischen;--_cats-eye_ im Englischen;--_katte-oege_ im Dänischen;--_katt-öga_ im Schwedischen;--_katten-oog_ im Holländischen.
G. _Unsere Gattung Plasma_.
Es ist diess: edler Jaspis, edle Jade, bey den Steinschneidern bekannt als: plasma dismeraldo, prime d'emeraude, Jade oriental, auch diaspro. Ein schöner Stein, der sich allein in der Bucharey an der chinesischen Grenze findet, sehr selten zu uns kommt, im Alterthume und Oriente mehr bekannt war, als es bey uns der Fall ist. Er ist unkrystallisirt, sehr hart, nimmt eine vorzügliche Politur an, hat eine reine, tiefe grüne Farbe, ist aber auch weiss, roth, schwarz, zuweilen gefleckt geadert, dem edlen Sard verwandt, aber fettiger, glänzender. Er eignet sich ganz vorzüglich zum Schnitt, kann erhaben und vertieft bearbeitet werden, dient noch jetzo, wie seit den ältesten Zeiten, zu herrlichen Kunstwerken, die in sehr hohem Werthe stehen. Am meisten verwandt scheint ihm der edle Nephrit (Punama-oder Beilstein, pierre de haches von der Insel Taraipunama, südlich von Neuseeland), ähnlich ist der gemeine Nephrit (Jade tenace) und unser Jaspis (diosporo), nur unedler. Wie unser Carneol zum Sard, so verhält sich unser Jaspis zum orientalischen Plasma. Scharfe Grenzlinien sind bey diesen unkrystallinischen Massen nicht zu ziehen.
Der Stein war in der neuern Zeit gänzlich unbekannt, man fand in Rom, Herkulanum u.s.w. geschnittene und rohe Stücke, die von den Archäologen prime d'emeraude, Jade (ein türkisches Wort seyn soll, dschede ausgesprochen wird) auch plasma dismeraldo genannt wurden. Werner nahm diese antiken Steine zuerst in sein Mineralsystem, als die Gattung Plasma auf. Marco Polo und einige ältere Reisende erwähnen die schönen meist grünen Steine aus der Bucharey; die wichtigsten Nachrichten darüber lieferte Timkowsky (Reise durch Sina II.), anführend; dass sie ohnweit Jarkin (früher Hauptstadt von Ost-Turkestan), theils im Flusse Choton, theils auf dem steilen Gebirge Mirtschai, zum Theil in bedeutenden Massen gefunden, und grösstentheils nach Peking geführt werden. Vortreffliche Zusammenstellungen über diesen Stein lieferten: Remusat in den recherches sur la pierre de You et le Jaspe des anciens (histoire de la ville de Kotan. 1820); und Hager in Pavia im pantheon chinois 1806, (auch im giornale di fisica II. 1810).
Im Sanscrit finde ich keinen Namen für diesen Stein in Wilsons Wörterbuche; möglicherweise könnte der garud hierher gehören, der mit emerald (Smaragd) übersetzt ist.
_giök_ in Indien, wohl im Hindu;--_giuk_ in Japan und Tana; _tran_ in Tunkin;--_kin_ in Siam; _mra_ auf Ava.
_yu, yü_ (d.i. kostbar) im Chinesischen, auch _yu-sce_ (kostbarer Stein) und _tusce, ick_ in Canton bey den Juwelieren.
_jas, kas_ im Tartarischen; die Brüche für die hellen Steine heissen ak-kasch, für die dunkeln kut-kasch. Das Wort kann mit jaschil, d.i. grün, zusammenhängen.
_jachem_ im Tibetanischen, auch ehel, schel, tschuj; auch kann _gyu_ hierher gehören, was mit Türkis übersetzt wird; _jeschin_ im Bulgarischen;--_jaschb, jasb_ im Arabischen, auch _jasf, jaschm, jesin, jaschaf, jischm, chabala_. Nach Taifaschi ist der jasb meist grün und dann am schönsten, auch weiss und bläulich; sehr verwandt und von derselben Natur ist der _iism_ oder _iasm_, aber von weisser oder gelber Farbe;--_jeschim_ im Türkischen;--_jaschm_ im Persischen, auch _jascem, jiscem, jascheb, nassb_.
_nachm_ in der ägyptischen Hieroglyphen-Sprache übersetzt Champollion mit spath verd; das Wort kommt ganz mit dem persischen _nassb_ überein und wird hierher gehören, so auch _nschtons_ (d.i. Naschstein), mit pierre dure übersetzt, ferner naschtone emme wie naschtone entme mit pierre precieuse übersetzt. Ob der ohngefähr ähnlich klingende baschm--übersetzt mit basalt verd--hierher gehören könnte, muss ich dahin gestellt seyn lassen.
_jaspid, ijaspis_ im Aethiopischen;--_jaspis, haspis_ im Armenischen;--_ijaspis_ im Syrischen, ein ähnlicher Stein war der nephrtijos, woher nebrites, Nephrit;--_jaschpe, jasp, jesp_ im Hebräischen;--_[Greek: iaspis]_ der Griechen, mit den Abänderungen: aerizusa, blau; capnia, rauchfarbig; assiri, mit weissen Linien; terebinthinae, meergrün. Auch wird hierher gehören der _[Greek: nibritês]_ den Orpheus erwähnt;--_Jaspis_ der Römer, zu dem auch ähnliche Steine gezählt wurden, mit den eben erwähnten Abänderungen und andere, als: grammatias, polygrammos, jasponyx u.s.w. Ein ähnlicher Stein war der _nebrites_ (woher Nephrit in der neuern Mineralogie). Unsern Jaspis wird man zum achates gerechnet haben.
_yaschma_ im Russischen, begreift auch unsern Jaspis;--_jaspid_ im Polnischen, desgleichen _plasma di smeraldo_ der Italiener, auch _diosporo_, bey dem man unterscheidet: giallo, verde, bruno, rosso, nero antico. _plasma_ im Englischen, Französischen u.s.w.
H. _Unser Jaspis_.
Unter Jaspis verstehen wir ein grünes, gelbes, rothes, braunes, einfarbiges oder mehrfarbiges, fast undurchsichtiges, politurfähiges, quarziges Gestein, unedler als Plasma und Agath, jenen aber verwandt, das meist nur zu geringen Werken der Kunst verarbeitet wird, dem der noch unedlere Hornstein nahe stehet. Er ist häufig in Europa, am schönsten in Siberien, besonders der grüne von Orsk im Ural und der rothbandirte von Werch-Uralsk, der mehrfarbig bandirte heisst _Bandjaspis_, jaspe rubané-onyx-panaché-veiné, striped jasper.
In Syrien und Aegypten, besonders in den Wüsten, ist ein bandirter Kugeljaspis sehr häufig, welcher der dortigen Kalkformation angehört, bekannt als: Melonen vom Berge Karmel, aegyptischer Jaspis, ciotto d'Egitto im Italienischen, jaspe égyptien im Französischen; aegyptian peble im Englischen, bey dem man Augensteine, Brillensteine, Doppelaugensteine u.s.w. unterscheidet, der auch auf ähnliche Art in Sicilien vorkommt.
Im Oriente begriff man ihn unter Sard und jasb, er heisst auch bey den jetzigen Arabern jaschb, jaschm, auch roekoemi; bey den Griechen und Römern unter achates, sardonyx coecus; der Aegyptilla des Plin. ist unser ägyptischer Kugeljaspis, der achates aus Sicilien, der dortige Jaspis.
_jaschma_ im Russischen;--_jasma_, auch _drahule_ im Czechischen;--_jaspid_ im Polnischen;--_jaszpisz_ im Wlachischen;--_[Greek: iaspis]_ im Neu-Griechischen;--_diasporo_ im Italienischen und Alt-Spanischen;--_jaspe_ im Französischen;--_jasper_ im Englischen;--_jaspis_ im Dänischen, Schwedischen, Holländischen;--_sinopel_ oder _zinopel_ hiess sonst in Ungarn der rothe Jaspis.
J. _Der Heliotrop_.
_Heliotropium_ der Griechen und Römer war ein grünes Plasma mit rothen Punkten, auch wohl ein ähnlich gefärbter Jaspis, den wir jetzo mit diesem Namen bezeichnen; wie er bey den Orientalen heisst, muss ich dahin gestellt seyn lassen. Im Mittelalter findet sich auch dafür _[Greek: dialion]_.
_eliotropio_ im Italienischen;--_heliotrope_ im Französischen;--_heliotrop_ im Englischen, Schwedischen u.s.w.;--_geliotrop_ im Russischen;--_szentkö_ im Magyarischen.
K. _Der Chrysopras_.
Der Chrysopasius der Römer und Griechen mag eine Art Beryll gewesen seyn. Der chrysoprasius (topazius) wird ein gelbgrüner Flussspath gewesen seyn. Diese Namen gingen in die sich bildende neuere Mineralogie über, man begriff darunter sehr verschiedene grüne gemmenartige Steine ohne bestimmten Begriff.
In den oberen Straten des Serpentingebirges in Schlesien, besonders bey Kosemütz, liegt eine weit verbreitete sogenannte Chrysopras-Ader, mit vielen Arten von verschieden gefärbtem Quarz, auch ein schön apfelgrüner, der eine gute Politur annimmt, sich zu Schmucksteinen eignet. Seit 1741 wurde man auf ihn aufmerksamer, gewann und verarbeitete denselben; Klaproth zeigte 1788, dass die Färbung durch Nickeloxyd bedingt sey. Allmäblig beschränkte man den Namen Chrysopras nur auf dieses Fossil; im Linnéischen Systeme hiess es nitrum, fluor viride; Werner setzte es erst zu dem Talk, seit 1791 zu dem Quarz.
L. _Unsere Gattung Türkis oder Calait_.
Diess ist ein geschätzter blaugrüner, undurchsichtiger, unkrystallisirter Edelstein, der gute Politur annimmt, in kleinen, wie in ziemlich grossen Stücken vorkommt, sich hübsch ausnimmt, seit ältester Zeit viel zum Schmuck verwendet wurde. Er findet sich nur in Khorasan (Persien), von wo aus er durch den Handel überall hin verführt wurde; aber erst in jüngster Zeit hat man seinen Fundort etwas genauer kennen gelernt.
Als Surrogat dafür benutzte man lange in Europa die von Kupfer durchdrungenen, grün gefärbten, fossilen Knochen, die man besonders im südlichen Frankreich findet, glaubte: dass der wahre Türkis ähnlichen Ursprunges sey, und entfernte ihn lange aus den Mineralogien; erst durch Chardin (voyage en Perse), Agaphi (1791) und Fraser (1830) wurde sein geognostisches Vorkommen ermittelt, man erkannte ihn nun für eine eigene Mineralgattung, die Calait genannt wurde; von diesem oder dem turqoise de vielle roche unterschied man die fossilen Knochen als turqoise de nouvelle roche-osseuse [or: rocheosseuse] und odontolithe im Französischen und turchina de rocca nova im Italienischen.
_gyu_ im Tibetanischen, durch Türkis übersetzt, ist wohl unser Plasma; druga-mara und druga dakara wird auch mit Türkis übersetzt.
_perose_ im Hindu;--_perodscha_ im Sanscrit, auch _haritaçman_ d.i. grüner Stein;--_pirusa_ im Kurdischen;--_piurjeh_ im Armenischen, meist mit berillus übersetzt, wird hierher gehören, wie auch der _purjehham_;--_firuzeh_ im Persischen, auch _firozah, firoze, firuz, firusae_ mit den Arten: a) abu ishaki;--b) escheri;--c) suleimani;--d) sermune;--e) chaki;--f) abd ol-medschidi;--g) andelibi. Bey den Juwelieren heisst er auch: mescha, und der zweyfarbige ebresch;--_feruse_ im Arabischen, auch _feruzegi, peruzegi, perosao_, mit den Arten: buscechica, von der schönsten bläulichen Farbe; b) lahahica;--_ferozeh_ im Türkischen, auch _piruze, biruzeg, bihruz, peruse, peruze_;--_perosag_ im Chaldäischen, auch _tarkja, tareja, torkei, torkeja_ (woher vielleicht der Name turcosa, Türkis).
_[Greek: kalleinos]_ der Griechen, von der meergrünen Farbe (die [Greek: kallainos], bey den Römern venetus hiess);--_callais, calleina_ der Römer.
_turcosa_ im Mittelalter, auch _turchina, turchesia, torcois, torques, lapis turcicus_ (wohl von torkeja im Chaldäischen, nicht weil man ihn von den Türken erhielt).
_perudota, peritot, pelidor_, ein kostbarer Stein im Mittelalter, von dem wir weiter nichts wissen, könnte vielleicht mit dem erwähnten peruse, perosao u.s.w. zusammenhängen.
_turcia_ im neuern Latein, auch _borea_;--_[Greek: peryze]_ im Neu-Griechischen;--_birjura, borivea_ im Russischen;--_bronzusa_ im Windischen, von _bron_ das Erz;--_turchina_ im Italienischen;--_turquesa_ im Spanischen;--_turqoise_ im Französischen;--_turkois_ im Holländischen;--_turkes_ im Alt-Teutschen;--_turkis_ im Schwedischen, Dänischen.
M. _Unser Malachit_.
Ein smaragdgrünes, kohlensaures Kupferoxyd, meist seidenartig glänzend; wenn es in festen, reinen, politurfähigen, grössern Stücken einbricht, so kann es zu sehr geschätzten Zierathen und Geräthen verarbeitet werden, als Schmuckstein dient der Malachit selten. Er findet sich in den Kupferbergwerken, am schönsten nur in Siberien, hier wird er viel verarbeitet. Uebrigens dient er als Kupfererz.
_dehne_ im Persischen, wo man nach der Farbe den smaragd-knoblauch-basilicumgrünen, den dunkeln und hellen unterscheidet; der reine heisst auch _schirin_, der unreinere _telch_;--_dehnedsch_ im Arabischen, auch _dahnag, danadsch, dahanadsch_ (gemma similis smaragdo) wird hierher gehören, nicht zum Flussspathe, wie Raineri meint. Taifaschi sagt, dass er aus Kupfer entstanden sey, aus Kupferbergwerken komme und 4 Arten habe: a) efrandi, der schönste smaragdgrüne, b) indiani;--c) kermani;--d) caraki;--_dana_ im Kurdischen, ist ein smaragdfarbener Edelstein.
_[Greek: chalkosmaragdos]_ der Griechen;--_pseudosmaragdus_ der Römer, smaragdus atticus, cyprius, medicus und calchedonius (aus den Kupferbergwerken der Insel Demonesus gegenüber von Calchedon), der aus den Kupferminen kam; hierher mag auch gehören der _tanos_ des Plin., wohl mit dehne im Persischen zusammenhängend; auch mag _amphitane_ hierher gehören.
_Malachit_ im Russischen, Polnischen und den meisten neuern Sprachen (wohl von molochites) (s. den folgenden §.), _malagita_ im Italienischen;--_malachite_ im Französischen.
N. _Der Molochites der Alten_.
Der _Molochites_ der Römer (woher unser Name Malachit entlehnt seyn mag), wird als eine smaragdgrüne, undurchsichtige Gemme characterisirt, die auch zu Siegelringsteinen angewendet wurde; diese waren aber meist fein gravirt, wozu der Malachit wohl nicht taugen mag; daher scheint es sehr zweifelhaft, ob der molochites unser Malachit war; was er überhaupt für ein Stein war, muss ganz dahin gestellt bleiben. Ein ähnlicher Name fehlt in der alten und orientalischen Litteratur.
O. _Der Omphax der Alten_.
_Theophrast_ erwähnt den [Greek: omphax] als grünen Stein, der zu Siegelringen diente (der Name wird zusammenhängen mit omphacium, d.i. Oehl aus unreinen Oliven, oder Saft aus unreifen Weintrauben--onfak im Arabischen). Was dies für ein Stein war, stehet zur Zeit nicht zu ermitteln, da ein ähnlicher Name nicht weiter bekannt ist.
Von diesem omphax ist der Name omphacit in unserer Mineralogie entlehnt, für einen körnigen Augit in Gemenge mit Granat u.s.w., der besonders im Fichtelgebirge vorkommt, mit dem omphax gar keine Relation hat.
P. _Unsere Gattung Idocras oder Vesuvian_.
In den Laven des Vesuv kommen schöne grüne und braune Krystalle vor, die eine ziemliche Politur annehmen und geschliffen den Namen vesuvianische Edelsteine,--gemmes de Vesuv--auch Chrysolith, Hyacinth, Topas heissen. Diese Gattung kommt in andern Gegenden, zum Theil noch schöner vor, so vorzüglich in Siberien am Baikalsee u.s.w. Werner fixirte diese Gattung, die man früher zum Hyacinth oder Schörl rechnete, nannte sie Vesuvian, Hauy (1801) Idocrase, welcher Name in die neuern Sprachen überging; im Russischen bezeichnet man den Stein meist als _Wiluit_ weil er sich am Wilui in Kamtschatka findet.
Wahrscheinlich war der Stein schon dem Alterthume bekannt, wurde auch wohl benutzt; aber wir wissen nicht, unter welchem Namen.
Q. _Unsere Gattung Epidot, Pistacit, Thallit_.
Ein kristallinisches grünes Fossil, zuweilen so schön gefärbt und politurfähig, dass es als Schmuckstein dient. Es findet sich ziemlich häufig in Europa, besonders in Schweden, auch in Indien, in Gesellschaft von Korund. Es wurde früher zum Schörl gerechnet, Werner fixirte die Gattung als Pistacit, Hauy nannte sie Epidot, auch gab man die Namen: Arendalit, Akantikon, Delphinit, Thallit, Oisinit u.s.w. Dem Alterthume mag die Gattung bekannt gewesen seyn, da sie auch in Indien vorkommt; aber wir wissen nicht, unter welchem Namen.
R. _Unsere Gattung Augit oder Pyroxene_.
Ein sehr verbreitetes krystallinisches Mineral von schwarzer und grüner Farbe, besonders häufig in den Basalten und Laven, wird aber technisch nicht angewendet. Es wurde früher zum Schörl gerechnet; Werner fixirte die Gattung als Augit, Hauy nannte sie pyroxène; sie hat viele Arten, die zum Theil besondere Namen erhielten, als: Diopsid, Sahlit, Malacolith, Alalit, Mussit, Kokkolith u.s.w.
Weil das Fossil in Italien sehr häufig ist, wird man es auch im Alterthume beachtet haben. Den schwarzen, an Augiten sehr reichen Sand und Trass der Gegend von Rom nannte man nach Vitruv: arena carbunculus; wahrscheinlich rechnete man daher die Augite zur Gattung carbunculus, d.i. zu unsern Granat.
Den Augites (woher der Name für unsern Augit entnommen) führt Plinius nur beyläufig an, bemerkend: dass man ihn meist verschieden von callais halte; er war daher unserm Türkis ähnlich, oder eine Abänderung desselben, hatte daher mit unserm Augit gar keine Relation.
S. _Die Gattung Hornblende oder Amphibole_.
Vom Augit kaum wesentlich verschieden, ein Fossil von schwarzer oder grüner Farbe, meist blättrich, auch strahlig, dann Strahlstein, Tremolith genannt. Hat keine technische Anwendung. Die Krystalle sind häufig in den Laven und Basalten. Die blättrige Hornblende erscheint häufig als Felsart, besonders mit Feldspath, Quarz und Glimmer, bildet hier den Syenit (s. unten Marmor), auch mit Feldstein den Diorit oder Grünstein, und wenn sie hier sehr vorwaltend erscheint, das Hornblendgestein, Amphibolith oder Aphanit, von fast schwarzer Farbe, das von den alten Aegyptiern vorzugsweise zu ihren Götterstatuen angewendet wurde, der _basanites_ der Alten (basalte nero der Italiener) war. Auch in Kaschmir findet sich diess zähe Gestein häufig zu Bildwerken angewendet. Die labradorische Hornblende, auch Paulit und Hypersten genannt (dwulitschnewaja obmana im Russischen, ipersteno im Italienischen), von Labrador, aus Grönland u.s.w., zeichnet sich durch ein eigenthümliches Schillern aus, war aber dem Alterthume und Oriente wohl nicht bekannt, wurde 1789 von Werner characterisirt.
Die Hornblende wurde früher zur Gattung granatus und basaltes gerechnet, die man später Schörl nannte (die höchst verschiedene Fossilien umfasste); Wallerius nennt sie 1772 granatus vulgaris; Linné (1768), Borax margodes;--Romé de l'Isle 1783: Schörls en masse;--der Name stammt wohl aus dem Schwedischen, wo hornblände eigentlich Zinkblende bedeutet; in Schweden nannte man aber unsere Hornblende früher meist corneus spatosus. Werner fixirte die Gattung unter diesen Namen 1788, Hauy nannte sie amphibole (schwankend).
_yu-tsing-chy_ ist der Tremolith im Chinesischen, auch _yang-ky-chy_ und _pe-yang-chy_.--_tsillampo_ im Magyarischen;--_obmanka, rogowaja blenda_ im Russischen, ist Hornblende, lutschistoi kamenj ist Strahlstein, _gimoraz, jinoraz_ im Czechischen;--_hornblende_ in den neuern Sprachen.
T. _Die Gattung Diallage und Smaragdit, sonst auch prisme d'emeraude genannt_.
Ein grünes, blättriges, meist in Serpentin eingewachsenes Fossil, mit einem eigentümlichen Schillern, das für sich keine Anwendung hat. In dem Gemenge mit Serpentin und Feldstein bildet es ganze Felsmassen unter den Namen Euphotid, Gabbro, granito di gabbro, verde di Corsica, granito del impruneta. Dieses Gestein dient zu Werken der Kunst, ist häufig in Italien, wurde im Alterthume viel angewendet; aber wir wissen nicht, unter welchem speciellen Namen, im Allgemeinen rechnete man es gewiss zum Marmor.--Saussure hob die Gattung als Smaragdite heraus, Hauy nannte sie Diallage, Werner rechnete sie zum Strahlstein.
* * * * *
#§. 5. Gelbe Gemmen und verwandte Gesteine#.
A. _Unsere Gattung Topas_.
Der Juwelier bezeichnet meist alle gelben Edelsteine mit dem Namen Topas, wie gelben Korund, gelben Spinell u.s.w.; mineralogisch ist die Gattung durch Krystallform, Härte, Schwere und chemischen Gehalt scharf begrenzt, hat verschiedene Farben.
Ceylon, wie ganz Indien, so reich an allen andern Edelsteinen, hat merkwürdiger Weise gar keine Topase, oder wenn sie sich hier finden sollten, was hier und da behauptet wird, so erscheinen sie wenigstens als höchste Seltenheit; was der Juwelier orientalischen Topas nennt, ist meist gelber Korund, der sary jakut der Orientalen.
In Sachsen finden sich die schönen weingelben Topase (früher Chrysolith genannt), die dem Oriente und Alterthume wohl fremd waren. In Brasilien sind rothe, grüne und wasserhelle Topase ziemlich häufig, die im gemeinen Leben oft als Rubin und Sapphir bezeichnet werden. In Siberien gewinnt man in jüngster Zeit viel Topas, besonders im Ural bey Miask, der meist wasserhell ist, und bey Mursinsk von meist bläulicher und grünlicher Farbe. Diesen siberischen Topas wird das Alterthum gekannt haben, verband ihn wahrscheinlich mit Smararagd oder Beryll, mit welchem letztern er häufig zusammen vorkommt; da hier aber keine gelben Topase vorkommen, so wird das Alterthum und der Orient schwerlich gelbe Edelsteine mit dem Namen Topas bezeichnet haben. In Jekatharinenburg in Siberien, wo viel siberische Topase geschliffen werden, nennt man diese--ich weiss nicht weshalb--_tjeschelowes, tjejelowjesi_, was heissen soll: die schwerwiegenden (von wjes das Gewicht und tjesolui schwer); als _topazi_ aber bezeichnet man die farbigen Abänderungen des Bergkrystalles.
In der Sanscrit-Litteratur ist ein Name für den gelben Topas (der Mineralogen) gar nicht zu erwarten; wenn daher Wilson, Pott und Andere den Namen von gelben Edelsteinen, wie: pita, pitasara, pitaspatica, pitamane mit Topas übersetzen, so wird diess--mineralogisch genommen--unrichtig seyn; diese Edelsteine werden zum gelben Korund oder einer andern Mineralgattung gehören; dasselbe ist der Fall mit pitaçma und gomedaka im Bengalischen, mit manikang, kunig, puresjeragan im Malaiischen, pusperajan im Ceylonesischen u.s.w., die alle wohl irrthümlich mit Topas übersetzt werden.
_tobadsch_ heisst im jetzigen Türkischen unser Topas, welches Wort aus den europäischen Sprachen entlehnt seyn mag, obwohl top und adsch türkische Sylben seyn können, was ich nicht weiss; auch soll man ihn sofja taschi und sirtcha (welches Wort persischen Ursprunges seyn soll) nennen, auch kibris elmasi (Diamant von Cypern) und kibris taschi (Stein von Cypern), die zum Bergkrystall gehören werden.
Das Wort _topas_, das aus Aegypten stammen mag (wo es unsern Flussspath bezeichnet haben mag), ist in alle europäischen Sprachen übergegangen; topas im Englischen, Schwedischen, Magyarischen; topaas im Holländischen; topazio im Spanischen und Italienischen; topass im Polnischen, Windischen, Czechischen.
B. _Der topazion der Alten und der pitdan der Hebräer_.
_paz_ im Hebräischen wird mit topazion übersetzt. _tuphasjon_ im Syrischen. _[Greek: pazon]_ (wie paz im Hebräischen), _[Greek: topazion]_ (wie tuphasjon) im Griechischen, topazius der Römer. Ueber diesen Stein haben wir durch griechische Schriftsteller verständige Nachrichten, sind nicht allein auf den kritiklosen Plinius angewiesen.
Strabo 16, 198 sagt: der topazion von der Insel Ophiodes bey Aegypten ist ein goldgelber ([Greek: chrysoeidês]), durchsichtiger Stein, welcher derartig glänzt (leuchtet), dass man ihn am Tage nicht sehen (unterscheiden) kann; nur während der Nacht wird er von den Einsammlern bemerkt. Diodor. Siculus III. 3 sagt: der topazion ist glasartig ([Greek: hyalô paremephrês]), goldgelb ([Greek: enchryson]), findet sich in Felsen; wegen des Sonnenlichtes kann man ihn am Tage nicht sehen, _bey Nacht leuchtet er im Dunkeln_. Agatharchides sagt dasselbe, nennt ihn einen undurchsichtigen, glasartigen, gelben Stein; Orpheus de lapidibus wiederholt das Gesagte, bemerkend: dass er zu magischen Zwecken diente.
Plin. 37. 32 führt aus dem Juba an: die Insel Topazon habe ihren Namen von topazin, oder--wie ein Manuscript liest--opazum, was in der Sprache der Trogloditen (d.i. in der ägyptischen) suchen heisse. Die Arsinoe, Gemahlin des Ptolomaeus Philadelphus habe aus diesem Steine eine Statue von 4 cubitus Höhe (5' 7" rheinländisch) erhalten, die in dem delubrum aufgestellt sey. Als Arten unterscheide man: den prasoides und chrysopteros von lauchgrüner Farbe.
In der neuern Zeit hat Bruce (Reise nach den Quellen des Nils I. Pag. 255) die Topasinsel (die in der Landessprache Jibbel siberget oder zumrud heisst) besucht; er fand hier Stücke von einem grünen, adrigen, wolkigen, zerbrechlichen Gestein, nicht so hart als Quarz, die siberget und bilur vom Volke genannt wurden. Ob hier ein neuerer Reisender genauere Untersuchungen gemacht hat, ist mir nicht bekannt geworden.
Der _[Greek: topazion]_ der in grossen Massen vorkam, glasartig und weicher war, wie alle Gemmen, gelbe und grüne Farben hatte, zeichnete sich dadurch aus: dass er, von der Sonne am Tage beschienen, in der Dunkelheit leuchtete, d.i. phosphorescirte. Kein Fossil phosphorescirt so stark und so leicht als der Flussspath in gewissen Abänderungen, besonders der meist smaragdgrüne Chlorophan aus Siberien; liegt dieser im Sonnenlichte, und man bringt ihn dann ins Dunkle, so leuchtet er so stark, dass man nahe Gegenstände dabey erkennen kann.
Wohl ohne Zweifel war hiernach der topazion unser Flussspath, besonders unser Chlorophan oder stark phosphorescirender Flussspath; dieser hiess topazion, wenn er gelb war, chrysoprasius bey gelbgrüner Farbe (aus dem man auch Gefasse [Gefässe] und grössere Gegenstände verfertigte), und bey grüner Farbe pazion, prasion, prasoides.
Diese Namen sind allmählig auf ganz verschiedene Gesteine übertragen worden; der topazion auf unsern Topas; der Chrysopras auf unsern Chrysopras, einen politurfähigen grünen Quarz, und der prasion auf unsern Prasem, einen grünen gröberen Quarz.
Sonderbarer Weise stehen Flussspath und Topas in einer gewissen innern Relation, sie enthalten beide, wenn auch in verschiedenen Quantitäten, Flusssäure und nach den Beobachtungen von Freisleben (geognostische Arbeiten V. Pag. 232) gehen beide in einander über.
* * * * *
_pitdah_ im Hebräischen war einer der 12 Edelsteine im Schmucke des Hohenpriesters bey den Juden, der im Griechischen mit _[Greek: topazion]_ übersetzt wird, im Syrischen mit sorjo, im Chaldäischen mit jarkan, jarukta (d.i. grünlich), im Arabischen mit asphax. Braun (de vestitu sacerd.) sucht zu zeigen: wie durch eine leichte, in den semitischen Sprachen häufige Verwechselung der Buchstaben aus topaza, topza, topda, pitdah wird, welche Etymologie ich ganz dahin gestellt seyn lasse. War der topazion der Griechen unser Flussspath, so kann er nicht wohl der pitdah der Hebräer gewesen seyn, denn ein Stück Flussspath würde sich neben den andern kostbaren Edelsteinen im Schmucke des Hohenpriesters nicht gut ausgenommen haben.
Ich sollte meinen: es möchte ein Zusammenhang Statt finden zwischen pitdah im Hebräischen, mit _pita_ im Sanscrit und den indischen Sprachen, womit man die gelben indischen Edelsteine bezeichnet, den gelben Korund, Spinell u.s.w. (der Topas der Juweliere, nicht der Mineralogen), dafür spricht auch: dass im Persischen der pitdah durch laal übersetzt wird, der unser Spinell oder Zirkon war.
C. _Der Bernstein_.
Der Bernstein, obwohl ein fossiles Baumharz, gehört doch zu den Mineralien, und vorzugsweise zu den Schmucksteinen. Er ist von gelber Farbe, die sich ins Weisse verliert, oft einen Stich ins Rothe hat; durchscheinend, oft ganz durchsichtig und stark electrisch. Er findet sich zwar in vielen Gegenden, am häufigsten, schönsten, und in grössten Stücken nur an der Ostseeküste, vorzüglich an der preussischen und bey Palmünken, theils in der Erde, meist als Auswurf des Meeres, hier ist er seit den allerältesten Zeiten gewonnen, und auffallender Weise scheint seit Jahrtausenden eine fast gleiche Quantität Bernstein ausgeworfen zu werden, der Ertrag sich nicht zu mindern. Die kleinen, schlechten Stücke dienen, besonders im Oriente, zu Räucherwerk; übrigens wird der Bernstein als Schmuck verarbeitet, der jetzo, wie in ältester Zeit, im Orient und Occident ein sehr gesuchter und verbreiteter Artikel ist. In den germanischen alten Gräbern findet man sehr vielen und sehr schönen Bernstein, der bey den Römern und bey den Griechen in allerältester Zeit sehr allgemein als Schmuck diente. Der Bernsteinhandel war vorzüglich in den Händen der Phönizier, die bis in die Ostsee schifften und dem ganzen Oriente diesen gesuchten Artikel zuführten. Der Bernstein umschliesst nicht selten kleine Insekten und Pflanzen, die sich auf das Vortrefflichste erhalten haben. Schon im Alterthume beachtete man diese, wie die electrische Eigenschaft.
_pe_ im Chinesischen; mila-pe der gelbe, hue-pe und chu-pe der röthliche;--_hupa_ im Mandschu, auch chupa und boissile;--_bhour-len, burlem_ im Tibetanischen, auch wird spasa-schela hierher gehören.
Wie im Sanscrit der Bernstein heisst, habe ich nicht gehörig ermitteln können; tailasphatica (d.i. Oehlkrystall) soll Bernstein seyn, dieser ist aber nicht krystallinisch; auch tringrahin (d.i. Grasanzieher), was auch Turmalin seyn kann; mir scheint es wahrscheinlich, dass man den Bernstein unter pita begriffen hat, womit man gelbe Edelsteine bezeichnete.
_ivgit kajungar saet_ im Gröländischen;--_amber kerning_ im Malaiischen (ob aus dem Englischen?);--_sath_ im Armenischen, auch kahribar (wohl aus dem Persischen), pazmakoum wird mit electrum übersetzt;--_kawake_ im Japanischen;--_kahruba, kuhroabo_, auch _kepur_ im Hindu (wohl aus dem Persischen);--_kahrub, karabe, kahruba_ im Persischen (von kah und rubah, d.i. der Räuber von Spreu, wegen der electrischen Anziehung);--amber ist das wohlriechende Harz, der ambra ambrosiaca;--_karabe, kahrab, karabah_ im Arabischen;--_kehribar_ im Türkischen;--_karaweh_ im Georgischen;--_keherbai_ im Bucharischen;--_charbe_ im Aethiopischen;--_prud_ im Alt-Slawischen;--_jantar, yantare_ im Russischen und Serbischen;--_jantar_ im Polnischen, auch _bursztyn_;--_gantar_ im Czechischen, auch _cistee, czistec, aksteyn_;--_giantaras_ im Litthauischen;--_sihtars, dsinters_ im Lettischen;--_jantar_ im Illyrischen, auch _kechribari_ (aus dem Wlachischen);--_gentar_ in der ausgestorbenen Sprache der alten Preussen, die an der Ostsee wohnten, von wo der Bernstein und mit ihm der Name in die entferntern Länder ging;--_gyantar_ im Magyarischen, auch _sarga gyenta_;--_cistec_ im Mährischen und Slavonischen.
_burzhen_ im Kärnthischen, auch _okstar_ (was mit jantar zusammenhängen mag);--_bureen_ im Krainerischen und Windischen, auch _smolski kamen_;--_burstin_ im Illyrischen, Bosnischen, Ragusanischen und Croatischen, hier auch _burcham_ und _okstar_;--_börnstein_ im Alt-Teutschen; gewöhnlich, vielleicht irrthümlich leitet man das Wort von bernen, d.i. brennen ab; ein Zusammenhang mit den erwähnten slawischen Wörtern scheint vorhanden, ob diese aber slawischen Ursprunges sind, lasse ich dahin gestellt seyn.--Auch _agtsteen, aidstain_, was von aiten, d.i. brennen herkommen soll;--_bornsteen, barnsteen, brandsteen_ im Holländischen;--_bernstein_ im Dänischen, auch _rav_.
_raf_ im Lappländischen;--_reef, rief_ im Alt-Finnischen; _raf_ im Schwedischen;--_gles, glys_ im Alt-Schwedischen;--_rafur, rafr, raf_ im Isländischen; auch _glar_;--_rypte_ in der Edda.
_kichrimbar, chirimbaru, kirimbarjü_ im Walachischen;--_kechrembari_ im Neu-Griechischen.
_glesum_ in der Sprache der alten germanischen Aestyer (nach Tacitus, Germ. 46), die an der Ostsee wohnten und der keltischen Nationalität angehörten. Das Wort wird zusammenhängen mit glain im Wälschen, das Durchsichtige, das Juwel, die Hals- und Rosenkranz-Perle oder Kugel (als Halsschmuck diente der Bernstein vorzugsweise bey den keltischen Völkern);--_gles, glas, glesum_ im Friesischen und längs der Ostseeküste;--_glaes, glaere, glayre, glies_ im Angelsächsischen;--_glesum_ im Alt-Esthnischen, nach neuerer Mundart: merre kiwwi d.i. Strandstein.
_goularz_ im Bretonischen;--_gwefer_ im Wälischen (von gwef, klar);--_omar_ im Gälischen, _ombra_ im Irischen;--_ambar, ambre_ im mittelalterlichen Latein; _[Greek: amper, ampra]_ im mittelalterlichen Griechisch, damit bezeichnete man vorzüglich den nordischen Bernstein (den von der Küste des mittelländischen Meeres, mit [Greek: soukinon]);--_amber_ im Englischen;--_amber jaune_, auch _succin_ im Französischen, früher auch carabe (der arabische Name);--_ambar_, auch _succino, carabe_ im Spanischen;--_ambra gialla_, auch _succino_ im Italienischen;--_alambre_, auch _charabe_ und _electro_ im Portugiesischen.
_sakel_ im Alt-Aegyptischen, wie Plinius anführt;--_sakal_ im Koptischen;--_sakal_ im Hebräischen, war ein Ingredienz zum Räucherwerk, wohl ohne Zweifel Bernstein;--_tharschisch_ im Hebräischen, wird--wie Bredow (historische Untersuchungen II.) auszuführen sucht, der Bernstein (als Schmuckstein) gewesen seyn; auch könnte vielleicht der _schechlet_ hierher gehören.
Die jetzigen Bernsteinhändler sortiren ihre Waare nach der Grässe der Stücke; die vierte Art, wo die Stücke klein sind, unter einem Lothe wiegen, heisst cakon, sakon, tschakon, welche Namen Ähnlichkeit mit sakal haben; es könnte diess eine alte germanische Bezeichnung seyn, die nach Aegypten übertragen wäre.
_sachal_ im Syrischen, nach Plinius auch _harpax_.
_electro, ilectro_ im Phönizischen;--_[Greek: êlektron]_ im Griechischen, wohl aus dem Phönizischen, da man durch die Phönizier den Bernstein erhielt; man unterschied: leyk-chry-electron und subalternikon, den weissen, gold- und feuergelben, [Greek: makatos] scheinen grosse Bernstein-Klumpen gewesen zu seyn. Hiervon stammen unsere Namen: electrisch, Electricität u.s.w.;--_electrum_ der Römer, auch _succinum_ (vielleicht von succus der Saft der Gewächse, weil der Bernstein ein Baumharz ist), man unterschied den weissen (candidum), rothgelben (fulvus) und hochrothen; der _myrmecites_ und _cantharius_, wird Bernstein mit Insekten gewesen seyn.
_sacrium_ im Alt-Scythischen nach Plinius, aber wahrscheinlich ist dieser Name nicht correct geschrieben, er könnte mit sakal zusammenhängen; Schlözer schlägt vor satrium, was mit sihtars im Lettischen Aehnlichkeit hat.
* * * * *
#§. 6. Blaue Gemmen und verwandte Gesteine#.
Die wichtigste blaue Gemme ist der Sapphir, die aber mineralogisch nur eine Art des Korund ist (s. oben). Blaue Abänderungen haben auch andere Edelsteine, als der Spinell, Zirkon, Turmalin u.s.w.
A. _Unsere Gattung Peliom_.
Ein blauer, krystallisirter Edelstein, zuweilen mit einem sternfarbigen Lichtscheine, etwas weicher als Sapphir, diesem sonst höchst ähnlich und erst neuerlichst mineralogisch von ihm getrennt. Bey den Juwelieren heisst der hellere--Wassersapphir, der dunklere--Luchssapphir. Er findet sich in Indien, Siberien, Spanien, Brasilien u.s.w., war den Alten und Orientalen gewiss bekannt, aber nicht vom Sapphir unterschieden.
_peliom, dichroite, cordierite, iolite_ im Französischen und ähnlich in allen neuern Sprachen.
B. _Die Gattung Lasurstein mit Ultramarin_.
Der Lasurstein ist ein, seit den ältesten Zeiten bekannter lasurblauer, unkrystallisirter, undurchsichtiger Schmuckstein, der zum Theil in bedeutenden Stücken einbricht, häufig krystallisirten Schwefelkies eingemengt enthält, sich nur in der Bucharey, am Baikal-See, im Badakschan findet. In den Mineralsystemen hat er einen sehr wechselnden Platz gehabt; Guyton glaubte zuerst 1801, dass das geschwefelte Eisen der färbende Stoff sey.
_tschingt-chan_ im Chinesischen, ist der dunkle, _zuisang_ der hellere.
_nilaa_ (d.i. der blaue) im Hindu;--_whidurga_ in Bengalen;--_vaidurga, viduradscha_ im Sanscrit, auch nilopala (der blaue Edelstein), balaradscha, balawajadscha, balasurga, gawarka, kaitawa, keturatna, abrahoha.
_lazuwerdi_ im Malaiischen, auch _godschasm_;--_ladwery_ im Türkischen (latschmore ist Veilchenblau);--_ladschiwerd_ im Persischen, auch _langswerd_ und _lazuard_, mit den Arten: a) bedadschi;--b) gurdschi;--c) dermari;--d) kermar.--(_lazur_ ist das Ultramarin). Am Fundorte, in Badakschan unterscheidet man 3 Arten: a) ladschword nili, den indig-blauen;--b) -asmani den hellblauen;--c) suvsi, den grünlichen;--_landschiwer_ im Arabischen, auch _asurad, zemech, zumelazuli_ (von azul, der Himmel), _alzagur, hagiar alzemar, maha_ (lazur ist Ultramarin);--_lasrad_ im Syrischen, auch _satphiros_ (von saphilo, blau).
_samper_ im Aethiopischen, auch _sofor, sophor_;--_saphir_ im Chaldäischen, auch _esphor_; schabsis wird mit sapphirus übersetzt;--_saphir_ im Hebräischen; bey den Rabbinen auch sampurian, sampurina;--_[Greek: sappheiros]_ der Griechen (daher unser Name Sapphir für einen ganz andern Stein);--_sapphirus_ der Römer;--_[Greek: zaphirys]_ im Mittelalter, auch [Greek: zêphyros, zaphêrê], cyaneus, lazur, lazurium, lapis armenius;--_llasur_ im Wälschen, _azura_ im Gälischen;--_[Greek: petra lazoulê]_ im Neu-Griechischen; _lapis lazuli_ im neuern Latein.
_iasurick_ im Russischen, auch lazourewoi kamene; _lazur_ im Polnischen; _lasura_ im Windischen;--_sagasilje_ im Bosnischen;--_lazukö_ im Magyarischen;--_azur_ im Französischen;--_azurstone_ im Englischen;--_lazursteen_ im Holländischen, Dänischen, Schwedischen.
Anhang.
_Unser Ultramarin_.
Aus dem Lasursteine bereitet man die schönste, aber sehr kostbare blaue Farbe--das Ultramarin--die bey den Chinesen schon längst, besonders in der Porzellanmalerei angewendet wurde; die orientalischen Völker kannten sie, auch wahrscheinlich die alten Griechen, die sie [Greek: lazourion] genannt haben mögen; häufiger benutzte man ein blaues Kupferglas (s. unten Kupfer) und die Smalte, d.i. Kobaltglas (s. dieses). In der neuern Zeit war es Vanuccio Biringoccio, der 1545 die Bereitung des Ultramarin lehrte (den er sehr von der azurra del Alemagno (Schmalte), unterschied).
_lazur_ im Arabischen;--_[Greek: lazourion, lazouri]_ der spätern Griechen;--_lazurium_ im mittelalterlichen Latein, auch _color graecus_;--_ultramaro_ im Spanischen;--_ultramarino_ im Portugiesischen;--_outre-mer_ im Französischen;--_ultramarine_ im Englischen, Schwedischen u.s.w.
C. _Unsere Gattung Cyanit, oder Disthène, auch Sapphirspath, Sappare_.
Ein krystallisirtes Fossil, meist von schön himmelblauer Farbe, auch weiss und geflammt, in langen rhomboedrischen Prismen, oft durchsichtig, stark glänzend, sehr hart und fast ohnschmelzbar. Aus Indien kommen, wenn auch nicht häufig, geschliffene Cyanite, die man gern für Sapphir verkauft, auch Sapphirspath nennt. In Europa findet er sich weniger schön, in Glimmerschiefer eingewachsen, hat keine technische Anwendung. Den sogenannten blauen Schörl aus Tyrol fixirte Werner 1785 als die Gattung Cyanit, entlehnte den Namen von Cyanos der Griechen, der unser Kupferlasur war. Saussure analysirte das Fossil, und nannte es 1789 Sapparre.
Der Orient und das Alterthum wird den Cyanit gekannt, und wohl mit dem Sapphir (dem nila und jakut) verbunden haben; wir wissen aber nicht, unter welchem speciellen Namen.
_disthène_ der Franzosen, auch _saparre_, früher beril feullété und schörl bleu;--_disteno_ im Italienischen und Spanischen;--_kyanite_ im Englischen;--_kyanit_ im Schwedischen, Dänischen, früher auch _egkö_ im Magyarischen.
D. _Der Amethyst_.
Er ist ein violblauer, durchsichtiger, meist krystallisirter Quarz, der viel zu Siegelringsteinen und verschiedenen Schmuckgegenständen dient. Er ist häufig in Indien und Ceylon, wo er von besonderer Schönheit gefunden wird, auch, aber weniger schön, in Europa. Er hat nur geringen Werth.
_tsi-chy-yng_ im Chinesischen;--_sevandi_ im Ceylonesischen;--_seandi, scuandi_ im Malabarischen; pudi und permata-puti heisst ein Edelstein, der wahrscheinlich auch Amethyst ist; _zebugaong_ auf Awa.
_dschamschat_ im Arabischen, auch _giamest, dschamsat, dschemeat, gebellecum_ mit 4 Arten, a) wo lebhaftes Himmelblau und Roth gleichmässig vereiniget sind; b) wo das Rothe vorsticht; c) wo das Blau vorherrscht; d) wo die Farben getheilt sind. Wenn man Wein aus Bechern von diesem Steine trinkt, soll man nicht berauscht werden.
_tabheagh, tabhaya_ im Chaldäischen, auch wird enegla, een egla (d.i. Kalbsauge) mit Amethyst übersetzt;--_achlama, ahlama_ im Hebräischen.
_amothostos, ametestinos_ im Aethiopischen;--_amethystos_, im Koptischen. (Aus Aegypten mag der Name zu den Griechen gekommen seyn, von diesen zu den Römern und zu uns);--_dschemist_ im Türkischen, auch _dschebellokun, dgebilkon, dschalzagum_;--_amyethos_ im Armenischen, mit Granat übersetzt, mag hierher gehören;--_amothostos_ im Syrischen;--_[Greek: amethystos]_ im Griechischen, auch im Neugriechischen.
_amethystus_ der Römer mit mehreren Arten, nach der Intensität der Farbe; die eine Art hiess nach einem indischen Worte (sacon) sacondion, sapenus, auch pharanites.
_[Greek: sokondios]_ hiess im Mittelalter ein Edelstein, der nicht näher characterisirt wird, aber der sacondion des Plinius seyn wird, vielleicht mit sevandi im Ceylonesischen zusammenhängt.
_metist, ametist_ im Russischen;--_amatyst_, auch _upren_ im Czechischen; _ametyst_ im Polnischen;--_ametiszt, közonseges, ametisztus_ im Magyarischen;--_amethnit, amethistu_ im Wlachischen;--_amatisto_ im Italienischen und Spanischen;--_ametisto_ im Portugiesischen;--_amethyste_ im Französischen;--_amethyst_ im Englischen, Schwedischen und übrigen neuern Sprachen.
* * * * *
#§. 7. Weisse Gemmen und verwandte Steine#.
Hierher stellt man gewöhnlich auch das Katzenauge, das schon oben erwähnt ist.
A. _Der Opal, Edelopal_.
Er ist ein unkrystallinisches Kieselhydrath, meist von weisser Farbe, ausgezeichnet durch das herrlichste Farbenspiel, das bey keinem andern Mineral derartig vorkommt, daher er ein beliebter Schmuckstein ist. Er spielt mit blauen, gelben, rothen und grünen Farben, kommt nur in kleinen Nieren vor, so, dass ein nussgrosser Stein zu den höchsten Seltenheiten gehört. Er findet sich nicht in Indien, sondern allein in Ungarn bey dem Dorfe Czerwenizka zwischen Kaschan und Eperies, in kleinen Partien eingewachsen in ein porphyrartiges Gestein. Ungarn (sonst Dacia) war in alter Zeit ein cultivirtes, blühendes Land, mit wichtigem Bergbau. Es ist daher nicht unwahrscheinlich, dass vor der römischen Zeit schon die Opalgruben betrieben wurden; aber nachweisen lässt es sich nicht. Der Opal, der sich an ein Paar andern Punkten findet, ist ohne Bedeutung, nur eine mineralogische Seltenheit.
Ob man im Alterthume und Orient den Edelopal gekannt, ihn aus Ungarn bezogen hat, ist zwar wahrscheinlich, aber noch zweifelhaft. Wenigstens im Mittelalter (vermuthlich also auch früher) muss die Opalgräberei hier stark betrieben seyn, ging aber in der spätem Zeit ganz ein, denn der alte ungarische, walachische und moldauische Nationalschmuck der Frauen prangte stets mit den schönsten Opalen, diess ist auch der Fall mit den sehr alten Pocalen und Waffen der dortigen Gegenden. In jenen Zeiten (daher auch wohl früher) werden diese Steine durch griechische Kaufleute nach Asien verführt seyn, und von da kamen sie vielleicht, unter dem Namen der orientalischen Opale, auf andern Wegen nach Europa zurück. Die Opalgräberey hat dann Jahrhunderte hindurch gelegen, war fast ganz in Vergessenheit gekommen; erst seit 1775 begann sie wieder bey Cherwenitza (zwischen Kaschan und Eperies), wird seit 1788 regelmässig betrieben. Jetzo gehen fast alle gewonnenen Opale nach England, man kann sie fast nur von daher erhalten.
Aus der griechischen Zeit scheinen Opale auf uns gekommen zu seyn, werden wenigstens in manchen Sammlungen von Antiken erwähnt, auch hat man Glasflüsse, dem natürlichen Steine täuschend ähnlich.
Der Name Opal stammt wahrscheinlich aus dem Sanscrit, wo _opalo_, auch _upala_ überhaupt ein Juwel, kostbarer Stein heisst; nur in Zusammensetzungen ein bestimmtes Mineral (wie nilopala, d.i. blauer, unser Sapphir).
Im Polnischen heisst upala das Feuer; aber daher kann der schon den Römern bekannte Name wohl nicht stammen.
_pandumrittika_ im Sanscrit (d.i. blasse Erde) übersetzt Wilson mit Opal; _wadschraba_ im Bengalischen übersetzt Carey mit the precious opal;--_komala, kumala_ im Malaiischen (vielleicht mit opala verwandt) ist ein Edelstein von ausserordentlicher Schönheit, von Gestalt der Wassermelone, und dem Glanze der Sonne; aber es ist unbekannt, welchen Stein man damit bezeichnete.
_[Greek: opalys, opallios]_ der Griechen und _opalus_ der Römer kann der Beschreibung nach nur unser Edelopal gewesen seyn, wenn wohl als Fundort vorzugsweise Indien angegeben wird, von woher auch wahrscheinlich der Name kam. Dass man in Griechenland und Aegypten Edelopale hatte, sie auch auf das Vollkommenste in Glas nachmachte, leidet wohl keinen Zweifel. _paederos_ oder _paederonta_ der Römer, der nach Plinius sangenon in Indien, tenites in Aegypten hiess, scheint ein ähnlicher, aber schlechterer Stein gewesen zu seyn; der hexecontholithus des Plinius hatte auch viele Farben, so auch der [Greek: pantarbas], den Ctesias erwähnt, über die sich gar keine Conjectur machen lässt.
Im Mittelalter hiess der Edelopal [Greek: orphanos], _orphanus_ (vielleicht durch einen Schreibfehler aus opalus entstanden) und im Teutschen (wohl durch Uebersetzung) der _Weese, Weise_ (d.i. vaterlose), _Wieselstein_, auch _Firmamentstein_.
Im Italienischen und Portugiesischen nannte man ihn früher auch _girasole_ und _scambia_, womit eigentlich unser Mondstein und Adular, auch der Sternsapphir bezeichnet wurde.
_opal, telköbanykö_ im Magyarischen;--_opalul_ im Wlachischen;--_opal nastojaschtschi_ im Russischen, _opal_ auch in den andern slawischen Sprachen;--_opale noble_ im Französischen;--_opalo nobile_ im Spanischen und Portugiesischen;--_opal precious_ im Englischen.
B. _Der Halbopal und Hydrophan_.
Der _Halbopal, gemeine Opal, Jaspopal_ ist ein Kieselhydrat ohne Farbenspiel, weiss, gelb, roth, braun, zuweilen mit Holzstructur, ein in gemeinen Opal versteinertes Holz (wood opal im Englischen); er nimmt eine ziemliche Politur an, wird aber doch nur sehr wenig technisch, zu Bijouterie-Gegenständen verwendet. Ob er im Alterthume und Orient benutzt, und wie er genannt wurde, wissen wir nicht.
_opal fatty, opal jel_ im Magyarischen;--_obyknowenny opal, polu opal_ im Russischen;--_semio-opal; common opal, jasper opal_ im Englischen;--_quarz resinite commun, jaspe opal_ im Französischen.
Der _Hydrophan_ ist ein Kieselhydrat von weisser Farbe, das, in Wasser oder Oehl gelegt, dieses einsaugt, dann durchsichtig wird, und zuweilen mit den schönsten Farben wie der Edelopal spielt, nur aber eine Zeit lang. Wird er in Wachs getränkt, so erlangt er die Eigentümlichkeit beym Erwärmen durchscheinend zu werden, auch Farben zu erhalten.
Wohl wird der Orient und das Alterthum dieses Fossil gekannt haben, wir wissen aber nicht, unter welchen Namen.
Früher nannte man ihn _lapis mutabilis, Weltauge, oeil du monde_ im Französischen, auch _hydrophane_.
C. _Der Bergkrystall und Krystall_.
a) Krystall im Allgemeinen.
Ein Mineral in bestimmten geometrischen Formen, abgesehen von dem Material und dem chemischen Gehalte.
_spatika_ im Sanscrit, ferner katscha (was auch Glas heisst); agrigarbha, agrimani (krystallisirter Edelstein), atschtschha (durchsichtiger Krystall). Dem spatika sehr verwandt klingt das teutsche und französische _spath_, das englische _spaad, spar_, d.h. ein Fossil mit blättriger Textur, nach welcher es leicht theilbar ist; gleichwohl stammen diese Worte wohl schwerlich direct aus dem Sanscrit, sondern wohl aus dem Keltischen, hängen zusammen mit ysparth im Wälschen, der Theil, die Separation, ysparthu (W.) theilen, separiren.
_spatika_ im Bengalischen.
_palumban_ im Malaiischen, auch _palingu, nilur, intang_.
_shela_ im Tibetanischen (was auch Glas heisst); auch _rdo-shela_ (d.i. Steinglas); _rana-shela_, natürlicher Krystall (bazhu-shela ist ein künstlicher Krystall aus Glas);--_wani_ im Armenischen.
_balur, hablur_ im Persischen;--_bulur_ im Bucharischen;--_bellur_ im Kurdischen;--_beluro_, _belurcho_ im Syrischen.
_ebna barut_ im Aethiopischen (bedeutet auch Hagel);--_mahewe_ im Abessinischen;--_elgabisch_ im Hebräischen, auch _gabisch_ (das zugleich Eis bedeutet.
_kerustallin, keristallon_ im Chaldäischen; keristalinon ist krystallinisch;--_kristall, krustall_ im Albanischen;--_cristallu_ im Walachischen;--_criostall_ im Gälschen;--_crisial_ im Wälschen;--_cristal_ im Bretonischen;--_[Greek: chrystallos]_ im Griechischen;--_[Greek: chrystalli]_ im Neugriechischen;--_crystallus_ im Lateinischen;--_kristall_ im Isländischen, Lappländischen, Schwedischen, Englischen, Französischen;--_crystall_ im Portugiesischen, Spanischen, Dänischen, Holländischen;--_cristallo_ im Italienischen;--_krystal_ im Polnischen, Czechischen, Windischen und Croatischen;--_kristoa_ im Bosnischen;--_golot_ im Ragusanischen, auch im Windischen;--_kristolas_ im Litthauischen;--_krystally_ im Magyarischen.
b. Der Bergkrystall.
Ein reiner, durchsichtiger, meist wasserheller Quarz, der, sehr häufig als Schmuckstein dient, meist die falschen Diamanten (faux diamans) bildet, wenn sie nicht Glas sind. Häufig erscheint er gefärbt, und trägt dann verschiedene Namen; der violblaue heisst Amethyst, ist schon erwähnt;--der gelbe heisst Citrin, hyacinth d'Espagne, topaze occidentale; der rauchgraue Rauchtopas, topaze enfumé;--der fast schwarze morion;--der, welcher Amiath, Rutil oder dergleichen umschliesst: Haarstein, Nadelstein, cheveux de Venus, fleches d'amour. Im Alterthume brauchte man den Bergkrystall sehr häufig, besonders zu Petschaften, schliff auch Brenngläser u.s.w. davon.
_pe-chy-yng_ im Chinesischen, der ganz durchsichtige;--_tse-chy-yng,_ der bläuliche;--_choui-tsing_ im Japanischen;--_rdo-shela_, auch _tschujschel_ im Tibetanischen;--_vellor_ im Kaschmirischen.
_palinga_, auch _keys_ im Ceylonesischen; sudu palinga ist der wasserhelle;--kana palinga, der helle Rauchtopas;--tilla palinga, der dunklere;--taripo, der weisse, undurchsichtige Milchquarz bey röthlicher Färbung,
_batu palumban_ im Malaiischen; wille palinga, der wasserhelle, mangel palinga, der helle Rauchtopas, tilia palinga, der dunkle.
_spatica_ im Sanscrit;--_spatika, phatika, katscha, kantscha_ im Bengalischen.
_bulur_ im Bucharischen;--_büllur, bellur_ im Türkischen;--_balur_ im Persischen;--_belur_ im Arabischen;--_bellur_ im Kurdischen;--_be'ur_ im Syrischen;--_ibna barad_ im Syrischen.
_abagjegh, wanakn, akn wani_ im Armenischen;--_gabisch_ (was auch Eis bedeutet), und _kerach_ im Hebräischen;--_kerustallin_ im Chaldäischen.
_criostal_ im Gälischen, auch _gloine_ (d.i. Glas) _shoillur_ und _gloine shinealta_;--[Greek: _krystallos_] im Griechischen;--[Greek: krystallopetra] im Neugriechischen;--_crystallus_ im Lateinischen, mit vielen Abänderungen; iris war der dreiseitige Bergkrystall, der als Prisma diente; der erros oder zerios war diesem ähnlich; haephaestites waren Geschiebe, die als Brenngläser dienten;--morio war unser Rauchtopas, der nach Plinius in Indien prammion hiess, der alexandrinus und cyprinus waren röthlich;--_crystallus montanns [montanus]_ im mittelalterlichen Latein;--_kristallssteirn_ im Isländischen;--_rockcrystall_ im Englischen;--_bergkrystall_ im Schwedischen;--_bjergkrystall_ im Dänischen;--_bergglas_ im Holländischen;--_cristall de roche_ im Französischen;--_cristallo di rocca_ im Italienischen;--_cristall de roca_ im Spanischen und Portugiesischen.
_krystally, hegyi kristaly_ im Magyarischen.
_krysztal gorny_ im Polnischen;--_krysztal_, auch _prohleden_ im Czechischen;--_kirchel_ beym böhmischen Bergmann;--_hornoi chroustalle_ im Russischen; in Siberien nennt man die gefärbten Bergkrystalle topas; den Rauchtopas duim-tschatui [or: duimtschatui] topas (von duim der Rauch).
Es ist mir unbekannt, warum man in Teutschland den dunkeln Bergkrystall topas genannt hat, wie es auch in Siberien geschiehet.
* * * * *
#§. 8. Die 12 Gemmen im Schmucke der Hohenpriester bey den Hebräern.#
Da wir in der Bibel die ältesten schriftlichen Nachrichten über Schmucksteine finden, und zwar über diejenigen, welche die Hohenpriester der Hebräer bey feierlichen Gelegenheiten an ihrem Gewände trugen, so gewährt es ein wichtiges Interesse, diese näher zu erörtern.
Ueber der Kleidung trug der Priester ein gesticktes Brusttuch (Coschen), auf dem sich das _Gemmenschild_ befand, mit 12 in Gold gefassten, farbigen, geschliffenen Edelsteinen, auf denen die Namen der 12 Stämme eingeschnitten sich befanden. "Aaron--heisst es--soll die Namen der Söhne Israels tragen auf dem Brusttuche des Gerichtes, wenn er ins Heiligthum gehet, zum Gedächtniss von Jehova jederzeit."
Da diese Steine durch die eingeschnittenen Namen gleichsam die 12 Stämme repräsentirten, und da sie 3 und 3 in einer Reihe in einem Schilde auf der Brust getragen wurden, so scheint es mir wahrscheinlich, dass man Steine gewählt haben dürfte, die ziemlich gleicher Grösse waren, denn es würde sich schlecht ausgenommen haben, wenn neben einem grossen sich ein kleiner Stein befunden hätte. Es scheint mir daher gar nicht wahrscheinlich, dass in dem Brustschilde sich die Edelsteine befunden hätten, die nur in kleinen Stücken vorkommen, für uns die kostbarsten sind, wie Diamant, Rubin, Sapphir, um so mehr, da man im Alterthume diese harten Edelsteine nicht in der Art künstlich schliff und facettirte, als bey uns, sie mehr als natürliche Krystalle trug; eher dürfte zu vermuthen stehen: dass hierzu vorzugsweisse sogenannte Halbedelsteine verwendet gewesen seyn mögen, die schön gefärbt waren, sich leicht bearbeiten liessen und eine gewisse Grösse hatten, wie edler Sard, Onyx, Plasma u.s.w.
Weil es heisst: dass kostbare Steine dazu verwendet werden sollten, so gehet Braun von der Meinung aus: dass die kostbarsten Edelsteine zu suchen hätte, wie Demant, Rubin, Sapphir u.s.w., die er bey zweifelhaften Namen präsumirt, was aber wohl nicht der richtige Gesichtspunkt seyn mag.
Diese 12 Steine lassen sich ohnmöglich mit scharfer Sicherheit mineralogisch bestimmen, nur aus den Namen und deren Uebersetzung ins Griechische, Syrische u.s.w.--bey denen aber zuweilen die Stellen oder Nummern der Steine verwechselt, selbst andere Namen dafür gesetzt sind--können wir die Deutung versuchen. Es ist nicht zu verwundern, wenn bey diesem dunkeln Gegenstande sehr verschiedene Ansichten geltend gemacht sind, und ein Paar neue Conjecturen zur Prüfung vorzulegen, wird erlaubt seyn.
Am ausführlichsten haben bey uns diesen Gegenstand behandelt: _Braun_: de vestitu sacerdotum hebr. 1680; _J. Bellermann_: Die Urim und Thummim. 1824.
Die 12 Steine sind folgende.
1. _Odem_. Sarder nach Luther und Braun, Karniol nach Bellermann.
Im Griechischen allgemein durch [Greek: sardion] übersetzt; im Syrischen sumoko, samukta, d.i. roth; im Arabischen jakut akmar (d.i. rother jakut, unser Rubin); im Persischen jakut; im Samaritanischen samuk; im Chaldäischen samkan, achmon; im Koptischen sardinon.
Das Wort odem kommt nicht weiter im Alterthume vor; Braun will eine Aehnlichkeit mit demium oder dionium finden, wie Plinius eine Art des Sard nennt, die aber sehr zweifelhaft seyn möchte. Mit dem orientalischen Namen des Sard hat odem keine Relation, eher mit ount im Aegyptischen und Koptischen, unch im Chaldäischen, woher [Greek: onyx] im Griechischen, der Sardonyx oder mehrfarbige Sard. Die arabische Uebersetzung mit Rubin dürfte gar nicht passen.
Am wahrscheinlichsten dürfte seyn: dass der odem der edle rothe Sard aus der Bucharey (nicht unser gewöhnlicher Carniol) oder vielmehr der mehrfarbige Sard (unser edler Onyx) war, beide Gesteine sind mineralogisch gleich, nur durch die Färbung verschieden.
2. _Pitdah_. Topas nach Luther, Braun und Bellermann, was auf jeden Fall schon desshalb irrthümlich seyn wird, weil das Alterthum keine Topase, wenigstens keine gelben gehabt hat, die wir theils aus Sachsen, theils aus Amerika erhalten.
Im Griechischen durch [Greek: topazion] übersetzt, im Syrischen sorgo, jarkan, jarketa (d.i. grün), krustallos, im Arabischen azfar, im Persischen laal, im Samaritanischen dactab, im Koptischen topazion. Die Rabbinen nennen ihn grün.
Prüft man die Nachrichten über den [Greek: pazion] und [Greek: topazion] der Griechen als Mineralog, so drängt sich die Ueberzeugung auf, dass hierunter nur unser Flussspath und zwar der stark phosphorescirende (der Chlorophan) verstanden seyn kann, der besonders auf der Insel Topaza im arabischen Meerbusen, auch wohl in Aegypten selbst vorkam, theils gelb, theils grün war. Die Phosphorescenz, das Leuchten im Dunkeln, wenn er von der Sonne beschienen war, machte ihn merkwürdig; aber als Schmuckstein auf einem pectorale, wo diese Eigenschaft nicht hervortreten konnte, möchte sich ein Stück Flussspath nicht gut ausgenommen haben.
Das Wort pitdah kommt nicht weiter im Alterthume vor, hat auch keine Relation zu einem andern Mineralnamen, als mit _pita_ (d.i. der gelbe) im Sanscrit, und dass dieser Name in das Alt-Hebräische übergegangen seyn könnte, ist gar nicht ohnmöglich. Indische Edelsteine mit indischen Namen können ganz wohl über Aegypten nach Palästina gekommen seyn. Unter pita im Sanscrit scheint man gelbe Edelsteine zu verstehen, auf ähnliche Art, als unsere Juweliere unter Topas. pita im Sanscrit wird nicht unsere mineralogische Gattung Topas seyn, sondern vorzugsweise gelber Zirkon, gelber Spinell und gelber Kanelstein (Essonit), die auch in grösseren Stücken vorkommen, einen starken demantartigen Glanz haben.
3. _Bareket_. Smaragd nach Luther, Braun und Bellermann. [Greek: smaragdos] im Griechischen übersetzt, ismaragd im Syrischen, smaragdos im Koptischen, samurod im Arabischen, smorad und barketh im Persischen, barkad im Samaritanischen.
Der Zusammenhang mit bareket, barekat, barkat im Hebräischen, mit maragd, marakta, smaragdos (s. oben Smaragd) wie die Uebereinstimmung der Uebersetzungen, lassen nicht wohl zweifeln, dass hier wirklich unser Smaragd zu verstehen ist, und zwar der ägyptische, der in alter Zeit von hier aus durch den ganzen Orient verführt wurde. In Aegypten bricht der Smaragd in bedeutenden Säulen, die keinen weitern Schnitt bedürfen, leicht zu graviren waren, sich ganz in das Pectorale eigneten.
4. _Nophec_. Rubin nach Luther, Braun und Bellermann. Diese Deutung scheint mir schon desshalb unwahrscheinlich, weil Rubine nur in kleinen Krystallen oder Körnern vorkommen, etwas grosse Rubine ausserordentlich selten und kostbar sind, aber ein kleiner Rubin, wie man ihn an Fingern oder im Halsbande trägt, sich im Pectorale, zwischen grossen, flach geschnittenen Steinen, nicht besonders ausgenommen haben würde.
Uebersetzt im Griechischen durch [Greek: anthrax], im Syrischen barkan, barkatha; im Koptischen anthrax; im Arabischen cochli; im Persischen caugeschem (Ochsenauge), im Rabbinischen cochalim.
nophec hat mit keinem andern Mineralnamen Aehnlichkeit; eine Verwandtschaft könnte vielleicht mit pecham Statt finden, wie die glühende Kohle im Hebräischen heisst, die im Griechischen anthrax ist.
Der Edelstein [Greek: anthrax] im Griechischen wird unser edler Granat gewesen seyn, der wohl das Ansehen von glühenden Kohlen hat, was beym Rubin nicht der Fall ist, der Granat kommt in grossen Krystallen und Geschieben vor, lässt sich leicht bearbeiten, ist nicht selten, und dürfte für das Pectorale passender als der Rubin erscheinen.
5. _Sapphir_. Nach Luther, Braun und Bellermann unser Sapphir, was aber ein offenbarer, völliger Irrthum seyn wird. Unser Sapphir, der sich schwer bearbeiten lässt, würde schon seiner Kleinheit wegen nicht wohl passend gewesen seyn.
Uebersetzt mit [Greek: sappheiros] im Griechischen, saphilo, schabsio, saphirinon im Syrischen, saphiros im Koptischen, maha im Arabischen.
Der sapphirus der Römer, Griechen, Chaldäer u.s.w. war ohne Zweifel unser Lasurstein, dieser passt vortrefflich zu den andern Steinen in das Pectorale, durfte wohl nicht fehlen.
6. _Jaholon_. Diamant nach Luther und Braun, Onyx nach Bellermann. Braun conjecturirt hier Diamant, vorzüglich aus dem Grunde, weil er meint: Einer der 12 Steine müsste doch ein Diamant gewesen seyn, weil man doch wohl den kostbarsten der Edelsteine mit verwendet haben würde, wogegen aber einzuwenden ist: dass sich ein kleiner Diamant zwischen den grossen bunten Steinen nicht besonders ausgenommen haben würde, daher im Gegentheile ein Diamant wohl nicht zu vemuthen steht.
Uebersetzt mit [Greek: onychion, sardonyx] im Griechischen, onixion im Koptischen, nekehto, sabchalon, cadcodin im Syrischen, baraman im Arabischen, jachlam im Persischen.
_Jaholom_ hat mit keinem bekannten Mineralnamen Verwandtschaft, eine solche dürfte nur vorhanden seyn mit kas (d.i. Stein), dscholon oder tschilon im Kalmückischen (woher unser Name kascholong), wie der ein- und mehrfarbige Sard und Onyx heisst, der nur in der Kalmückei vorkommt; seit den ältesten Zeiten ging er von hier durch den ganzen Orient, wird auch unter diesem Namen nach Aegypten und Palästina gekommen seyn, die Araber bildeten den Namen in dschas, die Perser in dschesi um.
Wie dem auch sey, so werden wir uns an die griechische Uebersetzung halten müssen; [Greek: onychion] und [Greek: sardonyx] war unser Onyx, der gestreifte, mehrfarbige Sard. Odem und jaholom gehörten beyde zum Sard, es kann nicht viel darauf ankommen, welches der einfarbige oder mehrfarbige war.
7. _Leschem_. Lynkurer nach Luther, Hyacinth nach Braun und Bellermann.
Unser Hyacinth kommt nur in kleinen Krystallen und Körnern vor, wesshalb mir seine Verwendung im Pectorale nicht wahrscheinlich ist.
Uebersetzt im Griechischen mit [Greek: ligyrion] (bey Versetzungen der Steine mit [Greek: hyakinthos]), im Koptischen mit ligirion; im Syrischen koncenum; im Chaldäischen kinkire, kancirinon, kankarin; im Arabischen gasala, im Persischen jeschem, d.i. leschem.
Der Name leschem giebt nirgends ein Anhalten; wir können daher nur die Uebersetzung berücksichtigen. Der [Greek: ligyrion] der Griechen war--wenn man die auf uns gekommenen Nachrichten mineralogisch prüft--unser electrischer Turmalin, meist von rother Farbe, der häufig in Indien, auch in ziemlich grossen Krystallen vorkommt, als Gemme dient, sich leicht bearbeiten lässt, sich hübsch ausnimmt, wohl in das Pectorale passte. Die Conjectur auf unsern Hyacinth scheint mir keinen einigermassen haltbaren Grund zu haben.
8. _Sch'bo, schebo_, Achat nach Luther, Braun und Bellermann.
Im Griechischen übersetzt mit [Greek: achatês], im Koptischen achates; im Syrischen karkedno (chalcedon) und targa (Türkis); im Arabischen sebog, sejag; im Persischen scheber, schebo.
Der hebräische Name giebt für sich gar kein Anhalten, möglich wäre eine Verwandtschaft mit schesch, das gewöhnlich mit Marmor oder Alabaster übersetzt wird, aber grosse Aehnlichkeit hat mit dschez im Türkischen, dschas im Arabischen, dschede im Tartarischen, wie der mehrfarbige Sard oder Sardachat heisst. Der [Greek: achatês] der Griechen war unser Achat, und für einen Achat wird man daher den schebo wohl anzusprechen haben.
9. _Achlama_. Amethyst nach Luther, Braun und Bellermann.
In der griechischen Uebersetzung [Greek: amethystos], in der syrischen en eglo (d.i. Kalbsauge), in der chaldäischen en egla; in der arabischen pirusag (d.i. Türkis); in der persischen cangesehem (d.i. Stierauge und achlama); in der koptischen amethistus.
Vom hebräischen Namen findet sich bey keinem andern Steine und in keiner andern Sprache irgend ein Anklang, es bleibt daher nichts übrig, als die griechische Uebersetzung anzunehmen, und zwar um so mehr, da der [Greek: amethystos], d.i. unser Amethyst ganz gut hierher passt, und man denselben hier zu vermuthen hat.
10. _Tharsisch_. Türkis nach Luther, Chrysolith nach Braun und Bellermann, Bernstein nach Bredow (historische Untersuchungen II.).
Uebersetzt im Griechischen theils mit [Greek: chrysolithos], theils ist [Greek: tharseis] beybehalten; im Koptischen chrysolidos; im Syrischen thorschisch, crum jammo, crum jamma raba (d.i. das köstlichste des grossen Meeres); im Chaldäischen perusag (Türkis) und krumtassim; im Arabischen asrak (d.i. blau), im Persischen marvarid (d.i. Perle).
Der hebräische Name hat in keiner andern Sprache ein Analogen, ist uns ganz unverständlich, wir haben daher die griechische Uebersetzung vorzüglich zu berücksichtigen; aber auch den Uebersetzern mag der Name schon unverständlich gewesen seyn, da mehrere derselben den Namen [Greek: tharseis] beybehalten.
Der [Greek: chrysolithos] ist auch ein ganz zweifelhafter Stein; aber der Name zeigt auf die gelbe Farbe, und es scheint, dass man verschiedene politurfähige Steine darunter begriffen hat, desshalb hat es einige Wahrscheinlichkeit, dass der tharsisch ein gelber Stein gewesen seyn mag.
Der Türkis hätte in das Pectorale gepasst, wenn wohl etwas grosse Stücke auch sehr selten sind; aber ihn für den tarsisch anzusprechen, scheint mir kein rechter Grund vorhanden zu seyn; der Chrysolith passt wohl wegen seiner Kleinheit nicht recht in das Pectorale, während der Bernstein hierzu ganz passend war; soll ich eine Conjectur aussprechen, so möchte ich den tarsisch mit Bredow für Bernstein halten.
11. _Schoham_. Onyx nach Luther und Braun, Beryll nach Bellermann. Im Griechischen übersetzt durch [Greek: bêrillion]; an andern Stellen, wo der Name vorkommt, und von andern Uebersetzern durch [Greek: sardonychon, onychon, soom] (d.i. schoham); im Syrischen mit berulo, burlo, burlat chalo, im Arabischen und Persischen durch ballur, im Samaritanischen durch hhabar, hhacam.
Der hebräische Name hat nur etwa Aehnlichkeit mit schnm, den Champollion in der ägyptischen Hieroglyphen-Sprache liest und mit jaspe rouge übersetzt, der zum Sarder gehören wird. Hätte dies seinen Grund, so spräche es für die Uebersetzung von sardonyx, und, da der Sard roth, weiss, braun, schwarz und mehrfarbig ist, so könnte er auf dem Pectorale vielfach angewendet seyn. Braun leitet schoham her von schacham im Chaldäischen, d.i. schwarz (sachma im Arabischen), und es giebt auch schwarzen Sard.
Für die Uebersetzung mit [Greek: bêrillion], d.i. unser siberischer Beryll, spricht zwar keine Analogie, aber sie ist vorhanden, und wir können sie nur aus wichtigen Gründen verwerfen. Der siberische Beryll war dem Alterthume auf jeden Fall gut bekannt, ist ein beliebter Schmuckstein, findet sich in grossen Krystallen, die auf das Pectorale wohl gepasst haben, und wir werden daher wohl zur Zeit den schoham als Beryll anzusprechen haben.
12. _Jaschpeh_. Jaspis nach Luther, Braun und Bellermann. Im Griechischen übersetzt mit [Greek: iaspis], im Syrischen mit jaschpeh, ziaspum, panture, apanturin (woher wohl unser avanturin); im Arabischen jaschaph, jazba, im Persischen jaschpeh.
Der Name lässt nicht zweifeln, dass hierunter unser Plasma oder edler orientalischer Jaspis verstanden wurde.
#Uebersicht.#
+-----------------------+----------------------+--------------------------+ | 3. _Bareket_. | 2. _Pitdah_. | 1. _Oden_. | | Smaragd nach Luther, | Topas nach Luther, | Sarder nach Luther und | | Braun, Bellermann, | Braun, Bellermann, | Braun, | | Keferstein. | Gelber Zirkon oder | Carneol nach Bellermann, | | | ein ähnlicher | Sard, d.i. edler Carneol | | | Edelstein nach | nach Keferstein. | | | Keferstein. | | | | | | +-----------------------+----------------------+--------------------------+ | 6. _Jaholom_. | 5. _Sapphir_. | 4. _Nophec_. | | Diamant nach Luther | Sapphir nach Luther, | Rubin nach Luther, Braun,| | und Braun, | Braun, Bellermann, | Bellermann, | | Onyx nach Bellermann | Lasurstein nach | Granat nach Keferstein. | | und Keferstein. | Keferstein. | | | | | | +-----------------------+----------------------+--------------------------+ | 9. _Achlama_. | 8. _Schebo_. | 7. _Leschem_. | | Amethyst nach Luther, | Achat nach Luther, | Lyncurer nach Luther, | | Braun, Bellermann, | Braun, Bellermann, | Hyacinth nach Braun und | | Keferstein. | Keferstein. | Bellermann, | | | | Turmalin nach Keferstein.| | | | | +-----------------------+----------------------+--------------------------+ | 12. _Jaschpeh_. | 11. _Schohan_. | 10. _Tharsisch_. | | Jaspis nach Luther, | Onyx nach Luther und | Türkis nach Luther, | | Braun, Bellermann, | Braun, | Chrysolith nach Braun | | Plasma (edler Jaspis) | Beryll nach | und Bellermann, | | nach Keferstein. | Bellermann | Bernstein nach Bredow | | | und Keferstein. | und Keferstein. | | | | | +-----------------------+----------------------+--------------------------+
* * * * *
Drittes Kapitel. #Steine, Erden nnd Verwandtes#.
#§. 1. Quarz-Gruppe#.
A. _Quarz, gemeiner Quarz_.
Der Quarz ist das Gestein, aus dem im Allgemeinen die festen Felsmassen grossentheils bestehen, das am meisten der Verwitterung widerstehet, das, von Felsen abgelöst, die Kieselsteine bildet. Chemisch betrachtet bestehet der Quarz vorwaltend aus Kieselerde; die Mineralien, die reine Kieselerde enthalten, mit Allem, was sich in engern oder weitern Kreisen an sie anschliesst, bilden die Mineralgattung Quarz. Die edlen, schön gefärbten, eine vorzügliche Politur annehmenden Arten dieser Gattung sind bereits erwähnt, wie der Bergkrystall, der Opal, Agath, der Sard, Carneol und viele andere.
Ausser diesen giebt es noch mehrere gefärbte Quarzarten, die, weil sie weniger schön sind, nur eine sehr beschränkte Anwendung finden. Es heisst: der _rosenrothe_--Rosenquarz, quarz rose im Französischen, wohin der rodites der Römer gehören mag;--der _hochrothe_--Manganquarz oder Rhodonit;--der _sehr blassrothe_, Milchquarz; milk quarz im Englischen, taripo im Ceylonesischen, molotschoi kwartz im Russischen; der _rothe mit goldgelbem Schimmer_ (welcher durch feine Risse und eine Lichtbrechung bedingt seyn mag), den man sehr häufig in Glas nachmacht; Avanturin; avanturino im Italienischen; avanturine im Französischen;--der _blaue_, Sapphirquarz und Siderit; der _chromhaltige, grüne_, der nur in Schlesien einbricht, als Schmuckstein dient, Chrysopras (s. oben);--der von _Strahlstein gefärbte grüne_, der nur in Sachsen vorkommt, Prasem (welcher Name aus dem Alterthume genommen ist, wo er aber Flussspath bedeutet haben wird).
Unser Name Quarz ist ein technischer; Mathesius in seiner Bergpredigt (etwa von 1560) sagt: querze, quatertz nennen die (sächsischen) Bergleute die Kieselingsteine und was so hart als diese ist. Das Wort Quarz wird aus dem Slawischen stammen; aber ähnliche Wörter finden sich auch im Keltischen, desshalb vielleicht erhielt dieser Gesteinsname so weite Verbreitung, ist in alle neuern Sprachen übergegangen, also quarz im Englischen, Französischen, Schwedischen, quarzo im Italienischen und Spanischen, quarts im Dänischen.
_kwartz_ im Russischen;--_kwarzec, kwarcowy, kware_ im Polnischen;--_kwar, kwarec, skwar, skwarec_ im Czechischen;--_sotan_ soll der Quarz im Krainerischen heissen;--_kotz, kötz banyavirrach_ im Magyarischen;--_ukkunkiwi_ im Finnischen.
_guixa, guija_ im Spanischen; chachamole ist ein zersetzter oder gehackter Quarz.
_quarr_ nennt der englische Bergmann das feste Gestein, auch _carrak_, was zusammenhängen wird mit careg im Wälschen und car im Gälischen, der Stein; diesem sehr ähnlich ist: khar im Armenischen und kara in den kaukasischen Sprachen: der Stein.
B. _Kiesel, Kieselstein_.
Quarzige und ähnliche meist abgerundete Geschiebe und Stücke.
_çila_ im Sanscrit;--_kays_ im Ceylonesischen;--_kallou_ im Malabarischen;--_taharari_ im Tartarisch-Mandschu;--_orksoviek_ im Grönländischen;--_tidno, laiwark_ im Lappländischen;--_baledete, ebena_ im Amharischen;--_ezehe_ im Aethiopischen.--_alx, hrudschub_ im Koptischen;--_salto_ im Syrischen;--_kalah_ im Chaldäischen;--_chalamisch_ im Hebräischen, auch _calluc, selah_;--_ciakyl-tasi_ im Arabischen (heisst auch Feuerstein) und _sawwan_.
_tschakyl, tschakmach, taschy_ im Türkischen, auch _ajak, taschy, utsi, bilegi_;--_kaglachaz_ im Armenischen, auch _gailachas_;--_ber_ im Kurdischen;--_bakir_ im Afghanischen;--_zrar_ im Maltesischen.
_ghalidz, chalitz_ im Albanischen;--_[Greek: chalyx]_ im Griechischen, _[Greek: chalike]_ im Neugriechischen, auch _[Greek: kachlake]_ (wohl von cal im Keltischen);--_careg, caregan_ im Wälschen;--_cal, clachag_ im Gälischen (woher calculus im Lateinischen, caillou im Französischen), auch _flynt, bilien, ailbhinn, airtein_.
_silex_ im Lateinischen (woher silice für Kieselerde im Französischen), bedeutet auch Fels, besonders den harten Alpenkalk der Gegend von Rom, der auch jetzo noch selce heisst. Schwerlich stammt das Wort direct von çela im Sanscrit--_seixe_ im Portugiesischen;--_ciottolo_ im Italienischen;--_chinga, chingarra_ im Baskischen;--_guigarro_ im Spanischen (aus dem Baskischen, auch _pedernal_).
_flinte_ im Alt-Finnischen;--_flint_ im Angelsächsischen, Ostfriesischen, Englischen (aus dem Gälischen);--_flins_ im Alt-Hochteutschen. _bylien_ im Lettischen (wie bilien im Gälschen);--_kyz, kremen, skremen_ im Czechischen;--_kiz, kizel, krzemien_ im Polnischen;--_kremen_ im Krainschen, Windischen, Slowakischen, Bosnischen, Croatischen, Ragusanischen;--_kisel, kyssling, chiseling_ im Altteutschen (wohl aus dem Slawischen stammend);--_kiesel_ im Schwedischen;--_ciselstan_ im Angelsächsischen.
C. _Hornstein_.
Ein grauer, hornsteinfarbiger, grober, doch oft politurfähiger Quarz, der kaum eine technische Anwendung findet; zuweilen bildet er die Grundmasse von versteinertem Holz, heisst dann Holzstein, im Englischen woodstone.
Wird von den Römern unter silex begriffen; auch gehören hierher die _palmati lapides_ des Plinius, versteinertes Holz, an dem man schon damals die Palmenstructur erkannte; das häufig in Aegypten und Syrien vorkommt.
_hornberg_ im Schwedischen (woher wohl der teutsche Name stammt), auch _haelleflinta_;--_hornstone_ im Englischen; cherl, caple des Bergmannes.
_orlez_ im Russischen, auch _rogowoi kamenj_;--_szarukö_ im Magyarischen.
_panizo_ beym Bergmann im Spanischen.
D. _Feuerstein_.
Ein meist schwarzer, sehr scharfkantig brechender Quarz, der zum Feueranschlagen dient, wozu man auch Eisenkies brauchen kann.
_arani_ im Sanscrit;--_agniprastara_, auch _tschakmakipathara_ im Bengalischen;--_ma-rdo_, auch _skrina-sklada_ im Tibetanischen;--_hirha_ im Tartarisch-Mandschu;--_zak-man-tash_ [or: _zakman-tash_] im Tartarischen.
_sengi atesi, sengiates_ im Persischen;--_zend, ciakyttasi, ciakmaktasi_ im Arabischen, auch _moespuhet, myzaerret, chalnabus_;--_hhagra tazznyd_ im Maltesischen;--_chaltamisch, calec_ im Hebräischen;--_tanicha, tinichouen_ im Berberischen;--_essan_ im Türkischen, eigentlich tschakmak-taschy (d.i. feuerschlagender Stein):--_kowa, tüzko_ im Magyarischen.
_ber, bersta_ im Kurdischen;--_bakir_ im Afghanischen;--_tali, kami, kach_ im Georgischen;--_modjo, tschomu, atu, makatz_ in den kaukasischen Sprachen;--_laiwask_ im Lappländischen (eigentlich Kiesel);--_ingnektaut_ im Grönländischen;--_fokischtah_ im Tscherkessischen;--_jahkesnero parr_ in der Zigeunersprache.
_gailachas_ im Armenischen;--_chalitz_ im Albanischen;--_[Greek: chalikas]_ im Neugriechischen;--_[Greek: pyritês, pyrimachos]_ im Griechischen, aber nur zum Theil, eigentlich war diess unser harter Eisenkies, mit dem man Feuer schlagen kann; dies heisst puritos im Syrischen (byritaes im Türkischen), woher der Name stammen könnte, wenn er nicht mit [Greek: pyr], das Feuer, zusammenhängt;--_pyrites vivus_ und _vulgaris_ im Lateinischen (aus dem Griechischen), der eigentliche Feuerstein war _petra focaris_ (von fo im Bretonischen, das Feuer, focale der Feuerstein).
_maen cellt_ im Walischen;--_meinn delin_ im Bretonischen, auch _flynt_;--_breo-chlach_ (von breo, das Feuer) im Gälischen, auch _clach-theine, airtein, ailbhinn, callestr, spor_ im Gälischen, _cloch-theineedh_ im Irischen;--_flint, firestone_ im Englischen;--_flinta, bössflinth, brynston, fyrsten_ im Schwedischen;--_flintesten, fyrsteen_ im Dänischen;--_flenstien, flanstien_ im Friesischen;--_ullins_ im Altteutschen (hängt wohl mit flynt zusammen);--_fyrstan_ im Angelsächsischen;--_vuursten_ im Holländischen.
_pedernal_ im Spanischen;--_pedreneira_ im Portugiesischen;--_pierre a feu_ im Französischen.
_kreminea_ im Walachischen;--_kremenj_ im Russischen;--_krzemien, iskrzyc_ im Polnischen;--_kremince, pazaurek_ im Czechischen;--_kremer_ im Illyrischen;--_kresaunik, ogjik_ im Windischen;--_krams_ im Lettischen.
E. _Probierstein_.
Ein feiner schwarzer Thon- oder Kieselschiefer, der zum Probieren des Goldes und Silbers dient, indem man die Farbe des Striches, den das Metall auf dem Steine hinterlässt, mit dem Striche einer bekannten Composition vergleicht. Er findet sich häufig in Aegypten, Kleinasien und Europa.
_akascha, kascha_ im Sanscrit;--_kascha, raschana_ im Bengalischen;--_phortsakhar, pportssagan_ im Armenischen;--_akno_ im Syrischen;--_moehhoek, mehenktasch_ im Arabischen;--_[Greek: lythia, chrysou lithos]_ im Griechischen, auch _[Greek: chrysakonion, lithos basanos]_ (die Griechen erhielten ihre Probiersteine meist vom Gebirge Tmolus in Lydien);--_lapis lydius_, auch _coticula_ im Lateinischen (nicht heracleia).
_clach-dhearbhaidh, dearbhadh, deuchainn_ im Gälschen;--deuchainn ist probieren;--_touchus_ im mittelalterlichen Latein;--_pierre de touche_ im Französischen; touchan ist die Probiernadel, touche der Strich auf dem Probiersteine, toucher, streichen, probieren, welches mit deuchainn (Gl.) oder dem entsprechenden Worte im Bretonischen zusammenhängen wird.
_touch stone_ im Englischen; touch ist die Probe auf dem Probiersteine;--_piedra de toque_ im Spanischen;--_piedra de tocar_ im Portugiesischen;--_toczio_ im Dalmatischen und Bosnischen, eigentlich Schleifstein;--_tocetsteen_ im Holländischen.
_verdello, paragone_ im Italienischen.
_profsteiern_ im Isländischen;--_probiersteen_ im Dänischen.
_osselon_ im Russischen;--_oselka_ im Polnischen;--_zkaussjcy kamen_ im Czechischen;--_skusni kamen_ im Windischen;--_pahrbauditjs akmins_ im Lettischen.
F. _Wetzstein, Wetzschiefer, Schleifstein_.
Feine Thonschiefer, theils auch feine Sandsteine, dienen zum Schärfen der stählernen Werkzeuge; die gröberen werden auf Schleifsteinen (aus Sandstein), die feinern auf Wetzsteinen, theils mit Wasser, auch mit Oehl geschliffen und abgezogen. Man findet sie in vielen Gegenden; der nördliche Fuss der Alpen, besonders im Salzburgischen, liefert Wetzsteine, die schon zur Römerzeit berühmt waren, auch jetzo durch ganz Italien und Teutschland verführt werden.
_tsing-chy-py_ im Chinesischen, auch _tchi-chy_ und _piluti_;--_hadsena-hadsana-rdo_ im Tibetanischen;--_kanacila, sanasila_ im Bengalischen;--_gorinda, batu menchani_ im Malaiischen;--_sisan_ im Persischen, auch _ewsan, bete, senk fesan, hyesan_ im Armenischen;--_sillit_ im Grönländischen;--_saijem, tablja_ im Lappländischen.
_bilu_ im Mongolischen, Kalmückischen, Tartarischen;--_bilegi taschy_ im Türkischen (von billemek schleifen), auch asyane, und dejirmen tasch (was auch Mühlstein ist); _hagiar almesin, haegrül-men_ im Arabischen, auch _samiz, michaez, tsamajil_;--_meschno_ im Syrischen;--_musches, masch cheseth_ im Chaldäischen;--_jamaschale danegaja_ im Amharischen.
_eztera_ im Baskischen.
_clach-gheurachaidh, clach-fhaobhair, clach-liobharain_ im Gälischen;--_clach-shaobhair_ ist ein feiner Wetzstein;--_airtnewib_ im Irländischen;--_careg hogi_ (von hogi schleifen), _hogal, hogalen, agalen, galen, calen_ im Wälschen;--_hogalen, higolen, higuiolenn, igolen_ im Bretonischen;--_clach-gheuraiche_ im Wälschen, auch _clach-fhaobhair_ der Abziehstein.
_kuti_ im Walachischen;--_[Greek: akonê, akoê]_ im Griechischen, von [Greek: akê] die Spitze, auch (W.), [Greek: akonaein] schärfen, auchlym (Gl.); _[Greek: akoni]_ im Neugriechischen;--_[Greek: akôn], cos_ im Mittelalter;--_cos_ im Lateinischen, die Römer zogen ihre Wetzsteine aus verschiedenen Gegenden; die noch jetzo berühmten aus den salzburgischen Alpen hiessen passerines; das naxium war nicht Smirgel, sondern feingeschlemmter Wetzschiefer, der in Naxia auf Creta (nicht auf der Insel Naxos) fabricirt wurde, das Material kam aus Cypern.
_acerium_ (von acer, Stahl) im mittelalterlichen Latein;--_pierre a aiguiser_ im Französischen, auch _schiste novaculaire_;--_pietra da aguzar_ im Italienischen;--_piedra de amolar_ im Spanischen, auch _asperon_ und _piedra aguzadera_ (was, wie die ähnlichen erwähnten Wörter aus dem Baskischen stammen wird).
_wetzstein_ im Hochteutschen;--_hwetstan_ im Angelsächsischen;--_wetsteen, slypsteen_ im Holländischen;--_whetstone_ im Englischen;--_hvättjesten, hvatu, slipsten_ im Schwedischen;--_hvaensesteen, hvaedsteen, slibesteen_ im Dänischen.
_fenkö, atzel, atzelka_ im Magyarischen.
_pustykle_ im Litthauischen;--_gallods, trohts_ im Lettischen;--_gatutuwelis_ im Schamaitischen.
_britwennoi kamen, totiljnoi kamenj, totschilnoi kamen_ im Russischen.
_brus, bruni kamen_ im Windischen und Wendischen;--_brus, osla_ (d.i. Schiefer), _oselka_ im Polnischen;--_brus, brausek, osla, oselka_ im Czechischen;--_brus_ im Kärntschen, Ragusanischen, Slowakischen, Bosnischen;--_bruus, ostrillo, toczio_ im Dalmatischen und Illyrischen;--_brussz_ im Croatischen.
G. _Schiefer, Dachschiefer, Thonschiefer_.
Der Schiefer oder Thonschiefer, von geringer Härte, der eine Hauptmasse der Gebirge bildet, zeichnet sich durch seinen schiefrigen Bruch aus, d.h. spaltet sich leicht in feinere oder gröbere Blätter, manche Massen spalten sich in so gerade und feine Blätter, dass diese zum Decken der Dächer benutzt werden; diess ist der Dachschiefer, ähnlich ist der Tafel- und der Griefelschiefer. Auch andere Steine werden zum Decken der Dächer in manchen Gegenden angewendet, wie der Kalkschiefer (Jurakalk) von Solenhofer, Kellheim u.s.w. in Bayern.
_loh pato_ im Malaiischen;--_kajaghan, gara tasch_ im Türkischen;--_sisto_ im Syrischen;--_fodelpala_ im Magyarischen; der Schiefer heisst übrigens: _pallagkö_ und _fisleng_;--_lespedea_ im Walachischen;--_[Greek: schistos]_ kann das Gestein bey den Griechen geheissen haben, doch kommt der Name nicht vor; aber [Greek: schistos] ist schiefrig, gespalten; von [Greek: schizein] spalten, ysglifu (W.), sgoill (Gl.);--_[Greek: ardôsia, tsapela]_ im Neugriechischen.
_lapis schistus_ und _ligusticus_ der Römer, der letztere ist der lavagna moderna, ein Thonschiefer (der Flischformation) von Genua;--_artesia_ und _tegula_ im Latein des Mittelalters.
_artesia, lavagna_ im Italienischen;--_ardoise, schiste_ im Französischen;--_escailles_ im Alt-Französischen;--_ardesia, pizarra_ im Baskischen;--_pizarra_, auch _hoja de libro_ im Spanischen; pizzarral ist Schiefergrube;--_pisarra, ardosia_ im Portugiesischen;--_llech, llechen_ im Wälschen;--_mein glasen_ im Bretonischen, auch _sclent, skeltr_;--_sgliat_, auch _leachd_ im Gälschen;--_sklait_ im Schottischen;--_slein_ im Irischen;--_slate, hellin stone, flatstone_ im Englischen, auch _clay slate, roof slate_; der grobe ist killas;--_schnilgen_ im Belgischen;--_skifver_ im Schwedischen;--_schilfer, leysteen_ im Holländischen;--_skifer_ im Dänischen.
_slanez, slanzi_ im Russischen, auch _aspidnoi kamen, glinistoi schimpher;_ der eigentliche Dachschiefer ist kroesljnoi schipher;--_lupek_ im Polnischen, auch _tupny kamien_;--_bridlice, sskridla_ im Czechischen, auch _lupek; zher_ in Krain;--_platizh, shibra_ im Windischen.
H. _Sand, Grus, Grand, Schotter_.
Feinere oder gröbere Körner, meist von Quarz.
_cha_ im Chinesischen, auch _lou, ting_ der grobe Sand;--_djie-ma, bye-ma_ im Tibetanischen;--_gasega-ma_ der grobe Sand;--_schiga, schega_ im Afghanischen;--_batuka, sikata_ im Sanscrit;--_balu, balhud_ im Bengalischen;--_balu_ in der Zigeunersprache;--_karsik, pasir_ im Malaiischen;--_suna_ im Japanischen;--_elesu, ilisu, elehun_ im Mongolischen;--_jara, kora, hura_ im Samojedischen;--_kora_ im Ostiakischen;--_keru, kair, kum_ in den kaukasischen Sprachen;--_kwina_ im Georgischen;--_pschachua, scapa_ im Tscherkessischen;--_siorarak_ im Grönländischen.
_rieg_ im Persischen;--_rik_ im Bucharischen;--_chun, kis_ im Kurdischen;--_chum, kum, gum_ im Türkischen;--_ekum_ im Tartarischen;--_awas_ im Armenischen;--_smis, ajmiesa_ im Ossetischen;--_smiltis_ im Lettischen;--_güda, lyn, lifwa_ im Finnischen;--_oschma_ im Tscheremissischen;--_jema_ im Wogulischen.
_ramel, reml, clakyl_ im Arabischen;--_remel_ im Maltesischen;--_rmel_ im Berberischen und Cabylischen, auch _sziwega, sziughe_;--_rot_ in der alten ägyptischen Hieroglyphen-Sprache nach Champollion;--_mo_ im Koptischen;--_chool_ im Hebräischen;--_cholo_ im Syrischen;--_chala_ im Chaldäischen.
_homok, humok_ im Magyarischen;--_legara, ondarra, arrichoa, arcoscosa_ (von ar Stein, co klein) im Baskischen;--_casca_ ist Grand.
_rerre, siour_ im Albanischen;--_nasip, arena_ im Walachischen; _puraseu_ ist Streusand; _prod_ ist Grus.
_gaineamb, geinmbeach_ im Gälischen, auch _artene_ (von art, ar Stein);--_grinneal, graian, gro_ im Irischen;--_grain, gaincar, gro_;--_gro, graion_ im Wälschen; caregos ist Kies (von careg der Stein);--_sablên, sable_, auch _gron, gru, grovanen_ im Bretonischen (von diesem gro, gru mag herstammen: unser Wort grus und das schweizerische grien für groben Sand).
_[Greek: ammos]_ im Griechischen, auch _[Greek: psammos]_ (woher in der neueren Geognosie der Name Psammit für einen groben Sandstein), _[Greek: ammogê, amathos, konis, koniê]_; im Mittelalter auch _[Greek: arêna, arinion]_;--_[Greek: ammos]_ im Neugriechischen.
_arena_ im Lateinischen (wohl aus dem Gälischen von ar, Stein, aren, artene kleiner Stein, Sand), auch _sabulum_ (aus dem Bretonischen); arena fossitia war sandiger, vulkanischer Tüff, pulvis puteolanus, unsere Puzzolane;--_gravella, gravera_ im Mittelalter.
_sabbia, arena, renajo_ im Italienischen;--_sable, arene_ im Französischen, auch _gravois, gravier_;--_sablon, arena, arenilla_ im Spanischen; gravella, cascajo (aus dem Baskischen) ist Kiessand; cascajal Sandgrube;--_saibro, area_ im Portugiesischen; calcalho ist Grus;--_sand, savel_ im Englischen, auch _gravel, grit_;--_sand, sandur_ im Isländischen, auch _malm_ (was gothisch seynwird), _mola_;--_sand_ im Angelsächsischen, auch _myl_;--_sand_ im Dänischen, auch _gruus_;--_sand_ im Schwedischen, auch _mo_ (Flugsand), grus (grober Sand); kis;--_malm_ im Gothischen.
_pecobs_ im Russischen;--_piaseczed_ im Polnischen, zwir ist Grus;--_pisecek_ im Böhmischen, sut ist Schutt, prak ist Staub (woher vielleicht unser Wort prack);--_pisek_ im Slowakischen;--_picsk_ im Sorbischen;--_peszek_ im Croatischen; auch _salpum, parshina_;--_pesak_ im Dalmatischen;--_pjesak, prrisgina_ im Bosnischen und Ragusanischen, auch _xala_.
I. _Sandstein, Quaderstein_.
Ein Stein aus verbundenen Sandkörnern, der oft quadratförmig oder in Quadern bricht.
_bato passiran_ im Malaiischen;--_gasith_ im Hebräischen;--_kum taschy_ im Türkischen;--_czonkor_ im Maltesischen; scylljl ist Quaderstein;--_bilyen_ im Lettischen, heisst auch Kiesel;--_föveny_ im Magyarischen.
_clach ghainimbh_ im Gälschen, auch _gaineamb-art_;--_lapis arenarius-arenaccus_ im Lateinischen;--_[Greek: psamminos lithos, ammitês]_ im Griechischen;--_arenatus_ im mittelalterlichen Latein; der in Italien herrschende Sandstein, der jetzo macigno heisst, war im Mittelalter _macignus_ (von macinare mahlen, macina der Mühlstein);--der Quaderstein hiess _cayronus_, im Alt-Französischen _queyron_, im Belgischen _querchiau_, was zusammenhängen mag mit gwarthawr im Wälschen das Quadrat, und unserm Worte Quader.
_clach-ghaireil_, auch _gaireal_ im Gälischen;--_gres, grez, grais_ im Französischen, wohl zusammenhängend mit craig im Wälschen der Fels;--_pietra renosa_ im Italienischen.
_sandstone, gritstone_ im Englischen; quarr, squarestone, freestone ist Quaderstein;--_sandsteen_ in den nordischen Sprachen, snidarsten, telgsten ist der Quadersandstein, gryt der grobe Sandstein;--_biksteen, wallsteen_ im Holländischen.
_kamin piaczysty_ im Russischen;--_piskowy kamen, pjeskowec_ im Polnischen; ähnlich in den übrigen slawischen Dialecten.
K. _Der Tripel oder Trippel_.
Ein höchst feinkörniger Quarz, meist aus den Schalen von fossilen Kiesel-Infusorien gebildet, der als Schleifpulver angewendet wird, weniger hart, als Smirgel (Korund) ist. Er findet sich in vielen Gegenden, besonders auf der Insel Korfu. Ob er sich auch bey Tripolis findet, und von daher--wie man glaubt--der Name stammt, muss ich dahin gestellt seyn lassen, möchte es fast bezweifeln.
_[Greek: agêratos]_ ist nach Galen ein Schleifpulver, womit auch die Frauenschuhe geglättet wurden, von dem wir nichts weiter wissen.
_[Greek: lithos ostrakitos]_ der Griechen, und _ostracites, ostracias_ der Römer, wird wohl meist hierher gehören, doch verstand man auch anderes hartes Schleifpulver hierunter.
_sümpar_ im Arabischen.
_gaineamb sgaiteah_ im Gälschen kann hierher gehören;--_[Greek: tripolê]_ im Neugriechischen;--_tripolisifolo_ im Magyarischen;--_tripoli_ im Französischen, Englischen, Spanischen;--_trippel_ in den nordischen Sprachen;--_trepel_ im Russischen; _trupel_ im Böhmischen.
L. _Bergmehl, Kieseljuhr, Mondmilch_.
Eine ganz feinerdige, lockere, feuchte Kieselmasse, die sich zum Theil noch jetzo aus microscopischen Infusorien-Panzern bildet (wie seit 1836 Prof. Ehrenberg gezeigt hat), feucht und sehr leicht ist. In Zeiten der Noth dient sie als Nahrungsmittel, heisst _Himmelsmehl, Mondmilch, lac lunae, latte di luna_ im Italienischen;--_agaric mineral_ im Englischen;--_lait de lune, farine fossile_ im Französischen;--_manemiölk, guhr, larlesvamp_ im Schwedischen.
Hierher gehört auch (wie Fabroni 1791 zeigte) das Material zu den schwimmenden Ziegeln, die man neuerlich in Italien aus dem Bergmehle von Santa Fiora im Florentinischen fabricirt, die im Alterthume sehr wohl bekannt waren; Plinius 35, 49, Vitruvius II. 3, Strabo erwähnen solche Ziegel aus Kleinasien, der Insel Lesbos, von Calendum in Spanien und Massilia in Frankreich.
M. _Der Essigstein_.
Ein Stein, der in Essig gelegt, sich fortwährend bewegt. Im Oriente hat man ihn häufig, in Europa sieht man ihn sehr selten (mir ist er nur einmal vorgekommen). Wir kennen das Material nicht, aus dem er geschnitten wird, ob es Korallenmasse seyn mag, bleibt zweifelhaft. Andreas Baccius (gest. 1600) und Marsilius Ficinus (geb. 1433) kannten den Essigstein sehr wohl, sahen ihn zu Rom und Florenz, wohin er aus Indien gekommen war, rechneten ihn auch zu Dracontia.
_geje_ im Persischen;--_geje, hadscharel kall_ im Arabischen.
N. _Bezoar, Drachenstein, Schlangenstein_.
Es sind diess theils Steine aus Antilopen und andern nicht näher bekannten Thieren, theils wirkliche Steine (oft Kalksteine), die vorzüglich geschätzt werden, theils aus Knochen gemachte Steine. Durch den ganzen Orient sind diese Drachensteine sehr verbreitet, hoch geschätzt, werden theuer bezahlt, da sie sehr berühmt sind als Heilmittel bey dem Bisse wilder Thiere und anderen Verletzungen. So waren sie auch bey den keltischen Völkern geschätzt und ein wichtiges Attribut der Druiden.
_serpamani_, auch _garamand_ (d.i. Giftstein) im Sanscrit; auch _bezar_, wie er in den meisten indischen Sprachen heisst.
_mantika, matika_ im Malaiischen;--_djeghthaph khar_ im Armenischen.
_badzehr_ (von bad, Stein, zahar vergiften), _pazehr, paschir_ im Persischen, in Kerman auch _muchati, scheitan_. Nach Ben Mansur ist er theils ein gegrabener (der nach seiner Farbe 5 Arten hat), theils ein thierischer, der auch verschiedene Farben hat; er ist theils ein bakari (Kuhbezoar), theils schati (Schaafbezoar), soll meist aus den Augen eines Hirsches stammen. Nach Chardin (voyage en Perse) heissen die Drachensteine im Persischen _icheb chirac_ (der Leuchter der Nacht); _chamohoré_ (königlicher Stein) und _chajewaeran_ (König der Juwelen).
_badzhr_ im Arabischen, auch _bzahar, pazar, mar-mohereh, hagia al haiyah, hagiar at tis_ ist der thierische. Auch Taifaschi unterscheidet einen thierischen und einen mineralischen, welcher in grossen Stücken vorkommt und ein weisses Pulver giebt;--_belzaer_ im Hebräischen;--_pazeher, bensaher, pajir_ im Türkischen.
_dracontia, draconites_ im Lateinischen.
_maen glain_ (der reine, heilige), _innen magl; glain neidr_ (Schlangenstein), _glain nadroedd_ (Nadderstein) im Wälschen;--_bezoar, snakestone, adderstone_ im Englischen;--_bezoar, pierre de serpent_ im Französischen;--_bezoar, pietra del serpente,--de cobra_ im Italienischen;--_bezoar_ in den nordischen Sprachen;--_besoar_ im Russischen;--_beslaj_ in Kärnthen.
* * * * *
#§. 2. Feldspath-Gruppe.#
Der eigentliche Feldspath wird durch Krystallform, Härte, Schwere und chemischen Gehalt characterisirt; um ihn gruppiren sich eine Menge verwandter Fossilien. Er ist spätig, d.h. ist nach gewissen Richtungen spaltbar, und bildet in Verbindung mit andern Fossilien ganze Felsen, woher der teutsche Name _Feldspath_ entstanden ist, der an sich, oder in Uebersetzung in viele Sprachen überging, als Felspar im Englischen, feldispata im Italienischen, feldspath im Französischen, polewoi schpat im Russischen, szikrazo kovats im Magyarischen u.s.w. Der Feldspath hat zwar auch eine bedeutende Härte, zerfällt aber nicht wie der Quarz in Sand, sondern wird häufig zu Thon.
A. _Edler Feldspath, Adular, Mondstein_.
Krystallinisch, blättrig, von grauer Farbe, weniger hart als die Gemmen und ohne Feuer. Ein ziemlich häufiges Mineral im hohen Gebirge; der italienische Mineralog Pini machte auf diess Fossil aufmerksam, gab 1781 den Namen Adular, von Adula, wie früher der Gotthard hiess.
Häufig ist er, besonders in Indien, irisirend, zeigt unter gewissen Richtungen einen eigenen schönen Silberschein, wird dann meist halbrund--en cabouchon--geschliffen, dient als Schmuckstein, heisst bey den Juwelieren: Mondstein, pierre de lune, gira sole, pietra lunare, moostone, auch ceylonesischer Opal und Wasseropal. Der sogenannte indische Sonnenopal, pierre de la soleil, giebt einen braungelben Lichtschein, zuweilen ähnlich einer glühenden Kohle, ist wahrscheinlich ein cementirter geglüheter Opal. Einen ähnlichen Lichtschein geben auch andere Fossilien, wie das Katzenauge, besonders aber manche Arten von Fasergyps, der auch desshalb zum Halsschmuck verarbeitet wird.
In Indien ist der Mondstein gar nicht selten, war gewiss von jeher bekannt; wir wissen aber nicht mit Sicherheit, unter welchen Namen.
_khaspatika_ im Sanscrit wird durch Mond- oder Sonnenstein übersetzt; _tschdropala_ (von tschandra der Mond), durch Mondstein, so auch _tschrakanta_ und _sitasman_, die wohl hierher gehören können.
_komala, kumala_ im Malaiischen, ist ein Stein von grosser Schönheit, rundlicher Form und dem Glanze der Sonne, dessen Natur aber ganz unbekannt ist.
_hagiar alchamar_ im Arabischen, wird mit lapis lunae übersetzt.
Die Griechen und Römer werden den Stein gekannt haben, wir wissen aber nicht, unter welchem Namen; astrios, ceraunia, paederos können hierher gehört haben. Als ein Stein, der das Bild des Mondes darstellte, führen die römischen und griechischen Schriftsteller auch an: den _[Greek: selênitê], lapis selenites_ (von selene der Mond), _aphrose lenos, lapis lunaris_, er kam aber aus Arabien und Aegypten; Dioscorides bemerkt: er sey dem Specularsteine (Gyps, Marienglas) ähnlich, wesshalb man veranlasst wird, den Stein für Fasergyps anzusprechen.
Der Name Adular ist in die meisten neuern Sprachen übergegangen.
B. _Der Labrador_.
Ein dunkler, blättriger Feldspath, der nicht in ausgebildeten Krystallen, sondern in krystallinischen Massen vorkommt ausgezeichnet durch das herrlichste Spiel von lebhaften blauen, grünen, gelben und rothen Farben, das einzig dastehet, in ganz anderer Art als beym Opal. Er wird weniger zu Ringsteinen, als zu Prunkgefässen und grösseren Kunstwerken angewendet; diese haben das Eigenthümliche, dass, wenn sie auch zerbrechen, jedes Stückchen noch Werth hat, zu einem Ringsteine dienen kann. Der Labrador ist ein Product des Nordens, den man erst seit dem Jahre 1780 kennt; man erhielt ihn zuerst und am schönsten von der Insel St. Paul an der Küste Labrador (der nordöstlichsten des amerikanischen Festlandes) durch die dortigen Colonien der Herrnhuter, wo er in Stücken zu 50 Pfd. und mehr gefunden wird; später hat man diess Fossil, wenn auch weniger schön, in mehreren Gegenden gefunden, wie am Baikalsee, in Norwegen, Grönland, Ingermannland u.s.w. Werner stellte ihn gleich (1780) neben den Feldspath.
Griechische und römische Schriftsteller erwähnen Prunk-gefässe aus einem Steine _[Greek: morrhinê, myrrhinê], murro, murreria, murrhina_, der--wie alle Edelsteine, auch aus Glas nachgebildet wurde--dessen Beschreibung, meiner Ansicht nach, ganz gut und nur allein auf den Labrador passt; als Fundort werden die asiatischen Gebirge in Parthien uad Karamanien angegeben, die wir noch sehr unvollkommen kennen. Möglich, dass sich hier Labrador findet; aber es ist auch möglich, dass man ihn aus dem äussersten Norden brachte, mit dem stets ein starker Verkehr Statt fand; man holte den Bernstein von der preussischen Küste, man kannte den schwedischen krystallisirten Magneteisenstein, man fuhr wahrscheinlich schon zur alt-keltischen Zeit nach Grönland, man kann auch Labrador gekannt haben.
Murrhina wurde den Römern erst durch Pompejus (61 v. Chr.) bekannt, der sie aus Asien mitbrachte, gehörte nach Ulpian nicht zu den Gemmen oder Schmucksteinen, diente vorzüglich zu Prunkgefässen, die in sehr hohem Preise standen, da Nero für ein Trinkgeschirr 300 Talente oder etwa 25,000 Thlr. bezahlte. Nur Plinius liefert, aber--wie immer--eine sehr confuse Beschreibung. Der Hauptcharakter lag in einem ausserordentlichen Farbenspiel von Purpur, Weiss, Feuerfarbe und Roth, die sich in einander verlaufen; am schönsten ist auf der Aussenfläche (extremitas) der Wiederschein der Farben (colorum repercussus), die wir im Regenbogen sehen. Die Stücke von zerbrochenen Gefässen hatten noch hohen Werth, dienten zum Prunk. Das murrhina hat man für Mancherley, besonders für Flussspath angesprochen (der wohl verschiedene Farben, aber kein Farbenspiel hat), auch für Kaschalong, für chinesischen Speckstein und Porzellan.
Der Name Labrador ist in viele Sprachen übergegangen, sonst nennt man denselben auch _Feldspath opalin_ im Französischen; _feldspato opalino_ im Italienischen; _opascent feldspar, labrador stone_ im Englischen.
C. _Der Amazonenstein_.
Ist ein grüner, schillernder Feldspath, der zu Kunstwerken verarbeitet wird. Er kam zuerst vom Amazonenflusse in Süd-Amerika--woher der Name--wird aber häufig und von besonderer Schönheit in Siberien gefunden, von wo er schon in ältester Zeit nach dem Oriente und Griechenland gekommen seyn wird. Auf jeden Fall kannte und benutzte das Alterthum diesen Stein, denn rohe und verarbeitete Stücke davon, meist mit Hieroglyphen bedeckt, haben sich in Aegypten und bey Rom gefunden (s. Faustino Corsi: delle pietre antiche v.J. 1828). Welchen Namen er trug, wissen wir nicht, vielleicht begriff man ihn unter smaragdus prasius u.s.w.
_pierre des Amazones_ im Französischen;--_piedra delle Amazoni_ im Italienischen;--_green feldspar_ im Englischen.
D. _Gemeiner blättriger Feldspath_.
Meist krystallisirt, ein sehr häufiges, verbreitetes Gemengtheil des Granites und ähnlicher Felsmassen. Er findet keine technische Anwendung, als zur Porzellanfabrikation, wozu er seit den ältesten Zeiten von den Chinesen unter dem Namen _petun-se_ gebraucht wird. Er war dem Oriente und Alterthume gewiss bekannt, da der in Aegypten sehr verbreitete Granit und Syenit oft sehr grosse Feldspathkrystalle enthält; wir wissen aber nicht, unter welchen Namen. Unsere ältern Mineralogen nannten ihn spathum scintillans.
_feldspath_ in den neuern Sprachen;--_szikrazokovats_ im Magyarischen.
E. _Gemeiner dichter Feldspath oder Feldstein_.
Die dichte, unreine Masse des Feldspathes, die oft quarzig wird (petrosilex), für sich keine technische Anwendung hat; bildet ganze Gebirgsmassen, selten allein, häufig als Grundmasse der Porphyre, oder in der Verbindung mit Hornblende wo grüne zähe Gesteine gebildet werden, wie Grünstein, Grünporphyr u.s.w., die zu schönen Werken der Kunst im Alterthume dienten (s. Marmor). Der Haelleflinta der Schweden gehört hierher, auch der petroselze der Italiener und deren Jade (eigentlich esada im Spanischen), ein Name, der wahrscheinlich aus Amerika stammt, woher der Stein als Amulet kam, wie Chiocco erwähut im Museum calciolarianum 1622 Pag. 333.
F. _Zeolith_.
Ist jetzo eine Familie von Gesteinen, die sich dem Feldspathe noch am meisten anschliessen (zu welcher auch der oben erwähnte Leuzit gehört), die meist in kleinen krystallinischen Massen, vorzüglich in vulkanischen Gesteinen vorkommen, gar keine technische Anwendung finden, im Oriente und Alterthume wohl stets übersehen waren, von den älteren Mineralogen auch wenig beachtet wurden. Axel von Cronstad machte 1756 zuerst auf diese Fossilien aufmerksam, die sich durch ein starkes Aufschäumen vor dem Löthrohre auszeichneten, und nannte sie _zeolithes_ (von [Greek: zeô] ich brause). 1780 lieferte Werner eine oryctognostiscbe Beschreibung dieser Gattung Zeolith; aber 1791 zeigte Hauy, dass aus krystallographischen Gründen dieser Zeolith mehrere Mineralgattungen bilde, man müsse unterscheiden den _Mesotype, Stilbite, Analcime_ und _Chabasie_ (den Werner Cubizit nannte). Diese Namen gingen in die wissenschaftliche Sprache über, allmählig reiheten sich noch viele neue Gattungen an.
Prehn entdeckte 1774 in England ein grünes Fossil, das zum Chrysolith, Prasem, Schörl u.s.w. gerechnet wurde; Werner gab 1785 den Namen _Prehnit_, der nun in die wissenschaftliche Sprache überging, und stellte denselben zu den Zeolithen.
Ein weisses Fossil vom Harze kommt meist in Zwillingskrystallen vor, die rechtwinklig der Breite nach durchwachsen, daher kreuzförmig sind; diese wurden von den älteren Mineralogen weisser Hyacinth genannt; Werner nannte die Gattung Kreuzstein, Hauy Harmotome.
G. _Der Chiastolith_.
Erscheint stets in eingewachsenen säulenförmigen Krystallen von grauer Farbe, die meist nach den Achsen von schwarzer schiefriger Masse durchsetzt werden, die daher ein schwarzes Kreuz auf hellem Grunde bildet, was etwas sehr Auffallendes hat. Es ist desshalb nicht unwahrscheinlich, dass schon das Alterthum auf dieses Fossil aufmerksam wurde; wir kennen aber darüher zur Zeit keine Nachricht. Die ältesten Mineralogen der neuern Zeit, Boetius de Boot 1609 und Chiocco 1622 beschreiben den Stein schon ganz genau, als lapis crucis oder crucifer. In Frankreich bezeichnete man ihn später als macle (ein Wort, das aus der Wappenkunde entlehnt ist, und ausgebrochene Raute bedeutet). Man setzte ihn früher in die Familie der cornuum, d.i. zu den Versteinerungen, dann zu den Talken und zu dem Schörl; Karsten gab den Namen Chiastolith, Werner nannte ihn Hohlspath, Hauy macle. Alle diese Namen sind in die wissenschaftliche Sprache der verschiedenen Völker übergegangen.
H. _Obsidian_.
Ein schwarzes vulkanisches Glas, mit höchst scharfkantigen Bruchstücken, theils in derben Massen, theils in Körnern, die man meist als _Marekanit_ bezeichnet. Die Mexikaner wendeten es sehr allgemein zu schneidenden Instrumenten an, und wahrscheinlich schon die ägyptischen Priester zu ihren Opfermessern. Man fertiget aus diesem Steine Spiegel, auch andere Schmucksachen, besonders wenn er einen gewissen braunrothen Schein zeigt, wo er dann wohl Luchssapphir oder Pseudo-Chrysolith heisst.
Er ist nicht selten in Europa, auch in Aethiopien und Arabien, so auch im asiatischen Russland, besonders bey Ochozk im marekanischen Gebirge (woher der Name marekanit), eben so in Island. In Indien scheint er zu fehlen, war aber wohl wie in Aegypten bekannt; wir kennen aber noch nicht die Namen, doch sind mehrere Kunstsachen davon auf uns gekommen.
Herodot (II. §. 86) und Diodor erwähnen: dass beym Einbalsamiren der ägyptischen Leichen der Paraschistes den Leib mit einem scharfen _äthiopischen Steine_ geöffnet habe, welcher nur Obsidian gewesen seyn kann, der sich hierzu allein eignet, und die alten Brüche in Aethiopien hat neuerlich Salt da aufgefunden, wo sie der periplus des rothen Meeres angiebt. Von hier kam er, wie es scheint, durch Obsidius nach Rom, wo man den Stein _obsidianus_ nannte, verschiedene Kunstsachen daraus fertigte, ihn auch in Glas sehr gut nachmachte (vitrum obsidianum);--daher stammt unser Name. Uebrigens hiess der Stein bey den Griechen _[Greek: liparaios]_, bey den Römern _liparius_, da man ihn von der Insel Lipari erhielt, wo er sehr verbreitet ist, mit Bimsstein wechsellagert.
_sabach_ oder _sandsch_ im Arabischen, von dem Taifaschi erwähnt: dass er ein schwarzer, schmelzbarer Stein sey, der sich ganz wie ein Spiegel verhalte, dünne Scheiben als Augengläser stärkten das Gesicht.
_scheback_ und _weschich_ im Persischen kann hierher gehören.
_hraf-tinna, rafetinna, ravntinne_ im Isländischen (von hraur, raun der vulkanische Auswurf, Lava und tinna Stein).
In Teutschland nannte man ihn früher: _Glasachat, Isländischen Agat, schwarzen Agtstein, Aidstein, dunkles Lavaglas_, bis Werner den Namen Obsidian gab, der in die neuere Mineralogie übergegangen ist.
Im Französischen: _agath noir, agathe d'Island, pierre de gallinace, obsidienne_;--im Englischen: _iseland agate, obsidian_;--im Italienischen: _agata d'Islanda, obsidianna_;--im Spanischen und Portugiesischen: _agatha de Islandia_;--im Holländischen: _glasacht_;--im Russischen: _islandskoi Agat, Obsidian_.
I. _Der Perlstein_.
Ist ein Obsidian von körniger Structur, wo die Körner fast die Farbe und den Glanz der Perlen haben, kommt besonders in Ungarn vor.
Ob man im Alterthume diesen Stein auszeichnete und wie man ihn nannte, wissen wir nicht. In jetziger Zeit hob ihn Werner zuerst als eigne Gesteinsgattung hervor und gab den Namen, früher nannte man ihn: vulkanischen Zeolith, Obsidianmutter, zeolithartigen Obsidian.
_obsidienne perlée, lave vitreuse perlée_ der Franzosen; _pearlstone, perlite_ im Englischen; _vulkanischer Zeolith_ der ältern teutschen Schriftsteller.
K. _Pechstein_.
Er ist ein ebenfalls vulkanisches oder vielmehr platonisches Gestein, das mit porphyrartig eingemengtem Quarz ganze Bergmassen bildet, und von seinem pechartigen Ansehen den Namen erhalten hat, recht ausgezeichnet in Sachsen vorkommt. Man rechnete ihn früher zum Opal, Schulz in Dresden lenkte 1759 auf ihn die Aufmerksamkeit, gab den Namen.
_pierre de poix, retinite, petrosilex resinite, feldspath retinite_ im Französischen;--_pitchstone_ im Englischen;--_szuronkö_ im Magyarischen.
L. _Bimsstein_.
Ein schäumiges Lavagestein, das viel technische Anwendung findet, zum Glätten, Polieren u.s.w. Meist erhalten wir ihn von Campo bianca auf der Insel Lipari.
_feou-chy_ im Chinesischen;--_batu tumbul_ im Malaiischen;--_angak_ im Grönländischen;--_kunk khar_ im Armenischen;--_jatek-kö, taitek-kö_ im Magyarischen.
_pomsa, pomsa taschy_ im Türkischen;--_penza, pemsa_ im Russischen;--_zuzel kamienna_ (Schlackenstein) im Polnischen;--_kamen morski_ im Polnischen.
_naschfat, senech, famechi, fenec_ im Arabischen;--_caffyf_ im Maltesischen.
_[Greek: kissêris]_ im Griechischen;--_[Greek: kissara]_ im Neugriechischen, auch _[Greek: laphropetra, kouphotera]_.
_pumex_ im Lateinischen;--_pumex_ im Wlachischen.
_minclach_ (leichter Stein) im Gälschen, auch _blaithliag_ (Polierstein), _fuilfiori, fuil siofraith_.
_pumice_ im Italienischen und Englischen.
_ponce_ im Französischen;--_espoja_, _piedra pomes_ im Spanischen und Portugiesischen.
_pyms, byhms, bymestein_ im Altteutschen;--_bimsten, pumiz_ im Schwedischen;--_pimpesteen_ im Dänischen.
M. _Lava, Basalt, Wacke, Klingstein_.
_Lava_ ist der Ausfluss der jetzo thätigen Vulkane, ein dunkles, festes Gestein, nach oben meist blasig; der dunkle _Basalt_, der Lava sehr ähnlich, stammt aus etwas älterer Zeit; ähnliche plutonische Gesteine älterer Epochen nennt man seit langer Zeit in England _toadstone_, auch _whinstone_, in Schweden _trapp_ und _wacke_.
Das Wort Basalt, das ägyptischen Ursprunges seyn wird, stammt von basanites der Römer, woraus durch einen Schreibfehler basaltes wurde, wie die Manuscripte des Plinius lesen, womit ein schwarzes Hornblendgestein (nicht unser Basalt) bezeichnet wurde (s. Marmor). Agricola (gest. 1555) übertrug den Namen auf unsern Basalt. In die Mineralgattung basaltes setzte man seit der Zeit eine Menge dunkle und säulenförmige Gesteine, die sehr allmählig in besondere Gattungen übergingen. In geognostischer Hinsicht wurde der Basalt ein wichtiger Wendepunkt, da ihn Werner und seine Schule für ein neptunisches Gestein hielt. Ein dem Basalt ähnliches, weicheres Gestein nannte Werner seit 1788 _Wacke_; ein anderes, etwas härteres seit 1791 _Porphyrschiefer_ oder _Klingstein_.
Der Name lava ist unbekannten Ursprunges; im Mittelalter hiessen die lavaartigen Gesteine _lavia, laveria_, in Sicilien _frita_; auch nannte man sie _piperinus_, woher unser Name peperino, womit man vulkanischen Tuff bezeichnet.
Poröse, feste Abänderungen von basaltischen Gesteinen, liefern seit den ältesten Zeiten vortreffliche Mühlsteine in Griechenland, Italien, am Rhein u.s.w., daher man den Basalt und ähnliche Gesteine als Mühlsteine bezeichnete.
_[Greek: milodês, myliai]_ (d.i. Mühlstein) im Griechischen, auch _[Greek: pyromachos lithos]_, weil sie durch Feuer (_[Greek: pyr]_) entstanden, und _[Greek: rhyax]_, das Geflossene, von _[Greek: rheein]_ fliessen;--_[Greek: mylax, mylopetra]_ im Mittelalter;--_lapis molaris_, auch _silex niger, tusculanus_ im Lateinischen; der _lapis anicianus_, jetzo manziana, ist Lava mit vielem glasigen Feldspath.
_selce_ (von silex) im Italienischen. Der selce romano ist offenbar der niger silex von Plinius, der tophus niger von Vitruv, eine Lava von monte albano und Capo di Bove, die als Pflasterstein dient.
_gné-cloiche, air-dhath-dorch_ im Gälischen, soll hierher gehören.
_neffet_ im Arabischen, auch _niffet, nesifet_, wie auch wohl der Bimsstein genannt wird.
_salak_ im Magyarischen ist Lava, _koromzo_ ist Basalt.
_zuzel_ (Schlacke) im Polnischen, auch lawa, bazalt.
_ravn, hravn_ im Alt-Nordischen ist vulkanischer Auswurf, braune im Isländischen sind grosse Lavaströme; steina ist Lava.
Seit Agricola ist der Name basalt in die wissenschaftliche Sprache aller Länder übergegangen; aber der basalte nero der Archäologen und Künstler ist nicht unser Basalt, sondern schwarzes Hornblendgestein.
N. _Vulkanischer Tuff, Puzzolane, Trass_.
Ist vulkanisch ausgeworfene, aschenförmige Lava, die zuweilen in sehr grossen Massen niederfällt, oft wieder zu ziemlich, festen Gesteinen zusammenbäckt, dann Tuff heisst, am Rheine _tras, tarus_, ein wichtiges Cement oder Material zum Wasserbau.
_silex ruber, silex albus_ u.s.w. der Römer. Der silex ruber ist der piedre rosso der heutigen Römer, dessen Brüche noch vorhanden sind, den Brocchi als tufo lithoide beschreibt. Der _lapis albanus_ ist der jetzige peperino tenero;--_lapis gabinus_ (vom See Gabii; jetzo Castiglione ohnweit Tivoli) ist der peperino duro; der _pulvis puteolanus_ war lockere Puzzolane; der _tophus_ war theils verhärteter vulkanischer Tuff, theils auch unser Kalktuff.
_tras, taras_ ist unbekannten Ursprunges.
_taraz_ im Polnischen, was auch gepulverter Stein heisst.
O. _Alaunstein_.
Ein weisses, hartes, krystallinisches Gestein, in Verbindung mit vulkanischen Massen auftretend, welches gebrannt alaunhaltig und auf Alaun benutzt wird, als Felsmasse in Italien, Ungarn u.s.w. vorkommt. Der Alaunstein in der Umgegend von Rom scheint im Alterthume nicht benutzt zu seyn, man zog den Alaun aus Griechenland und Kleinasien, wie auch im Mittelalter. Schon im 13. Jahrh. bestanden Alaunwerke bey Neapel, seit 1460 wurde das grosse Alaunwerk Tolfa bey Civita Vecchia im Römischen angelegt, der dortige Alaunstein benutzt. Chiocco (1622) und die ältern Mineralogen nennen denselben minera aluminis roccae. Der [Greek: lithos assios] und [Greek: phrygios], lapis assius und phrygius wird Alaunerz aus Kleinasien gewesen seyn, wo his ins 12. Jahrh. besonders bey Phocaea nova ohnweit Smyrna grosse Alaunwerke waren.
_timsokö_ im Magyarischen (von timso der Alaun);--_ailm clach_ im Gälischen;--_alunite_ im Französischen; _alunit_ im Englischen.
_piedra alumbre_ im Spanischen;--_piedra hume_ im Portugiesischen.
P. _Aluminit_.
Ein weisses erdiges Fossil, unter dem Microscop ein Gewebe feiner Nadeln, das aus basischem, kohlensaurem Thonwerke bestehet, keinen Geschmack hat. Es wurde 1730 von Jac. Lerche in der Stadt Halle entdeckt, lac lunae, 1759 von Schreiber creta gypsea, 1780 von Werner reine Thonerde genannt. Schon Schreber hatte 1781 kohlensaure Thonerde darin gefunden, was Buchholz 1806 durch eine genauere Analyse bestätigte; Haberle und Karsten (1801) nannten das Fossil Aluminit, welcher Name in die wissenschaftliche Sprache übergegangen ist. Später ist derselbe an mehreren Punkten aufgefunden.
* * * * *
#§. 3. Glimmer, Talk und Thon-Gruppe.#
A. _Glimmer_.
Ist ein weiches, feinblättriges Fossil, aus Kiesel- und Thonerde bestehend, das in seinem krystallinischen und amorphen Zustande eine Hauptmasse der Gebirge bildet. Besonders in Ceylon und Siberien findet er sich in so grossen Stücken (die bis zu 1-3/4 Ellen in Quadrat haben) und so durchsichtig, dass man ihn als Glas benutzt, ist bekannt als russisches Glas, talk de Moscovie, verre de Moscovie, vitrum ruthenicum, auch Marienglas (wie der ähnliche, grossblättrige Gyps heisst), welchen Namen er erhielt, da er früher zur Deckung kleiner Heiligenbilder angewendet wurde. Der gewöhnliche Glimmer, in unsern Gebirgen sehr häufig, hat oft die Farbe und den Glanz theils des Goldes, theils des Silbers, heisst dann im gemeinen Leben Katzengold, Katzensilber, or und argent de chat, dient häufig als Streusand. Die ältern Mineralogen setzten zu dem Glimmer manche ähnliche Substanzen, wie den Uranglimmer, den Werner 1788 als Chalkolith absonderte.
_fang-houang-chi, tsing-mong-chi_ im Chinesischen;--_kin-mong-chi_, auch _kin-sing-chi_ ist der Goldglimmer.
_abhruck_ im Hindu;--_abhra, abhraka_ im Sanscrit;--_miniram_ auf Ceylon.
_keblekajak_ im Grönländischen (wie auch das Marienglas heisst).
_talk_ im Persischen und Arabischen wird auch den Glimmer bezeichnen; der _ajarisum_ im Arabischen (lapis specularis) kann auch hierher gehören;--_[Greek: talk, talch]_ der spätern griechischen Chemiker (wohl aus dem Arabischen), nicht von [Greek: talichos], zerbrechlich.
Herodot III. 17. erzählt: die äthiopischen Völker stellen die einbalsamirten Körper in ein Gehäuse von [Greek: hyalos], welches man bey ihnen in Menge und sehr schön gräbt; dieser hyalos war wohl Glimmer oder Marienglas, der _lapis specularis_ der Römer war sowohl grossblättriger Glimmer als Marienglas; der _chrisopis_ und _chrysites_ oder _phloginos_ können vielleicht zum Glimmer gehört haben. Der _mica_ der Römer war Steinsalz, das in grossen durchsichtigen Stücken einbrach, und erst in späterer Zeit hat man diesen Namen auf unsern Glimmer übertragen.
_mica_ im neuern Latein;--_mica_ im Französischen;--_mica_, auch _ammocriso_ im Italienischen;--_mica, mica amarilla_ im Spanischen, _espejuelo_ beym spanischen Bergmann;--_mica_ im Englischen, auch _goldglimmer_; _glist_ beym englischen Bergmanne, auch _daze_.
_arany, matska, közbarsoniföld_ im Magyarischen, auch _trillam puzokö_.
_airgiord chaorach,--chabbar_ im Gälischen.
_blyskaez, dreswa_ im Russischen, slyuda ist der grossblättrige, siberische, okoschki sind die Scheiben aus Glimmer;--_blyssicz, mica, jak moskiewski_ im Polnischen;--_slida, djb, tripitinka_ im Böhmischen.
Im Mittelalter, bey den Alchemikern kommt der Name _Glimmer_ vor (vielleicht zusammenhängend mit _glimra, glimbr_, glänzen im Nordischen);--_glimmer, kateglimmer, katesly_ im Dänischen;--_skimmer, kattgull, kattsilber_ im Schwedischen;--_glimmer, kattezilwer, kattengoud_ im Holländischen.
B. _Chlorit_.
Ein grünes, dem Glimmer ganz verwandtes häufiges Fossil, ohne technische Anwendung, von Werner als Gattung fixirt, der den Namen aus dem Alterthume entnahm, wo chlorites beym Plinius als eine grüne magische Gemme erwähnt, aber nicht weiter characterisirt wird. Der Name ist in die wissenschaftlichen Werke des Auslandes übergegangen.--Der Bergmann in Cornwallis nennt das Gestein _peach_.
C. _Talk_.
Ein meist blättriges, stark glänzendes Fossil, sehr weich und fettig anzufühlen. Schön findet er sich in den neapolitanischen Gebirgen, von wo er über Venedig ausgeführt wird, unter dem Namen venetianischer Talch.--Er dient (wie der Speckstein) zum Schreiben auf Holz, Tuch, besonders zum Körper der Schminke (indem er die rothe Farbe durch seinen Perlmutterglanz erhöhet und der Haut eine sanfte Glatte giebt), zur Politur, zur Schmiere bey den Maschinen u.s.w. Die talkigen Fossilien bestehen, nächst Kiesel-und Thonerde, aus einer eigenthümlichen Erde, die man chemisch als _Talkerde_ bezeichnet, diese nennen die Franzosen seit etwa 1707 _magnesie_ (woher Magnesia), welcher Name von _magnetis_ stammt, womit man im Mittelalter den Talk bezeichnet zu haben scheint.
_swatschapaê_ im Bengalischen.
Im Sanscrit scheint er viele, meist dichterische Namen zu haben; Pott (etymologische Forschungen) führt den Talk unter den Halbmetallen auf und giebt viele Namen an, als: _nirmala, amala_ (schmutzlos), _giridsha_ (berggeborner), _giridshamala, bhringa, ghana, abhra, abhraka_ (ist wohl Glimmer), _antariksha, waikuntha, gauridsha_.
_talk_ im Persischen, auch _sitarel semin_ (d.i. Stern der Erde). Ben Manssur bemerkt: dass man daraus Perlen auf das Täuschendste nachmache, und wenn man mit einer Auflösung davon die Glieder bestreiche, so würden diese vollkommen feuerfest.
_talk_ im Arabischen, wo auch fette Thonarten darunter begriffen seyn werden; Avicenna bemerkt (422): der Name sey arabisch, man bezeichne damit auch den Aster des Theophrast und die terra samia aus Cypern. Aus dem Arabischen scheint das Wort in die neuern Sprachen übergegangen zu seyn, man bezeichnete damit früher sehr blättrige Steinarten im Allgemeinen.
_talcus_ im Mittelalter, auch _magnetis_ und _argyralithus_;--_talc_ im Französischen, auch _laret, suif de montagne_;--_talco_ im Italienischen;--_talk_ im Englischen, Teutschen, Schwedischen.
_mülowka, taljk_ im Russischen;--_mastnek_ im Böhmischen;--_köverkö_ im Magyarischen;--_irsum_ im Türkischen.
_steatites_ der Römer und Griechen (von [Greek: stear], das Fett) kann hierher gehören.
D. _Asbest, Amianth_.
Ausgezeichnet durch fettiges Anfühlen und fasriges Gefüge, zuweilen so zart und fein, dass das Mineral gesponnen und verwebt werden kann, zu feuerfester Asbest-Leinwand, die man schon in ältester Zeit kannte, auch jetzo noch zuweilen fabricirt. Eine klein- und verworren fasrige Abänderung nennt man Bergkork, Bergleder, Bergpapier, papier fossile, sughero montano, mountain leather. Die flachsartige Abänderung heisst Bergflachs, die festere Asbest, aus dem durch eine Art von Verwitterung der biegsame Amianth entstehet.
_sung i bumbo_ (d.i. Baumwollenstein) in Hindostan.
_aspest_ im Persischen (ob aus den neuern Sprachen übergegangen?).
_iskustos_ im Arabischen.
_anshidhanjeli, khar ankisjeli_ (der unverbrennliche) im Armenischen.
_ystinos_ im Wälschen, auch _urael_ (von ur das Unverletzliche, Heilige), diesen Namen trägt auch die Asbestleinwand;--_liein difflam_ im Bretonischen.
_[Greek: amianthos]_ und _[Greek: asbestos]_ der Griechen, auch gehört der Stein von Scaptesyll hierher, der zu Lampendochten diente. [Greek: asbestos] kann vielleicht mit ystinos im Wälschen zusammenhängen.
_[Greek: karistia]_ im Neu-Griechischen vom Fundorte.
_amianthos_ und _asbestos_ der Römer;--_amianto, asbesto_ im Spanischen, Italienischen und Portugiesischen, auch _pedra de linho_;--_amianthe, asbeste_ im Französischen und Englischen;--_asbest, kobör_ im Magyarischen, auch _kölen foskö_ und _fonalkö_;--_asbeste_ im Russischen; _kamiene niezgorzisti_ (der unverbrennliche) im Polnischen;--_skalnilen_ im Czechischen.
_steenvlas_ (Steinflachs) im Holländischen;--_federweiss, Erdflachs_ im Alt-Teutschen.
E. _Speckstein, Steinmark, Magnesit_.
Ein verhärteter Talk, ein fettiges, derbes unschmelzbares, durch Umbildung entstandenes Gestein, zuweilen voll Afterkrystalle, das verwendet wird zum Schreiben auf Zeug, Reinigen von Fettflecken, zur Politur von Marmor, Alabaster, Serpentin, Glas, zur Grundlage von Schminke, in China sehr häufig das Material liefert, aus dem Götzenbilder geschnitten werden, (welche Abänderung als Agalmolith bekannt ist), wo es auch zur Porcellanfabrikation dient.--Eine weichere Art, wenigstens im frischen Zustande, nennt man _S einmark_, lithomarge im Französischen; medulla im barbarischen Latein.
_hoa-chy, kabasche_ im Chinesischen, und nach der verschiedenen Farbe: _kan-chy-tchy_ den bläulichen; _tchy-chy-tchy_ den röthlichen; _kouang-sy-hoa-chy_ den weissen; _sse-tchuen-hoa-chy_ den fettigen, der zum Fleckausmachen und zur Porzellanmanufactur dient; _tao-hoa-chi_ der zu Götterbildern verwendet wird;--_nanthsirr irdinai_ im Mandschu;--_irdina_ im Mongolischen.
_ballapam_ im Hindu;--_hingwiasan_ in Indien, Provinz Tennasserim.
_kodreti, isfidadsch_ im Persischen.
_isfidadsch_ im Arabischen, auch _hadschar lebenik_ und _alhasi_.
_[Greek: galaxias]_ (von [Greek: gala] die Milch) im Griechischen, auch _[Greek: galaktitapron]_ (steinerne Milch), _[Greek: moroxon, lithos morochthos, lêdaion, anaktitin adamanta, leukographida]_ (die weissschreibende);--_[Greek: agalyatitê, petrokolla]_ im Mittelalter;--_galactites_ (aus dem Griechischen) im Lateinischen, auch _leucogaea_ (Weisserde), _leucographis_ (weissschreibende), _sytiophites, sinochites, ananchites_;--_galaxia, estatita_ im Spanischen.
_steatite, piedra di lardo_ im Italienischen;--_steatite, pierre de lard,--du lait, smectin, craie de Briancon_ und _d'Espagne_ im Französischen;--_steatite_ im Englischen.
_specteen_ im Holländischen und Dänischen;--_spectein, seifenstein, spanische Kreide_ im Teutschen.
_gis_ im Portugiesischen (von gisar liniiren);--_sloninik, statyl_ im Polnischen;--_tucek_ im Czechischen;--_tutchnak, schirowik_ im Russischen;--_balfanykö, szappankö_ im Magyarischen; _kövölö_ ist Steinmark.
F. _Magnesit, kohlensaure Talkerde_.
Eine verhärtete, weisse, ziemlich reine kohlensaure Talkerde findet sich bey Castella monte, ohnweit Turin, in Mähren u.s.w., sie wurde von Mitschel entdeckt, von Buchholz 1806 analysirt, als Magnesit im Systeme aufgenommen, hat aber keine technische Anwendung.
Eine erdige, kreideartige, kohlensaure Thonerde, findet sich in mehreren vulkanischen Gegenden, auch in den Kalkstraten in Sicilien, besonders bey Palermo, die als terra di Baida zu häuslichem Gebrauche dient. Plinius 18. 29 erwähnt: das Mehl von zea (Spelz) wird nur dadurch zur feinsten alica, dass ihr eine creta aus der Gegend von Neapel zugesetzt wird, die in hohem Preise stehet, wodurch das Backwerk die ausgezeichnete Schönheit erhält, zu der verfälschten (adulterina) alica setzt man statt dessen Gyps. Diese creta leucogaica wird wohl natürliche kohlensaure Talkerde gewesen seyn, denn es ist bekannt, besonders in London sehr allgemein, dass man dem Waizenmehle etwas Alaun oder kohlensaure Talkerde zusetzt, wodurch es besonders weiss und locker wird.
G. _Topfstein_.
Ein unreiner Speckstein, ein grünlich graues, grobes talkiges Gestein, das in ganzen Bergmassen vorkommt, ist weich, unschmelzbar, wird im Feuer hart, wird viel zu Kochgeschirren und ähnlichen Gegenständen verarbeitet, besonders in Aegypten seit ältester Zeit, und in der Schweiz, im Canton Tessino, val maggia und in Graubünden, hier bekannt als _Guglia, Giltstein, Lavetzstein_ (von lavezzo im Italienischen, der Topf), die graubündner Steintöpfe gehen über Como nach allen Theilen Italiens;--im barbarischen Latein _lebetum, lapis, lapis ollaris_.
_ballapam_ im Hindu (wie Speckstein).
_baram_ in Aegypten, eigentlich Stein von baram, wie der Ort in Oberägypten heisst, wo der Topfstein gewonnen wird. (In Syene macht man aus gestossenem Topfstein und Thon Gefässe, die gebrannt werden.)
_Stein von siphnos_ der Griechen.
_lapis comensis_ der Römer;--_piedra di Como_ im Italienischen;--_pierre de Come, -ollaire, -lavége_ im Französischen;--_piedra ollar_ im Spanischen;--_potstene_ im Englischen;--_telgstene_ im Schwedischen.
H. _Serpentin_.
Dem Topfsteine ähnlich, hart, grün, verschiedenfarbig, nimmt eine gute Politur an, wird zu verschiedenen Gegenständen verarbeitet.
_kelo, berkelo_ im Malaiischen;--_ophites_ der Römer (s. Marmor);--_Serpentin_ in den neuern Sprachen. _kigyokö_ im Magyarischen.
_mar nathaer, lubach, cuairteagach_ im Gälschen.
_smejewik, serpentin_ im Russischen;--_memphites_, vielleicht auch _nephrites_ der Römer und Griechen, können hierher gehören.
_net_ in der ägyptischen Hieroglyphen-Sprache übersetzt Champollion mit _pierre verd, serpentine_.
I. _Meerschaum_.
Ein thoniges, plastisches, weisses sehr leichtes Gestein, das viel Talkerde (Magnesia) enthält, wird vorzugsweise zu den bekannten türkischen Pfeifenköpfen, selten zu Thongeschirr verwendet. Der eigentliche Meerschaum, das Material der ächten Türkenköpfe, kommt aus Natolien (Kleinasien), wo er bey Konie und Brusa gegraben wird. Ein mineralogisch ähnliches Fossil findet man auch in andern Gegenden, in Mähren, Spanien, wird aber nicht derartig verwendet.
_istife_ im Türkischen, auch _kil_ (Thon), _kile keffi, keffekil_ (Schaumthon). Die Arbeiter bezeichnen es auch mit _myrsen_, einem tartarischen Worte, das einen ähnlichen Thon bezeichnet, der auch zum Walken dient. Aus diesem tartarischen myrsen hat sich das teutsche Wort _Meerschaum_ gebildet, der mit dem Meere gar nichts gemein hat, Lager in schiefrigem Kalkstein bildet.
_morskaja pinka_ (von myrsen) im Russischen;--_piana morska_ im Polnischen.
_ecume de mer_ (Uebersetzung des teutschen Wortes Meerschaum) im Französischen;--_schiuma del mare_ im Italienischen;--_tajtek_ im Magyarischen.
K. _Walkthon_.
Ein fett anzufühlender milder, meist grünlicher Thon, der in Wasser zuweilen schäumt, begierig das Fett anzieht, daher zum Walken und Reinigen der Tücher angewendet wird, in vielen Gegenden vorkommt; zuweilen ist er schwarz, heisst Bergseife.
_lucharidis_ im Arabischen (wie der ägyptische Name war), auch thin chimulia (der cimolische);--_borith_ im Hebräischen (heisst auch Seife);--_kill_ (Thon) im Türkischen;--_ge kimulgo_ im Syrischen (die cimolische);--_[Greek: gê kimolia]_ der Griechen (von der Insel cimolis, jetzo kimolo), die [Greek: gê pnigitis] war wohl Bergseife. Die [Greek: gê samia, gê chia] u.s.w., wurden in den Bädern zum Glätten der Haut gebraucht, wie noch jetzo bey den Türken der keffekil, der oft mit Rosenblättern vermischt wird.
_creta fullonum,--cimolia,--thessalica,--sarda,--umbrica_ der Römer; diente sehr allgemein zum Walken und Reinigen der Kleider--fullare;--der Walker war fullo (im Gälischen ist fucadair der Walkmüller, fucadh das Walken). Die Walkerde der Insel Cimolis (meist aus zersetztem Trachit entstanden) wird noch jetzo über ganz Griechenland verführt.
_criadh an fhucadair_ im Gälschen. Im Wälschen ist panu walken, paneor der Walker;--_[Greek: kimoli, pilo stinnias]_ im Neugriechischen (im Walachischen ist pio die Walkmühle, pioariu der Walker);--_fullers earth_ im Englischen;--_follatori, terra da follone_ im Italienischen;--_terre a foulon, argile smectique_ im Französischen;--_walklera, skifverler_ im Schwedischen;--_volöarda_ im Holländischen;--_wäscherdt, seiffenerde, füllererdt_ im Altteutschen;--_folarda_ im Polnischen;--_suknowaljnaja semlä_ im Russischen;--_ruhatiszatoagyag_ im Magyarischen.
L. _Thon im Allgemeinen, gemeiner Thon, Töpferthon, Porzellanthon_.
Graue oder weisse, im Bruche erdige, weiche Gesteine, die durch Wasser plastisch werden, sich formen lassen, im Feuer hart werden, daher sehr viel zu Thongefässen verwendet. Die härteste und schönste Sorte der gebrannten Thongefässe bilden das Porzellan und Fayance, geringer ist Steingut; bey alle diesen ist die Masse glasartig geschmolzen, bey dem gewöhnlichen Thongeschirr nur erhärtet. Zu den ältesten und schönsten Thongefässen gehören die griechischen und die sogenannten campanischen, welche schon den Römern als vascula operis antiqui, in den sepulcris vetustissimis eben solche Antiquitäten waren, als sie es uns sind (s. Sueton in Jul. Cäsar. 18). Plastischer Thon ist in allen Ländern verbreitet.
_kin_ im Chinesischen, auch _gno_ und _ka-olin_, d.i. der Porzellanthon, welcher Name auch in die neuern Sprachen übergegangen ist.
_hagima-pa_ im Tibetanischen, auch _rdsa-sa_, von sa die Erde (rdsa-makhana ist der Töpfer); _dagara-rtse_ ist weisse Erde, als Kalk, Kreide; _dakara-gona_ ist die Masse aus Thon und Feuerstein, aus welcher Porzellan (dakara-gola) gemacht wird.
_dschambala_ im Sanscrit.
_djabor, chabor_ im Mongolischen, auch _baltschick, totcho_;--_tschabar, tschedo_ im Lesgischen und in den kaukasischen Sprachen, auch _tapur, chjach, zerta, luchti_;_jata_ im Tscherkessischen;--_ticha_ im Georgischen;--_paitschig_ im Tartarischen.
_sue, sjui, su, so_ in den samojedischen Sprachen, auch _ja, sattu, tjum, tub, tal_;--_sjui_ im Permischen;--_sau, sawi_ im Finnischen, auch _klay_ (ist Marscherde);--_sawwi_ im Ehstnischen;--_kar, gaw_ im Armenischen;--_ach, doi, toi_ im Kurdischen;--_agyag_ im Magyarischen, auch _fajaszagyag, közönseges_; der Töpfer ist gerentser.
_tina_ im Alt-Persischen; _kil, gil, tobrak_ im Persischen, auch _aerz_ und _lime_, was mehr Koth bedeutet;--_tyn, thina, tit_ im Arabischen; fachar ist Töpfer; _tinn armat_ oder _--rumi_ ist der officinelle arabische Bol;--_tin_ im Chaldäischen, auch _tephel, tpel, haspa, gargusch, gargischta_.
_oue, ome, oome_ im Koptischen;--_chomer_ im Hebräischen (pechar ist Töpfer);--_arkega_ im Berberischen;--_tzebur labekawi_ im Aethiopischen;--_gil, kil_ im Türkischen, auch _lay, balcik, baltschyk_;--_gil_ im Bucharischen.
_glina_ im Russischen, _pharphorowaja semlä_ ist Porzellanthon;--_glina, gley_ im Polnischen; _zdunska_ ist der eigentliche Töpferthon, gancarz der Töpfer;--_gjl, hljna_ im Czechischen, hrncir ist der Töpfer;--_glina, iju, iu, ilouza_ im Windischen;--_lina_ im Wendischen;--_hlina_ im Slowakischen;--_gnyla_ im Dalmatischen;--_ghgnilla_ im Bosnischen;--_glina_ im Krainschen;--_ilowacha_ in Croatien;--_glihsda_, auch _mahls, mali_ im Lettischen (lonzhar ist Töpfer);--_dohn_ im Mongolischen.
_thaho_ im Gothischen;--_thon, than, thann_, auch _klee, haffnererd_ im Alt-Teutschen, woher thonerde, welches früher meist die oberste Erdschicht--die Dammerde--bedeutete.
_liime_ im Friesischen;--_lime, lam, pottererd_ im Angelsächsischen.
_laire, raire_ im Lappländischen;--_leir_ im Isländischen;--_leer, leerjord_ im Dänischen;--_ler, lera_ im Schwedischen; der gemeine Thon ist lera gemen, bloter, sioler, murler; der Porzellanthon lera zellins oder eldfastler, der eigentliche Töpferthon krukmakarler, tärnigeler.
_pri, bry_ im Bretonischen, auch _courroi, courrez_;--_pridd_ im Wälschen (priddawr der Töpfer), auch _llai, llaid_;--_criadh_ im Gälischen (daher creta im Lateinischen, Kreide im Teutschen), criadh gheal, criadh-chriadhadair (d.i. der Töpfer), auch _clabar_ (ist mehr klebriges Erdreich).
_creta figlinorum_ (d.i. der Töpfer) im Lateinischen; (creta überhaupt begriff mehrere weisse, erdige Substanzen; die creta melia--[Greek: gê melia], mit melinum und paraetonium waren Kreide, so auch die creta annularis, selenusia und argentaria);--_argilla_ war mehr ein weisser wirklicher Thon, stammt her von ar Erde, und cille weiss, geal im Gälschen, opera figlinorum war unser Töpfergeschirr.
_[Greek: argillon]_ im Griechischen (wohl von [Greek: argês] weiss), meist [Greek: pêlos] (wohl aus dem albanischen palta), auch [Greek: gê kerammidês, keramitês] (der eigentliche Töpferthon), [Greek: glia, lyma].
_[Greek: argillos, pêlos]_ im Neugriechischen; [Greek: aggeia, pêlina] ist das Töpferzeug.
_palta, paigta_ im Albanischen;--_pamentu de lutu_, auch _vierss_ im Walachischen; olariu ist der Töpfer.
_argilla_ im Italienischen, auch _creta_, wie allgemein der blaue Thon der Apenninen heisst;--_argilla_ im Portugiesischen, auch _barro_, was ein sehr fetter Thon ist;--_arcilla_ im Spanischen, auch _barro, greda_;--_argile_ im Französischen, auch _glaise, brie, brou_;--_argielo_ im Provençalischen.
_clay_ im Englischen (wohl schwerlich aus dem Finnischen, wohl von llai, llaid, Thon im Wälschen), in Schottland _blaes_;--_klei_, auch _potoarda_ im Holländischen.
_tafal, tafla, tfali_ im Maltesischen;--_basacua_ im Baskischen;--_tschikk_ in der Zigeunersprache.
M. _Das Porzellan_.
Die wichtigste Verwendung des Thones ist zu Thongefässen. Die schönsten und dauerhaftesten derselben bestehen aus Porzellan, dessen Masse eine Art Verglasung erleidet. Am besten hierzu ist der kaolin oder Porzellanthon, aus zerfetztem Feldspath, dem man noch andere Substanzen, meist frischen Feldspath zusetzt. In der Kunst sehr schönes, gewöhnliches Thongeschirr zu fertigen, hatte es das Alterthum sehr weit gebracht, besonders berühmt waren in Italien die vasa aretina von Arretum, dem jetzigen Arezzo (deren Töpferwaaren noch jetzo, in Hinsicht von Stoff und Form einen grossen Ruf haben). Offenbar verstand man auch eine Art Porzellan zu bereiten, denn die _vasa samia_ waren an sich höchst geschätzt, und mit ihren Scherben wurde die Castration mancher Priester-Casten vollzogen (Plin. 35. 46), was auf eine harte, glasige Masse deutet; auch hat man (wie bey Salzburg) kleine Statuen von Porzellan oder Bisquit gefunden. Die Chinesen fabricirten seit den ältesten Zeiten Porzellan, das auch nach Europa verführt wurde; hier macht man es erst seit etwa 1703, wo die Erfindung in Sachsen durch Zufall (von Böttcher) gemacht ist. Dem Porzellan ähnlich ist das Steingut und die Fayance, die ihren Namen von der Stadt Faenza in Italien hat, woher man es zuerst bekam. Die signinischen Gefässe, bey welchen dem Thone gestossene Scherben und Thon zugesetzt wurden, waren offenbar Steingut.
_tsee, tse-ky_ im Chinesischen;--_dakara-gola_ im Tibetanischen;--_hachdschapaki_ im Armenischen;--_gehere_ im Tartarisch-Mandschu;--_sanani_ im Arabischen.
Im Persischen heissen die Gefässe aus schönem Porzellan mertabani.
_fagfuri_ im Türkischen (von fagfur, was der chinesische Königstitel ist);--_farfuri_ im Kurdischen;--_farfurie_ im Walachiscben;--_[Greek: pharphoyri, phêrphêr]_ im Neugriechischen;--_pharfor_ im Russischen;--_farfury_ im Polnischen;--_majoleka_ im Krainschen.
_filizanki_ im Portugiesischen, auch _porcellana_;--_porzelach, porcellin_ im ältern Teutsch;--_porcellan_ in den neuern Sprachen.
N. _Siegelerde_.
Im Alterthume brauchte man kein Siegellack, man siegelte mit Wachs, mit Kitt, Kleister, meist mit Thon, was schon bey den alten Aegyptiern gebräuchlich war, wie Herodot 1. §. 38 erwähnt. Der Thon ([Greek: pêlos]) zum Siegeln, der in Kleinasien, Italien u.s.w. angewendet wurde, scheint noch von den byzantinischen Kaisern und später gebraucht zu seyn. Der gewöhnliche Thon haftet aber nicht auf Pergament und Leinen, trocknet auch sehr schwer, wahrscheinlich musste der Thon hierzu eigends präparirt seyn, worüber wir gar keine Nachricht haben. Schon das Alterthum wendete manchen Thon in der Medicin an; sehr berühmt war bey den Griechen ein Thon von der Insel Lemnos, der unter Aufsicht der Priester gewonnen und besiegelt wurde, den man noch unter türkischer Herrschaft viel versendete; in der neuern Zeit wurden eine Menge Thonarten officinell, als terra sigillata, da sie geformt und mit einem Siegel bedruckt waren, was erst im vorigen Jahrhundert aufgehört hat.
_thin macheum_, auch _choetem_ im Arabischen;--_[Greek: gê sphragis, gê sêmantridan]_ im Griechischen;--_creta_ im Lateinischen, z.B. erythraea;--_terra sigillata_ im Mittelalter und neuern Latein.
O. _Mergel_.
Ein kalkiger Thon, oder thoniger Sand, der an der Luft leicht zerfällt, überhaupt ein Erdstratum, das zur Verbesserung der Aecker dient. Schon seit ältester Zeit war das Mergeln der Felder für die Landwirtschaft wichtig.
_mala_ im Sanscrit;--_tanah lilling_ im Malaiischen;--_gerenk_ im Türkischen;--_parat jerkir,--hogh_ im Türkischen (d.i. fette Erde).
_thin magara_ im Arabischen;--_marg_ im Abessinischen;--_marl_ im Wälschen;--_marla_ im Gälschen;--_marg_ im Bretonischen;--_marga_ im Alt-Keltischen (Gallischen); _eglecopala_ im Gallischen, der blaue Mergel hiess bey den Römern columbina.
_marga_ der Römer (wie im Gallischen), von verschiedenen Arten und Farben, als rufa, alba, columbina, argillacea, tofacea, arenaria; wurde auch unter argilla begriffen; als leucargillon u.s.w.;--_marla_ im mittelalterlichen Latein;--_marlare_, mergeln (to marl im Englischen), _marlaria_ die Mergelgrube;--_marl_ im Englischen, _marle_ im Französischen;--_marga_ im Spanischen und Portugiesischen;--_marna_ im Italienischen;--_merg_ im Angelsächsischen;--_margilla_ im Isländischen;--_mergel_ im Dänischen;--_märgel, marlrekor, näkelroed_ im Schwedischen;--_mal_ im Walachischen.
_gluhds_ im Lettischen;--_tsapodo_ im Magyarischen;--_mergeli, tschernosem_ im Russischen, auch _nowos, opoika, ruchläkj_;--_merk, sljn_ im Böhmischen;--_margiel_ im Polnischen;--_merglina_ im Krainschen und Windischen.
P. _Lehm, Leimen, Letten_.
Eine gelbliche grobe thonige Masse, ein Absatz von Gewässern, die vorzüglich zu geformten Lehm- oder Ziegelsteinen dient, theils bloss getrocknet, theils gebrannt, hierzu seit den ältesten Zeiten verwendet wurde.
_mala_ im Sanscrit;--_ledschm, lay, gil_ im Persischen; _lime_ ist mehr Koth, _medr_ unser Moder;--_davidat_ im Arabischen;--_boz, tit_ im Hebräischen;--_rekak_ im Chaldäischen;--_schino_ im Syrischen;--_zot_ im Aethiopischen;--_marg_ im Abessinischen.
_[Greek: lyma, chous, telma, pêlos]_ im Griechischen;--_[Greek: chôra, pêlos]_ im Neugriechischen.
_lutu_ im Walachischen;--_lutum_ im Lateinischen;--_lehit, laid, leit_, auch _pri_ im Bretonischen;--_pridd_ im Wälschen;--_creadh_ im Gälschen;--_clay, clat_ im Schottischen.
_limo_, auch _barro, arcilla_ im Spanischen;--_limo_ im Italienischen und Portugiesischen;--_limon_ im Französischen;--_lime, loan, brickearth_ im Englischen;--_lom_ im Angelsächsischen;--_lim_ im Isländischen;--_lacm, lehm, lätt, laeste, letthen_ im Altteutschen;--_lem, leim_ im Holländischen und Belgischen;--_liim, leerjord_ im Dänischen.
_il, ilowaty, glina, oblepa_ im Polnischen;--_ilovacha_ im Croatischen;--_illovacsa_ im Illyrischen;--_g'luch_ im Slowakischen;--_guillo_ in Dalmatien;--_mahli_ im Lettischen.
Q. _Ziegel, Ziegelstein, Dachziegel_.
Ziegelsteine, bloss an der Luft getrocknet, theils im Feuer gebrannt, wurden im Alterthume mit ausserordentlicher Sorgfalt bereitet, wie aus Vitruv zu ersehen ist, mussten mehrere Jahre lang trocknen. Man hatte mehrere Arten; der [Greek: lidion] war 11/2' lang, der [Greek: pentathoron] diente zu öffentlichen, der [Greek: tetrathoron] zu Privatgebäuden.
_so-phaga_ im Tibetanischen;--_ischtaka_ im Sanscrit;--_khapara_ im Bengalischen;--_phey, tchouen, oua_ im Chinesischen;--_mouke-faisé_ im Tartarischen;--_sagh, kaschi, keluch_ im Persischen;--_gghmindr, keghminter_ [?*], _aghius_ im Armenischen;--_tugla_ im Türkischen, ist der Ziegelstein; _kernitsch_ der ungebrannte, _kiremit_ der gebrannte Ziegel.
_tabe_ im Amharischen;--_tobs_ im Koptischen;--_tobgelka_ im Berberischen;--_lebena_ im Hebräischen;--_lebena, taphk, karmid, kephis_ im Chaldäischen;--_libn_ im Arabischen.
_karamida_ im Wlachischen; auch _tegla_, d.i. der Dachziegel;--_keramida_ im Albanischen, auch _tula_ und _plaidari_;--_[Greek: kermide, toublon]_ im Neugriechischen;--_[Greek: plinthos]_ im Griechischen;--_[Greek: bêsalon], bessalus_ im Mittelalter.
_later_ im Lateinischen, ist theils crudus, der ungebrannte, theils coctilis, der gebrannte.
_tivleen_ im Bretonischen; _tivlereah_ ist Ziegelstreicherey;--_brice_ im Gälischen;--_priddell_ im Wälischen;--_brick_ im Englischen (tile ist Dachziegel);--_brique_ im Französischen (tuile ist Dachziegel);--_ladrillo_ im Spanischen (teja ist Dachziegel);--_mattone_ im Italienischen (tegula der Dachziegel).
_zigelo_ im Altteutschen;--_tigel, tigla_ im Angelsächsischen;--_tegel_ im Holländischen und Schwedischen;--_tigl_ im Isländischen.
_cegla_ im Polnischen, cegielka ist Ziegelofen, dachowe ist Dachziegel, surowka der ungebrannte Ziegel;--_cyhla, topynka_ im Czechischen;--_cyhla, tehla_ im Slowakischen;--_cigely_ im Illyrischen;--_tihla_ im Mährischen;--_cigla_ im Slawonischen;--_zegl_ im Kärnthschen;--_zegu_ im Windischen;--_zyhel_ im Wendischen;--_kegelis_ im Lettischen;--_opeka, oppeka_ im Croatischen, Bosnischen, Dalmatischen, Ragusanischen;--_teegla_ im Magyarischen.
R. _Bolus, Röthel, rothe Kreide_.
Ein rothes, eisenhaltiges, thoniges Gestein, das als Malerfarbe, Rothstift u.s.w. dient.
_ou-sse-chy-tchy_ im Chinesischen;--_atridscha, asmadscha_ im Sanscrit (Roth ist rohide im Sanscrit, ruden im Persischen, rudka im Slawischen);--_gairika, geri, gerimati_ im Bengalischen;--_gamrisch, susr_ im Armenischen;--_wesni_ im Persischen;--_gili sürch, kyzyl balcik, kil armeni_ im Türkischen;--_misgh, moeghret, thin di almagra_ im Arabischen.
_persch_ im Koptischen;--_menis, mnis, odanto_ im Syrischen.
_[Greek: miltos]_ im Griechischen, besonders der [Greek: sinopikê] und [Greek: lemnia], zum Theil auch [Greek: gê sphragis] (Siegelerde);--_[Greek: sinopidiôn, sirikon]_ im Mittelalter;--_[Greek: bôlos]_ im Neugriechischen.
_rubrica, sinopis_, auch _terra lemnia_ im Lateinischen;--_ruddela_ im Gälischen;--_rhuddel_ im Wälischen;--_rhuddela_ im Bretonischen.
_wochra_ im Russischen;--_smur, smarka, ogr, rudka cerwena_ im Czechischen;--_rubryka, czerwieniec, glinka_ im Polnischen;--_samija, erdenzha krida_ im Windischen; _samija, kutmonka_ im Krainschen;--_crrigljeno, zemglga_ im Bosnischen;--_tzerwena kreda_ im Sorbischen;--_zareljenizza_ im Ragusanischen;--_serkana krithe_ im Lettischen.
_petsetes agyag, veresvasagyag_ im Magyarischen.
_rubrica_ im Spanischen und Portugiesischen, auch _almagre_, was eine besondere Art von Röthel ist, aus Almazarron in Murcia, der jetzo vorzüglich zum Rothfärben des Tabakes dient.
_raud kryt_ im Isländischen;--_rödjord, rötkrita_ im Schwedischen;--_roodörde, roodzel_ im Holländischen;--_rubrique, bol, sinopel_ im Französischen;--_red chalk, bole_ im Englischen;--_röd kride, bolus_ im Dänischen;--_bools_ im Plattteutschen.
S. _Ocker, Ockergelb, Gelberde_.
Unter Ocker oder Ocher verstehet man im Allgemeinen das Eisenoxyd, das erdige Eisen, und was dem ähnlich ist, vorzüglich aber das gelbe Eisenoxydhydrath und den dadurch gefärbten Thon, der als Malerfarbe sehr allgemeine Anwendung findet.
_artekan_ im Arabischen;--_djeghnahogh_ im Armenischen.
_[Greek: ochra]_ im Griechischen, stammt von odhar im Gälschen, was fuscus, fahl, gefärbt bedeutet;--_[Greek; ochra, kitrinochôma]_ im Neugriechischen;--_ochra_ im Lateinischen, besonders _sil_ mit mehreren Arten, als: atticum, marmarosum pressum, syricum u.s.w.;--_creadh bhuidhe_ im Gälschen, die Gelberde;--_ocre, terre jaune_ im Französischen;--_ochre, ocre_ im Spanischen und Portugiesischen;--_ocra, terra gialla_ im Italienischen;--_yellow, oker_ im Englischen;--_oker_ im Holländischen;--_okker_ im Dänischen;--_ogar, ochergelb_ im Altteutschen, auch _gilbe_ und _berggeel_ (buidhe, gel--gelb--im Gälschen, gilvus im Lateinischen);--_yellow_ im Englischen;--_ochra, schelt, wochra, scheltaja semlä_ im Russischen;--_okra, ugie, glinka zolta_ im Polnischen;--_ogr, ogrowly_ im Czechischen;--_ogra_ im Krainschen.
T. _Grünerde, Berggrün_.
Eine grüne thonige Erde, die als grüne Farbe dient, besonders bey Verona in Italien am monte baldo vorkommt.
_lo_ im Chinesischen;--_creta viridis_ der Römer, die aus Syrien, von einer Besitzung des Theodotus hiess _diodotion_.--Wie creta, so ist auch viridis keltischen Ursprunges, ist gwyrdd im Wälschen, guirm im Gälischen, verde im Wlachischen und Albanischen.
_[Greek: prasinon tês gês]_ im Neugriechischen;--_prasis_ im mittlern Latein, auch _prasinum_;--_terra verde di Brentonico_ im Italienischen;--_terre vert,--de Verone, talc chlorité_ im Französischen;--_verdemontana_ im Spanischen;--_verdemontanha, verdacre_ im Portugiesischen;--_green-earth_ im Englischen;--_grönkrita_ im Schwedischen;--_berggroen_ im Holländischen;-_sargaagyag_ im Magyarischen;--_selenaja semla_ im Russischen.
U. _Umbra_.
Eine braune Erde, die als Farbe dient, zum Theil der Braunkohlenformation angehörig.
_azzebaxe_ im Arabischen;--_azeche_ im Spanischen;--_azevixe_ im Portugiesischen;--_umer_ im Englischen;--_ombre_ im Französischen;--_umbra_ im Schwedischen.
V. Anhang.
_Nähere Bestimmung der Farben, die im Alterthume angewendet wurden, von den Autoren, besonders von Plinius erwähnt sind_.
Im Alterthume, bey den Aegyptern, Persern, Griechen u.s.w. stand die Malerei, wie die Färberei auf einer sehr hohen Stufe der Ausbildung--wie die vielen, auf uns gekommenen Gemälde am besten lehren--war eben so verbreitet als bey uns, und wohl noch weiter. Unsere Oelmalerei scheint man nicht angewendet zu haben, dagegen hatte man viel dauerndere _Wachsmalerei_, die uns immer noch nicht recht bekannt ist, und die _enkaustische Malerei_ auf nassem Kalk, die wir erst jetzo anzuwenden beginnen. Man benutzte natürlich höchst verschiedene Farben, aus allen Naturreichen, theils natürliche, mehr oder weniger präparirte, wie Grünerde, Gelberde u.s.w., theils künstliche, wie Bleiweiss, Grünspan u.s.w., theils die Farben an sich, theils an Kreide gebundene _Pastellfarben_, theils an reine Thonerde gebundene _Lackfarben_.
Nach unserer sehr unvollständigen Kenntniss der Farben des Alterthumes, benutzte man vorzugsweise, als:
A. _Weisse Farben_:
a) Das _Bleiweiss_ (s. dieses), cerussa, [Greek: mylibdos].
b) Die _Kreide_, creta annularis, selinusia, argentaria; terra melia, eretria, pnigitis, paraetonium; sie wurde theils präparirt, für sich angewendet, theils auch gefärbt mit andern Farben als Pastell.
Die _reine Thonerde_ des (mit Natron u.s.w.) behandelten Alauns (alumen melinum) diente zwar nicht als Farbe an sich (so wenig wie bey uns), aber als Beize zum Färben der Zeuge und als Pigment zu verschiedenen Lackfarben.
B. _Schwarze Farben_:
a) _Tintenartige Farbe_ aus aufgelöstem Eisenvitriol und Gallapfel oder einem ähnlichen Adstringens; _Atramentum, Atranit; Sutorium_.
b) _Tusche_, feinpräparirter Russ, _Atramentum librarium_. Um den hierzu nöthigen Russ zu gewinnen hatte man eigends construirte Oefen, die Vitruv VII. 10 und Plinius 35, 25 beschreiben, worin vorzüglich Harz (resina) verkohlt wurde. Griechische Künstler verwandten andere Substanzen z.B. Apelles Elfenbein (daher [Greek: elephantinon] genannt), Micon Traster (daher [Greek: triginon] genannt, von [Greek: tryx] die Hefe); noch jetzo schätzt man sehr das Beinschwarz und das Hefenschwarz, le noir de vigne. Die feinere Tusche kam aus Indien, war das [Greek: indikon melas].
_atramentum sepiae_ war die Schwärze des Tintenfisches.
C. _Braune Farben_:
Diese wendete man auf jeden Fall an, wahrscheinlich auch unsern Umbra, der in Italien sehr schön vorkommt; aber ich finde keine specielle Erwähnung. Melinos, [Greek: mêlinos], ein color luteus, der auch ans Melos kam, könnte vielleicht hierher gehören.
D. _Rothe Farben_:
a) _Bolus, Röthel_, [Greek: sinopis], rubrica, miltos, terra lemnia.
b) _Gebranntes Ockergelb, Preussisch Roth_; ochra usta, puniceus, [Greek: phoinix].
c) _Zinnober_, [Greek: kinnabaris], minium.
d) _Vermillion, hochrother präparirter Zinnober_, minium ustum.
e) _Mennige, rothes Bleioxyd_, sandyx, [Greek: sandyx] (wie auch eine Pflanze hiess, mit deren Saft hellroth gefärbt wurde), cerussa usta, sandaraka factitia, auch (versetzt mit Bolus) syricum.
f) _Rothes Rauschgelb_ (Schwefelarsenik), sandaraka.
g) _Kermes_ (die Scharlachbeere von der quercus ilex in der Levante, Spanien u.s.w.), coccus, [Greek: kokkos baphikê], coccus ilicis, unser Vermeil (kermial, kermis im Persischen, woher Karmesin, Vermeil).
h) _Drachenblut_, das rothe Gummi einer Frucht, cinnabaris indica, [Greek: drakonteon].
i) _Krapp_, rubia.
E. _Gelbe Farben_:
a) _Ockergelb, Gelberde_, [Greek: ochra], ochra, sil, siricum.
b) Eine ähnliche Lackfarbe wurde gemacht durch Kreide, die mit einem Aufgusse von getrockneten Lackviolen (viola) gefärbt war (s. Vitruv. XIV. 14).
c) _Gelb Rauschgelb_ (Schwefel-Arsenik), auripigmentum, [Greek: arsenikon].
d) _Safran_; [Greek: krokos], crocus. Im Arabischen zafaran, im Hebräischen karnom.
F. _Grüne Farben_:
a) _Grünerde_, creta viridis, viride appianum; im Mittelalter prasina.
b) _Berggrün, Kupfergrün_, erdiges, oft thoniges Kupferoxyd; [Greek: chrysokolla], chrysocolla; auch cypria.
G. _Blaue Farben_:
a) _Blaues Kupferglas_ (welches man erst in der allerneuesten Zeit wieder anwendet), caeruleum, coelon, lomentum, vestorium.
b) _Schmalte_, blaues Kobaltglas, wurde viel angewendet, wir wissen aber den Namen nicht, war vielleicht eine Art von caeruleum.
c) _Armenium_ war vermuthlich präparirte Kupferlasur.
d) _Ultramarin_, aus Lasurstein präparirt, wir kennen den Namen nicht bey den alten Griechen, bey den spätern (im 6. Jahrh.) war es lazurion, [Greek: lazoyrion].
e) _Indig_ (aus der Indigpflanze) und _blauer Carmin_, [Greek: indikon], indicum.
f) _Waid_ oder _Krapp_, [Greek: isatis, isantidon], vitrum, glastum.
g) _Lackmuss, Orseille_, von der Pflanze gleiches Namens (einer euphorbiacea, der croton tinctorium oder tournesol)--[Greek: phykos thalassion], oder [Greek: pontikon], phycos thalassion.
H. _Violet, Purpur_:
_Purpursaft der Purpurschnecke_ [Greek: porphyra]--ostrum, den wir nicht mehr anwenden; _purpurissum_ war durch Purpur oder ostrum gefärbte Kreide; ähnliche Pastell- und Lackfarben machte man aus mehreren Pflanzen, als vaccinum (vielleicht Heidelbeere). Der Purpur ist ferfur im Arabischen.
_Hysge_, [Greek: hysgê], war ein Kraut, das dunkelroth färbte, das _hysginum_ war eine Mittelfarbe zwischen Purpur und Scharlach.
* * * * *
#§. 4. Kalk-Gruppe.#
Kohlensaurer Kalk in mannichfachen Formen, mit Marmor im Sinne des Alterthumes, d.h. den politurfähigen Gesteinsmassen.
A. _Der Kalkstein und Kalk im Allgemeinen_.
Der kohlensaure Kalk dient vorzugsweise zum Mörtel, zu dem er durch das Brennen geschickt gemacht wird; fast jeder ziemlich reine Kalkstein ist hierzu geeignet, wenn er auch geognostisch verschiedenen Formationen angehört. In Aegypten brannte man Kalk aus dem lapis troicus, einem zur Kreideformation gehörigen Nummulitenkalk;--in Griechenland benutzte man vorzugsweise den poricus oder megarensis und conchytes, d.i. einen tertiären Muschelkalk von Megara, aber auch andere Kalk- und Marmorarten;--in Rom den silex (daher selce, silici), der nicht Kiesel ist, sondern der graue, harte Alpenkalk, aber auch das saxum album oder tiburtinum, d.i. unser Travertin oder Kalktuff von Tivoli. In Indien braucht man viele Korallen. Diejenigen derben und krystallinischen Kalksteine, die einen bedeutenden Gehalt an Talkerde haben, mit Säuren wenig und schwer brausen, heissen _Dolomit_, welchen Namen Herr v. Saussure 1779 gab.
_che-hoei_ im Chinesischen;--_sikui, sniu_ im Japanischen;--_rtsi_ im Tibetanischen, auch _dakara-rtsi_;--_rdo--zho_ ist Kalkstein, _sadagara_ weisse Erde;--_ilpan_ im Mandschu;--_toho_ im Tartarisch-Mandschu;--_tsurma, khatica, khati_ im Sanscrit, auch _pakasukla_ (d.i. sich weissbrennend), _dhatupala_ (Mineralstein), _dhavalamrithika_ (weisse Erde);--_chunan, chinan_ im Hindu;--_tschuna_ im Bengalischen;--_thaung, thaum_ in Indien, Provinz Tennasserin;--_bata kapor_ im Malaiischen;--_kapur_ ist mehr der gebrannte Kalk.
_burr, kir_ im Armenischen;--_kir_ im Georgischen und den kaukasischen Sprachen;--_kiretsch_ im Tartarischen;--_kiretsch_ im Türkischen (kiretschlik bedeutet das, was wir Oxyd nennen);--_kireg, kils, kedsch_ im Persischen;--_ksel, spi_ (d.i. weiss), _thrib_ im Kurdischen;--_marak_ im Grönländischen (heisst auch weisse Erde).
_mess_ im Magyarischen;--_mescho_ in der Zigeunersprache.
_st_ in der ägyptischen Hieroglyphen-Sprache nach Champollion;--_nora_ im Aethiopischen und Amharischen, auch _mura_;--_maret tzooda_ (weisse Erde) im Abessinischen;--_szibbel_ im Berberischen.
_gir_ im Hebräischen und Maltesischen;--_dgir_ in Darfur (Nordafrika);--_dschair, keg, chils_ im Arabischen; mü-kellis [or: mükellis] ist der Kalkbrenner, gaygarah der Kalkofen.
_calsc, calasc_ im Syrischen;--_kalaph_ im Samaritanischen;--_titaos_, auch _kalbejo, kunjon_ im Syrischen.
_[Greek: titanos]_ im Griechischen, auch _[Greek: chalix]_ der Kalkstein;--_[Greek: tettanos]_ im Mittelalter ([Greek: asbestos] war der gebrannte Kalk);--_[Greek: asbesti, asbestopetra]_ im Neugriechischen;--_asbesum_ der Alchemiker.
_varul_, auch _kalkanniu_ im Wlachischen;--_var, war_ im Bosnischen;--_iswestnoi kamen_ im Russischen;--_wupno_, auch _kalk_ im Polnischen (wapien ist Kalkstein);--_wapno, wapenny kamen_ im Böhmischen;--_vapnu, apnu, apni kamen, apnjenik_ im Windischen;--_apnu_ im Krainschen;--_vapno, japno, krech_ im Croatischen, auch im Illyrischen und Slowakischen (wapenik ist Kalkstein);--_kalk_ im Wendischen;--_kalkis_ im Lettischen;--_kalke_ im Litthauischen.
_calch_ im Wälschen (calchur ist Kalkbrenner);--_calc, cailc_ im Gälischen, auch _caleh_ im Kornischen.
_cawk, caulk_ im Schottischen; aol-clach ist Kalkstein.
_calx_ im Lateinischen. Der Kalkstein zum Kalkbrennen in Rom hiess lapis albus, varius, durus, fistulosus, silex, mollior (nicht molaris, wie in den Ausgaben des Plinius stehet); der silex ist der dichte Apenninenkalk, der jetzo noch selce heisst;--_calca, calcina_ im mittelalterlichen Latein; alahabar, alchonor, alastron, agar, algit, galerit, algerie bey den Alchemikern.
_calce_ im Italienischen, calcare ist kalken;--_cal_ im Spanischen; caliza, piedra de cal ist Kalkstein;--_cal_ im Portugiesischen;--_chalk_ im Englischen, ist vorzüglich der erdige, kreidenartige; _lime_ ist mehr der feste (hängt vielleicht zusammen mit liomh polieren), limestone ist Kalkstein;--_calch_ im Flammländischen;--_chaux_ im Französischen, aber pierre calcaire ist Kalkstein, calciner verkalken;--_chalk_, auch _ceali_ im Angelsächsischen;--_kalk_ im Isländischen, Schwedischen, Dänischen, Friesischen, auch im Lappländischen.
_carea_, auch _quisua_ im Baskischen; carabia ist der Kalkofen.
B. _Der gebrannte Kalk_.
Er heisst auch ätzender, lebendiger Lederkalk (der Sparkalk ist gebrannter Gyps). Das Brennen hiess im Lateinischen coquere.
_wakharitschuna_ im Bengalischen;--_rdo-zhuna_ im Tibetanischen;--_kapor, kapur_ im Malaiischen;--_kireg-tasi_ [or: _kiregtasi_] im Persischen;-- _nüret, zarudsch_ im Arabischen;--_sid, sida_ im Chaldäischen;--_kelscho_ im Syrischen.
_[Greek: konia]_ im Griechischen, was wohl eigentlich Kalkwasser war; der ungelöschte Kalk war [Greek: asbestos (titanos)], von [Greek: sbennymi] löschen, auslöschen; ([Greek: asbestarion] die Kalkhütte, [Greek: asbestôtês koniatês] der mit Kalk weiss anstreicht);--_[Greek: asbestês, asbystos]_ im Neugriechischen;--_asbesum, annora_ im mittelalterlichen Latein;--_albeston, schesten, rasis, gir, koma, komaertos_ bey den Alchemikern.
_ras, raz_ im Bretonischen;--_aol, aolgun bhatadh_ im Gälischen, aol schuirn ist Kalkofen.
_calx extincta_ (der gelöschte), _macerata_ (der mit Wasser angemachte) im Lateinischen;--_cal viva_ im Spanischen (ahogar la cal ist den Kalk löschen);--_chaux eteinte_ im Französischen;--_caou_ im Provenzalischen;--_quicklime_ im Englischen.
_wapno wypalone_ im Polnischen;--_palene wapno_ im Böhmischen;--_japno, sgivo persginasto_ im Bosnischen;--_krecs_ im Illyrischen.
C. _Der Mörtel, die Tünche_.
Der gebrannte Kalk, im Wasser sehr verdünnt, bildet die Tünche, das Kalkwasser, zum Weissen oder Tünchen; mit dem nöthigen Wasser und Sande in einen breiartigen Zustand gebracht, den Mörtel zum Bauen; hat dieser die Eigenschaft, dass er unter Wasser schnell erhärtet, heisst er Cement. Der Mörtel ist:
_zaharudsch, sarug_ im Arabischen;--_melel_ im Hebräischen;--_schaghach, taghach_ im Armenischen;--_messelo_ im Magyarischen;--_kelkere_ im Albanischen;--_[Greek: konia, ammokonia]_ im Griechischen;--_malta, [Greek: chalyx]_ im Mittelalter.
_aol-phasel, -plasta, doib_ im Gälischen, auch _moirteal_ (vielleicht aus dem Englischen).
_mortarium_ im Lateinischen;--_maltha_ war ein Mörtel oder Kalk, der am meisten erhärtete; zum Cementkalk brauchte man den pulvis puteolanus, die Puzzolane. Um den Mörtel ganz weiss zu machen und ihn glätten zu können, wie er zur encaustischen Malerei nothwendig war, setzte man gepulverten Marmor zu; er war dann marmoratum, da der gewöhnliche Mörtel arenatum hiess;--_mortal parget, plaster_ im Englisclien;--_mortier, beton, bleton_ im Französischen;--_mortero, mezcla, argamasa_ im Spanischen (argamasar ist Mörtel bereiten);--_morter_ in Altteutschen;--_morter, moertel_ im Holländischen;--_mort, murt_ im Windischen.
_Tünche, tünchen_ wird aus dem Slawischen stammen. _tynk_ im Polnischen, _tynkowak_ ist tünchen;--_dynchowani_ im Czechischen. Die Tünche ist: _polmaska_ im Russischen, _mauz, lika_ im Wendischen, _mauz, frajh_ im Krainschen.
D. _Marmor nebst andern politurfähigen und verwandten Gesteinen_.
Marmor bezeichnete und bezeichnet noch jetzo im gemeinen Leben alle politurfähigen Steinmassen, die zu Bauwerken, Statuen, Mosaikarbeiten verwendet werden; mineralogisch beschränkt man den Ausdruck nur auf politurfähigen kohlensauren Kalkstein. Die politurfähigen Steine wurden im Alterthume in den grossartigsten Brüchen und sehr rationell gewonnen; diese Steinbruchskunst hiess [Greek: lithourgikê] (woher unser Name Lithurgik, der einen weitern Begriff hat), die Kunst der weitern Bearbeitung hiess [Greek: lithotribikê].
a) Marmor im Allgemeinen.
_pandu kambula_ im Sanscrit;--_maramara_ im Bengalischen;--_mocrano_ im Hindu und andern indischen Sprachen, von dem Orte mocrano, wo er gewonnen wird.
_ara-ka, araga, arca_ im Tibetanischen;--_pualam, batopoan_ im Malaiischen;--_alha-ouche_ (bunter Stein) im Mandschu;--_okesiksak_ im Grönländischen.
_kidsch, marmarion_ im Armenischen;--_marmar_ im Kurdischen;--_mermer_ im Türkischen;--_mermer_ im Persischen (der balghami ist eigentlich der Tuffkalk von Schiramin);--_mermer, balant, butcham_ im Arabischen, auch _rokham_ (eigentlich harter Stein, daher rokham alabiad der persische Tuffkalk oder orientalische Alabaster);--_rucham_ ist weisser Marmor;--_ream, reom_ im Maltesischen, wohl von rucham im Arabischen.
_balak_ im Abessinischen;--_ketak, ktak_ im Syrischen, ist eine gewisse Art Marmor;--_schajich_ im Hebräischen, auch _schesch, shaich_, meist mit Marmor übersetzt, wird auch auf Onyx angewendet seyn (s. oben). Als Marmorsteine, zur Verzierung des Fussbodens (wohl Mosaikarbeit) werden in der Bibel noch angeführt: 1) _bahat_, meist mit smaragdus übersetzt, scheint mit dem eben erwähnten balant im Arabischen Aehnlichkeit zu haben; 2) _dar_, übersetzt mit perlartiger Stein, ist vielleicht das chaldäische dur, übersetzt mit lapis pretiosus; 3) _socherth_ oder _sochareth_, wahrscheinlich bunter Stein.
_marmar, marmer, marmira_, auch _pudra, pidra_ (wohe [woher] vielleicht [Greek: petros] im Griechischen), im Chaldäischen; _schajisch, schajercha_, mit Marmor übersetzt kann auch Onyx gewesen seyn (s. diesen).
_[Greek: marmaros]_ im Griechischen ([Greek: psephis] sind die Steine zur Mosaikarbeit);--_[Greek: marmaron]_ im Neugriechischen;--im Mittelalter war [Greek: dokiminon] (der Marmor von der Stadt Docimeum in Phrygien) der gewöhnliche Name für Marmor;--_recha_ der Alchemiker.
_marmore_ im Walachischen;--_marmari_ im Albanischen;--_maen-mynor, mynor, marmawr_ im Wälischen;--_mein-marbre_ [or: _meinmarbre_] im Bretonischen;--_marmor, marmur, marbyr_ im Gälischen;--_marmor_ im Lateinischen;--_marble_ im Englischen;--_marbre_ im Französischen;--_marmo_ im Italienischen;--_marmol_ im Spanischen;--_marmore_ im Portugiesischen;--_marmor_ im Schwedischen und Dänischen;--_marmel_ im Holländischen;--_marmul_ im Alt-Hochteutschen;--_marmara_ im Isländischen;--_marmari_ im Norwegischen;--_marm_ im Angelsächsischen;--_marmor_ im Russischen und den meisten slawischen Dialecten;--_mramor_ im Böhmischen;--_marmur_ im Polnischen;--_marbel_ im Krain;--_marvany_ im Magyarischen;--_marmoras_ im Litthauischen.
b) Die bekanntesten, wahren, aus kohlensaurem Kalk bestehenden Marmorarten der Griechen und Römer.
_marmor parius_, auch _lychnites_ und _lychdinus_, war ein schöner weisser Stein aus dem Gneisgebirge der Insel Paros (jetzo Paris), einer der Cycladen, der von den Griechen sehr geschätzt wurde. Die alten Brüche liegen jetzo unbenutzt, die jetzigen Künstler nennen den Stein marmora graeca duro.
_marm. thasios_, von der Insel Thasos, jetzo Tasso, im ägäischen Meere bey Thrazien, ausserordentlich weiss, fein und schön, war ein Hauptmaterial der alten griechischen Künstler.
_marm. lebsius_, von der Insel Lesbos, jetzo Metellino im ägäischen Meere, dem vorigen sehr ähnlich, etwas bläulicher,
_marm. pentelicus_, vom Berge Penteles bey Athen, wo die grossen unterirdischen Brüche noch vorhanden sind. Der marmor graeco fino der Archäologen, ein zarter, weisser Marmor. Aus demselben bestehen viele Statuen, auch sind das Parthenon und viele Prachtgebäude daraus erbauet. Er hat öfter grüne Stellen, heisst dann Cipolino (Zwiebelmarmor).
_marm. lunensis_, von den Künstlern jetzo bardiglio oder bigio di Carara genannt, ist der jetzo allbekannte Marmor von Carara in Toscana (sonst Luna in Hetrurien), der durch ganz Europa verführt wird, der im alten Rom zu Statuen und Prachtbauten vorzugsweise verwendet wurde.
_marm. hymettus_, vom Berge gleiches Namens, ohnweit Athen, ein weisser und grauer grossschuppiger Marmor, der beym Reiben etwas stinkt, jetzo marmo cipolla der Künstler.
_marm. proconensis_ und _cyziscecum_ von der Insel Proconensis im Hellespont, der Stadt Cyzicus gegenüber, das heutige marmora, weiss mit grauen und blauen Adern, wurde sehr allgemein in den griechischen Städten zu Säulen und Prachtbauten verwendet, wird jetzo wenig gebrochen.
_marm. ephesius_, ein blendend weisser Marmor von Ephesus in Ionien (Kleinasien), vorzüglich verwendet zu dem berühmten Tempel der Diana daselbst, mit Säulen von 160' Höhe. Unterirdische, unendlich ausgedehnte Steinbrüche sind noch vorhanden.
_marm. phrygius, synadicus, docimenum, [Greek: dokimeus]_, ein sehr schöner weisser, auch roth- und blauadriger Marmor, von Docimeum und Synada, ohnweit Nicaea in Phrygien; die ausgedehntesten alten Brüche findet man noch jetzo bey Eski-kara-Hissar (dem alten Synada), wo Blöcke über 100' Höhe gewonnen wurden. Er ging viel nach Griechenland, später besonders nach Rom, wurde so häufig angewendet, dass im Mittelalter der Marmor überhaupt [Greek: dokiminon] genannt wurde.
_marm. coralliticus_, wahrscheinlich aus Phrygien, war auch sehr weiss.
_marm. tyrius_, von Tyrus in Syrien, war weiss, aus ihm bestehen die Tempel in Tyrus, Jerusalem, überhaupt in Syrien.
_marm. caristaeus_, von Karisto auf Euboea (Negroponte), war von graugrüner Farbe mit grasgrünen Adern (ein marmo cipolino der Künstler), die alten Brüche werden noch jetzo betrieben.
_marm. numidicus_, von Berge Maurasido in Numidien, wird gelb gewesen seyn, bildet den Giallo antico der Künstler.
_marm. chius_ von der Insel Chios, der schwarz gefleckt ist, und der _--lucullus_ aus Aegypten, waren schwarz, sind der nero antico der Künstler.
_marm. taenarius_ aus Lacedaemon war schwarz, vermuthlich aber kein Marmor.
_marm_. oder _lapis megarensis_, auch _porinus,[Greek: lithos konchitês], conchites_, war nicht eigentlich politurfähiger Marmor, sondern der, an Petrefacten reiche tertiäre Kalkstein, der bey Megara, wie in vielen Gegenden Griechenlands vorkommt, sehr häufig als Baustein diente, was auch noch jetzo der Fall ist; bey den jetzigen Griechen heisst er [Greek: poros].