Part 45
Vergebens suchten wir durch Rudern gegen diesen gewaltigen Seegang anzukämpfen. Die meterhohen Wellen warfen unser plumpes Boot hilflos umher; es war unheimlich, sie krachend gegen die dünnen Seitenwände anprallen zu hören. Es kostete die größte Mühe, das Boot wenigstens gegen die Wellen zu stellen; ein Rückwärtsrudern nach Ochrida zu war ganz unmöglich. Wir sahen beim Blick gegen das Land, daß wir, statt nordwärts voranzukommen, immer weiter nach Süden abgetrieben wurden. Wir kamen schließlich über _Pescani_ und immer weiter über die feindliche Front hinaus. Das Boot schwankte hin und her, stieg hoch auf die Wogenkämme hinauf, um mit Krachen und Gepolter in die Wellentäler hinabzustürzen.
Die See wurde immer schwerer, die Wellen erreichten eine Höhe von fast zwei Metern. Selbst auf dem Meer hatte ich in kleinem gebrechlichen Boot selten etwas Derartiges erlebt. Schließlich wurde ich sogar seekrank, was mir selbst auf dem Meer unter ähnlichen Umständen nicht passiert war. Zu unserer Freude nahte jetzt unser Motorboot, das repariert worden war. Kaum hatte es, wie toll von den Wellen herumgeworfen, das Tau zu uns herüber geworfen und gerade angefangen uns nordwärts zu fahren, als neue Havarie eintrat. Der Motor versagte, die Leine verfing sich in die Schraube des Bootes, beide Boote taumelten hilflos auf den Wellen umher und stießen wiederholt heftig aneinander.
Die Situation wurde immer kritischer und trotzdem genoß ich den prachtvollen Anblick, als der Matrose des Motorbootes sich auszog und nackt sich ins Wasser stürzte, um zu tauchen und unter Wasser mit einem Messer die Leine aus der Schraube herauszuschneiden. Rot wie ein Krebs tauchte er aus dem indigoblauen Wasser empor. Ich zitterte für sein Leben; aber mit bewunderungswerter Gewandheit brachte er, was er wollte, fertig und stieg heftig atmend ins Boot zurück. Aber bei dem schweren Wogengang kam er nicht mit dem Motor zurecht.
Woge auf Woge brauste gegen uns heran, der Nordwind wurde immer stärker. Der Abend sank hernieder. Leuchtend hoben sich die Wogenkämme von dem schwarzblauen Wasser ab. Rot lag der Abendschein auf den Hängen des Tomoros und seinen Kalkfelsen. So weit waren wir nach Süden getrieben und schon weit hinter den feindlichen Linien. Schon berieten wir, der mich begleitende Husarenleutnant und meine Matrosen, wie wir wohl ans Land kommen und uns durch die feindlichen Linien in der Nacht hindurchschleichen könnten.
Da nahte ein kritischer Augenblick; wir hörten einen Motor arbeiten; aus dem Dunst tauchte ein Patrouillenboot auf. War es feindlich? Sie hielten uns jedenfalls für Feinde; denn sie machten ihre Maschinengewehre klar. Da im letzten Moment erkannte der österreichische Oberleutnant, der das Patrouillenboot führte, mich und sein Boot, das er mir am Morgen geliehen hatte. Wir waren gerettet. Das starke Motorboot nahm uns ins Schlepptau und nun ging es in sausender Fahrt nordwärts gegen den Wind und die Wellen auf Ochrida los. Der Nordwind brauste uns um die Ohren, der Gischt spritzte über uns und unser ganzes Boot. Als wir in Ochrida anlangten und unsere Ausbeute nebst den Instrumenten heil an Land brachten, wartete eine vielhundertköpfige Menge am Kai auf das „erbeutete feindliche Boot‟. Soldaten und Zivilisten waren sehr enttäuscht, daß es nur Gelehrte waren, die da eingebracht wurden. Unsere Fahrt hinter die feindliche Front bildete eine Zeitlang das Armeegespräch an der westlichen Front in Mazedonien.
Eine Reihe harmloserer Fahrten brachten mir und im nächsten Jahr Dr. _Nachtsheim_ die erwünschten Aufschlüsse über das Plankton des Ochridasees. Es erwies sich als viel ärmer an _pflanzlichen_ Bestandteilen als dasjenige des Doiran- und Prespasees. Das hing wohl mit der größeren Tiefe des Sees zusammen.
Das tierische Plankton war dagegen außerordentlich reich. Vor allem in größeren Tiefen enthielt es ein Gewimmel von kleinen Krebsen aus den Gruppen der _Copepoden_ und _Daphniden_. Dazu kamen große Massen von _Muschellarven_, wohl Glochidien der im See so häufigen _Dreissensia_. Die Copepoden gehörten zu den Arten +Cyclops strenuus+ und +Diaptomus Steindachneri+ und +D. vulgaris+. Von Daphniden sind es _Bosminen_, Arten von _Scapholeberis_ u. dgl. _Leptodora_, welche im Doiran- und Prespasee häufig vorkam, vermißten wir im Ochridasee.
Von Interesse ist die Tatsache, daß zu der Zeit, in der die Seeforellen in der Tiefe sich aufhielten und dort von den Fischern gefangen wurden, in diesen Tiefen die großen Massen von Planktontieren lebten. So fanden denn die Fische dort ihren gedeckten Tisch, ihre reichen Weidegründe. Die Magenuntersuchung bewies, daß tatsächlich das Plankton zu dieser Zeit ihre Hauptnahrung ist. So zeigt also ihre Verbreitung in den verschiedenen Tiefen des Sees ähnliche Gesetzmäßigkeiten wie sie z. B. für die Fische des Bodensees, besonders für die Felchen nachgewiesen worden sind.
VIERZIGSTES KAPITEL
ENDE DES FELDZUGES UND DER FORSCHUNGSARBEITEN IN MAZEDONIEN
Im August 1918 hatte ich, durch persönliche Verhältnisse gezwungen und ermüdet durch 7 Monate intensiver und strapazenreicher Arbeit, für einige Wochen nach Deutschland zurückkehren müssen. Im September war ich, gut ausgerüstet für neue große Unternehmungen, auf der Rückreise zu meinem Standquartier in Üsküb. Unglücksschwangere Nachrichten hatten mich schon unterwegs erreicht. Der Sommer war ja schon von bösen Ahnungen erfüllt gewesen. Aber noch hoffte ich, daß es gelingen würde zu meiner Arbeitsstätte zu gelangen und weiter arbeiten zu können.
Noch während der Reise aber mußte ich alle Hoffnung aufgeben; General _von Krane_, den ich als Mitpassagier im Balkanzug in Ungarn traf, riet mir sogar sofort umzukehren. Ich beschloß aber, soweit wie möglich weiter zu fahren und meine Mitarbeiter, meine Ausrüstung, und das, was von Sammlungen noch in Mazedonien war, nicht im Stich zu lassen.
Glücklich gelangte ich noch nach Serbien, aber nicht über _Nisch_ hinaus. Schon war _Üsküb_ unerreichbar. Die Front war durchbrochen und in voller Aufrollung begriffen. Dort, wo schon im Frühjahr die Bulgaren eine schwere Schlappe erlitten hatten, an der Front südlich der _Mala Rupa_, war dem Feind der Durchbruch gelungen. In diesem Gebiet hatten schon im Sommer bulgarische Regimenter gemeutert. Die Bulgaren haben zuerst versagt. Hier an der Front begann der Zusammenbruch, der alle Fronten erfassen sollte.
Die Ursachen sind durchsichtig. Daß die Bulgaren zusammenbrechen mußten, war vorauszusehen. Wer unter ihnen lebte, mußte es voraussagen. Das Volk war zermürbt durch fast ein Jahrzehnt Kriegszustand. Drei Kriege hatte es hintereinander bestehen müssen, die ihm Viele seiner Besten gekostet hatten. Das ganze bulgarische Heer war kriegsmüde. Kaum klammerte es sich noch an die alten mazedonischen Traditionen und Hoffnungen. Die Kraft versagte, die Organisation versagte, Nachschub und Verpflegung versagten. Als der Hunger an der Front nagte, versagten auch die Verbündeten; auf die Türken und Österreicher war schon längst kein Verlaß mehr.
Nun hatten noch wir, diejenigen ihrer Verbündeten, die bis jetzt sie gestützt und versorgt hatten, sie im Stich gelassen. Die ungeheueren Kämpfe an der Westfront hatten die oberste Heeresleitung gezwungen ein Regiment nach dem anderen, eine Batterie nach der anderen von der mazedonischen Front wegzunehmen. Schließlich waren nur noch die Spezialwaffen übrig geblieben.
Da hatten die Feinde gegen die zermürbte Front einen energischen Stoß gerichtet, waren durch einsame Wälder und Gebirge von dem Gebiet der Dudica durch die Marianska Planina und die Ketten südlich Drenovo unbemerkt bis _Demirkapu_ vorgestoßen und hatten damit mit einem Schlag die ganze Front aufgerollt. Die Wardarfroht war abgeschnitten, die einzige normale Rückzugslinie bedroht.
Als ich in Nisch anlangte erfuhr ich, daß schon Veles genommen und Üsküb bedroht sei. Nun galt es auch für mich, zu retten, was zu retten war. Schon hatte ich telephonisch und telegraphisch Verbindung mit meinen Mitarbeitern erzielt. Mein Eigentum, Sammlungen, Laboratoriumsausrüstung war gerettet, meine Leute alle in Sicherheit. Allmählich sammelten sie sich um mich; Kisten und Koffer langten mit den verschiedensten Transportmethoden in Nisch an. Das Heerespferdedepot, meine freundlichen Nachbarn auf dem Zitadellenberg in Üsküb, hatten mit all dem ihrigen auch mein Laboratorium gerettet.
Nun galt es selbst mit all diesen Dingen aus dem Wirrwar, das sich nun entwickelte, nordwärts zu entrinnen. Die Stäbe rückten an, brauchten alle Quartiere und allen Raum. Für uns und unsere Schätze war kein Platz mehr. So war man froh, uns mit einem leeren Güterwaggon zufrieden zu stellen; den ließ ich in der Folge an alle möglichen Güter- und Personenzüge anhängen und fuhr so langsam durch Serbien nordwärts und sammelte unterwegs allmählich Menschen und Besitztümer der mazedonischen Forschungskommission auf.
Es waren noch qualvolle Tage, die ich in _Paracin_ und schließlich in _Semendria_ verbrachte, immer wartend auf Menschen, eintreffende Sammlungen, Instrumente und vor allem auf die mit Spannung erwarteten Nachrichten von Freund und Feind. Immer weiter verschob sich die Front, die gehalten werden sollte, nach Norden. An einem Ort nach dem anderen sausten die Autos der hohen Stäbe weiter nordwärts an uns vorbei.
Mein Bursche, meine Präparatoren, Prof. _Müller_, Dr. _Nachtsheim_, langten bei mir an, oder kamen für kurze oder längere Zeit mit mir zusammen. So erhielt ich nach und nach Nachrichten von den befreundeten Abteilungen. Ich hörte vom _Hain Mamre_ und den Truppen der dortigen Front, daß sie nach Osten ausgebogen seien und nach Zerstörung wichtiger Vorräte durch Bulgarien nordwärts strebten. Hauptmann _Jungmann_ kam kurz vor der Besetzung noch aus Veles heraus; ich war in Semendria mit ihm beisammen, wo er eine Kiste mit Säugetierfossilien noch unter dem Arm trug, die er gerettet hatte.
Ein Rest unserer Armee bei _Prilep_ und am _Ochridasee_ hatte sich westwärts wenden müssen und schlug sich durch Albanien ans Adriatische Meer durch und kam über Fiume nach Ungarn. Mein Bursche war noch im verlassenen Üsküb gewesen, der Pionierpark in Hudova, die großen Magazine in Gradzko waren in die Hände der Feinde gefallen.
Ach, was war da zerstört und vernichtet; wie lag man am Boden nach all den Träumen, mit denen man einst südwärts gezogen. Da galt es den Kopf aufrecht zu halten. Und ich mit meinen Leuten hatte alles Recht dazu. Alles wirklich Wesentliche von unseren Resultaten, ja sogar der größte Teil der Ausrüstung war gerettet. Fast alle Sammlungen waren schon in der Heimat, vieles rollte auf dem Wege dorthin oder war unter meiner Obhut. So galt es jetzt mit Energie diese Schätze noch über die Donau zu bringen. Dann hatte man seine Pflicht erfüllt, hatte sich in die Heimat zu begeben und dort neuer Aufgaben zu harren.
Als alles gerettet war, alle Sammlungen in der Heimat angelangt, gesichert und geordnet waren, da galt es für jeden einzelnen der Mitglieder der Forschungskommission in seine Stellung und Pflichten als Staatsbürger wieder einzutreten. Jeder hatte zu arbeiten, um im Land nach der Niederlage und den Wirren der Revolution wieder Ordnung schaffen zu helfen.
Trotz der gehäuften beruflichen Arbeit, trotz der schwierigen Lebensverhältnisse, trotz der Last, die vor allem auf der Seele all der beteiligten Männer lastete, gelang es doch in den zwei seit der Niederlage verflossenen Jahren einen guten Teil unserer Resultate zu verarbeiten. Manches davon ist in den Kapiteln dieses Buchs niedergelegt.
Niemals ist es natürlich in einer so kurzen Zeit möglich, die wissenschaftlichen Ergebnisse reicher Sammlungen und vieler Tagebücher, vieler Beobachtungen und Gedankenarbeit in abgeschlossenem Zustand zu überliefern. Noch manches Jahr mag darüber hingehen, bis alle Resultate der verschiedenen Forscher, die teils in dem fernen Lande mitgearbeitet haben, teils an unseren Sammlungen als Bearbeiter einzelner Gruppen und Probleme mitwirken, fertig vorliegen.
Ein Buch, wie das vorliegende, soll mit seinem vorläufigen Ergebnis ein Zeugnis davon ablegen, wie in dem zerstörenden Krieg aufbauende Arbeit mit Hilfe der Armee geleistet wurde. Es soll ein bisher unbekanntes Land, einen weißen Fleck auf der Karte Europas dem Verständnis unseres Volkes näher führen und zeigen, was dort für alle Zweige unseres Wissens und unserer Kultur noch zu suchen ist.
Und so schließe ich dies Buch in dankbarer Gesinnung gegen alle, welche mir zur Erreichung meiner Ziele in Mazedonien Hilfe geleistet haben. Wie viele Namen durfte ich in diesem Band nennen von Heerführern, Offizieren, Mannschaften, von Kollegen und Mitarbeitern, von Deutschen, Österreichern, Bulgaren, die mithalfen, all das auszuführen, was in diesem Buch beschrieben ist. Ihnen allen sei mein Dank ausgesprochen und die Hoffnung, daß der Inhalt des Bandes ihnen schöne, wertvolle Erinnerungen an das farbige, eigenartige Land Mazedonien erwecke.
ANMERKUNGEN ZU DEN KAPITELN.
=Anmerkungen zum 1. und 2. Kapitel.=
=Frühling in Mazedonien und Kaluckova und das Forscherhaus.=
=Pflanzen bei Kaluckova.=
Thymian +Thymus lanuginosus+ Mill. Kamille +Anthemis austriaca+ Jacq. Rosa Cistrose +Cistus villosus+ L. Strohblume +Xeranthemum annuum+ L. Labkraut +Galium verum+ L. { +Silene racemosa+ Otte. Lichtnelken { +Lychnis coronaria+ Lam. Goldklee +Trifolium campestre+ Schreb. Rote Wicke +Vicia tenuifolia+ Roth. Gelbe Schafgarbe +Achillea coarctata+ Schreb. Großes Zittergras +Briza maxima+ L. Diptam +Dictamnus albus+ L. var. +macedonicus+ Borb. Aronsstab +Dracunculus vulgaris+ Schott. Stacheleiche +Quercus coccifera+ L. { +Quercus macedonica+ L. { +Quercus pubescens+ L. Weichblätterige Eichen { +Quercus lanuginosa+ Lam. { +Quercus conferta+ WK. Esche +Ornus fraxinus+ L. Judendorn +Paliurus spina cristi+ Miller. Flockenblume, rot +Centaurea scabiosa+ St. +Jurinea sp.+ Rittersporn +Delphinium consolida+ var. +micranthum+ Boas.
=Anmerkungen zum 3. Kapitel.=
=Pflanzen der Ebene von Hudova.=
Große, gelbe Wolfsmilchart +Euphorbia virgata+ WK. Rote Wicke +Vicia tenuifolia+ Roth. Heckenrose +Rosa canina+ L. Dort Urform der Gartenhyazinthe +Hyacinthus orientalis+ L. Kornblume +Centaurea cyanus+ L. Roter Mohn +Papaver rhoeas+ L.
Bockkäfer.
+Clytus ornatus+ Herbst. +Cl. rhamni+ Germ. +Argalia punctata+ L. +Stromatium unicolor+ Oliv. +Agapanthia cynarae+ Germ. +Cerambys miles+ Bon. +C. cerdo+ L. +C. coronatus+ Kust. +Morimus funereus+ Mals. +Aromia moschata+ L. +Clytus floralis+ Pall. +Purpurica badensis+ Götze.
Ich erwähnte in den Kapiteln 2 und 3 den großen Reichtum an Asiliden (Raubfliegen) im Frühling.
Ich füge hier eine Liste der auffälligsten Formen bei, deren Bestimmung ich Herrn _Engel_, München verdanke.
+Dymachus fuscipennis+ Mg., Üsküb, Kaluckova. +Stichopogon scaliger+ Lw., Prilep. +Protophanes punctatus+ Mg., Wodno. +Heligmon munda+ Lw., Mrawinca. +Entolmus setibarbus+ Lw., Kaluckova. +Andrenosoma maroccanum+ Stip., Kaluckova, Plaguša Planina. +Laphria flava+ L., Gopes. +Stenopogon sabandris+, Üsküb. +St. elongatus+ Mg., Kaluckova. +St. coracinus+ Lw., Üsküb, Kaluckova, Piravo. +Asilus crabroniformis+ L., Lisec. +Promachus leoninus+ Lw., Doiransee. +Dysmachus bimucronatus+ Lw., Mala Rupa, Üsküb.
=Anmerkungen zum 4. Kapitel.=
=Mravinca und sein Feldlazarett.=
Die große _Libellensammlung_ ist noch nicht durchgearbeitet und daher sind von den meisten Libellenarten noch keine genauen Namen angegeben. Die Bearbeitung liegt in den Händen von Dr. _Ris_, Rheinau (Schweiz).
Die _Rhynchoten_ werden von Dr. _Schumacher_, Berlin bearbeitet. Ein Teil ist schon bestimmt. Auch sonst liegen von _Schumacher_ Publikationen über Balkanrhynchoten vor.
Die Fische sind von Prof. Dr. _Zugmayer_, München bestimmt.
Die reiche Sammlung von Mollusken ist noch unbearbeitet; sie befindet sich in den Händen von _K. Hesse_, Venedig.
=Anmerkungen zum 5. Kapitel.=
=Plaguša Planina.=
=1. Vögel.=
Kuckuck +Cuculus canorus canorus+ L. Nachtigall +Aēdon megarhynchos megarhynchos+ Brehm. Haubenlercbe, Balkanhaubenlerche +Galerida cristata meridionalis+ Brehm. Feldlerche, südeuropäische +Alauda arvensis cantarella+ Bp. Feldsperling +Passer montanus montanus+ L. Turteltaube +Streptoptila turtur turtur+ L. Zaungrasmücke +Sylvia curruca curruca+ L.
Vgl. _E. Stresemann_, Avifauna macedonica. München 1920.
=Pflanzen.=
Häufige Büsche.
+Helianthemum vulgare+ L., bei uns in Gärten. Blasenstrauch +Colutea arborescens+ L. Salbei mit violetten Hochblättern +Salvia sclarea+ L. Pfingstrose +Paeonia decora+ Anders. Natternkopf +Echium italicum+ L. Weißdorn +Crataegus oxyacantha+ L. Buschbildender Ehrenpreis +Veronica austriaca+ L. Königskerze +Verbascum pulverulentum+ M. B. Frauenmantel +Alchemilla acutiloba+ Stev.
Bäume.
Platane +Platanus orientalis+ L. Feldahorn +Acer campestre+ L. Hainbuche +Carpinus duinensis+ Scop. Silberlinde +Tilia tomentosa+ Monsch. Türkischer Haselbaum +Corylus colurna+ L. Birke +Betula pubescens+ Ehrh.
=Anmerkungen zum 6. Kapitel.=
=Nikolatal.=
Pflanzen.
Platane +Platanus orientalis+ L. Feldahorn +Acer campestre+ L. Hainbuche +Carpinus duinensis+ Scop. Sanddorn +Hippophaë rhamnoides+ L. Silberlinde +Tilia tomentosa+ Monsch. Türkischer Haselbaum +Corylus colurna+ L. Eichenarten { +Quercus macedonica+ L. { +Quercus pubescens+ L. Wachholder +Juniperus communis+ L. Weißdorn +Crataegus oxyacantha+ L. Salbei +Salvia sclarea+ L. Heckenrose +Rosa canina+ L. Johanniskraut +Hypericum olympicum+ L. Rote Skabiose +Knautia macedonica+ Grieseb. Weiße Lilie +Lilium candidum+ L. Esche +Ornus fraxinus+ L. Orchidee +Himantoglossum caprinum+ M. B.
=Anmerkungen zum 7. Kapitel.=
=Fahrt in die Mala Rupa.=
=1. Pflanzen aus der unteren Region.=
Tausendguldenkraut +Erythraea centaureum+ Pers. Hornkraut +Stellaria holostea+ L. Walderdbeeren +Fragraria vesca+ L. Kriechender Wachholder +Juniperus nana+ Willd.
=2. Pflanzen aus der alpinen Region.=
Weißtanne +Abies alba+ Mill. Birke +Betula pubescens+ Ehrh. +Viola orphanites+ Boas. +Sempervivum batens+ Grieseb. Nelke +Dianthus silvestris+ Wulf. Erika +Bruckenthalia spiculifolia+ Salisb. Taubenkopf +Silene venosa+ Asch. Kriechender Günsel +Ajuga genevensis+ L. Gundermann +Glechoma hirsuta+ W. K. Weißes Galium +Galium mollugo+ L. +Achillea millefolium.+ Weiße Kornblume +Centaurea orbelica+ Wel. +Lamium striatum+ S. S. Habichtskraut mit wolligen Blättern +Hieracium pannosum+. Kleine dunkelrote Rose +Rosa orientalis+.
=3. Schmetterlinge.=
Die _Parnassius_-Art und die _Mnemosyne_ konnten noch nicht sicher als Unterarten benannt werden.
+Erebia tyndarus balcanica+ Reb. +E. euryale+ Erp. +E. medusa+ F. +E. melas herzegowinensis+ Schar. +Coenonympha arcania+, welche bei uns in der Ebene fliegt, in der Mala Rupa Gebirgsschmetterling. +Lycaena argus+ L. +L. semiargus+ Rott. +L. meleager+ Gip. in Koinsko. +L. arion obscura+ Frey. in 2600 m.
=4. Vögel.=
Buchfink +Fringilla coelebs coelebs+ L. Kleiber +Sitta europaea caesia+ Wolf. Kohlmeise +Parus major major+ L. Amsel +Turdus merula aterrimus+ Med. Singdrossel +Turdus musicus+ L. Pirol +Oriolus oriolus oriolus+ L. Häher +Garrulus glandarius glandarius+ L.
=Anmerkungen zum 8. Kapitel.=
=Regenwürmer und Ackererde in Mazedonien.=
Die in diesem Kapitel erwähnten Regenwürmer wurden von Prof. Dr. H. _Ude_, Hannover bestimmt.
_Zitierte Werke_:
_Ch. Darwin_, Die Bildung der Ackererde durch die Tätigkeit der Würmer. Stuttgart 1899. _Hensen._ _Michaelsen_, Oligochaeta, 10. Lief. des Tierreichs. Berlin 1900.
=Anmerkungen zum 9. Kapitel.=
=Das geliebte Veles.=
Bei Veles und in den Schluchten kommen von _Käfern_ folgende Formen in großen Mengen vor:
+Anomala bicolor+ var. +dichroa+ Reit. +Amphicoma vulpes+ Fabr. in orangegelber Form. +Dorcadion lineatocolle+ Kraatz.
Von _Dipteren_ die Bombyliden
+Bombylius fuliginosus+ Wd. +B. discolor+ M. Km. +B. analis+ Pb., auf S. 138 abgebildet.
Von _Schmetterlingen_ sind hervorzuheben
+Papilio alexanor+ Esp. +Euchloë groni+ H. S. +E. cardamines+ L. +Argynnis latonia+ L. +A. aglaia+ L. +A. niobe f. eris+ Mg. +A. pandora+ Schiff. +Satyrus anthelea amalthea+ Fried. +Lycaena cyllarus.+ +Allopea thaumas+ Hufn. +A. lineola+ Ochs.
=Anmerkungen zum 10. Kapitel.=
=Am Doiransee.=
Von Dipteren sind die Stratiomyiden
+Lasiopa tenuirostris+ Loew., +Stratiomyia erythrocera+ Egger,
von Käfern die Bostrychide
+Capnosa tenebriosa+ Sal.
Die Chironomiden sind noch nicht bearbeitet.
=Anmerkungen zum 11. Kapitel.=
=Die mazedonischen Ameisen und ihre Bauten.=
Eine ausführlichere Arbeit über die mazedonischen Ameisen ist vom Verfasser veröffentlicht unter dem Titel:
_F. Doflein: Mazedonische Ameisen._ Beobachtungen über ihre Lebensweise. Jena 1920, Gustav Fischer.
=Anmerkungen zum 12. Kapitel.=
=Schluchten des Balkan.=
Deutsche Schmetterlinge.
Großer und kleiner Fuchs +Vanessa urticae+ L. und +V. polychloros+ L. Tagpfauenauge +Vanessa Jo.+ L., das weiße C. +V. C. album+ L. Distelfalter +Vanessa cardui+ L. Weißlinge: +Pieris brassicae+ L. der große Kohlweißling, +P. rapae+ L. der Rübenweißling, +P. rapi+ L. Grünader, +P. daplidice+ L. der Resedafalter
Wasserwanzen aus den Schluchten.
+Hydrometra stagnorum.+ +Velia rivulorum.+ +Limnotrechus lateralis.+ +Limnotrechus lateralis+ var. +costae+. +Nepa cinerea.+ +Notonecta glauca+ var. +furcata+. +Corixa striata.+
Die gleichen Arten kommen in den meisten Schluchten vor.
=Anmerkungen zum 13. Kapitel.=
=Im Hain Mamre.=
Von _Käfern_ sind hervorzuheben
+Cerambyx cerdo+ L. +Leptura moesiaca+ Dan. +Trichius gallicus+ Herr. +Dorcadion lugubris+ Kraatz. +Chlorophanus axinus+ Fabr. +Rhynchita hungarica+ Neb.
Von _Schmetterlingen_ war sehr häufig
+Lycaena icarus+ L.
Im Hain nicht selten
+Catocala nymphagoga+ H. S.
Über die europäischen Termiten findet sich Näheres in:
_Escherich, K._, Die Termiten oder weißen Ameisen. Eine biologische Studie. Leipzig 1909.
Am ausführlichsten in:
_Grassi_, B. e _Sandias_, A., Costituzione e sviloppo della società dei Termitidi. Catania 1893, Topografia Galatola.
=Anmerkungen zum 14. Kapitel.=
=Die Expedition in den Schardakh.=
Über die Flora des Schardakh finden sich ausführliche Darstellungen in:
_A. Griesebach_, Reise durch Rumelien und nach Brussa im Jahre 1839. Göttingen 1841, Vandenhoek und Ruprecht.
=Anmerkungen zum 15. Kapitel.=
=Die Bevölkerung Mazedoniens.=
Es gibt wenig wirklich zuverlässige Literatur über die Verteilung der Bevölkerung Mazedoniens. Die serbischen und bulgarischen Schriften sind fast stets national gefärbt und daher parteiisch.
=Anmerkungen zum 16. Kapitel.=
=Üsküb als Standquartier.=
Von historischen Daten, welche Üsküb und Mazedonien angehen, wurden im Führer für den Hochschulkurs in Üsküb (25. März bis 6. April 1916) folgendes angegeben: