Katharina von Bora: Geschichtliches Lebensbild

Chapter 26

Chapter 263,772 wordsPublic domain

[43] Urkb. 303: 1504 nahm das Kloster „zur Anhebung der hl. Reformation“ Geld auf. 324: „Obgleich noch viel zur Reformation gehört.“

[44] Die ständige Eingangsformel eines Antwortschreibens lautet: Euern Brief habe ich erhalten und verstanden.

[45] In der Zeit, da das Kloster evangelisch geworden war, wurde den Schreibverständigen unter den Klosterfrauen aufgegeben, die jungen wenigstens, die es noch nicht konnten, schreiben zu lehren. _Dr. Großmann a.a.O._ S. 80.

[46] Sachsengrün, 81, Urkb. 319, 323. Altes Gesangbuch 290.

[47] _Seidemann_, Kollekt. Pars II unter „Bora“.

[48] Florentina bei Walch XIX 2095 ff.

[49] Florentina. Walch a.a.O.

[50] Bräß a.a.O. Anderwärts waren die Spenden bei der Einsegnung tarifmäßig festgesetzt und sehr beträchtlich; z.B. im Kloster Hausdorf erhielt der Propst allein 32 Gr. und 1 Fingerlin (Ring), die Priorin und Kellnerin je einen Schleier, 15 Gr., 4 Stück Fleisch, 1-1/2 Stübchen Bier und ein St. Wein, und alle Beamte und Bedienstete bis zum Blasbalgtreter, Läuter und Fensterknecht, sowie jegliche Jungfer, ihren ganzen oder halben Solidus. _Mitzschke_, N. Archiv für Sächs Gesch. XIX, 347.

[51] T.-R. II 233. „Wider Willen geweiht“: Br. II 330, lies: invito dic(a)tis „Hitzig“, T.-R. II, 233, vgl. Urkb. 324: „in Gottesliebe hitzig“.

[52] Frauenalb. 31. Urkb. 324.

[53] T.-R. III 230, II 124. 235 sagt Luther: „Es war eine lautere Stockmeisterei und Marter der Gewissen im Beten. Da war nur ein Geplapper und Gewäsch von vielen Worten; kein Gebet, sondern nur ein Werk des Gehorsams.“

[54] Daß Katharina, wie seltsamerweise die katholischen Schriftsteller bis auf Evers hartnäckig behaupten (vgl. S. 262, Z. 27), Aebtissin gewesen sei, wird schon durch die Thatsache widerlegt, daß Margarete von Haubitz von 1509 bis zur Aufhebung des Klosters Vorsteherin war.

[55] Von den Nonnenklöstern stammen die zahllosen Paramentstücke der mittelalterlichen Gotteshäuser. So hatte die Wittenberger Stiftskirche 32 Teppiche, 18 Fahnen, 12 Samtdecken, 138 seidene Vorhänge und 221 Meßgewänder! _G. Stier_, Denkwürdigkeiten Wittenbergs, S. 10.

[56] Urkb. 316-319.

[57] Ebenda. — Vgl. _Myconius_, Summarium der Ref.-Geschichte 4: „Vielfeiern: Tag und Nacht singen, plärren, murmeln“.

[58] Sachsengrün, I, S. 82. — Der Bischof von Merseburg (Adolf, Fürst von Anhalt) kam am 28. April 1524 zur Visitation nach Grimma mit 40 Pferden und sechs Geistlichen. _Förstemann_, Neues Urkundenbuch, Hamburg 1842, S. 97.

[59] 1. Jan. 1291. 7. Okt. 1296; s. Urkb. 226.

[60] 23. Aug. 1311. Urkb. S. 221. 337.

[61] Weimarer Archiv, Rechnungen von 1517, 1519, 1530. _Seidemann_, Kollekt. II. Vgl. _Grulich_, Denkw., S. 27. Urkb. 315.

[62] Urkb. 322 ff.

[63] Urkb. 334. Sachsengrün I, 82. Urkb. 303, 307. 313: Beschwerden über die Mönche: „Alle Diener (Beamte), die vom Fürsten dahingesetzt, worüber die Aebtissin und Sammlung hält, werden von den Mönchen verfolgt. Sie wollen auch die neue Abtissin entsetzen wie die alte, aus Neid.“

[64] Urkb. 328. Der Vorsteher hieß Matthias Heuthlin.

[65] Urkb. 329. 337 f.

[66] Urkb. 344. „Mutter Kühnen wartet auf die kranken Jungfrauen.“ So beklagten sich die Nonnen in Freiberg, daß ihnen keine Liebesdienste, wie Krankenpflege und dgl. verstattet sei. Urkundenb. 325: Die Aebtissin ermahnt die Nonnen, den Statuten nachzufolgen, „daß ihr also durch dieselben geistlich lebet, auf daß ihr aufs letzte das Verdienst der guten Werke („Uebungen“) und Vergeltung eurer Arbeit mit dem ewigen Leben möget erlangen.“

3. Die Flucht aus dem Kloster.

[67] L.W. XIX, S. 1797-2155.

[68] T.-R. II 124, S. oben S. 18, 2. [Transkriptions-Anmerkung: Die genaue Position des Verweises im Text nicht markiert.]

[69] _Matthesius_ 31, wonach auch der Inhalt des Büchleins angegeben ist. Vgl. _Seidemann_, Erläuterungen zur Ref.-Gesch. 113.

[70] _Grulich_, Denkw. v.T., S. 28. S. unten S. 32.

[71] S.o.S. 21. _Walch_, Leben der sel. Kath. v. Bora 64 f.

[72] Florentina a.a.O.

[73] Vgl. Ztschr. f.d. Gesch. d. Oberrheins, 1899, H. 1. S.o.S. 28 und S. 32.

[74] Br. III 321, 322. — 1534, als Luther allerlei Erfahrungen in dieser Hinsicht gemacht hatte, mußte er die austrittlustigen Nonnen auf diese Schwierigkeiten aufmerksam machen. Br. II, 322, IV, 580, 583.

[75] Br. II, 322. 327.

[76] Br. II, 323. — „Kinder“ = freigeborne Söhne und Töchter (liberi); vgl. Frauenalb 18. Damit sind Seidemanns (Erläuterungen zur Ref.-Gesch., Dresden 1844, S. 109) Bedenken über die „Sammlung (Konvent) von Kindern“ in Freiberg erledigt.

[77] Br. II, 320. Luthers Auslegung von I. Cor., 7. _Walch_ XII, 287 f. — So enthielt der Ave Schönfeld ihr Bruder nach ihrem Austritt ihr Erbe vor, indem er sich auf das päpstliche (kanonische) Recht berief. Br. III, 289 f.

[78] _E. Wezel_, Kath. v.B. Geburtsort, Wiss. Beil. z. Leipz. Z., 1883, Nr. 71, S. 423 f. — Br. II, 323.

[79] Vergleichen kann man mit den Nimbschener Zuständen diejenigen im Kloster Freiberg. Hier vermittelte die Herzogin Heinrich (Enkelin des Böhmenkönigs Georg Podiebrad) die Schriften Luthers. Die Schriften kamen auch durch den Klosterprediger, den Balbierer Meister Philipp ins Kloster, wurden abgeschrieben u.s.w. Bei einer Visitation vergrub die Herzogin Ursula einen ganzen Sack voll lutherischer Büchlein ins Korn. Beim Salva Regina sangen die Lutherischen andere Wörter. — Viele, darunter Katharina von Mergenthal, die Herzogin von Münsterberg „waren rege und wollten springen; die Heerführerin drohte immer mit Auslaufen“ (Seidemann, 120). Unter den 77 Freiberger Nonnen waren ein gut Drittel (besonders die jungen) lutherisch, ein anderes Drittel altgläubig, das dritte Drittel „wie der Wind geht“. Die einen hielten die andern für „bännisch“. Die Priorin war lutherisch und half zur Flucht. N. Archiv f. Sächs. Gesch. III, 290-320, _Seidemann_, Erl. zur Ref.-Gesch., Dr. 1844, S. 109 ff.

[80] Br. II 323.

[81] III, 9.

[82] II, 323.

[83] II, 323.

[84] II, 327.

[85] Br. II, 321, 322 f. — Auch Luther dachte an Todesgefahr: „ob's auch das Leben kosten müßte“. Um diese Zeit, vor oder nach Ostern 1523 wurde Heinrich Kelner, welcher eine Nonne aus Kloster Sornzig entführt hatte, durch Herzog Georg zu Dresden geköpft, gespießt und an den Galgen gesteckt. S. 36. Und als um Fastnacht (4. März 1524(?)) zu Torgau 16 Bürger das Barfüßerkloster stürmten, erregte das den größten Unwillen des Kurfürsten Friedrich, zumal damals gerade kaiserliche Gesandte sich in Torgau aufhielten, um über die Religions-Angelegenheiten zu verhandeln. Der Kurfürst wollte den 16 an das Leben, so daß sie Frau und Kinder in Stich lassen mußten und flüchtig wurden; ein Glück, daß Kurfürst Friedrich bald starb und sein Bruder Johann milder gegen die Verjagten gestimmt war.

[86] _Hofmann_, S. 8 f., Torgauische Denkwürdigkeiten 1749, S. 38; _Grulich_, Denkwürdigkeiten Torgaus, Torgau 1855, 2. Aufl. S. 24 f. M. Sam. _Schneider_, Neue Beiträge 1758. „Im Jahre später stürmte Koppe mit anderm Pöbelvolk das Mönchskloster.“ — Der Klosterstürmer war aber wahrscheinlich der gleichnamige Neffe des alten Koppe; auf den Neffen paßt das Herumtreiben mit jungen Edelleuten während der Flucht. Der junge Koppe konnte auch verwandt mit Kunz von Kaufungen sein. — Der Klostersturm war auch wahrscheinlich 1525 nicht 1524, sonst würde sich nicht reimen, daß der Kurfürst bald starb. Auch ist 1525 das Jahr der Bauernunruhen, wo sich eine solche aufgeregte That eher erklärt. Noch weniger kann es 1523 sein; denn sonst hätte Koppe, sei's der ältere oder jüngere, nicht nach Torgau sich wagen dürfen.

[87] Hofmann, S. 9 f.

[88] Die verschiedenen Berichte über die Flucht s. bei _Walch_ 64, _Hofmann_ 11, _Seidemann_, Ztschr. f. histor. Th. 1860, S. 475. Lutherbr. 14. _Bräß_ 36. Von Heringstonnen berichtet _Arnold_, Kirchen-und Ketzerhistorie II, 513. Vgl. _Beste_ 17 f. Die oft erwähnte Florentina entkam ohne weiteres, als ihre Hüterin ihre Zelle zu schließen versäumte und die andern Nonnen im Schlafhaus waren. Die Herzogin Ursula von Münsterberg entwich durch die schlecht verwahrte Hintertür im Garten (N. Archiv für Sächs. Gesch. III, 304, Seidemann 118 f.); auch in Nimbschen war die hintere Pforte schlecht verwahrt. (Urkundenbuch 324). Die mündliche Sage in der Umgegend erzählt, es hätten sich alle neun Nonnen durch das Fenster in der Zelle Katharinas herabgelassen; auch habe diese bei der Flucht ihren Pantoffel verloren. Das Fenster wird an den heutigen Ruinen (des Refektoriums?) noch gezeigt und lange Zeit sangen die Zöglinge der Landesschule zu Grimma, an welche das Kloster mit seinen Einkünften übergegangen ist, dort bei Ausflügen lateinische und deutsche Hymnen. Das Fenster aber hat schwerlich zu einer Zelle gehört. Ebenso wird noch in Nimbschen der Pantoffel gewiesen, der aber ist ein Machwerk des vorigen Jahrhunderts.

[89] _Menken_ Annal. a. 1523. Script. rer. Sax. 571: singulari consilio et calliditate. Facinus plane audacissimum. Asus est ex monasterio clam abducere. Br. II, 319; satis mirabile evaserunt.

[90] Br. II, 318; vom 8. April ex captivitate accepi heri ex Nimpschen 9 moriales.

[91] _Grulich_. Denkwürdigkeiten S. 29. „Auch Zwilling war bei der Hand und führte den Zug der Nonnen an“.

[92] Br. II, 319. vulgus miserabile. Kolde Ann. Luth. 443.

[93] Anspielung auf 1. Petri 3, 19 und Ephes. 4, 8, wonach Christus am Karsamstag zu den Geistern ins Gefängnis hinabstieg und die armen Seelen befreite, wie das auf mittelalterlichen Bildern mit so großer Vorliebe dargestellt wird.

[94] Br. II, 321. „Euer Audi“ läßt Luther auch in der Einladung zur Hochzeit grüßen III, 9.

[95] Der offene Brief an Koppe Br. II, 321-7.

[96] _Burkhardt_, 56. 109. _Lorenz_: die Stadt Grimma, 1112 f. _Lauterbach_ 163 f.

[97] Dr. _Bräß_ 36. _Lauterbach_ 163 f. _Seckendorf_ I 272: Elcetor dissimulavit factum. Die Aebtissin schrieb schon vorher an den Kurfürsten.

[98] _Seidemann_, Beitr. zur Ref.-Gesch. I, Dresden 1846, S. 60. _Lorenz_ 1108 f. Urkundenbuch 340. _Großmann_, Visitationsakten der Diöces Grimma I, L. 1873 S. 78 ff. 181.

[99] _Hofmann_ 14. _Seidemann_, Beitr. I, 92.

[100] Br. II, 354. III, 9. 32. 33.

4. Eingewöhnung ins weltliche Leben.

[101] II, 323. 319.

[102] II, 319 f. _Kolde_, Ann. L. 443.

[103] Br. II, 334. 433. 473. 584. 330.

[104] Br. IV, 580.

[105] Br. III, 170. 229 f. 236. Schönfeld, T.-R. IV, 50. Burkh. 193.

[106] Reichenbach stammte aus Zwickau und studierte in Wittenberg 1510-11. 1525 nahm er sein Haus in Lehen, 1530 wird er Bürgermeister, 1541 heiratete seine Tochter, 1543 starb er. (_Buchwald_ 74 f. 173). _Consil. Theol. Witt._ IV, 19. _Hofmann_ 13 f. Reichenbachs Haus ist übrigens nur in dem hundert Jahre später erschienenen Werk der _Consil. Theol. Witteb._ als Katharinas Zufluchtsort genannt. Bei allen gleichzeitigen Quellen kommt es nicht vor; auch in allen Berichten über die Trauung und Hochzeit wird das Ehepaar nicht erwähnt und von irgend welcher Beziehung des Lutherschen Hauses mir der Familie Reichenbach findet sich keine Spur. Er gehörte allerdings in den Freundeskreis Dietrichs und Baumgartners. Dietrich meldet diesem am 29. Jan. 1535 die Vermählung von Reichenbachs Schwester mit dem Nürnberger Strauch. (Ztschr. f. hist. Th. 1874 S. 546 f.) Dagegen weisen andere Anzeichen darauf hin, daß Käthe vielmehr in dem _Kranach_schen Hause gelebt habe; der König Christian, welcher im Oktober 1523 dort wohnte, verehrte der Jungfrau Käthe einen Ring: das kann doch nur für Dienste geschehen sein, die sie im Kranachschen Hause that. Ferner ist bei der Trauung Luthers als einzige Frau die Kranachin zugeben. Endlich steht Luther, wie Käthe, mit den beiden Eheleuten, seinen Gevattern, auch in späteren Jahren noch in reger Beziehung, während nirgendswo von einem Verkehr mit dem Reichenbachschen Ehepaar im Leben Katharinas geredet wird. Ich möchte daher vermuten, daß Käthe nur kurze Zeit im Reichenbachschen Hause untergebracht wurde, dagegen im übrigen in dem sehr umfangreichen und wohlhabenden Hause der Kranach als Stütze der Hausfrau Verwendung gefunden. Bei Kranach konnte auch Ave von Schönfeld untergebracht sein, weil ihr späterer Gatte Lic. Basilius Axt in Kranachs Apotheke beschäftigt war. In dem Brief, worin Luther den Medicus Basilius Axt empfiehlt, wird von diesem gesagt, er sei Apotheker bei Kranach gewesen und seine Gattin (Ave von Schönfeld) eine Mitschwester von Luthers Frau. (B. III, 292 vgl. 291).

[107] _Beste_ 20. _Hofmann_ 13, 26.

[Transkriptions-Anmerkung: Zur folgenden Bemerkung gibt es keinen Verweis im Text.]

_Seidemann_, Ztschr. f. hist. Th. 1874. S. 533 ff.

[108] Consil Witt. IV, p. 19.

[109] Br. II, 325.

[110] Br. II, 553. W.L.W. XXI, 916. Beste 22, 2.

[111] Ztschr. f. hist. Th. 1874. S. 544-58. Br. II, 553.

[112] Corp. Ref. I, 1114. Br. III, 532, wo Luther und Melanchthon an Abt Friedrich für eine Wittenbergerin fürsprechen, welche ein junger Nürnberger heiraten will.

[113] _Abr. Scultetus_ Ann. ad. ev. renov. ad a. 1525. p. 80. _Seckendorf_ II, 17. _Walch_ 92-96. _Beste_ 23 f.

[114] „Meine Käthe hatte ich damals nicht lieb, denn ich hielt sie verdächtig, als wäre sie stolz und hoffärtig.“ T.-R. IV, 50.

5. Katharinas Heirat.

[115] Ostern 1525. Br. II, 643. 646. — Vgl. T.-R. IV, 132.

[116] _Schadow_, Wittenberger Denkwürdigkeiten, W. 1825, S. 61.

[117] Hochmeister: Br. II, 673 f. 678. Spalatin: II, 643. _Seckendorf_ II, 274.

[118] T.-R. IV, 145: „Die kaiserlichen Rechte sagen: Wer eine Nonne nimmt, der habe das Leben verloren und das Schwert verdient“.

[119] Br.: II, 35. 40. 49. 102 f. 583. 637.

[120] _Cordatus_ 1509. Argula. Br. II, 570. 646. W. XXI, 931.

[121] _Lingke_, D.M.L. Reisegeschichte, L. 1769, S. 157. Luther war vom 16. April bis 6. Mai auf der Reise. Br. II, 643. — Anfangs März bat Luther Amsdorf, zu ihm zu kommen, um ihm in seinen Anfechtungen ein Trost zu sein. Br. II, 634.

[122] W. XX, 1685. X, 861. _Seckendorf_ II, 17, I, 274. _Scultetus_ p. 80. 274. Br. II, 643. 655. 678, III, 1. 3. 13. 21. 32. Consil. Theol. Witteb. IV, 19. _Lingke_ 151-3. — „Es ist der Welt Gott der Teufel (der ja selbst ein Hagestolz ist), der Verspötter jeder Gott gefälligen Gattenliebe und jedes ehrsamen Familienlebens, der den Ehestand so verleumdet und schmählich gemacht hat“ (W. X, 806). „Wer dem Ehestand zuwider ist und redet übel davon, der ist gewiß vom Teufel.“ (Matthes. 138.) Erasmus spöttelte, Luther erlaube andern, was er selber nicht wage. _Schlegel_, Vita Spalatini, 211. 214. — T.-R. IV, 36.

[123] W. X, 962. Erasmi Opera ed Cler. III, 1 ep. 80. Br. III, 21. So schreibt L. 1526 bei der Taufe seines Erstgebornen. „Ich scheu des Prangens, als wollt ich mich mit einem Mönchs- und Nonnen-Kinde herfürthun“ (III, 113). — Nonne trotz kaiserl. Rechte: T.-R. IV, 145.

[124] Die Schönheit Katharinas behauptet u.a. Erasmus III, 1 ep. 730. „Ein Mägdlein von feiner Gestalt“. „Eine schöne Frau“: IV, 553. „Nicht in Leidenschaft entbrannt“: III, 9. Reim: Seidemann in Schnorrs Archiv IX, S. 3. Ueber schöne Frauen, T.-R. IV, 40.

[125] II, 646. Diese 2 Frauen waren wohl 1. die Ave von Schönfeld, von welcher L. 1536 sagt: „Wenn ich vor 13 Jahren hätte freien wollen, so hätte ich Eva Schönfeldin genommen, die jetzt der D. Basilius, der Medicus, in Preußen hat“ (T.-R. IV, 50); und 2. „jene Alemannin, meine Verlobte“, von welcher im Januar 1526 das Gerücht ging, Amsdorf habe sie geheiratet. Br. III, 77. Salus (=Ave) Allemanna, vgl. die vier Brüder Alemann III, 418. Man deutet aber diese Aeußerung L. drei „Frauen“ auch allegorisch auf die drei Mönchsgelübde (_Beste_ 31) u.a.

[126] II, 655. Luther war am 19., 28., 29. April in Eisleben.

[127] Die üble Nachrede (III, 2 infamantibus me cum Catharina Borana) war vielleicht die Lüge von einem frühzeitigen unerlaubten Umgang der beiden Brautleute, welche auch Melanchthon in seinem bekannten vertrauten Brief an Camerarius zurückweist. S. 58. Luther war wegen der an sich selbst erfahrenen und auch sonst wahrnehmbaren Verleumdung Verlobter gegen lange Verlobungszeit. T.-R. IV, 41, Br. III, 1-3, 9-12.

[128] T.-R. IV, 73. Cord. 1511.

[129] Luthers Augen beschreibt Melanchthon (Ztschr. f. K.-G. IV, 326) als braun mit einem gelben Ring darum: der Ausdruck habe den kampflustigen Blick des Löwen. — Ueber Luthers Aeußere vgl. Küchenmeister, L.'s Krankheitsgeschichte, 42. 116. Bei dem Besuch bei Kardinal Bergerins (s.o.S. 115) trug, wie dieser bemerkte und aufschrieb, Luther ein Wams aus dunklem Kamelot, die Aermel mit Atlas eingefaßt, darüber einen kurzen Rock von Sersche mit Fuchspelz gefüttert, an den Fingern mehrere Ringe, um den Hals eine schwere goldene Kette. Luther wollte damals dem Kardinal imponieren und recht jung aussehen, um ihn zu ärgern; er meinte, so müsse man mit Füchsen und Schlangen handeln.

[130] T.-R. IV, 38.

[131] _Kawerau_, der Briefwechsel des J. Jonas, Halle 1884/5, I, S. 94.

[132] „Herkömml. Bräuche“: im Briefe Mel. an Camer. (ed. _W. Meyer_, München, Akadem. Buchdr., 1876, S. 6 f. Vgl. _Köstlin_ I, 768 f., 817 f. — T.-R. IV, 72: L. führt nach dem Nachtessen die Braut zum Bette. S.u.S. 121 f.

[133] Die Trauform in Luthers Traubüchlein (1529), welche sich wohl dem herkömmlichen Gebrauch anlehnt, ist folgende: Vor der Kirche geschieht die Trauung durch einen Weltlichen oder Geistlichen. Da wird „Hans und Grete“ gefragt: Willst Du den oder die zum ehelichen Gemahl haben? Auf das Ja! wechseln sie Trauringe; der Trauende fügt die Hände zusammen und spricht: „Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.“ Und: „Weil denn Hans N. und Grete N. einander zur Ehe begehren und solches hier öffentlich vor Gott und der Welt bekennen, daraufhin sich die Hände und Trauringe gegeben haben, so spreche ich sie ehelich zusammen im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.“ Darauf folgt in der Kirche Gebet und Segen. Später wurde in Wittenberg die Trauung in der Kirche üblich. Köstlin II, 642, 63. Vgl. T.-R. IV, 53. „Da verlachet D. Philipp höhnisch, wenn wir Braut und Bräutigam in der Kirche öffentlich zusammengeben, gleich als dürfte man nicht beten zu solchen Sachen.“

[134] _Kawerau_, Jonas' Briefw. a.a.O. — „Gelöbnis“ Wittenb. Stadtrechnung. Vgl. V, 196: sponsalia confimare.

[135] _Hofmann_ 47.

[136] W. X, 855 f. 967 f. III 2, 567 f. 2565. Bugenhagen an Spalatin. Luther fordert im „Traubüchlein“, die Ehe als öffentlicher Stand solle auch öffentlich vor der Gemeinde vollzogen werden, vor oder in der Kirche, wie es die Brautleute begehren. — Auch _Matthes._ redet von einem öffentlichen Kirchgang Luthers, desgl. Consil. Theol. Witteb. — Bezeichnungen für die Hochzeit bei _Schild_, Denkwürdigkeiten Wittenbergs, W. 1892, S. 25. Luther hielt — gegenüber Melanchthon — sehr auf die herkömmlichen kirchlichen Bräuche bei der Hochzeit. T.-R. IV. 72. Als Wittenberger Brauch der Heimführung wird (_Buchwald_, Zur Wittenberger Stadt- und Universitäts-Gesch. 35) erzählt: „Röhrer führte seine Braut nach der Hochzeit im Hause Dr. Beiers in unser Haus mit feierlichem Geleite der Frauen.“ Vgl. M.H. Gottl. _Kreußler_, Denkmäler der Ref., L. 1817, S. 29. „Die kleine Gesellschaft brachte das Brautpaar heim.“

[137] Hochzeitsbriefe III, 1. 3. 9. 11-14.

[138] Hochzeitsgeschenke, Hofmann, 52 f.

[139] Siehe bei _Hofmann_ das Titelbild. _Seidemann_, Beitr. zur Ref.-Gesch. I, 92.

6. Das erste Jahr von Katharinas Ehestand.

Br. II, 582, III, 32.

[140] „Schwarzes Kloster“ d.h. Kloster der schwarzgekleideten Augustiner im Gegensatz zu dem unteren „grauen Kloster“, dem Sitz der grauen „Minderbrüder“. — Studierstube, Br. II, 543, T.-R. IV, 476. Ausrüstung, Br. III, 472 f. Winterzimmer, III, 221. Bilder: Der Karlstadtianer Ickelsamer („Klag etlicher Brüder“) rügt, „Luther wolle bei sich gemalte götzische Bilder haben.“ T.-R. I, 137: „Gemälde an der Wand. Das Kindlein Jesus schläft in seiner Mutter Arm“. S. 311. „Da D.M. das Kindlein Jesus gemalt im Schoße der reinen Jungfrauen ansahe“. — _Seidemann_, Grundbesitz 496. Die gesamte jetzige Einrichtung des Lutherzimmers ist nicht echt, namentlich Tisch und Ofen aus späterer Zeit. Ueber das Lutherhaus s. H. Stein, Geschichte des Lutherhauses, Wittenberg 1883. Das Lutherstüblein war aber nicht im Turm, sondern ist das vorhandene. — S. Seite 74 f. und Anmerkung dazu. S. 285.

[141] In dem Krankheitsbericht des Jonas von 1527 speist die Familie, scheint es, im untern Stock und Luther geht von da in das Schlafzimmer hinauf.

[142] _Seidemann_, Grundbes. 484. S. 8. Kapitel und [239].

[143] _Förstemann_, N. Mitteilungen a.d. Gebiete hist.-antiq. Forschungen III, S. 113: „1 Schwäbisch, Frau katharin Doctoris Martinj Ehelichen Weyb zeum Newen Jhare geschenckt.“ — Consil. Theol. Witteb., Frankf. 1664, S. 19: „1 Sch. 8 Gr. 3 Heller vor ein Schwebisch _Haub_ Frau Katharinen, Doctoris Martini Ehelichem Weibe zum Neuen Jahre geschenckt.“ Hofmann 52 meint: Ein Stück oder Schock schwäbische Leinwand. Kasten V, 162. Geräte VI, 325 f.

[144] III, 18. „Ich bin an Kethen gebunden und gefangen und liege auf der Bore (Bahre) scilicet mortuus mundo. Salutat tuam Catenam mea Catena. III, 9: „Ich bin meiner Metzen (Meid = Jungfrau) in die Zöpfe geflochten“. S. oben [38].

[145] T.-R. IV, 41.

[146] Im Studierstüblein Bücher auf Bänken und Fenstern, 111, 472. — Hochmeister Cord. 1510. Vielleicht aber meinte Käthe den Markgrafen Georg von Ansbach. — Brief über Erasmus 111, 212.

[147] Cord. 38. T.-R. II, 208, IV, 121, vgl. 78: „Die Weiber sind von Natur beredt und können die Rhetorikam, die Redekunst wohl, welche doch die Männer mit großem Fleiß lernen und überkommen müssen.“

[148] Garten und Brunnen III, 117. _Schild_ a.a.O. Birnbaum, T.-R. II, 369.

[149] Das als Titelbild diesem Buch vorgesetzte Bild weicht bedeutend von dem im Text geschilderten ab.

[150] T.-R. IV, 114.

[151] Luther nennt es selbst „meine abenteuerlich Geschrei“.

[152] Br. III, 10. Camerarius. Narratio de Vita Mel., L. 1723, p. 103, CXXX.

[153] C.R. I, 754, Melanchthon. Camerarius p. 103 f. Vgl. _Hausrath_, Kleine Schriften, L. 1883, S. 253 f.

[154] III, 3.

[155] Quellensammlung fränk. Gesch., Bamberg 1853, IV p. LXII. Beste 103-6.

[156] Erasmi Opp. ed. Clerie. III 1. ep. 781. 790. 900.

[157] _Seidemann_ 555.

[Transkriptions-Anmerkung: Zur folgenden Bemerkung gibt es keinen Verweis im Text.]

Schmähschriften. _Hofmann_ 190 ff.

[158] W. XIV, 1335 f. Br. III, 299. 365.

[159] S.o.S. 36. Br. III, 9. 32. 49. _Hofmann_ 77. _Ratzeberger_ 69 ff.

[160] III, 94 f.

[161] III, 125: Mihi morigera et in omnibus obsequens est et commoda plus quam sperarem.

[162] Mel. griech. Brief an Camerar. Vgl. _Hausrath_ 254. T.-R. IV, 304.

[163] Br. III, 55. 58. 32. 49. _Seckendorf_ II, 81.

[164] III, 9.

[165] L.W. „Das Pabstum mit seinen Gliedern gemalet“.

7. Katharina als Mutter ihrer Kinder und Hausgenossen.

[166] Der Gevatterbrief an Kanzler Müller lautet. „Gerne thät ich's, daß ich m. gn. Herrn (d.i. wohl der Graf von Mansfeld) zu Gevatter bäte: aber ich scheu des Prangens, das man mir würde zumessen, als der ich mich mit einem München- und Nonnenkinde wollt herfürthun und große Herren zu Gevatter bitten. Darum will ich hieneiden bleiben und bitte Euch, sich des Kindes annehmen und geistlicher Vater mit sein, daß es zum Christen möchte geboren werden.“ Br. III 113. T.-R. III 144. Br. III 115 f. 125. 128.

[167] III, 173. 213. 264. Kolde, An. L. 97. Natürlich säugte Katharina ihre Kinder selber. T.-R. II, 165.

[168] III, 364. T.-R. I, 44. 199. Cord. 639.

[169] _Kawerau_, Briefw. des J. Jonas, Halle 1884, I, 116. Beste 74. Br. III, 246. 364 f. 376. 390.

[170] III, 448. — Es war am Himmelfahrtsabend.

[171] III, 447 f. T.-R. II, 274.

[172] Mayer p. 40. Veit Dietrich 19. Juni an Käthe.

[173] T.-R. I, 205 f.

[174] Beste 77 f. Br. IV, 313. 320. 414. T.-R. I, 118. 200. IV, 131.

[175] Br. IV, 419.

[176] _Hofmann_ 156 f. Vgl. T.-R. IV, 515. 525.

[177] Br. IV, 436. Hofmann 156-88.

[178] IV, 436 f.

[179] _Mayer_ § 22. _Cord._ 1235.

[180] IV, 574. 623. V, 129. 163. VI, 153.

[181] T.-R. I, 118. 178. 181. 198 ff. 211. Br. III, 123. IV, 343.