Handbuch der Pharmakognosie

Part 21

Chapter 212,556 wordsPublic domain

Ganz +neue+ Handelswege wird der +Panamakanal+ erschließen, der dank der energischen Intervention Nordamerikas in zehn Jahren eröffnet werden soll. Eine ganz +alte+ Handelsstraße -- die durch das Rote Meer --, die seit der Entdeckung des Seeweges nach Ostindien verödet war, hat der am 16. November 1869 eröffnete, 160 Kilometer lange +Suezkanal+ neu belebt, der den Weg von Triest nach Bombay um 63% verkürzt. Hier werden zwar jetzt nicht mehr von den ägyptischen Sultanen Durchgangszölle erhoben, wie ehedem im Mittelalter, wohl aber erhebt, jene alten Zölle ersetzend, die Suezkanalgesellschaft sehr hohe Gebühren für die Passage durch den Kanal, die bei einem großen Dampfer leicht die Höhe von 20–30000 Frs. erreichen. Kein Schiff erhält die Erlaubnis zur Einfahrt in den Kanal, das nicht +vorher+, wenn es von Süden kommt in Suez, wenn es vom Norden kommt in Port Said, das an die Stelle von Alexandrien getreten ist, die Durchfahrtsgebühr bezahlt hat. Aber auch dann noch muß das Schiff so lange warten bis die Passage frei ist. Denn nur ein Schiff hinter dem anderen kann vorläufig -- bis die Verbreiterung beendigt ist -- den Kanal passieren und nur an den Ausweichstellen (gares) können zwei Dampfer aneinander vorüber (Fig. 242). Die Dampfer dürfen den Kanal nur in langsamster Fahrt passieren.

Die Großdrogenhäuser haben in den überseeischen Häfen entweder eigene Zweigniederlassungen, Einkäufer oder Agenten oder lassen den Einkauf durch beauftragte Firmen besorgen.

In diesen Hafenplätzen finden sich die =Dockhallen=; umfangreiche Gebäude, die meist in der Nähe des Hafens liegen. In ihnen sammeln sich die Drogen, um nach erfolgter =Kontrolle= den Weg nach Europa oder Amerika anzutreten. Allerdings findet eine solche Kontrolle auch schon vielfach an den Produktionsorten und den Stapelplätzen statt, ja die _Chinarinde_ der Regierungsplantagen Javas geht z. B. direkt aufs Schiff, da sie in der Plantage selbst einer chemischen Kontrolle unterworfen wird. Die Verwaltung hat in dem Zentrum der Chinakulturen ein chemisches Laboratorium eingerichtet (Fig. 243), in dem jeder Ballen untersucht und mit einem Zertifikat versehen wird, aus dem hervorgeht, wieviel Prozent Chininsulfat ermittelt wurde. Die _China_ballen und Kisten werden daher nicht noch einmal im Ausfuhrhafen Batavia kontrolliert. Ähnlich ist es beim _Tee_. Sobald derselbe in der Estate oder Mill fertig gestellt ist, wird er dem Tea taster, dem _Tee_prober, vorgelegt (Fig. 244). Er stellt einen Auszug daraus her, prüft die «Species» auf ihr Aussehen und den Auszug auf den Geschmack, indem er sich den Mund damit ausspült und notiert den Preis. Dann wird der _Tee_ sogleich in Kisten eingelötet und diese im Ausfuhrhafen nicht mehr geöffnet.

«Klassifikation»und Untersuchung im Laboratorium wird auch das _indische Opium_ unterworfen, bevor es in den Handel kommt (Fig. 245–248).

Im allgemeinen gilt aber als Regel, daß die Hauptdrogenkontrolle in den Dockhallen der Ausfuhrhäfen erfolgt. In +Shanghai+ werden die _Rhabarber_stücke mit einem Meißel durchschlagen, um wurmstichige, faule oder geschrumpfte Stellen aufzufinden -- noch viel strenger war ja ehedem in Kiachta die Kontrolle -- in +Singapore+ schneidet man die _Guttapercha_ballen und -Ziegel in der Mitte durch, um Verfälschungen (mit Steinen, Dammar u. and.) aufzufinden, in den afrikanischen Häfen öffnet man, wenn dies nicht schon in der Faktorei im Inneren des Landes geschah, die _Kautschuk_bals, um nach betrügerisch beigemischten Fremdkörpern zu suchen, in +Smyrna+ schlägt man die _Opium_kuchen auf und findet da oft alles nur mögliche: Steine, Schrot, ja große Bleikugeln, die betrügerischerweise zur Erhöhung des Gewichtes eingeknetet wurden. Hier kann man sich mit Erfolg der +Röntgenstrahlen+ bedienen, um, ohne die Kuchen zu öffnen, die fremden Beimengungen zu ermitteln. Denn wie ich schon 1898 gezeigt habe, lassen sich Steine und Bleikugeln ganz leicht mittelst Röntgenstrahlen und dem fluoreszierenden Schirme nachweisen, ohne die _Opium_kuchen zu öffnen (siehe Pharmakophysik).

Oft wird auch erst hier in den Ausfuhrhäfen der Droge die definitive Packung gegeben, wie z. B. in Smyrna dem _Opium_, in Singapore der _Guttapercha_ und dem _Cutch_ (_Catechu_). Bisweilen wird die Droge in den Dockhallen noch besonders zugerichtet. So sah ich in Singapore große Pressen, die das weiche Roh_catechu_ zu Blöcken preßten, in Colombo hydraulische Pressen, die aus den Chips und Shavings der _Chinarinden_ feste, oft steinharte Ballen formten (S. 142), was besonders deshalb geschieht, weil die Dampferlinien bei allen Waren, außer bei den Metallen, den Frachtpreis nicht nach dem Gewicht, sondern nach dem Kubikinhalt berechnen.

Von den Dockhallen der Ausfuhrhäfen gelangt nun die Droge auf die Leichter und von diesen auf die Überseedampfer, die sie nach Europa oder Amerika führen (Fig. 249–252).

Riesige Neger oder Tamils rudern mit vielem Geschrei die flachen Leichterschiffe, bei offener Reede oft durch die Brandung hindurch, an die haushoch über die Wasserfläche emporragenden Riesendampfer. An rasselnder Kette fliegen die Ballen zu schwindelnder Höhe empor, um in dem nimmer satten Bauche des gewaltigen Schiffes zu verschwinden, in dem sich Kisten auf Kisten, Ballen auf Ballen, Fässer auf Fässer türmen. Dann ertönt das nebelhornartige Geheul der Dampfpfeife, die Anker rasseln empor und der Dampfer stellt seinen Kiel europawärts.

Das Einladen in die Leichter ist jedoch nicht immer ganz leicht. Besonders dort, wo eine lebhafte Brandung ansteht, wie in vielen Häfen Westafrikas, in Madras u. a. hat man mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Hier werden die Güter oft auf eine ganz eigenartige Weise durch die Brandung bugsiert (Fig. 254).

Die Bedeutung der Haupthandelshäfen der Welt geht aus folgender Übersicht hervor, die den jährlichen Gesamt-Ausgangs- +und+ Eingangsverkehr in Tonnen angibt:

Hongkong 19204889 t (1903) London 18639159 t (1904) Antwerpen 18139184 t (1903) New York 17900168 t (1903) Hamburg 16466639 t (1903) Liverpool 14716790 t (1904) Rotterdam 13597819 t (1903)

Die +Einfuhr+ zur See nach Hamburg betrug:

1905: 10380775 t 121021857 dz netto = ℔ 2886317370 1906: 11039069 t 127511512 dz netto = ℔ 3215195980,

ist also in starker Zunahme begriffen.

2. Die Behandlung der Droge im Einfuhrhafen.

Von europäischen Häfen, die Drogen importieren, kommen in erster Linie +London+ (Taf. XXVI u. XXVII), +Hamburg+ (Fig. 271 u. 272), +Amsterdam+, +Rotterdam+, +Antwerpen+, +Liverpool+, +Genua+ (Taf. XXV), +Havre+, +Marseille+ (Fig. 256), +Lissabon+ und +Triest+, für Nordamerika +New York+ (Fig. 265) in Betracht. Der javanische _Chinarinden_handel hat seinen Hauptsitz in Amsterdam, der ostindische in London, südamerikanische _Chinarinde_ und _Rhabarber_ werden in Hamburg und London, _Campher_ viel in Hamburg gehandelt.

In diesen Häfen wird die Ladung gelöscht. Entweder legen die Dampfer direkt an den Dockhallen an und die Ballen, Fässer und Kisten werden, nachdem sie aus dem Schiffsraum emporgewunden sind, in die betreffende Dockhalle gebracht. So geschieht dies z. B. in London, wo die London- und Katharinendocks direkt an der Themse resp. an Themsebecken liegen (Taf. XXVI u. XXVII u. Fig. 257). Oder die Güter werden zunächst auf =Leichter= umgeladen und gelangen auf diesen in die Speicher. So geschieht es z. B. in Hamburg (Fig. 271 u. 272) und Amsterdam (Fig. 267). Natürlich ist der erste Weg der kürzere, daher stellt man jetzt die Dockhallen möglichst auf die Piers im Hafen selbst.

Die weitere Behandlung, die die Droge nun erfährt, ist verschieden.

In =London= werden von allen eingetroffenen, in den einzelnen Räumen verteilten Drogenkisten oder -ballen (Fig. 258–260) ein oder mehrere der gleichen Sendung in einen der Ausstellungsräume im Warehouse (Fig. 261 u. 262) gebracht, die Ballen und Kisten geöffnet, die Blöcke (der _Benzoë_ z. B.) durchschlagen, in Reihen angeordnet und mit Nummern am Boden versehen. Bei jeder Abteilung ist der Verkäufer durch ein großes Schild mit dem Namen der Importfirma gekennzeichnet (Fig. 262). Diese Säle sind in den Geschäftsstunden frei zugänglich. Die Kaufliebhaber (meist +whole sale druggists+) durchwandern sie, mustern die Drogen und machen sich ihre Notizen. Von den hier ausgestellten Drogen sind dann auch meist noch kleinere Muster (Samples) in den Show-Räumen bei den den Verkauf vermittelnden Agenten, den +Brokers+ für Drogen in Mincing Lane, zu sehen, von denen es 1903 15 gab. Auch dort kann man die Proben besichtigen (Fig. 263). In einem besonderen Saale, der London Commercial Sale rooms, werden dann an bestimmten Tagen, meist Donnerstags, die +Auktionen+ vorgenommen. Ein amtlich angestellter Auktionator bietet die lots (Lose) nach schon mehrere Tage vorher gedruckt verteilten, langen, schmalen Listen aus und erteilt eventuell den Zuschlag. Eine dieser charakteristischen Listen, die ich bei einem Besuche der Docks und der Brokers 1903 in großer Zahl mitgebracht hatte, teile ich im folgenden (in der Beilage) mit. Sie liegen bei den Brokers auf und mit ihnen in der Hand durchgehen die Käufer, den Bleistift in der Hand, den Zylinder im Nacken (das ist hier Kleiderordnung!) die in den Show-rooms ausgestellten Muster (Fig. 262).

Ist die Droge in der Auktion nicht verkauft worden, so bleiben die Vorräte in den Warehouses der Docks, wo sie bis zu einer günstigeren Gelegenheit lagern können. Platz genug ist jetzt dort, da der _Chinarinden_handel sich jetzt fast ganz nach Amsterdam gezogen hat und Hamburg eine scharfe Konkurrenz macht. Man klagt in London allgemein, daß die Einfuhr zu klein und die Docks zu groß sind. Einige Drogen bezieht London schon jetzt via Hamburg und Amsterdam.

Drogen lagern besonders im: Friars Warehouse, Smith Warehouse, Drug Warehouse, London Dock (Taf. XXVI u. XXVII), St. Katharines Dock, New Crane Wharf, Cotton Wharf, Davis Wharf, Metropolitan Wharf, Red Bull Wharf, Sharps Wharf, Brooks Wharf, Wilsons Wharf, New Hibernia Wharf, St. Johns Wharf, Gun Wharf, Symons Wharf, Red Lion Wharf, Nicholsons Wharf, South Eastern Wharf. Die London und Katharinendocks liegen an der Themse in der Stadt, nicht weit von Towerbridge, die anderen themseabwärts.

In den Dockhallen und den Warehouses von London haben die einzelnen Drogen und Drogengruppen ihre besonderen, meist durch Schilder gekennzeichneten Plätze, z. B. «_spices_», «_rhubarb_», «_vanille_», «_oils_», so daß man sich leicht zurechtfindet und immer weiß, wo man _Chinarinden_, _Zimt_, _Jod_, _ätherische Öle_ oder anderes zu suchen hat. Es herrscht gute Ordnung und große Sauberkeit. Die feineren Drogen liegen im Fenchurchstreet-Warehouse, wo sich auch ein kleines Museum befindet.

+Die London and India Docks Compagnie+ umfaßt die gewaltigen London Docks, St. Katharine Docks, West and Southwest India Docks, East India Docks, Royal Albert and Victoria Docks, Tilbury Docks, Cutler St. and commercial Rᵈ Warehouses und East Smithfield Depôt.

Angebot eines Londoner Brokers (Grundlagen für die Besichtigung und die Auktion).

FOR Public Sale, BY X. Y. Z. & Co

AT THE LONDON COMMERCIAL SALE ROOMS MINCING LANE,

ON

Thursday, April 2nd, 19__ At Half-past TEN o’Clock

THE FOLLOWING GOODS, VIZ.:--

15 Bales LIMA SARSAPARILLA 13 Pkgs. Ceylon COCA LEAVES 10 Cases Cinnamon Leaf } 2 do do Bark } OIL 6 Drums Citronelle } 6 Cases Turkey COLOCYNTH

London Produce Brokers’ Association’s Public Sale Conditions

_Prompt_ 18th _April_, 19..--_Discount_ 2½ _per cent_.

15 Bales Lima Sarsaparilla, at per lb.

_On shew at Crutched Friars Warehouse_

00 ~Ex Minnetonka~, @ ~New York~--March, ----- 185

Mark Sale Lot Nos. Bales Total net abt lbs P&C 1 1@3 3 C.D.C. 1 350 2 4@6 3 „ „ 375 3 7@9 3 „ „ 420 4 10,11 2 „ „ 220 5 12@15 4 „ 2 540

12 Pkgs. Coca Leaves, at per lb.

_Lying at London Docks_

03 ~Ex Britannia~, @ ~Colombo~--February, ------ 1517

Abt nett lbs each Gantenne 6 1@6 6 Cases 56 ML

--„-- 7 7@11 5 GT

Gantenne 8 12 1 Bag Dgd 19 Pickings

03 ~Ex Duke of Norfolk~, @ ~Colombo~--February, ------ 1114 Bag Gantenne 9 18 1 Dgd Pkgs 28

2

_Lying at London Docks_ 03 ~Ex Glenlochy~, @ ~Colombo~--March, ------ 2158

10 Cases Cinnamon Leaf Oil, at per oz

Contg. Sale Lot No. Case Bottles ozs each Mark 10 6 1 36 27 11 7 1 CPH&Co 12 8 1 13 9 1 14 10 1 15 11 1 16 12 1 17 13 1 18 14 1 26 19 15 1

2 Cases Cinnamon Bark Oil, at per oz

Contg. Case Bottles ozs. each H 20 1 1 12 26 21 2 1

2 Drums Citronelle Oil, at per lb.

Cwt each H 22 10,11 2 Drums 7

6 Cases Turkey Colocynth, at per lb

_Lying at London Docks_

~Ex Minerva~, @ ~Hamburg~--March, 1902

Av net lbs JM 23 1@4,6,7 6 Cases 185

Samples on shew at 4, ~Mincing Lane~, where Catalogues may be had.

Die englische Einfuhr ersieht man aus der +London Customs Bill of entry+.

In London werden die Drogen meist einfach in der Form, wie sie eintreffen, zum Verkaufe gestellt. Ein eigentliches Sortieren, Mundieren, Auslesen, Sieben, Schneiden usw. findet in den Docks meist nicht statt, da es an Vorrichtungen zur Drogenappretur fehlt, doch werden z. B. die _Muskatnüsse_ ausgelesen, die _Vanille_kisten geöffnet und die Schoten nach ihrem Werte sortiert, _Copal_ (_Animi_) sortiert (Fig. 258). Die _Ceylonzimt_ballen werden mittelst eines sehr einfachen Schrubbers -- ein mittelst eines Nagels an zahlreichen Stellen durchlochter, auf ein plankonvexes Holzstück aufgenagelter Blechstreifen -- an den Enden auf ihr Aroma in der Weise geprüft, daß man mittelst des Schrubbers über die Enden der Fardelen hinfährt und den Grad des Aromas feststellt. Oft werden sie umgepackt. Mit dem Drachenblut macht man die «Bodenprobe», d. h. man prüft den «Strich». Mit der halbflüssigen _Socotraaloë_ aus Sansibar, die recht unangenehm riecht, macht man die Probe in der Weise, daß man einen Holzspatel eintaucht und das Abfließende auf sein Aussehen prüft.

Obwohl diese +Prüfung nach dem Aussehen+ sichere Garantien natürlich nicht bietet und nicht bieten kann, muß anerkannt werden, daß sie in den meisten Fällen das Richtige trifft, da den Prüfenden eine reiche Erfahrung zur Seite steht. Oft bestätigt die chemische Wertbestimmung nur die empirisch gefundene Wertbemessung. So fand ich z. B., daß die _Rhabarber_sorten im Großhandel 1907 ganz die Preisskala zeigten, die ihnen nach meinen Bestimmungen des Gehaltes an Oxymethylanthrachinonen zukommen würde. Die gehaltreichsten hatten im Handel den höchsten, die gehaltärmsten den niedrigsten Preis, und auch die dazwischenliegenden Sorten entsprachen den betreffenden Orten der Gehaltskala.

Eine Wanderung durch die Londoner Docks und Warehouses ist sehr interessant. Ich sah 1903 dort: Ungekalkte _Muskatnüsse_ (Nutmegs), Bombay- und Penang-_Macis_ in Kisten und Fässern von zwei Zentnern, schön geschälten _Ingwer_ in Zentnersäcken, für 1½ Millionen Mark _Nelken_ und zwar «rote» _Nelken_ von Penang in Drei-Zentnerkisten und «braune» von Sansibar in Bastmatten von 125 lbs., Ballen von _ostindischer Chinarinde_ in Bastmatten mit Sackleinwandumhüllung von 2½ Zentner, sowohl Fabrikrinde, wie Reneweds und Druggist quills. Früher füllten bis 25000 Ballen _China_ die Docks, jetzt fand ich nur noch c. 2000, da Amsterdam jetzt den größten Teil der Kultur_china_ an sich zieht. Auch _Anacardien_ hatten keine Käufer gefunden.

Ich sah ferner dort: _Strophanthus_ in Säcken aus Natal, «_Animi_» (_Copal_) aus Sansibar, _Gummi_ aus dem Sudan, lose Stämme und Äste von _Sassafras_holz, große runde Barrels von _Citronellaöl_, à 7–8 Zentner, _Benzoë_ (_Gum Benjamin_) von Sumatra in mit Sackleinewand umhüllten, in Kisten steckenden Blöcken, _Palembangbenzoë_ in Blechkanistern, große Blöcke von _Drachenblut_ mit Sackabdrücken außen, viel Carthagena-_Ipecacuanha_ neben der Rio, zahlreiche Blechkanister mit weißem, duftendem Manila-_Elemi_, mit _Myrrha_ gefüllte Bastkörbe, viereckige Blechkanister mit _Tolubalsam_ und Säcke mit _Coloquinten_. Von _Vanille_ sah ich in einem besonderen Raume 2000 Kisten, besonders von den Seychellen (= Bourbon) und Tahiti, dann aber auch von Mauritius und Australien. Die Bündel lagen in Blechkisten à 12 lbs. Riesig waren die Vorräte von _Rhabarber_, sowohl «flat» wie «round», der nach der Trockenmethode unterschieden wird in: high dried (im Ofen), sun dried (in der Sonne) und killed dried (im Schatten getrocknet), Canton und Shensi war meist sun dried, Shanghai dagegen killed dried.

Von _Cardamoms_ sah ich Samen und Früchte (zum Teil gebleicht) aus Colombo, Mysore, Malabar, Tuticorin und Bombay, zum Teil in prächtigen Mustern, _Purée_ von Kalkutta, _Kino_ von Cochin, _Annato Seeds_ aus Para, _australischen Sandarac_ aus Sidney, _Eucalyptusöl_ aus Portugal und Melbourne, Honduras- und Lima-_Sarsaparille_, _Copaivabalsam_ aus Carthagena, _Anisöl_ und _Cascarilla_ aus New York, _Japan aconit_ aus Kobe, _Mutterkorn_ aus Vigo, _Campher_ aus Foochow, _Buchu leaves_ vom Kap, _Turmeric_ aus Madras, _Drachenblut_ von Singapore, _Areca nuts_ von Colombo, _Storax_ von Smyrna, _Ammoniacum_ und _Guaza_ von Bombay, _Capsicum_ und _Cocculus indicus_ von Calicut, _Gummi_ von Aden, _Tamarinden_ von Antigua, _Senna_ von Tuticorin und Bombay (auch Früchte, pods und Siftings), _Orange oil_ von Buenos Aires, _Squills_ von Messina, _Cumin seeds_ von Malta, _Colombo root_ von Sansibar, _Manila Copal_ und _Gum Damar_ von Singapore.

In folgendem gebe ich als Beispiel einen Ausschnitt aus dem +Monthly Statement of drugs+. Gute Übersichten finden sich immer im Chemist and Druggist, dessen kenntnisreicher Leiter, ~Mac Ewan~, vortrefflich auf diesem Gebiete orientiert ist.

Ausschnitt aus +Monthly Statement of Drugs, Drysalteries+ etc. in the Docks and various other London Warehouses.