Part 13
Die Ernte selbst wird natürlich in sehr verschiedener Weise besorgt, je nach der Natur des Ernteproduktes.
Die Kräuter werden meist mit der Sichel +geschnitten+, die Blätter mit der Hand abgelöst. Besondere Sorgfalt wird auf das Ablesen der Blüten verwendet, die einzeln abgelesen und dann in Körben locker übereinander geschichtet werden, da sie sich sonst leicht verfärben oder an Duft verlieren (_Rosa_, Fig. 65, _Orangenblüten_ Fig. 63). Die _Crocusblüten_ werden in Spanien in toto gepflückt (Fig. 68) und die Narben dann erst zu Haus herausgelöst (Fig. 67). Bisweilen werden die Blütenknospen, da wertvoller, an Stelle der aufgeblühten Blüten gesammelt (_Flos. naphae_, _Caryophylli_).
Bei großen umfangreichen Kulturen, wie z. B. denen der _Pfefferminze_ bei Mitcham (U. S. A.), werden zum Schneiden des Krautes Mähmaschinen benutzt (Fig. 70). Vielfach (z. B. bei _Artemisia pontica_) bedient man sich der Sense.
Das _Zuckerrohr_ wird vor eintretender Blüte ziemlich dicht über dem Boden geschnitten (Fig. 71), von den Blättern befreit (Fig. 72 u. 73) und bis zur Verarbeitung in Schuppen aufgestapelt (Fig. 75).
Was von den Blättern und wie es gepflückt werden soll, hängt von der Pflanze ab. Oft weichen die Blätter verschiedenen Alters im Gehalt voneinander ab. Bei der Teepflanze z. B. ist die terminale Blattknospe am gehaltreichsten. Beim Pflücken, das mit dem Fingernagel erfolgt, läßt man hier die Achselknospe stehen, damit eine Erneuerung stattfinden kann. Das hat natürlich nur bei einer immergrünen Pflanze wie _Thea_ einen Sinn.
Beim Pflücken des _Tee_ (Fig. 77) kommt es also sehr darauf an, was gepflückt wird. Das wertvollste ist die +geschlossene+ Gipfelknospe (in Java: _Pecco rünen_; rünen = schwanger), die durch reichliche Behaarung silbergrau erscheint (daher Pecco, von Peh-hán = Milchhaar). Hat sich das Blatt eben von der Knospe abgehoben, so heißt es Pecco burung (d. h. hohl). Je älter die Blätter sind, um so weniger sind sie wert. Mehr als Blatt 1–4 wird nie gepflückt. Bei der Alus-Pflückung in Java wird Blatt 2–4 oder 3½–4 gepflückt, oder wenn Pecco nicht im Vormonat gesammelt wurde, Pecco und 1–2. Bei der Katilu-Kotjop-Pflückung Blatt 1–3. Stets wird Sorge getragen, daß die Achselknospe intakt bleibt, da sich aus ihr Seitensprosse entwickeln. Über die Pflückung wird genau Buch geführt.
Das Ablösen der Yerbazweige zur Mategewinnung erfolgt in Paraguay entweder mit langen Messern (machetones) oder eigenartigen Scheren (secateurs) in ziemlich roher Weise.
Das +Ablösen+ der =Rinde= geschieht entweder am stehenden Baume selbst (bei den Ships und Shavings der _Chinarinde_) oder von dem gefällten Baume oder dessen Zweigen bez. Stockausschlägen (_Chinarinde_ [Drogistenrinde], _Ceylonzimt_).
Bisweilen werden hierbei eigenartig geformte Messer benutzt (Fig. 80, 81, 85). Bei den gerbstoffhaltigen Rinden muß Sorge getragen werden, daß nur eisenfreie, also entweder kupferne oder messingne Messer in Anwendung kommen.
Als Beispiele mögen die Gewinnung der _Chinarinde_ (Fig. 78–80) der _Cascara Sagrada_ und des _Ceylonzimt_ beschrieben werden.
«Mit einem sägeartigen Messer (Fig. 80, b) wird der Stamm der _Cinchone_ in Entfernungen von ½ oder ¼ m erst horizontal und dann auch der Länge nach eingeschnitten (Fig. 78), so daß ein rechteckiges, ¼, ⅓ oder die Hälfte des Baumumfanges breites Stück Rinde abgeteilt ist. Dann fährt der Arbeiter oder die Arbeiterin -- denn es sind meist Weiber, die das Schälgeschäft besorgen -- mit einem stumpfen, breiten und langen und oben abgerundeten dünnen, kupfernen oder messingenen Messer (Fig. 80 a) (Eisen wird des Gerbstoffes wegen tunlichst vermieden) zwischen Holz und Rinde und hebt letztere vorsichtig ab. Anfangs rein weiß, färbt sich die Innenfläche der Rinde in 15 Sekunden -- wie ich mit der Uhr in der Hand feststellen konnte -- schön rotbraun, indem die Chinagerbsäure in Chinarot übergeht, und bald beginnt auch, da die Rindenspannung ausgelöst ist, das Einrollen zu einer Röhre. Das «Schälen» geschieht besonders in der Regenzeit, da sich dann die Rinde am leichtesten loslöst. Ganz anders verfährt man bei den Ästen und Wurzeln. Hier wird die Rinde mit krummen Messern regellos von dem Holze abgeschabt. Man legt unter den zu schälenden Ast einige Pisangblätter oder einen runden Teller, einen Bambutampir, und schabt drauf los, während die Abschabsel auf die Unterlage fallen»(~Tschirch~, +Indische Heil- und Nutzpflanzen+).
Die Ernte der _Cascara Sagrada_-Rinde schildert ~Zeig~ (1905) folgendermaßen: «Die Ernte beginnt gewöhnlich im April oder unmittelbar nach der Regenzeit, weil da die Bäume am saftreichsten sind und die Rinde sich am leichtesten abheben läßt und dauert bis Juli. Man macht um den Stamm ringförmige Einschnitte, immer 2–4 Zoll voneinander entfernt und schält dann die Rinde bis ungefähr einen Fuß über dem Erdboden; dann wird der Baum geschlagen und die Äste in gleicher Weise geschält.»
Die Gewinnung des _Ceylonzimt_ (Fig. 81–84) habe ich (+Indische Heil- und Nutzpflanzen+) wie folgt geschildert: «An den von den Blättern befreiten (Fig. 82) Schößlingen werden an den Grenzen der Internodien zunächst mit einem scharfen Messer Rundschnitte gemacht, gleich als wolle man den Sproß ringeln. Dann fährt der Arbeiter mit einem fingerförmigen, 1–1½ dcm langen, aus Zimtholz gefertigten, runden Holzstücke (Fig. 81, b) wiederholt über die Oberfläche hin, das Reibholz fest andrückend. Dadurch wird der Zusammenhang der Rinde mit dem Holze in der Cabiumzone etwas gelockert. Hierauf macht der Arbeiter mit einem gewöhnlichen Messer gerade Längsschnitte von Knoten zu Knoten (Fig. 83), von Rundschnitt zu Rundschnitt und hebt durch geschicktes Einschieben eines stumpfen, oben abgerundeten, kupfernen, falzbeinartigen Messers (Fig. 81 c) die Rinde vom Holze ab. Die Wahl des Kupfers oder Messings ist hier wie bei der _China_ durch das Vorhandensein von Gerbstoffen gerechtfertigt; eiserne Instrumente würden die Rinde schwärzen. Nachdem die Rinde auf diese Weise kunstgerecht und ohne Verletzungen oder Zerreißungen vom Holze abgelöst ist, läßt man sie bis zum anderen Tage frei oder übereinandergepackt welken. Man spricht hierbei wohl auch von einem «Fermentieren», allein ich glaube nicht, daß wirklich eine Gärung eintritt. Am anderen Tage werden nun die Rindenröhren von dem Korke befreit. Dazu dient ein eigentümliches stumpfes Schabemesser, welches von gekrümmt-halbmondförmiger Gestalt ist (Fig. 81 d) und über die Rinde in folgender Weise geführt wird. Man legt die gewelkte, daher sehr biegsame Rindenröhre über einen runden, aus Zimtholz gefertigten und geglätteten Stock, dessen Durchmesser größer ist als der des Zimtschößlings, von dem die Rinde genommen wurde. Dadurch wird bewirkt, daß die Rinde nur die obere Krümmung des Stockes bedeckt, nicht sich ringsum legt. Dieser Stock ruht auf einem aus drei Bambu- oder Holzstöckchen gebildeten Dreifuß (Fig. 84). Der Arbeiter oder die Arbeiterin stellt nun den Dreifuß so vor sich hin, daß der Stock mit der daraufliegenden Rindenröhre gegen den Körper gerichtet ist, setzt den rechten Fuß, um das Ganze zu stützen, oben auf den Stock und schabt mit dem Halbmondmesser vorsichtig den Kork und die grüne Rinde ab. Auch dies muß sehr sorgfältig gemacht werden, es darf weder zu viel noch zu wenig entfernt werden. Dann läßt man die geschabten Rindenstücke wiederum über Nacht liegen und schiebt sie alsdann zu mehreren (8–10) so in- und aneinander, daß die Enden der einzelnen Röhren aufeinander stoßen und man schließlich ein Röhrenbündel von gewünschter Länge erhält. Diese Länge ist auf jeder Estate fest bestimmt, übrigens nicht überall gleich. Sie wird durch einen Stab markiert, an dessen Ende sich ein Holzklötzchen befindet (Fig. 81 e). An diesen Stab werden alle Röhrenbündel gelegt und oben und unten mit einer Schere auf die Länge des Stabes gekürzt. Das hierbei Abfallende wird als geringwertigere Ware in den Handel gebracht oder wandert mit dem Abschabsel (Kork und Mittelrinde), den Ships oder Shavings, in die Distillerien des ätherischen Zimtöles.»
Die beim _chinesischen Zimt_ benutzten Messer sind ähnlich (Fig. 85), doch erfolgt das Abschälen des Korkes mit einem hobelartigen Instrument.
Besondere +Ernteverfahren+ finden wir bei den _Cinchonen_ Javas, wo man entweder den Baum stehen läßt und die Rinde partiell abschabt (Ships, Shavings, Schafsel) oder den Baum fällt (Coppicing) und aus den Wurzelstuppen ähnlich wie beim Schälwaldbetrieb neue Triebe sich entwickeln läßt oder endlich den Baum samt der Wurzel herausnimmt (Uprooting). Letzteres Verfahren wird jetzt am meisten geübt. Das Mossedverfahren, das darauf beruht, daß man Streifen der Rinde ablöst (Taf. VI), den Baum mit Moos umwickelt und darunter die Rinde sich aus dem Cambium erneuern läßt (Renewed bark), ist als zu teuer verlassen (s. im Kap. Pharmakophysiologie).
Bei der Gewinnung des Korkes handelt es sich nicht um Ablösung der ganzen Rinde, sondern nur der Korkschicht (die Praktiker sprechen allerdings von «Korkrinde»). Bei der _Korkeiche_ (Fig. 86 bis 91) wird, nachdem zunächst der «jungfräuliche» Kork entfernt ist, nach 8–10 Jahren der männliche Kork geerntet, der sich dann immer wieder aus dem Phellogen regeneriert. Man kann also am Stamm alle 8–9 Jahre ernten. Der Baum wird zuerst geklopft und dann nach Herstellung von zwei Längs- und zwei verbindenden Quereinschnitten der Kork von der Rinde in großen Platten vorsichtig abgelöst (Fig. 86 u. 89). Dann wird die äußere rauhe Schicht durch Schaben (Abraspeln) entfernt und der Kork meist nach vorherigem Brühen (oder Erhitzen über Kohlen)«geglättet», d. h. die gebogenen Platten durch Beschweren gerade gestreckt (Fig. 88 u. 90).
Die Wurzeln und Rhizome werden mit einfachen Grabscheiten gegraben oder mit breiten Messern «gestochen». Dies Ausgraben der Wurzeln, Rhizome und Ausläufer ist nicht immer eine leichte Sache. Beim _Süßholz_ z. B. war das Ausgraben einer Wurzel nebst allen ihren Ausläufern das Meisterstück der Gärtnerzunft in Bamberg. In Rußland nimmt man dazu den Pflug zu Hilfe.
Oft folgt dem Graben ein Waschen, d. h. ein Befreien von Erde und Steinen. Das Waschen der Krappwurzeln war im XIV. Jahrh. nur unter Kontrolle des «stad gherichte» erlaubt, um sicher zu gehen, daß alle Steine entfernt waren, da durch sie leicht die Krappmühlen in Brand gerieten.
Das Ablesen der =Früchte= wird nicht überall in der gleiche Weise besorgt. Die Olivenbäume werden meist geschüttelt und die Früchte auf unter die Bäume gelegten Tüchern (Fig. 92) aufgesammelt oder mit Stangen abgeschlagen. Die _Muskatnüsse_ werden in an langer Stange befestigten, eigenartig geformten Körbchen (Gai-Gai) gesammelt, die oben eine das Pflücken besorgende Gabel besitzen (Fig. 93). Diese reißt die Frucht vom Stiel und sie fällt alsdann (durch die Öffnung rechts) in das Körbchen. Diese Sammelmethode hat ihren bestimmten Grund. Ich fand nämlich in Indien den Glauben verbreitet, daß, wenn man die Früchte in brüsker Weise abschlägt, der Baum im folgenden Jahre nicht trägt. Weniger sorgfältig verfährt man in Java mit den Cacaofrüchten, die, wo sie mit der Hand nicht erreichbar sind, mit langen Bambusstäben abgeschlagen werden (Fig. 94). Anders ist das Verfahren in Südamerika.
«Das +Abernten+ der Cacaofrüchte geschieht in Ecuador in dem unteren Teile des Stammes mit dem Buschmesser. Für die hochhängenden Früchte treten die «Tumbadores» in Arbeit. Dieses sind in der Regel geschicktere, besser bezahlte, alte Arbeiter, welche die Früchte vermittelst langer, dünner, sehr leichter Bambusstangen, an deren Ende ein Messer befestigt ist, herunterholen. Das Messer, «podadera», hat die nebenstehende Gestalt. Es ist an einem etwa 2 m langen Bambusstab, «palanca», befestigt. Außer der «palanca» trägt der Tumbador noch ein kleines Bündel von Reservebambusstäben oder Verlängerungsstücken, «embonos», in seiner linken Hand. Die «embonos»sind so eingerichtet, daß sie mit den Enden ineinander gesteckt und auch ebenso mit der «palanca» verbunden werden können. Der «Tumbador» ist so imstande, durch Aus- und Einschachteln verschiedener Reservestäbe in kurzer Zeit sich eine den jeweiligen Bedürfnissen entsprechende lange Stange herzustellen. Mit dem am Ende der Stange sitzenden Messer trennt er durch einen Stoß von unten die Früchte vom Stamm und den Ästen ab. Bisweilen sind die gesamten «embonos» bei der Höhe der Stämme nicht ausreichend. In solchen Fällen wirft der «Tumbador» die Stange mit einem kurzen Ruck von unten und trifft auch in der Regel so gut, daß das Messer den Fruchtstiel durchschneidet, die Frucht herabfällt und gleichzeitig die Stange senkrecht wieder herunterkommt.»(~PREUSS~). Die gewöhnlichen Sammler des _Cacao_ heißen +Recogedores+ (recogér = sammeln), die Herausschäler +Sacadores+ (sacár = herausnehmen).
Unter den Olivenbäumen wird in Italien ein Tuch ausgebreitet (s. oben), auf welches die Früchte beim Schütteln des Baumes fallen. In Portugal bedient man sich aber auch hier eines gestielten Körbchens, ähnlich dem Gai-Gai (S. 94).
Die _Baumwoll_früchte werden von der strauchartigen Pflanze in Körbe abgelesen (Fig. 95–97). Das Pflücken der Baumwolle geschieht in der Weise, daß man die geöffnete Fruchtkapsel am Strauche läßt und nur den «Bausch», d. h. die mit den Haaren bedeckten Samen herauszupft. Neuerdings sind erfolgreiche Versuche gemacht worden, den Bausch statt mit der Hand zu pflücken mit einer hydraulischen Saugmaschine aus der geöffneten Kapsel anzusaugen.
Der _Pfeffer_ wird von den auf Leitern stehenden Kulis abgelesen (Taf. X). Beim _Kaffee_ erreicht man die Früchte mit der Hand (Fig. 98). Die _Umbelliferen_früchte werden oft mittelst eigenartiger Kämme «abgekämmt».
Dort, wo man nur den Samenkern haben will, wird die Samenschale mit flachen Hölzern aufgeschlagen, z. B. bei der _Muskatnuß_, oder das Endocarp zertrümmert, wie bei der _Cocosnuß_, deren Endosperm die _Copra_ bildet. Die _Cacao_früchte werden mit Messern oder Hölzern «aufgeschlagen» (Fig. 99).
Die Ernte des _Carrageen_ erfolgt in der Weise, daß man zur Zeit der Ebbe die Pflanzen mittelst eiserner Rechen vom Boden abreißt. Zur Zeit des auf die Springfluten folgenden tiefsten Wasserstandes wird auch mit der Hand «gepflückt». Die frischroten Algen werden dann in Fässern mit Süßwasser gerollt und an der Sonne gebleicht. Die Einsammlung der Algen zur _Agar-Agar_bereitung ist in Fig. 100 dargestellt.
Die Gewinnung der Harze, Balsame und Milchsäfte wird unter «Erntebereitung» geschildert (s. weiter hinten).
Im folgenden teile ich einen =Sammelkalender= mit, in dem besonders die wildwachsenden Kräuter Deutschlands berücksichtigt wurden.
Sammelkalender.
+Monat Februar.+
Ligna varia.
Radix Hellebor. nigr.
Viscum quercin.
+Monat März.+
Cortex Frangulae. -- Hippocastani. -- Mezerei. -- Pruni Padi. -- Quercus. -- Salicis. -- Ulmi. -- Taxi.
Gemmae Populi.
Radix Althaeae (2 jährig). -- Angelicae (2 jährig). -- Bardanae (2 jährig). -- Consolidae maj. -- Enulae. -- Lapathi. -- Levistici. -- Ononidis. -- Paeoniae. -- Petroselini. -- Taraxaci. -- Tormentillae.
Rhiz. Ari. -- Arnicae. -- Calami arom. -- Caricis arenar. -- Graminis. -- Imperatoriae. -- Polypodii. -- Valerianae.
Stipites Dulcamarae.
Sumitates Sabinae.
+Monat April.+
Cortex Quercus. -- Salicis.
Flores Farfarae. -- Violae.
Folia Uvae Ursi.
Gemmae Populi.
Herba Hepaticae. -- Pulmonariae. -- Pulsatillae. -- Taraxaci c. rad.
Lichen islandicus.
Radix Bardanae. -- Caryophyllatae. -- Cichorei. -- Consolidae. -- Enulae. -- Levistici. -- Ononidis. -- Paeoniae. -- Petroselini. -- Pimpinellae. -- Saponariae. -- Taraxaci c. herba. -- Tormentillae.
Rhiz. Arnicae. -- Calami. -- Graminis.
+Monat Mai.+
Flores Convallariae. -- Lamii albi. -- Lilii candidi. -- Persicae. -- Primulae veris. -- Rosmarini. -- Violae.
Folia Malvae. -- Pulmonariae.
Herba Brancae ursinae. -- Capilli Vener. -- Chelidonii maj. -- Cochleariae. -- Conii maculat. -- Farfarae. -- Fumariae. -- Hederae terrestr. -- Jaceae. -- Millefolii. -- Pulmonariae. -- Rutae. -- Salviae. -- Tanaceti. -- Taxi baccatae. -- Trifolii.
Radix Actaeae spic. -- Belladonnae.
Rhiz. Caricis.
Summitates Sabinae.
Turiones Pini.
+Monat Juni.+
Flores Althaeae. -- Arnicae. -- Borraginis. -- Calendulae. -- Chamomill. rom. -- Chamomill. vulg. -- Cyani. -- Malvae vulg. -- Rhoeados. -- Rosarum. -- Sambuci. -- Tiliae.
Folia Aurantii. -- Belladonnae. -- Cichorei. -- Digitalis. -- Farfarae. -- Hyoscyami. -- Juglandis. -- Laurocerasi. -- Malvae. -- Melissae. -- Menthae crisp. -- Menthae piper. -- Mercurialis. -- Salviae. -- Uvae Ursi.
Formicae.
Herba Absynthii. -- Aconiti. -- Arnicae. -- Borraginis. -- Capilli Veneris. -- Centaurii minor. -- Clematidis. -- Cochleariae. -- Fumariae. -- Gratiolae. -- Hyssopi. -- Lapathi acut. -- Ledi palustr. -- Marrubii alb. -- Matricariae. -- Millefolii. -- Polygalae amarae. -- Rhois Toxicodendr. -- Rosmarini. -- Rutae. -- Saponariae. -- Scabiosae. -- Scolopendrii. -- Scordii. -- Serpylli. -- Stramonii. -- Thymi. -- Veronicae. -- Violae tricoloris.
Semen Colchici.
+Monat Juli.+
Baccae Ribis. -- Myrtilli.
Capita Papaveris.
Flores Aurantii. -- Carthami. -- Chamomillae roman. -- Hyperici. -- Lavandulae. -- Lilii. -- Malvae arbor. -- Tiliae. -- Verbasci.
Folia Althaeae. -- Juglandis reg. -- Laurocerasi. -- Menth. crisp. et piper. -- Nicotianae.
Formicae.
Fructus Juglandis immat. -- Cerasi nigr. -- Rubi Idaei.
Herba Absynthii. -- Capilli Veneris. -- Cardui benedicti. -- Centaurii min. -- Chenopodii ambr. -- Cichorei. -- Euphrasiae. -- Galeopsidis grandifl. -- Hyperici. -- Lactucae viros. -- Linariae. -- Marrubii alb. -- Majoranae. -- Meliloti c. fl. -- Origani vulg.
Herba Pulegii. -- Saturejae. -- Scordii. -- Scabiosae. -- Tanaceti. -- Verbasci.
Nuclei Cerasorum.
Secale cornutum.
Tubera Salep.
+Monat August.+
Baccae Mori. -- Myrtilli. -- Rubi Idaei. -- Sambuci.
Flores Althaeae. -- Lavandulae. -- Malvae arbor. -- Meliloti.
Formicae.
Folia Laurocerasi.
Fructus Cannabis. -- Conii macul. -- Cynosbati. -- Elaterii. -- Hippocastan. -- Phellandrii.
Glandes Quercus.
Herba Absynthii. -- Artemisiae. -- Gratiolae. -- Meliloti. -- Saturejae. -- Virgaureae.
Lactucarium.
Lycopodium.
Radix Hellebori albi.
Rhiz. Arnicae.
Semen Hyoscyami. -- Lini. -- Melonum. -- Papaver. -- Sinapis.
Tubera Colchici. -- Salep.
+Monat September.+
Baccae Berberidis. -- Ebuli. -- Juniperi. -- Sambuci. -- Spinae cervinae.
Cortex nucum Jugl.
Fructus Anisi. -- Petroselini. -- Pruni.
Lupulinum.
Poma acidula.
Radix Artemisiae. -- Belladonnae. -- Cichorei. -- Enulae. -- Gentianae. -- Liquiritiae. -- Rubiae tinct. -- Saponariae. -- Taraxaci.
Rhiz. Arnic. -- Calami arom. -- Filicis maris. -- Tormentillae. -- Valerianae.
Semen Sinapis nigr. -- Stramonii.
Stipites Dulcamarae.
+Monat Oktober.+
Baccae Berberidis. -- Ebuli.
Baccae Juniperi. -- Sambuci. -- Spinae cervinae.
Cortex nucum Jugl.
Fructus Anisi. -- Petroselini. -- Pruni.
Lupulinum.
Poma acidula.
Putamina nuc. Jugl.
Radix Angelicae. -- Althaeae. -- Artemisiae. -- Asparagi. -- Belladonnae. -- Bryoniae. -- Cichorei. -- Enulae. -- Gentianae. -- Gratiolae. -- Lapathi acut. -- Levistici. -- Liquiritiae. -- Rubiae tinct. -- Saponariae. -- Taraxaci. -- Tormentillae.
Rhiz. Ari. -- Arnicae. -- Calami arom. -- Filicis maris. -- Graminis. -- Iridis flor. -- Imperatoriae. -- Valerianae.
Semen Cydoniae. -- Sinapis nigr. -- Stramonii.
Stipites Dulcamarae.
Doch ist mit diesem Kalender nicht viel gesagt. Die Hauptsache ist die Erfahrung. Ob man ein Kraut vor dem Blühen ernten muß (z. B. _Card. benedict._) oder bis zur beginnenden oder Vollblüte warten kann, das hängt von der Pflanze ab. Jedenfalls wird man gut tun, bei Kräutern nicht die Voll- oder Strohreife abzuwarten. Samen erleiden auch nach dem Ablesen noch eine sog. «Trockenreife». Die größeren Wurzeln (_Levisticum_, _Angelica_) werden erst im zweiten oder dritten Jahre gesammelt, Rad. saponariae kann man das ganze Jahr sammeln, _Liquiritia_, _Rubia_, _Valeriana_ sammelt man am besten im Herbst, _Geum_ im Frühjahr.
~Saladin~ bemerkt (1488): «radices in autumno quia tunc tote virtus herbarum in radicibus est reposita». +Bei ihm findet sich auch der erste umfangreichere Sammelkalender.+ Auch der +Ricettario fiorentino+ (1567) gibt Sammelvorschriften. Noch älter sind die Angaben im Kalender des ~Harib~ (961).
In ~Louis Planchon~, +Indications générales sur la récolte et la conservation des drogues exotiques+ (Bull. Soc. Languedocienne de Geogr. 1898) findet sich eine recht gute Anleitung, wie man sammeln soll.
Die =Sammler= haben bisweilen besondere Namen. Die Chinarindensammler in Südamerika heißen +Cascarilleros+, die Yerbasammler in Südamerika +Cuadrillas+, die Cacaosammler in Ecuador +Recogedores+.