Handbuch der Germanischen Mythologie
Part 66
[333] Ynglingasaga Kap. 3; darauf bezieht sich auch Lokas. 26, wenn Loki Frigg vorhält, sie habe als Odins Weib doch Wili und We Gunst gegönnt.
[334] Saxo III S. 126 ff. Rindr als Mutter Walis wird im Liede Baldrs draumar 11 erwähnt. Der Skald Kormak (937-976) singt (SE. I, 236) _seiþ Yggr til Rindar_: Odin bezauberte Rindr, womit offenbar auf dieselbe Sage, die Saxo kennt, angespielt ist. Ob Hǫ́v. 95-101 mit Billings Maid, die den liebeverlangenden Gott foppt, Rindr gemeint ist, lässt sich nicht mit Gewissheit behaupten. Doch ist es wol möglich. Vgl. Finnur Jónsson, litteraturs historie I, 234. Weitere Vermutung über das Verhältniss Odins zu Ollerus vgl. im Abschnitt über Ullr.
[335] Die Sage von Mitothin Saxo I S. 42 ff. Zur Erklärung von _mitoth-inn_, aisl. _mjǫtuđr-inn_, ags. _meotod_, and. _metod_ vgl. Munch, det norske folks historie 1, 217; Das heroische Zeitalter der nord. germ. Völker 30 Anm. 2; unabhängig kam neuerdings Kauffmann, Beiträge 18, 188 zur selben Erklärung.
[336] Das Schiff Skidbladnir wird sonst allein dem Freyr zugeschrieben.
[337] Odins kriegerisches Aussehen nach Gylfag. Kap. 51 (SE. 1, 190); Gylfag. Kap. 49 (SE. 1, 176); Saxo II S. 106 _Othin armipotens, uno contentus ocello, albo clypeo tectus, flectit equum, horrendus Friggae maritus_ vgl. Yggr, der Schreckliche. Adam von Bremen 4, 26 _Wodanem sculpunt armatum sicut nostri Martem sculpere solent_. Odin mit Helm und Schwert Sigrdr. 14; über Gungnir Skáldsk. Kap. 3; die Sagen über Gungnir stellt A. Raszmann, in Ersch-Grubers Encyklopädie I. Section, Bd. 97 (1878), S. 281 ff. zusammen. Über Sleipnir Gylfag. Kap. 42; zur Erklärung des Namens als Läufer, Springer (*_sklæipnir: hlaupa_) Noreen, An. Gr.² § 149, 1; § 256. Odin als Wanderer wird in den folgenden Sagen, welche sein Eingreifen in die Geschicke der Menschen zeigen, geschildert. Mantel, Hut, Ross gehören schon dem deutschen Wodan, wahrscheinlich auch Speer und Helm.
[338] Draupnir findet sich schon bei Kormak, corpus poet. 2, 66. In den Eddaliedern kommt zwar der Name nicht vor, aber Skírn. 21 bezieht sich deutlich darauf. Über Draupnir Skáldsk. Kap. 3 und Gylfag. Kap. 49 (nach dem Text des Codex Wormianus und Regius). SE. 1, 260 heisst Baldr „_Draupnis eigandi_“.
[339] Ólafssaga Tryggvasonar (Heimskringla) Kap. 28.
[340] Reginsmǫ́l 20.
[341] Hákonar saga góða (Heimskringla) Kap. 16 u. 18.
[342] Die jüngere Olafssaga helga Kap. 101 (Fornmanna sögur 5, 233).
[343] Skirnesmǫ́l 33
_reiþr’s þér Óþenn, reiþr’s þér ása bragr, þik skal Freyr fiask._
Beim Fluch auf Eirik ruft der Skald Egil Freyr, Njord und den Landas (Thor) an. Aber auch Odin und alle andern Götter: _reiþr sé rǫgn ok Oþenn_. Gudbrand Vigfusson, corpus poet. 2, 72.
[344] Walhall ist geschildert in den Grimnesmǫ́l; vgl. auch Vafþrúþnesmǫ́l 41; Gylfag. Kap. 14, 20, 24, 30-41. Bragar. 1.
[345] Vingolf begegnet nur SE. I 38, 62, 84. Eine Strophe, wo der sterbende Hadding singt: „Sehen kann ich Fjolnirs Mädchen (die Walküren), euch hat Odin mir gesandt; gern wollte ich nach Vingolf folgen und mit den Einherjern Bier trinken“ bei Finn Magnusen, Lex. Myth. 557. Zur Deutung des Namens „Halle der Liebenden?“ Braune, Beiträge 14, 369; Finnur Jónsson, arkiv f. nord. filologi 7, 280; Kaufmann, ZfdA. 36, 32.
[346] J. Grimm, Myth. 135 Anm. macht auf eine merkwürdige Ähnlichkeit aufmerksam. Basil und Gregor dem Grossen gab eine weisse Taube, die auf der Schulter oder auf dem Haupte sass, Worte der Weisheit ein. Nach einem Kindermärchen (Nr. 33) setzen sich zwei Tauben auf des Pabstes Schulter und sagen ihm alles ins Ohr, was er vorzunehmen hat.
[347] Über Heidrun und Eikthyrnir Bugge, Studien S. 506 ff.; H. Falk, aarböger for nordisk oldkyndighed og historie, 2. Reihe, 6. Band, 1891, S. 280.
[348] Nur SE. I 84 Gylfag. Kap. 20 heissen die Einherjer _óskasynir_. Lokas. 16 _óskmegir_ geht nicht auf sie; zu der dunkeln Strophe Bugge, Beiträge 13, 188 ff. Übrigens müsste der Ausdruck gleich verstanden werden als _filius adoptivus_, was durch _óskmǫgr_, _óskasonr_ übersetzt wird.
[349] Die Stelle in den Bjarkamǫ́l (Saxo II S. 81)
_en, maxime Rolvo, magnates cecidere tui, pia stemmata cessant. non humile obscurumque genus, non funera plebis Pluto rapit vilesque animas, sed fata potentum implicat et claris complet Phlegethonta figuris --_
muss wol so in die nordische Mythensprache aus den antiken Verzierungen umgesetzt werden: O grosser Hrolf, deine Edelinge fielen, dahingestreckt liegen die treuen Geschlechter. Nicht niederes Volk von dunkler Herkunft, nicht Leichen des Pöbels und wertlose Seelen rafft Walvater dahin, der Mächtigen Schicksal verflicht er in der Schlacht, mit ruhmvollen Helden erfüllt er Walhall. Also tapfere, edelgeborene Helden versammelt Odin in seinen Saal. Dazu Hárb. 24
Zu Odin kommen die Edlen, die das Eisen wegrafft, Und der Tross der Knechte zu Thor.
[350] _Valmeyjar_ begegnet nur SE. I, 420. Zur Schilderung ihrer Erscheinung Vǫl. 31; Helg. Hjǫrv. 28; Helg. Hund. II 15, 6; ihre Namen Vǫl. 31; Grimn. 36; SE. I 557 wo sie _Ođins meyjar_ heissen; Njálssaga Kap. 157.
[351] Gudbrand Vigfusson, corpus poeticum boreale I, 255 ff.
[352] So Ulf Uggason in der Húsdrápa.
[353] Prosa nach Helg. Hund. II 37.
[354] Krákumál 29 corpus poet. II 345.
[355] Finn Magnusen, Lex. Myth. 557. Auch diese Strophe ist nicht alt.
[356] Wie Walvater und die _óskmegir_ auf einander zielen, so auch _óskmeyjar_ und _Ođins meyjar_, _Herjans nǫnnor_. In der Volsungasaga Kap. 1 schickt Odin _óskmey sína_, _dóttur Hrímnis jǫtuns_, seine Adoptivtochter, die leibliche Tochter Hrímnirs aus. Brynhild, nach nord. Sage Budlis leibliche Tochter wird _óskmær_, Oddrúnargrátr 15; auch hier ist zu denken Wunschtochter Odins.
[357] Saxo II nach Uhland 7, 202 ff.
[358] Zeugnisse für die hier erwähnten bewaffneten Germanenfrauen und für die nordischen Schildjungfrauen sind gesammelt bei Grolther, Der Valkyrjenmythus in den Abhandlungen der Münchener Akademie I. Kl. 18. Band, 2. Abth. S. 406 ff.
[359] _Hliđskjalf_ Thürbank von _hliđ_, Thüre, Thor und _skjalf_, ags. _scylfe_, mnds. _schelf_, engl. _shelf_. Über Hlidskjalf die Prosaeinleitung zum Grimnirlied, Gylfag. Kap. 9 und 17.
[360] Die Halle _valhǫll_ in der Atlakviþa 2 und 15, die Dingbude Sturlunga IV Kap. 48; V K. 12 und 30.
[361] Vol. 24.
[362] Eyrbyggja Kap. 44.
[363] Styrbjarnar þáttr Kap. 2; Fms. 5, 250.
[364] Hervararsaga Kap. 28 (Fornaldar sögur 1, 105).
[365] In der Helgakviþa Hund. II.
[366] Gautrekssaga Kap. 7 (Fornaldar sögur 3, 31 ff.); nach Uhland, Schriften 6, 359.
[367] Hálfssaga Kap. I, Fornaldar sögur 2, 25 ff.
[368] Jüngere Olafssaga helga Kap. 204.
[369] Saxo IX S. 446.
[370] Ynglingasaga Kap. 29.
[371] Ynglingasaga Kap. 18.
[372] Ynglingasaga Kap. 47.
[373] Hromundarsaga Greipssonar Kap. 2; Fornald. s. 2, 366.
[374] Hervararsaga Kap. 5; Fornald. s. 1, 423.
[375] Ragnarssaga Kap. 9; Fornald. s. 265.
[376] Landnáma 5 Kap. 10; Islendinga sögur 1, 307.
[377] Hálfssaga Kap. 11 u. 13; Fornaldar sögur 2, 39 u. 45.
[378] Ynglingasaga Kap. 16.
[379] Ynglingasaga Kap. 52.
[380] Krákumál 29.
[381] Weinhold, Sitzungsberichte der Berliner Akademie 1891, II S. 566 erklärt den Unterschied so: „Was in den dänisch-norwegischen Vorstellungen von Odins Walhalla ausgesponnen ist, von der vornehmen Gesellschaft, in welche schöne Schild- und Helmmädchen einführen, ist jüngeres Erzeugniss der Wikingerzeit. Die Bekenner anderer Kulte als des Odinkults waren ausgeschlossen; sie wurden der Wanin Freyja oder dem Bauerngotte Thor überlassen.“ Man muss noch die Hel, Ran, die Trolle und Elben hinzusetzen.
[382] Lokasenna 22; ähnlich Hárb. 25; der Skald Egill tadelt im Sonartorrek Odins Willkür und Gewaltherrschaft.
[383] Gautrekssaga, Fornaldar sögur 3, 17 ff, 32 ff.
[384] Eingang zum Grimnirliede.
[385] Vǫlsungasaga Kap. 1 u. 2; über Odins Eingreifen und dessen Bedeutung Müllenhoff, ZfdA. 23, 116 ff.
[386] Vǫlsungasaga Kap. 3 u. 11.
[387] Vǫlsungasaga Kap. 12.
[388] Die Sage von Harald bei Saxo VII u. VIII, S. 361 ff.; der isländische Bericht im _Sögubrot af nokkrum fornkonungum í Dana ok Svía veldi_ (Fornaldar sögur 1, 361 ff.). Vgl. Uhland, Schriften 7, 234 ff. Dass Odin Könige und Freunde gegen einander verhetzt, wird auch Hárb. 24 u. Helg. Hund. II, 33 gesagt. In der späten Erzählung Sǫrlaþáttr (Fornaldar sögur I S. 391 ff. Flateyjarbók I 275 ff.) veranlasst Freyja auf Odins Geheiss den Kampf zweier mächtiger Könige, der in alle Ewigkeit währen soll. Es ist der Hedeninge sagenberühmte Geisterschlacht. Odins und Freyjas Einmischung scheint aber junge Erfindung in Nachahmung antiker Sagen. Bugge, Studien 99 ff.
[389] Saxo V S. 238.
[390] Reginsmǫ́l.
[391] Vǫlsungasaga Kap. 13 u. 18.
[392] Saxo II S. 61.
[393] Vǫlsungasaga Kap. 18.
[394] Saxo VIII S. 415.
[395] Vǫlsungasaga Kap. 42.
[396] Hrolfssaga Kraka (Fornaldar sögur I) Kap. 38 ff. 47 ff. Saxo II S. 106. Bjarco fragt Ruta:
_Et nunc ille ubi sit, qui vulgo dicitur Othin, armipotens, uno semper contentus ocello? dic mihi, Ruta, precor, usquam si conspicis illum?_
Hierauf lässt ihn Ruta durch den eingestemmten Arm spähen. Bjarco sagt:
_Si potero horrendum Friggae spectare maritum, quantumcunque albo clypeo sit tectus et altum flectat equum, Lethra nequaquam sospes abibit: fas est belligerum bello prosternere divum._
Vgl. Uhland Schriften 7, 144, 151, 154, 160. Ob im Namen Hrani _rani_, Schweinsschnauze, _svinfylking_, _caput porcinum_ d. h. keilförmige Schlachtordnung, als deren Erfinder Odin gilt, anklingt, steht dahin; vgl. Bugge, norrön fornkvædi S. 339.
[397] Ketilssaga Hængs Kap. 5; Fornaldar sögur 2, 132, 135, 139.
[398] Harðarsaga Grimkelssonar Kap. 15.
[399] _Frá dauđa Sinfjǫtla_; Vǫlsungasaga Kap. 10, J. Grimm, Myth. 790 ff.
[400] Hallfreðarsaga Kap. 5 (Fornsögur hrsg. von Gudbrand Vigfusson und Th. Möbius S. 91). Ein Beiname Odins ist _farmaguđ_ Gylf. Kap. 20, _farmatýr_ Grimn. 48, Eyvind SE. II 160, d. h. Gott der Frachten, Schiffslasten. Vielleicht ist auch hier Odin als Beschützer der Schifffahrt und des Handels gleich Merkur bezeichnet; W. Müller, System der altds. Religion 187; J. Grimm, Myth. 3, 55; Simrock, Myth.⁵ 169; E. H. Meyer, Myth. 233.
[401] Hyltén-Cavallius, Wärend och Wirdarne 218 ff.
[402] Hǫ́vomǫ́l 95-101; 102-109; Bragar. Kap. 4. Vgl. Finnur Jónsson, Litteraturshistorie 1, 233 ff.
[403] Über die verschiedenen Teile der Hǫ́vamǫ́l vgl. Müllenhoff, Deutsche Altertumskunde 5, 250 ff. Dass überall in allen Stücken Odin der Sprecher ist, weist gegen Müllenhoff Finnur Jónsson, Litteraturshistorie 1, 224 ff. nach.
[404] _Galdrs faþer_ heisst Odin Baldrs Dr. 3; Aufzählung der Zauberlieder Hǫ́vamǫ́l 146 ff.
[405] Der Skald Kormak sagt: _seiþ Yggr til Rindar_ SE. 1, 236; Saxo III 128 _quam [Rindam] protinus cortice carminibus adnotato contingens lymphanti similem reddidit._
[406] Sigrdr. 13; Odins Runenkunde behandelt in unnachahmlich schöner Weise Uhland, Schriften 6, 225 ff.
[407] Die Grimnesmǫ́l sind durch zahlreiche Einschaltungen verderbt. Unter den Versuchen, den alten und echten Kern, „eine Offenbarung Odins in seiner ganzen Herrlichkeit und Furchtbarkeit“, herauszulösen, sind die wichtigsten Müllenhoff, Deutsche Altertumskunde 5, 159 ff. und Finnur Jónsson, Litteraturs historie 1, 141 ff. Die Einkleidung des Liedes hält Bugge, Studien 456 für eine Nachahmung der Vindicta Salvatoris.
[408] Über die Vafþrúþmesmǫ́l Müllenhoff, Altertumskunde 5, 237 ff; Finnur Jónsson, Litteraturshistorie 1, 137 ff. Der Name _Vafþrúþner_, der sonst nirgends vorkommt, heisst nach Gudbrand Vigfusson dictionary 673ᵇ u. 747ᵃ „der im Verwickeln, in Rätseln Starke“ und wäre also für den Inhalt des Gedichtes, das Wettgespräch erfunden; so auch Müllenhoff a. a. O. 237/8.
[409] Über die Gestsagen vgl. Uhland, Schriften 6, 305 ff.; 7, 321 ff. Die Quellen sind die Hervararsaga Kap. 12; Olafssaga Tryggvasonar (Heimskringla) Kap. 71; jüngere Olafssaga Tryggvasonar Kap. 197/8 (Fornmanna sögur 2, 138); Olafssaga helga, Anhang in den Fornmanna sögur 5, 171 ff. Þáttr Tóka Tókasonar (Fornm. sögur 5, 299) und Nornagests þáttr.
[410] Vǫl. 17/8; Bragar. Kap. 2; Skáldsk. Kap. 5. Vgl. Bugge, Studien S. 16.
[411] Ulf Uggason nennt die Dichtkunst _Grímnis gjǫf_, SE. 1, 250; den Dichter _Yggs ǫl-beri_ SE. 1, 466.
[412] Gautrekssaga Kap. 7 _Odinn mælti: ek gef honum skáldskap, at hann skal eigi seinna yrkja enn mæla_. Entsprechend bei Saxo VI 278 _Othinus Starcatherum non solum animi fortitudine, seil etiam condendorum carminum peritia illustravit._
[413] Grimnesmǫ́l 7; Gylfag. Kap. 35; der Name kommt häufig bei den Skalden vor, bei Kormak corpus poet. 2, 334 und öfters; vgl. Sveinbjörn Egilsson, Lex. poet. 678. Der Name hat langes _á_, _Sága_, wie der Genitiv _Ságu_ z. B. in _Ságunes_ Helg. Hund. I, 40 lehrt. Damit ist jeder Zusammenhang mit _saga_, Gen. _sǫgu_, den J. Grimm, Myth. 863 und Mogk, Pauls Grdr. 1, 1079 behaupten, ausgeschlossen. Sága ist unerklärlich und mit dem Namen bleibt uns auch ihr eigentliches Wesen, warum Odin zu ihr geht, verborgen. Wer Saga für richtig hält, denkt daran, dass Odin geschichtliche Weisheit bei ihr schöpft, dass er Weisheit trinkt.
[414] Über Mimir Vǫl. 27-29; 46; Sigrdr. 13, 14; Vafþr. 45; Fjǫlsv. 14; Gylfag. Kap. 12; Ynglingasaga Kap. 4; Mimirs Freund heisst Odin schon bei den Skalden des 10. Jahrhunderts SE. 1, 233 Anm. 19, 238, 240. Über Mimir handelt vortrefflich Uhland, Schriften 6, 197 ff.; vgl. auch Weinhold, Die Riesen des germ. Mythus (Wiener Sitzungsberichte 26, 1858) S. 243 ff. u. Müllenhoff, Deutsche Altertumskunde 5, 101 ff. Über den Namen, dem kurzes _ĭ_ zukommt und der mit Μέμνων, _memor_ urverwandt ist (ags. _mimor_, _mimerian_) Sievers, Beiträge 6, 286, 314, 354 f.
[415] Odin am Galgen Bugge, Studien 317 ff. Vgl. schon Munch, Das heroische Zeitalter der nord. germ. Völker S. 22 Anm. 2. Kauffmann, Beiträge 15, 195 ff. wendet sich gegen die Ableitung aus christl. Vorstellungen. Seine Ausführungen sind auf ziemlich willkürlich zurecht gemachter Überlieferung aufgebaut, 140 wird als ursprünglich angesehen (gegen Müllenhoff, Altertumskunde 5, 270) und dann mit „_prolepsis_“ in den Zusammenhang gezwungen. Die Hauptsache, dass Odin sich selber opfert und dass der Baum darum Weltbaum ist, findet gar keine Berücksichtigung. Christlichen Ursprung nimmt auch E. H. Meyer, Völuspa 23 ff. an.
[416] Anspielungen auf den Dichtermet bei den Skalden sammelt Gudbrand Vigfusson, Corpus poeticum II, 462 f.
[417] Nach dieser Stelle, nach Hǫ́v. 140, ist Odrerir Name des Kessels, der den Trank aufbewahrt, nach Hǫ́v. 106 ist der Met selber damit gemeint. Der Name haftet am Kessel auch beim Skald Einar skálaglamm, wenn er die Dichtkunst als „die Woge Odrerirs“ bezeichnet.
[418] Bragar. 3 u. 4; daher gehören auch Hǫ́v, 13/4:
Über Gastungen schwebt der Vergessenheit Reiher, Der den Verstand uns stiehlt; Dieses Vogels Gefieder umfächelte mich, Als in Gunnlods Grotte ich sass. Trunken ward ich, ward todtrunken In des sinnreichen Fjalar Saal; Am besten ist’s, bringt man vom Trunke Einen klaren Kopf nach Haus.
Da wird also dem Trank berauschende Wirkung zugeschrieben, worauf der Name Suttung aus _suþ-þungr_, vom Sud beschwert, betrunken, auch hinweist. Für Suttung steht hier Fjalar, der [Met]berger, Metbewahrer (zu _fela_, bergen). Im Grimnirlied 50 hat Odin den Raub des Odrerir im Auge:
Swidur und Swidrir hiess ich bei Sokmimir Und täuschte den Thursengreis; Midwidnirs Sohne zum Mörder ward ich, Dem Trefflichen, ich allein.
Swidrir und Swidur, der Brennende, heisst Odin als Sonnengott. Bei Sonnenuntergang kehrt er im Berge ein. Sokmimir, Streiterreger, ist Suttung, der Berauschte, da im Rausche leicht Streit auskommt. Midvidnir ist der mit Met Fesselnde. Alle Namen des Riesen, der Odrerir inne hat, entstammen demselben Gedanken: der Berauschende. Über weitere mit dem Met zusammenhängende Züge vgl. Noreen, Uppsalastudier 198 u. 205 ff. Kwasir kommt nur Gylfag. Kap. 50 noch einmal vor: er erkannte als der weiseste der Asen das Netz, das Loki ins Feuer geworfen hatte, noch in der Asche als Vorrichtung zum Fischfang. Yngl. Kap. 4 erzählt von der Edda abweichend, die Wanen hätten ihn als den Klügsten in ihrer Schar den Asen vergeiselt. In Gedichten findet er sich nur bei Einar skálaglamm aus dem Ende des 10. Jahrhunderts, der die Dichtung „Kvásis dreyra“, Blut des Kwasir nennt SE. 1, 244.
[419] A. Kuhn, die Herabkunft des Feuers und des Göttertranks. Berlin 1859, S. 138 ff.
[420] Orions Erzeugung Ovid. fast. 5, 495-535; Hygin, fab. 195. Die Übereinstimmung merkt J. Grimm, Myth. Vorrede XXXIV an. Wenn Simrock, Myth.⁵ 224 die Übereinstimmung soweit gehen lässt, dass Orion aus dem Speichel der Götter entsteht, so ist das eigene Erfindung. Die hässliche Geschichte entstand durch volksetymologische Vergleichung des Namens Orion, Urion mit Urin.
[421]
_afl gól hann ǫ́som, en ǫlfom frama, hyggjo Hroptatý._
Zu Thiodreyrir Müllenhoff, Deutsche Altertumskunde 5, 273 ff., der aber keine befriedigende Erklärung weiss.
[422] Hǫ́v. 44
_nam ek at mǫnnom þeim enom aldrǿnom, es búa í heimes haugom._
Gering, Edda S. 49 Anm. 6 versteht Tote darunter, was namentlich wegen Str. 45 angezeigt ist; Mogk, Grundriss 1, 1078 schliesst auf einen Alb, ein bejahrtes Männlein im Hügel der Erde, einen alten vielkundigen Zwerg, etwa wie Thjodreyrir.
[423] Bur als Vater Odins, Wilis und Wes begegnet ausser Gylfag. Kap. 6 nur Vǫl. 4 und Hyndl. 31; Buri nur beim Skald Thorwald Blendaskald um 1120 (Corpus poet. 2, 250); Bestla und Bolthorn Hǫ́v. 140. Über die Herkunft der Namen Buri, Bur und Vili, Vé (_vé_, Gen. _véa_, Pl. _véar_ ist das schwache Adj. wie etwa ahd. _ƕîho_, sanctus) aus der Dreieinigkeit vgl. E. H. Meyer, Völuspa S. 66 u. 81 f.; die eddische Kosmogonie S. 67 f.; Mythologie 265 f.
[424] Hauptquelle der Odinsnamen sind die Grimnesmǫl 46 ff.; weiteres bieten die Skaldengedichte und die SE. Versuche, die Namen zu sammeln und auszulegen bei Finn Magnusen, Lex. myth. 365 ff.; Snorra Edda Bd. 4, 821 f.; viel Gutes bietet Sveinbjörn Egilsson, Lex. poet, unter den einzelnen Namen. Aus Skaldengedichten stellt Gudbrand Vigfusson, Corpus poet. 2, 461 f. einiges zusammen.
[425] Detter, Beiträge 18, 202 f. stellt Odins Name _hár_ zu got. _haihs_, einäugig (vgl. got. _faihs_, ahd. _fè_, an. _fár_). Hár ist also der einäugige Gott. Die spätere Zeit missverstand _hár_ (got. _hauhs_) und deutete _hávi_, der Hohe.
[426] Hyndl. 2 u. 3. Die Sage von Hermod ist nicht überliefert. Wahrscheinlich kommt ihr hohes Alter zu. In den Hǫ́konarmǫ́l ist Hermod in Walhall und begrüsst mit Bragi den König. Bei Baldrs Tod wird Hermod, der ein Sohn Odins heisst, zur Hel entsandt, Baldr loszubitten; Gylfag. Kap. 49. In den ags. Stammtafeln steht Heremod unter Wodans Ahnen. Im Béow. 902 ff. u. 1710 ist Heremod ein dänischer König, in der Jugend durch Gottes Gunst über alle Helden erhoben, im Alter aber so unmild und blutgierig, dass ihn die eignen Leute verliessen. Die Sage wurde also bereits von Angeln oder Jüten nach Britannien geführt. Wie den Sigmund betrachtete die Sage auch Hermod als Abkömmling Odins. Der Gott begabte ihn und nahm ihn am Ende seiner Laufbahn nach Walhall.
[427] Heimdallr, die schwache Form Heimdali in der Vísa der Grettissaga (Islendinga sögur 1, 231). Der Name zerlegt sich in _heimr_, Welt und *_dallr_, ein verlorenes an. Eigenschaftswort, das im Ags. _dealt_, stolz, berühmt erhalten ist; so Bugge, norrœn fornkvæði S. 68; J. Grimm, Myth. 3, 81. Als lichtester der Götter wird Heimdall in der Þrymsk. 14 bezeichnet:
Þá kvaþ þat Heimdallr, hvítastr ása, visse vel fram sem vaner aþrer.
Man darf nicht übersetzen: „Er wusste wol die Zukunft wie andre Wanen“ und schliessen: also war Heimdall eigentlich ein Wane (Mogk, Grdr. 1, 1057), sondern „wie sonst die Wanen“, eine Konstruktion, die bekanntlich im Griech. ganz gewöhnlich ist; vgl. Gering, Glossar S. 8 s. v. _annarr_. Heimdall heisst auch _Vindhler_ SE. 1, 266 u. 500, d. h. der den Wind stillt. Unklar ist sein Name _Hallinskíđi_ SE. 1, 100. Seltsamer Weise stehen die Namen _Heimdali_ und _Hallinskíđi_ auch unter den Bezeichnungen des Widders (SE. 1, 589 u. 588), ohne dass ein Grund dafür ersichtlich ist. Über Heimdall Uhland, Schriften 6, 14; Müllenhoff, Schmidts Zeitschr. f. Geschichte 8, 250 ff.; ZfdA. 30, 245 ff.
[428] Kögel, Indogerman. Forschungen 4, 313 erklärt _hai-mo_ als _m_-Ableitung neben _hai-do_, Glanz, _hai-dro_, glänzend, heiter. Vgl. fries. _hêmliacht_, Hell-Licht; somit ist Heimdallr der Hellstrahlende, nicht der über die Welt Strahlende.
[429] So erklären E. H. Meyer, Myth. 228 und Noreen, fornnordisk religion, mytologi och teologi S. 7 den Gott.
[430] Nach Ulf Uggason, Húsdrápa und Gylfag. Kap. 49.
[431] Gylfag. Kap. 27.
[432] Himmelberge sind hohe, in die Wolken reichende Berge, oft als Eigennamen wie an. _himinfjǫll_, altdeutsch _himilinberg_, Himmelsberg u. a. Vgl. J. Grimm, Myth. 2, 662 Anm.
[433] Lokas. 48.
[434] Vǫl. 27, wozu Bugge, Studien 579 und Vǫl. 46.
[435] Über die Bedeutung des Wortes _nadd-gǫfugr_, eigentlich berühmt durch Spitze (_naddr_ bedeutet eine kleine Spitze oder einen spitzen Keil, dann Nagel, Geschoss u. s. w.) Roediger, ZfdPh. 27, 8 f.
[436] Str. 39 ist ins Hyndlalied eingeschaltet aus dem zweiten Gudrunlied 22. Dort passen die Verse allein, da darin von den Bestandteilen eines Zaubertrankes die Rede ist. Damit fallen alle mythologischen Deutungen von selbst.
[437] Str. 40 ist stark verderbt. Sie kann auch auf Thor gehen, als Sohn der Jǫrð (_sá vas aukenn jarþar megne_) und Gemahl der Sif (_sif sifjaþan sjǫtom gǫrvǫllom_).
[438] Die Töchter der Ran SE. 1, 500; ihre Namen sind freilich von denen der Heimdallsmütter durchaus verschieden. Über den Seemannsglauben der heutigen Isländer Jón Árnason, þjóðsögur 1, 660; deutsch bei Lehmann-Filhés, Isländische Volkssagen, Neue Folge, Berlin 1891, S. 35. W. Müller, Geschichte und System der altdsch. Rel. S. 229 deutete zuerst die Heimdallsmütter als Töchter der Ran, was Müllenhoff, Schmidts Zeitschrift f. Geschichte 8, 251 billigte.
[439] Im sögubrot af nokkrum fornkonungum Kap. 3 (Fornaldar sögur 1, 373); auch im Corpus poeticum boreale 1, 125. Kauffmann, Beiträge 18, 173 knüpft weitgehende Folgerungen daran. Nach Bugge, Studien 37 Anm. 1 muss statt „_heimdallr_“ „_havđr_“ gelesen werden; Hod, Baldrs Bruder sei gemeint.
[440] Skáldsk. Kap. 8 SE. 1, 264.
[441] SE. 1, 268.
[442] ZfdA. 30, 228.
[443] Über Heimdalls Schwert SE. 1, 100; 264; 538; zur Deutung Müllenhoff, ZfdA. 30, 252 ff., wo folgender Wortlaut als ursprünglich angesetzt wird: [_Heimdallar sverđ hǫfuđ heitir, svá er sagt, at hann var lostinn manns hǫfđi igǫgnum._] _um þat er kveđit í Heimdallar galdri, ok er siđan kallat hǫfuđ miǫtuđr Heimdallar: sverđit heitir manns miǫtuđr._
[444] In der erst um 1300 niedergeschriebenen, mit romantischen und fabelhaften Bestandteilen versetzten Grettissaga, in welcher auch die vísur meist jung sind, heisst es: _verđ ek Heimdala at hirđa hjǫr; bjǫgom svá fjǫrvi_. Die fragliche Strophe, da sie auch in der Landnáma (Islendinga sögur 1, 231) steht, ist aber vermutlich eine der wenigen älteren. Vgl. Gudbrand Vigfusson, Corpus poet. bor. 2, 114.
[445] Vǫl. 1 bittet die Wolwa um Gehör _allar helgar kinder meire ok minne mǫgo Heimdallar_. Über die Rigsþula Finnur Jónsson, Litteraturshistorie 1, 186 ff.