Handbuch der Germanischen Mythologie

Part 60

Chapter 603,653 wordsPublic domain

Den weissagenden Frauen ist gemeinsam das Umherziehen im Lande, das Aufsuchen der Gastmähler, um dort ihre Kunst zu üben. Sie treiben nächtlichen Seid mit Beschwörungsliedern, wodurch Geister herangezwungen werden, durch welche ihnen ihre Wissenschaft von der Zukunft vermittelt wird.[795] Sie haben besondere Tracht und führen einen Stab (_valr_), nach welchem sie auch _vǫlor_, d. h. Stabträgerinnen[796] genannt werden.

Das grossartige, vielbesprochene Gedicht, das die Geschicke der Götter und der Welt von Anfang bis zum Ende erzählt, ist einer Vǫlva in den Mund gelegt und heisst daher _vǫlospǫ́_, Weissagung der Vǫlva. Die Volven, die im nordischen Volksglauben begegnen, befassen sich nur mit gewöhnlicher Wahrsagerei. Sie verkünden die künftige Witterung, allenfalls auch bevorstehende wichtige Ereignisse im Leben des Einzelnen oder der Gemeinde. Ganz anders jene Seherin, die im Geiste der hebräischen Propheten oder der hellenistischen Sibyllen die Zukunft der Welt enthüllt. Da der Inhalt des Gedichtes als fremd erwiesen ist, so unterliegt die Einkleidung nicht weniger diesem Verdacht. Zwar soll nicht behauptet werden, dass Wort und Begriff Vǫlva aus der Sibylle abzuleiten sei, wol aber, dass eine nordische Vǫlva, ein fahrendes Zauberweib, als Seherin und Prophetin in so erhabenem Stile nicht denkbar ist ohne das Vorbild der Sibylle.[797]

* * * * *

Wie man sich Zauberzwang dachte, zeigt die allerdings erst im 14. Jahrhundert verfasste Bósasaga (hrsg. von Jiriczek 1893) im Kap. 5. Bosi und sein Freund Herraud sollen getötet werden, da zwingt die galdrkundige Busla den König Hring, seine schlimme Absicht aufzugeben. Am Abend ging Busla in das Haus, worin Hring schlief, und hub die Bitte an, die Buslabitte (Buslubæen) heisst und hernach hochberühmt wurde. Darin sind viele schlimme Worte, die Christenleute nicht im Munde haben sollen. „Höre die Buslubæn, bald wird sie gesungen, so dass man sie hören soll in aller Welt, unheilvoll allen, die sie vernehmen, am schlimmsten aber dem, dem ich sie vorspreche. Mögen die Wichte irre gehen, Beispielloses geschehe, Felsen erbeben, Welt erzittere, Wetter tobe, gibst du nicht Frieden dem Herraud und Schutz dem Bosi. Dein Herz sollen sonst Würmer zernagen, dein Ohr nicht mehr hören, dein Auge aus dem Kopfe springen.“ Dem König wird angewünscht, dass bei Segelfahrt das Tauwerk zerreisse, die Segel in Fetzen gehen, das Steuer zerbreche, dass beim Ritt das Zaumwerk reisse, das Pferd lahme, die Pfade und Wege in Unholdshänden stehen, dass ihm auf dem Lager wie im Feuer, auf dem Hochsitz wie auf Wogen zu Mute sei. Will er zur Liebsten, so soll er sich verirren. Der König wollte aufspringen, aber war ans Bett gebannt; seine Diener erwachten nicht. Da hub Busla das zweite Drittel ihres Liedes an. „Trolle, Alfen, Zaubernornen (_töfrnornir_), Bergriesen sollen deine Hallen verbrennen, Reifriesen sollen dich hassen, Hengste dich treten, Stroh dich stechen, Sturm dich betäuben, Weh dir werden, thust du nicht meinen Willen.“ Endlich hub Busla die Verse an, die Syrpuverse heissen, in denen der stärkste Zauber (_mestr galdr_) ruht. Nicht ists erlaubt, sie nach Sonnenuntergang herzusagen. Und so heisst es gegen Ende: „Sechse mögen her kommen, sag mir ihre Namen, alle ungebunden, ich will sie dir zeigen: errätst du sie nicht richtig, so sollen dich Hunde tot beissen und soll dein Saal zur Hölle sinken:

ᚱ. ᚨ. ᚦ. Υ. ᛉ. ᚢ.

Rate diese Namen, sonst soll alles Schlimme über dich ergehen, das ich dir angewünscht habe, ausser du erfüllst mein Verlangen.“ Wie eine Mare kommt Busla über den schlafenden König und quält ihn mit immer stärkeren Verwünschungen, bis er ihr den Willen thut. Neben dem Galdr, der das bewirkt, begegnet auch noch das Runenzeichen, freilich nicht in der ursprünglichen Anwendung. So, glaubte man, übten die Hexen zumal auf Schlafende ihre schädigende Macht aus mit Alpdruck und Verwünschung.

* * * * *

Eine besondere Art von Zauberei hiess im Norden _seidr_, das Ausüben derselben _síđa_, _efla seiđ_, _fremja seiđ_, _setja seiđ_.[798] Seid wird von Männern (_seiđmađr_, _seiđberandi_) und besonders auch von Frauen (_seiđkona_) getrieben. Das Wesen solcher Zauberleute wird als ein absonderliches geschildert; einzelne Angaben über die Art ihrer Heimlichkeiten fehlen. Nur soviel ist zu entnehmen, dass der Seid bei Nacht geschah, dass der Zauberer auf einem Stuhle sass (_seiđhjallr_), dass es auch dabei besonderer Lieder und Formeln bedurfte. Man bediente sich des Seids zur Erregung von Sturm und Unwetter (_gjǫrningaveđr_) und zur Stillung, wobei der Zaubernde in Walfischgestalt oder auf einem Walfisch reitend mitten in den Wogen, das gefährdete Schiff umkreisend, erscheinen kann, um Nacht und Nebel auf die Feinde zu werfen, um Feinde zu töten, um irgendwie Schaden zu stiften, um jemand gegen Eisen fest zu machen, um die Zukunft zu erkunden. Den Liedern (_frœđi_, _galdr_, _varđlokkur_), welche beim Seid gesungen wurden, wohnte ganz besondere bezaubernde Kraft inne. In der Laxdœlasaga Kap. 37 ist davon die Rede. Zwei Isländer, Hrutr und Thorleikr lagen in Fehde. Thorleikr nahm die Hilfe des zauberkundigen Kotkell und seiner Frau Grima in Anspruch, um Hrutr zu schaden. Kotkell, Grima und ihre Söhne fuhren bei Nacht zum Hofe Hruts und stellten einen gewaltigen Seid an. Als der Seidgesang anhub, wussten die, welche im Hause weilten, nicht recht, was es bedeuten sollte; aber der Sang war sehr schön anzuhören. Hrutr allein kannte das Lied und verbot jedem, in dieser Nacht aus dem Hause zu schauen, und befahl allen, sich womöglich wach zu halten, dann werde nichts Schlimmes geschehen. Trotzdem fielen alle in Schlaf; Hrutr blieb am längsten wach, zuletzt entschlief auch er. Kari hiess ein Sohn Hruts, der war damals 12 Winter alt und der hoffnungsvollste von den Söhnen Hruts, den er sehr liebte. Gegen ihn war der Zauber gerichtet, daher konnte er nicht schlafen, sondern wurde immer unruhiger. Endlich sprang er auf und sah hinaus. Er näherte sich dem Seid und fiel tot nieder.

Vergleicht man den Seid mit den übrigen Zauberbräuchen, so herrscht inhaltlich kein durchgreifender Unterschied, indem alle grossenteils zum selben Zwecke dienen. Die Wahrsagerinnen (vǫlur) um Rat anzugehen, galt im Heidentum nicht für schimpflich; aber die Vǫlva Thorbjorg übt auch Seid, um die Zukunft zu erfahren. Die Ynglingasaga Kap. 16 erzählt von der Finnin Huldr, die als Volva und Seidkona bezeichnet wird. Mit ihrer Zauberkunst soll sie im Auftrag der Finnenkönigin Drifa den Wanlandi aus Uppsala nach Finnland zurückzaubern oder töten. Sie kam als Mare über den Schlafenden und drückte ihn zu Tode. Eine Reihe von Stellen lehrt unzweideutig, dass der Seid bereits im Heidentum für ehrenrührig und verwerflich galt. Harald harfagri liess seinen eignen Sohn Rognwald, weil er ein Seidmann geworden war, mit achtzig solcher Zauberer durch dessen Bruder Eirik in den Flammen umkommen (Fornmanna sögur 1, 10 ff.). In geringschätziger Weise gedenkt die Vǫlospǫ́ 22 der Gullweig, die als wahrsagende Vǫlva von Haus zu Haus zog und hirnverrückenden Seid trieb; auf ihrem Gewerbe stand Todesstrafe, denn Gullweig wird mit Geeren durchbohrt und verbrannt, als sie unter den Asen erscheint. Darauf hin nennt Snorri in der Ynglingasaga Kap. 4 die Freyja als die Erfinderin des zuvor den Asen unbekannten Seids. In derselben Saga Kap. 7 wird der Seid als die schlimmste Art des Zaubers bezeichnet, welche zu lernen Männer ebendarum sich geschämt hätten. In der Lokasenna 24 entgegnet Loki der argen Schelte, er sei ein Weib gewesen und habe geboren, mit dem ebenso schmählichen Vorwurf, Odin habe als Vǫlva auf Samsey Seid verübt und sei als Hexe über Land gefahren.[799] Worin liegt nun der eigentliche Gegensatz zwischen den übrigen erlaubten Zauberkünsten und dem Seid? Zweifellos unterschied bereits das germanische Heidentum zwischen anständigem, vom Gottesdienst geweihtem Zauber und sträflichem, verabscheutem Missbrauch. Das Ehrenrührige scheint in der ausgesprochenen Absicht, Schaden anzustiften, belegen zu sein. Erlaubter Zauber schützte und übte allenfalls Notwehr, böser Zauber trachtete mit feiger Heimlichkeit nach Schaden. Es ist doch ein anderes, sich einem Feinde gegenüber möglichst viel Vorteile zu verschaffen, als ihn aus der Ferne zu vernichten. Der Runenzauber betont, Wind und Woge zu beschwichtigen, der Seiðr sucht ein Zauberwetter zu erregen. Hier ist auf Schutz, dort auf Schaden Bedacht genommen. In den Runen und Galdrn mögen mehr die Volksgötter, im Seid die Gespenster hervorgetreten sein. Im Valgaldr ist freilich kein Unterschied, ob Odin oder ein Seidmann ihn übt. Abgesehen von den moralischen Bedenken, die am heimlichen schädlichen Zauber an und für sich haften, geht auf die Leute, die ihn ausüben, viel vom Wesen der Geister, mit denen sie ständigen Verkehr pflegen, über. Daher übler Zauber Trolldom und Trollskap, Trollentum und Trollenschaft heisst und die Benennungen Seiðkonur und Trǫllkonur mit einander abwechseln. Schon im Heidentum standen bei den Westgermanen die Hexen, die schädlichen Zauberinnen, in tiefer Verachtung. Die Hexe ist auf den Schaden anderer mit Saatverderben, Hagelmachen, Milchverhexen aus. Sie fährt bei Nacht aus, sie verwandelt sich in Tiergestalt und tritt als Märe auf. Ist die jüngste von Noreen[800] vorgeschlagene Deutung des Wortes berechtigt, so gehört die Hexe zu den feindlichen, hassenden, unholden Waldgeistern. Das Zauberweib, das nur Schlimmes thut und die Dienste unholder Geister in Anspruch nimmt, wird selber unhold. Die christliche Zeit verfolgte die Hexen seit dem 14. Jahrh., nachdem Ketzerei und Teufelsbuhlschaft als neue Vorwürfe hinzugekommen waren. Bringt man diese deutlich erkennbaren fremden Bestandteile in Abzug, so bleibt die Hexe in der Gestalt übrig, in der schon die Heiden sie ebenso tief verachteten und mitunter strafrechtlich verfolgten wie die Seiðkona. Gotischer Hexen thut Jordanes Kap. 24 Erwähnung. König Filimer vertrieb die verdächtigen, unheimlichen Zauberweiber, die Haljarunen, die Höllenzauberinnen, aus der Gemeinschaft des Volkes in die Wüste, wo unreine Geister (_spiritus immundi per eremum vagantes_) sich ihrer bemächtigten und die Hunnen mit ihnen erzeugten. Die Hexen werden somit in die Gemeinschaft der Unholde gewiesen, denen sie ihres Zaubergewerbes halber am nächsten stehen und die in der wüsten, unbebauten Wildniss daheim sind.

Mithin schliessen wir, Seiðr ist Hexerei; beide scheiden sich vom erlaubten Zauber dadurch, dass sie vorwiegend auf den Schaden anderer gerichtet sind und mit Hilfe feindseliger, unholder Geister wirksam werden. Beim nordischen Seid ist aber noch ein weiterer Umstand zu erwägen, der sein fremdartiges Wesen erklären könnte, der wahrscheinliche Zusammenhang mit +finnischer+ Zauberei. Die norwegische Landschaft Halogaland grenzt an Finnmark, den Herd alles Zauberwesens, wohin man von Norwegen herüberkam, um sich Rat zu erfragen oder in geheime Kunst einweihen zu lassen, wo die Eindringenden von mannigfachem Blendwerk beirrt und befallen wurden und von wo die kundigsten Zauberleute mit ihren Fertigkeiten in andre, vornehmlich die nächstgelegenen Länder ausgingen. Als die Bekehrung vom Süden Norwegens zum Norden aufstieg, begegnete sie gerade dort hartnäckigem Widerstande eifriger Opferer und Zauberer (_blótmenn_ und _seiđmenn_). Beziehungen zwischen norwegischen Opferern und finnischen Zauberern sind mehrfach zu belegen. Harald harfagri war mit Snäfrid, des Finnenkönigs Svasi Tochter vermählt; beider Sohn ist Rognwald, der Seidmann, der seiner Mutter nach geartet war; von ihm stammte der zauberkundige Eywind Kelda, der mit einem grossen Geleite von Seidmenn und Zauberleuten dem König Olaf Tryggvason entgegen trat. Eywind Kinnrifas Geburt hing mit der Befragung zauberkundiger Finnen zusammen. König Olaf selber, obwol Christ, holte einmal bei einem weisen Finnen Rat und Voraussage ein. Thorir Hund verschaffte sich von den Finnen ein Zaubergewand aus Renntierfellen, das allen Waffen widerstand, und mit welchem angethan er in der Schlacht bei Stiklastad an der Spitze der Haleygjer dem König Olaf entgegentrat und, vor dessen Schwertschlag durch diesen Finnenzauber geborgen, ihn mit dem Speere durchstach. Noch die norwegischen Christenrechte strafen das Fahren zu den Finnen und den Glauben an ihre Wahrsagerei.[801] Die Vǫlva Heidr, die nach der Landnáma dem Ingimund die Fahrt und Ansiedlung in Island vorhersagt, heisst in der Vatnsdœlasaga Kap. 10 eine Finnin. Mit Hilfe von drei Finnen erprobt Ingimund nach Kap. 12 die Wahrheit ihrer Aussage. Die Finnenkünste bestehen also in Wettermachen und Zaubernebel, Pfeilschiessen und hiebfestem Fellgewand, Hellseherei, Wissen von verborgenen und künftigen Dingen. War doch schon bei Skadi und Thorgerd Hölgabrud Einwirkung finnischen Glaubens zu erkennen, so dass es nicht wunder nehmen kann, wenn auch die Zauberkünste im nördlichen Norwegen durch Aufnahme finnischer Bestandteile vermehrt wurden. Zwar ein tieferer Einfluss des Finnentums, wodurch die innere Selbständigkeit skandinavischen Götterdienstes gefährdet worden wäre, liegt nicht vor. Die Zaubersegen, gute wie böse, nützliche wie schädliche, waren den übrigen Germanenstämmen mit den nordischen gemein, diese suchten nur ihren angestammten Besitz aus dem gleichartigen Schatze der nachbarlichen Finnen zu erweitern, von denen das Zauberwesen mit besondrer Vorliebe und Kennerschaft gepflegt wurde.

Besteht die Vermutung finnischer Einflüsse beim nordischen Seid zu recht; so wäre damit sein Ursprung auf den nördlichen an Finnland grenzenden Teil Norwegens zurückzuführen, wo die gemeingermanische Vorstellung schädlicher Hexerei, mit finnischem Zauber vermischt, diese eigenartige Form annahm.

* * * * *

Traumdeuterei spielt im Volksglauben eine grosse Rolle. Ist doch der Traum von den Draugen, den Gespenstern verursacht. Im Traum verkehrt die Seele des Schlafenden mit den Gespenstern, diesen aber ist die Gabe der Weissagung eigen. Der Traum zeigt entweder die Zukunft genau wie das zweite Gesicht an, oder er gewährt nur Vorzeichen, die ausgelegt werden müssen. Da tritt die Traumdeuterei ein, die meist mit Hilfe allgemein bekannter abergläubischer Auslegung von jedem Träumenden selber geübt wird, aber in schwierigen Fällen die Befragung von besonders erfahrenen Leuten erfordert. Die Wahrsager und Wahrsagerinnen werden sich gewiss auch mit Auslegung von Träumen befasst haben, obwol kein Fall ausdrücklich erwähnt wird. Den Typus gewerbsmässiger Traumdeuter bildete namentlich die mittelalterliche romantische Litteratur aus, welcher Gestalten wie Drauma-Jón, Jon der Traumdeuter[802] entstammen.

* * * * *

Zur Ausübung der Zauberei werden häufig bestimmte örtliche und zeitliche Umstände gefordert. Da die Zauberei von der Geisterwelt abhängig ist, so kommen vorwiegend die Schwarmzeiten der Geister in Betracht, also die grossen, besonders die winterlichen Jahresfeste, im christlichen Kalender Neujahr und die Zwölften, Allerseelen und noch viele andere bestimmte Tage, die zur Loosung günstig sind. Die Beschwörung gelingt besser bei Nacht als bei Tag, darum liebt der Zauber das Dunkel und scheut das Licht. Die Geister gehen gern an gewissen Orten, wie auf Gräbern und Kirchhöfen, auf Richtplätzen, an Kreuzwegen, um und sind natürlich auch dort am besten zu treffen und um Hilfe anzurufen. Doch lassen sich überall giltige Regeln nicht aufstellen, indem aussergewöhnliche Vorfälle auch ausserordentliche Zauberhandlungen mit sich brachten.

Nicht nur in zahlreichen mündlich fortgepflanzten Besprechungen und im Brauche festgehaltenen Handlungen, deren Sinn aber fast immer völlig entstellt und unverständlich geworden ist, sondern auch in viel gebrauchten schriftlichen Anweisungen, die im Druck verbreitet sind, lebt das Zauberwesen mit Opfer, Beschwörung und Spruch noch heute fort.[803]

Nachträge.

S. 188. Welderich, urspr. Waltrich, in umgekehrter Folge Richwalt, hat mit Wald, silva, nichts zu schaffen, dürfte aber in den späteren Gedichten als Wälderherr verstanden worden sein.

S. 201 Anm. 1. Die Glosse _turpines zui_ (Steinmeyer-Sievers, Ahd. Glossen 3,4) hat mit Ziu nichts zu schaffen. Henning, Über die St. Gallischen Sprachdenkmäler S. 18 und Anm. zur Glosse sucht jedenfalls andere als mythologische Anknüpfung.

S. 470 Anm. 3. Zur _dea Garmangabis_, der „aus der immer bereiten Fülle des Reichtums Spendenden“ vgl. Kauffmann, Beiträge 20, 526 ff.; sie soll der Nerthus gleich sein.

S. 539 Anm. 1. Neue Belege zum germanischen Wort _mott_ (Deutsches Wörterbuch 6, 2600 f.), _motta_, _mota_ im Sinne von schwarze Erde, Wasen (vgl. Muspilli 58 _daȥ preila uuasal allaȥ uarprinnit_) bei Bruckner, Die Sprache der Langobarden S. 6 f. Dürften wir die germanischen Wörter _mû_ und _mut_, _mot_ doch in erweiterter Bedeutung annehmen, so könnte auf lat. _mundus_ verzichtet werden. Sachlich wird nichts geändert, ob der erste Teil der Zusammensetzung _mud-spilli_ lateinisch oder deutsch ist. Wie die Vǫlo-spǫ́ den Weltbrand +verkündigt+, so mud-_spilli_, die +Weissagung+ von der Welt. Es möchte der Ausdruck auch unter Einfluss des lateinischen und deutschen Wortes zugleich mit volksetymologischer Umbildung entstanden sein.

Namenverzeichniss.

A.

Adelung, F. 8.

Ägir 162. 169. 174 f.

Ägirs Töchter 177.

Alf 124.

Afhus 601.

Agathias 62.

Ahnendienst 92 ff.

Alaisiagae 460 f.

Alb 124.

Alberich 126 ff. 129. 133.

Albleich 128.

Alfar 123 f. 133 ff.

Alh 593 Anm. 2.

Ali 395. 396 Anm.

Alkîȥ 214.

Alp 124.

Alptraum 74 ff.

Alswid 487. 523.

Altar 595 f. 601.

Alwis 282 f.

Ammianus Marcellinus 62.

Angang 639.

Angrboda 425.

Ans 194.

Ansîȥ 93. 194.

Appian 61.

Aptrganga 85.

Arngrímr Jónsson 3.

Arnkiel, Trogillus 4.

Arnold, Chr. 5.

Arwakr 487. 488. 523.

Asega 617.

Asgard 200. 518.

Ask 526 f.

Askafroa 153.

Áss 194 f.

Aud 523.

Audumla 515.

Aurwandil 269 f.

B.

Baduhenna 459 f.

Bäda 63.

Bäldäg 366 Anm. 3. 382. 522.

Baldr 366 ff. 420 ff. 533. 536.

Barditus 579.

Bastian 26.

Baugi 338. 352.

Bede 460 f.

Beli 236.

Berchta 492 ff.

Berge als Aufenthalt der Seelen 88 ff.

Bergelmir 514. 516.

Bergriesen 185 ff.

Berserker 102 f.

Bestla 355. 515.

Beyla 234 f.

Bifrost 525.

Bil 437.

Billings Maid 337.

Bilskirnir 262.

Bilwis 157 ff.

Björn Jónsson 3.

Bjorn 335.

Blain 525.

Blôstreis 614.

Blót 559.

Blótspánn 634.

Bodn 338. 352.

Bolthorn 349.

Bǫlverk 337 f.

Bǫnd 196.

Bous 307. 367. 376 f.

Bragi 400 ff.

Bragi, Skald 45 f. 403 f.

Breidablik 367.

Brimir 525.

Brísingamen 363. 441 f. 452 f.

Brokk 419 f.

Bruni 331.

Brynhild 320 f.

Brynjulfr Sveinsson 3. 67 f.

Bugge, Sophus 44 ff.

Bur 355. 515.

Buri 355. 515.

Buslubæen 653.

Byggwir 234 f.

Byleiftr 410 f.

Byleistr 410 f.

C.

Caesar 61.

Caesarius v. Heisterbach 65.

Chlungere 495.

Ciesburg 205.

Cisatag 586.

Claudianus 62.

Clüver, Philip 1.

Cofgodas 141.

Cotinc 614.

Crantz, A. 5.

Creutzer 11.

Cyuuari 205 f.

D.

Dagr 190. 523.

Delling 523.

Diana 496.

Diar 195 Anm. 2. 309.

Dietmar v. Merseburg 63.

Dioskuren 215 ff.

Disen 100. 104 ff.

Dökkalfar 126.

Dofri 185.

Doggele 76.

Donar 193. 243 ff.

Drachen 178 f.

Draugen 85 ff. 149.

Draupnir 312. 371. 419.

Druckerle 76.

Dürs 161.

Dürstengejeg 181.

Dult 567.

Dumbr 191.

Durin 525.

Duris 161.

Dvergmál 135.

Dvergr 134.

E.

Eccard, J. G. 4.

Edda des Snorri 69.

Eddalieder 66 ff.

Eggther 534.

Eidesleistung 548.

Eidring 599 f. 618.

Eikthyrnir 314. 529.

Einherjar 313 ff.

Eir 435.

Eiriksmǫ́l 317.

Elbe 122 ff.

Elbenschuss 132.

Eldr 189.

Elf 124.

Eliwagar 513.

Embla 526 f.

Ent 162.

Enz 162.

Eostre 488 f.

Eoten 161.

Er 210. 213.

Erfiǫl 92.

Erminonen 207 f. 503.

Esago 614. 616 f.

Etan 161.

Ewart 614. 616 f.

F.

Fárbauti 184. 409.

Fasolt 181.

Feldelbe 156 ff.

Feldzeichen 602 f.

Fenja 187. 241.

Fenrir 178. 424 ff. 524. 534.

Festzeiten 580 ff.

Festzüge 578 f.

Feuerriesen 189 f.

Fimafeng 420 f. 423.

Fimmilene 460 f.

Finnur Jónsson 41 f. 44 f.

Finn Magnusen 12.

Fjalar 351. 534.

Fjorgyn 264. 454.

Fold 455 f.

Folkwang 314. 437.

Forniot 169.

Forseti 386 ff.

Fosite 387 ff.

Fossegrim 146.

Frau Gode 494.

Frau Holle 491 f. 498.

Frau Hütt 186.

Fréa Ingwina 233 f.

Fréawine 242.

Freyfaxi 226.

Freyja 221. 288. 414 ff. 437 ff. 453.

Freyr 218 ff. 535.

Freys Eber 224.

Freysgoden 226 f.

Freys leikr 231.

Freys vinr 227. 242.

Frigg 306 ff. 430 ff.

Frijô 193. 215 ff. 299 f. 429 ff. 452 f.

Frodi 240 ff.

Fronfastenweib 495.

Frôwin 242.

Fru Freke 494.

Fulla 431. 432. 435.

Fylgja 98 ff.

G.

Gâchschepfen 104.

Galar 351.

Galdr 628 ff. 641.

Galstr 628 ff. 648.

Gandr 119. 652 Anm. 1.

Gandreið 119. 652 Anm. 1.

Gangrad 341.

Garmangabis 470 Anm. 3. Nachträge.

Garmr 473. 534. 535.

Gaut 301.

Géat 301.

Gebet 559 f.

Gefn 446 ff.

Gefjon 446 ff.

Geirröd 183. 274 ff.

Geirvíf 109.

Geld 560.

Gemeindeopfer 573 ff.

Gerd 162. 235 f.

Gerstenberg 6.

Geruthus 278 ff.

Gervasius von Tilbury 65.

Gespenster 85 ff.

Gest 341 ff.

Gimle 536. 542 f.

Ginnunga gap 511 f.

Gjallarhorn 361.

Gjalp 275.

Gladsheim 313.

Glasir 314.

Gna 436.

Gnípa 185.

Gode 611. 614 ff.

Godord 611.

Göranson, J. 8.

Görres 11.

Götterbilder 602 ff.

Götterdämmerung 537 Anm.

Golther, W. 49.

Gott 194.

Gräter, D. 7.

Gregor v. Tours 63.

Greip 275.

Grendel 173.

Grid 275.

Grim 146.

Grimm, Brüder 65.

Grimm, Jacob 16 ff. 65.

Grimnir 340. 357.

Grönjette 181.

Grundtvig, N. F. S. 7.

Groa 269 f.

Gruppe, Otto 35 f.

Gudja 614.

Gudmund 278. 280 f.

Gullinkambi 534.

Gullweig 221. 444.

Gungnir 311 f. 419.

Gunnlod 185. 337 ff.

Gyðja 615. 622.

Gylfi 222.

Gymir 175.

H.

Haffrú 146.

Hagazusa 116. 657 Anm. 1.

Hakelberg 285.

Haksche 494.

Haljarûna 643. 645. 657.

Hamingja 100 ff.

Hammer Thors 245. 251 f. 419.

Hammerich, Martin 40.

Hamr 100 ff.

Har 338 f. 355.

Harbard 256 f.

Harbardslied 256 f.

Harlunge 217.

Hartunge 217.

Haruc 591.

Harugari 614.

Hati 487. 524.

Hauch 7.

Haȥusa 116. 657 Anm. 1.

Heiddraupnir 347.

Heidrun 314. 528.

Heimdall 359 ff. 533.

Hel 425 f. 471 ff.

Helblindi 410 f.

Helskor 92. 471.

Henneberg 14.

Hercules magusanus 243 Anm. 3.

Herfjotr 112. 113 ff.

Hermod 357. 371 f.

Herodias 496 f.

Hexen 116 ff. 656 f.

Himinbjorg 361.

Hiune 161.

Hjálmvítr 109.

Hlaut 600. 631 Anm. 1. 641.

Hleodarsâȥȥo 648.

Hléoðor 648.

Hler 169. 175.

Hlidskjalf 324. 518.

Hlin 436.

Hlioȥari 648.

Hlodyn 461 f.

Hlorridi 282.

Hludana 461 f.

Hnikar 332.

Hnoss 444.

Hod 368 ff. 536.

Hoddrofnir 347.

Hölle 471 ff.

Hönir 397 ff. 536.

Hof 599 ff.

Hofshelgi 607.

Hoftollr 609.

Hǫfuðhof 611.

Hǫ́konarmǫ́l 318 f.

Hollunderfrau 153.

Holzleute 153 ff.

Hǫpt 196.

Hǫrgr 591.

Horn 445.

Hotherus 373 ff.

Hrani 334.

Hrede 489.

Hrimfaxi 522.

Hrimgerd 177. 184. 186.

Hrímþursar 184.

Hrungnir 182. 183. 267 ff. 282.

Hugi 277 f.

Hugr 84 f. 101. 102.

Huldufolk 133.

Hüne 161.

Hûn 162.

Húsl 559 f.

Hwergelmir 512.

Hymir 175 f. 240. 270 ff.

Hyrrokin 189.

I.

Idafeld 532. 536.

Idisi 104 ff.

Idisiaviso 111.

Idun 197. 414. 448 ff.

Ing 208. 233 f.

Ingunarfreyr 233 f.

Ingvæonen 207 f. 233 f. 503.

Ingwine 208. 233 f.

Ingwo 209. 233 f.

Irmino 209 f.

Irminsul 210. 593 ff.

Istvaeonen 207 f. 503.

Íviþja 185. 188.

Iwaldi 419. 420.

J.

Jafnhar 355.

Jahn, Ulrich 39.

Jahresopfer 580 ff.

Járnviþja 188.

Jessen, E. 41.

Jord 264. 454 ff. 523.

Jordanes 63.

Jǫrmungandr 178. 425 f. 534 f.

Jǫtonmóþr 163.

Jǫtonn 161.

Jul 581 f.

K.

Kanne 11.

Kari 169 f. 184.

Kauffmann, F. 49.

Keyser, R. 40.

Keysler, J. G. 5.

Kirchmaier, Seb. 2.

Klabautermann 123. 144 f.

Klemm, G. 13. 14.

Kobold 123. 141 ff.

Korngeister 156 ff.

Kuhn, Adalbert 26 ff.

Kveldriða 117.

Kwasir 351 f. 422.

L.

Lachmann 25.

Lärad 314. 528 f.

Laikaȥ 560.

Laistner, Ludwig 34.

Landvættir 125.

Laufey 184. 409.

Leirwor 186.

Lif 536.

Lifthrasir 536,

Lippert, Julius 33.

Ljósalfar 126.

Ljúflingar 133.

Lodur 409. 410.

Löfviska 153.

Lofn 435.