Die Naturwissenschaften in ihrer Entwicklung und in ihrem Zusammenhange, II. Band Von Galilei bis zur Mitte des XVIII. Jahrhunderts

Part 45

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[94] Näheres über die Entdeckung dieses Prinzips siehe bei *E. Wohlwill*, Die Entdeckung des Beharrungsgesetzes (Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft. Bd. XIV u. XV.)

[95] *P. Tannery*, Galilée et les principes de la dynamique.

Siehe auch die Jahrbücher über die Fortschritte der Mathematik, Jahrgang 1901.

[96] *Rosenberger*, Geschichte der Physik B. II. S. 227.

[97] Der analytische Ausdruck für diese Kurve lautet: y^2 = 2px. Für zwei Punkte x_{ʹ}y_{ʹ} und x_{ʺ}y_{ʺ} erhalten wir y_{ʹ}^2 = 2px_{ʹ} und y_{ʺ}^2 = 2px_{ʺ}. Die Division der beiden Gleichungen ergibt das oben ausgesprochene Gesetz: x_{ʹ} : x_{ʺ} = y_{ʹ}^2 : y_{ʺ}^2.

[98] *Galileis* Unterredungen und mathematische Demonstrationen. Siehe *Ostwalds* Klassiker Nr. 24. Fig. 108.

[99] *Ostwalds* Klassiker Nr. 24. S. 107.

[100] *Ostwalds* Klassiker Nr. 24. S. 119. Mit dem Problem der Kettenlinie befaßten sich *Huygens*, *Leibniz* und *Johann Bernoulli*. Die erste Lösung erfolgte 1690 durch *Jakob Bernoulli* (Acta Eruditorum, Mai 1690).

[101] *Ostwalds* Klassiker Nr. 24. S. 90 u. 91. Über die Ausführung dieses Versuches durch die Florentiner Akademie siehe an späterer Stelle dies. Bds.

[102] *Benjamin Robins*, New principles of gunnery. London 1742. Näheres siehe an späterer Stelle.

[103] Eingehender hat man diese Fragen erst in der neuesten Zeit untersucht.

[104] Es ist hier der moderne Ausdruck gebraucht.

[105] *Mach*, Die Mechanik in ihrer Entwicklung. 1883. S. 47.

[106] *Aristoteles*, Mechan. Probleme (*Poselger*). Hannover 1881. S. 34. Näheres über den vermutlichen Verfasser dieser Schrift findet sich auf S. 128 des ersten Bandes.

[107] *Ostwalds* Klassiker Nr. 25. S. 43. (*Galilei*, Unterredungen und mathematische Demonstrationen, fünfter und sechster Tag).

[108] *Mach*, Die Mechanik in ihrer Entwicklung. 1883. Fig. 157.

[109] *M. Rühlmann*, Vorträge über Geschichte der technischen Mechanik. Leipzig 1885. Fig. 12.

[110] Discorso intorno alle cose che stanno in su l'acqua o che in quelle.

[111] *Nelli*, Vita I. p. 62. Das Patent datiert vom Jahre 1594 (*Libri*, l'histoire des mathématiques en Italie. IV. S. 197).

[112] *Nelli*. Vita e commercio letterario di Galileo Galilei. Vol. I. Losanna 1793. S. 72.

[113] *Traumüller* und *Gerland*, Geschichte der physikalischen Experimentierkunst. Leipzig 1899. S. 116.

[114] Der Vorschlag rührte von *Galileis* Freund *Sagredo* her.

[115] *Sanctorius*, Professor der Medizin in Padua.

[116] Harmonicorum libri XII. Paris 1636.

[117] *Ostwalds* Klassiker Nr. 11. S. 86.

[118] Z. B. *Schwenter* (Bd. I, S. 424).

[119] Siehe an späterer Stelle.

[120] »Dialog« Ausg. von *Strauß* S. 418-434 und an anderen Stellen.

[121] Dialog (*Strauß*) S. 70.

[122] Dialog (*Strauß*) S. 278.

[123] Dialog (*Strauß*) S. 424.

[124] Le opere di *Galileo Galilei*, Florenz 1842-1856. Sie rührt von *Alberi* her.

[125] *Favaro*, Le Opere di *Galileo Galilei*. Edizione nazionale sotto gli auspicie di Sua Maestà il Re d'Italia. Firenze 1890 u. f.

*E. Wiedemann* nennt diese Nationalausgabe mit Recht »eins der schönsten Denkmäler, das je Nationen einem ihrer großen Gelehrten gesetzt haben«.

[126] Die Briefe an und von *Kepler* erschienen 1672 unter dem Titel Epistolae *Joannis Kepleri* et *Math. Berneggeri* mutuae. Sie sind im 1. Bande der von *Ch. Frisch* besorgten großen Ausgabe der *Keplerschen* Werke zum Teil abgedruckt.

[127] Näheres über *Bernegger* und sein Verhältnis zu *Galilei* hat *Eilhard Wiedemann* in den Berichten der physik. mediz. Sozietät in Erlangen (Bd. 36, 1904) unter dem Titel, »Studien zur Geschichte *Galileis*« bekannt gegeben.

[128] Die erste naturwissenschaftliche Gesellschaft rief *Porta* 1560 in Neapel ins Leben. Sie hieß *Academia secretorum naturae* und bestand nur kurze Zeit. Im Jahre 1603 wurde die *Accademia dei Lyncei* (Akademie der Lüchse) in Rom gegründet. Sie hatte neben der Förderung der Naturwissenschaften künstlerische und literarische Ziele im Auge. Noch mehr galt dies von der *Accademia della Crusca*.

[129] Eins ihrer Mitglieder (*Antonio Oliva*) fiel in Rom der Inquisition in die Hände. Um der Tortur zu entgehen, nahm er sich durch einen Sturz aus dem Fenster seines Gefängnisses das Leben.

[130] In den Saggi di naturali esperienze fatte nell' Accademia del Cimento, Florenz, 1667. Im Jahre 1731 wurden die »Saggi« in lateinischer Übersetzung von *Musschenbroek* herausgegeben: Tentamina experimentorum naturalium captorum in Accademia del Cimento.

[131] *Musschenbroek*, Tentamina experimentorum captorum in Accademia del Cimento. MDCCLVI. Tab. IX. Fig. 3.

[132] Abbildung aus *Musschenbroeks* Bericht über die Versuche der Accademia del Cimento.

[133] De vi repercussionis et motionibus naturalibus a gravitate pendentibus. Reggio 1670. Angestellt hatte *Borelli* die in diesem Werk beschriebenen Versuche schon im Jahre 1655.

[134] Siehe Bd. II an spät. Stelle.

[135] Sie rührt von *Clairaut* her und findet sich im 189. Bande von *Ostwalds* Klassikern S. 60 u. f. auseinandergesetzt.

[136] *Guericke*, Experimenta nova ut vocantur Magdeburgica, Cap. 37.

[137] *Cornelius Drebbel* wurde geboren zu Alkmar 1672. Nach einem wechselvollen Leben gelangte er nach England an den Hof Jakobs I. Dort starb er 1634. *Drebbel* war ein Physiker von dem Schlage *Portas* und *Kirchers*. Seine magisch-physikalischen Versuche beschrieb er in seinem Traktat von der Natur der Elemente.

[138] Über *Drebbels* Apparat, sowie über die Vorgeschichte des Thermometers im allgemeinen hat *E. Wohlwill* in den Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften berichtet. Jahrg. 1902. Heft 1-4.

[139] In seiner Abhandlung »Neue Beiträge zur Vorgeschichte des Thermometers« macht *Wohlwill* es wahrscheinlich, daß die Erfindung dieses Instrumentes in den Niederlanden ganz unabhängig von derjenigen in Italien erfolgte. (Mitteilungen zur Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften. 1902. Nr. 4.)

[140] *Musschenbroek*, Tentamina. Tab. I. Fig. 1.

[141] *Renaldini*, Philosophia naturalis. 1694. III, 276. Nach *Gerland* hat *Huygens* zum erstenmal, und zwar schon 1665, den Vorschlag gemacht, den Schmelzpunkt und den Siedepunkt des Wassers als Fundamentalpunkte zu benutzen (Zeitschrift für Instrumentenkunde XIII, 390. 1893.)

[142] Abschn. III der Abhandlungen der Accademia del Cimento. Florenz 1667.

[143] *E. v. Lippmann*, Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte der Naturwissenschaften. Leipzig 1906.

[144] Abschnitt IV der »Saggi«.

[145] Abbildung aus *Musschenbroek*: Tentamina experimentorum naturalium captorum in Accademia del Cimento.

[146] *Gerland*, Beiträge zur Geschichte der Physik. Leopoldina. Halle 1882.

[147] Eines dieser Instrumente befindet sich noch heute im physikalischen Museum zu Florenz.

[148] *Benzenberg*, Versuche über das Gesetz des Falles, über den Widerstand der Luft und über die Umdrehung der Erde. Dortmund 1804. S. 101.

[149] Bologna 1665.

[150] l. c. S. 235 u. f.

[151] Physico-Mathesis, s. S. 2.

[152] Physico-Mathesis, S. 8.

[153] Physico-Mathesis, Propos. XXII.

[154] Physico-Mathesis, Propos. XXIV. S. 231.

[155] *Ostwalds* Klassiker Nr. 43.

[156] *Grimaldi*, Physico-Mathesis. Propos. XLII.

[157] Im ersten Buche seiner Physico-Mathesis sucht *Grimaldi* in 60 Propositionen darzutun, daß das Licht eine Substanz sei, im zweiten spricht er sich in einer Reihe von Propositionen für die Akzidentalität des Lichtes, also für das Gegenteil aus.

[158] *Rosenberger*, *Newton* und seine Prinzipien. S. 27.

[159] *L. v. Ranke*, Englische Geschichte im 17. Jahrhundert, I, 324.

[160] Ein Ausspruch *Bacons*: »Scientia est potentia.«

[161] *Gilbert*, Physiologia nova de magnete magneticisque corporibus et de magno magnete tellure, London 1600. Auch in Deutschland erschienen mehrere Ausgaben, so in Stettin 1628 und 1633, sowie in Frankfurt a. M. 1629. Eine biographische Skizze über *Gilbert* veröffentlichte *F. M. Feldhaus*. Winters Universitätsbuchhandlung. Heidelberg 1904.

[162] Nach anderen Angaben 1544. Siehe Mitteilungen z. Gesch. d. Mediz. und Naturw. 1904. (Bd. III; Heft 1 u. 2.) S. 115.

[163] Ein auf Deutsch schlecht wiederzugebendes Diminutiv von Terra, die Erde.

[164] Über *Petrus Peregrinus* siehe auch Bd. I. S. 353. Seine Schrift wurde durch *G. Hellmann* von neuem herausgegeben. Siehe Nr. 10 der von diesem veröffentlichten Neudrucke von Schriften über Meteorologie. Nr. 10 bringt unter dem Titel »Rara Magnetica« die seltensten und wichtigsten Abhandlungen über den Erdmagnetismus aus der ersten bis *Gilbert* reichenden Periode.

[165] *Gilbert*, De magnete, Buch II, Kapitel II.

[166] Über die Verwendung der Magnetnadel bei der Anlage von Gruben berichtet *Agricola* (1490-1555) in seinem Werke De re metallica.

[167] *Gilbert*, De magnete, I, 1. Diese Messung rührt von *Robert Norman* her. Die erste, jedoch sehr ungenaue Beobachtung der Inklination erfolgte im Jahre 1544 durch den Deutschen *Georg Hartmann*.

[168] *Gilbert*, De magnete. Lib. II. Cap. VI.

[169] *Gilbert*, De magnete II, Cap. IV.

[170] Ähnliche Gedanken wie bei *Gilbert* begegnen uns auch bei *Descartes*, und man kann annehmen, daß dieser seine Wirbeltheorie unter dem Einfluß von *Gilberts* Lehren entwickelt hat (*M. L. Hoppe*, Die Abhängigkeit der Wirbeltheorie des *Descartes* von *Gilberts* Lehre vom Magnetismus. Halle a. S. 1914).

[171] Solche Versuche stellte auch schon *Galilei* an. Siehe S. 77 dies. Bds.

[172] *Gilbert*, De magnete. Cap. XX.

[173] *Otto von Guericke*, De vacuo spatio. 1672. Tafel XVIII. Fig. 5.

[174] *Hoppe*, Geschichte der Elektrizität. Leipzig 1884, S. 5.

[175] *Bacon*, Novum organon. 1610. Übersetzt und erläutert von *J. H. v. Kirchmann*, Berlin, 1870.

[176] *Telesio* (Bernardinus Telesius) schrieb in der Vorrede zu diesem naturphilosophischen Buch, er könne nicht begreifen, daß so viele ausgezeichnete Männer sich durch die Jahrhunderte mit der aristotelischen Physik zufriedengegeben hätten. Er gründete eine Vereinigung, die sich die Aufgabe stellte, die Natur zu ergründen und die Philosophie des *Aristoteles* zu beseitigen. Diese Vereinbarung wurde durch die Kurie aufgelöst.

Nach *Telesio* gibt es nur drei Prinzipien, ein völlig passives, den Stoff, und zwei bewegende, die Wärme und die Kälte. Erstere dehnt den Stoff aus, letztere zieht ihn zusammen. Die experimentelle Erforschung der Natur hat *Telesio* nicht gefördert. Sein Verdienst ist, daß er die Menschheit vom Autoritätsglauben freizumachen suchte.

[177] Näheres über ihn und seine Beziehung zu *Bacon* findet man in dem Buche von *A. B. Hanschmann*, *Bernhard Palissy* als Vater der induktiven Wissenschaftsmethode. Leipzig 1903.

Über *Palissy* siehe auch Bd. I dies. Werkes S. 438, 444, 445.

[178] *L. v. Ranke*, Englische Geschichte. Bd. II. S. 135.

[179] Siehe *Draper*, Geschichte der geistigen Entwicklung Europas. Leipzig 1841. S. 527 u. f.

[180] Novum organum scientiarum. Lugd. Bat. 1645. Kap. 48, S. 366.

[181] Eine scharfe, aber in mancher Hinsicht gerechte Beurteilung *Bacons* rührt von *Liebig* her (Ueber *Bacon* und die Methode der Naturforschung, München 1863): »*Bacons* Urteil über *Gilbert* und *Coppernikus* ist sein eigenes wissenschaftliches Todesurteil. Die Tatsachen, die *Gilbert* entdeckte, hielt *Bacon* für Fabeln (Nov. Organ. II. Aph. 48) und *Coppernikus* erklärt er für einen Schwindler (Glob. intell. Cap. VI).« Das Vernichtende für *Bacon* ist, daß er beide verurteilt, weil er ihrer Forschungsmethode die Berechtigung abspricht. (Nov. Org. I. Aph. 64.) *Liebig* hat es von philosophischer Seite an Entgegnungen zugunsten *Bacons* nicht gefehlt. Das zutreffende Urteil ist auf der mittleren Linie zu finden, der die Darstellung des vorliegenden Werkes gefolgt ist. Vgl. *v. Lippmann* in »Abhandl. u. Vorträge« Bd. I: Bacon.

[182] Die gleiche Forderung ist oft und lange vor *Comenius* erhoben worden. Es kam aber vor allem darauf an, wie *Galilei* sich ausdrückt, die »Sprache und die Schriftzeichen verstehen zu lernen, worin dieses Buch geschrieben ist. Erst dann könne es verstanden werden«.

Auch die übliche Art der philologischen Ausbildung wurde angegriffen. Gegen sie wandte sich besonders der geistreiche *Montaigne* (1533-1592), der zu dem Urteil gelangte, daß der Zögling durch das jahrelange Studium der griechischen und der lateinischen Sprache »dummer werde, als er war, da er von Hause fortging«.

[183] Der gregorianische Kalender schaltet somit in 400 Jahren 97 Tage ein; sein Fehler beträgt für diesen Zeitraum nur 0,122 Tage.

[184] Die evangelischen Stände des Deutschen Reiches nahmen den gregorianischen Kalender 1700 an. England folgte erst 1752, während die griechisch-katholische Kirche sich bis auf den heutigen Tag ablehnend verhalten hat.

[185] Rosa Ursina sive sol ex admirando facularum et macularum suarum phaenomeno varius. 1630.

[186] *Kästner*, Geschichte der Mathematik. IV. S. 247.

[187] Siehe *Günther*, Kepler u. Galilei. E. Hofmann & Co., Berlin. 1896.

[188] Siehe *Dannemann*, Aus der Werkstatt großer Forscher. 3. Auflage, Abschnitt 12. Es handelt sich um den *Halley*schen Kometen.

Eine volkstümliche Darstellung der Lehren *Keplers* bringt das Buch *L. Günthers*, Die Mechanik des Weltalls. Leipzig 1909.

[189] *Breitschwerdt*, J. Keplers Leben und Wirken. 1831. S. 71.

[190] Prodromus dissertationum cosmographicarum continens Mysterium cosmographicum de admirabili proportione orbium coelestium a *Joanne Keplero*. Tübingen 1596.

[191] Ein Bild des Lebens und Schaffens *Tychos* hat *J. E. L. Dreyer* geliefert: *Tycho Brahe*, ein Bild wissenschaftlichen Lebens und Arbeitens im 16. Jahrhundert. Autorisierte deutsche Übersetzung von *M. Bruns*. XII, 434 S. Karlsruhe, 1894.

[192] *Friedrich II.*

[193] Namens Hven.

[194] Nach *Tychos* »Mechanica«. 1602.

[195] Brief an *Rothmann* vom 24. 11. 1589. *Tychonis Brahe*, epistolarum astronomicarum libri. 1610.

[196] Bei Annahme des koppernikanischen Systems nämlich.

[197] Siehe den 66. Abschnitt von *Dannemann*, Aus der Werkstatt großer Forscher. Leipzig, W. Engelmann. 1908.

[198] *Tycho Brahe*, De mundi aetherei recentioribus phaenomenis. Liber secundus. Prag 1603. Figur auf S. 463.

[199] Im Jahre 1587.

[200] 1588.

[201] *Laplace* sagt in seiner Darstellung des Weltsystems (Ausgabe von *Hauff*), der Name aller derjenigen, welche ihre Gewalt mißbrauchten, um die Fortschritte der Vernunft aufzuhalten, müsse der Verwünschung aller Zeitalter preisgegeben werden. Als *Tychos* größten Widersacher nennt *Laplace* (Bd. II, S. 278) den dänischen Minister *Walchendorp*.

[202] *Guericke*, De vacuo spatio. lib. I. Icon. III.

[203] De motibus stellae *Martis*, Pars Secunda, Cap. 7.

[204] Siehe *Johannes Frischauf*, Grundriß der theoretischen Astronomie und der Geschichte der Planetentheorien. Leipzig, W. Engelmann. 1903.

[205] De motibus stellae Martis. Prag 1609, Opera omnia ed. *Frisch*. III. 135 ff.

[206] Am 24. Oktober 1601.

[207] Die Hexenverfolgungen haben mit dem Ende des 15. Jahrhunderts mehr als zweihundert Jahre wie die Pest gewirkt. Näheres siehe bei *Binz*, Doktor *Johann Weyer*, ein rheinischer Arzt, der erste Bekämpfer des Hexenwahns. Berlin 1896. Das Unheil ging von der Kirche aus. Seine Ausrottung erfolgte durch die der Naturwissenschaft zu verdankende Aufklärung. Als Beweis für die Verblendung jener Zeit mögen folgende Zeilen eines berühmten Theologen dienen. Sie sind einem Buche entnommen, daß auf Befehl *Joachims* von Brandenburg verfaßt wurde. Es heißt dort von den Hexen: »Kein Glied ist an unserem Körper, dem sie nicht schaden können. Meist machen sie die Menschen besessen und lassen sie von den Dämonen kreuzigen. Mit letzteren treten sie sogar in fleischliche Verbindung. Kein Ort ist so klein, wo man nicht eine Hexe findet. Aber selten findet sich ein Inquisitor«. Daß sich letztere auf kirchliches Geheiß bald einstellten, beweist die Tatsache, daß allein in der Gegend von Bormio die von *Innocenz VIII.* eingesetzten Inquisitoren in einem Jahre 41 Hexen verbrannten.

[208] Tabulae Rudolphinae. Ulm 1627. Opera omnia (ed. *Frisch*), VI. 661.

[209] *Bürgi*, ein Schweizer (1552-1632), und *Napier* oder *Neper*, ein Schotte (1550-1617), machten die so wichtige Erfindung der Logarithmen unabhängig voneinander. *Bürgi* war zuerst Gehilfe an der vom Landgrafen von Hessen unterhaltenen Sternwarte zu Cassel. Später leitete er diese Sternwarte, trat aber bald nach dem Tode seines fürstlichen Gönners in den Dienst *Rudolfs des Zweiten* über und wurde so zum Mitarbeiter *Keplers*.

[210] De motibus stellae Martis, Cap. 59 (Opera, edit. *Frisch*, Bd. III).

[211] Opera omnia (ed. *Frisch*) I. 106.

[212] »Harmonices mundi« lib. V.

[213] Opera omnia V. 279.

[214] Da sich die Massen bei gleicher Dichte wie die Volumina verhalten. In Wahrheit beträgt das Volumen der Erde etwa das 50fache von dem des Mondes, während sich die Dichten beider Weltkörper wie 1 : 0,6 verhalten. Die betreffende Stelle findet sich in *Keplers* Astronomia nova (Opera omnia III, 151).

[215] Nach einem von *Kästner* in seiner Geschichte der Mathematik Bd. IV. 360 mitgeteilten Auszug der Epitome astronomicae copernicanae *Keplers*.

[216] *Joannis Kepleri* Phaenomenon singulare seu Mercurius in sole. Leipzig 1609. (Opera omnia, ed. *Frisch*. II, 793.)

[217] In *Einhards* Vita Caroli Magni (herausgegeben von *Jaffé* 1876) wird berichtet, der Merkur sei im April des Jahres 807 »quasi parva macula nigra« vor der Sonnenscheibe gesehen worden.

[218] Opera omnia, II, S. 805.

[219] Durch Dr. *G. Berthold*.

[220] Siehe das Vorwort zu der erwähnten Ausgabe Dr. *Bertholds*. Über *Keplers* Stellung zur Astrologie siehe auch S. 115 dieses Bandes.

[221] Der Prediger *David Fabricius* war nicht etwa ein Mann, der sich mit der Astronomie nur oberflächlich aus Liebhaberei befaßte, sondern er hat nach *Tycho Brahes* Tode die erste Stelle unter den beobachtenden Astronomen eingenommen. So urteilt wenigstens *Kepler*, mit dem *Fabricius* in regem Briefwechsel stand. Für die Bestimmung der Marsbahn hat *Kepler* durch *Fabricius* viel wertvolles Material erhalten. *David Fabricius* gehörte auch zu den ersten, die das Fernrohr zu astronomischen Zwecken benutzten. Wahrscheinlich brachte es ihm sein Sohn *Johann*, der sich 1610 als Student der Medizin in Leyden aufhielt, aus Holland mit. Mit einem solchen Fernrohr entdeckte *Johann Fabricius* im elterlichen Hause die Sonnenflecken. Er stellte darauf unter Aufsicht seines Vaters eine Reihe von Beobachtungen zusammen und veröffentlichte deren Ergebnis in einer Schrift, die 1611 unter dem Titel »De Maculis in sole observatis« (Von den Sonnenflecken) erschien. (Näheres darüber siehe Bd. II. S. 26.)

[222] Erschienen 1618-1621 in Linz und Frankfurt; Opera omnia VI, 113 u. f.

[223] Somnium *Kepleri* von *Ludwig Kepler* dem Sohne. Frankfurt 1634. Eine deutsche, mit Erläuterungen versehene Ausgabe besorgte *L. Günther*, Leipzig, B. G. Teubner. 1898.

[224] *Günther* hat auch diese Anmerkungen übersetzt und erläutert. *L. Günther*, *Keplers* Traum vom Monde. Leipzig 1898.

[225] *Günther*, *Keplers* Traum. S. 129 u. f.

[226] A. a. O. S. 174.

[227] Siehe auch *H. Hankel*, Die Entwicklung der Mathematik. Tübingen 1869. S. 26.

[228] Ad Vitellionem Paralipomena. Frankfurt 1604 (Gesamtausgabe von *Frisch* II, 119).

[229] *Johannis Kepleri* Dioptrice. Augsburg 1611 (Gesamtausgabe von *Frisch* II. 515). -- *Keplers* Dioptrik wurde neuerdings von *Plehn* in deutscher Übersetzung als Band 144 von *Ostwalds* Klassikern der exakten Wissenschaften herausgegeben (Leipzig, Verlag von Wilhelm Engelmann, 1904).

[230] Siehe S. 133 ds. Bds.

[231] Ad Vitellionem Paralip. Cap. I, Prop. IX. (Edit. *Frisch*. II, 113).

[232] Der vollständige Titel lautet: Ad Vitellionem Paralipomena, quibus Astronomiae pars optica traditur. Frankfurt 1604. Ausgabe von *Frisch* II. 119-397.

Der Pole *Vitello* (*Vitellio*) lebte um 1270. Er war also ein Zeitgenosse *Roger Bacons*. *Vitello* hat seine Optik, die im wesentlichen in einer Wiedergabe der Lehren *Alhazens* besteht, in Italien verfaßt. Sie erschien wiederholt gedruckt. Am bekanntesten ist die Ausgabe von *Risner* (Basel, 1572).

[233] Letzteres wird damit begründet, daß das Licht nichts Stoffliches sei (quia lux materia caret).

[234] Sicut se habent sphaericae superficies, quibus origo lucis pro centro est, amplior ad angustiorem: ita se habet fortitudo seu densitas lucis radiorum in angustiori ad illam in laxiori sphaerica superficie.

[235] Dies geschah durch *Harriot*, Epist. ad *Keplerum* scriptae; ed. *Hanschii*, 233; 1606. Siehe auch *Wilde*, Geschichte der Optik. I. 190.

[236] Ad Vitellionem. cap. 2. Opera omnia II. 153. -- Einen Überblick über den Inhalt dieses Werkes, das die optischen Grundlagen der Astronomie entwickelt, gibt *F. Plehn* im Archiv für Optik. I. Bd. S. 75 u. f. 1908.

[237] *Wilde*, Geschichte der Optik. I. 188.

[238] *Poggendorff*, Geschichte der Physik. S. 167.

[239] *Johannis Kepleri* Dioptrice 1611. Opera omnia II. S. 515-567.

[240] *Johannes Keplers* Dioptrik oder Schilderung der Folgen, die sich aus der unlängst gemachten Erfindung der Fernrohre für das Sehen und die sichtbaren Gegenstände ergeben. 1611. Übersetzt und herausgegeben von *Ferdinand Plehn*. *Ostwalds* Klassiker der exakten Wissenschaften. Nr. 144. Leipzig, Verlag von W. Engelmann. 1904.

[241] *Keplers* Dioptrice, Figur zu Problema IV (Editio *Frisch* II, 528).

[242] Dioptrice, XIII. Propositio (Edit. *Frisch* II, 530): Nullus radius, qui intra corpus crystalli super unam ejus superficiem plus 42° inclinatur a vertice, potent illam superficiem penetrare.

[243] Dioptrik, Lehrsatz XII.

[244] Das Komplement des 42° betragenden Brechungswinkels.

[245] Der von *Snellius* gefundene Ausdruck läßt sich leicht in den gebräuchlichen umwandeln. Man geht von der oben gegebenen Abb. 47 aus und schlägt um C einen Kreis mit CA als Einheit (siehe Abb. 48). Dann ist sin α (Einfallsw.) = DE und sin β (Brchsw.) = AF, ferner ist AC : CB = sin (180 - α) : sin β = sin α : sin β = DE : AF. Ist nun AC : CB konstant, und zwar für Luft und Wasser = 3 : 2, so gilt dasselbe von sin α : sin β, da wir diesen Ausdruck gleich AC : CB gefunden haben.

[246] *Descartes* Dioptrik, Kapitel 2. Näheres über *Descartes'* Anteil an der Entdeckung des Brechungsgesetzes siehe in der bezüglichen Abhandlung von *P. Kramer* (Abhandlungen zur Geschichte der Mathematik. 4. Heft. 1882), sowie in der Abhandlung von *H. Wieleitner* »Das Brechungsgesetz bei *Descartes* und *Snellius*« (Natur und Kultur, 13. Jahrgang. S. 403-406).

[247] Lehrsatz XXXIX.

[248] Siehe auch *Wilde*, Geschichte der Optik. Berlin 1838. Bd. I. S. 201.

[249] Die Ähnlichkeit des Auges mit der Dunkelkammer findet man zuerst bei *Lionardo da Vinci* erwähnt. *Porta*, dem wir die erste abendländische Beschreibung der Dunkelkammer verdanken, betrachtete die hintere Wand des Auges als einen Hohlspiegel, von dem aus das Licht nach der Mitte des Auges gelange, um dort wahrgenommen zu werden.

Der Nachweis, daß die Linse des Auges ein Bild auf die Netzhaut wirft, erfolgte indessen schon vor *Scheiner* (*Arauzi* 1587). Das Auge eines Tieres wurde auf der hinteren Seite mit einem Ausschnitt versehen. In diesem Ausschnitt fing man das Bild eines vor dem Auge befindlichen Lichtes auf. *E. Pergens*, Geschichtliches über das Netzhautbildchen und den Optikuseintritt. Klinisches Monatsblatt für Augenheilkunde. Bd. 42, I. S. 137-143.

[250] In Vitellionem Paralipomena. Cap. V.

[251] *Ostwalds* Klassiker Nr. 144 (Dioptrik), S. 26-34.

[252] Siehe an späterer Stelle dieses Werkes.

[253] Dioptrik, Lehrsatz 62.

[254] *Wilde*, Geschichte der Optik, I. S. 199.

[255] *Hirschberg*, Die Optik der alten Griechen. Zeitschr. f. Psychologie und Physiol. d. Sinnesorgane. Bd. XVI. S. 350. Siehe auch Bd. I ds. Werkes S. 267.

[256] Ad Vitellionem Paralipomena. Frankfurt 1604. Cap. V. Propos. XXVIII (Edit. *Frisch* II, 255.)

[257] *Kepler*, Dioptrice LXIV, Propositio. (Ed. *Frisch* II, 540.)