Part 28
[Fußnote 1467: ([502] auf S. 64.337) S. Dolch.]
[Fußnote 1468: ([503] auf S. 64.337) _Zu vgl._ dazu (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 96 (_Tschuri_ = Messer); _Pfulld. J.-W.-B._ 342, 345 (ebenso [u. dazu _Tschuripflanzer_ = Messerschmied]; Nebenformen: _Schury_ [= Scheermesser; Syn.; _Flader-Schury_] od. _Schuri_ [= Stilett]). Zur _Etymologie_: Es handelt sich hier _nicht_ etwa bloß um eine etwas veränderte Schreibung des (ja allerdings in _Wittichs_ Jenisch sehr speziell verwendeten) Wortes _Schure_, sondern um eine Entlehnung aus der _Zigeunersprache_ (vgl. »Einleitung«, S. 31). S. darüber die näh. Angaben (einschl. weiterer Belege im Rotw.) in _Groß'_ Archiv, Bd. 46, S. 22 u. Anm. 1 (unter »Tschuripflanzer«) u. dazu noch _Finck_, S. 93 (_tšuri[n]_ = Messer). Nach _Miklosich_, Denkschriften, Bd. 26, S. 197 (unter _čurī_) läßt sich die Vokabel bis ins Altindische (_čhurī_ od. _kšurī_) zurückverfolgen.]
[Fußnote 1469: ([504] auf S. 64.337) S. Gestein.]
[Fußnote 1470: ([505] auf S. 64.337) S. Klinge.]
[Fußnote 1471: ([506] auf S. 64.337) S. (betr. _-planzer_) anbrennen.]
[Fußnote 1472: ([507] auf S. 64.337) S. anbeten u. Bauer.]
[Fußnote 1473: ([508] auf S. 64.337) S. (betr. _Mos[s]_) Bauernfrau.]
[Fußnote 1474: ([509] auf S. 64.337) S. arme Leute.]
[Fußnote 1475: ([510] auf S. 64.337) S. Abort.]
[Fußnote 1476: ([511] auf S. 64.337) S. (betr. _Kaflerei_ u. ä.) Fleischer. — Mit _Schnall_ = Suppe sind ferner noch _zusammengesetzt_: _Gleisschnall_ = Milchsuppe (Dimin.: _Gleisschnälle_ = Milchsüppchen [Spr.]), _Hegesleschnall_ = Spätzlessuppe (Spr.) u. _Rondlingschnall_ = Wurstsuppe. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 345, 347 (_Schnallen_ = Suppe, _Gleisschnalla_ = Milchsuppe); _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 76, 77 (_Schnalle_ = Suppe, _Wasserschnalle_ = Wassersuppe); _Schwäb. Händlerspr._ 480, 487 (_Schnall_ = Suppe, _Wasserschnall_ = Brotsuppe; vgl. auch [484] _Gräbeschnalle_ = Fallobst); s. auch noch _Pfälz. Händlerspr._ 438 (_Schnell_ od. _Schneltse_ = Suppe); auch im sonst. Rotw. bekannt in versch. Formen (s. z. B schon im _Basl. Gloss._ v. 1733 [202]: _Schnallen_, im 19. Jahrh. [seit _Pfister_ bei _Christensen_ [329]) öfter auch _Schnelle_). Zur _Etymologie_ (vom mundartl. _schnallen_ = »geräuschvoll schlürfen« [_Schmeller_, Bayer. W.-B. II, Sp. 574 u. _Grimm_, D. W.-B. IX, Sp. 1163 unter »Schnalle«, Nr. 7, 6 u. Sp. 1164 unter »schnallen«, Nr. 2] s. _Weber-Günther_, S. 180; vgl. auch Wiss. Beih. zur Z. der Allg. Deutsch. Sprachv., 5. Reihe, Heft 36 (1913), S. 186.]
Miene (Gesicht), _Giel_ (eigtl. »Mund, Maul«)[1477] [64.338]
Milch, _Gleis_[1478]
Milchbrötchen, _Gleiskechelte_ (Spr.)[1479]
Milchglas, _Gleisglansert_[1480]
Milchnapf (-hafen, -topf), _Gleisnolle_[1481]
Milchschüssel, _Gleisschottel_[1482]
Milchsuppe, _Gleisschnall_, (Dimin.: _Gleisschnälle_ = Milchsüppchen [Spr.])[1476]
Militär, _Lanengere_ (d. h. Soldaten)[1483]
Mist, _Fuhl_[1484], _Schund_[1485]
Mistgabel, _Fuhlstichling_, _Schundfurschet_[1486]
Mistkäfer, _Schundflederling_ (d. h. eigtl. »Dreckvogel«)[1487]
Mißjahr, _nobis dofs Ja(h)ne_ (d. h. »kein gutes Jahr«)[1488]
[Fußnote 1477: ([512] auf S. 64.338) S. Affengesicht.]
[Fußnote 1478: ([513] auf S. 64.338) S. abgerahmte Milch.]
[Fußnote 1479: ([514] auf S. 64.338) _Zu_ _Kechelte_ = Brötchen (Semmel, Weck) _vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Dolm. der Gaunerspr._ 91, 95 (_gehechelter Lechem_, _Lehm_ od. _Marum_ = weißes Brot, _Gehechelter_ = Kuchen); _W.-B. des Konst. Hans_ 258 (_Kächelterleam_ = Weißbrot); _Pfulld. J.-W.-B._ 338 (_Kächelterma¶n¶o_ [sic] = Bäckerbrot); _Schwäb. Händlerspr._ 488 (_Kĕchelte_ [in _Pfedelb._ (214): _Ghechelter_] = Weck, Semmel). Über weitere Belege im Rotw. (wo das Wort zum Teil arg verunstaltet worden] sowie in sonst. Geheimspr. (s. z. B. _Frickhöfer Sprache_ 442 [_Geh[^æ]chelter_ = Brötchen]) s. Näh. bei _Weber-Günther_, S. 189; ebds. auch über die _Etymologie_ des Ausdrucks, über die hier folgendes bemerkt sei. _Kechelte(r)_ ist die schlechte (mundartl.) Aussprache von _Gehechelte(r)_ u. dieses ein substantiviertes Partizip, bei dem eigentl. _Lechem_ (= Brot) od. dergl. zu ergänzen ist (s. _W.-B. v. St. Georgen_ 1750 [219: _gehechelter Legum_ od. _Löben_ = Weißbrot] sowie die oben angeführten älteren schwäb. Quellen). Zu denken ist aber dabei (nach _Pott_ II, S. 24) »an die Beutelung des Mehls, die sich entfernt mit der Aushechelung des _Flachses_ vergleichen läßt«, wie denn _hecheln_ im allgemeinen Sinne (etwa von »schön machen«) früher auch sonst gebraucht worden, so z. B. sogar in der Verbindg. _gehechelter Wein_ für einen solchen, der irgendwie künstlich behandelt war. S. _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 190 vbd. mit _Grimm_, D. W.-B. IV, 1, Sp. 2335; vgl. auch _Schmeller_, Bayer. W.-B. I, Sp. 1041.]
[Fußnote 1480: ([515] auf S. 64.338) S. (betr. _Glansert_) Bierglas.]
[Fußnote 1481: ([516] auf S. 64.338) S. Fleischhafen.]
[Fußnote 1482: ([517] auf S. 64.338) S. Aschenbecher.]
[Fußnote 1483: ([518] auf S. 64.338) S. Hauptmann.]
[Fußnote 1484: ([519] auf S. 64.338) S. Abort.]
[Fußnote 1485: ([520] auf S. 64.338) S. abgerahmte Milch.]
[Fußnote 1486: ([521] auf S. 64.338) S. (betr. _Stichling_ u. _Furschet_) Gabel.]
[Fußnote 1487: ([522] auf S. 64.338) S. (betr. _Flederling_) Adler.]
[Fußnote 1488: ([523] auf S. 64.338) S. Dietrich, angenehm u. alljährlich — Auch die Zigeuner haben die sachlich gleiche Umschreibung (_kek ladscho bersch_) für »Mißjahr«; s. _Liebich_, S. 222.]
mitbringen, _mitbukle_[1489] [64.339]
Mitternacht, _Leile_, _Ratte_ (d. h. Nacht)[1490]
Möhren, _Galgennägel_[1491]
Monat, _Frosch_, plur. _Frösche_[1492]
Mond, _Leileschein_ (d. h. »Nachtlicht«)[1493]
Montur, _Lanengerkluft_ (d. h. »Soldatenanzug, -kleidung«)[1494]
morden, _deisen_[1495]
Mörder, _Deiser_; vgl. auch Totschläger
Most, _Grabagautschert_[1496]
[Fußnote 1489: ([524] auf S. 64.339) S. abtragen.]
[Fußnote 1490: ([525] auf S. 64.339) S. (zu beiden Ausdr.) Abend.]
[Fußnote 1491: ([526] auf S. 64.339) Diese eigenartige Metapher ist auch bekannt der _schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 74 (Bedtg.: Rüben) sowie der _schwäb. Händlerspr._ (in _Pfedelb._ [210], Bedtg.: gelbe Rüben). Sie ist ferner sonst im neueren Rotw. (schon seit _Pfister_ bei _Christensen_ 1814 [320] u. noch bei _Rabben_ 53) u. in der Kundenspr. (s. _Ostwald_ [Ku.] 55) beliebt, desgl. auch bei den Soldaten. S. _Günther_, Rotwelsch, S. 15 u. in d. Wiss. Beih. zur Z. d. Allg. Deutsch. Sprachv., 5. Reihe, Heft 36 (1913), S. 189; _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 29, Nr. 3; _Horn_, Soldatensprache, S. 91; vgl. i. allg. auch noch _Grimm_, D. W.-B. IV, 1, 1, Sp. 1176.]
[Fußnote 1492: ([527] auf S. 64.339) _Zu vgl._ hierzu (aus dem _verw. Quellenkr._): _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 72 (_Frosch_ od. _Fröschchen_ = Monat) u. _Schwäb. Händlerspr._ 484 (_Frösch_ = Monate). Nach der letzteren Stelle dürfte der sonderbare Ausdruck besonders für die Angabe der Dauer einer Freiheitsstrafe gebraucht werden, wie dies — nach _Ostwald_ (Ku.) 53 (6 _Frösch_ = 6 Monate Gefängnis) — auch in der allgemeinen Kundenspr. üblich zu sein scheint. Die Entstehung bleibt dunkel; auch bei _Fischer_, Schwäb. W.-B. II, Sp. 1791, Nr. 8 ist darüber keine Erklärung gegeben.]
[Fußnote 1493: ([528] auf S. 64.339) S. Abend u. alltäglich. — Bei den Zigeunern heißt der Mond — ähnlich — die »Nachtsonne«, _rattiskĕro kamm_ (s. _Liebich_, S. 141 u. 223).]
[Fußnote 1494: ([529] auf S. 64.339) S. Hauptmann u. ankleiden. — Sachlich übereinstimmend auch die Zigeunersprache (s. Näh. bei _Liebich_, S. 223).]
[Fußnote 1495: ([530] auf S. 64.339) S. ermorden.]
[Fußnote 1496: ([531] auf S. 64.339) Zu _Grab¶a¶gautschert_ od. _Grab¶e¶gautschert_ = Most (u. s. _Zus._ _Gr.-glansert_, _Gr.-nolle_ = Mostglas, Mostkrug) _vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Schwäb. Gaun.- u. Kundenspr._ 72 (_Grabbengautscher_) u. _Schwäb. Händlerspr._ 488 (_Grabbegautschert_ [in _Pfedelb._ (211): _-scher_]); s. auch _Pleißlen der Killertaler_ 436 (_Rappegautscher_); wieder anders, nämlich _Krabberkautscher_ bei _Ostwald_ (Ku.) 87. Zur _Etymologie_: Da _gautschen_ in der schwäb. Mundart allgemein gebräuchlich ist für »schaukeln, (sich) _schaukelnd_ hin- und herbewegen, wiegen, schwanken« (s. _Fischer_, Schwäb. W.-B. III, Sp. 109), so erscheint es sehr verführerisch, den ersten Bestandteil in _Grabegautschert_ u. ä. mit unserem »Graben« in einen Zusammenhang zu bringen, weil ja der Most den Zecher leicht in den Graben wirft; jedoch hat der Ausdruck damit nichts zu tun, er soll vielmehr (wie die Form _Rappegautscher_ bei den _Killertalern_ am deutlichsten erkennen läßt) herzuleiten sein von _Rapp_ od. _Krapp_ (Krabb, Grab) = Rabe, Krähe (s. _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 690/91 unter »Krapp[e]«) und würde demnach (weil die Raben häufig auf den Obstbäumen sitzen) soviel bedeuten wie »das Ergebnis des ›Gautschens‹ der Raben auf den Obstbäumen«, d. i. Obst, Obstmost, Most (nach gefl. Mittlg. von Prof. Dr. _O. Meisinger_ in Karlsruhe); vgl. auch Wiss. Beih. zur Zeitschr. des Allg. Deutsch. Sprachv., 5. Reihe, Heft 36, S. 187 u. Anm. 1. — _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 691 (unter »Krappe[n]gautscher«) weist noch (für die allgemeinere Bedeutg. »saurer Wein«) hin auf den Anklang an »Rachenputzer«; vgl. ebds. V, Sp. 139.]
Mostglas, _Grabegautschertglansert_[1497] [64.340]
Mostkrug, _Grabegautschertnolle_[1498]
müde s. schläfrig
Mühle, _Rolle_[1499]
Mühlstein, _Rollerhertling_[1500], _Rollerkies_[1501]
Müller, _Roller_; Müllerin, _Rollerin_[1500]
Mund, _Giel_[1502]
Münzarbeiter, _Bichschenegler_[1503], _Kies-_ od. _Lobepflanzer_ (diese beiden eigtl. = »Geldmacher«)[1504]
Münze (= Geldstück), _Bich_[1503], _Gore_[1505], _Kies_, _Lobe_[1504]
Münze (= Münzwerkstätte), _Bichpflanzerskitt_ (d. h. »Geldmacherhaus«)[1506] od. _grandiche Lobekitt_ (d. h. »großes Geldhaus«)[1507]
Münzmeister, _Bichsins_[1508]; vgl. Bankier.
Musik, _Nikelei_[1509]
[Fußnote 1497: ([532] auf S. 64.340) S. Bierglas.]
[Fußnote 1498: ([533] auf S. 64.340) S. Fleischhafen.]
[Fußnote 1499: ([534] auf S. 64.340) Mit _Rolle_ sind _zusammengesetzt_: a) _im Anfang_: _Rollehertling_ oder _-kies_ = Mühlstein; b) _am Ende_: _Kuieterolle_ = Pulvermühle u. _Flu(h)terolle_ = Wassermühle. _Ableitg._: _Roller_ = Müller (dazu _Kuieteroller_ = Pulvermüller), fem.: _Rollerin_. _Zu vgl._ (aus dem _verw. Quellenkr._): _Pfulld. J.-W.-B._ 342 (_Roll_ = Mühle, _Roller_ = Müller); _Schwäb. Händlerspr._ 484 (ebenso). Über weitere Belege der schon früh im Rotw. weitverbreiteten Vokabeln sowie die _Etymologie_ s. das Näh. in _Groß'_ Archiv, Bd. 42, S. 65 u. Anm. 2 u. S. 66.]
[Fußnote 1500: ([535] auf S. 64.340) S. Gestein.]
[Fußnote 1501: ([536] auf S. 64.340) S. Apfelkern.]
[Fußnote 1502: ([537] auf S. 64.340) S. Affengesicht.]
[Fußnote 1503: ([538] auf S. 64.340) S. Almosen u. abschaffen.]
[Fußnote 1504: ([539] auf S. 64.340) S. (betr. _Kies_) Bankier, (betr. _Lobe_) Bank u. (betr. _-pflanzer_) anbrennen. Nicht erwähnt ist hier _Bichpflanzer_ als Synon., auf dessen Vorkommen jedoch aus der _Zus._ _Bichpflanzerskitt_ = Münze (Münzwerkstätte) zu schließen ist; vgl. auch _nobis dofer Bichpflanzer_ (_Kies-_ od. _Lobepflanzer_) = Falschmünzer.]
[Fußnote 1505: ([540] auf S. 64.340) S. Barschaft.]
[Fußnote 1506: ([541] auf S. 64.340) S. (betr. _Kitt_) Abort.]
[Fußnote 1507: ([542] auf S. 64.340) S. (betr. _grandich_) Adler.]
[Fußnote 1508: ([543] auf S. 64.340) S. (betr. _Sins_) Amtmann.]
[Fußnote 1509: ([544] auf S. 64.340) S. aufspielen.]
Musikant, _Nikler_ [64.341]
musizieren, _nikle_
Muskete (Gewehr), _Klass_[1510]
Mutter, _Mamere_[1511]
Mutterbruder (od. -Schwester), _Mameresglied_[1512]
Mutterschwein, _Mameregroenikel_[1513]
Mütze, _Oberman(n)_[1514]
Mützenmacher, _Oberman(n)pflanzer_[1515]
N.
nachbeten, _nachblible_[1516]
nachfahren, _nachruadle_[1517]
nachfallen, _nachbohle_[1518]
nachfolgen, _nachbosten_[1519]
Nachkommen (die), _Galma_, _Schrawiner_[1520]
nachschießen, _nachschnelle_[1521]
Nachschlüssel, _nobes dofer Glitschin_[1522]
nachschreiben, _nachfebere_[1523]
nachsehen, _nachlinzen_[1524]
nachsingen, _nachschalle_[1525]
nachsprechen, _nachdiberen_[1526], _nachschmusen_[1527]
Nacht, _Leile_, _Ratte_[1528]
Nachtarbeit, _Leileschenagel_[1529]
[Fußnote 1510: ([545] auf S. 64.341) S. Büchse.]
[Fußnote 1511: ([546] auf S. 64.341) S. Amme.]
[Fußnote 1512: ([547] auf S. 64.341) S. (betr. _Glied_) Bruder.]
[Fußnote 1513: ([548] auf S. 64.341) S. Eber.]
[Fußnote 1514: ([549] auf S. 64.341) S. Fingerhut.]
[Fußnote 1515: ([550] auf S. 64.341) S. (betr. _-pflanzer_) anbrennen.]
[Fußnote 1516: ([551] auf S. 64.341) S. anbeten.]
[Fußnote 1517: ([552] auf S. 64.341) S. abfahren.]
[Fußnote 1518: ([553] auf S. 64.341) S. abfallen.]
[Fußnote 1519: ([554] auf S. 64.341) S. abgehen.]
[Fußnote 1520: ([555] auf S. 64.341) S. (zu beiden Ausdr.) brauchbares Kind.]
[Fußnote 1521: ([556] auf S. 64.341) S. abschießen.]
[Fußnote 1522: ([557] auf S. 64.341) S. Dietrich; vgl. angenehm.]
[Fußnote 1523: ([558] auf S. 64.341) S. abschreiben.]
[Fußnote 1524: ([559] auf S. 64.341) S. anschauen.]
[Fußnote 1525: ([560] auf S. 64.341) S. absingen.]
[Fußnote 1526: ([561] auf S. 64.341) S. anreden.]
[Fußnote 1527: ([562] auf S. 64.341) S. ansagen.]
[Fußnote 1528: ([563] auf S. 64.341) S. Abend.]
[Fußnote 1529: ([564] auf S. 64.341) S. (betr. _Schenagel_) abschaffen.]
Nachtessen, _Leileachilerei_[1530], _Leilebikus_, _Rattebutterei_[1531] [64.342]
Nachthafen, _Fuhlnolle_, _Schmelznolle_[1532]
Nachtlicht, _Leileschein_[1533]
Nachtstuhl, _Leilesitzleng_[1534], _Schundsitzleng_[1535]
Nachttopf, _Flöselnolle_[1536]
Nachtwächter, _Leilekaffer_[1537], _Rattebenk_[1538]
nachwerfen, _nachplotzen_[1539]
nackt, _nobis ang'kluftet_ (d. h. »nicht angekleidet«) od. _auskluftet_ (d. h. »ausgezogen«)[1540]
Nadel, _Stichlere_[1541]
nagen, _näpfen_[1542]
nähen, _stichle_[1541]
Napf, _Nolle_[567)
Narr, _Hegel_[1543], _Ni(e)se_, _Nille_, _Nusche_[1544]
Narrenhaus, _Hegelkitt_, _Ni(e)sekitt_, _Nillekitt_, _Nuschekitt_[1545]
närrisch, _ni(e)sich_, _nillich_, _nuschich_[1544]
närrischer Kerl, Mensch, _Hegellauti_[1543]
Nase, _Muffer_[1546]
Nashorn, _Mufferhorboga_ (d. h. eigtl. »Nasenkuh«)[1547]
Nässe, _Flu(h)tich_[1548]
naß, _flu(h)te_[1549]
[Fußnote 1530: ([565] auf S. 64.342) S. essen.]
[Fußnote 1531: ([566] auf S. 64.342) S. (zu beiden Ausdr.) Abendessen.]
[Fußnote 1532: ([567] auf S. 64.342) S. Abort u. Fleischhafen.]
[Fußnote 1533: ([568] auf S. 64.342) S. (betr. _Schein_) alltäglich.]
[Fußnote 1534: ([569] auf S. 64.342) S. Bank.]
[Fußnote 1535: ([570] auf S. 64.342) S. (betr. _Schund_) abgerahmte Milch.]
[Fußnote 1536: ([571] auf S. 64.342) S. austreten (leicht).]
[Fußnote 1537: ([572] auf S. 64.342) S. Bauer.]
[Fußnote 1538: ([573] auf S. 64.342) S. brauchbarer Bursche.]
[Fußnote 1539: ([574] auf S. 64.342) S. bewerfen.]
[Fußnote 1540: ([575] auf S. 64.342) S. (zu beiden Ausdr.) ankleiden.]
[Fußnote 1541: ([576] auf S. 64.342) S. aufnähen.]
[Fußnote 1542: ([577] auf S. 64.342) S. abbeißen.]
[Fußnote 1543: ([578] auf S. 64.342) S. Dummheit.]
[Fußnote 1544: ([579] auf S. 64.342) S. aberwitzig.]
[Fußnote 1545: ([580] auf S. 64.342) S. (betr. _Kitt_) Abort.]
[Fußnote 1546: ([581] auf S. 64.342) S. Aas.]
[Fußnote 1547: ([582] auf S. 64.342) S. (betr. _Horboga_) Kalb. — Auch die Zigeuner bezeichnen das Nashorn als _(baro) nakkésk(ĕ)ri gurumni_, d. h. »(groß)nasige Kuh«; s. _Liebich_, S. 139 u. 225.]
[Fußnote 1548: ([583] auf S. 64.342) S. abbrühen.]
[Fußnote 1549: ([584] auf S. 64.342) Wenn _nicht_ im Vokabular vielleicht doch zu lesen ist: Nässe, _Flu(h)te_, naß, _flu(h)tich_, würde es sich bei _Flu(h)tich_ = Nässe handeln um die Substantivierung eines Adjektivs (s. _flu[h]tich_ = feucht), bei _flu(h)te_ = naß dagegen um Gebrauch eines Hauptworts (Bedeutg.: Wasser u. dgl.) als Eigenschaftswort (vgl. »Vorbemerkung«, S. 15, Anm. 38 a. E.).]
Neffe (von väterlicher Seite) _Patrisglied_[1550], (von mütterlicher [64.343] Seite) _Mamereglied_[1551]; vgl. auch Oheim u. Tante
nehmen, _schniffen_[1552]
nein, _nobis_[1553], auch _lore_ (Spr.)[1554]
Neujahr, _Neujahne_[1555]
nicht, _nobis_[1553]
nichts, _Lore_ (Spr.)[1554]
nichtsnutzig, _nobis dof_[1556], _nobis g'want_[1557]
nichtswürdig, _lenk_, _schofel_[1558]
nie, _nobis_[1553]
niederblicken, _niederlinzen_[1559]
niederbrennen, _niederfunken_[1560]
niederfallen, _niederbohle_[1561]
niederkommen, _Deislere werden_ (d. h. »Wöchnerin werden«)[1562] od. _in Sauft bosten_ (d. h. »ins [Wochen-]Bett gehen«)[1563]
niederlegen (sich), _niederdurme_[1564], _niederschlaune_[1565]
niedermetzeln, _niederkaflere_[1566]
niederschießen, _niederschnelle_[1567]
niederschlagen, _niederguffa_[1568], _niederstenze_[1569]
niederschreiben, _niederfebere_[1570]
[Fußnote 1550: ([585] auf S. 64.343) S. Eltern u. Bruder.]
[Fußnote 1551: ([586] auf S. 64.343) S. (betr. _Mamere_) Amme.]
[Fußnote 1552: ([587] auf S. 64.343) S. anfassen.]
[Fußnote 1553: ([588] auf S. 64.343) S. Dietrich.]
[Fußnote 1554: ([589] auf S. 64.343) S. »das ist nichts.«]
[Fußnote 1555: ([590] auf S. 64.343) S. alljährlich.]
[Fußnote 1556: ([591] auf S. 64.343) S. Dietrich u. angenehm.]
[Fußnote 1557: ([592] auf S. 64.343) S. (betr. _g'want_) mutig.]
[Fußnote 1558: ([593] auf S. 64.343) S. (zu beiden Ausdr.) arg.]
[Fußnote 1559: ([594] auf S. 64.343) S. anschauen.]
[Fußnote 1560: ([595] auf S. 64.343) S. abbrennen.]
[Fußnote 1561: ([596] auf S. 64.343) S. abfallen.]
[Fußnote 1562: ([597] auf S. 64.343) S. gebären.]
[Fußnote 1563: ([598] auf S. 64.343) S. Bett u. abgehen.]
[Fußnote 1564: ([599] auf S. 64.343) S. aufwachen.]
[Fußnote 1565: ([600] auf S. 64.343) S. ausschlafen.]
[Fußnote 1566: ([601] auf S. 64.343) S. Fleischer.]
[Fußnote 1567: ([602] auf S. 64.343) S. abschießen.]
[Fußnote 1568: ([603] auf S. 64.343) S. aufschlagen.]
[Fußnote 1569: ([604] auf S. 64.343) S. Ast.]
[Fußnote 1570: ([605] auf S. 64.343) S. abschreiben.]
niedersitzen s. sitzen [64.344]
niederträchtig, _schofel_[1571]
niederwerfen, _niederplotzen_[1572]
niemals s. nie
nobel, _dof_, _duft_[1573]
Not, _Dercherich_[1574], _Schofel_[1571] (beides subst. Adj.); vgl. Mangel
Nudeln, _grandiche Hegesle_ (d. h. »große Spatzen« od. »Knöpfle« [Knödel])[1575]
Null, _Nobis_ (d. h. eigtl. »nichts«)[1576]
Nuß (Nüsse), _Krächerle_[1577]
Nußbaum, _Krächerlestöber_ (in d. Spr: »_Krächerstöber_«)[1578]
Nußkern, _Krächerlekies_[1579]
nützlich, _dof_[1573], _g'want_[1580]
O.
Obdach, _Kitt_[1581]
oben, _oberkünftig_[1582]
Oberförster, _grandich Grünwedel_ (d. h. »der größte Forstmann«)[1583]
Obergendarm, _grandicher Schuker_[1584]; vgl. Wachtmeister
Oberherr, _grandicher Sins_[1585]
Oberwachtmeister, _grandich Schuker_ (d. h. »der größte Gendarm«)[1584]
Oberzahn, _Obernäpfling_[1586]
[Fußnote 1571: ([606] auf S. 64.344) S. arg; betr. das Subst. _Schofel_ vgl. »Vorbemerkg.« S. 15, Anm. 38 vbd. m. S. 7, Anm. 16.]
[Fußnote 1572: ([607] auf S. 64.344) S. bewerfen.]
[Fußnote 1573: ([608] auf S. 64.344) S. angenehm.]
[Fußnote 1574: ([609] auf S. 64.344) S. abbetteln (vgl. »Vorbemerkg.«, S. 15, Anm. 38.]
[Fußnote 1575: ([610] auf S. 64.344) S. Adler und Knödel.]
[Fußnote 1576: ([611] auf S. 64.344) Sachlich übereinstimmend damit auch die Zigeunersprache; s. _Liebich_, S. 226 (_tschi_, d. h. »nichts« = Null).]
[Fußnote 1577: ([612] auf S. 64.344) S. Haselnuß.]
[Fußnote 1578: ([613] auf S. 64.344) S. (betr. _Stöber_) Apfelbaum.]
[Fußnote 1579: ([614] auf S. 64.344) S. Apfelkern.]
[Fußnote 1580: ([615] auf S. 64.344) S. anmutig.]
[Fußnote 1581: ([616] auf S. 64.344) S. Abort.]
[Fußnote 1582: ([617] auf S. 64.344) S. Gaumen.]
[Fußnote 1583: ([618] auf S. 64.344) S. Adler u. Forstmann; vgl. Bischof.]
[Fußnote 1584: ([619] auf S. 64.344) S. Adler u. Gendarm; vgl. Bischof.]
[Fußnote 1585: ([620] auf S. 64.344) S. Adler u. Amtmann; vgl. Bischof. — Sachlich übereinstimmend auch die Zigeunerspr.; s. _Liebich_, S. 227.]
[Fußnote 1586: ([621] auf S. 64.344) S. abbeißen.]
Obst, _Stöberschure_[1587] oder _Stöbersore_[1588] [64.345]
Ochse, _Hornikel_[1589]
Ochsenfett, _Hornikel-Schmunk_[1590]
Ochsenfleisch, _Hornikelbossert_[1591]
Ochsenmaulsalat, _Hornikelgielblättling_[1592]
Ochsenmaulsalatbüchse, _Hornikelgielblättlingschottel_[1593]
Ochsenmetzger, _Hornikelkafler_[1594]
Ochsenstall, _Hornikelstenkert_[1595]
Ofen, _Hitzling_[1596]
Ofenruß, _Hitzlingschwä(t)zling_[1597]
Ofensetzer, _Hitzlingpflanzer_[1598], _Hitzlingschenegler_[1599]
Offizier, _grandicher_ (od. auch _dofer_) _Lanenger_[1600]
oft, _grandich_[1601]
Oheim (von väterl. Seite), _Patrisglied_[1602], (von mütterl. Seite), _Mamereglied_[1603]; vgl. Neffe u. Tante
Ohr, _Losling_[1604]
[Fußnote 1587: ([622] auf S. 64.345) S. Apfelbaum u. abbiegen.]
[Fußnote 1588: ([623] auf S. 64.345) S. (betr. _Sore_) Brücke.]
[Fußnote 1589: ([624] auf S. 64.345) S. Bulle.]
[Fußnote 1590: ([625] auf S. 64.345) S. (betr. _Schmunk_) Bratkartoffeln.]
[Fußnote 1591: ([626] auf S. 64.345) S. Aas.]
[Fußnote 1592: ([627] auf S. 64.345) S. Affengesicht u. Gulasch.]
[Fußnote 1593: ([628] auf S. 64.345) S. (_Schottel_) Aschenbecher.]
[Fußnote 1594: ([629] auf S. 64.345) S. Fleischer.]
[Fußnote 1595: ([630] auf S. 64.345) S. Entenstall.]
[Fußnote 1596: ([631] auf S. 64.345) S. Backofen.]
[Fußnote 1597: ([632] auf S. 64.345) _Schwä(t)zling_ (od. Schwetzling) = Ruß kommt noch vor in der _Zusammensetzg._ _Schwä(t)zlingbossert_ = Schinken (d. h. eigentl. »Ruß- od. Rauchfleisch«). Der _Etymologie_ nach ist es jedenfalls nur schlechte Aussprache für _Schwärzling_, gehört also zu »schwarz«. Doch findet sich — auch in der richtigen Schreibung — die Vokabel in der _jenisch. Bedeutg._ m. Wiss. nicht in den _verw. Quellen_ oder im sonst. Rotw., in dem vielmehr _Schwärzling_ für »Kaffee(bohne)« vorkommt; s. u. a. _v. Grolman_ 65 u. T.-G. 104; _Karmayer_ G.-D. 218; A.-L. 606; _Groß_ 493; nach _Ostwald_ (Ku.) 141 auch = Tinte.]
[Fußnote 1598: ([633] auf S. 64.345) S. (betr. _-pflanzer_) anbrennen.]
[Fußnote 1599: ([634] auf S. 64.345) S. abschaffen.]
[Fußnote 1600: ([635] auf S. 64.345) S. Hauptmann vbd. m. Adler u. angenehm; vgl. Bischof.]
[Fußnote 1601: ([636] auf S. 64.345) S. Adler.]
[Fußnote 1602: ([637] auf S. 64.345) S. Eltern u. Bruder.]
[Fußnote 1603: ([638] auf S. 64.345) S. (betr. _Mamere_) Amme. — Auch von den Zigeunern wird für »Oheim« unterschieden _dādéskĕro_ und _dākro prāl_, d. h. »väterlicher (des Vaters)« u. »mütterlicher (der Mutter) Bruder«; s. _Liebich_, S. 131 u. 207.]
[Fußnote 1604: ([639] auf S. 64.345) _Zus._ damit: _Loslingschlang_ = Ohrring. _Zu vgl._ (aus dem. _verw. Quellenkr._): _Schwäb Händlerspr._ 484 (_Loser_ = Ohr; vgl. [482] _losere_ [in _Pfedelb._ (210): _losen_] = hören); s. auch _Regensb. Rotw._ 489 (_Luser_ = Ohr); auch schon (mit der Endung _-ling_) im älteren Rotw. des 15. u. 16. Jahrh. (s. schon _Basl. Betrügnisse_ um 1450 [15: _Luselinge_ = Ohren]; _Lib. Vagat._ 54 [_Lüßlinng_ = Ohr] u. a. m.) bekannt. _Etymologie_: Der Ausdr. gehört, wie das weidmänn. (u. wohl auch sonst mundartl. gebr.) _Loser_ (Luser) = Ohr des Wildes (eigentl. »Aufhorcher« [vgl. mhd. _losære_ = Horcher, Lauscher, ahd. _losari_ = Hörer, Zuhörer]), zu dem Zeitw. _losen_ (schon mhd. _losen_, ahd. _[h]losên_, _losên_) = aufhorchen, zuhören; s. _Pott_ II, S. 20 vbd. mit _Fischer_, Schwäb. W.-B. IV, Sp. 1297 (unter Loser, Nr. 3), Sp. 1298 (unter »losere[n]«, Sp. 1346 (unter »Luser«) u. _Weigand_, W.-B. II, Sp. 85.]
Ohrring, _Loslingschlang_[1605] [64.346]
Onanie treiben, _Käfferle pflanzen_[1606]
Onkel s. Oheim
Opfergeld, _Duftbich_[1607], _Duftlobe_ oder _-kies_[1608] (d. h. »Kirchengeld«).