Die Eroberung von Peru

Part 18

Chapter 181,393 wordsPublic domain

Die spanischen Priester verschwanden ebenfalls in dem rasenden Strudel, aber die christliche Religion blieb gesichert und triumphirend an den Gestaden des südlichen Meeres, und die süße Moral des Evangeliums verbreitete in dem Reiche der Inkas die Sanftmuth und den Trost, welche die göttlichen Lippen des Gekreuzigten auf der Erde kosteten. Der ehrwürdige Las-Casas war das Oberhaupt der Kirche jener entlegenen Gestade; unter seinem wohlthätigen Schatten erwuchs dem Lande ein menschenfreundliches Priesterthum, und voller Zärtlichkeit, und kaum konnten die entfernten Geschlechter nachher begreifen, daß auch Luque sich ein Priester des Christenthums genannt hatte.

Peru athmete frei auf von seinen Bedrückern, die Unterthanen der Inkas warfen die Söhne vom Osten wieder über die Meere zurück, und wenn auch bei den hartnäckigen Kriegen die Kampfplätze des Reiches mit Blut bespritzt wurden, lernten die Peruaner doch das Vorhandensein anderer Gestade, anderer Festländer und anderer Welten kennen, welche sich ihnen in Zukunft beim Handel und Verkehr eröffnen würden. Sie schüttelten ihre Vorurtheile, ihre Inkas wie Götter anzusehen, ab; dieses göttliche Recht verschwand noch früher aus jenen Gestaden, als aus der alten Welt, und sie erreichten es, den Baum ihrer Freiheit aufzupflanzen, obschon sie ihn, wie in allen Ländern, mit Blut begießen mußten. Von der allersüßesten Wehmuth der nazarenischen Religion begeistert, begriffen ihre Gemüther endlich, daß sie ihren Cultus einem Theile der Schöpfung, dieser strahlenden Leuchte des Tages zollten, die so prächtig und erhaben sie über den Welten thront, der kräftige Verstand des Menschen bis zu ihren empirischen Regionen gelangt ist, ihr in ihrem Laufe gefolgt ist und ihre Natur erkannt hat, indem er sie wohl, wie alle Mittelpunkte der Planetensysteme, für eines der großen Werke des höchsten Schöpfers hielt, ihr aber den Vorrang der Welten versagte, welchen Manco Capac ihr gewährt haben würde. Das Reich der Inkas wurde mit Blut geröthet, aber es verdankte den Spaniern seine politische Bedeutung in der Zukunft der Welt.

Der Hof von Castilien inzwischen zerfiel schmachtend in seiner eigenen Größe; als Rückfracht der Schätze der neuen Welt schickte er seine mit spanischem Blute beladenen Galeeren, das fruchtlos an den neuen Gestaden vergossen wurde. Das spanische Volk war es, das dieses Blut hergab, die Schätze aber, wofür es sich verkaufte, waren nur für Philipp und Karl und deren Höflinge, für die römische Curie und deren Abgeordnete in Europa. Um Ströme Blutes des spanischen Volkes wurden mit den Schätzen von den Gestaden des südlichen Meeres diese hoffärtigen Festungsschlösser der Könige von Castilien, diese üppigen Gärten, diese Porphyr- und Marmorobelisken, diese riesigen Kirchthürme, diese dem Gotte Luques geweihten orientalischen Tempel errichtet; und das spanische Volk zerfiel, und die Enkel Karls V. bluteten sich zwischen unfruchtbaren Bergen von Gold verächtlich zu Tode.

Niemals hätten die berühmte Isabella I. und der kühne Columbus ein so trauriges Vermächtniß der spanischen Nation erdacht: Der Fanatismus und die Dummheit des sechszehnten Jahrhunderts tauschten den größten Erfolg der Zeiten, und worauf sich die Glückseligkeit beider Welten erheben sollte, in eine öffentliche Calamität um. Das Schicksal aber des Bösen, welches der Erde vorzustehen, und sie zu beherrschen scheint, bedeckte den unsterblichen Augenblick, in dem eine Welt die andere kennen lernte, mit Blut und Trauer; den Augenblick, in dem der kühne Mann, diese ungeheuren Meereseinöden beherrschend, diese unübersteigliche Vormauer übersprang, womit die Natur die einen von den andern Brüdern trennte; den Augenblick, in welchem die Natur den Anstrengungen des Menschen nachzugeben schien, und sich besiegt vor dessen Füße niederwarf.

Das war die Geschichte der Inkas und der Söhne vom Osten im sechszehnten Jahrhundert, gemäß den glaubwürdigsten Quipos und peruanischen Handschriften, welche uns vor Augen gelegen und deren Uebertragung wir sorgfältig durch die genaueste Wiedergabe angestrebt haben. Glücklicherweise begrub die Zeit das sechszehnte Jahrhundert, und mit ihm die Erinnerungen und den Groll der ursprünglichen Zeiten der Eroberung von Peru und der übrigen Festländer der neuen Welt in ihren unergründlichen Abgrund; und nach großen Ereignissen und großen Trübsalen ist bereits der ersehnte Augenblick gekommen, in dem wir, die damals kämpfenden Völker, Brüder seien, und unter ihnen die Brüderlichkeit und die Liebe regierte, welche niemals getrübt werden durfte. Wir vermachen ihnen unsere Religion, unsere Sprache, unsere Sitten und Gebräuche; es sind unsere Söhne, es sind unsere Brüder, und wenn die blutigen Schicksale, welche den Nationen vorzustehen scheinen, für jetzt die neue Welt dazu verdammen, ihr Blut in den Kämpfen und in den Bürgerkriegen zu vergießen, wie auch wir Unglückliche es vergießen, so wird ein Tag leuchten, da der Genius des Guten der Welt vorsteht, und alsdann werden die Spanier von diesseits und jenseits der Meere freudig ihre Arme ausbreiten, werden einander Brüder nennen und werden den Schatten Columbus segnen.

Ende.

Verlag von Eduard Moos,

Zürich, Erfurt, Leipzig.

Vom Zürichsee!

Gedichte von Robert Speich.

In der knappen, ansprechenden Form und im einfachen Ausdruck ist der junge schweizer Dichter ganz Realist, in seinen Gedanken und Gefühlen aber begeisterter Idealist. Da duftet uns wirklich frisches Leben entgegen gegenüber den matten, herbstlichen Gefilden der zu Ende gehenden naturalistischen Schule. Die Wahrheit siegt über die Lüge, -- Freunde der Litteratur werden in dem Bändchen eine eigenartige Neuheit begrüßen.

Eleganter Einband mit Goldschnitt Mark 2.--, brochirt Mark 1.50.

Unterhaltungen eines Gefangenen.

Roman von ***

Aus dem Französischen übersetzt von Adolf Knabenhans.

Es ist dem Autor gelungen, die eigenartige Sprache des Originals voll und ganz wiederzugeben, sodaß denen, welche nicht der französischen Sprache mächtig sind, Gelegenheit wird, die Eleganz des französischen Ausdrucks zugleich mit dem Genuß eines spannend geschriebenen Romans kennen zu lernen.

In elegantem Calico-Einband Mark 2.50

Us Thüringen!

Schnurren un Schtimmen in Poesie und Prosa

von Hermann Töppe, Hauptlehrer.

Die Presse beurtheilte das Buch sehr günstig; u. a. schreibt das »Deutsche Tagebl.« darüber: »Die köstlich anschauliche und naive Weise, in welcher der Verfasser uns mit seinen Landsleuten bekannt macht, läßt in ihm ein außergewöhnliches Talent erkennen. Die Fülle herzerfrischenden, urwüchsigen Humors, gepaart mit einem Zuge gemüthvollen Ernstes, den der Dichter im rechten Augenblick walten läßt, wird dem ›wilden Thüringer Röslein‹ im Rosengarten der deutschen Dichteraue gewiß ein Plätzchen zu verschaffen im Stande sein. Besonders auch der außerhalb seiner Heimath lebende Thüringer wird das Büchlein mit seinen lebendigen Bildern gewiß mit Freuden als einen guten Kameraden begrüßen.«

Band 1 und 2 in hochelegantem Geschenkband mit Goldschnitt à Mark 3.--, brochirt Mark 2.25.

Erste Veilchen.

Gedichte von Franz Litterscheid.

In eleganter Form werden von dem Autor Stimmungen und philosophische Gedanken producirt, welche, an sich originell, weit über das Maß des alltäglichen hinausragen. Die edle dezente Sprache wie die Art des Inhalts empfehlen das elegant ausgestattete Buch als Geschenk für jedes Alter.

Eleganter Einband mit Goldschnitt Mark 2.50, brochirt Mark 1.75.

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3 »Córtes« wurde korrigiert zu »Cortés«: Die gesetzgebende Gewalt lag in den Cortés...

44 »nnterstützten« wurde korrigiert zu »unterstützten«: ...wohlthätigen Einfluß unterstützten, die Huldigung der Peruaner.

50 »Angen« korrigiert zu »Augen«: ...des sechszehnten Jahrhunderts so vor den Augen ihres Gottes...

50 »Blnt« korrigiert zu »Blut«: ...deren Schweiß und Blut Karls V. mächtiger Thron...

58 »hohlen« korrigiert zu »hohen«: ...das dumpfe Getöse des zwischen den hohen Klippen der Anden...

61 »Leiches« korrigiert zu »Leichtes«: Es wäre Pizarro ein Leichtes gewesen, von dem Inka den Eintritt...

80 »Geberden« korrigiert zu »Gebärden«: Obwohl unter sanften Vorstellungen und Gebärden,...

84 »Gleichgiltigkeit« korrigiert zu »Gleichgültigkeit«: Pizarro sah die Schönheit und Reize Ocollos nicht mit Gleichgültigkeit;... ↩

87 »Lebensmiteln« korrigiert zu »Lebensmitteln«: ...daß das Lager Pizarros mit Lebensmitteln zu versehen war...

87 »Guito« korrigiert zu »Quito«: ...Boten nach Cuzco, Quito, Tititaka und andern...

87 »Tititaca« korrigiert zu »Tititaka«: ...Boten nach Cuzco, Quito, Tititaka und andern...

99 »Gleichgiltigkeit« korrigiert zu »Gleichgültigkeit«: Pizarro sah die Schönheit und Reize Ocollos nicht mit Gleichgültigkeit;... ↩

115 »seit« korrigiert zu »seid«: ...sagte sie zu ihm, seid Söhne des Verbrechens.

122 »Ruchlosigleit« korrigiert zu »Ruchlosigkeit«: ...eine feierliche Messe, um die Früchte der Ruchlosigkeit zu verheilen.

163 »nnglückliche« korrigiert zu »unglückliche«: Viertausend unglückliche Sklaven...

209 »mitznwirken« korrigiert zu »mitzuwirken«: ...bei der Zerstörung der neuen Welt mitzuwirken,...

282 »Isabelle« korrigiert zu »Isabella«: Niemals hätte die berühmte Isabelle I. und der Kühne Columbus...

Fußnote 2: Fehlendes »=« Zeichen, hinzugefügter: Peso (Piaster) = 5 Frcs.